Wadephul

Haben Sie jemals eines der KI-erzeugten Videos aus der Reihe „Zwerg Olaf“ gesehen?

Nein?

Dann habe ich hier einen Link für Sie. Triggerwarnung: Sie könnten volle acht Minuten dafür brauchen!

Warum ich mich an diese längst von der Bildfläche verschwundene, fiktive Figur ausgerechnet heute wieder erinnere?

Nun, die Erinnerung kam, als ich die Videos von Wadephuls Einzug in das kleine Besprechungszimmer gesehen habe, wo Wadephul angetreten ist, dem Russen Lawrow die Leviten zu lesen. Wie er sich da bewegte, wie er schaute, wie er in Mimik und Gestik eben jenen Eindruck vermittelte, der bei mir die Erinnerung an Zwerg Olaf wach werden ließ, das war irgendwie surreal.

Aber noch eine Gewissheit drängte wehmütig ins Bewusstsein:

Annalena Baerbock war wenigstens immer gut angezogen.

Genau diese Pointe habe ich übrigens heute Vormittag noch am Ende des Deutschland-Teils der aktuellen Ausgabe von „EWK – Zur Lage“ untergebracht. Nach dem Motto: Wenn das Ernste anfängt komisch zu werden, ist ein herzhaftes Lachen die beste Methode, um der Verzweiflung zu entgehen.

Zum vollständigen Glück fehlte mir dann nur noch die Nachricht aus den Statistikabteilungen der Allianz, die mir, wie allen anderen privaten Haushalten auf Erden versicherte, wir seien noch nie so reich gewesen wie heute. 2025 waren das 8,6 Prozent Zuwachs gegenüber 2024 – und für das laufende Jahr sollen noch einmal 9 Prozent dazukommen. Liebe Leute, die Zeit ist reif für Rolex und Lamborghini!

Gut, wir wissen selbst, dass das Geldvermögen, wie das Vermögen überhaupt, sehr ungleich verteilt ist. Rolex und Lamborghini werden also in mehr als 99 Prozent der Haushalte nicht so schnell anzutreffen sein. 

Was sich aber nur wenige klarmachen, ist die Tatsache, dass der ganze Zuwachs, der hauptsächlich (80%) durch die Entwicklung der Aktienkurse entstanden ist, von höchst zweifelhaftem Wert ist. Gerade dann, wenn große Depots (teilweise) aufgelöst werden, um Liquidität für Investitionen zu gewinnen, führt die Börsenmechanik zwangsläufig dazu, dass die Kurse nachgeben – und das gilt für alle Aktien der gleichen Sorte – und wenn der Rutsch groß genug ist, werden auch andere Papiere mitgerissen.

Natürlich wird sich niemand sträuben, wenn durch eine Erbschaft plötzlich ein paar Millionen in Aktien in einem Depot liegen, das es vorher gar nicht gab. Natürlich ist es möglich, mit Aktien Gewinne zu erzielen und diese bei Verkauf zu guten Kursen auch zu realisieren. Aber die Kurstafel sagt eben nichts darüber aus, was die Papiere morgen, nächste Woche oder in einem halben Jahr wert sein werden. Kurse sind die Summe aus dem aktuellen Ertragswert der Aktiengesellschaft und einem meist deutlich größeren spekulativen Luftpolster. Finden lässt sich dieses Verhältnis in der KGV-Kennzahl (Kurs/Gewinn Verhältnis), aus der ein erster Eindruck gewonnen werden kann, ob eine Aktie eher günstig oder zu teuer notiert. Natürlich spielen bei Angebot und Nachfrage an der Börse in hohem Maße auch Zukunftserwartungen mit, doch es sind eben nur Erwartungen.

Ohne mich als Crash-Prophet inszenieren zu wollen, will ich doch anmerken, dass die Aussage zum gewachsenen Reichtum im Allianz Wealth Report nicht so ernst genommen werden sollte, wie sie uns verkauft wird, und schon gar nicht zum Anlass genommen werden sollte, in weltpolitisch krisenhaften Zeiten bei Kurshöchstständen damit zu beginnen, in Aktien zu investieren.

Gut. Lassen wir das. Sorgen machen Falten.

Noch mehr KI fake Videos mit Zwerg Olaf und anderen?

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