„Man stelle sich vor, …“, ist halt keine Meinung

Raus aus der Opferrolle!

PaD 31 /2025 – Hier auch als PDF verfügbar: Pad31 2025 Man stelle sich vor

Ich kann es nicht mehr hören, ich mag es nicht mehr lesen, wenn gefragt wird, was wohl los wäre, wenn solche Worte oder Taten von rechts gekommen wären.

Was soll der Schmarrn?

Jene, die Seiten besuchen, auf denen solche Texte zu finden sind, wissen es ganz genau. Was sollen sie also damit anfangen, wenn sie noch einmal mit der Nase darauf gestoßen werden, wie sich jemand über die Ungerechtigkeit der Welt auskotzt. Ganz im Ernst: Ich stufe dies als kindisches Gejammer ein: Warum darf ich nicht, was mein großer Bruder darf?

Doch von da an befindet sich die Argumentation schon auf dem falschen Gleis. 

Erstens liegt es gar nicht im Bestreben der Rechten, Vergleichbares zu verlautbaren oder zu tun. Nein. Das meiste, was an schändlichen Taten und Ideen von links kommt, wollen  die Rechten doch gar nicht. Darüber zu jammern, sie würden, wollten sie  das Gleiche tun, fürchterlich abgestraft, führt doch nur zu dem falschen Schluss, die würden das ja gerne auch tun, haben aber Muffensausen, weil sie wissen, dass sie dann verprügelt würden. 

Sehen Sie, auf welche schiefe Bahn das führt?

Das ist aber noch nicht alles. Wer so argumentiert rechtfertigt im Grunde alles, worüber er sich aufregt. Er erkennt an, dass linkes Denken und Tun legalisiert ist. Gerade mit dem Wunsch, Gleiches tun zu dürfen, stellt er sich praktisch hinter das Treiben der Linken, dass ihn anscheinend gar nicht vom Inhalt her aufregt, sondern nur noch wegen der doppelten Maßstäbe, und er schreit ja förmlich danach, dass die linken Maßstäbe auch auf ihn selbst angewendet werden.

Ein weiterer Effekt besteht darin, dass mit dieser Argumentation die „Siege“ des Gegners immer wieder neu herausgestellt werden.

Und überhaupt.

Das ganze Herumgeeiere.

Es genügt doch vollkommen, klar und deutlich zu sagen, was Sache ist. Ob es um die LINKE, die Grünen, die SPD, die CDU oder CSU geht, ob um Markus Söder, Friedrich Merz, Lars Klingbeil, Katharina Dröge, oder Heidi Reichinnek. Klipp und klar festnageln:

Hat / haben

      • behauptet,
      • erklärt,
      • gefordert,
      • versprochen,
      • gelogen,
      • beantragt,
      • getrickst,
      • betrogen,
      • verleumdet,
      • beleidigt,
      • usw.

Aus solchen Ansagen wird doch vollkommen klar, dass es sich um Worte oder Handlungen handelt, die einem fragwürdigen Wertekanon folgen, wenn nicht gar als strafbare Handlungen anzusehen sind. Das genügt doch. 

Es kann zudem darauf hingewiesen, dass die Medien sie in diesen Einstellungen noch unterstützen, und dass die Justiz ggfs. bereit ist, dies zu dulden, wo eigentlich ein Eingreifen angesagt wäre. 

Wer hingegen stets bemüht ist, darauf hinzuweisen, dass man ihn wie einen Paria behandelt, wirft damit doch nur zwei Fragen auf, nämlich: Warum ist das so, und wo sollte ich mich positionieren. Die Antwort auf die erste Frage lautet allzuleicht: „Es wird wohl etwas dran sein“, und die Antwort auf die zweite Frage heißt meistens: „Halte dich besser fern“.

Während man sich in allen Farben von links damit beschäftigt, Haltung zu zeigen, sollten wir stattdessen Größe zeigen. Das ist nicht etwa das Gleiche. Es ist das genaue Gegenteil. Diejenigen, die ihre Haltung präsentieren, müssen sich doch fragen lassen, was das ist, ihre Haltung? Ist es nicht so, dass beim näheren Hinsehen von der ganzen Haltung nicht mehr übrig bleibt, als der Wille, den Konkurrenten auf der politischen Bühne mit allen Mitteln, bis hin zum Parteiverbot, auszuschalten?

Welche Art von Haltung ist es denn, zu Beginn der Regierungszeit einer Koalition die größte Schuldenorgie seit Bestehen der Republik in Gang zu setzen? Da muss noch nicht einmal vorher das Gegenteil angekündigt worden sein. Die Tatsache alleine ist besorgniserregend genug.

Welche Art von Haltung ist es denn, die Politik der Vorgängerregierung praktisch 1 : 1 fortzusetzen, dem Fortgang der Deindustrialisierung lediglich mit zukünftigen Steuererleichterungen begegnen zu wollen, statt die Ursache des Problems, die unsägliche Energiepolitik anzugehen und vor allem gegenüber Brüssel Stärke zu zeigen und die Rücknahme der CO2-Besteuerung und des Verbrennerverbots zu fordern und auch das Lieferkettensorgfaltsgesetz auf die Müllhalde der Geschichte zu werfen?

Welche Art von Haltung ist es denn, Milliarden für den Unterhalt von illegal eingereisten Ausländern auszugeben, dann aber trotz Sondervermögen und Sonder-Schuldenermächtigung die Bundeshaushalte für 2025 und 2026 mit einer Deckungslücke von 82 und 90 Milliarden zu verabschieden?

Über jene Art von Haltung, die sich nach der Verstaatlichung von Wohnungsbaugesellschaften sehnt, Hafterleichterungen für „Maja“ fordert, Autos anzündet, Kabelstränge der Bahn zerstört, Tamponspender auch auf Herrentoiletten fordert und schwarzvermummt durch Gewalttätigkeit, nicht nur bei Demonstrationen auffällt, will ich gar nicht schreiben.

Größe zeigen, heißt drüberstehen.

Trotz aller aufgetürmten Hindernisse zuerst für Deutschland und das deutsche Staatsvolk zu arbeiten, das ist das Signal von Größe, das es auszusenden gilt.  Es gibt mehr als genug zu tun. Die Unterschiede herauszustellen und auf die eigenen Positionen, Ziele und Konzepte stolz zu sein, statt zu glauben, sich gegenüber neidvoller Kritik rechtfertigen zu müssen. Die Rechtfertigung liegt in den Händen der Wähler. Nirgends sonst.

Den Wählern zu zeigen, wohin die Reise gehen soll, und wie der Weg dahin gestaltet werden kann, ist um ein Vielfaches wichtiger und ertragreicher, als sich an den Dummheiten der Konkurrenz aufzureiben, und dazu vielleicht sogar noch zu sagen: „Man stelle sich vor, was los wäre, wenn wir das gesagt, bzw. getan hätten.“

Nein!

Niemand soll sich vorstellen,

dass wir so etwas gesagt oder getan hätten,

bzw. sagen und tun wollten,

wenn Medien und Justiz

nicht mit zweierlei Maß messen würden.

 

Wir haben Besseres und Wichtigeres zu tun.

P.S.:

Mit „Wir“ meine ich alle aufrechten Demokraten, die eine Politik wünschen, die sich erkennbar am Sinn dieses Eides orientiert:

„Ich schwöre, daß ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

Von den „Verbotenen drei Worten“ ist der Amtseit nach meinem Dafürhalten, und wenn man auf den Sinn achtet, ohne einen anderen zu unterstellen, nicht wirklich zu unterscheiden. Mögen die drei Worte verboten bleiben, wenn das Gesetz es so will. Den Amtseid wird man nicht so leicht verbieten können.