Krieg (6) Zerstörungswut

Wie heißt es bei ARD und ZDF immer so schön:

Eine unabhängige Überprüfung ist nicht möglich

Das Wichtigste vielleicht zuerst.

Netanjahu hat er erklärt, der Iran sei nun nicht mehr in der Lage Atomwaffen herzustellen. Natürlich lässt sich das nicht unabhängig überprüfen. Selbst wenn der Iran dies offiziell bestätigen würde, ließe es sich immer noch nicht überprüfen. Allgemein anerkannt ist wohl, dass der Iran vor dem Beginn der Angriffe über rund 460 kg hochangereichertes (fast schon waffenfähiges) Uran verfügte. Der Iran erklärte, man habe dieses Material in Sicherheit gebracht. Die Frage ist also nur, ob der Iran noch über die benötigten Zentrifugen verfügt, um daraus waffenfähiges Material herzustellen. Selbst wenn diese durch die Angriffe der letzten drei Wochen in ihren unterirdischen Bunkern zerstört und verschüttet worden sein sollten – Zentrifugen sind womöglich leichter wieder zu beschaffen als das Uran. Ich schließe daraus, dass sich Netanjahu absolut nicht sicher sein kann, die nuklearen Fähigkeiten des Iran zerstört zu haben.

Warum sagt er dann so etwas?

Mir erscheint am wahrscheinlichsten, dass dies der Vorbereitung für den EXIT dient. Kriegsziel erreicht. Rückzug. Wunden lecken.

Hinweise darauf finden sich in mindestens drei Meldungen, die nicht unabhängig überprüft werden können.

  1. Angeblich wurde der israelische Dual-use-Flughafen Ben Gurion durch iranische Waffenwirkung schwer beschädigt. Die auf Flightradar24.com zu erkennenden Flugbewegungen deuten nach meiner Einschätzung zumindest auf einen eingeschränkten zivilen Betrieb. 
  2. Ein israelisches Rüstungsunternehmen soll bei einem iranischen Angriff getroffen worden sein, was den Nachschub an Drohnen, Raketen und sonstiger Munition beeinträchtigen könnte.
  3. In der größten israelischen Raffinerie mit einer Tageskapazität von knapp 200.000 Barrel soll nach einem iranischen Angriff ein Feuer ausgebrochen sein. Diese Raffinerie hat bisher etwa 60 Prozent der in Israel benötigten Benzin- und Diesel-Kraftstoffe hergestellt. Die übrigen 40 Prozent stammen von der zweiten israelischen Raffinerie. Mehr gibt es nicht.

Natürlich sind das alles stinknormale Ereignisse, mit denen man in einem Krieg rechnen muss. Beim Ausfall eines Flughafens kann auf andere Pisten ausgewichen werden, zum Beispiel auf den Militärflughafen Nevatim, nahe Beer Sheva. Dass mal ein Rüstungsunternehmen getroffen wird, ist zwar bedauerlich, aber nicht schlimm. Es gibt alternative Quellen, und ob das Feuer in der Raffinerie bei Haifa großen Schaden angerichtet hat, weiß man auch nicht, wie man auch nicht weiß, wie groß die sicher verbunkerten Kraftstoffreserven der IDF sind.

Zusammengenommen deuten diese drei Meldungen aber darauf hin, dass die Berechnungen über die schwindenen Restbestände an Luftabwehr-Raketen Israels richtig sein könnten. Und wenn dies so ist, dann kann daraus eine erste Begründung für Netanjahus Aussage abgeleitet werden. Israel liegt offenbar nahezu schutzlos da. Ein Ende der Kriegshandlungen ist erstrebenswert, um die eigenen Verluste zu begrenzen.

Die zweite verworrene und nicht ganz unwichtige Geschichte

betrifft die israelischen Angriffe auf das große katarisch-iranische Gasfeld im persischen Golf. War Trump informiert und hat grünes Licht gegeben? Er sagt, er habe nichts gewusst. War die US-Army informiert, hat Trump aber nicht unterrichtet, vielleicht, weil er auf dem Golfplatz nicht gestört werden will? Die Israelis sagen, die Amis waren informiert und einverstanden. Trump sagt, er habe nichts gewusst und Israel weitere Angriffe auf das Gasfeld verboten.

Es liegt da ein gigantischer Schatz unter dem Wasser des Persischen Golfs. Der Iran braucht seinen Anteil der Förderung aus diesem Feld dringend zur Aufrechterhaltung seiner Stromversorgung. Ob der israelische Angriff zum Ziel hatte, den Iran kriegsentscheidend zu treffen, oder ob es bloß ein wütender Racheakt war, wird sich nicht mehr klären lassen. Wichtig ist, dass Trump offenbar nicht dulden will, dass dieses Gasfeld massiv beschädigt wird. Dummerweise hat der Iran unverzüglich geantwortet und die Anlagen Katars zur LNG-Herstellung so beschädigt, dass es Jahre dauern wird, bis die volle Leistung wieder abgerufen werden kann. Dies alles drückt auf die Preise, und das eben auch in den USA, und das kann Trump im Hinblick auf die Zwischenwahlen nun gar nicht gebrauchen, und dass Russland von steigenden Energiepreisen profitiert ebenfalls nicht.

An dieser Stelle taucht der Verdacht auf, dass der Koalition am Golf nicht nur die Luftabwehrraketen ausgehen, sondern auch die Ziele. Die Nuklearanlagen, sagt Netanjahu, sind zerstört. Auf die Abschussanlagen an der iranischen Küste hat Hegseth (aus Verzweiflung?) einen Hagel von 2,3 Tonnen schweren, bunkerbrechenden GBU57 Bomben herabregnen lassen. Theheran erleidet ähnliche Flächenbombardements wie die deutschen Städte im Zweiten Weltkrieg. Also – wo sind noch Ziele? Und wenn die Energieanlagen nun nicht mehr angegriffen werden sollen, dann wäre es doch Zeit für den EXIT.

Natürlich wären noch Ziele da, der Iran ist ja noch kampfbereit und sendet weiterhin Drohnen- und Raketenschwärme aus. Man weiß halt bloß nicht, von wo aus.  Die Ziele sind nicht zu erkennen.

Und dann sind da noch die singulären Ereignisse mit divergierenden Interpretationen

Die USS Gerald Ford, die als unverletzlich geltende schwimmende Kampfstation der Navy, befindet sich auf dem Weg nach Kreta, wo sie repariert werden soll. Die einen sagen, es habe sich ein Wäschetrockner entzündet und ein Großfeuer ausgelöst, andere sagen, Marinesoldaten, die keine Lust hatten, mit ihrem Schiff unterzugehen, hätten das Schiff selbst sabotiert, und wieder andere behaupten, aus einem Schwarm von 30 Shahed-Drohnen sei eine durchgedrungen und auf dem Flugdeck bei der Flugzeugbetankungsanlage eingeschlagen. 

Hinzu kommt, dass der zweite Flugzeugträger, die USS Abraham Lincoln, sich weit vom Gefahrengebiet entfernt hat, manche sagen 1000 km, andere sprechen von 2000 km, was bei der Umrechnung Meilen in Kilometer und bei der Berücksichtigung der Flugstrecken (einfach oder hin und zurück) schon einmal vorkommen kann.

Diese Distanz macht jedoch die Luftbetankung der auf der Abraham Lincoln mitgeführten Kampfflugzeuge zwingend erforderlich. Zu diesem Zweck haben die USA sich einst 100 Stück KC 135 bauen lassen. Davon waren schon immer 6 bis 8 Stück am Golf stationiert. In Vorbereitung des Krieges wurde die Flotte entweder auf 28 Stück aufgestockt, oder um 28 Maschinen erweitert. Egal, eingestanden wurde inzwischen, dass davon in den ersten Kriegswochen bereits 7 Maschinen ausgefallen sind. Fünf fielen einem Angriff auf ihren Stützpunkt in Saudi Arabien zum Opfer, zwischen zweien soll es zu einem Zusammenstoß gekommen sein, andere Quellen berichten, sie seien angegriffen worden, mit der Folge dass eine abstürzte und die andere mit Müh und Not noch eine Notlandung geschafft  hat. 

Auch wenn es sicherlich möglich ist, diese Flotte wieder aufzufüllen (eine Maschine habe ich zufällig bei Flightradar24.com entdeckt, die von Belgien aus an den Golf geflogen ist), so zeichnet sich doch eine gewisse Verwundbarkeit ab. Die Tankerflotte nun aber vorsichtshalber außerhalb der Reichweite iranischer Raketen zu stationieren, macht die Luftbetankungslogistik noch ein bisschen schwieriger.

In Verbindung mit der Annahme, dass der Allianz aus USA und Israel auch bereits die Ziele ausgegangen sein könnten, muss natürlich die Frage gestellt werden, ob man ohne kriegswichtigen Grund noch weitere dieser Maschinen aufs Spiel setzen will.

Ebenfalls äußerst bemerkenswert ist die Tatsache, dass neben dem unbesiegbaren Flugzeugträger Gerald Ford, eine weitere, unbesiegbare Waffe der USA besiegt wurde. Die Rede ist vom Kampfflugzeug der fünften Generation, F35. Diese Maschine vertraut vollständig auf ihre Stealth-Tarnung und bleibt daher in Wendigkeit und Geschwindigkeit hinter vergleichbaren Maschinen deutlich zurück.  Russland behauptet schon länger, sein Radar sei in der Lage, die Tarnkappe zu durchdringen. Nun wurde eine dieser Maschinen von der iranischen Luftabwehr abgeschossen. Ein Indiz dafür, dass der Iran über modernste russische Radargeräte verfügt und diese die F35 tatsächlich erkennen können.

Die Kosten des Krieges steigen.

Trump will vom Kongress jetzt 200 Milliarden zur Finanzierung dieses Krieges, den er ohne die Zustimmung des Kongresses vom Zaun gebrochen hat.

Kühn spekuliert: Bisher liegen die aufgelaufenen Kosten irgendwo zwischen 25 und 35 Milliarden Dollar. Daraus lässt sich auf eine Fortdauer des Krieges bis in den Dezember 2026 hinein schließen. Vielleicht wünscht sich Trump ja, dass ihm bei dieser Perspektiv der Kongress die Mittel verweigert?

Bitte beachten Sie: Meine Aussagen in diesem Artikel sind Spekulation, keine Prognose. 

 

1 Kommentar

  1. Da kann ich helfen:
    Die USSLincoln befindet sich 1200 km von der iranischen Grenze entfernt.
    Es wurden bereits 4 F35 beschädigt, eine stürzte ab.
    Die Raffinerie in Haifa ist nicht sehr schwer beschädigt, allerdings wurde demonstriert, dass man sie komplett ausschalten könnte- Ben Gurion genauso. Der einzige Exit ist ein innenpolitischer Machtkampf in Israel, Trump hat nichts zu melden. Die Stromversorgung lief zu 85 % über Gas und über diesen einem neuralgischen Punkt. allerdings verfügt der Iran über Back Up Systeme, die IRCG ist komplett unabhängig vom zivilen Stromnetz. Eine Landungsooeration wird gerade vorbereitet, allerdings wissen die Militärs eigentlich genau, dass die katastrophal enden würde und es gibt erheblichen internen Widerstand. Netanyahu lebt noch, (Stand Mittwoch), wurde aber tatsächlich verletzt- die Videos sind ALLE KI. Khamenei geht es ebenfalls schlecht, er ist aber nicht in Moskau. Dr Jiang kommt mit seinen Analysen der Sache ziemlich nahe. (Ich weiss, sie mögen Englisch nicht gar so gern, aber die YT Videos cc deutsch anschaubar. ) Moskaus Rille als 3. Rom und Anführer des Angriffs auf das neue Zion mit der islamischen Koalition ist nicht sicher- Putin ist da fest verdrahtet, aber andere nicht.
    Der Plan ist wacklig aber dee Point of no return für manche überschritten. Wie bei Epstein, der sich wirklich umgebracht hat, allerdings erst kürzlich und zwar in Israel.
    Auf der unteren Ebene geht es nach wie vor um die Sicherung vin Ressourcen, bzw. die Kontrolle, aber es wurde nicht mehr schnell genug collateral gesichert, das Technate kommt zu spät und deswegen wächst die Panik.

    All das müssen sie nicht glauben und es kann sogar schaden, es gehört zu haben.

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