21. Oktober 2017


09.55 Uhr Bayern - Niederbayern - Kelheim - Weißbräu-Saal-Max Uthoff

Die Stühle hart und eng gestellt, der Saal im Stil der 90er Jahre des vorletzten Jahrhunderts bis an die Decke über der Empore holzgetäfelt, ein mobiles Scheinwerfergestell, die ausladenden Füße der beiden Pfosten mit Absperrband als Stolperfalle kenntlich gemacht, kein Ausschank während der Vorstellung, Ton- und Bildaufnahmen verboten...

Atmosphärisch erinnerte mich das an meinen allerersten Kinobesuch, muss 1956 gewesen sein.

Impressionen


20. Oktober 2017

11.55 Uhr Lesen George W. Bush und Barack Obama bei egon-w-kreutzer.de mit?

Sicher ist, dass die NSA alles mitliest, möglicherweise sogar direkt aus dem Tastaturpuffer meines PCs, lange bevor ich einen Artikel online stelle. Dass von der NSA alle Mails abgegriffen und weitestgehend automatisch analysiert werden, ist kein Geheimnis - und dass die NSA sich nicht unbedingt nur Donald Trump verpflichtet fühlt, dürfte auch kaum noch in Zweifel gezogen werden.

So wundert es mich wenig,

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19. Oktober 2017

11. 00 Uhr Unter Deppen

Der Titel klingt derb, arrogant, unversöhnlich, ohne dass man schon wüsste, worum es geht. Wenn einer mit "Unter Deppen" beginnt, ist der Populismus nicht weit.

Also, lest lieber nicht weiter!

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Wenn die zwei gar nicht aufhören können zu streiten, freut sich der Dritte umso mehr, und wenn der Streit kein Ende finden kann, weil beide das Problem nur von ihrer Seite aus sehen und den Standpunkt des jeweils anderen als hanebüchen, an der Haaren herbeigezogen bezeichnen, dann nimmt die Freude des Dritten kein Ende.

Nein, es geht nicht um die Flüchtlingsfrage, die ließe sich lösen.

Es geht um den Begriff des Staates,


18. Oktober 2017

10.00 Uhr Sondierung bildlich

Ich stelle mir vier Halbgötter in Weiß vor, die sich gegenseitig über verschiedenste natürliche und mikroinvasiv künstlich geschaffene Körperöffnungen Sonden einführen und dabei entfernt an die berühmte Laocoon-Gruppe im Vatikanischen Museum erinnern, gerade weil auch von ihr niemand weiß, wie sie ursprünglich wirklich ausgesehen hat.

Zunächst allerdings wird es trilaterale Gespräche geben. CDU und CSU knöpfen sich die FDP und die Grünen nacheinander einzeln vor.

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17. Oktober 2017

 Daphne Caruana Galizia ist tot.
Nach mehreren Morddrohungen starb sie in ihrem 
explodierenden Auto.
Daphne Caruana Galizia wurde 53 Jahre alt.
Sie lebte und arbeitete in Malta.

Ihr Bemühen, zur Aufklärung von Korruption, 
Steuerhinterziehung und Geldwäsche beizutragen, 
wurde ihr zum Verhängnis.

Ihre Informationen hätten hochrangige Mitglieder der 
maltesischen Regierung in Schwierigkeiten bringen können.

Malta ist Mitgliedsstaat der Europäischen Union.

Von Daphne Caruana Galizia habe ich heute erstmals gelesen. Ein Zeichen dafür, dass ihre Arbeit nach Kräften totgeschwiegen wurde.

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08.30 Uhr EWK - Zur Lage

Am 11. Oktober ist die aktuelle Ausgabe von "EWK-Zur Lage" erschienen.

Darin gebe ich zunächst einen Überblick über die chaotische Situation in vielen failed- und noch nicht ganz failed States, deren Zustand hauptsächlich der Durchsetzung von US-Interessen geschuldet ist. Dem folgt die Analyse der aktuellen Situation von US-Präsident Donald Trump und der Versuch einer Antwort auf die Frage, warum er immer noch im Amt gehalten wird.

Im Bereich Europa geht es um den Zustand der EU im Allgemeinen, im Besonderen um den Konflikt in Spanien und um die Schwerpunktverlagerung, die sich aus den Österreich-Wahlen ergeben wird.

Bei der Beurteilung der Lage Deutschlands steht alles unter dem Motto "Merkel, die Vierte", was sowohl einen Blick auf die schwelenden, ungelösten Konflikte des Landes, als auch auf die möglichen personellen Veränderungen in der nächsten Bundesregierung ermöglicht.

Die aktuelle Ausgabe "EWK - Zur Lage" steht nach der Übermittlung an die Abonnenten jetzt auch als Einzelausgabe in Form einer pdf-Datei zum Download zur Verfügung.



16. Oktober 2017

09.00 Uhr Der Weil, die Wahl

Die Niedersachsen haben gestern das Verhalten von Frau Elke Twesten vollinhaltlich bestätigt. Deren Wechsel von den Grünen zur CDU hatte der rot-grünen Koalition die einzige Mehrheitsstimme geraubt - und die Wähler waren nicht geneigt, diesen Mehrheitsverlust an der Wahlurne auszugleichen.

Insofern: Eine Wahl, die man sich hätte schenken können.

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15. Oktober 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

In vier Wochen ist "Diedieschonlängerhierlebentrauertag"

Ich hab

mir vorab

innerlich leicht aufgebracht,

einen Reim darauf gemacht:

 

Krieg ist schlimmer als Heimweh
Egon W. Kreutzer

Verantwortlich für rund hundert Millionen Euro
sinnvoll investierter Steuergelder,
überschallschnell,
trägt der Kampfpilot den Tod ins Ziel.

Ein sorgfältig Auserwählter.

Hundert Prozent körperliche Leistungsfähigkeit,
hundert Prozent geistige Fitness,
null Prozent Emotion.

Mit der Maschine verbunden: ein Cyborg,
füllt er die noch bestehenden Lücken des Systems
und ist zugleich die letzte, noch auszumerzende Schwachstelle.

Die Boden-Luft-Rakete,
Schusspreis um die zwei Millionen,
ist, einmal gestartet, nicht wiederverwendbar.

 

Eine Transportmaschine voller Leichenteilsäcke
landet und parkt weit abseits.

Der Pressesprecher und das Geseiere vom feigen Hinterhalt
verschmelzen zum Synonym für den frühen Tod der Wahrheit,
den zu rächen der Krieg sich überdies noch als alternativlos erwiesen haben soll.

Fake News.

Die Transportmaschine ist längst mit vollem Laderaum wieder in der Luft.

 

Wer hat jemals gehört,
dass jemand vor Heimweh
der Brechreiz überwältigt hätte?

 


14. Oktober 2017

12.05 Uhr Der Untergang des Niveaus

Lässt man die Frage, ob ein Niveau überhaupt sinken kann, beiseite, und wirft das überflüssige "Niveau" aus der Aussage der jüngsten Bildungsstudie gänzlich heraus, dann lautet das nun niveaulose Problem so:

Die Lernerfolge der Grundschüler von heute sind geringer als die Lernerfolge der Grundschüler von vor x oder y Jahren, oder:

Die Schüler sind nach vier Jahren Schule heute deutlich dümmer als Schüler früherer Jahrgänge.

Dafür werden nun die unterschiedlichsten Erklärungen gesucht und gefunden. Die Skala reicht von den bildungsfernen Elternhäusern bis zum problematischen Versuch der Inklusion, von den Ausländerkindern ohne Sprachkenntnisse bis hin zu den ideologischen Verbrämungen der Schulpolitik der jeweiligen Landesregierungen und zu der Überzahl weiblicher Lehrkräfte, die ein Mitverschulden am mäßigen Lernerfolg der Knaben haben soll.


13. Oktober 2017

10.00 Uhr Deutschland schafft sich nicht ab?

Es gibt Menschen mit Wissenslücken, es gibt welche, denen logisches Denken regelmäßig misslingt, und es gibt welche, denen weder das Wissen, noch der Verstand fehlt, die aber dennoch blanken Unsinn verbreiten.

Wenn abends, kurz vor acht, in der ARD die Börsenexperten auftreten und, wie diese Woche geschehen, aus steigenden Kursen an der spanischen Börse die wirtschaftliche Erholung des Landes herauslesen, dann ist das angesichts der Tatsache, dass auch in diesem Jahr das sowieso schon weit über dem Maastricht-Kriterium festgesetzte Defizit-Ziel von 6,3% BIP nicht eingehalten wird, nicht realistischer als die Wundertaten des tapferen Schneiderleins im Märchen der Gebrüder Grimm.

Wenn ich allerdings heute Morgen, kurz vor acht, den aktuellen Handelsblatt-Newsletter lese und dort darüber informiert werde, dass sich Deutschland nicht abschafft,

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12. Oktober 2017

12.30 Uhr Zinswende und Verfassungsgericht

Zwei aktuelle Artikel, die ich gerade heute gefunden habe, verlocken dazu, sie gedanklich zusammenzuführen. Die Themen scheinen auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun zu haben.

Das Verbindende zwischen beiden ist die EU, bzw. die neu angeheizten Bestrebungen, in der EU "enger" zusammenzurücken, einen gemeinsamen Finanzminister, einen gemeinsamen Haushalt, gemeinsame Einlagensicherungssysteme, Eurobonds und nebenbei auch gemeinsame europäische Streitkräfte zu installieren.


11. Oktober 2017
10. Oktober 2017
10.00 Uhr And the winner is:  Nudging

Alfred Nobel hat - wohl aus gutem Grund - keinen Nobelpreis für Wirtschaft gestiftet, auch keinen für die Wirtschaftswissenschaften. Den Preis hat sich 1968 die Schwedische Reichsbank ausgedacht und - schon ein bisschen irreführend - so benannt:

Preis der Schwedischen Reichsbank in Wirtschaftswissenschaft
zur Erinnerung an Alfred Nobel

In diesem Jahr ging dieser Preis an den als "Verhaltensökonomen" bezeichneten Amerikaner Richard H. Thaler, ein Mann, dessen Erkenntnisse sich - grob gesprochen - mit dem Erfahrungshintergrund eines gerissenen Kaffeefahrtenanimateurs decken,

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9. Oktober 2017

10.00 Uhr Kreißende Quadrate

Was da gestern Abend in Berlin wirklich herausgekommen ist, konnte ich bis zuletzt nach Anne Will auch den Tagesthemen nicht entnehmen. Die Sprache ist nach wie vor verwirrend, der Terminus "Flüchtling" immer noch zu dominant, das atmende Kontingent eine Schimäre, an deren unteren Ende die Behandlung des Asylrechts ebenso unklar bleibt, wie am oberen Ende das Fachkräfte-Zuzugs-Zuwanderungs-Recht, das noch geschaffen werden soll.

In ersten Kommentaren war von zwei blauen Augen die Rede, die man sich gegenseitig geschlagen hat; ich möchte die Betonung auf die fortwährende Blauäugigkeit lenken, mit welcher der Versuch, den Wackelpudding als an die Wand genagelt erscheinen zu lassen, dem Wahlvolk verkauft werden soll.

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8. Oktober 2017

Julies Bild vom Sonntag

 

Wolfgangs Bild vom Sonntag

Heute entscheidet sich Deutschlands Zukunft. Sollte der bayerische Löwe mit der Obergrenze im Gepäck nach München zurückfahren, wird es kein Jamaika geben. Sollte Seehofer erneut zum Bettvorleger gemacht werden, wird die AfD bei der Bayernwahl als stärkste Partei in den Landtag einziehen.

Das Spiel der Union mit dem Feuer der vermeintlich im linksgrünen Lager aufzufindenden Mitte wird - wie auch immer es ausgeht - mit einem Doppel-K.O.-Sieg der beiden Schwesterparteien gegen sich selbst ausgehen. Entweder: Seehofer niedergestreckt und damit Bayern und den rechten Flügel der Union verloren, oder: Merkel ausgezählt, Bayern gehalten, aber eine führungslose CDU ins Chaos gestürzt.

Wer glaubt, die fänden heute schon einen Kompromiss, setzt auf die freiwillige Selbstdemontage beider Seiten, die ich für das schlimmstmögliche Ergebnis der "Sondierungsgespräche" zwischen CDU und CSU halte.

Vermutlich sind wir heute Abend den Neuwahlen wieder einen Schritt näher.


7. Oktober 2017

10.00 Uhr AlleinErzPersBeStG - die Lösung für Jamaika

Die Bildung der nächsten Bundesregierung ist von diversen Schwierigkeiten geprägt. Unverträglichkeiten und Abstoßungsreaktionen, bis hin zum anaphylaktischen Schock, lassen immer noch vor Sondierungsgesprächen zurückschrecken. Die Fixierung auf die Differenzen verwehrt immer noch den Blick auf das Verbindende, so dass ich mich als neutraler Außenstehender in der vaterländischen Pflicht sehe, einen Lösungsvorschlag zu präsentieren, der es sowohl den beiden Unionsschwestern als auch Grünen und der FDP ermöglicht, in den nächsten vier Jahren gut und gerne zu regieren.

Die Lösung eröffnet sich, ja die Schuppen fallen annähernd mit Lichtgeschwindigkeit von den tränenumflorten Augen, besinnt man sich auf die großen Gemeinsamkeiten, die überall auf der Straße liegen und nur darauf warten, aufgehoben zu werden.

Niemand, weder Seehofer noch Merkel, weder Lindner noch Göring Eckardt würden sich aus ideologischen oder wahltaktischen Gründen der Aussage in den Weg stellen:

Wir wollen die Situation der alleinerziehenden Personen verbessern.

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6. Oktober 2017
5. Oktober 2017

18.40 Uhr Bla, bla, Bürgerkrieg

Günther Ö., der fähigste unter den Fähigen, die Deutschland jemals in die EU entsandt hat, und als Haushaltskommissar offenbar noch längst nicht an der Grenze seiner Belastbarkeit angekommen, warnt vor einem Bürgerkrieg im EU-Mitgliedsland Spanien.

Ich frage mich nicht nur, wie er darauf kommt, ich frage mich vor allem, warum ausgerechnet der diese Warnung ausstößt.

Betrachtet man die Lage so wie ein Schachspieler eine Partie analysiert, also vollkommen neutral und an nichts interessiert als an den Möglichkeiten beider Seiten, das Spiel für sich zu gewinnen, stellt sich heraus, dass das was in Spanien derzeit vor sich geht, nicht anders enden wird als die Demonstrationen der Stuttgarter gegen den Bau des Tunnelbahnhofs.


4. Oktober 2017

09.00 Uhr Der Präsident erklärt "deutsch"

Selbstverständlich erklärten die Medien diese Rede, kaum dass der letzte Satz verhallt war, zu einer neuen Ruck-Rede, wie seinerzeit, vor 20 Jahren, als Roman Herzog forderte, durch Deutschland müsse ein Ruck gehen. Doch war Steinmeiers Rede wirklich eine Ruck-Rede?

Nein. Was ich gehört und nachgelesen habe, war ein verwundertes Augenreiben, ein ungläubiger Blick auf eine Republik, in der aus nicht nachvollziehbaren Gründen hinter undurchdringlichen Mauern unbegründete Kritik aufgewachsen ist, die für Argumente nicht zugänglich ist. Die Antwort darauf geriet Steinmeier zu einer einzigen Durchhalteparole, zum Festhalten an der Kollektivschuld und zur Verweigerung jeglicher Zukunftsperspektive, denn Deutschland ist für Steinmeier noch längst nicht über 1945 hinaus gekommen - und soll auch nie davon loskommen. Daher sagt er:

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3. Oktober 2017

12.30 Uhr Tag der deutschen Beliebigkeit

Es ist ein Problem, mit dem Widerstand. Erst feiert man die Aufständischen - und dann hat man sie eingemeindet und selbst am Hals. Also hat man den 17. Juni, um den so viele rhetorische Kränze von der herbeigesehnten deutschen Einheit (samt Ostpreußen!) gewunden wurden, der uns mit jedem Mauertoten tiefer ins Herz gegraben wurde, schleunigst entsorgt und vertagt und verlegt.

Bei Wikipedia steht noch geschrieben, es handle sich beim 3. Oktober um den deutschen Nationalfeiertag. Haben wir wirklich einen Nationalfeiertag? Bei Wikipedia steht: "Wegen der Vollendung der Einheit". Nun, man weiß, dass Wikipedia nicht in jedem Fall eine glaubwürdig-korrekte Quelle ist, also denke ich, dass ich mir die Vokabel "Nationalfeiertag" von daher verkneifen sollte.

Bei Wikipedia steht auch, das "Einheitsmotiv" fände sich auch in der "Einigkeit" aus der dritten Strophe, und schon wieder heißt es, es handle sich da um die "Nationalhymne".

Haben wir wirklich eine Nationalhymne? Ja. Haben wir. Das ist sogar im Internetauftritt der Bundesregierung so zum Ausdruck gebracht. Hier

Erstaunlich. Wo doch niemand mehr zu sagen weiß, was eine "Nation" eigentlich sei. Können Sie es erklären? Was ist eine Nation?

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2. Oktober 2017

11.00 Uhr Das Gesetz ist in Kraft

Es ist besser, Sie wissen es nicht. Nur wer nie etwas davon gehört hat, hat auch nichts zu verbergen. Und Sie wollen doch zu denen gehören, die nichts zu verbergen haben.

Das Gesetz hat die Zahl derjenigen, die etwas zu verbergen haben, mit dem gestrigen Tag stark vergrößert, denn vieles, was bis zum 30. September noch offen eingestellt werden konnte, muss jetzt verborgen gehalten werden.

Das Gesetz hilft beim Verbergen. Damit schützt es sogar jene, die etwas zu verbergen haben. Das Gesetz will ja nicht die Bürger strafen, es will ja nur das Verborgene durch schleunigstes Austilgen verborgen halten, damit es nicht offenkundig werden kann.

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1. Oktober 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


30. September 2017

Die samstägliche Rubrik:

Stumfall kommentiert.


29. September 2017


28. September 2017

09.45 Uhr Deutschland 9/24 - OP gelungen?

Die Vorstellung, Deutschland sei ein Patient, der sich am 24. September einer 10-stündigen Operation unterzogen hat, um danach "wie neu" sein Leben weiterzuleben, stand bei der Geburt dieses Paukenschlags Pate.

Ich habe nämlich meine Leser gebeten, sich auszumalen, wegen welcher Diagnosen der Patient zur Wahl eingeliefert worden war und was die Chirurgen unternommen haben, um ihm wieder auf die Beine zu helfen.

Die Zahl der Zuschriften blieb deutlich unter meinen Erwartungen, die Bandbreite der Meinungen allerdings nicht.


27. September 2017

15.30 Uhr CSU für Anfänger

Die CSU ist im eigentlichen Sinne keine Partei, so wie der ADAC im eigentlichen Sinne kein Verein ist. Die CSU ist Lebensart, Selbstverständnis, Identifikation, Heimat, gute Stube, Familie ...

Man kann der CSU kaum ausweichen. Sie ist in Bayern omnipräsent, und selbst da, wo ihre Anhängerschaft vergleichsweise dünn gesät ist, im nördlichen Oberfranken oder in München, in den Cafés an der Ludwigs- und Leopoldstraße, sitzt sie immer irgendwie mit am Tisch.

Jetzt sitze ich in der Hallertau und habe die CSU endlich verstanden - und da will sie sich wieder einmal selbst zerlegen.

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schon heute Morgen geschrieben:

09.30 Uhr Einladung zum Selberdenken

Es ist nicht so, dass ich keine Lust hätte, auch an diesem 27. September ein paar sinnige Zeilen zu schreiben, doch die Assoziation, die mir heute Morgen einfiel, ermöglicht so viele unterschiedliche Ansätze, dass ich mir sicher bin, alleine nur einen Bruchteil davon erfassen und darstellen zu können.

Und so sieht sie aus:

Deutschland, bzw. der deutsche Politikbetrieb liegt nach einer 10-stündigen Operation (Sonntag von 8.00 bis 18.00 Uhr) im Aufwachraum, bzw. auf der Intensivstation. Mühsam kämpft der Patient gegen die Nachwirkungen der Narkosemittel und fragt sich, wo er sei, und was mit ihm passiert ist.

Und das ist nun IHR Job:

Was führte zu der Notwendigkeit dieser Operation, was wurde entfernt, was im- oder transplantiert, welche Spätfolgen sind zu erwarten, gab es Kunstfehler, und falls ja, welche, wer treibt sich alles mit Blumensträußen am Krankenbett herum, und mit welcher Erwartung? Ist der Herr im weißen Kittel, der sorgenvoll zur Visite kommt, der Franzose Macron, oder der Türke Erdogan oder der Russe Putin oder gar der Untote Berlusconi? Wird die Versicherung die vielen Euros aufbringen, die die Reha verschlingen wird?

Oder muss es gar in Kürze eine zweite OP in höchster Not geben?

Schreiben Sie mir Ihre Eindrücke von Diagnose und Therapie und den Erfolgschancen, am besten, Sie konzentrieren sich dabei auf ein einziges Symptom, sonst könnten Sie Gefahr laufen, sich heillos zu verzetteln.

Aus den originellsten Einsendungen werde ich den morgigen Paukenschlag zusammenstellen. Daher: Falls Sie nicht namentlich genannt werden wollen, machen Sie das in Ihrer Mail deutlich.

mailto:ewk@egon-w-kreutzer.de?Subject="Im Aufwachraum"

 

 


26. September 2017

17.00 Uhr Probleme gewichten

Die frisch in den Bundestag eingezogenen Parlamentarier stehen vor einem Berg von Aufgaben. Die vermutlich unwichtigste dieser Aufgaben besteht darin, den Bundeskanzler zu wählen und eine Regierung zu bilden. Wichtiger wäre es, die Probleme zumindest erst einmal grob zu sichten und herauszuarbeiten, in welcher Reihenfolge, mit welcher Zielsetzung und mit welcher Priorität sie angegangen werden sollten.

Leider scheint das Parlament nicht in der Lage, diese Agenda selbständig zu formulieren. Leider scheint das Parlament der Auffassung zu sein, die Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers umfasse auch die Inhalte und Ergebnisse der parlamentarischen Beschlussfassung.

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25. September 2017

10.00 Uhr Martins letzte Patrone

Bevor ich beginne, all die anderen klugen Kommentare zu lesen, die es heute zu lesen gibt, ist es mir ein Bedürfnis, meine eigenen Eindrücke vom gestrigen Abend noch möglichst unverfälscht wiederzugeben.

Wie in der Überschrift schon angedeutet, habe ich mich, nach der ersten Überraschung halb totgelacht, über den Rückzieher der SPD. Das, was die SPD schon vor Monaten hätte tun sollen, nämlich schlicht erklären, dass sie für eine große Koalition nicht mehr zur Verfügung stünde, was den Wahlkampf belebt, die SPD-Stammwählerschaft motiviert und so manchen AfD-Wähler davon abgehalten hätte, AfD zu wählen, verkündet er nun auf der Basis, von 20 Prozent und wirkt dabei - trotz aller ebenso klugen, wie an den Haaren herbeigezogenen Erklärungen dafür - wie ein Dreijähriger der sich an der Supermarktkasse schreiend auf den Boden wirft ...

Wahlergebniswürdigungs-Kommentar lesen


24. September 2017

Anagramme

Wahlergebnis - Wir sahen gelb
Bundeskanzler - BRD-Szenenklau
Erdrutschsieg - Er gruesst dich - Durstgeschrei
Martin Schulz - Schnur im Latz
Christian Lindner -Schilda irrt innen
Göring-Eckardt - gackerte dornig
Dietmar Bartsch - irrt bedachtsam
Angela Merkel - klare Maengel
Jörg Meuthen - jener gute Ohm
Horst Seehofer - froheres Ethos

Julies Bild vom Wahlsonntag

 

Wolfgangs Bild vom Wahlsonntag

 


23. September 2017

17.30 Uhr Was kann denn die Volksbühne dafür?

Zu den Ereignissen, die in den letzten Zuckungen des waidwunden Wahlkampfs kaum jemand mitbekommt - und offenbar auch niemanden aufregen, gehört die Besetzung des Theaters "Volksbühne Berlin" in Berlin. Das Haus ist inzwischen 102 Jahre alt, stand erst am Babelsberger Platz, wurde dann umgezogen an den Bülowplatz, und wanderte von 1933 bis 1969 noch viermal weiter bis an seinen heutigen Standort, den Rosa-Luxemburg-Platz.
(Natürlich ist das Theater nicht gewandert, der Platz wurde umbenannt.)

Es wird zwar behauptet, die Hausbesetzung hätte mit der Berufung von Chris Dercon zum Nachfolger von Frank Casdorf als Indendant nichts zu tun, doch die Begrüßung von Dercron im Sommer fiel seitens der Volksbühnen-Szene alles andere als herzlich aus. Man hat ihm nicht nur Hass-Mails geschickt, sondern ganz konkret stinkend täglich vor die Bürotür geschissen, so dass ein Zusammenhang nicht ganz von der Hand zu weisen ist.

Die Ankündigung der Besetzung erfolgte vor wenigen Tagen.

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Seit heute Vormittag online:

Florian Stumfall kommentiert

Wer gegen die Übermacht der Meinungskartells bestehen will, braucht mehrerlei. Zum einen muß er mutig sein, zum anderen darf er Spott und Verunglimpfung nicht scheuen. Ganz wichtig aber ist: Wer gegen die große Mehrheit redet, der muß wissen,

wer mit dem Strom schwimmt,
darf beliebig dumm und ahnungslos sein.
Argumente werden nur vom Außenseiter verlangt,
niemals von dem, der sich in die allgemeine Informationspolitik fügt.


22. September 2017

12.30 Uhr Die Leere vor dem Sturm

Noch hält der Hang. Vom Erdrutsch wird erst am Sonntag ab 18.00 die Rede sein. Sie werden sagen: "Er zeichnet sich ab", und, "Es war zwar klar, aber niemand hätte das in dieser Dramatik erwartet."

Die ersten Stellungnahmen:

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21. September 2017

10.00 Uhr Der letzte Paukenschlag vor der Wahl

Denkanstöße für Unentschlossene

Ich halte mich selbst für einen ziemlich aufmerksamen Beobachter, weiß allerdings auch, dass es für einen einzelnen Menschen unmöglich ist, alle relevanten Informationen für eine komplexe Entscheidung, selbst wenn sie ihm zugänglich wären, überhaupt aufnehmen, geschweige denn verarbeiten zu können. Nun sind aber nicht alle relevanten Informationen zugänglich, ein Teil davon wird sogar gezielt geheim gehalten, was eine rein faktenbasierte Entscheidungsfindung bereits ziemlich unmöglich macht. Wie hilft sich der Mensch in solchen Situationen, um überhaupt weiterzukommen?


20. September 2017

11.30 Uhr Der katalonische Zirkelschluss - Souverän als Untertan

Die idealistische Auffassung, Menschen seien grundsätzlich frei, stößt gelegentlich ebenso unerwartet wie kraftvoll an die Grenzen einer doch anders gearteten Realität. Die idealistische Auffassung, Menschen könnten grundsätzlich frei über ihr Eigentum verfügen, erweist sich als Trugschluss, wo die Vertreter des Staates der Auffassung sind, dass sich Immobilien zwar im Besitz der Bürger befinden, das Eigentum daran jedoch unauslöschlich dem Staate zukommt.

Die Bürger Kataloniens, einer eher wirtschaftsstarken Region Spaniens, sind seit vielen Jahren bemüht, sich aus dem spanischen Staatsverbund herauszulösen und zu staatlicher Selbstständigkeit zu finden. Die spanische Administration will dies mit allen Mitteln verhindern und scheut praktisch vor keinem Mittel zurück, um ein diesbezügliches Referendum zu verhindern.

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18. September 2017

09.00 Uhr Gedanken über das nahende Ende (der Sprache)

Sprache ist nicht nur ein Hilfsmittel zur Verständigung, das Menschen benutzen, weil die Telepathie nur unzureichend funktioniert, Sprache ist vor allem ein unentbehrliches Instrument des Denkens. Je mehr eine Sprache ihre Sprecher befähigt, zu differenzieren, desto größer ist der Raum, der innerhalb einer Sprache denkend erschlossen werden kann.

Nun gibt es in unserer Zeit eine geistige Bewegung, deren Bestreben es ist, überall da Unterschiede unkenntlich zu machen, wo die Unterscheidung zugleich einen Unterschied in der Wertschätzung ausdrückt oder ausdrücken könnte.

Inzwischen sind wir so weit gediehen, dass es problematisch sein kann, wenn eine Gruppe mit bestimmten Merkmalen sich als "wir" bezeichnet, weil jedem "wir" ja ein ausgegrenztes "ihr" gegenüberstehen muss, ohne welches dieses gruppenbeschreibende und -abgrenzende "wir" sinn- und wertlos wäre. Daraus folgt der fulminante logische Kurzschluss:

Wir = Rassismus

Wer meint, dies bisher nicht festgestellt zu haben, möge sich bitte in Gedanken und sprachlich korrekt an jenen Ort begeben, an welchem "wir" und "Volk" das Gleiche bezeichnen.

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17. September 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


16. September 2017

Florian Stumfall kommentiert

Wie schon am letzten Samstag, habe ich auch heute wieder einen Kommentar von Florian Stumfall als Wochenendlektüre für Sie ausgesucht.

... und noch was:
Martin Schulz hat das Handtuch geworfen.

Im Spiegel-Interview deutete er die Möglichkeit an, die SPD-Basis über sein künftiges Schicksal entscheiden zu lassen. Fortsetzung der GroKo und Schulz als Minister für Irgendwas, oder Opposition und Schulz als Fraktionschef der verbleibenden SPD-Abgeordneten. Die Neuwahlen im März, von denen ich gestern träumte, sind noch ein Stück wahrscheinlicher geworden. Die SPD-Mitglieder haben in der Opposition praktisch nichts zu verlieren, die Wahrscheinlichkeit, dass sie ihren "Hossiannah! Kreuziget-ihn!" Schulz nicht auf der Regierungsbank sehen wollen ist entsprechend hoch.
Wenn sich aber die SPD verweigert, sinkt auch der Einigungsdruck unter den verbleibenden potentiellen Koalitionspartnern. Selbst Seehofer könnte mit der Obergrenze noch einmal den starken Max markieren und seine Abneigung gegen die Grünen artikulieren, die selbstverständlich sofort mimosenhaft von weiterer Annäherung Abstand nähmen...
Und wenn es daran scheitert, dann kann Merkel keine stabile Regierung bilden.
Kafka hätte seine helle Freude an dieser Situation.


15. September 2017

15.30 Uhr Neuwahlen im März?

Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik standen wir so nahe vor der Situation, dass nach einer Bundestagswahl die Bildung einer neuen Regierung scheitern könnte. Noch sieht es in den offiziellen Orakelbüchern der Demoskopen zwar so aus, als sei die Fortsetzung der Großen Koalition so sicher wie das Amen in der Kirche, doch es erheben sich immer mehr Stimmen, die - zum Teil sicherlich um zum Urnengang zu motivieren, zum Teil allerdings auch wegen eines äußert unangenehmen Grummelns im Bauch - davor warnen, die Chancen der SPD zu über- und die Chancen der AfD zu unterschätzen.

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14. September 2017

11.00 Uhr Die Billionenschleuder

Die wahre Motivation für Draghis sonderbare Geldpolitik erschließt sich nicht so einfach. Wer den offiziellen Verlautbarungen Glauben schenkt, die EZB bemühe sich, mit ihrer Politik des billigen und schier unerschöpflichen frisch emittierten Geldes, die Inflation in der Euro-Zone auf einen Wert von knapp unter 2 % anzuheben, und nicht längst in zweifelndes Grübeln geraten ist, gehört sicherlich zu jenen, die von Politik und Medien als brauchbare, weil leicht lenkbare Untertanen hochgeschätzt werden.

Diesem Paukenschlag aus aktuellem Anlass vorangestellt:

Die Offenbarung des Johannes (Jean) Claude Juncker

Beides hier zu finden:


13. September 2017

10.00 Uhr Britannia im Trennungsjahr

Für das Scheitern einer Ehe gibt es - in einer Vielzahl von individuellen Ausprägungen - drei entscheidende Ursachen. Die Langeweile, das Auftauchen einer verlockenden Chance und die Erkenntnis, vom Partner entmündigt zu werden.

Weil Ehen grundsätzlich in der Annahme geschlossen werden, beide Seiten hätten einen irgendwie gearteten Nutzen davon, von dem, wenn der Schaum der Träume zusammengefallen ist, fast immer ein hässlicher, nackter, materieller Vorteil übrig bleibt, den derjenige, der verlassen wird, nicht aufzugeben bereit ist, gibt es mehrere Sicherungssysteme. Die religiös-moralische Fessel, die gesetzlich festgeschriebenen Scheidungsfolge-Sanktionen und, vor allem bei Paaren, von denen einer bei einer Scheidung viel zu verlieren hat, den einseitig begünstigenden Ehevertrag.

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12. September 2017

15.00 Uhr Das ist wieder mal so ein Tag...

Gestern Abend noch die Ansage: Wieder zwei Deutsche in der Türkei festgenommen. Vermutlich aus politischen Motiven.

Heute Morgen in den Nachrichten:

Türkei kauft Luftabwehrraketen von Russland.
Heiner Geißler tot.
Mann mit kleinem goldenen Kreuz um den Hals brutal niedergeschlagen.
Angela Merkel brilliert in der Wahl-Arena.
Hillary hat ein Buch geschrieben.

Was darunter ist die beste, was die schlechteste Nachricht? Aus Sicht des schlafwandelnden Kanzlerkandidaten der SPD könnte die Nachricht von Merkels Show-Einlage die schlechteste gewesen sein,

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11. September 2017

10.45 Uhr Ein bisschen Schmutz muss sein ... Lalalaa-lalallalalaaa

Die Weidel ist der neue Gysi.

Immer, wenn der Union und der SPD die Muffe ging, die LINKE könne über Gebühr Stimmen am linken Rand einsammeln, fand sich jemand, der bereit war, sich daran zu erinnern, dass Gysi eine Stasi-Vergangenheit gehabt habe.

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10. September 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 


9. September 2017

Florian Stumfall kommentiert

Viele kennen inzwischen Florian Stumfall durch seine im EWK-Verlag erschienenen, scharfsinnig-weitsichtigen Bücher "Das EU-Diktat" und "DAS LIMBURG SYNDROM".

Stumfalls regelmäßige Kommentare zum aktuellen Zeitgeschehen sind jedoch nur jenen bekannt, die hin und wieder einen Blick in die Preußische Allgemeine Zeitung (PAZ) werfen.

Im Einvernehmen mit Autor und PAZ erscheinen ab heute in loser Folge einige dieser Kommentare auch auf egon-w-kreutzer de. Los geht es mit:


8. September 2017

10.15 Uhr 11 Tage und ein "Duell" später

Am 28. August habe ich unter Berücksichtigung voraussichtlicher End-Entscheidungen der Unentschlossenen eine Privat-Prognose für den Wahlausgang abgegeben.

hier

Inzwischen haben sich die Amtsinhaberin und der Herausforderer duelliert, was zu neuen Hochrechnungen der Institute führte, die immerhin bei der SPD dem Trend, den ich schon im Januar aufgezeigt hatte, folgen. Ein Ergebnis knapp unter 20% ist in greifbare Nähe gerückt. Die bevorstehende Völker-Wanderung von der Union in Richtung AfD wird von den Demoskopen m.E. allerdings noch viel zu gering eingeschätzt.

Mit den neuen Zahlen und einem etwas reduzierten Anteil Unentschlossener habe ich mein "Rechenwerk" neu bestückt.

Das ist das Ergebnis:


7. September 2017

15.45 Uhr ... und ewig nagt der Restzweifel.

oder: Irgendetwas wird schon hängenbleiben.

Personen, die wir, wenn auch nicht ausgesprochen, so doch zumindest in Gedanken, gerne und intensiv mit unschönen Schimpfwörtern, wie "Arschloch", "Blödmann" oder "Dumpfbacke" belegen, sind zumeist durch eine ganz besondere Eigenschaft gekennzeichnet: Sie verfügen über eine ererbte oder erworbene Immunität gegen den Restzweifel, oder sie sind in der Lage, diese Immunität überzeugend zu simulieren.

Solche Personen tragen felsenfeste Überzeugungen zur Schau. leben in ihrem festgefügten, hermetisch gegen Fremdeinflüsse abgeschirmten Gedankengebäude und halten ihrerseits alle, die sie mit Kritik, Widerreden oder auch nur Anregungen belästigen, für "Arschlöcher", Blödmänner" und "Dumpfbacken" und scheuen sich auch nicht, dies auszusprechen, weil es sich ja nicht um eine Beleidigung, sondern um eine Tatsachenfeststellung handelt.

Wir treffen diese kritikresistenten und restzweifelimmunen Wesen überall an. Wir finden es in der Familie ebenso wie zwischen Religionsgemeinschaften, wir erleben es unter Wissenschaftlern und zwischen Managern, vor allem aber, und am lautstärksten und mit dem größten medialen Echo erleben wir es im Wahlkampf.

Und am Ende dieses Paukenschlags finden Sie Kreutzers Wahlorakel.
Sie können aber auch schon hier loslegen.
 

Kreutzers Wahlorakel

 

6. September 2017

11.00Uhr Knickt Orban jetzt ein?

Der EuGH ist - wie nicht anders zu erwarten war - zu dem Schluss gekommen, die Kommission habe mit ihrem Verteilungsschlüssel für Flüchtlinge auf alle Mitgliedsstaaten gültiges Recht gesetzt und die Klage von Ungarn und der Slowakei abgewiesen.

Es handelt sich dabei natürllich um einen Eingriff in die Souveränität, und die Frage, inwieweit überhaupt schon Flüchtlinge aus Italien und Griechenland nach diesem Schlüssel auf andere Mitgliedsstaaten verteilt wurden, wird in der aktuellen Berichterstattung vorsichtshalber gar nicht erwähnt.

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5. September 2017

00001110.000111100 Uhr Lasset uns rechnen

Die Mathematik ist ein wunderschönes Kunstwerk, mit dessen Hilfe alles, was mit Zahlen auszudrücken ist, auf mannigfache Weise miteinander verknüpft und verbunden werden kann, bis hin zu vollkommen unvorstellbaren n-dimensionalen Universen und ihren Bewohnern.

Euler, einer der größen Mathematiker seiner Zeit, soll am Hof zu St. Petersburg mit der Mathematik sogar die Existenz Gottes bewiesen haben, mit der Gleichung:

a + bn / n = x

Das war natürlich ein mathematischer Taschenspielertrick, was andere Mathematiker jedoch nicht abgehalten hat, ihrerseits - jedoch ernsthaft - Gottes Existenz aus ihren Formeln und Gleichungen herauszulesen. Der wohl bekannteste mathematische Gottesbeweis stammt von Kurt Gödel, der mit den Mitteln der Mathematik erst bewies, dass es ein Wesen, das alle positiven Eigenschaften in sich vereint, geben könne, um darauf aufbauend dann nachzuweisen, dass die Existenz eines solchen Wesens zwingend notwendig sei.

Irgendwo, in den Niederungen der Grundrechenarten, stellen sich jedoch Probleme viel komplexerer Natur, um welche Mathematiker naserümpfend einen großen Bogen machen, vielleicht auch nur, weil sie fürchten, als Überbringer der Botschaft gehenkt zu werden. Zum Beispiel, wenn es um den Nachweis der zunehmenden Verblödung geht.

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4. September 2017

10.30 Uhr Aus dem Gedächtnis

Die beiden großen "G" aus Oberfranken bei Anne Will, Gottschalk und Guttenberg, beide nur als Wähler - als ganze Wähler und nichts als Wähler, so war mir Gott helfe - angetreten, trugen Statements zur Performance der Kontrahenten vor. Müntefering, zerknittert, versuchte Schulz in Schutz zu nehmen, lediglich die Dame vom Spiegel bemühte sich, hin und wieder "Themen" aus dem Duell aufzugreifen. Die Moderatorin selbst wirkte müde, war sich wohl klar darüber, dass diese Sendung nicht zu den Highlights ihres Schaffens gehören würde und moderierte dementsprechend mühsam und das Ende herbeisehnend vor sich hin.

Kein Wunder.

Was vorher gelaufen war, lässt sich kurz zusammenfassen:

Angela Merkel und Martin Schulz waren sich einig,

Worüber?


3. September 2017

Julies Bild vom Sonntag

Wolfgangs Bild vom Sonntag

 

00.01 Uhr Der Tag des Duells

Sie werden sich das nicht antun? 20.15 Uhr, auf vier Kanälen, gleichzeitig? Die große Abrechung über die Große Koalition?

Ich schon.

Es ist auch mir vollkommen klar, dass hier eine Inszenierung beabsichtigt ist, die mit freier Rede so viel zu tun hat, wie die Sardinendose mit dem Atlantik, doch gerade darin liegt doch der Reiz!

Wenn alle Fragen und alle Antworten vorab bis auf Mimik und Gestik und Kamerafahrten festgelegt sind, dann ist daneben ganz genau das zu erkennen, was die Union und die SPD, was Merkel und Schulz in allerschönster Ausgewogenheit sich nicht an- und auszusprechen versichert haben, damit dieses Duell vor allem ein Ziel erreicht: Die Aufmerksamkeit von Grünen, Linken, FDP und AfD, ja sogar von der CSU abzulenken und dem Publikum dabei zu suggerieren, es gäbe nichts, kein Problem, keinen Lösungsansatz, der außerhalb der Inhalte des Duells noch von Relevanz sei.


2. September 2017

09.00 Uhr Bundeswehr - Tod beim Marschieren

Ein Offiziersanwärter-Lehrgang ist nichts für schwache Nerven, auch nichts für schwache Muskeln oder schwache Herzen.

Dass dies immer weniger junge Leute zu wissen scheinen, mag damit zusammenhängen, dass die Bundeswehr in ihrer Personalwerbung eher auf Elemente setzt, die auch von den Anbietern von "betreuten" Abenteuer-Urlauben genutzt werden. Dies mag der erste Fehler sein, den die Bundeswehr korrigieren sollte, wenn sie unnötige Verluste künftig vermeiden will.

Dass bei der Musterung zwar, wie schon zu Kaisers Zeiten, darauf geachtet wird, ob sich am Hodensack beim Husten eine Skrotalhernie ertasten lässt, doch außer der Feststellung von Größe und Gewicht, sowie offenkundiger, sichtbarer Mängel auch sonst nicht sehr viel mehr untersucht wird, ist vermutlich mitverantwortlich, für den Zusammenbruch von insgesamt vier Teilnehmern eines "Marsches", von denen einer nicht mehr zu retten war.

Ja, früher konnte man es bei diesem eher oberflächlichen Gesundheitscheck bewenden lassen. Da haben sich diejenigen, die der Wehrpflicht entkommen wollten, selbst mit ausreichenden ärztlichen Attesten versorgt, und die "Freiwilligen" waren allesamt fit, weil es sie - trotzt guter und sehr guter Aussichten auf dem Arbeitsmarkt - zum Militär hingezogen hat, und sie auf keinen Fall abgewiesen werden wollten.

Nun gehört es allerdings zur Ausbildung militärischer Führungskräfte, dass sie erfahren müssen, was alles an Reserven noch ihnen steckt, wenn sie an jenem Punkt der Überforderng angekommen sind, an dem sie fälschlicherweise überzeugt sind, definitiv keinen Schritt mehr tun zu können.

Zu meiner Zeit hieß das ganz offiziell:

"Der Zug, ist an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit zu führen."

Und in der Praxis sah das so aus,

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1. September 2017

00.01 Uhr Gabriel, Gabriel ...! So ein Erzbengel!

Haben Sie es gesehen, oder gehört, oder gelesen?

Nein?
Doch! So sehr kann man sich doch gar nicht wegducken, dass man dieses Großereignis, diese jeden Rahmen sprengende Nachricht verpassen könnte!

Nein, nein. Trump hat Nordkorea noch nicht bombardiert!

Nein. Es geht nicht im die Flutopfer in Indien.
Es geht auch nicht um die viel wichtigeren Flutopfer in Texas.
Noch nicht einmal um die Explosionen in der Peroxydfabrik.

Nein, hören Sie doch auf! Lassen Sie mich zu Wort kommen! Es geht natürlich auch nicht um die Reformen in Frankreich.

Es geht um das Sein oder Nichtsein der deutschen Sozialdemokratie!

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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 

 

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