Das Statistische Bundesamt zu Wiesbaden vermeldet für das erste Quartal 2026 einen Rückgang der Erwerbspersonen um satte 486.000. Aufmerksam darauf bin ich geworden, weil Holger Douglas bei Tichys Einblick darüber geschrieben hat.
Als seit über sechs Jahren quasi „ehrenamtlicher“ Dokumentator der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland hat mich diese Zahl erst einmal fürchterlich irritiert. Auch wenn ich nicht jeden Stellenabbau, jede Insolvenz, jede Betriebsschließung und jede Verlagerung ins Ausland registrieren kann, bin ich doch überzeugt, dass die von mir vom ersten Januar bis Ende März 2026 erfassten 71.000 vernichteten Jobs nahe an die tatsächliche Zahl herankommen.
Dass tatsächlich fast die siebenfache Zahl an Jobs verloren gegangen sein sollte, wollte ich nicht glauben. Aber das Statistische Bundesamt ist eine immer noch sehr glaubwürdige Quelle.
Das Grübeln über die Differenz dauerte nicht lange. Es gibt nur eine Erklärung – nämlich die natürliche Fluktuation.
Abgänge aus dem Berufsleben durch Erreichen der Altersgrenze, durch vorzeitige Berufsunfähigkeit oder Tod, bzw. durch Kündigung durch den Arbeitnehmer sind die eine Seite der natürlichen Fluktuation. Damit es aber erst wirklich zur Fluktuation wird, müssen diese Abgänge durch Ersatz-Einstellungen kompensiert werden, so dass die Kapazitäten der Unternehmen erhalten bleiben.
Schon in meiner Lehrzeit hat unser Ausbildungsleiter uns erklärt, dass ein großes Unternehmen, wenn es seine Belegschaft an einem oder mehreren Standorten verkleinern muss, weil das Geschäft nachlässt, dadurch nie negative Schlagzeilen erzeugen muss, weil immer die Möglichkeit besteht, natürliche Abgänge nicht zu ersetzen und die dabei hier und da entstehenden Lücken durch interne Versetzungen aus den schwachen Standorten wieder zu schließen. Er hat uns mit ein paar Zahlen schockiert, die ich nicht mehr erinnere, aber ich kann natürlich ein eigenes Beispiel geben.
Nehmen wir an, ein Unternehmen beschäftigt rund 50.000 Mitarbeiter. Von den 16-jährigen Auszubildenden, die frisch ins Berufsleben eingestiegen sind, bis zu den Alten, die im nächsten Jahr in Rente gehen, lässt sich die Belegschaft in rund 50 Geburtsjahrgänge unterteilen, die im Durchschitt rund 1.000 Angestellte umfassen. So viele gehen in einem durchschnittlichen Jahr in Rente. Zwei Prozent der Belegschaft. Ein weiteres Prozent verschwindet aus anderen Gründen aus der Personalstatistik. Viele davon, weil sie aus unterschiedlichsten Gründen zu einem anderen Unternehmen wechseln, über 200.000 im letzten Jahr alleine, weil sie ihre berufliche Zukunft im Ausland gesucht haben, deutlich weniger wegen Erwerbsunfähigkeit oder Tod.
Rationalisierungsmaßnahmen oder Auftragsmangel können so jedes Jahr still und heimlich durch 1.500 Abgänge, die nicht ersetzt werden, kaschiert werden. Nicht einmal das örtliche Käseblatt wird darüber berichten.
Nun übertragen wir das auf Deutschland. Rund 45,6 Millionen Erwerbstätige gibt es noch. Drei Prozent davon entsprechen 1,37 Millionen Beschäftigten. Bezogen auf ein Quartal könnten theoretisch rund 350.000 Abgänge aus der natürlichen Fluktuation entstanden sein.
Diese 350.000 + meine 71.000 ergibt einen Abbau von 421.000 Beschäftigten im ersten Quartal.
Die Differenz zur Zahl des Statistischen Bundesamt liegt nur noch bei 65.000. Ein Teil davon lässt sich durch die Unvollständigkeit meiner Erfassung erklären, ein anderer – und vermutlich der größere – Teil, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Verrentung bereits voll auf die Babyboomer durchgreift und entsprechend größere Kohorten aus dem Berufsleben ausscheiden.
Die Schlussfolgerung aus all diesen Zahlen ist noch einmal besonders erschreckend:
Die deutsche Wirtschaft ersetzt frei gewordene Stellen nicht mehr.
Natürlich ist die Wahrheit noch etwas komplizierter. Es gibt immer noch und immer wieder Unternehmensneugründungen und es gibt immer noch und immer wieder Unternehmenswachstum mit entsprechenden zusätzlichen Stellen und Neueinstellungen – und, nicht zu vergessen: Die Beschäftigung im öffentlichen Dienst wächst heftig.
Diese gegenläufige Entwicklung ist jedoch so schwach, dass der Rückgang der Beschäftigung in anderen Bereichen der Wirtschaft nicht annähernd ausgeglichen werden kann.
Der Rückgang der Erwerbstätigkeit um 486.000 Personen in nur drei Monaten darf allerdings nicht einfach aufs Jahr hochgerechnet werden. Das erste Quartal weist erfahrungsgemäß häufig eine Delle in der Erwerbstätigkeit auf. Allerdings ist der Rückgang in diesem Jahr überdurchschnittlich hoch ausgefallen – und es handelt sich überwiegend um Stellen im produzierenden Gewerbe und am Bau, also dort, wo die Grundlage des Wohlstands erarbeitet wird.
Da klingt es wie ein höhnischer Nachruf ins offene Grab, wenn der „Expertenrat für Klimafragen“ nicht nur die Fortsetzung jener Politik fordert, die Deutschlands wirtschaftliche Kraft untergräbt, sondern noch einmal eine Verschärfung, weil so genannte „Klimaziele“ sonst nicht erreicht werden könnten.
Deutschland hat keine Klimaziele.
Deutschland hat lediglich Ziele zur Reduktion des CO2-Ausstoßes, die aufgrund der irrigen Annahme, atmosphärisches CO2 trage maßgeblich zu jener Erhöhung der Weltdurchschnittslufttemperatur bei, die aufgrund inzwischen vom IPCC zugegebener, völlig falscher Prognosen über viele Jahre hinweg gepredigt wurde.
Es ist für Deutschland auch vollkommen unmöglich, das Weltklima messbar zu beeinflussen.
Alles, was Deutschland als Beitrag leisten kann, ist es, gehetzt von grünen Experten und Profiteuren, aus dem Fenster im 22. Stockwerk der weltweiten Wohlstandsverteilung (kaufkraftbereinigtes BIP pro Einwohner) zu stürzen, um 30 Stockwerke tiefer zwischen Rumänien, Ungarn, Slowakei, Griechenland, Lettland und Kasachstan auf dem Sockelbau des Hochhauses hart aufzuschlagen. Bei ungünstigem Wind könnte der Sockel jedoch verpasst werden und der Fall noch viel tiefer gehen.
Irgendjemand muss jetzt die Reißleine ziehen.
Merz traut sich’s leider nicht.
Ich bin Fallschirmspringer- als solcher kann ich bestätigen: Wer ohne Fallschirm aus dem Flugzeug gesprungen ist, kann keine Reissleine ziehen.
Ihr müsstet die Eliten sofort neutralisieren/ Ihr könnt fliehen oder Ihr werdet sehr hart aufschlagen. Wir wissen, wie die Wahrscheinlichkeiten sind.Beim Fallschirmspringen gibt es die sogenannte Entscheidungshöhe- etwa 360 Meter.
Deutschland ist bei 400 ohne Schirm und hofft auf ein Wunder.