Sieben Gründe, die für massive Staatsverschuldung sprechen (Satire)

Die Staatsverschuldung ruft zunehmend Kritiker auf den Plan. Die warnen vor unbezahlbaren Zinsen, ja sogar vor dem Staatsbankrott. Manche versteigen sich sogar zu der Behauptung, wir würden heute das Geld verjubeln, das Kindern und Enkeln dereinst fehlen wird.

Der Regierung hingegen fehlt der Mut, dagegen zu halten und die Vorteile der Staatsschulden herauszustellen, da hört man immer nur Entschuldigungen, von wegen, es ginge halt nicht anders, und sobald es möglich sei, werde man schon wieder sparen.  Welch eine erbärmliche Argumentation. Da hätte ich mir von Merz und Klingbeil schon mehr erwartet.

Schließlich ist jeder Euro Staatsverschuldung ein Grund zum Jubeln für das Volk. Ich habe hier sieben Argumente zusammengetragen. Jedes einzelne – als Wahlslogan eingesetzt – ausreichend für die absolute Mehrheit im Bundestag. Wer wird damit in den Wahlkampf ziehen?

1. Schulden statt Steuern – ein Befreiungsschlag für die Bürger

Es gibt immer viel zu bezahlen. Das wissen die Bürger, die täglich um sechs aufstehen und zur Arbeit gehen am allerbesten. Dem Finanzminister geht es aber nicht anders. Wie der einfache arbeitende Bürger steht er vor der Frage: Woher nehmen? Lange lautete die Antwort: Steuern erhöhen. Die Folge war, dass die einfachen Bürgern sich außer dem nackten Überleben schon fast nichts mehr leisten konnten. Schluss damit! Steuern runter! Bürger entlasten! Ab sofort heißt die Antwort: Höhere Neuverschuldung, zum Wohle des Landes und seiner Bürger.

2. Verdienen mit Staatsschulden

Wenn die Bürger keine Steuern mehr zahlen, behalten sie eine Menge Geld übrig. Davon können sie dann Schuldscheine des Staates kaufen. Wer nur  jedes Jahr 10.000 Euro aus seinen ersparten Steuern in Staatsanleihen zu 3 % investiert, hat nach 10 Jahre schon 15.690 Euro an Zinsen verdient – und bekommt außerdem auch schon die ersten 10.000 Euro zurück. Hätte er 10 Jahre lang 10.000 Euro Steuern gezahlt, hätte er genau nichts. Das ist doch ein bemerkenswerter Unterschied: Nichts, gegen 25.690 Euro. Dabei muss noch bedacht werden, dass manche ja noch sehr viel mehr Steuern zahlen, und auf diesem Weg noch sehr viel mehr verdienen könnten – und die Staatsfinanzierung ist dennoch gesichert.

3. Bürokratie-Abbau durch Staatsschulden

Die Wirtschaft wird extrem entlastet. Ganze Buchhaltungabteilungen können geschlossen werden. Das ganze Elend ist ja nur erforderlich, um dem Staat am Ende eine Bilanz vorlegen zu können, die dieser wiederum nur sehen will, um auf den Gewinn Steuern zu erheben. Finanziert sich der Staat aber zu hundert Prozent durch Verschuldung, braucht es kein Finanzamt mehr, keinen Steuerprüfer, auch keine Steuerberater. Es ist aber nicht nur die Wirtschaft. Auch wer alle Jahre seinen Lohnsteuerjahresausgleich macht oder machen lässt, oder seine Einkommensteuererklärung abliefern muss, braucht vor dem Finanzamt nicht mehr die Hosen herunterlassen. Er ist von dieser tief demütigenden Arbeit befreit. Letztlich spart sich aber auch der Staat das ganze Finanzamtswesen, sogar die Steuerschätzer, die sich ihre Expertise ja auch etwas kosten lassen. Herrliche Zeiten – nur Schulden machen’s möglich!

4. Sicherheit durch Staatsschulden

Wenn es Bürgern und Wirtschaft so gut geht, wie es ohne Steuern nur gutgehen kann, erwarten sie vom Staat natürlich zu Recht, dass ihr sauer erarbeitetes Eigentum geschützt wird. Mit Steuern liefe das allerdings darauf hinaus, dass alle für ihre Sicherheit selbst aufkommen müssen. Das kann nicht der Sinn der Sache sein. Sowohl die innere, als auch die äußere Sicherheit, Polizei und Bundeswehr, sind orginäre Staatsaufgaben. Also muss der Staat doch auch dafür aufkommen. Dass dies am einfachsten mit Schulden zu gewährleisten ist, ist doch klar. Also: Schulden bringen Sicherheit!

5. Wohlstand für alle – nur mit Staatsschulden

Bisher war Wohlstand begrenzt durch die volkswirtschaftliche Leistung. Mit der Besteuerung wurde der Wohlstand umverteilt, bis sich Leistung nicht mehr lohnte. Den Gutverdienern wurde soviel wegbesteuert, dass ihnen die Lust vergangen ist, noch mehr zu leisten, und denen, die nichts verdienen, wurde so viel gegeben, dass sie das nie und nimmer selbst verdienen könnten, selbst wenn es die Jobs gäbe,die sie bräuchten. Lässt man nun den Gutverdienenden ihren Verdienst vollständig, können diese noch größere Sprünge machen, was nur gerecht ist, wenn sich Leistung lohnen soll. Denen, die nichts oder sehr wenig verdienen, kann der Staat durch Anhebung der Sozialleistungen endlich auch ein Einkommen zukommen lassen, das vollständige Teilhabe am sozialen Leben ermöglicht. Da erstirbt der Sozialneid von alleine und Friede, Freude und Eierkuchen erscheinen als Staatssymbole am Horizont.

6. Schulden sind doch gar keine Schulden

Staatsschulden sind keine Schulden. Auch dann nicht, wenn sie nicht, wie heute noch, verschämt als „Sondervermögen“ bezeichnet werden. Der Bürger nimmt ja gemeinhin an, auch weil er es selbst so gewöhnt ist, Schulden müssten eines Tages auch zurückgezahlt werden. Bei den Staatsschulden ist das prinzipiell anders. Staatsschulden sind Ewigkeitsschulden. Tief im Inneren der Schuldenverwaltung gibt es zwar auch Tilgungsvorgänge, aber das sind nicht wirklich Tilgungsvorgänge, es sind Umschuldungsvorgänge. Oder, um es in einfacher Sprache auszudrücken. Alte Schulden werden mit neuen Schulden bezahlt. Das gilt übrigens auch für die Zinsen, heute schon. Das ist übrigens keineswegs dumm von den Gläubigern. Was sollten die denn mit dem Geld anfangen, sollte der Staat tatsächlich einmal tilgen, statt sich neu zu verschulden? Dafür wären ja gar nicht genug Anlagemöglichkeiten an anderer Stelle vorhanden. Das viele Geld, das da nach Anlage suchen würde, würde ja nur die Preise in die Höhe treiben und Inflation auslösen. Das kann niemand wirklich wollen, weder die Reichen, noch die weniger Reichen.

7. Schulden sind die gute Fee in der Realität

Im Märchen muss man das Glück haben, oder es sich irgendwie verdient haben, dass die gute Fee auftaucht und sagt: „Du hast drei Wünsche frei!“
Wie rückständig! Wie langweilig! Und außerdem so außerordentlich selten! Ein Staat, der unermüdlich Schulden macht, ist seine eigene gute Fee, es wird ihm und seinen Repräsentanten an nichts mangeln. Er kann in Brüssel eine EU, in der Ukraine einen Krieg und in seinen Städten und Gemeinden Millionen von eingwanderten, nicht erwerbstätigen Erwerbsfähigen finanzieren und noch einen ganzen Sack von NGOs dazu, aber der Kanzler kann die Kosten für seinen Frisör immer noch aus der Staatskasse nehmen, denn die wird – wie Vater Rhein – niemals leer.

Das waren die besten Argumente für noch mehr Schulden.

Wer ohne Schulden ist, der werfe den ersten Stein.

 

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen