Kaum bewegt sich was, kommen sie aufgeschreckt aus ihren sicheren Unterständen hervor, plustern sich auf, erteilen ihre Wünsche in Form von unerwünschten Ratschlägen, verbunden mit düsteren Ankündigungen, was herauskäme, wollte man nicht auf sie hören.
Witkoff und Putin haben miteinander drei Stunden lang gesprochen. Das Ergebnis der Verhandlungen über die Bedingungen für einen Waffenstillstand wurde von beiden Seiten als annehmbar angesehen.
Was haben die Europäer bis dahin getan? Ihre letzten Kröten zusammengekratzt und als Care-Pakete in die Ukraine geschickt, damit der Krieg bloß nicht aufhört, bevor Selenskis Truppen vor Moskau stehen? Oder, was meinen Sie, wie die sich das vorgestellt haben?
Nun ist, seit Boris Johnson die Waffenstillstandsvereinarungen torpediert hat, die schon kurz nach Beginn des Krieges quasi unterschriftsreif auf dem Tisch lagen, erstmals wieder eine Situation eingetreten, aus der heraus ein Waffenstillstand und darauf aufbauend eine Friedensregelung in greifbare Nähe gerückt sind.
Statt aber nun Putin und Trump diesen Plan in Ruhe besprechen und in seinen Wirkungen analysieren zu lassen, veranstalten sie erst einmal eine eigene Ukraine-Konferenz, und versteigen sich zu Aussagen, die absolut nicht in ihrer Kompetenz liegen, dass nämlich Selenski an den Verhandlungen beteiligt werden müsse, und dass Gebietsabtretungen keinesfalls in Frage kämen, und dass sie die Ukraine weiterhin ausrüsten und unterstützen werden.
Glücklicherweise ist nicht zu befürchten, dass sich Putin oder Trump oder beide von diesen starken Worten aus dem Reich der Zwerge hinter den sieben Bergen beeindrucken ließen, sonst müsste man diese Beschwörungen nämlich als den nächsten Versuch werten, eine zum Greifen nahe Friedenslösung noch einmal zu torpedieren.
Nur verkniffene Winkeladvokaten, Politiker, die sich auf deren Gutachten stützen, und Medien, die darin ein gefundenes Fressen sehen, werden noch ernsthaft behaupten wollen, dass die mit großer Mehrheit gewonnenen Abstimmungen über den Anschluss an Russland nichts anderes sein sollen, als ein völkerrechtswidriger Angriffskrieg. Da bräuchte im Grunde noch nicht einmal darauf hingewiesen werden, dass Selenski „seine eigenen Landsleute“ von 2014 an mit diversen Repressionen überzogen und auch nicht davor zurückgeschreckt hat, Krieg gegen diese zu führen – im glatten Widerspruch gegen die Minsker Vereinbarungen übrigens, aber weil es so war, unterstreicht es das Recht auf Selbstbestimmung der Völker und die Gültigkeit des Anschlusses an Russland nur noch einmal umso deutlicher.
Wenn Trump und Putin sich also auf Gebietsabtretungen einigen, wie immer die letztlich aussehen, wird damit eine saubere Trennungslinie zwischen Russen und Ukrainern gezogen sein, die – nun nicht mehr unter einem Staatsdach zum Zusammenleben gezwungen – die ethnischen Ursachen des Konflikts aus der Welt schaffen wird. Die Ukraine muss ihre russischen Staatsbürger nicht mehr von der Wasserversorgung abschneiden, muss nicht die Rentenzahlungen einstellen, muss nicht die russisch-orthodoxe Kirche einschüchtern, bzw. verbieten, und die Russen müssen nicht mehr mit Artillerie beschossen werden, um sie gefügig zu machen. Weil die ungeliebte Ethnie eben nicht mehr zur Ukraine gehört. So wunderbar einfach.
Russland braucht auch nicht mehr zum Schutz seiner Staatsbürger Krieg mit der Ukraine zu führen, weil das Problem auf andere Weise gelöst werden konnte.
Wie wollen die Herren Starmer, Macron und Merz denn sonst zum Frieden in der Ukraine beitragen? Bisher ist nur zu erkennen, dass sie an Waffen liefern, was ihnen nur möglich ist, und fette Schecks ausstellen, damit Selenski den Staatsapparat finanzieren kann.
Und dieser Selenski, diese Marionette von Gnaden der EU, der wie das Rumpelstilzchen darauf besteht, dass kein Quadratzentimeter seiner Ukraine an den Feind abgetreten wird, obwohl das Kriegsgeschehen täglich Zig-Quadratkilometer verloren gehen lässt, der soll nun in den Verhandlungen zwischen Putin und Trump eine Rolle spielen? Ja welche denn? Der verweist auf seine Verfassung und erklärt, es sei verboten, Gebiete abzutreten. Mehr kann er nicht, außer nach noch mehr Waffen und noch mehr Geld schreien. Wie soll mit dem verhandelt werden können? Wer selbst nichts mehr in der Hand hat, aber keinesfalls auch nur das geringste Zugeständnis machen will, ist doch verhandlungsunfähig.
Sind „die Europäer“ wirklich der Meinung, nachdem sich die USA aus dem Ukraine-Abenteuer weitgehend zurückgezogen haben, fiele ihnen die Ukraine nun wie ein reifer Apfel direkt in den Schoß, wenn sie nur dranbleiben?