Ein Vorschlag zur Güte, Herr Klingbeil
Das von der NATO vorgegebene Ziel zur Rettung des Planeten, nämlich bis 2029 den Status uneingeschränkter Kriegstüchtigkeit zu erreichen, erfordert gerade von Deutschland, das aufgrund seiner Geschichte eine Vorbildrolle einzunehmen hat, besondere Anstrengungen.
Das Gewäsch von Kritikern,
- es habe keinen Zweck, alleine die NATO kriegstüchtig zu machen, da dabei vergessen würde, dass zur Rettung des Planeten ein ebenfalls kriegstüchtiger Gegner erforderlich sei, und
- deutsche Kriegstüchtigkeit alleine mache nur einen minimalen Anteil, der notwendigen Kriegstüchtigkeit aus, und sei folglich vernachlässigbar, wie auch der Ansatz
- es habe schon des Öfteren, wenn auch in wechselnden Weltgegenden, langanhaltende Phasen friedlicher Koexistenz gegeben, ohne dass der Planet darüber verloren gegangen sei,
gehen vollends am Thema vorbei.
Erstens wird unser Streben nach Kriegstüchtigkeit den Völkern dieser Welt vorbildlich vor Augen führen, was alles möglich ist, wenn man nur will und die passenden Prioritäten setzt. Zweifellos werden alle Staaten unserem Vorbild folgen und ebenfalls kriegstüchtig werden wollen, was wir selbstverständlich wiederum mit unserem Knowhow und unserer Haltung unterstützen werden. Daran wird es also nicht mangeln. Der Multiplikationseffekt, der so von den deutschen Bestrebungen, kriegstüchtig zu werden ausgeht, kann gar nicht unterschätzt werden. Außerdem gibt es historische Parallelen, die dies bereits zur Genüge bewiesen haben, so dass eine neuerliche Diskussion nur davon abhalten würde, das Sicherheitsziel zu erreichen, bevor die Kipppunkte signalisieren, dass, wer zu spät kommt, vom Leben bestraft wird. Die Rede von den längeren Phasen friedlicher Koexistenz auf Erden wurde oft vorgetragen, bleibt aber unbewiesen und kann daher nicht als Grundlage für kriegsentscheidende Entscheidungen sein.
Daher muss nun endlich Schluss sein, mit dem schläfrigen Dahindösen der Deutschen in Stadt und Land. Der Traum von der Friedensdividende ist ausgeträumt. Wer die Augen öffnet, sieht das Gegenteil. Verwüstungen weit und breit. Deindustrialisierung, Verfall, nicht nur der Infrastruktur, sondern auch der Bildung und der Bildungseinrichtungen, dazwischen die wie der Steinbrech wurzelnde bunte Vielfalt und die steil nach oben strebenden Preisangaben für Strom, Benzin, Diesel und Heizöl – insgesamt eine Karikatur von Wehrhaftigkeit und Kriegstüchtigkeit.
Deutschland muss wachgerüttelt werden.
Nichts und niemand ist dazu besser in der Lage als ein Finanzminister, der das Volk mit immer neuen Steuern aufzuregen vermag. Es zeigt sich allerdings, dass das erreichte Niveau schon wieder nicht mehr ausreicht. Der Gewöhnungseffekt der Gewohnheitstiere lässt selbst die widerlichsten Kritiker immer weiter abstumpfen. Seit Wochen fragt man sich verwundert, wo denn der Aufschrei über die Zuckersteuer bleibt. Der ist ausgeblieben. Auch die geniale Idee, Zuckersteuer auf alles zu erheben, was keinen Zucker enthält, obwohl es theoretisch Zucker enthalten könnte, hat noch nicht einmal zu einer Verpuffung im Volksgemüt geführt, geschweige denn zu einer Ex- oder Implosion.
Der deutsche Michel zieht sich einfach seine Schlafmütze tiefer über den Kopf und pennt weg.
Es lässt sich vorhersehen, dass auch eine Salzsteuer auf alles was Salz enthält, bzw. enthalten könnte, nichts bringen wird, außer Geld natürlich. Aber was hilft dem Finanzminister, der sowieso schon wie Onkel Dagobert im Sondervermögen schwimmt, eine zusätzliche Steuereinnahme, wenn die erwaretete Kriegstüchtigkeit ausbleibt.
Das Übel muss an der Wurzel gepackt werden. Die Wurzel des Übels ist der Schlaf, der die Deutschen, nachdem sie abends erschöpft und wütend ins Bett gesunken sind, am Morgen doch wieder frohgemut und frei von Sorgen und Ängsten erwachen lässt, wie einst die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen (hei-ho, hei-ho!).
Es wäre also von großem Nutzen, zunächst den überflüssigen Schlaf zu besteuern. Die technischen Mittel sind verfügbar. Alle Deutschen, vom vollendeten 13. bis zum vollendeten 90. Lebensjahr erhalten die Sleep-peep-Smartwatch (SPSW) , die zuverlässig erkennt, ob ihr Träger wacht oder schläft, die Schlafzeiten innerhalt jedes 24-Stunden-Intervalls summiert und bei Überschreiten der zulässigen Schlafzheit von 420 Minuten automatisch über die gekoppelte Banking-App für jede Minute Überschlaf die Überschlafsteuer in Höhe von 26 Cent pro Minute direkt an das örtlich zuständige Finanzamt überweist.
Weil es sich bei der SPSW nicht um eine Fußfessel handelt, kann diese natürlich jederzeit abgenommen werden. Dann allerdings zählt jede Minute, in der sich die SPSW nicht am Handgelenk befindet, nach einer Karenzzeit von 15 Minuten als Schlafenszeit.
Vorläufige Berechnungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland, der Bertelsmann Stiftung und einer nicht genannt werden wollenden NGO haben ergeben, dass mit einem jährlichen Gesamtaufkommen aus der Überschlafsteuer in der Größenordnung von 120 bis 150 Milliarden gerechnet werden kann.
Dies ist es aber nicht, was den Finanzminister wirklich interessiert. Hauptsache, das Volk bleibt wach. Bleibt es wach, kann es dreierlei mit der zusätzlichen Zeit anfangen. Erstens produktiv arbeiten, zweitens konsumieren und drittens, sich Sorgen machen. Arbeit und Konsum treiben das Wachstum an. Die Sorgen führen zur Vorsorge – und die beste Vorsorge ist nun einmal die Kriegstüchtigkeit. Das lässt sich vermitteln.
Der besondere Vorteil der Überschlafsteuer liegt darin, dass Gewöhnungseffekte, die zur Verminderung der Überschlafminuten und damit zu rückläufigen Steuereinnahmen führen würden, sehr leicht durch Reduzierungt der steuerfreien Schlafzeit wieder ausgebremst werden können. Das ist wie bei den CO2-Zertifikaten. Die werden doch auch reduziert, wenn zu wenig CO2 in die Luft geblasen wird.
Ein kleiner Schritt für einen Finanzminister,
ein großer für die Menscheit…
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