Hendrik Wüst, der Mann, von dem es heißt, er wolle Friedrich Merz beerben, und dies spätestens bei den nächsten regulären Wahlen zum Deutschen Bundestag, müht sich nun darum, über die Grenzen seines schönen Bundeslandes hinaus Aufmerksamkeit zu erregen und seinen Bekanntheitsgrad zu steigern.
Dazu benutzt er den Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt als Hintergrund mit maximalem Kontrast, um mit seinem Vorstoß, die AfD verbieten zu lassen, grell aus der noch in Verwirrung begriffenen Polit- und Medienlandschaft herauszustechen.
Überzeugt davon, dass die AfD verboten werden kann, ist er allerdings nicht, und das nimmt seinem Vorstoß doch schon so viel an Schwung, dass er den Vergleich mit der fehlenden Emotionalität des Kanzlers nicht zu scheuen braucht. Da vergeben sich die beiden nichts.
Es ist jene spezielle Form von Vorsicht, für die noch kein Soldat je einen Orden erhalten hat, die da zum Vorschein kommt, wenn Herr Wüst verkündet, er werde eine Arbeitsgruppe einsetzen, die prüfen soll, ob die AfD verboten werden kann. Denn:
„Wir dürfen jetzt nicht naiv sein und glauben, die AfD würde sich schon irgendwie von selbst entzaubern. Die haben einen Plan mit diesem Land, und es ist kein guter Plan.“
Ist das armselig.
Die – muss wohl so sein – „zauberhafte“ AfD wird sich nicht selbst entzaubern. Sagt einer, der mitten im Strudel der Entzauberung einstiger Volksparteien versucht, am Strohhalm des Konkurrenzverbots noch Halt zu finden. Der Vorwurf: „Die haben einen Plan mit diesem Land!“, klingt fast so, als sei ein Plan eine Schande, im Vergleich zur eigenen Regierung, deren Plan im Kommen und Gehen der Jahreszeiten der Reformen ebenso verschwimmt, wie die Gestalt der „Gesamtkunstwerke“ an denen die Kulturschaffenden der Koalition im nicht enden wollenden Nachbesserungseifer kontraproduktiv herumwerkeln.
Wenn man den Mut und die kraftvolle Sprache eines Franz-Josef Strauß dagegenstellt, fällt die Heldenpose des Inquisitors Hendrik Wüst vollends in sich zusammen. Strauß, 1986:
Wir stehen vor der Entscheidung: Bleiben wir auf dem Boden trockener, spröder, notfalls langweiliger bürgerlicher Vernunft und ihrer Tugenden, oder steigen wir in das bunt geschmückte Narrenschiff Utopia ein, in dem dann ein Grüner und zwei Rote die Rolle der Faschingskommandanten übernehmen werden?
Der Plan der AfD für dieses Land sei kein guter Plan, merkt Wüst noch an.
Für einen aus den Reihen jener, die nicht nur nicht mit der AfD reden, sondern ihr erst recht nicht zuhören, gibt er sich damit doch den Anschein einer gehörigen Portion Sachkenntnis, die AfD-Pläne betreffend. Leider kommt er über diese pauschale Einordnung nicht hinaus. Es hätte mich schon interessiert, was an dem Plan nicht gut ist und wie der bessere Plan der CDU aussehen soll.
Natürlich ist eines absolut einsichtig. Der Plan der AfD ist nicht gut für die Union und er ist nicht gut für Herrn Wüst. Wenn das jedoch das Entscheidende wäre, wenn damit ein Verbotsverfahren zu begründen wäre, hätte auch die Weisheit, dass man im Zweifelsfall nicht die Frösche fragen sollte, will man einen Sumpf trockenlegen, ihren Sinngehalt verloren.
Es wird jedoch nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
Herr Wüst hatte seinen Auftritt.
Wahrscheinlich wird er auch den Arbeitskreis gründen.
Ganz und gar nicht auszuschließen ist, dass der von Herrn Wüst beauftragte Arbeitskreis befinden wird, die AfD könne verboten werden.
Ebenso sicher ist aber auch, dass in China ein Sack Reis umfallen wird.
Fundstück
NRW, Wüsts Land, hat zum 60. Geburtstag vom WDR eine Hymne geschenkt bekommen. Zur offiziellen Landeshymne hat sie es nicht gebracht, aber verboten wurde sie bislang auch nicht. Hier die Schlusszeilen:
Auf dem bunten Marktplatz der Kulturen,
da ist das Leben, da hat jeder seinen Stand.
Hier an Rhein und Ruhr und in Westfalen;
Kölsch, Alt und Pils, wir steh’n hier Hand in Hand!
Die Grhirnfürzr irgendwelcher Apologeten jener terroristischen Vereinigungen, welche vin vielen Kartellparteien genannt werden zu Kommentieren, ist Ihrer eigentlich unwürdig. Ich selbst betrachte duese Leute seit langem ausschließlich inter militärischen Kategorien.
@ PeWi:
wer glaubt, die Zeugen Zions ala TE, KF , Apollo oder Achse, seien echte Opposition, der hat auch an die Rettung furch Trump geglaubt.
Was mich besonders amüsiert, ist, dass frühere AfD-Verächter, die sie als unappetitlich und auch rechtsaußen betitelten, heute zur AfD stehen und sie als Retterin ansehen. Das erinnert mich an die Wendehälse der DDR. Ich denke da z.B. an TE oder auch Nius. TE hatte meine Kommentare immer zensiert, also nicht gebracht, und jetzt auf einmal haben sie die AfD positiv im Blickwinkel. Meine Kommentare sind auf einmal nicht mehr zensurfähig. Sehr amüsant.