Wunderschöne Katastrophenprosa – gibt es denn gar keinen Ausweg mehr?

Bei Tichys Einblick habe ich am Montag diese sprachlich wunderschönen Sätze gefunden:

Es kam, wie es kommen musste.

Energiepolitische Fehlentscheidungen wirken kaskadenartig durch die gesamte Wertschöpfungskette des Standorts und schlagen sich am Ende in steigenden Preisen nieder.

Wie aufgetürmte Wellen branden sie gegen die zunehmend aufgeweichten Schutzdeiche privater Haushalte und Unternehmen. Der Dammbruch ist bereits geschehen.

Überflüssig, zu erwähnen, dass ich den Dammbruch seit Jahren beobachte und dokumentiere. Auch das neue Jahr hat schon wieder mehr als 20.000 Jobs gekostet. Und es ist alles dabei: Vom Automobilzulieferer bis zum Hotelkonzern, vom Blumengroßhändler bis zur Tradititonsbrauerei, vom Pflegeheim bis zum international tätigen Logistikkonzern. 

Dabei ist es fast ausschließlich so, dass bis vor wenigen Jahren noch prosperierenden Unternehmen durch äußere Einwirkungen, die noch dazu zu 99 Prozent politisch verursacht wurden, der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Managementfehler, die früher relativ häufig als Ursache für Betriebsschließungen und Insolvenzen verantwortlich gemacht wurden, werden heute kaum noch als Ursache benannt. Wenn, dann war es höchstens der Fehler des Managements, den Laden nicht schon vor einem oder zwei Jahren dichtgemacht zu haben.

Es handelt sich auch nicht um das Verhalten der Belegschaften. Auch wenn der Kanzler tönt, die Deutschen seien faul und sie feierten zu oft krank – die Sachlage ist anders. Wo noch Hoffnung ist, legen sich die Beschäftigten ins Zeug, weil sie wissen, dass es um ihren Job geht, und wenn sie dann unter der Last einknicken und krank werden, dann sind oft psychische Ursachen für physische Symptome verantwortlich, 

Wer weiß denn schon, was er machen soll, sollte er den Job verlieren?

Da, wo die ganz großen Vermögen Gefahr laufen, von der Krise aufgezehrt oder zumindest angeknabbert zu werden, kümmern sich Vermögensverwalter und Anwälte rührend um den wohlbehüteten Schatz. Den Eigentümer nicht ganz so großer Vermögen hilft immer noch der Bankberater, und wo es nur um ein paar hunderttausend Euro geht, kann man sich zumindest in wohlfeiler Ratgeber-Literatur kundig machen, was man tun oder lassen sollte, um am Ende nicht als der Gelackmeierte dazustehen.

Angestellte und Facharbeiter, mit Einkommen um den Durchschnittslohn und mageren oder gar keinen Ersparnissen, die Rentner, die sowieso schon kämpfen müssen, um über die Runden zu kommen, manche noch im eigenen Häuschen aus besseren Zeiten wohnend, haben niemanden, an den sie sich wenden könnten, und nur die wenigsten haben selbst Wissen und Erfahrungen sammeln können, die helfen würden, die Krise mit einigermaßen heiler Haut zu überstehen.

Von daher muss man wieder einmal sagen:

Die kleinen Leute trifft’s zuerst

Das ist nun auch der Titel eines kleinen Ratgeber-Büchleins geworden, das in Kürze erscheinen wird. Es erklärt kurz und knapp die Ursachen und die zu erwartenden Folgen der Wirtschaftskrise, in der Deutschland Woche für Woche ein Stück tiefer versinkt und gibt – auf die Bedürfnisse der kleinen Leute zugeschnitten – Empfehlungen für den Umgang mit Geld, Schulden und Sachwerten und für den klugen Einsatz der vorhandenen Mittel. Es zeigt aber auch, wie zusätzliches Einkommen in Eigenregie generiert werden kann und erklärt, warum manche Anschaffungen jetzt vorgezogen und andere aufgeschoben werden sollten.

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Wer dieses Buch nicht braucht:

Sie wohnen auf mehr als 60 m² pro Person, Ihr Auto hat mehr als 60.000 Euro gekostet, Sie haben schnell verfügbare Barmittel von mehr als 100.000 Euro?
Dann wird Ihnen dieses Buch kaum weiterhelfen. Es sei denn, die Scheidung steht an, der Job wird gekündigt oder jemand hat einen Schadensersatzprozess gegen Sie angestrengt.

Für alle anderen heißt es: Nur noch ein bisschen Geduld.
Das Buch wird in etwa zwei Wochen lieferbar sein.