Das ist doch endlich wieder mal etwas Neues. Vierzehn-achtzehn war das ja noch eine Monarchie, neununddreißig-fünfundvierzig war es die Diktatur. Nun also wollen wir es mit unserer Demokratie versuchen. Schließlich wird der Mensch aus Fehlern klug.
Zum Stand der Kriegstüchtigkeit und Siegfähigkeit hier eine kurze Zusammenfassung dessen, was in aller Stille an kriegsdienlichen Vorbereitungen bereits getroffen wurde, nun aber öffentlich kommuniziert werden muss, um das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere Soldaten, den Zivilschutz und die militärische Führung zu stärken.
Resilienz ist, wie Wirtschaft, nur eine Frage der Psychologie. Da gilt es jeglichen Defätismus von der Bildfläche verschwinden zu lassen und durch ein dreifach donnerndes Helau zu ersetzen, was am heutigen Tage besonders gut gelingen kann, weil das Helau nach alter närrischer Tradition sowieso erklingen wird.
Lazarette
Bis heute hat die Öffentlichkeit mit einem weinenden und einem tränenden Auge zugesehen, wie landauf, landab, ein Krankenhaus nach dem anderen in die Insolvenz geschlittert ist und geschlossen werden musste. Dass es sich dabei um eine vorsorgliche Maßnahmen handelt, nämlich bereits im Vorfeld des Krieges Kriegstüchtigkeit zu erreichen, muss nun endlich einmal laut gesagt werden. Ein Krankenhaus ist kein Atomkraftwerk. Das wird nicht gesprengt, wenn es außer Betrieb gesetzt wurde. Es bleibt ein Krankenhaus. Der Krieg wird kaum ausgebrochen sein, und die Betten werden sich wieder füllen! In die OP-Säle wird neues Leben einkehren. Ärzte und Schwestern werden rund um die Uhr bis zur Erschöpfung arbeiten, um jene, die es geschafft haben, lebend von der Front in einen der Sanitätszüge der Bundesbahn und damit ins sichere Hinterland zu gelangen, für die nächste Verwendung zurechtzuflicken.
Würden wir die Krankenhäuser nicht jetzt schon freiräumen, es gäbe doch einen Aufschrei der Entrüstung, würden wird am Tag 1 nach dem ersten Schuss die Betten gewaltsam für die Träger der Verwundetenabzeichen freiräumen und das Patientenmaterial – womöglich blutig – nach Hause entlassen.
So haben wir diese wichtige Maßnahmen Schritt für Schritt und ohne die ganz große Empörung hinbekommen, wobei die flankierende Maßnahme, durch Idealbesetzungen im Gesundheitsministerium den Glauben an die Unbezahlbarkeit des Gesundheitswesens in der Öffentlichkeit zu verankern, sogar dankbare Zustimmung zur Schließung von Kliniken hervorgebracht hat.
Aber das ist bei Weitem nicht die einzige Maßnahme zur Vorbereitung der Bevölkerung auf die Schrecken des Krieges.
Energie.
Panzer, Flugzeuge, Kriegsschiffe, Lastwagen brauchen Unmengen von Energie. Ohne Sprit, ohne Benzin, ohne Diesel ist dieses Gerät nutzlos. Gerade im Zustand der Kriegstüchtigkeit und Siegfähigkeit ist der Verbrauch besonders hoch. Da wir in Bezug auf die Versorgung mit Treibstoffen zu nahezu hundert Prozent auf Importe angewiesen sind und die verfügbaren Mengen begrenzt sind, wird es sich nicht vermeiden lassen, die Versorgung der Zivilbevölkerung zu Gunsten der kämpfenden Truppe so weit zu beschneiden, wie es der Kriegsverlauf erforderlich macht. Auch darauf haben wir die Bevölkerung durch eine Preisexplosion vorbereitet und zu spartanischer Sparsamkeit angeleitet, was schon jetzt geholfen hat, die strategischen Treibstoffreserven in einem nie gekannten Maße aufzufüllen.
Auch die Umstellung auf E-Mobilität und Wärmepumpen, die wir mit Hilfe der noch von Robert Habeck auf den Weg gebrachten Gesetze weiter vorantreiben, wird bis zum Kriegsbeginn 2029 noch Wirkung zeigen.
Inflation
Natürlich gehört auch die Inflation zu den wichtigen Aspekten der psychologischen Kriegsvorbereitung. Wenn erst einmal die Gewöhnung an die Geldentwertung eingetreten ist, wird man kriegsbedingte Verschärfungen der Situation mit dem Krieg gar nicht mehr in Verbindung bringen, was dazu beiträgt, jegliches Aufflackern jenes verderblichen, egoistischen Pazifismus zu vermeiden, der nur allzu leicht der kämpfenden Truppe das Rückgrat brechen könnte.
Verbrannte Erde
Auch wenn wir unerschütterlich an den Sieg der gerechten Sache und unserer Demokratie glauben, wäre es fahrlässig, nicht auch Vorbereitungen für einen ungünstigeren Verlauf zu treffen. Dem Gegner darf, sollte er je deutschen Boden betreten, nichts in die Hände fallen, was für ihn von Nutzen sein könnte. Kein Stahlwerk, keine Aluminiumschmelze, kein Zementofen, kein Chemiewerk und schon gar keine Automobilfabrik. Von daher fahren wir zielgerichtet die Strategie der prophylaktischen Deindustrialisierung und brechen damit den Kampfeswillen des Gegners, indem wir ihm die Frage aufzwingen: „Wofür das eigentlich alles?“
Reservisten
Dass dabei Millionen von wehrfähigen Beschäftigten den Job verlieren, ist doch wunderbar. Wer da auf die Straße fällt, findet im nächsten Rekrutierungsbüro doch sofort einen neuen Job. Die werden sich darum drängeln und sich auch nicht über die Besoldung beschweren. Hauptsache wieder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung! Was Friedrich Merz versprochen hat, nämlich die schlagkräftigste Truppe der ganzen EU aufzustellen, ist auf diese Weise bereits in greifbare Nähe gerückt. Bei Licht besehen kann man getrost davon ausgehen, dass selbst dann, wenn Woche für Woche fünftausend deutsche Soldaten fallen oder kampfunfähig verwundet werden sollten, die Personalreserven auch nach zehn Jahren Krieg noch nicht erschöpft sein werden.
Natürlich gehören zur wahren Kriegstüchtigkeit auch die innere Einheit, der gemeinsame Kompass und die demokratische Geschlossenheit. Dass, und wie wir daran arbeiten, ist bis jetzt leider noch kaum verstanden worden.
Einbürgerung
Aus bestens des_informierten Kreisen hört man immer wieder jene schon fast zur Gewissheit verdichtete Vermutung, die Turbo-Einbürgerungsoffensive ziele direkt auf die Homogenisierung der Kriminalstatistik. Das ist natürlich völliger Blödsinn. Kollateralschäden sind nun einmal unvermeidlich, und die Bevölkerung hat sich doch bestens daran gewöhnt. Wo anfänglich noch gelegentlich Empörung anzutreffen war, ist doch längst ein selbstgefälliges Gelächter an deren Platz getreten, wenn im Lokalblatt auf Seite drei mangels anderer Nachrichten wieder einmal der „Einmann“ erwähnt wird.
„Haha!“, sagen die dann doch, „wir lassen uns doch nicht verarschen. Der „Einmann“! Wir wissen doch ganz genau, was damit gemeint ist. Die halten uns für blöd, hahaha, und merken gar nicht, dass wir längst den Durchblick haben.“
Damit ist es völlig egal geworden, ob der Einmann nun gemessert, geeisenstangt oder sonstwie gewaltigt hat. Das kommt doch längst gar nicht mehr an, weil der „Einmann“ völlig genügt, um das alles zu verwischen. Ein großer Dank an unsere psychologische Truppe und den unvergessenen Sanitätsgefreiten Neumann!
Nun sollte es auch Ihnen wie Schuppen von den Augen fallen. Die Turbo-Einbürgerung dient der Kriegstüchtigkeit. Sich einbürgern zu lassen, dass ist doch wie die freiwillige Meldung beim Kreiswehrersatzamt.
Lassen Sie sich vom Parteiengeplänkel um die Wehrpflicht nicht irre machen. Die kommt.
Dann haben wir sie im Sack.
Reiseminister
Die Erkenntnis, dass es vielleicht gar nicht so klug war, sich – kriegsflüchtig, wie es viele nun einmal waren – ausgerechnet in Deutschland niederzulassen, kommt zu spät und wird keinem mehr helfen. Es kann eben niemand seinem vorbestimmten Schicksal entgehen. Aus kriegsflüchtig wird kriegstüchtig – und das geht schneller als du denkst.
Warum fliegt denn der deutsche Außenminister nach Syrien? Warum spricht er, back home, davon, dass Syrien für Syrer noch für lange Zeit ein unzumutbarer Platz wäre, an den nicht einmal Straftäter abgeschoben werden dürften, wegen der unantastbaren Würde? Der hat sich mit dem Pistorius zusammengetan. Ein Deutsch-Syrer in Syrien – der wäre doch für die Bundeswehr verloren. Dämmert’s?
Krieg ist nur ein Wort
Die Trommel
der Propaganda
ruft zu den Waffen.
Kriegstüchtig werden,
das schaffen wir auch noch.
(Und wenn du denkst, es geht nicht mehr,
kommt flugs die Trümmerfrau daher.)