
Die Stimmen, die mehr Wirtschaftsbildung fordern, sind immer wieder und aus den unterschiedlichsten Ecken zu hören. Ebenfalls die Klagen darüber, dass die meisten Menschen von Wirtschaft keine Ahnung haben und sich daher oft falsch und zu eigenen Ungunsten entscheiden und verhalten.
So habe ich am 6. März bei PI News einen Artikel von Professor Hamer mit dem Titel „Land der ökonomischen Analphabeten“ gelesen, in dem er einige Umfragen mit erschreckenden Ergebnissen zitiert:
| Vergangene Befragungen haben nämlich gezeigt, dass mehr als 70 Prozent unserer Bevölkerung nicht wissen, was Gewinn ist. Sogar 86 Prozent wussten nicht, wie viel Durchschnittsgewinn die Unternehmen erzielen und mehr als 50 Prozent wissen nicht, wie hoch ihr persönlicher Steuersatz ist oder welche Sozialabgaben sie zahlen. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung wissen nicht, dass die Oberschicht und die Konzerne durch Steuerflucht nur 17 Prozent aller Abgaben mittragen, die Unterschicht aber mehr Sozialleistungen bekommt, als sie selbst tragen kann, so dass die fleißige Mitte zu netto über 80 Prozent nicht nur die öffentlichen Abgaben aller Ebenen bis zur EU, sondern auch die Subventionen an die Oberschicht und die Transferleistungen an die Unterschicht zahlen muss. |
Allerdings ist in punkto Wirtschaftsbildung tatsächlich nicht viel los in Deutschland. Die allgemeinbildenden Schulen haben damit wenig bis nichts am Hut. Die Hochschulen bieten zwar vielfältige Studiengänge in Wirtschaftswissenschaften an, doch was dort geboten wird, ist in der Regel vom realen Geschehen der Praxis weit entfernt, weil sich dieses in den dort bevorzugten mathematischen Modellen und Statistiken nur abstrakt und pauschalisiert beschreiben lässt. Auch der Großteil der Wirtschaftsliteratur besteht aus Regeln und Lehrsätzen, die so trocken daherkommen wie ein trockenes Brötchen von vorvorgestern.
Gerade der Artikel von Prof. Hamer hat mich dazu animiert, mir Gedanken zu machen, was ich zur Wirtschaftsbildung beitragen könnte. Natürlich habe ich viele Wirtschaftsthemen in meinen laufend veröffentlichten Beiträgen bereits angesprochen, aber eben immer auf aktuelle Ereignisse bezogen, nicht immer ausreichend vertieft, und schon gar nicht in einer erkennbaren und nachvollziehbaren Systematik. Ich weiß ja selbst nicht mehr, wann ich bei welcher Gelegenheit was angesprochen und erläutert habe.
Von daher habe ich beschlossen, noch einmal einen ganz neuen Ansatz zu wagen. Eine Serie von eher kurzen Artikeln, nahe an der Erlebniswelt meiner Leser (und derjenigen, die es auf diesem Weg vielleicht noch werden), die Schritt für Schritt in die gar nicht so geheimnisvollen Geheimnisse der Betriebs- und Volkswirtschaft einführt. Angereichert mit einem Schuss Humor, wo er angebracht ist, und dies in einer Gestaltung, die sich nach und nach zu einem praktischen Lehrbuch für den wirtschaftlichen Hausverstand entwickeln wird, verbunden mit einem Glossar, das es ermöglichen wird, gesuchte Themen schnell wieder aufzufinden.
Meine erste Stichwortsammlung zeigt mir, dass ich einem Artikel pro Freitag locker ein ganzes Jahr mit dieser Thematik bestreiten kann.
Heute ist der erste Artikel dieser Reihe erschienen. Der Titel lautet: