Vögel und Nicht-Vögel

Erst als die Vögel kamen, verwandelte sich die einheitsgraubraune Tierwelt in ein Paradies der Vielfalt.

 

Wir können nur hoffen und beten, dass ähnliche Schaubilder nicht schon in wenigen Jahren zur Standard-Ausstattung von Kindertagesstätten und Grundschulen gehören werden.

Die Tagesschau hat in aller Unschuld damit begonnen, die Unterscheidung zwischen Migranten und Nicht-Migranten vorzunehmen. Bärbel Bas hat die gleiche Unterscheidung getroffen, indem sie vom Einheitsgrau, bzw. Braun gesprochen hat, das erst durch Zuwanderung in ein hübsches Bild der kulturellen Vielfalt umgewandelt werden kann.

Verdammt noch mal!

Mich erinnert dieser Versuch der Unterscheidung heftig an die Trennung zwischen Ariern und Nichtariern, lediglich mit umgekehrtem Vorzeichen.

Es wird damit ja auch der Anschein erweckt, die Zeit, in der offiziell gefordert wurde, Migranten hätten eine Pflicht sich in die hiesige Gesellschaft zu integrieren, während die deutsche Gesellschaft die Pflicht habe, sie bei ihren Integrationsbemühungen zu unterstützen, sei endgültig vorbei.

Die Bilder der Tagesschau, die Ausländer und Deutsche im friedlichen Zusammenwirken zeigten, wurden durch den unterlegten Text geradezu konterkariert. Die Wortschöpfung „Nicht-Migranten“ baut auf dem öffentlich gepflegten, positiven Bild des „Migranten“ auf und stellt dem in Form einer subtilen Negation den „Nicht-Migranten“ gegenüber, dem es durch keine noch so große Anstrengung gelingen kann, in den Status des Migranten aufzusteigen.

Mir kann niemand erzählen, es gäbe in der mit Gebühren-Milliarden gefütterten ARD niemanden, dem diese neue Sprachregelung aufgefallen wäre, niemanden, der den Sinn dahinter hinterfragt hätte, niemanden, der nicht bewusst entschieden hätte, den gesprochenen Text so stehen zu lassen, anstatt ihn in „Migranten und Deutsche“ zu korrigieren. Zumal ja Bärbel Bas kurz zuvor mit ihrer Rede vom Einheitsgrau und Braun genau für solche seltsamen Töne hätte sensibilisieren müssen.

Es ist die „Haltung“, die dahintersteht, die mich erschrecken lässt und zornig macht. Eine Haltung, die sich im Recht und berechtigt sieht, Sprachregelungen zu erlassen und nach und nach über das denunziatorische Meldewesen durchzudrücken. Wird es dem Wort „Deutsche“ bald ebenso ergehen, wie den Wörtern „Neger“, „Mohren“, „Zigeuner“, „Eskimos“, „Liliputaner“, etc.? Muss die Inschrift am Bundestag geändert werden, in „DEM NICHT-MIGRANTISCHEN VOLKE“?

Ja. Ich rege mich auf.

Und allen, die daherkommen mögen, mich zu beruhigen, es sei doch nicht so schlimm und schon gar nicht so gemeint, werde ich die Frage stellen: „Und wie ist das mit dem Neger? Mit der Mohrenapotheke? Mit dem Zigeunerschnitzel? Das war doch in mindestens 99 Prozent der Fälle auch nicht so gemeint?“

Dann wird’s sich zeigen.

Graubraune Nicht-Migranten! Fühlt euch diskriminiert!

 

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