… und zwar würde ich von Ihnen gerne erfahren,
ob es wirklich Sinn macht,
sich für etwas einzusetzen,
wovon man überzeugt ist.
Diese Bitte wurde gestern in einer sehr ernst gemeinten Mail an mich gerichtet. Nachstehend meine Antwort:
| Lieber Herr XYZ,
haben Sie herzlichen Dank für diese Mail. Die Frage, mit der Sie sich beschäftigen, ist eine wichtige Frage. Ich weiß, es spricht vieles dagegen, sich einzusetzen und damit angreifbar zu machen. Wer den Kopf zu früh hebt, lebt in der Gefahr, den zu verlieren. Andererseits zeigen viele historische Beispiele, dass Veränderungen möglich sind, aber auch, dass dies nicht von alleine geschieht, sondern dass es Menschen braucht, die sich einer Sache annehmen. Man muss nicht mit Mahatma Gandhi beginnen, nicht mit Martin Luther King oder Nelson Mandela, es genügt ein Blick über die Grenze nach Österreich, wo Martin Sellner – seit wenigen Jahren erst – eine wachsende Zahl von Menschen hinter sich geschart hat, die miteinander ihre Ziele verfolgen. Sehen Sie in Deutschland nach Sachsen-Anhalt und auf Ulrich Siegmund … Das war und ist alles nicht einfach, es gibt auch immer wieder Rückschläge, und nicht jedem ist es gegeben, eine solche Bewegung anzuführen. Das braucht es auch nicht. Nicht jeder kann Papst sein, nicht jeder US-Präsident – es gibt immer nur einen zur Zeit, wobei es darauf ankommt, dass die Vielen mit anderen Fähigkeiten sich in den Dienst der Sache stellen. Und zwar mit dem, was sie können und vermögen, und mit dem Maß an Risiko, das sie selbst einzugehen bereit sind.
Vor 18 Jahren, im Februar 2008, habe ich ein Büchlein geschrieben, mit dem Titel: „Unsere Freiheit – Man kann sich dafür einsetzen“ Dieses Büchlein habe ich Ihnen als PDF an diese Mail angehängt. Vielleicht finden Sie darin Antworten und Anregungen, die auf Ihre persönliche Situation passen und Ihnen ermöglichen, sich einzusetzen. Eines allerdings ist wichtig zu wissen: Große Veränderungen brauchen Zeit. Ungeduld hilft nicht weiter. Das Bewusstsein, dass steter Tropfen den Stein höhlt, auch wenn die Wirkung des einzelnen Tropfens gar nicht gemessen werden kann, hilft dabei, an einer großen Aufgabe nicht zu verzweifeln. Herzliche Grüße und alle Gute Egon W. Kreutzer |
Dass mir dieses dünne Büchlein mit seinen 101 Seiten noch einmal einfällt, kommt relativ selten vor. 18 Jahre sind auch eine lange Zeit, da geraten die alten Gedanken schon einmal in Vergessenheit. Es war für mich Anlass genug, den Text selbst noch einmal zu überfliegen.
1. Überraschung: Was ich damals als Bedrohung der Freiheit an die Wand gemalt habe, besteht heute noch – in weiten Teilen in verschärfter Form. Nur die damals verantwortlichen Figuren sind verschwunden.
2. Überraschung: Meine Formulierungen waren damals um einiges schärfer als heute. Will sagen: Heute würde ich so manchen Satz so nicht mehr schreiben, sondern vorsichtiger formulieren. Meiner Haustüre zuliebe.
3. Überraschung: Was damals noch entfernte Vision war, nämlich eine Mehrheit der Demokraten zu organisieren, der es gelingt, die ersehnte Politikwende herbeizuführen, erscheint heute bereits greifbar nahe. Ein Blick auf die Umfragen genügt ja schon.
Es wäre jedoch falsch, sich jetzt zufrieden zurückzulehnen. Meinungsumfragen sind noch keine Wahlergebnisse, und Wahlergebnisse sind noch keine Garantie für einen Wechsel der Regierung. Da muss ich ausgerechnet Angela Merkel zitieren, die schon im Juni 2005 anlässlich des 60 jährigen Bestehens der West CDU erklärt haben soll:
„Politik ohne Angst, Politik mit Mut – das ist heute erneut gefragt. Denn wir haben wahrlich keinen Rechtsanspruch auf Demokratie und soziale Marktwirtschaft auf alle Ewigkeit. Unsere Werte müssen sich im Zeitalter von Globalisierung und Wissensgesellschaft behaupten.“
Es gibt noch viel zu tun.
Anregungen und Motivation, sich zu beteiligen, finden Sie in „Unsere Freiheit – Man kann sich dafür einsetzen“.
Den Originaltext von 2008 können Sie hier kostenlos herunterladen.
Es spricht auch nichts dagegen, wenn Sie den Link an Freunde und Bekannte weiterleiten.
Vielen Dank, daß sie das Werk kostenfrei zur Verfügung stellen.
Schade, daß es nicht mehr physisch verfügbar ist – ich werde immer wieder mal in den Antiquariaten danach suchen. Das ist ein Dokument, das man mehrmals liest!
Elektronisch findet es sich übrigens auch auf archive.org