21. Januar 2017

09.00 Uhr Der Neue ist vereidigt

und die Transatlantiker hierzulande werden nicht müde, Gift und Galle zu spucken.

Es ist schon ein absonderliches Schauspiel, das hier auf der deutschen Bühne aufgeführt wird, wie es bisher noch bei keiner Amtseinführung eines US-Präsidenten zu beobachten war. Es sind diesmal nicht diejenigen, denen - wegen ihrer Kritik an der US-Politik - sonst stereotyp vorgehalten wird, Amerika-Hasser zu sein, die sich mit ganz, ganz üblen, den Menschen und das Amt beschädigenden Kommentaren bis zum Abkippen aus dem Fenster lehnen - nein, diesmal sind es die so genannten "Eliten" und die sich elitär gerierenden Medien, wie z.B. die ZEIT oder das Handelsblatt, die Häme und Spott über Donald Trump ausschütten und sich damit mit dem künftigen Bundespräsidenten in ihrer kämpferischen Ablehnung einig sind.

Es wird nach allen Regeln der psychologischen Kriegsführung ein Feinbild aufgebaut, das sich nur in Details von jenen Feindbildern unterscheidet, die der Welt als "Saddam Hussein" und "Muammar al-Gaddhafi" vorgestellt wurden, um sie von der weltweit operierenden Kavallerie jagen und umbringen lassen zu können, weil sie etwas hatten, was das Imperium haben wollte.

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20. Januar 2017
19. Januar 2017

12.40 Uhr Vom Leisten und vom Lohnen

Zwei Themen gaben den Anstoß zu diesem weitausgreifenden Artikel. Einerseits die erste der beiden jüngst veröffentlichten Oxfam-Studien zur Verteilung des Reichtums auf der Welt, andererseits die Gesetzesinitiative aus dem Arbeitsministerium zur Verbesserung der Transparenz über Löhne und Gehälter.

Es ist die augenfällige Diskrepanz, zwischen der großen, globalen Ungerechtigkeit und den daneben bedeutungslos lächerlich erscheinenden Ankündigungen des sozialdemokratischen Flügels der Großen Koalition, die geradezu nach einer Erklärung schreit, warum auch in einem der wirtschaftlich potentesten Staaten der Welt von Seiten der Politik nur die Nagelfeile zum Einsatz kommt, um kleine Unebenheiten zu glätten, wo es doch eigentlich darum gehen sollte, massive Ketten wirtschaftlicher Abhängigkeiten zu sprengen.

Der heutige Paukenschlag ist 29+1 Seite lang. Lesedauer: je nach Intensität und Mitdenken, zwischen 30 Minuten und einer Woche (dann kommt ja schon der nächste Pad).

Ich hatte mit dem Gedanken gespielt, zwei oder drei Teile daraus zu machen, doch dann erschien mir die Thematik doch so geschlossen und voller innerer Bezüge, dass ich davon abgesehen habe. Nehmen Sie sich also bitte etwas Zeit.


18. Januar 2017
17. Januar 2017

14.00 Uhr Genussmomente und Kontrastprogramme

Mancher mag es pervers finden, doch wenn ich, wie heute bei Phönix, die Richter des Bundesverfassungsgerichts eine Urteilsbegründung verlesen höre, klingt das in meinen Ohren ebenso schön, wie eine Sinfonie von Gustav Mahler.

Eine klare, sachliche Argumentation, durchzogen von einem ernstgemeinten Abwägen des Für und Wider, das Thema in allen Variationen und durch alle Sichtweisen immer wieder neu anklingen lassen, doch trotz aller notwendigen Redundanz nie langweilig, nie fade. Immer wieder entdeckt der Zuhörer neue Aspekte, erlebt ihre Würdigung, wie sie entweder abgehandelt und zur Seite gelegt, oder als Baustein sorgsam am rechten Platz in die Argumentation eingefügt werden, um im brausenden Finale ihre ganze Leuchtkraft zu entfalten.

Was da in jahrelanger Arbeit herangereift ist, ist nicht einfach nur ein Urteil. Es ist ein Artefakt des Rechts von kontemplativer Dichte und kristalliner Transparenz.

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16. Januar 2017

09.00 Uhr Gesetzentwurf "Lex Wiederwahl" vor Verabschiedung im Kabinett

Zur Sicherstellung der Wiederwahl der GroKo im Herbst soll gesetzlich geregelt - und jegliche Zuwiderhandlung unter Strafe gestellt werden, dass jede Art von Einflussnahme auf Denken und Handeln der wahlberechtigten Bevölkerung ausschließlich den etablierten Parteien vorbehalten bleibt, denen schließlich durch das Grundgesetz das Privileg, die Willensbildung der Bevölkerung (veraltet: des Volkes) zu lenken und kontrollieren, übertragen wurde.

In Anbetracht einer Vielzahl viel zu wenig kontrollierter volks- bzw. bevölkerungsinterner (V2V-, bzw. Bv2Bv) Kommunikationskanäle, durch welche die stets fürsorgliche, mal verharmlosende, mal übertrieben alarmistische, mal verschweigend-unterschlagende, mal suggestiv kreativ-erfindende Informationsstrategie der inzwischen sowieso allenfalls nur noch mittelgroßen Bevölkerungsparteien, mit Fake-News und Hate-Speech in staatsgefährdender Weise unterminiert wird, ist ein ganzes Maßnahmenbündel als das sogenannte "Wiederwahl-Paket" nun als Referenten-Entwurf in vorläufige Gesetzesform gegossen wurden.

Eine irregulär beschaffte Kopie dieses Papiers ist mir per Kurier zugespielt worden. Ich zitiere:

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15. Januar 2017

Julies Bild vom Sonntag

 

Wolfgangs Bild vom Sonntag


14. Januar 2017
13. Januar 2017

09.00 Uhr 4 Kilo in 2 Tagen? Norovi-Akut macht's möglich!

Als schnellwirkendes Mittel gegen den so genannten "Feiertagsspeck" hat das pharmakologische Startup Unternehmen "Pharm-fatale" nun endlich das Ergebnis langjähriger Forschungsarbeiten präsentiert. Im Einführungsprospekt werden wahre Wunderdinge beschrieben, was uns veranlasste, einen intrafamiliären Selbstversuch zu starten und für Sie zu dokumentieren.

Unsere Skepsis erwies sich als unbegründet. Bereits fünf Stunden nach Einnahme der Initialdosis - bereits 10 I.E sind vollkommen ausreichend, setzte der Wirkungsmechanismus ein.

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12. Januar 2017

Norovi-Akut -Tiefenwirkungsphase


11. Januar 2017

Norovi-Akut - Akutphase


10. Januar 2017

16.45 Uhr Gibt es wirklich Volksverräter?

Das Unwort der Jahres, frisch gekürt und über den deutschsprachigen Raum ausgekippt, gibt zu denken, vor allem wegen der Deutung, die mit dieser Kür verbunden ist.

So schreibt zum Beispiel Lukas Jenkner für die Stuttgarter Zeitung:

"Wer einen anderen Menschen als Volksverräter beschimpft, stellt sich in die Tradition des Volksgerichtshofs unter dem infamen Roland Freisler, der im Dritten Reich zahlreiche Deutsche mit Hilfe des NS-Straftatbestands des Volksverrats zum Tode verurteilt hat, darunter die Mitglieder der Weißen Rose und Beteiligte des Attentats vom 20. Juli 1944 um Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg."

Wenn ich Lukas Jenkner richtig verstehe, war es damals die Regierung, welche oppositionelle Kreise als Volksverräter verfolgte und damit den "gesunden Volkskörper" auf NSDAP-Linie halten wollte. Ist es heute nicht genau andersherum?

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9. Januar 2017

18.18 Uhr Ein Gegengewicht will er sein...

und politische Debatten beleben, das will er auch. Frank Walter Steinmeier erklärt die Rolle, die er als künftiger Bundespräsident zu spielen gedenkt, so er denn gewählt werden sollte, was nicht so sicher ist. Schließlich ist der russische Hacker immer und überall.

Spaß beiseite.

Frank Walter Steinmeier will den Schwerpunkt seiner präsidialen Tätigkeit auf außenpolitische Fragen richten. Das ist für Bundespräsidenten nach meiner Erinnerung ein bisher ziemlich wenig beackertes Arbeitsfeld, sieht man von den vielen Staatsbesuchen ab, die zu empfangen und abzustatten sind, ...

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8. Januar 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


7. Januar 2017

09.00 Uhr Arbeitslosenzahlen des Statistischen Bundesamtes

Wohlbekannt sind in der breiten Öffentlichkeit die Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die nicht nur monatlich verkündet werden, sondern stetig unter der 3-Millionen-Grenze herumsinken.

Weniger Aufhebens wird um die Erkenntnisse des Statistischen Bundesamtes gemacht, was auch daran liegen mag, dass die Statistiker sehr viel langsamer arbeiten, vielleicht auch in der Absicht, die Diskrepanzen nicht allzu deutlich zum Vorschein kommen zu lassen.

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6. Januar 2017

11.30 Uhr Es ist Geist vom Himmel gefallen!

Schwer getroffen von einem unerwarteten Geistesblitz wurde jüngst ein Mitglied der Bundesregierung, nämlich Entwicklungsminister Gerd Müller. Entwicklungsminister stehen ja nun nicht gerade in dem Ruch, an der Spitze der wichtigsten Ressorts zu stehen und Entwicklungsminister haben auch im Bereich der Inneren Sicherheit der Bundesrepublik im Grunde keine Kompetenzen, doch der Geistesblitz hat sich Herrn Müller ausgesucht, nachdem er offenbar bei den mit Geistesblitzableitern bestens bestückten Ministern und der Inhaberin der Richtlinienkompetenz wirkungslos ins Erdreich geschickt worden wäre.

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5. Januar 2017

13.00 Uhr Was ist faul an Nafri?

Eine Abkürzung macht Schlagzeilen und gerät in den Bereich verbotsbewehrter Hass-Sprüche. Noch ist die Diskussion offen, doch nach ersten Rückziehern rücken die Vertreter der Auffassung, diese Abkürzung zu verwenden sei der Beginn eines Völkermordes, ihre Barrikaden wieder zurecht. Es besteht kein Zweifel, "Nafri" wird bald ebenso bäh sein wie der Negerkuss und das Zigeunerschnitzel.

Dabei bleibt unklar, wogegen sich der Aufstand der Ehrbaren richtet.

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4. Januar 2017

09.00 Uhr Der Egbert und der Scheunemann

Gestern Nachmittag begegnete mir im Netz ein Aufsatz, der vom Titel her den Eindruck machte, es habe sich jemand seriöse Gedanken gemacht, fernab jeglicher ideologischen Verblendung eine Strategie zum richtigen Umgang mit populistischen und extremen rechten Aussagen zu entwickeln.

Doch mit jedem Satz, den ich las, verstärkte sich der Eindruck, dass der Verfasser, Egbert Scheunemann, etwas gänzlich anderes im Schilde führt, nämlich seinen privaten Feldzug gegen alle von ihm - bis weit in linksliberale Kreise hinein - als Rassisten und Faschisten wahrgenommenen "Wesen" durch einen wissenschaftlich anmutenden Anstrich zu rechtfertigen.

Ich konnte nicht anders, als die Luft aus diesem Ballon zu lassen und die übrig gebliebene, schlaffe Hülle zur Besichtigung freizugeben.

 


3. Januar 2017
2. Januar 2017

15.45 Uhr Heute mal nichts Eigenes

Die Liste der zu erledigenden Angelegenheiten ist schon wieder lang. Zum Selberschreiben bin ich nicht gekommen, doch nutze ich die Gelegenheit, auf einen wichtigen kritischen Geist hinzuweisen, der nicht müde wird, den Finger da in die Wunde zu legen, wo es richtig weh tut. Gemeint ist Friedemann Wehr mit seinem Altermannblog.

Zu seinem heutigen Kommentar habe ich auch meinen Senf gegeben, weil mir das immer weiter um sich greifende Verbot, Dinge beim Namen zu nennen, inzwischen auch den Kamm schwellen lässt.


Neujahr 2017
Das musste ja mal kommen!

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

(Bei beiden Bildern handelt es sich nicht um Schnee vom letzten Jahre,
sondern um nagelneuen 2017er Raureif.)

 

Herzlich willkommen im neu eröffneten Welttheater.
Alles Gute für 2017

 




It's all over now.

Bye, bye 2016-troubles!


31. Dezember 2016

11.11 Uhr Neues aus Zerrbildhausen

Da, wo sich im Märkischen Sand Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wo sich die Knüppeldämme von Halbe nach Kremmen und von Treuenbrietzen nach Wandlitz kreuzen, liegt der beschauliche Weiler Zerrbildhausen inmitten eines waldreichen Naturschutzgebietes. Die Bürgermeisterin wohnt in einer Waschmaschine, bayerischen Gästen kredenzt man im Dorfkrug kross gebratenes Elfenbein mit Kraut und Knödeln, während die Tasten des mechanischen Pianos aus feinsten Schweinshaxen geschnitzt sind.

Nur selten verirrt sich aber jemand nach Zerrbildhausen, so dass die Zerrbildhausener es aufgegeben haben, Ausschau zu halten, auch nicht mehr fröhlich singen: "Horch, was kommt von draußen rein!", sondern vertieft in ihre zerfledderten Poesiealben in einer Art Trance versunken ein Leben leben, das auch in Zerrbildhausen längst vergangen wäre, würden die Zerrbildhauser die Gegenwart denn in ihre Stübchen hineinlassen.

An Silvester 2016 war ich dort kurz zu Besuch.

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30. Dezember 2016

14.00 Uhr Das Einzige, was Draghi noch übrig bleibt

Die EZB, zuständig für die Stabilität der Währung "Euro" (was immer Stabilität in diesem Zusammenhang bedeuten mag), steht an einer wichtigen Wegmarke. In den USA werden wieder leichte Zinsschritte nach oben unternommen, der Außenwert des Euro geht daher in einen flachen Gleitflug über, der DAX schwebt über den Wolken der 10.000er Marke und wird mit jeder Monatstranche von 60 Milliarden Luftnummern immer noch leichter, so dass die Finanzszene vor lauter Liquidität schon die Lenzpumpen auf Hochtouren laufen lassen muss. Die Blase wirft Junge im Karnickeltempo - und der Zauberlehrling kann den passenden Spruch einfach nicht erinnern.

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29. Dezember 2016

10.15 Uhr Das war noch nie da!

Mit dem insgesamt
dritten letzten Paukenschlag des Jahres übertreffe ich einen eigenen Rekord. Sei's d'rum!

Paukenschlag am Donnerstag No. 52 c /2016
vom 29. Dezember 2016

Diesmal geht es mir darum, Zuversicht und Hoffnung für das kommende Jahr zu stärken und die allzeit bereitstehenden Sorgen um all das vorausschauend zu vermindern, was im kommenden Jahre keinesfalls eintreten wird.

Und da geht es nicht um lächerliche Kleinigkeiten, sondern um die großen, ja allergrößten Ereignisse im Zeitgeschehen, vor denen Sie, nach der Lektüre dieses Paukenschlags, keine Angst mehr zu haben brauchen.

Einen guten Rutsch, ein glückliches, angst- und sorgenfreies neues Jahr, und allzeit ein entspanntes Lächeln im Gesicht,

wünscht Ihnen
Ihr

Egon W. Kreutzer



28. Dezember 2016

11.00 Uhr Die Bank, die noch mehr Geld braucht

Der Gong zur letzten Runde im Crash auf Raten ertönt in Siena.

Monte dei Paschi di Siena, klangvoller kann der Name einer Bank kaum sein, und wenn es sich nach allgemeiner Überzeugung dabei auch noch um die älteste Bank der Welt handelt, dann darf man schon einen Augenblick innehalten und sich fragen, wie es kommt, dass ausgerechnet diese Bank nun so viel Geld braucht.

Von 8,8 Milliarden Euro ist nun die Rede, vor ein paar Wochen waren es nur fünf. Ob es sich dabei tatsächlich um Anleger handelt, die ihre Konten bei der Monte aufgelöst haben, um ihre sauer gewonnenen Millionen in Sicherheit zu bringen, ob ein Buchprüfer noch mehr faule Kredite aufgespürt hat, als vorher zugegeben wurden, oder ob man, angesichts der begründeten Hoffnung auf die Rettung durch den unbekannten Steuerzahler die Lücke einfach größer gemacht hat, um dann wirklich auf der sicheren Seite zu sein, kann weder von Elsendorf, noch von Berlin, Frankfurt oder Brüssel aus, wirklich sicher beurteilt werden.

Einigermaßen klar scheint zu sein, dass sich bei der Monte, dem ältesten Kreditinstitut der Welt so viele faule Kredite angesammelt haben, dass das Eigenkapital aufgezehrt ist und den Einlagen der Anleger keine ausreichenden Vermögensgegenstände der Bank mehr gegenüberstehen. Das heißt, die Bank hat das Kapital ihrer Anteilseigner und ihrer Anleger verspielt. Verluste wurden auf raffinierte Weise vertuscht, so z.B., wie im Herbst bekannt wurde, durch die Umwandlung von Krediten, die nicht in den offiziellen Büchern verzeichnet waren, in Derivate, wobei die Deutsche Bank 2013 im Umfang von 10,5 Milliarden Euro Hilfestellung geleistet hat, wie bei einer Anhörung durch die BaFin ans Licht kam.

Dass es allerdings ganz normal ist, dass Banken pleite gehen müssen, ja dass es sich um einen systemimmanenten Vorgang handelt, der im Grunde nur durch Lug und Betrug hinausgezögert werden kann, liegt daran, dass Banken eben nicht als Kreditvermittler tätig werden und sich mit einer Provision zufrieden geben würden, wie ein Makler, der Geld und Geldnachfrage zusammenbringt, sondern als eigenständiges Kredit-Gewerbe "auf eigene Rechnung" arbeiten und Anlagen annehmen und Kredite vergeben.

Hier treffen Mechanismen aufeinander, die wirken, wie Kontinentalplatten, die aufeinander zu triften.

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26. Dezember 2016

10.30 Uhr Jahres-End-Entrümpelung

Wann wäre wohl eine günstigere Gelegenheit als angesichts der Liebe und des Friedens, die uns von Heiligabend bis heute wie ein Tsunami überrollten, vor dem Hintergrund ächzender Badezimmerwaagen und jener leichten geistigen Verwirrung, wie sie durch ein ungewohntes Maß ausgerechnet "geistiger" Getränke nur allzu leicht verursacht wird, endlich einmal alten Ballast abzuwerfen und sich damit von quälenden Lasten und Pflichten für alle Zeiten zu befreien.

Räumen wir auf. Schaffen wir alten Irrglauben beiseite, entlarven wir die Fake-News der Vergangenheit, auf dass uns wohler werde und freier im Kopf. Bis Silvester ist dafür noch viel Zeit, doch beginnen wir heute mit der wichtigsten geistigen Befreiung die aus Deutschland ein ganz und gar neues und anderes Land machen könnte. "Ein Land, dem wir vertrauen können", wie Joachim Gauck es so trefflich formulierte.

Dem Land (!) können wir vertrauen. Dem Land habe ich immer vertraut. Doch das Land ist etwas anderes als der Staat, der Staat ist noch einmal etwas anderes als die Politiker und die Politiker sind etwas anderes als die beamtete oder angestellte Administration, die wiederum etwas anderes ist als das Volk, und mit "Volk" meine ich "die, die schon länger da wohnen", wie es aus berufenem Munde formuliert wurde, während das Volk etwas anderes ist als die Bevölkerung und die Bevölkerung etwas anderes ist als die Rentner oder die Unternehmer oder die Berufstätigen oder die Arbeitslosen oder die Schüler, die Studenten oder die Häftlinge in den Strafanstalten.

Das Land, das an Nord- und Ostsee beginnt und sich bis an die Alpen erstreckt, im Westen im Wesentlichen von Frankreich, im Osten im Wesentlichen von Polen und Tschechien begrenzt wird, hat uns noch nie angelogen. Es ist da, seit ich denken kann, und wenn ich den Erzählungen älterer Menschen und den literarischen Zeugnissen Glauben schenken kann, war es auch schon vor mir da. Seit jeher konnte man mit diesem Land anstellen, was man wollte. Man konnte es hegen und pflegen und ihm Wunden schlagen, man konnte es fruchtbar machen oder veröden, man konnte es teilen und zusammenlegen, es blieb sich im Großen und Ganzen immer gleich, weshalb es ein pastoraler Witz ist, zu sagen, wir (wer, wir?) könnten dem Land vertrauen.

Doch davon, dass wir nicht nur dem Land, sondern auch allem, was darauf kreucht und fleucht vertrauen können, heißt es nun, Abschied nehmen. Abschied von geliebten Vorurteilen und Gerüchten, auf dass die Wahrheit ans Licht komme. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis:

  • Der Begriff "IM Erika" ist frei erfunden. Eine "IM Erika" hat es nie gegeben. Alle ihr zugeschriebenen Aktivitäten sind klassische Fake News.
  • Es hat in der deutschen Geschichte niemals FDJ-Sekretärinnen gegeben, so wie es in der deutschen Geschichte, selbst wenn man bis zu Karl dem Großen zurückgeht, auch niemals Agitation und Propaganda gegeben hat. Das hätte ja jemandem auffallen müssen.
  • Es ist daher vollkommen ausgeschlossen, dass es jemals eine FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda gegeben haben kann.
  • Sind diese drei Fakes aufgedeckt, bleibt nur ein einziger logischer Schluss übrig: Angela Merkel ist frei erfunden. Sie existiert nicht.
  • Dies kann auch dadurch belegt werden, dass das Amt "Bundeskanzlerin" im Grundgesetz nicht vorgesehen ist.
  • Daraus ergibt sich wiederum schlüssig, dass nur eine nicht existente Person ein nicht existentes Amt ausfüllen kann.
  • Dem folgend, muss auch die Existenz eines deutschen Bundestages als Fake eingestuft werden, denn ein deutscher Bundestag hätte nur einen Kanzler wählen können.
  • Gibt es aber keinen Kanzler, kann es auch keine Minister geben, denn der Kanzler schlägt die Minister vor, die dann vom Präsidenten zu ernennen sind.
  • Nicht existente Minister, können wiederum nur von einem nicht existenten Präsidenten wirksam nichtexistent ernannt worden sein.
Der Aufruf vom ersten Weihnachtstag, vom Holodeck der Germania aufgezeichnet und televisionär in die weihnachtlich geschmückten, im Kerzenschimmer badenden Wohnzimmer verbreitet, mit der Botschaft: "Vertraut dem Land!", war daher der erste Fanfarenstoß zur Zerstörung der Fake-News-Illusion, es war gewissermaßen die "Rote Pille für jedermann!" Denn in dieser Botschaft steckt doch auch die Zwischenzeilenwahrheit: "Außer dem Land habt ihr nichts, dem ihr vertrauen könnt. Es ist ein Fake!"
 
Wer auch immer diese Meldung in die deutschen Fernsehnetze eingeschleust haben mag, ob es Putin persönlich war, oder einfach nur ein gutgläubiger Sozialutopist, wir werden ihm allzeit ein ehrendes Angedenken bewahren.


25. Dezember 2016

Julies Bild vom Sonntag

Julie wollte unbedingt, aber ausnahmsweise, und weil immer noch Sonntag ist,
ihr zweites Sonntagsbild haben.

 

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


24. Dezember 2016

Fröhliche Weihnachten!

wünschen Ihnen allen
Julie und Wolfgang Kreutzer

23. Dezebember 2016

11.45 Uhr I'm a believer

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht. Ich glaube daran, dass der italienische Inninminister bestätigt, dass in Mailand nachts um drei Fingerabdrücke von Anis Amry an einer Leiche gefunden wurden.

Ich glaube fest daran, dass der Attentäter von Berlin noch ein zweites Portemonnaie (so schreibt man das!) besaß, auf das er gut aufgepasst hat, um die Reise über Frankreich nach Italien anzutreten.

Ich glaube das alles, weil ich schon gestern davon überzeugt war, dass Anis Amry erschossen wird, bevor er befragt werden oder gar eine Aussage machen kann.

Ich glaube das alles, weil das immer so ist. Warum sollte es also ausgerechnet hier nicht so sein?

Ich glaube das, weil schon im Songtext von "I'm a believer" auf's Ende zu die Zeile steht (deutsche Übersetzung von songtexte.com):

Warum sich also den Frack zerreißen,
wenn am Ende doch nur der Schmerz steht?

Ich glaube auch, dass Weihnachten jetzt sicher ist. Ich glaube sogar, dass Weihnachten 2017 noch viel, viel sicherer sein wird, und wenn es dann im Song heißt:

Then I saw her face,
now I'm a believer,

dann kommt es mir vor, als hätten die Monkees schon 1966 eine Vision gehabt, von der mächtigsten Frau der Welt, deren Anblick einen einfach alles glauben lässt.

Hier kommt der Song - allerdings von Smash Mouth - da schepperts ein bisschen mehr.

https://youtu.be/0mYBSayCsH0

Dazu passt:

Florian Stumfall war Redakteur beim Bayern Kurier.
Abschreckend?

Vorurteil!
Er gehört zu den wahrlich Wertkonservativen.
Sein Buch zu lesen ist ein Gewinn für jeden,
der die "Alternativlosigkeit" noch hinterfragt.

Und das passt auch:

Herbert Ludwig wird von der gleichen Thematik
umgetrieben, beleuchtet sie jedoch aus einem
anderen Blickwinkel.

Immer wieder interessant seine Beiträge
auf seinem Blog "Fassadenkratzer"

 

 


22. Dezember 2016

Ganz nüchtern und neutral betrachtet

Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Berlin und vor dem Hintergrund der Kommentierung dieser Ereignisse durch Politik und Medien und vor dem Hintergrund einer erneuten Verschärfung der Spaltung der Bevölkerung in die vier Hauptfraktionen:

  • Wir müssen mehr für die öffentliche Sicherheit tun,
  • Das ist doch alles nur ein Vorwand für mehr Überwachung und Kontrolle,
  • Mit den Migranten hat die Regierung den Terror ins Land geholt,
  • Die Rechten kochen an den Vorfällen ihr ausländerfeindliches Süppchen,
kann es meines Erachtens nicht schaden, die eigene "Echokammer" einmal zu verlassen, alle gewohnheitsmäßig getroffenen Wertungen beiseite zu schieben und die Situation nüchtern und neutral zu betrachten. Dann ergeben sich zwei Themenfelder, die im Getümmel um die Meinungshoheit eher zu Minenfeldern geworden sind. Mit diesem Beitrag möchte ich mich als Minenräumkommando versuchen und mithelfen, die Diskussion zu entgiften.
 


21. Dezember 2016
20. Dezember 2016

10.15 Uhr Priester Messident awake

Mit den Berichten aus Berlin, wo zwölf Menschen auf einem Weihnachtsmarkt den Tod fanden und viele weitere verletzt wurden, ist Priester Messident nach ziemlich genau einem halben Jahr wieder einmal mit mir durchgegangen.

 

 

Der unbeirrbare Diener des HERRN nimmt mit seiner Predigt vorweg, was uns nach den ersten Tagen der Trauer und des Entsetzens auch von unseren weltlichen Leitfiguren gepredigt werden wird.

Wir müssen verschärfen und härter durchgreifen, präventiv verteidigen, die Reihen wieder schließen, mehr überwachen, mehr vom Mittel der Schutzhaft Gebrauch machen und vor allem nicht aufhören, unsere Macht zu demonstrieren.

Es mag heute nicht die angemessene Reaktion sein. Spätestens nächste Woche werden sich alle Sprachrohre an den Worten Messidents orientieren, wenn auch in einer moderneren Sprache und ohne Bezug auf die biblischen Geschichten.


19. Dezember 2016

13.00 Uhr Lügengeschichten

Bei dem folgenden Text, liebe Aufpasser für ein falschnachrichten- und hasssprechfreies Internet, handelt es sich weder um eine Nachricht, noch um einen Sprech, sondern um Satire.

Falls Sie das Wort "Satire" nicht kennen sollten, hier eine wertneutrale Worterklärung:

Satire ist, wenn durch Übertreibung, Untertreibung oder Wahrheit eine Geschichte in Worten oder Bildern oder Worten mit Bildern oder Bildern mit Worten so erzählt wird, dass das Lächerliche von Handlungen, Absichten oder Denkmustern herausgestellt wird, wobei die Täter, bzw. die Träger von Absichten und Inhaber von Denkmustern zum größten Teil Führungsfiguren und Eliten sind, während einfache Bürger seltener das Ziel von Satire sind.

Satire soll per Aha-Effekt und Humor als eine unangreifbare Bastion der Meinungsfreiheit erscheinen, weil der Satiriker, eben weil er über- oder untertreibt oder schlicht die Wahrheit zum Besten gibt, sich stets darauf berufen kann, er habe "Es" ja gar nicht so gemeint ...

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14. Dezember 2016

15.30 Uhr Das Ende der Privaten Krankenversicherung?

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet in ihrem Online-Angebot heute über die Entwicklung der Privaten Krankenkassen in Deutschland und bezieht sich dabei auf einen Bericht der Saarbrücker Zeitung, die wohl vermeldet hat, dass im Laufe der letzten fünf Jahre nur 520.000 Personen von der gesetzlichen Krankenversicherung in die Private Krankenversicherung übergewechselt seien, während 609.000 einst privat Versicherte den Rückzug in die gesetzliche Krankenversicherung angetreten hätten.

Das wird - so berichtet wieder die FAZ - von der LINKEn inzwischen als der Anfang vom Ende der PKV angesehen, während der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen dazu anmerkt, dass die Leistungen der Privaten oft hinter denen der gesetzlichen zurückblieben und vor allem Rentner über die hohen Prämien klagen.

So weit, so wenig gut.

Aber geht das überhaupt? Von der privaten KV in die gesetzliche KV zu wechseln?

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13. Dezember 2016

14.00 Uhr "Du bist doof!" - "Selber doof!"

Lange, nachdem Kindergartenkinder ihr frühkindliches Reagieren auf verbale Angriffe eingeübt haben, stellen sie fest, dass dies von Erwachsenen abgelehnt - und sollte es dennoch vorkommen, mit dem Begriff "billige Retourkutsche" zurückgewiesen wird, was geeignet ist, den Vorwurf, man sei ja selbst nicht besser als der andere, an der Teflonfassade der Überheblichkeit abtropfen zu lassen.

Deswegen findet sich die "billige Retourkutsche", weil als untaugliches Mittel erkannt, in der Kommunikation unter Erwachsenen auch nur noch selten, in der Kommunikation der Eliten aber schon gar nicht mehr.

Irrtum!

Die billige Retourkutsche ist wieder da. Sie wird nur nicht als solche wahrgenommen, weil wir so etwas schon gar nicht mehr für möglich halten.

Betrachten wir einfach nur dieses "Du bist doof!", was irgendwann im Umfeld von PEGIDA mit dem Schlagwort "Lügenpresse" an die meinungsbeherrschenden Qualitätsmedien adressiert wurde.

Wir erkennen, es handelt sich um ein typisch deutsches Wort. Das lässt Rückschlüsse auf seine Urheber zu. Bildungsfern einerseits, rassistisch andererseits, rechts sowieso und das alles zusammen reimt sich auf Nazi!

Da wäre die billige Retourkutsche also ein sattes "Selber Lügner!", was allerdings wieder die reine deutsche Sprache wäre und damit die notwendige Distanzierung zwischen deutschem Lügner und deutschem Lügner sehr erschweren würde. Ein unbedarfter ausländischer Beobachter, nun gut, Entschuldigung!, den gibt es ja nicht mehr. Ich fang nochmal an: Ein unbedarfter Mensch, der noch nicht hier wohnt, könnte zu dem Schluss kommen, es hätten wahrscheinlich beide Recht, zumal sie sich in ihren Äußerungen kaum unterscheiden.

Also haben die meinungsbeherrschenden Qualitätsmedien sich einen Farb- und Stilberater kommen lassen, der den notwendigen Kontrast herstellen sollte. Der kam zunächst einmal auf den naheliegenden Gedanken, dass schon eine klare sprachliche Unterscheidung getroffen werden müsste. Wer auf deutsch kritisiert, auf dessen sprachliches Niveau sollte man sich nicht herunterziehen lassen. Elite spricht, auch wenn es manchem EU-Kommissar schwerfällt, die Sprache der Weltmacht, und die ist nun einmal das Englische.

Sodann, so der Farb- und Stilberater, würde es zwar kaum auffallen, würde man für den Gegenschlag einfach die wörtliche Übersetzung wählen, doch das sei eben nicht so geschmeidig auszusprechen und könnte bei Halbgebildeten, welche ja die eigentliche Zielgruppe seien, unter Umständen den Eindruck hervorrufen, es handle sich um das neueste Wort des Jahres der Jugendsprache und bezeichne eine weibliche Bibliotheksangestellte.

Nein, "Lie", das geht nicht - und "Lie Press" schon gar nicht.

Nein, da müsse man schon richtig mit Schmutz werfen, auf die gleiche Zielgruppe. Was hätten wir denn da? "Fake!" Die Zielgruppe der Halbgebildeten, wird "fake" als einen englischen Ausdruck für "Fäkalien" interpretieren und mit "Scheiße" assoziieren. Das haben wir aber gar nicht gesagt. Wir sprechen ja nur von Täuschung, von Schwindel oder Betrug und begeben uns eben nicht auf dieses fäkalsprachliche Niveau!

Und - ich bitte Sie! Eine Presse ist das schließlich auch nicht. Das sind Wahrheitssucher, bestenfalls. Truthfinder? Truthseeker? Truthähne?

Ach was. Die sprechen wir doch gar nicht einzeln und persönlich an. Es genügt doch, ihre Absonderungen als fake zu bezeichnen. Und damit auch deren Wahrheiten, die es ja vielleicht geben könnte, nicht als Wahrheiten erscheinen, ja noch nicht einmal als Informationen, sind Begriffe wie "article" oder "studies" natürlich unmöglich. Könnten wir da nicht einfach von "news", also von vergänglichen Neuigkeiten mit Halbwertszeiten von wenigen Stunden sprechen?

"Fake-News"

Es hat über ein Jahr gedauert, bis dieser schöne Kampfbegriff gefunden und durchgestylt war. Inzwischen wird er von den redaktionellen Stalinorgeln und eifrigen Politmundwerkern munter in alle Himmelsrichtungen verschossen, als könne es nie einen Mangel an der endlichen Ressource der menschlichen Dummheit geben.

Fällt Ihnen übrigens auch auf, dass post_fak(e)_tisch nach ähnlichem Muster gestrickt worden ist?

Keine Sorge. Da kommt noch mehr - und die Lage ist hoffnungslos, aber noch nicht ernst. Erst wenn sie wieder deutsch mit uns reden werden, damit wir wirklich verstehen, was sie meinen und wollen, dann wird's wieder mal ernst.

Brauchen Sie einen Link auf irgendwas?

"Googlen!" - "Selber googlen!"

 


12. Dezember 2016

11.11 Uhr Die SPIEGEL-Affäre und die russischen Hacker

Die Aufgeregtheit auf dem Hühnerhof ist groß. Ausländische, feindselige Hacker nehmen Einfluss auf Wahlen in freien Staaten.

Wo kommen wir denn da hin?

Es gab Zeiten, da war in diesem unserem Lande, trotz aller damaligen Begeisterung für die USA, der Begriff "Whistle-Blower" noch vollkommen ungeläufig.

Weil dieser Begriff inzwischen mit massiver medialer Unterstützung eingeführt worden ist, sind vor allem jüngere Mitbürger gefährdet, den "Whistle-Blower" für eine Erscheinung zu halten, die erst in den letzten Jahren - und das in Zusammenhang mit dem bösen Internet - aufgetreten ist. Dabei gab es schon immer Menschen, die, oft unter großer Gefahr für Leib und Leben, das bekannt machten, was von den Mächtigen und den Eliten sorgsam vor dem Volk verborgen werden sollte.

Am 10. Oktober 1962 erschien das damalige Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" mit dem Titel "Bedingt abwehrbereit" und stellte damit den desolaten Zustand der Bundeswehr vor dem Hintergrund der damaligen NATO-Strategie ins grelle Licht der Öffentlichkeit. Es kam zu Hafbefehlen und Durchsuchungsbeschlüssen - und zu einer langanhaltenden Überwachung der Spiegel-Redaktion durch den Auslandsgeheimdienst BND.

Nachdem die Sache vor Gericht ausgefochten worden war und Franz-Josef Strauß das Amt des Verteidigungsminsters verloren hatte, wurde das wütende Hochverrats-Gegacker auf dem Hühnerhof allmählich in ein Fanal der Pressefreiheit umgedeutet.

Es ist immer so. Wer sich gegen die Obrigkeit stellt, wird zunächst mit allen Mitteln des Staates angegriffen und wenn möglich mundtot gemacht. Gelingt dies nicht - und wird die Blöße der Obrigkeit sichtbar - dauert es nicht lange, bis die Obrigkeit (mit den gleichen und neuen Gesichtern) den Widerstand für sich vereinnahmt und in die Staatslegende einbaut, während gleichzeitig jeder neue Widerstand mit den gleichen Mitteln niedergehalten wird, wie eh und je.

Nun haben also "die Russen" mit den heutigen Mitteln der Technik aus der Ferne Zugang zu geheimen Geheimnissen der demokratischen Partei der USA erlangt und Wege gefunden, diese Geheimnisse über das Internet zu offenbaren.

Ob es nun die Russen waren, oder die Chinesen, oder ein Hacker, der im Trump Tower arbeitet, oder ein Holzfäller in Montana an den langen kalten dunklen Winterabenden, das weiß keiner, und wenn es schon keiner weiß, dann sollen es wenigstens die Russen gewesen sein, weil das so schön ins Bild passt - und weil die Russen selbstverständlich auch ein Interesse daran haben werden, die Bundestagswahl in Deutschland auf die gleiche schändliche Weise zu manipulieren.

Mit diesen Rufen "Haltet den Dieb!" wird allerdings primär vertuscht, dass es da einige unschöne Entdeckungen gab, die man lieber unter der Decke gehalten - und dann vielleicht doch die Wahl gewonnen hätte.

In Anlehnung an Fritzi Massary dachte sich Hillary Clinton wohl: "Warum soll eine Frau denn kein Geheimnis haben?" Vermutlich denkt Angela Merkel konsequent das Gleiche, und so ist es nur konsequent, dass wahlkampfschädliche Veröffentlichungen von Geheimnissen ganz dringend irgendjemandem in die Schuhe geschoben werden müssen, denn wer Geheimnisse verrät, der ist ein Schuft. Mit dem Finger auf einen Whistle-Blower, den Hacker, den elendiglichen zu zeigen, der zur Strecke gebracht werden muss, lässt die eigene Weste doch gleich wieder viel sauberer erscheinen. Deshalb musste damals Augstein in Untersuchungshaft. Deshalb wanderte Gustl Mollath in die Psychiatrie - und deshalb muss alles getan werden, damit Donald Trump, der Russenfreund, auf keinen Fall Präsident wird.

Für den wenig technikaffinen deutschen Michel, wie er scheinbar sogar in Hamburg im Namen des Volkes Urteile zur Linksetzung spricht, klingt das übrigens ganz anders - und die Meldungen, die verbreitet werden, "Russische Hacker manipulieren die US-Wahlen" lassen diese Deutung auch zu - nämlich so, dass die Hacker (aus Russland!) in die amerikanischen Wahlmaschinen eingedrungen sind und abgegebene Stimmen für Clinton in abgegebene Stimmen für Trump umgewandelt haben.

Dass Nachrichten aus russischen Quellen, welche so manches verwunderliche Ereignis auf dieser Welt erklärbarer machen, wie sie unter anderem von Sputnik und RT-deutsch in die Welt gesetzt werden, oft glaubhafter erscheinen als die Nachrichten aus westlichen Quellen, dass deren Parteinahme subtiler daherkommt und nicht mit den Mitteln der politischen correctness Glauben erzwingt, wo Zweifel angebracht sind, ist natürlich ebenso verwerflich.

Wer hier, im freien Westen, Nachrichten verbreitet, sollte die bitteschön doch auch der hier vorherrschenden Weltsicht anpassen, sonst muss ihm von den freien Medien des freien Westens leider vorgehalten werden, er sei schuld daran, wenn die freien Medien des freien Westens, die sich durch und durch zur Wahrheit, zur ganzen Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtet fühlen, von der Bevölkerung als Lügenpresse angesehen werden.

Sowas würde Putin in Russland niemals zulassen, also warum sollen wir es in der freien Welt zulassen, dass die Meinungsfreiheit, die unser höchstes Gut ist, durch Verbreitung der so genannten Wahrheit missbraucht wird.

 

So, das musste mal raus.

Einen Link setze ich auf nichts. Wer weiß, wahrscheinlich bauen die Mainstream-Medien gerade überall heimlich urheberrechtswidrige Inhalte auf ihren Seiten ein, um die Blogger, die sie zitieren, mit Unterlassungsklagen ihrer Anwälte überziehen zu können.

"So sieht's aus", hätte Herr Pröbstl gesagt, wenn er noch was sagen dürfte. Aber der hat ja immer schon gesagt, dass man "sowas ja schon lange nicht mehr sagen darf".

 

 

 

 


11. Dezember 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Text zum Sonntag:

10.00 Uhr

Wegweisender Richterspruch: Literaturverzeichnis rechtswidrig!

Der Verleger Manfred Lars Blauäuglein-Weitsicht, in dessen Verlag am 1. Dezember 2017 das Buch "Eine neue Geschichte der albanischen Minderheiten" erschienen ist, wurde am letzten Freitag, also wenige Tage nach dem Erscheinen, vom Landverweisgericht in Hamburg zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt.

Der vorsitzende Richter, Dr. Adelgund Engstirn führte in der Urteilsbegründung zunächst an, dass es der Angeklagte vorsätzlich versäumt habe, in eben diesem Buch den vom Autor dort eingefügten Anhang mit dem Titel "Literatur- und Quellenverzeichnis" daraufhin zu untersuchen, ob die dort genannten, insgesamt 468 Quellen eventuell auf rechtswidrige Inhalte verweisen.

Der Verweis der Verteidigung darauf, dass selbst von Mönchen in Klöstern vor Jahrhunderten kopierte Bücher Quellenverzeichnisse enthalten hätten, dass es sich also um ein von Laien und Wissenschaft seit jeher geschätztes Vorgehen handele, insbesondere in wissenschaftlichen Bücher einen exakten Quellennachweis zu führen, wurde zurückgewiesen, da die Rechtswidrigkeit ja nicht darin bestünde, Quellen zu nennen, sondern darin, Quellen nicht auf mögliche rechtswidrige Inhalte zu überprüfen, wobei zu betonen sei, dass eben auch ein Verweis auf ein Buch, dessen Inhalt ansonsten nicht zu beanstanden sei, welches aber wiederum im Literaturverzeichnis einen Hinweis auf ein Buch mit rechtswidrigen Inhalte beinhalte, eine strafbare Rechtswidrigkeit darstelle.

Im Übrigen könne der Angeklagte sich nicht darauf berufen, dass das von ihm herausgebrachte Buch überhaupt das erste Druckerzeugnis sei, dem auf diese Weise Rechtswidrigkeit vorgehalten werde. Es hätte ihm klar sein müssen, dass es nur eine Frage der Zeit sein könne, bis die Rechtssprechung sich auch den Literaturverzeichnissen zuwende. Lediglich wegen der Überlastung der Gerichtsbarkeit durch die Wegweiser-Prozesse im zu Ende gehenden Jahr, habe der Fall erst jetzt aufgegriffen und seiner rechtlichen Beurteilung zugeführt werden können.

Unsere Leser erinnern sich an den ersten April dieses Jahres, als in der kleinen kreisfreien Stadt Verkohlungen vor dem dortigen Amtsgericht der Leiter des Bauhofes angeklagt war, einen Wegweiser aufgestellt zu haben, der den Weg zur Autobahn nach Berlin wies. Damals lautete die Urteilsbegründung, der Angeklagte hätte sich die Erkenntnis verschaffen können, dass in Berlin wiederum ein Wegweiser nach Hof zu finden sei, von wo aus ein Wegweiser Richtung Wunsiedel weise, wobei von Wunsiedel bekannt, ja offenkundig sei, dass dort in der Vergangenheit alljährlich zu einem hier aus Gründen der Rechtswidrigkeit nicht nennbaren Jahrestag immer wieder Wegweisungen zu nicht nennbaren, rechtswidrigen Stätten stattgefunden hätten und nicht ausgeschlossen werden könne, dass dies auch, trotz Rechtswidrigkeit, erneut geschehen könne.

Dem Leiter des Bauhofes wurde folglich auferlegt, vor Verbüßung seiner mehrjährigen Haftstrafe auf eigene Kosten den Wegweiser zur Autobahn nach Berlin binnen dreier Werktage zu entfernen und für alle Zeiten unauffindbar zu entsorgen.

Wir erinnern uns nur zu gerne daran, wie daraufhin allerorten die Wegweiser aus dem Straßenbild verschwanden, weil eine Klage- und Abmahnwelle über Bürgermeister, Bauamtsleiter und Autobahnmeistereien hereinbrach und sich bald niemand mehr in die Gefahr begeben wollte, durch fahrlässige Wegweisung den Zugang zu rechtswidrigen Stätten zu ermöglichen. Das Verschwinden der Wegweiser fiel ja auch gar nicht auf. Erst als die Navigations-Systeme vorsichtshalber abgeschaltet wurden, weil deren Betreiber dies in einer Krisensitzung, kurz nach dem Wegweiser-Urteil von Verkohlungen, einstimmig so beschlossen hatten, gab es für wenige Wochen Irritationen. Doch bald kam die europäische Bevölkerung zu dem Schluss, dass es sowieso besser sei, sich nur in bekannten Gebieten, rings um den eigenen Kirchturm aufzuhalten, als blind in die Irre zu gehen. Das war dann auch der Beginn der von einer konservativen Bürgerbewegung initiieren, großen, europaweiten Landkarten-Verbrennungen, deren Rauch für fast einen Monat die Sonne verfinsterte.

"Das "Nicht-in-die Irre-geleitet-werden-Können" auf Wegen und Straßen", so der vorsitzende Richter, sei schließlich mit dem Wegweiser-Urteil von Verkohlungen zum höchsten Prinzip der Inneren Sicherheit und der Stabilität der Regierung aufgestiegen. "Sie", wandter er sich an den Angeklagten, "haben das selbst in einer Schmähkritik in einem Aufsatz eines Periodikums, das hier aus rechtlichen Gründen öffentlich nicht näher bezeichnet werden darf, zum Ausdruck gebracht, weshalb Ihnen nicht grobe Fahrlässigkeit sondern Vorsatz im besonders schweren Fall nachgewiesen ist."

So schnell, liebe Leser, vergeht die Zeit. Kaum einer erinnert sich noch an das Internet. Doch ist es gerade eben ein Jahr her, dass mit dem damaligen Urteil des Landgerichts Hamburg die Maschen dessen, was einst ein Netz genannt wurde, in lauter kleine Schnipsel zerschnitten, ja geradezu zerhäckselte wurde. Die damit haltlos gewordenen Bruchstücke sanken daraufhin jedes für sich und ohne Verbindung untereinander in den Schlick des Hafenbeckens, wo sie im Zuge der Elbvertiefung dann definitiv weggebaggert und zur Erhöhung der Deiche im Alten Land als Baumaterial verwendet wurden.

Es bleibt noch nachzutragen, dass die Prozesse gegen den mitangeklagten Geschäftsführer der Druckerei, der durch seine Tätigkeit für die Vervielfältigung und allgemeine öffentliche Zugänglichkeit des Werkes und des im Anhang angeführten Verweises auf ein Werk mit rechtswidrigem Inhalt, dessen Titel aus verständlichen Gründen hier nicht genannt werden kann, sowie die Verfahren gegen 6342 Buchhändler, die Verantwortlichen der Frankfurter Buchmesse und die Mitarbeiter der Werbeagentur, die in unscheinbaren Kleinanzeigen auf den Titel aufmerksam machte, vom Hauptverfahren abgetrennt wurden. Dieses Verfahren, das eine spektakuläre Masseninhaftierung zu Folge haben wird, kann erst aufgenommen werden, wenn die Rückstände im Ausbau der Kapazitäten der Haftanstalten aufgeholt sein werden.

Wolfgangs Bild vom Sonntag



10. Dezember 2016

09.30 Uhr Was tut Draghi da eigentlich?


Der Ankauf von Staats- und Unternehmensanleihen soll also weitergehen. Die vorläufige Zielmarke steht jetzt bei 2,28 Billionen Euro.

(2.280.000.000.000 €)

Davon könnte man zum Beispiel 4,5 Millionen Eigenheime für je eine halbe Million Euro bauen, oder 9.000 Boeing 747 Verkehrsflugzeuge kaufen, oder 2.500 Elbphilharmonien hinstellen, oder 350 Hauptstadtflughäfen. Man könnte die Summe auch auf alle 500 Millionen EU-Bürger verteilen, und jeder bekäme rund 4.500 Euro Euro zur freien Verfügung aufs Konto.

Das alles geschieht jedoch mit diesem Geld nicht. Auch nichts Vergleichbares.

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9. Dezember 2016
8. Dezember 2016

17.00 Uhr Gedanken zum Jahreswechsel

Der letzte Paukenschlag des Jahres trägt seit langer Zeit den Titel "Gedanken zum Jahreswechsel" - der Inhalt bleibt dem Untertitel vorbehalten. Der Untertitel lautet in diesem Jahr: "Warum die Demiurgen die Macht behalten."

Das klingt vielleicht für den einen oder anderen nach Religionskritik, hat damit aber nichts zu tun, es geht um die Unvollkommenheit des Systems, der Gesellschaft, der Menschen, ihre Faszination für das Materielle und ihren aus der eigenen Unvollkommenheit erwachsenden Kontrollzwang.

Es geht aber auch darum, wenigstens ein kleines Lichtlein leuchten zu lassen, was jedem möglich ist, der noch nicht im Tanz um das goldene Kalb in Trance gefallen ist.

Die Gedanken zum Jahreswechsel sind der letzte Paukenschlag in diesem Jahr, weil ich absehen kann, dass meine Zeit für einen weiteren in 2016 nicht mehr ausreichen wird.

Den einen oder anderen Tageskommentar wird es allerdings noch geben.

 


7. Dezember 2016

14.00 Uhr EWK-Zur Lage 18 (Dezember 2016) ist erschienen.

Im Abstand von zwei Monaten gehe ich mit mir selbst in Klausur, lasse die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit Revue passieren und versuche die aktuellen Trends auf ihre wahre Zielsetzung hin zu hinterfragen. Was dabei herauskommt ist eine Lage-Einschätzung, mit der ich nun seit drei Jahren in den vorangegangenen 17 Ausgaben in fast allen Punkten Vorhersagen getroffen habe, die durch die Realität bestätigt wurden.

EWK-Zur Lage ist mehr als ein Tageskommentar oder ein Paukenschlag zu einem speziellen Thema, sondern eine (durchaus von Nr. 1 bis 18) aufeinander aufbauende Gesamtschau der Entwicklungen in globaler, europäischer und auf Deutschland bezogener Betrachtung.

Diesmal nimmt die Bedrohung der Demokratie in den so genannten "demokratischen Staaten" einen breiten Raum ein. Daneben beleuchte ich die fünf derzeit wichtigsten Probleme der EU, und setze einige Ausrufezeichen hinter Entwicklungen in Frankreich, Polen, Portugal, der Slowakei, Ungarn und dem Vatikan - wobei ich im Vatikan auf eine hochinteressante Spur gestoßen bin, zu einem Vorgang, der von den deutschsprachigen Medien trotz seiner immensen Bedeutung vollständig ignoriert wurde.

Zu Deutschland gibt es, außer dass sich demnächst der Vorhang zu "Merkels Vierter" heben wird, kaum Gleichrangiges zu sagen. Das Wachstum ist ungebrochen, sogar die Zahl der Obdachlosen ist seit 2010 um satte 35 Prozent gestiegen. Da ist mir dann nur noch übrig geblieben, eine kleine Vorschau auf die Reden von Gauck und Merkel zur Weihnacht und zum Jahreswechsel zu versuchen.

Das Dossier "EWK-Zur Lage 18" gebe ich, solange es aktuell ist, gegen 11,90 Euro (davon 10 für mich +1,90 MwSt. für H. Schäuble) an jedermann zum Download (pdf) frei. Auch die älteren Ausgaben stehen zu reduzierten Preisen noch zur Verfügung.

Hier finden Sie den Bestellzettel.

Förder-Abonnenten (was ist das denn?) können sich diese Mühe sparen, denn sie erhalten EWK Zur Lage unmittelbar bei Erscheinen direkt als E-Mail-Anhang zugesandt.

Noch was Wichtiges:

Soeben hat sich der Bestand des Bücher-Spenden-Fonds beim EWK-Verlag ganz erheblich erhöht. Andreas S. hat eine Rechnung für bestellte Bücher um 137,30 Euro überzahlt und diesen Betrag diesem Fonds zugedacht. Damit stehen dort jetzt insgesamt 373,70 Euro zur Verfügung.

Was ist das, der Bücherspenden-Fonds? Nun, es ist eine Kasse, aus der Bücher für diejenigen bezahlt werden, die sich aufgrund ihrer wirtschaftlichen Lage ein Buch nicht leisten können. So können sogar Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen.

Wie das geht, finden Sie hier.


6. Dezember 2016
5. Dezember 2016

09.00 Uhr Europäischer Schicksalssonntag überstanden

Es war, als stünde die Entschärfung eines Blindgängers an, als die Österreicher zur Wahl und die Italiener zur Volksabstimmung schritten. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt und jegliche noch vorhandene Restvernunft aus der EU evakuiert. Bloß nicht zulassen, dass irgendjemand daherkommt, und anfängt die Demokratie zu erklären! Bloß nicht zulassen, dass sich die Erkenntnis ausbreitet, dass ein Volk in Wahlen oder Abstimmungen durchaus auch das Recht habe, nicht nur Figuren auszutauschen, sondern auch die Richtung zu wechseln.

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4. Dezember 2016

Julies Bild vom Sonntag

 

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


3. Dezember 2016

19.30 Uhr Die CDU kennt (bei dreisten Sprüchen) keine Obergrenze

Armin Laschet, nicht gerade der kleine Ortsvereinsvorsitzende der CDU, sondern ein Vize-Parteichef, findet die Debatte um eine "Obergrenze" doch inzwischen sehr theoretisch. Darauf komme ich gleich noch.

Außerdem - und das ist die Dreistigkeit - meint er, es fehle der "Obergrenze" an der Rechtsgrundlage, mit den Worten: "Ein Grundrecht kennt keine Obergrenze."

Vielleicht sollte Herr Laschet einfach einmal einen Blick in das Grundgesetz werfen, wo die Grundrechte beschrieben sind. Er sollte sich ansehen, wie viele Grundrechte inzwischen ihre Obergrenzen erhalten haben. Das Post- und Fernmeldegeheimnis zum Beispiel. Da sitzt die Obergrenze so tief, dass das ehedem gemeinte Recht schon längst nicht mehr zu erkennen ist.

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2. Dezember 2016

14.30 Uhr Schon wieder ein Adventswochenende vor der Tür

Ein bisschen Vorfreude auf Weihnachten tut gut. Einfach abschalten von all den nicht mehr überschaubaren Verrücktheiten dieser Welt und sich in den warmen Schein der Kerzen versinken lassen. Vielleicht finden Sie ja die Zeit.

Das beruhigende Bild mit drei brennenden Adventskerzen stelle ich Ihnen dazu gerne zur Verfügung. Dass ich per Bildbearbeitung ein Buchumschläge dazu gefügt habe, stört den Gesamteindruck im Grunde gar nicht, gibt Ihnen aber die Gelegenheit - und das ist ein Wink mit dem Zaunpfahl - sich selbst, einem lieben Menschen, und natürlich auch mir, mit wenigen Mausklicks eine Freude zu machen.

Entrollen Sie nun das Bild mit einem Klick zu seiner vollen Größe und Schönheit!


1. Dezember 2016

15.00 Uhr Die letzte große Illusion

Im Kampf gegen das Bargeld hat Indien dem Rest der kapitalistischen Welt soeben eine Steilvorlage geliefert. Von heute auf morgen waren nicht etwa die Bankguthaben pauschal um eine Sondersteuer geschrumpft worden, wie das die Bargeldbefürworter immer wieder als Drohkulisse an die Wand malen, es waren auch nicht über Nacht die Hälfte aller indischen Banken durch den großen Finanzcrash zahlungsunfähig geworden, sondern (und das war der Clou!): Das ach so sichere Bargeld war plötzlich nicht nur nichts mehr wert, sondern ungültig.

Ungültig. Falschgeld. Altpapier.

Die Salden auf den Girokonten blieben hingegen unangetastet. Welch ein Argument für das virtuelle Geld!

Was kommt noch auf uns zu? Lesen Sie hier weiter:



30. November 2016

11.00 Uhr Es ist ja nur Angst, was die Rechten stark macht.

Ich nenne es eine hinterhältige Formulierung, was SPIEGEL online da über eine Studie der üblicherweise verdächtigen Bertelsmannstiftung zusammenschreibt, die ebenfalls bei ihrer Suche in 28 Ländern nur die "Angst" gefunden hat, und das vor allem auf dem flachen Land und bei den weniger Gebildeten, was zudem impliziert, dass es die Dummen sind, die aus ihrer unbegründeten Angst von den Fahnen gehen.

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29. November 2016

15.00 Uhr Russische Cyberangriffe zur Bundestagswahl

Wenn einer der engen Vertrauten von Wolfgang Schäuble, nämlich der Oberstleutnant der Reserve, Bruno Kahl, nicht am 1. Juli Präsident des Bundesnachrichtendienstes geworden wäre, wofür er sich vermutlich während seiner Zeit als Ministerialdirektor im Finanzministerium (zuständig für Privatisierungen, Beteiligungen und Bundesimmobilien) die erforderliche Qualifikation erworben hat, dann hätte es uns vermutlich sein Vorgänger, Gerhard Schindler sagen müssen. Doch Schindler sagte häufig Dinge nicht, und wenn er welche sagte, dann wiederum hin und wieder auch solche, die so nicht im Interesse der Regierung lagen, ...

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28. November 2016

14.00 Uhr Bundesministerium für Verschärfung

Justiz war früher. Jetzt ist Maas.

Der sozialdemokratische Gesetzesverschärfungsautomat, der zu jedem Problem ein zu verschärfendes Gesetz kennt, der sich selbst aber für Maßnahmen einsetzt, die außerhalb des gesetzlichen und verfassungsmäßigen Rahmens liegen, wie zum Beispiel die Schnüffelei in den Sozialen Netzwerken und die Einflussnahme auf die Betreiber, missliebige Texte zu löschen, um "den unmündigen Bürger" vor dem Einfluss finsterer Mächte zu schützen.

Nun hat er eine Verschärfung des Waffenrechts im Sinn, dahingehend, dass es Waffenscheine nur noch nach vorheriger Anfrage beim Verfassungsschutz geben soll, weil einer der - inzwischen wie die Pilze aus dem medialen Dung sprießenden - Reichsbürger einen Polizisten beim Versuch, die Waffen des Reichsbürgers einzuziehen, erschossen hat.

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27. November 2016

 

Julies Bild vom Sonntag

 

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


26. November 2016
25. November 2016

11.00 Uhr Zwei Leseproben

 

 

Manfred Gotthalmseder hat aus seinem Buch "Postkapitalismus.org" größere Abschnitte ausgewählt, die es ermöglichen, sich schon vor der Bestellung des Buches einen Einblick in seine Vorstellungen zu verschaffen.

Das PDF können Sie hier kostenlos abrufen.

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Wolfgang Schulz hat bei seiner letzten Lesung in Pforzheim die menschlich-sozialen Aspekte seines großen Romans in den Vordergrund gestellt, was von Renate Thon (ehemalige Stadträtin der grünen Liste) mit "Macht nichts, man kann das Buch ja kaufen", quittiert wurde.

Daher hier eine Leseprobe aus "Die Entdeckung des Friedens", die eher die politische Seite anspricht.

Auch das als PDF, das Sie hier kostenlos abrufen können.

 

 

 


24. November 2016

15.30 Uhr Die gute alte Abo-Falle - nun auf WhatsApp erfolgreich

Der jüngste große Fall spielt sich auf WhatsApp ab, wo angebliche Flüge von Emirates verlost werden, und wer mitmacht, der hat schon wieder ein Abo für irgendwas abgeschlossen.

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09.15 Uhr Eine Rosskur für die SPD

Die SPD hat ein ernst zu nehmendes Problem. Sie kommt bei den Wählern nicht mehr an und findet offenbar keinen Weg, um den gegen sie laufenden Trend zu beeinflussen.

Selbst bei der Generaldebatte um den Haushalt des Bundeskanzleramtes trat sie nicht mit eigenem Profil in Erscheinung. Sahra Wagenknecht anzupöbeln, ist billig, reicht aber nicht aus, um der SPD wieder ein unverkennbares Gesicht zu geben.

Gäbe es jemanden, der den Mut hätte und die Gelegenheit, die SPD wieder zu alter Stärke zurückzuführen, er müsste ihr eine Rosskur verordnen.


23. November 2016
 
Neuerscheinung


 
Manfred Gotthalmseder ist in Kreisen der Geldreformer kein Unbekannter.

Seine Schrift "Postkapitalismus.org" ist ein Wegweiser zur Überwindungen der Fehlentwicklungen unserer Wirtschaftsordnung.

Mit seiner Idee von einem gleichberechtigten, gesetzlichen Zahlungsmittel neben dem Schuldgeld-Euro, gelingt es ihm, die Zahlungsmittelfunktion von der Wertaufbewahrungsfunktion des Geldes so zu trennen, dass beide Funktionen für sich optimiert werden, während die wechselseitig auftretenden, negativen Einflüsse eliminiert werden.

Weitere Informationen zu unserer Neuerscheinung, samt einem aussagekräftigen Textauszug finden Sie hier: Postkapitalismus.org




Ein informatives Büchlein zum kleinstmöglichen Preis: 7,95 € incl. MwSt.
 
 
 
 
 

22. November 2016

15.00 Uhr Gestern in Ulm

Einen Steinwurf vom Münster entfernt, in der Kulturbuchhandlung Jastram, in Ulm, hat Heide S. Nyaga gestern aus ihrem Buch "Wann denn, wenn nicht jetzt?" gelesen.

Auch für mich war es das erste persönliche Kennenlernen mit "meiner" Autorin, nach einer rund einjährigen Zusammenarbeit, vom ersten Kontakt bis zum fertigen Buch.

 

 

 

 

Schon vor der Lesung saßen wir, das heißt Sunya ("Sunya steht für das "S" im Namen der Autorin), ihr Mann Josef, meine Frau Julie und ich ein Stündchen in einem Restaurant zusammen und hätten fast die Zeit zum Aufbruch vergessen.

Die Plätze in der Buchhandlung Jastram waren allesamt besetzt, als Sunya begann, sich und ihr Buch vorzustellen, und erst als der Chef der Buchhandlung auf die Uhr blickte und erklärte, dass statt der geplanten einen Stunde schon zwei vergangen seien, gab es eine kleine Pause - und danach noch gut eine halbe Stunde Fragen und Diskussion. Dabei spielte das Leben in Kenia, das sich von dem, was wir hier in Mitteleuropa gewohnt sind, doch sehr unterscheidet, die wesentliche Rolle.

Alles in allem ein gelungener Abend, in desssen Verlauf nicht nur einige autobiografische Teile des Buches offenbart wurden, sondern bei dem auch die Botschaft, die im Titel ihres Buches steckt, dass "Handeln" nämlich zumeist besser ist als "Abwarten", aus vielerlei Perspektiven beleuchtet wurde.

Morgen Abend liest Heide - Sunya - Nyaga in Augsburg, am Donnerstag in Kaufbeuren und am 2. Dezember dann noch in ihrer Heimatstadt Mittersill, in Österreich, bevor es zurück nach Kenia geht. Wann und wo genau? Hier klicken.

 

Um Nyagas Buch kennenzulernen, braucht glücklicherweise niemand den Weg nach Bayern oder Österreich anzutreten.

Sie können es bei mir, im EWK-Verlag bestellen.

 

(... und, ... psst! Das ist ein Buch, das sehr gut auch als Weihnachtsgeschenk für einen lieben Menschen geeignet ist.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Übrigens: Heute, am 21. November, bin ich in Ulm in der Buchhandlung Jastram, wo Heide S. Nyaga ab 19.00 Uhr aus "Wann denn, wenn nicht jetzt?" lesen wird. Nur einen Steinwurf vom Ulmer Münster entfernt. 2011 habe ich vorsorgliche vom Turm des Münsters aus die Buchhandlung Jastram fotografiert, damit Sie sich besser orientieren können ;-))
21. November 2016

08.00 Uhr Das Gute daran ist, dass wir sie schon kennen.

Sonst fällt mir zu Merkels Entscheidung, noch einmal antreten zu wollen, nichts wirklich Bemerkenswertes ein. Gut, es muss heute daran erinnert werden, dass sie noch nicht zum vierten Mal vom Bundestag gewählt worden ist, sondern noch fast ein ganzes Jahr lang darauf wird warten müssen.

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20. November 2016

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


19. November 2016

17.00 Uhr Opi, Opi, liest Du mir noch eine Geschichte vor?

Als es noch kein Fernsehen gab und keine Videospiele und Kinder abends ins Bett gebracht wurden, lange bevor die Erwachsenen auch Schlafen gingen, war diese unwiderstehliche Bitte oft zu hören. Statt Opi, konnte es natürlich auch Mami, oder Papa oder Omi heißen, doch die Sehnsucht, von einem vertrauten Menschen auf dem Weg in ein Fantasieland begleitet zu werden und dort seine Abenteuer zu erleben, ein bisschen Angst zu haben, vor Gespenstern, laut zu lachen, über den Narren, stolz zu sein, ein Ungeheuer besiegt zu haben, die war bei allen Kindern immer groß.

Nostalgie? Alles vorbei?

Die "Stiftung Lesen" hat gerade in diesen Tagen das Ergebnis einer Umfrage veröffentlicht, das ganz klar aussagt:

Fast alle Kinder lieben es, wenn man ihnen vorliest.

Und, was für mich persönlich die noch viel wichtigere Aussage ist:

Am Vorlesen schätzen die Kinder übrigens besonders,
dass sie dabei die volle Aufmerksamkeit der Eltern bekommen.

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(enthält Buchwerbung)


18. November 2016

08.00 Uhr Angela im Gänseblümchenmodus

Ich möcht ja - von Herzen - mit Schmerzen - ein wenig - gar nicht - ich möcht ja - von Herzen - mit Schmerzen ...

Wird Angela Merkel zur vierten Amtszeit noch einmal antreten? Herr Röttgen hat ja die Tage einen Versuchsballon steigen lassen (dürfen, müssen, sollen?), und war sich ganz sicher...

Die Aufmerksamkeit, die dieser Ansage zuteil wurde, war jedoch so gering, dass sich daran kein Licht der Erkenntnis entzünden konnte.

"Was heißzt dasz jetst?", mag sich Angela mit nervösem Lispeln gefragt haben. "Ist keine Aufregung ein Zeichen von Zustimmung, von Resignation oder ...

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17. November 2016

09.15 Uhr Nichts als Neid -Gedanken zur Vermögenssteuer

Im Jahre 2002 wurde die Wiederinkraftsetzung Vermögenssteuer zuletzt öffentlich diskutiert. Statt Vermögen zu besteuern, wurde damals allerdings die Agenda 2010 in die Welt gesetzt, die Hartz-Gesetze wurden erfunden und bald darauf die Mehrwertsteuer von 16% auf 19% erhöht.

Wer aus der Geschichte lernt, könnte daher leicht zu der Überzeugung kommen, dass eine Diskussion um die Vermögenssteuer ungeahnte und unerwünschte Folgen haben wird.

Dass heute die Grünen wagen, die Besteuerung von Vermögen wieder auf die Agenda und in ihr Bundestagswahlprogramm zu schreiben, ist durchaus bemerkenswert!

Das ändert nichts daran, dass die Grünen - aus vielen anderen Gründen - für mich heute nicht mehr wählbar sind. Doch richtig ist eben auch: Als Trendsetter haben die Grünen durchaus viel erreicht.

Daher meine ich, das Thema Vermögenssteuer sollte durchaus - und gerade weil es die Grünen für sich entdeckt haben - wieder groß in die Diskussion gehoben werden.

Wer schon seit 14 Jahren bei mir mitliest, wird sich vielleicht dunkel daran erinnern, den Text des heutigen Paukenschlages schon einmal gelesen zu haben. Er stammt tatsächlich vom 22. Oktober 2002 - und ist, weil die Reichen seither so viel reicher und die Armen so viel mehr geworden sind, aktuell wie nie zuvor.


16. November 2016

08.00 Uhr Frank Walter Steinmeier

"Not my President!", so schreien Hillary-Clinton-Fans nimmermüde in die Straßenschluchten der amerikanischen Großstädte. Ein undemokratisches Gebaren, so wird das - zu Recht - unter anderem von Hubert von Brunn auf AnderweltOnline eingeordnet.

Ein undiplomatisches Gebaren ist es, wenn ausländische Politiker in diese Rufe einstimmen, und ein geradezu unerträgliches Gebaren, wenn sich unter diesen "Schockierten" auch noch der deutsche Außenminister findet, den der Ausgang der Wahl derart aller Umgangsformen entkleidete, dass er sich noch nicht einmal aufraffen konnte, Donald Trump wenigstens formell zum Wahlsieg zu gratulieren.

Nun wurde er von kleiner Runde nach großem Streit hinter fest verschlossenen Türen als "Präsident-elect" ausgerufen, und das Volk steht still und schweiget, ...

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15. November 2016

08.00 Uhr Gedanken eines einfachen Menschen

Wenn hier an der Schranke mal ein Auto durchbraust, ich sage extra wenn,
weil die Autos, die kommen, hier nicht durchbrausen,
dann muss es das Auto von selbigem Chief sein, der ansonsten den ganzen Tag lang den Schrankenwärter an eben diesen Schranken postiert, um zu verhindern, dass Autos durchbrausen.

Wenn das geschieht, dass also ein Auto durchbraust, geschieht es außerdem nie um die Zeit, zu der alles im Dunkeln liegt. Weil der Chief der Meinung ist, nachts hätte sowieso keiner hier durchzukommen. Jeder braucht schließlich seinen Schlaf, er selbst inklusive, und nach dem Chief hat sich ein jeder zu richten, auch der Baumstamm, der aber dadurch, dass er quer über die Straße verläuft, außerdem eine Schranke ist.

Auch der Schrankenwärter, dessen Aufgabe es nicht ist, die Nacht zum Feiertag zu machen, indem er die Schranke offen lässt. Seine letzte Arbeit täglich besteht darin, die Schranke ein letztes Mal geflissentlich zu öffnen, wenn der Chief nach seiner allabendlichen Dorfrunde im Jeep heranbraust. Öffnen soll er sie, sobald er in Sichtweite ist, während er in rasender Geschwindigkeit passiert, grüßen, sich den Staub von den Kleidern klopfen und dann natürlich die Schranke wieder herunter lassen, wo sie bis zum nächsten Morgen bleibt. Das ist der Job.

Einfache Menschen machen sich grundsolide Gedanken und der Schrankenwart war ein solcher. Warum, so fragte er sich, brauchen wir diese Schranke?

Die nächste Grenze ist 2.000 Kilometer entfernt. Die Straße durch den Busch verläuft hier ziemlich gerade, ein Autofahrer, der zum ersten Mal diese Route benutzt, freut sich geradezu, nach ewigen Kilometern kurviger Waschbrettpiste auf ein wenig Erholung und drückt euphorisch das Gaspedal durch. Wenn er die Schranke nicht rechtzeitig sieht…?

Wie viele Tote hatten wir eigentlich schon an dieser Schranke, dachte der einfache Mann nach. Einfach heißt auch statistisch. Sieben? Nein, zwölf waren es allein schon im letzten Jahr! Nachts war es besonders gefährlich und deswegen oft kein erfreulicher Anblick, wenn er morgens als erster hier her kam.

Freilich sah er im Zuge seines Nachdenkens schnell ein, dass diese Schranke auch Leben erhielt, das schon, seines eingeschlossen, das seiner drei Frauen, seiner zwölf Kinder. Die würden ohne Schranke hungrig aus der Wäsche, wenn überhaupt Wäsche, herausschauen.

Aber warum musste diese Schranke auch noch für den Chief aufkommen, für seine acht Frauen, dreiundzwanzig Kinder, dazu gerechnet weitere Verwandtschaft? Vierundneunzig Kühe hatte der Chief außerdem, vierzig Ziegen, den Jeep, ein Steinhaus, einen eigenen Brunnen und wer weiß was noch alles, was er, der Schrankenwärter nicht hatte.

Erst dachte er nach, wer hier der Benachteiligte, dann darüber, wer hier der Unersetzliche war. Unersetzlich, zu dem Schluss kam er im Verlauf zweier Jahre des Nachdenkens in brütender Hitze auf seinem Schemel neben der Schranke, war die Schranke und logischerweise er selbst, der er diese Schranke bediente.

Er hatte es sorgfältig überdacht. Er war zwar nicht zur Schule gegangen, hatte aber das Subtrahieren vom Leben gelernt. Fielen die drei jüngsten Kinder von sechs noch aus, so blieben die drei unersetzlichen übrig, weil diese die Ziegen hüten und die Shamba bestellen konnten. Wer arbeitet, ist unersetzlich.

Seine Frauen waren also auch ganz unersetzlich. Heiliges Matatu! Ausgerechnet der Reichste von allen, der Chief, ist ersetzlich!

Er schaut auf seine Hand, wie sie reflexartig einen Stock von der Erde aufnimmt.

Einen Stock? "Nicht jetzt!", denkt er erschrocken. Wer soll dann die Schranke bedienen. Er hört schon den Chief heranbrausen. Ein einziges aufjaulendes Gasgeben, ein sich an sich selbst, dem Jeep und dem Umstand berauschender Hurrikan, dass die Schranke für ihn und nur für ihn immer offen steht. Es hat ihn wirklich noch nie ein derartiges Grausen überkommen, wenn er den Chief heranbrausen hörte. Gleich wird er da sein.

Er fängt an zu zittern, eine Art Lähmung erfasst seinen rechten Arm. Er starrt ihn entsetzt an. "Ob ich den Willen aufbringe, die Schranke rechtzeitig zu öffnen? Es ist nicht zu schaffen", denkt er.

"Schade eigentlich, der Chief ist nicht schlecht. Überflüssig, das ist er. Schlecht nicht."
Ein Quietschen, ein ohrenbetäubendes Krachen, eine sich langsam legende Staubwolke. Totenstille, bis auf das Rascheln der Schwarzen Mamba, die der Schrankenwärter für einen Stock hielt, wie sie sich gemächlich durchs Gebüsch davon macht.

Das ist der Anfang einer afrikanischen Geschichte aus dem soebenen erschienen Buch "Wann denn, wenn nicht jetzt?" von Heide S. Nyaga.

Heute Abend, 18.00 Uhr, ist Buchpremiere im Restaurant Seerose in der Körtestraße 38 in Berlin.

Aber das habe ich ja schon gestern geschrieben. Lesen Sie einfach unten einfach weiter.



14. November 2016

08.00 Uhr Heide S. Nyaga liest morgen Abend in Berlin

Das Restaurant Seerose in der Körtestraße 38, bekannt durch seine vegetarische Küche, richtet am Dienstag, 15. November, 18.00 Uhr den ersten Leseabend in Zuge von Nyagas kleiner "EuropaTournee" aus.

Weitere Lesungen finden in den nächsten Tagen in Ulm, Augsburg, Kaufbeuren und Mittersill statt.

Frau Nyaga, im Salzburger Land geboren, hat früh damit begonnen, anderen zu helfen und dabei gelernt, dass das gar nicht immer so einfach ist. Sie erinnert sich gut an diese Begebenheit aus früher Kindheit:

Mit zwei Jahren, nachdem meine Mutter mir erklärt hatte, dass er aus der Wüste käme und Wärme bräuchte, legte ich einen Kaktusableger auf die heiße Herdplatte, um ihm beim Wachsen zu helfen.

Überhaupt war mein Drang, mich helfend zu verwirklichen, von je her ausgeprägt, wobei ich - das Gute wirklich wollend - noch nicht einsah, dass sich "das Gute" für Helfer und Bedürftige so unterschiedlich ausnehmen konnte, wie Tag und Nacht.

Die letzten Jahre hat sie damit verbracht, gemeinsam mit ihrem Mann in Kenia ein Wasserprojekt zu verwirklichen, das tausenden Menschen das Überleben sichert und erleichtert.

Nehmen Sie die Gelegenheit wahr, dieser außergewöhnlichen Frau zu begegnen.

 

"Wann denn, wenn nicht jetzt?"

Zum lesbaren Vergrößern einfach das Plakat
anklicken.

 

Weitere Informationen zum Buch finden Sie hier.


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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

 

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