Am 7. April habe ich verkündet: „Mich gibt es jetzt doppelt“
Seit heute habe ich Zugang zu den Gesprächen, die einige meiner Leser mit meiner virtuellen Doppelexistenz geführt haben. Interessant.
Interessant, was Sie gefragt haben. Interessant, was die KI, die mit meinen Veröffentlichungen aus den letzten Jahren trainiert wurde, geantwortet hat.
Obwohl es mir wissentlich absolut klar ist, dass die KI auf alle meine Ideen, Gedanken, Argumente und Schlussfolgerungen zugreifen kann, verblüfft es mich beim Nachvollziehen dieser Chats doch immer wieder, dass ich dabei auf Inhalte stoße, an die ich mich selbst wahrscheinlich nie mehr erinnert hätte.
Es gibt jedoch auch die gegenteilige Erkenntnis. Der virtuelle „Herr Kreutzer“ ist nicht up to date. Bei Fragen zum Iran-Krieg, zur Straße von Hormus, zu den Öl- und Benzinpreisen, hat er keine aktuellen Informationen. Der Krieg ist für ihn eine in der Zukunft liegende Möglichkeit, und alles was damit zusammenhängt, wird als theoretische Möglichkeit bewertet und besprochen. Gut, dass ich mich auch vorher schon damit beschäftigt habe, das hat jedenfalls geholfen, immer noch einigermaßen zutreffende Einschätzungen abzuliefern.
Es zeigt sich daran jedoch, dass ein solches Sprachmodell im Grunde nie „fertig“ sein kann, sondern, wie der Mensch, auf lebenslanges Lernen angewiesen ist.
Außerdem habe ich festgestellt, dass das „allgemeine Vorwissen über die Welt“, das die KI als Grundstock in einer tieferen Schicht als den von mir übernommenen Trainingsinhalten zur Verfügung hat, doch hin und wieder zu leichten Irritationen führt. Das deutet darauf hin, dass verfügbare Inhalte der KI nicht in dem Maße auf Widersprüche abgeklopft werden, wie es erforderlich wäre. Dies macht es dann auch schwierig bis unmöglich, eine Hierarchie der Argumente zu implementieren, die z.B. ermöglicht, dass Aussagen aus meinen Trainingstexten Vorrang vor dem allgemeinen Vorwissen erhalten. Diese „Fehler“ sind nicht schlimm, sie fallen wahrscheinlich auch nur mir selbst auf, stellen m.E. aber eine grundsätzliche Schwachstelle dar, die zumindest in dem hier verwendeten Basismodell zu erkennen ist.
Aus meinen eigenen Chats mit mir habe ich eine weitere Erkenntnis mitgenommen, die mir jetzt beim Nachvollziehen Ihrer Chats nicht so aufgefallen ist: Die KI hat keine Zeitlinie. Sie berücksichtigt fünf Jahre alte Aussagen gleichrangig mit aktuellen. Das heißt, sie stellt nicht fest, dass ich inzwischen klüger geworden bin, oder meine Argumentation ausgeweitet habe.
Um diese Phänomene auf einer breiteren Basis zu beobachten, um unterscheiden zu können, ob es tatsächlich systemische Schwachstellen oder nur Zufälle sind, bitte ich Sie heute noch einmal darum, sich ein bisschen Zeit zu nehmen und mit dem virtuellen Kreutzer zu chatten. Es tut nicht weh!
Voraussetzung ist allerdings, dass Sie sich vorher registrieren. Das ist ein bisschen umständlich, aber nur einmalig erforderlich. Wer auf diese Weise registriert ist, hat den zusätzlichen Vorteil, sich auch mit Kommentaren zu allen meinen Artikeln zu Wort melden zu können. Eine Anleitung zum Registrieren (sieht auch schlimmer aus als es ist) finden Sie hier: https://egon-w-kreutzer.de/kommentieren
Ist diese Hürde genommen, ist der Weg zum Chat mit meinem KI-Double offen: https://egon-w-kreutzer.de/chatbot
Über Rückmeldungen zu Ihren Erfahrungen mit dem virtuellen Kreutzer freue ich mich.
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