Probleme und Propheten – ein Pamphlet wider die Alternativlosigkeit

PaD 36 /2020 Probleme und Propheten – hier auch als PDF:
PaD 36 2020 Probleme und Propheten

 

Für jedes echte Problem gibt es mindestens drei Lösungen.

Dieser Satz ist nicht beweisbar, er kann aber auch nicht widerlegt werden.

Die Vorhersagen echter Propheten erfüllen sich stets.

Auch dieser Satz ist nicht beweisbar, und er kann ebenfalls nicht widerlegt werden.

Was die beiden Aussagen miteinander zu tun haben, erschließt sich erst auf den zweiten Blick. Betrachtet man nämlich das, was Propheten gewöhnlich vorhersagen, dann handelt es sich, von Ausnahmen abgesehen, stets um die Ankündigung von Problemen.

Zum Teil stehen diese Ankündigungen als absolut und unabänderlich im Raum. Dann handelt es sich regelmäßig um reinsten Determinismus, das heißt, um das Ergebnis einer zwangsläufigen, mechanistischen Entwicklung, wie sie von Beginn der Zeit an feststeht, wobei der Prophet nicht die Fähigkeit hat, dies selbst „auszurechnen“, sondern, dass er, mit welchen Mitteln und Methoden auch immer, fähig ist, in die unabänderliche Zukunft zu schauen. Der Mensch steht solchen Prophezeihungen ratlos gegenüber, denn er kann aktiv nichts tun, um eine von der Prophezeihung abweichende Zukunft zu gestalten. Daher werden die meisten sich in der Kunst des Ignorierens üben, wobei das von Hoymar von Dithfurth zitierte Apfelbäumchen Martin Luthers zu Ehren kommt, während andere versuchen, vor dem Hereinbrechen des Unheils noch nachzuholen, was sie bisher im Leben versäumt haben, und wieder andere in eine tiefe Depression versinken, mit Gott und dem Schicksal hadern und zu überhaupt nichts mehr zu gebrauchen sind, als zum schlechten Beispiel.

Zum Teil, und das kommt häufiger vor, sind die Prophezeihungen ein Abbild des „Worst-case-Szenarios“, das so kommen wird, wenn die Adressaten der Prophezeihung sich nicht an die mit der Prophezeihung verbundenen Handlungsanweisungen halten. Hier ist von Determinismus nichts mehr zu finden. Es gibt eine Wahlmöglichkeit, die Zukunft kann verändert werden. Das erscheint auf den ersten Blick sympathischer, ist aber letztlich um einige Grade teuflischer, denn bei den zu befolgenden Handlungsanweisungen handelt es sich in Regel um Aktivitäten oder Unterlassungen, die ziemlich unbeliebt sind, zumal sie Mühe, aber keinen Spaß machen. Ihre Wirkung entfalten solche Prophezeihungen über den Hebel der leicht zu aktivierenden Hysteriker. Diese werden, von ihrer Angst gejagt, jeden terrorisieren, der den Versuch unternimmt, die Prophezeihung zu ignorieren, und nur wenigen wird es gelingen, nachhaltig Widerstand zu leisten. Die Zahl derjenigen, die es vorziehen in tiefe Depression zu versinken ändert sich zwischen den beiden Arten von Prophezeihungen kaum. Was auch daran liegt, dass manche Menschen eine gewisse latente Bereitschaft für depressiv-resignatives Verhalten in sich tragen, und diese ausleben, sobald sich dafür ein Anlass zeigt.

Abweichend von den vorgenannten Arten der Prophezeihungen, aber mit erheblichen Überschneidungen dazu, ist noch die selbsterfüllende Prophezeihung zu erwähnen. Ein Phänomen, das von  Robert K. Merton so erklärt wurde: „Wenn die Menschen Situationen als real definieren, sind sie in ihren Konsequenzen real.“ Dabei treten die Prophezeihungen nicht selten in der Form von Gerüchten auf. Das Gerücht vom drohenden Zusammenbruch einer Bank kann diesen herbeiführen. Massenpanik, ausgelöst von dem Ruf: „Die werden uns alle niedertrampeln!“, fällt in die gleiche Kategorie, die hier allerdings nur erwähnt, aber nicht weiter behandelt werden soll.

Der Ausweg aus Prophezeihungen

führt über die rationale Untersuchung ihres Inhalts und der gegebenenfalls angebotenen Handlungsanweisung zur Erkenntnis eines oder mehrerer Probleme und von da aus zu Lösungsansätzen, von denen es immer mindestens drei gibt, auch wenn der dritte manchmal nicht leicht zu finden ist. Vermeintlich unlösbare Probleme entstehen dann, wenn die Formulierung eines Problems nicht auf das eigentliche Problem, sondern eher auf Symptome ausgerichtet ist, oder wenn das Problem schon mit einer (untauglichen) Lösungs-Strategie fest verbunden worden ist.

Nehmen wir als Beispiel jene, die gesamte Welt beschäftigende Prophezeihung her, die da lautet: Das Klima auf der Erde wird sich in den nächsten dreißig Jahren sehr negativ verändern, es sei denn, die Menschheit hört auf CO2 zu emittieren. Das ist nun, genau genommen, überhaupt kein Problem, sondern eine Vorhersage, verbunden mit einer Handlungsanleitung, wie sie aus dem christlichen Religionsunterricht bekannt ist: „Wenn du nicht tust, was Gott verlangt, kommst du für ewig an einen höllisch heißen Ort.“ Dass die Zahl der religiösen Hysteriker unter den Mitteleuropäern stark zurückgegangen ist, weil „Gott“ irgendwie „out“ ist, erleichtert es den Klimapropheten, aus den Reihen der – hinsichtlich des Auslebens ihrer Hysterie Unterbeschäftigten – viele für sich zu gewinnen. Das macht es schwer, die Prophezeihung zu ignoriern – und es ist nicht einfach, unter dem Gekreische der Hysteriker eine rationale Untersuchung des Inhalts der Prophezeihung und der dazu gegebenen Handlungsanweisung durchzuführen.

Suchen wir also in der Prophezeihung nach dem Problem. Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, ein Problem zu entdecken:

  1. Die Klimahysteriker nerven.
  2. Es gibt mehr Wirbelstürme, Überschwemmungen und Erdrutsche.
  3. Niedrig gelegene Landstriche werden versinken.
  4. Die Eisbären sterben aus.
  5. Es dürfen keine fossilen Brennstoffe mehr benutzt werden.
  6. Es wird Schwierigkeiten geben, ausreichend Strom zu erzeugen.
  7. Aus den Permafrostböden entweicht jede Menge Methan.
  8. Die Dürre führt zu Ernteausfällen.
  9. und so weiter …

Auch wenn es dem üblichen Denken vollständig zu widersprechen scheint:

Dies alles sind keine Probleme.

Es handelt sich immer noch um die gleiche Prophezeihung. Durch die Detaillierung der Vorhersage ändert sich an ihrem Charakter nichts. Es bleibt eine Vorhersage, eine Prognose, eine Hypothese, eine Möglichkeit, immer noch weit von einer „Feststellung“ entfernt.

Was ist, im Gegensatz dazu, ein Problem?

Ein Problem ist dann gegeben, wenn es für die Lösung einer Aufgabe kein Vorbild, keinen bekannten und bewährten Weg gibt, wenn es also gilt, die Mittel und Methoden, um ein angestrebtes Ziel zu erreichen, erst zu finden.

Das Problem steckt immer nur in der Frage, wie es gelingen kann von einem gegebenen oder erwarteten Zustand A aus, den erwünschten Zustand B zu erreichen.

Dies setzt unabdingbar voraus, den erwünschten Zustand zu beschreiben. Auch hierfür gibt es eine Unzahl von Möglichkeiten:

  1. Das Klima soll immer so bleiben, wie es 1990 war.
  2. Die Durchschnittliche Temperatur auf der Erde soll nicht um mehr als 1,5 Grad Celsius ansteigen.
  3. Deutschland soll bis 2035 CO2-neutral sein.
  4. Der Meeresspiegel soll bis 2100 um maximal 50 cm steigen.
  5. Die Ernährung der Weltbevölkerung soll dauerhaft gesichert sein.
  6. Die Gletscher sollen wieder auf ihren Umfang von 1871 anwachsen.oder vielleicht
  7. Die Erde soll für alles Leben ein angenehmer Ort sein.

Erkennen Sie den Unterschied zwischen den Beschreibungen des erwünschten Zustandes in den Formulierungen a bis f
und der Formulierung g?

Unter a bis f sind relativ konkrete Einzelziele genannt, die – weil sie so konkret sind – die Zahl der Lösungsmöglichkeiten massiv einschränken. So könnte eine „fiktive“ Lösung für die Begrenzung des Anstiegs des Meeresspiegels darin bestehen, mit extremem Energieaufwand die erforderliche Menge Meereswasser von der Erde in den leeren Raum zwischen Jupiter und Saturn zu beamen. Vorausgesetzt, die technische Möglichkeit bestünde, wäre dies dennoch eine der dümmst-möglichen Lösungen mit unüberschaubaren Nebenwirkungen.

Nicht anders bei dem Ansatz, Deutschland müsse bis 2035 CO2-neutral sein. Auch hier bleibt nur übrig, mit immensem Aufwand ein Ziel anzustreben, das im Grunde nur unerwünschte Nebenwirkungen hervorbringen wird, weil die Zielsetzung, sollte sie denn mit extremem Aufwand bei gleichzeitigem Verzicht auf gewohnte Annehmlichkeiten erreichbar sein, nur eine minimale Auswirkung auf den CO2-Gehalt der Atmosphäre haben kann, die an den Grundlagen der Vermutung, steigender CO2-Gehalt der Atmosphäre trage zu steigenden Durchschnittstemperaturen bei, nichts verändert. Ob Deutschland 2035 CO2-neutral sein wird oder nicht, ist für das Weltklima absolut irrelevant.

Im Gegensatz dazu bringt die Zielvorstellung g), „Die Erde soll für alles Leben ein angenehmer Ort sein“, das zum Ausdruck, was im Grunde „der erstrebenswerte Zustand“ ist, ohne dabei eine bestimmte Vorstellung von diesem angenehmen Ort oder gar einen konkreten Lösungsweg schon implizit vorzugeben. Zielvorstellung g) alleine macht also frei, sowohl den Idealzustand neu zu erfinden als auch den Weg dahin zu beschreiben.

Es ist exakt der gleiche Unterschied, der zwischen zwei Heimwerkern besteht, die sich, jeder für sich, zum Ziel gesetzt haben, einen Schrank zu bauen. Der eine beschränkt sich darauf, die in seiner Werkstatt vorhandenen Werkzeuge zu nutzen, wo er über eine Handsäge, ein Maßband, einen Bleistift, einen Hammer und eine Schachtel mit Nägeln verfügt, während der andere sich vor Beginn der Arbeit im Baumarkt beraten lässt, wobei aus der Idee „Regal“ durchaus die Idee „Virtrine“ werden kann, und sich dann, je nach Anspruch an das fertige Möbel, mit den für den Erfolg erforderlichen nützlichen Werkzeugen und Kleinmaterial eindeckt.

Der eine wird am Ende ein grobes, wackliges Regal zusammengenagelt haben, von dem seine Frau vermutlich sagen wird: „Das kommt mir auf keinen Fall in unser Wohnzimmer“, der andere wird ein Schmuckstück schaffen, um das ihn Freunde und Bekannte beneiden werden.

Doch bleiben wir bei der Erde.

Was ist das, ein angenehmer Ort für alles Leben? Es scheint so, als stünde diese Zielvorstellung nicht mehr im Zusammenhang mit dem erwarteten Zustand A „Klimaveränderung“, außerdem war die Erde noch nie ein angenehmer Ort für alles Leben, das Leben hat sich stets die Nischen gesucht, in denen es günstige Bedingungen vorgefunden hat, und sich – bei Veränderung der Bedingungen – angepasst oder anderen, besser angepassten Lebensformen Platz gemacht. Bleiben wir also realistisch und schrauben die Ansprüche ein Stück weit zurück:

g(neu), lautet folglich:

Die klimatischen Verhältnisse auf der Erde sollen günstige Bedingungen für den Bestand und die Weiterentwicklung des Lebens bieten.

Nun endlich ist es möglich, die Lücke zwischen dem befürchteten/erwarteten Zustand A und dem angestrebten Zustand B als zu lösendes Problem zu beschreiben. Zum Beispiel so:

  1. Auf welche Weise können auf der Erde günstige klimatische Bedingungen für den Bestand und die Weiterentwicklung des Lebens hergestellt und erhalten werden?

Diese Problemformulierung führt automatisch zu der Frage: Wie sehen günstige klimatische Bedingungen für das Leben auf der Erde aus?

Um diese Frage beantworten zu können, bleibt nichts anderes übrig, als die in Zeitreihen geordneten Datenbestände der Klimaentwicklung der Vergangenheit und die der Prosperität des Lebens nebeneinander zu legen und dabei nach Korrelationen zu suchen.

Ohne dies im Einzelnen darlegen zu wollen – in diesem Aufsatz geht es ja nicht ums Klima, sondern um die Zusammenhänge und Widersprüche zwischen Prophetie und Problemlösungen – es gibt keinen Zweifel: Diese Datenreihen liegen vor. Diese Datenreihen zeigen eine deutliche Korrelation zwischen  der Prosperität des Lebens in Flora und Fauna und den wechselnden klimatischen Bedingungen. Kurz zusammengefasst erhält man die empirisch belegbare Aussage:

Je kälter die Durchschnittstemperatur der Erdatmosphäre,
desto ungünstiger waren die Bedingungen für das Leben.

Je höher die Durchschnittstemperatur,
desto vielfältiger und prosperierender
konnte sich das Leben entwickeln und ausbreiten.

Eine so hohe Durchschnittstemperatur,
dass das Leben darunter gelitten hätte,
ist seit der Erstarrung der Erdkruste und
der Bildung der Ozeane nicht mehr aufgetreten.

Nachdem diese Erkenntnis gefunden wurde, hat sich die Problemformulierung A) insoweit bewährt, als sie es zulässt, nicht mehr nur nach Möglichkeiten zu suchen, den Temperaturanstieg zu begrenzen, sondern auch Möglichkeiten eröffnet, nach Wegen zu suchen, das Heraufziehen einer Warmzeit zu begünstigen, zumal erkannt wurde, dass Warmzeiten – durchaus wärmer als momentan – für das Leben, einschließlich des menschlichen Lebens günstig und von daher erstrebenswert sind. Wer Lust hat, mag sich die hier verlinkte Grafik der Temperaturkurven Grönlands ansehen, die über je 170, 1.000 und 4.000 Jahre in die Vergangenheit reichen.

Ansonsten stehen wir nun ratlos vor dem diametralen Widerspruch zwischen Prophezeihung und Problemlösung, der einzig dadurch aufscheinen konnte, dass wir versucht haben, hinter der Prophezeihung ein Problem zu finden und dies so zu formulieren, dass sich aus der Problemformulierung Handlungsoptionen ergeben.

Lassen Sie mich noch einmal zusammenfasssen:

  • Die Beschreibung eines existenten oder prognostizierten Zustands ist kein Problem.
  • Das Problem besteht in der Frage, wie der „Graben“ zwischen dem vorgefundenen bzw. erwarteten und dem angestrebten Zustand überwunden werden kann.
  • Die sorgfältige Definition des angestrebten Zustands eröffnet in der Regel Möglichkeiten, die weit über eine bloße Konservierung des Status quo bzw. des Status quo ante hinausführen.

 

Das von Propheten und Hysteriken erfundene Problem: „Wie können CO2-Emissionen reduziert, bzw. ganz verhindert werden?“, erweist sich bei der Suche nach dem anzustrebenden Zustand als ein Scheinproblem. Die Maßnahmen, die zur Lösung dieses Scheinproblems ergriffen werden, erweisen sich als bestenfalls wirkungslos, realistisch betrachtet aber als kontraproduktiver, Ressourcen vernichtender Aktionismus. Auch diese Feststellung ist wiederum kein Problem, sondern nur eine Feststellung. Ein Problem wird daraus erst, wenn wir von dieser Feststellung aus zu einem erstrebenswerten, anderen Zustand gelangen wollen. Zum Beispiel wenn wir die höchst anspruchsvolle Frage stellen:

„Wie kann die Kraft der Klimahysterie genutzt werden, um auf der Erde günstige klimatische Bedingungen für den Bestand und die Weiterentwicklung des Lebens herzustellen?“

Denn diese Frage führt zunächst wieder einmal tief in die Recherche. Man muss verstehen, wie die Hysterie entstehen konnte, man muss den oder die originären Propheten ausfindig machen. Man muss feststellen, wer sich diesen aus welchen Gründen unterstützend angeschlossen hat, oder, im Zweifelsfall sogar, wer die Prophezeihung in Auftrag gegeben hat. Am Ende könnte ein Muster der angewandten Massenpsychologie erkannt werden, was wiederum zum Nachlesen bei Gustave Le Bon führen könnte, wo sich vermutlich ein Hinweis darauf findet, unter welchen Bedingungen der Hype zusammenbricht und in Bestürzung, Ratlosigkeit und Depression übergeht.

In der Überschrift habe ich ein „Pamphlet wider die Alternativlosigkeit“ angekündigt. Ich hoffe, dass dies in meinen Ausführungen, auch ohne direkt Bezug darauf zu nehmen, klar zum Vorschein gekommen ist.

Im ersten Satz habe ich die ebenso unbeweisbare, wie unwiderlegbare Behauptung aufgestellt, für jedes echte Problem gäbe es mindestens drei Lösungen. Bitte fassen Sie das nicht so auf, dass es drei gleichwertige, mit gleichem Aufwand und bei gleichem Risiko realisierbare Lösungen sein müssen. Es kommt nur darauf an, dass das Problem damit gelöst werden kann. Daher zum Schluss einige Worte zu jenem Problem, das auf dieser Welt vermutlich von den meisten Menschen gesehen wird. Es lautet in seiner Grundform:

Ich habe zu wenig Geld.

Sie wissen inzwischen, dass das kein Problem ist, sondern lediglich eine Feststellung, von der aus keine vernünftigen Maßnahmen ergriffen werden können, solange der angestrebte Zustand nicht definiert ist. Nun zu sagen, ich möchte immer genug Geld haben, hilft auch nicht weiter. Das Problem kommt erst zum Vorschein, wenn klar ist, wofür es am Geld fehlt, und egal, ob es nun nur ein paar Schuhe für den Winter sind, für die das Geld nicht reicht, oder der Ersatz ihrer Limousine durch einen Kombi. Wenn dann Ihre Problemformulierung dann lautet: „Wie komme ich an das Geld für ein paar Winterschuhe oder einen Kombi?“, dann sind Sie der Lösung zwar schon näher, schränken ihre Möglichkeiten aber immer noch zu sehr ein. Sie wollen ja in Wahrheit gar nicht Geld, sondern eben Schuhe oder ein Automobil mit großer Ladefläche. Warum also nicht gleich:

Wie kann ich, bevor es anfängt zu schneien, an ein paar Winterschuhe kommen?
Wie komme ich an ein Auto mit großer Ladefläche für meine Einkäufe im Gartencenter?

 

Nehmen Sie dies als Herausforderung an Ihre Kreativität.

Nutzen Sie die Kommentarfunktion, um Ihre optimale Problemlösung für eines der beiden Probleme anzubieten. Aber bitte unter Wahrung der Kommentier-Regeln. Ich werde unter allen Vorschlägen die nach meiner Einschätzung kreativste Lösung auswählen, die Auswahl bekannt geben und den Gewinner mit einem Exemplar meines Buches „Andere Abhilfe“ honorieren. 

Dabei wird sich nebenbei herausstellen, dass in den Einsendungen für beide Probleme viele unterschiedliche Lösungen angeboten werden, was dafür spricht, dass „mindestens drei“ eher noch sehr bescheiden formuliert ist.

6 Kommentare

  1. Hallo und guten Tag Herr Kreutzer,
    Mit den Winterschuhen hätte ich kein Problem.
    Vor einigen Jahren ist einer Arbeitskollegin aus meinem Zweitjob mal die Wohnung restlos abgebrannt.
    Ich habe mir von meinem Arbeitgeber meines Hauptjobs einen Tag frei geben lassen, und bin durch meine 5000 Seelengemeinde gelaufen und habe bei Selbstständigen und Firmen um eine Spende für die Familie des Wohnungsbrandes gebeten.
    Neben Bargeld (200-300€), kamen auch reichlich Sachspenden zusammen, Bekleidung, Kühlschrank und andere Gegenstände, sowie auch Schuhe.
    Die Geldspende wurde dankbar angenommen, auf alles andere blieb ich sitzen, es wurde noch nicht mal ein Blick darauf geworfen, ob etwas davon zu gebrauchen wäre.
    Also habe ich einen großen Teil der Kleiderkammer gegeben und den Rest weiter verschenkt. Wäre ich rechtlich eigentlich verpflichtet gewesen, die Sachspenden den Spendern zurück zu geben?
    Ich denke, mit einer ähnlichen Aktion, die ich aber auch ehrlich begründen würde, wäre das Winterschuhproblem zu lösen.
    Beim Auto wird es problematischer, aber auch dafür habe ich für mich eine Lösung gefunden.
    Im Jahr 2008 hatte ich mich bewusst von meinem Auto getrennt und beschlossen fortan ohne Auto klar zu kommen, was ich bis heute so praktiziere.
    Nun kommt es ab und zu doch mal vor, das man größere Sachen zu transportieren hat, (ich rede nicht vom normalen Einkauf im Supermarkt) Sofa, Regal Bett usw.
    Da ich mich im Laufe der Jahre autodidaktisch intensiv mit der PC und Elektroniktechnik beschäftigt habe, konnte ich damit nicht nur im privaten Umfeld helfen, sondern auch bei einigen Gewerbetreibenden, unter anderem in einem Autohaus mit Werkstatt.
    Für meine Arbeit dort nehme ich kein Geld, bekomme aber immer wenn ich es brauche kostenlos ein Fahrzeug (Transporter) und trage nur die Spritkosten.
    Beide Seiten sind mit diesem Arrangement sehr zufrieden und werden es auch für die Zukunft so beibehalten.
    Ich weiß, dass meine Lösung nicht Massentauglich ist, aber was herauskommen kann wenn man sich für andere engagiert, sieht man an meinem ersten Beispiel.
    Ansonsten vielen Dank wie immer für den gedanklichen Input Ihrer Kommentare.

  2. Winterschuhe:
    Bei ebay Kleinanzeigen oder bei „Hood“ gibt es ordentliche Winterschuhe, auch gebraucht, die sind so niedrig im Preis, daß den jeder bezahlen kann.
    Ladefläche fürs Gartencenter:
    Kaufe einen billigen Anhänger.

  3. Für Winterschuhe würde ich eine Suchmaschine bemühen, um eine Anleitung zum Selbermachen zu finden. Das Handwerkzeug und die Materialien sollten sich kostengünstig finden lassen.

    P.S. Sollte ich gewinnen, geben Sie das Buch Jemandem nach Ihrer Wahl, ich habe es schon. 😉

  4. Spannende Sache. Wie gut, dass wir uns im Reich der Utopie befinden, da sind die Schranken ja nahezu grenzenlos.
    Zuerst der schwere Fall mit dem heiligen Blechle. Hier biete ich etwas an, dass für den Besitzer des schicken Fahrzeugs so überzeugend ist, dass er mich auf dem Beifahrersitz mit zum Gartencenter nimmt damit ich auch seine Einkäufe – selbstverständlich mit seiner Hilfe – zum Auto und dann vom Auto in den Zielort trage. Beide schwitzen und dennoch haben beide ihr Ziel erreicht.
    Tja, das mit den Winterschuhen ist auch ganz einfach. Oftmals ist ja ein Schuh mehr abgetragen, als der andere. Ist ein Schuh gefunden, wird die Suche auf einen passenden Schuh der „anderen Seite“ beschränkt. Damit ist der Suchraum nur theoretisch kleiner, denn es bleibt ja noch die Chance, ein passendes Paar Schuhe zu finden. Dem hinzu zu rechnen ist die Wahrscheinlichkeit des fehlenden Schuhs, der halbwegs von Stil zum anderen passt. Damit können dann gleich die vorhandenen – ausgemusterten Schuhe – deutlich länger einer Verwertung zugeführt werden.
    Falls das passende Schuhpaar nicht gefunden wird, bleibt ja noch die Hoffnung, dass sich das Klima – kurzfristig (welch ein hübscher Widerspruch bei der Verwendung des Wortes Klima, aber das gehört halt zum Handwerkszeug) erwärmt und die Winterschuhe gar nicht mehr nötig sind. Die Herstellung von passenden Sandalen kann man dann per yt-Video in einer Schritt-für-Schritt Anleitung – ähnlich den bekannten Kochsendungen – in kürzester Zeit realisieren und mit der Überproduktion dann im Tausch ein paar Winterschuhe erstehen, denn wir wissen ja alle, dass der nächste kalte Winter quasi vor der Türe steht.

    So, damit sind die drei Lösungen komplett und es kann auf den passenden Propheten gewartet werden. Ich schenk‘ schon mal den passenden Messwein ein und warte auf die Verkündungen…

  5. Ganz „Clevere“ gehen mit alten Winterschuhen in ein großes Schuhgeschäft, probieren neue Winterreifen an und gehen mit einem Paar ihrer Wahl wieder raus, die Alten bleiben dort (nicht ganz ernst gemeint, wird aber praktiziert, selbst schon mitbekommen indem ich die alten Latschen gesehen habe). Überwachungskameras sind hier sinnvoll.
    Gartencenter: Auch eine Frage der Entfernung, alternativ wäre ein Schubkarren möglich. Bei größeren Strecken und wiederholtem Thema empfiehlt es sich statt einer „Konservendose oder einer unpraktischen Edelkutsche“ einen Kombi zu kaufen ob neu oder alt. Das heißt, auch beim Autokauf überlegen was will ich, was benötige ich, was ist sinnvoll, was meine Hobbies. Ich habe schon den zweiten Kombi und würde ihn um nichts in der Welt eintauschen, da kann mir jede Edelkarosse gestohlen bleiben, Pragmatismus hat Vorfahrt. Und hier bringe ich unendlich viel unter, zumal bei umgeklapptem Sitz. Fazit: Es ist immer überlegenswert was bzw. wen man wählt!!

  6. wie haben sich eigentlich die Menschen vor Jahrhunderten mit diesem Problem auseinandergesetzt? Was trug man anno dunnemals?
    Holzschuhe (isoliert hervorragend), dicke Wollsocken (Strickanleitungen gibt es im Netz).
    Wer kein Geld hat, wird erfinderisch. Also, wo ist das PROBLEM?

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