
PaD 22 /2026 – Hier auch als PDF verfügbar: Pad222026 KI Zu viel ist tödlich
Die Überdosis KI macht uns kaputt
Die Warnungen vor den mysteriösen Fähigkeiten der KI, die sich, wenn nicht Vorsorge getroffen wird, gegen uns wenden, sind wahrscheinlich berechtigt. Die eigentliche Bedrohung, die von der KI ausgeht, sehe ich jedoch in ihrem Einfluss auf den sozialen Frieden als Folge einer ebenso maßlosen wie rücksichtslos hastigen Überdosierung – und dies weltweit, denn kein Land, das auch nur einigermaßen weiter mitspielen will, wird sich dem Lockruf der KI verweigern können.
Es gibt eine ganze Reihe einleuchtender Beispiele dafür, dass ein (nicht offensichtlicher) Zusammenhang zwischen Quantität und Qualität, zwischen Dosis und Wirkung besteht.
Die womöglich früheste überlieferte Erkenntnis dazu stammt von Paracelsus (1493-1541), der vor fünfhundert Jahren postulierte:
„Alle Ding sind Gift und nichts ohn Gift.
Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist“.
Aus der Landwirtschaft kennen wird das Gesetz vom abnehmenden Ertragszuwachs. Ein Acker ohne Dünger mag 50 Doppelzentner Getreide hervorbringen. Richtig gedüngt können auf dem gleichen Acker 100 Doppelzentner geerntet werden. Verdoppelt man die Düngung, lässt sich die Ernte vielleicht noch auf 120 Doppelzentner steigern. Setzt der Landwirt jedoch die dreifache Düngermenge ein, kann die Ernte total ausfallen, weil die Überdüngung den Boden und die Pflanzen schädigt.
So manches Gift wirkt schnell. Da ist der Zusammenhang zwischen Gift und Wirkung leicht festzustellen. Andere Gifte wirken langsam, schleichend. Das Opfer siecht über Wochen und Monate dahin. Erst wenn der richtige Arzt hinzugezogen wird, kann die Diagnose gestellt und vielleicht noch ein Gegenmittel verabreicht werden.
Um das Panorama des Giftigen in seiner ganzen Breite zu erkennen, muss noch einmal Paracelsus zu Wort kommen: „Alle Ding sind Gift.“
Das geht weit über die toxische Wirkung von herkömmlichen Giften auf Menschen und andere Lebewesen hinaus. Es greift auch mitten in unsere Lebensweise, unsere Gewohnheiten, ja selbst in die Art unseres Wirtschaftens hinein.
Die Ökologie hat vieles davon erfasst – und uns bewusst gemacht. Seither hat der Schutz der Umwelt in einigen Teilen der Welt einen hohen Stellenwert, während man sich Umweltschutz andernorts weiterhin schlicht nicht leisten kann.
Heute soll es jedoch um die Ökonomie gehen.
Es muss gar nicht unterschieden werden zwischen kapitalistischer Wirtschaftsweise und anderen Formen wirtschaftlicher Verfasstheit, denn die Effekte sind überall gleich, sieht man von winzigen, weitgehend isolierten Gemeinschaften mit anderen Ordnungsprinzipien, wie zum Beispiel den Amish, einmal ab.
Das erste Prinzip das wir verstehen müssen, ist das Prinzip der Effizienzsteigerung durch arbeitsteiligen Wirtschaften.
Dies ist ein sehr altes Prinzip. Wann sich einzelne Handwerkszweige von den für die Ernährung sorgenden Bauern abspalteten, ist nicht mit Gewissheit zu sagen. Ob es zuerst die Töpfer waren oder die Maurer, oder ob Metallurgen und in deren Gefolge die Schmiede auftraten, die Wagenbauer und die Fassmacher, Schneider und Schuhmacher … Es ist im Zusammenhang dieses Textes nicht wichtig.
Wichtig ist, dass sich Spezialisierungen herausbildeten. Wichtig ist, dass die Spezialisten ihr Handwerk erlernten, also wussten „wie“ etwas am besten geht. Wichtig ist, dass die Spezialisten ihre Spezialwerkzeuge hatten und perfekt damit umzugehen wussten. Wichtig ist, dass die Produkte der Spezialisten von Laien entweder gar nicht oder nur in minderer Qualität und noch dazu mit erheblich höherem Zeitaufwand hätten hergestellt werden können.
Diese Spezialisierung hat die Gesellschaft effizienter gemacht. Der Bauer konnte mit dem eisernen Pflug vom Schmied größere Flächen bewirtschaften und höhere Ernten einbringen. Alle Gewerke nutzten die Dienste der übrigen Gewerke. Auch der Schneider bekam Scheren und Nadeln vom Schmied. Bauer, Schmied, Fassmacher, Wagenbauer und Maurer trugen Kleider, die der Schneider hergestellt hatte – und so weiter.
In diesem frühen Stadium war der gesamtgesellschaftliche Nutzen hoch. Es konnten insgesamt mehr Menschen ernährt werden und der Lebensstandard aller ist gestiegen.
Allerdings begann damit auch eine Ausdifferenzierung im Einkommen. Wer ein besonders gefragtes Produkt herstellen konnte, das viel Wissen und Erfahrung erforderte, also nicht so leicht von irgendjemandem nachgeahmt werden konnte, ließ sich dies auch teuer bezahlen, während der Knecht auf dem Bauernhof nicht viel mehr als seine Muskelkraft mitbrachte und eher spärlich entlohnt wurde, weil Männer, die gerne als Knecht gearbeitet hätten, anstatt ihr Leben als Landstreicher zu fristen, in großer Zahl bereitstanden, um auch für den niedrigen Lohn, kaum mehr als Kost und Logis, auf dem Bauernhof zu schuften.
Ein weiteres Problem war mit dem arbeitsteiligen Wirtschaften zwar bereits entstanden, entfaltete aber noch keine dramatische Wirksamkeit: Die Abhängigkeit von den Spezialisten.
Die Dosis war noch gering, aber von durchaus beträchtlicher positiver Wirkung.
Der nächste Schritt des arbeitsteiligen Wirtschaftens steht für den Beginn der Industrialisierung, die wiederum von der Erfindung der Dampfmaschine ausgelöst wurde, die sehr plötzlich bisher ungekannte Mengen an Energie zur Verfügung stellte. Die Arbeit musste zwischen den von der Dampfmaschine angetriebenen Maschinen und Vorrichtungen und den Menschen neu verteilt werden. Die Arbeitsinhalte der in den Fabriken arbeitenden Menschen schrumpften auf wenige, gleichartige Arbeitsschritte zusammen, deren Umfang von den vorhandenen Maschinen bestimmt wurde. Als Henry Ford das erste Fließband in Betrieb nahm, waren aus Arbeitsschritten schon nur noch Handgriffe geworden. Industriell hergestellte Produkte konnten konkurrenzlos billig angeboten werden, weil die menschliche Arbeit an den Maschinen keine Spezialisten mehr erforderte, sondern überwiegend nur noch angelernte Arbeiter, die entsprechend gering entlohnt wurden. Ford ist hier übrigens als rühmliche Ausnahme anzusehen, denn er bezahlte seine Fließbandarbeiter ausgesprochen gut, weil er eines erkannt hatte, was inzwischen wieder weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Auf den Punkt gebracht hat er das mit dem Satz:
„Automobile kaufen keine Automobile!“
Sehr schnell setzte sich die industrielle Produktion gegenüber dem Handwerk fast überall durch. Spezialisten fanden kein Auskommen mehr, außer in ganz speziellen Nischen, für welche der Industrie noch die Einrichtungen für die Massenfertigung fehlten, oder da, wo die Arbeit von Menschen auf den Baustellen weiterhin erforderlich war.
Mit der Industrialisierung wurde ein neuer Schritt zu höherem Lebensstandard gegangen, was auch weiteres Bevölkerungswachstum möglich machte. Der Blick auf ein Heer von Billiglöhnern in den Fabriken lässt leicht vergessen: Auch diese konnten sich jetzt Dinge leisten, zu denen sie vorher keinen Zugang hatten.
Massenproduktion schafft Massenartikel für die Massen. Sie schafft ebenfalls Masseneinkommen, jedenfalls so lange, wie sich Produktion und Kaufkraft einigermaßen die Waage halten.
Die stark erhöhte Dosis der Arbeitsteilung, die jetzt über die rein menschliche Arbeitsteilung hinausging und auch leblose Maschinen mit einbezogen hat, brachte immer noch überwiegend Vorteile
Die individuelle Vielfalt von in Handarbeit hergestellten Produkten verschwand und machte einer Reihe gleichartiger, sich nur geringfügig unterscheidender Artikel Platz.
Auf der anderen Seite explodierte die Zahl der „Berufe“, weil die Organisation der industriellen Produktion dies erforderte.
Entwicklungsingenieure und Fertigungstechniker, Handelsvertreter und Verkäufer, Einkäufer, Leute in der Warenannahme, Kassierer, Buchhalter, Personalverwalter, Meister, Gruppenführer, Maschinenarbeiter aller Art, Kranführer, Staplerfahrer, EDV-Personal, Reinigungspersonal, ein Pförtner …
Diese neuerliche Spezialisierung ging mit einer erheblichen Entfremdung der Beschäftigten von ihrer Arbeit einher. Viele arbeiteten überhaupt nicht mehr am Produkt, und von denen, die am Produkt arbeiteten, hatten die meisten nur ihre wenigen Handgriffe zu tun, und wussten oft genug gar nicht, wie und warum ihre Arbeit zum Produkt beigetragen hat.
War der Warenaustausch vor der Industrialisierung im Wesentlichen eine eng lokal begrenzte Angelegenheit, die lediglich durch Importwaren, wie Gewürze oder besondere Stoffe, etc. angereichert war, produzierte die Industrie für eine große Region und oft für den gesamten Binnenmarkt einer Volkswirtschaft. Dafür mussten mit Groß- und Einzelhändlern, mit Schienen- und Straßennetz, die Strukturen für den Warenabsatz ausgebaut und in weiten Teilen überhaupt erst aufgebaut werden.
Die Dampfmaschine ist inzwischen längst durch Verbrennungsmotoren und durch den Einsatz von Elektrizität in einer unglaublichen Vielfalt von Anwendungen abgelöst worden.
Mit dem Sterben der handwerklich geführten Unternehmen und Manufakturen ging die Konzentration von Kapital und Wirtschaftsmacht Hand in Hand.
Dies führte zu einer Änderung im Selbstverständnis der Unternehmen. Der alte Handwerksmeister, von seiner Innung recht gut vor Konkurrenz geschützt, versuchte noch, sich mit guter Arbeit in seinem Einzugsgebiet einen zufriedenen Kundenstamm zu schaffen, sich damit ein gutes Auskommen zu verdienen und über die Jahre ein kleines Vermögen anzusammeln.
In der Industrie sah das bald anders aus. Die Gründer, die noch mit eigenen Ideen und eigenem Geld an den Start gegangen waren, hatten sich immer mehr den Interessen der Geldgeber zu unterwerfen. Viele zogen sich aus dem operativen Geschäft zurück und ließen die Geschäfte von angestellten Vorständen und Geschäftsführern wahrnehmen. Deren Aufgabe war es primär, Gewinne zu erwirtschaften, das eingesetzte Kapital zu verzinsen und den Kapitalstock der Gesellschaft zu erhalten und auszubauen.
Der kleine Riss, der sich schon immer zwischen der realwirtschaftlichen Produktion mit dem Zweck der Bedarfsdeckung der Bevölkerung einerseits und der reinen Finanz- und Kapitalsphäre andererseits finden ließ, weitete sich zu einer respektablen Schlucht.
Damit entstand ein Geld- und Liquiditätsproblem, das bis heute nur unzulänglich kaschiert wurde, aber keineswegs gelöst ist.
Ganz einfach ausgedrückt lässt es sich – über die gesamte Volkswirtschaft betrachtet – als eine einzige Frage formulieren:
Wie kann das große Spiel eigentlich aufgehen, wenn die Summe aller Löhne und Gehälter zwangsläufig niedriger sein muss als die Summe der Umsätze der Wirtschaft, weil alle Unternehmen einen Gewinn erzielen wollen?
Es ist unbestritten, dass die Gewinne der Anteilseigner und die Zinserträge der Banken nur zu geringen Teilen für den Konsum der Nutznießer verwendet werden, sondern zum allergrößten Teil das Geldvermögen mehren. Niemand bestreitet, dass die Reichen immer reicher werden. Die Geldanlagen dieser Reichen sind aber der Liquidität im Markt der Realwirtschaft entzogen.
Das Rätsel ist lösbar, jedenfalls für den Augenblick der Gegenwart – und weiter in die Zukunft zu schauen, wäre ein Blick in die Büchse der Pandora, der tunlichst vermieden werden muss.
- Die Leute haben ja etwas gespart, oder eine Briefmarkensammlung, die sie verkaufen können, um an das Geld zu kommen, das gebraucht wird, wenn die Industrie ihr Produkte absetzen will.
- Wofür gibt es denn Banken? Selten war es leichter, einen Kredit zu bekommen, man kann ja sogar einfach sein Konto überziehen. Außerdem bekommt auch die Industrie immer Kredite, um Investitionen zu finanzieren – auf diesem Weg kommt immer wieder Geld in die Realwirtschaft.
- Weil das aber alles immer noch nicht reicht, exportieren wir eben die im Inland mangels Kaufkraft nicht absetzbaren Produkte ins Ausland. Bingo. Das wars.
Das war es halt leider nicht.
Die Sparguthaben sind endlich, die Briefmarkensammlungen auch, außerdem trennt man sich davon immer erst, wenn es gar nicht mehr anders geht.
Konsumentenkredite helfen zwar „jetzt“, doch wenn sie zurückgezahlt werden müssen, mindern sie wieder die im Markt verfügbare Kaufkraft. Zinsen kommen noch oben drauf und mindern die Kaufkraft weiter.
Das Ausland wird unsere Produkte nur kaufen, wenn sie billiger sind als die eigenen. Also muss noch extra an den Löhnen gespart werden. Vom Ausland kommt dann das Geld, das erforderlich ist, um die Produktion weiter laufen lassen zu können. Allerdings ist der Weg über den Export nur eine Scheinlösung. Die ganze Welt arbeitet nach dem gleichen Prinzip. Überall sind die Löhne und Gehälter niedriger als die Umsätze der Wirtschaft. Folglich muss das Loch irgendwo auf dieser Welt sichtbar in Erscheinung treten.
Die wahre Lösung besteht aus drei Komponenten:
- Wachstumserwartung
- Kredit zur Finanzierung des Wachstums
- Inflation
Die Inflation entwertet das Geld. Deswegen steigen in der Inflation Preise und Löhne. Am Wert der Kredite ändert die Inflation allerdings nichts. Bei gestiegenen Preisen, Umsätzen und Löhnen sinkt die Last von Zins und Tilgung mit der Inflation. Das ist die angenehme Seite der Inflation. Heute mit einem Gehalt von 5.000 Euro netto eine Eigentumswohnung kaufen. Monatliche Zahlung für Zins und Tilgung: 1.000 Euro. Nach 10 Jahren mit 6.000 Euro netto weiter die gleiche Rate zahlen, nach 20 Jahren mit 8.000 Euro netto, und nach 25 Jahren die letzte Rate von 1.000 Euro aus einem Monatseinkommen von 9.000 Euro netto. Das fällt von Jahr zu Jahr leichter.
Der Kredit zur Finanzierung des Wachstums bringt Liquidität in die Wirtschaft. Je mehr die Wirtschaft investiert, desto mehr Geld kommt in Umlauf – getilgt werden muss ja erst viel später – sozusagen auf der langen Bank.
Ohne Wachstum springt die Kreditpumpe nicht an. Alle alten Investitionen sind doch bereits finanziert. Wo soll denn ohne Wachstum eine zusätzliche Rendite herkommen, für die es lohnt, zu investieren? Geht doch gar nicht.
Ohne Wachstum fehlt Liquidität in der Realwirtschaft. Alleine weil jede Tilgung für die alten Kredite dem Markt Liquidität entzieht, die nur durch neue Kredite wieder bereitgestellt werden kann. Wo es aber kein Wachstumsversprechen gibt, vergibt die Bank auch keinen neuen Kredit.
Wachstum ist der Trick, mit dem sich Münchhausen samt Pferd am eigenen Schopf aus dem Sumpf zieht.
So lange sich Wachstum generieren lässt, funktioniert das Schneeball-System. So lange sich Wachstum generieren lässt, fällt es auch noch leicht, Gewinne zu generieren.
Dass das mit dem Export eine krumme Sache ist, muss man nicht weiter beachten. Was gehen uns die Kaufkraftverhältnisse im Ausland an? Was interessiert uns, ob die ihre Rechnungen aus ihrem Einkommen bezahlen oder ob sie Schulden aufnehmen. Hauptsache das Geld kommt hier an, lässt sich in Gewinn und in eine attraktive Anlage umwandeln. Die Sintflut kommt später.
Natürlich importieren wir auch massenhaft Massenware, vor allem aus China, zu unschlagbar günstigen Preisen. Die werden an die Konsumenten verkauft, die sich inländische Produkte wegen ihrer zu niedrigen Löhne schon lange nicht mehr leisten können. Aber die Chinesen sind so günstig, dass wir auch daran noch einmal fett verdienen.
Das ist so ungefähr der Stand von 2026.
Es knirscht im Gebälk. Löhne und Gehälter reichen bereits nicht mehr aus, um sowohl den Lebensunterhalt der Beschäftigten und ihrer Familien, die Renten der Rentner, die Grundsicherung der Grundsicherungsempfänger, die Kosten der Pflege für die Pflegebedürftigen, den Unterhalt der staatlichen Infrastruktur, die Alimentation der nicht erwerbstätigen Migranten, den ganzen Regierungsapparat und die NGOs zu finanzieren, die Subventionen für die Energiewende und die verrückte Aufrüstung schon gar nicht.
Das ist Alarmstufe rot.
Verschuldung für den Konsum, bei Nullwachstum.
Selbst das wäre noch etliche Jahre durchzuhalten. Wäre da nicht schon die nächste industrielle Revolution – und damit die finale Überdosis – im Kommen.
Optimisten unter den Investoren rechnen damit, dass die KI binnen weniger Jahre fast die Hälfte aller heute existierenden Arbeitsplätze überflüssig machen wird.
Die Hälfte!
Wieso darin ein Grund für Optimismus zu finden sein soll, weiß ich nicht. Es kann zwar so manches schneller, manches besser, manches gründlicher erledigt werden – vor allem ist die Absicht aber, auf dem Weg der Senkung des Personalaufwandes alles billiger zu machen. An dieser Absicht hängt allerdings ein riesiger Pferdefuß.
Mit allen bisherigen technologischen Fortschritten sind wir in Deutschland schon jetzt an den Punkt gelangt, dass die tatsächliche Produktion (incl. Bau und Landwirtschaft) nur noch etwa 12 Millionen Arbeitsplätze bietet. 34 Millionen Erwerbstätige tummeln sich bereits im Dienstleistungssektor und zehren direkt oder indirekt von der Leistung der Produktiven.
Sollten die Optimisten unter den Investoren recht behalten, wären in wenigen Jahren nur noch 23 Millionen Menschen in Deutschland erwerbstätig. Schön, wenn man dies unter dem Aspekt zusätzlicher Freizeit betrachtet. Ein Fiasko, unter dem Aspekt der Einkommensverteilung.
Die Wirtschaft müsste die gesamte Einsparung an Personalkosten in den Preisen weitergeben, um ihren inländischen Umsatz aufrecht erhalten zu können. Das wäre aber absolut sinnlos. Man will ja investieren, um die Gewinne zu steigern.
Es wäre nicht nur absolut sinnlos, es ist auch unmöglich, denn die KI ist ja nicht kostenlos. Der Einsparung beim Personal stehen neue Kosten für die KI gegenüber. Die absolute Ersparnis ist also deutlich geringer als die weggefallenen Personalkosten. Die verlorene Kaufkraft der Beschäftigten kann also in den Preisen gar nicht vollständig zurückgeben werden.
Grobes Beispiel:
| Kosten | Vor KI-Einsatz | Mit KI-Einsatz | Veränderung |
| Beschaffung | 1.000.000 | 1.000.000 | 0 |
| Personal | 1.000.000 | 500.000 | -500.000 |
| Abschreibungen | 1.000.000 | 1.000.000 | 0 |
| KI-Aufwand | 0 | 250.000 | +250.000 |
| Summe | 3.000.000 | 2.750.000 | -250.000 |
Der Rationalisierungseffekt durch den KI-Einsatz ist grundsätzlich geringer als der durch Entlassungen entstandene Kaufkraftverlust.
Rationalisierung – und KI-Einsatz ist Rationalisierung – soll Kosten senken, um den Unternehmensgewinn zu steigern. Dies ist für jedes einzelne, betriebswirtschaftlich geführte Unternehmen ein Muss, wann immer sich die Gelegenheit bietet.
Es geht dabei vor allem darum, einen Vorsprung vor der Konkurrenz zu erringen, damit Marktanteile zu gewinnen und den Gewinn zu steigern.
So funktioniert das auch noch, wenn in einer bestimmten Branche in einem Teilmarkt so agiert wird.
Es funktioniert nicht mehr, wenn erhebliche Teile der Wirtschaft über alle Branchen hinweg ihre Kosten massiv senken. Die Kosten sind eben nicht nur Kosten, sondern, wenn sie aus dem Personalaufwand resultieren, sind sie auch Kaufkraft und damit die Gewähr für künftige Umsätze.
Gerade die von Deindustrialisierung sowieso schon geplagte deutsche Wirtschaft, die zudem in einem von den USA getriebenen Kampf um die Heimholung der Wertschöpfung in die nationalen Binnenmärkte steht, kann eine solche Strategie nicht überleben.
Da helfen auch alle Freihandelsabkommen nicht weiter. Der Kaufkraftverlust im deutschen Binnenmarkt ist ja nicht nur eine Katastrophe für die Bevölkerung. Es ist ebenso eine Katastrophe für die Staatsfinanzen, die durch nichts mehr geheilt werden kann.
Dies gilt aber nicht nur für Deutschland.
Es gilt weltweit.
Diese Dosis ist Gift.
Diese Dosis ist ökonomischer Selbstmord für ganze Volkswirtschaften.
Das strahlende Endziel, das man sich vorstellen kann,
- dass nämlich eines Tages alles, wirklich alles was die Menschheit braucht, vollautomatisch von Maschinen hergestellt wird, und
- dass alles kostenlos abgegeben wird, weil die Maschinen sich nicht nur selbst erhalten und vermehren, sondern auch ihre Energieversorgung selbständig sicherstellen und die benötigten Rohstoffe selbständig fördern,
ist leider in unserem Wirtschaftssystem nicht erreichbar.
Investitionen müssen sich rentieren. Kosten müssen in Preisen weitergegeben werden – und zu den notwendigen Preisen müssen sich ausreichend viele Käufer finden, um die Umsatz- und Gewinnziele zu erreichen.
Ein Wirtschaftssystem, mit dem dieses Endziel erreicht werden könnte, kann und will ich mir nicht vorstellen, weil auch dieses Szenario nur als dystopisch bezeichnet werden kann.
Experten mit eher beschränkten mentalen Fähigkeiten behaupten gerne, dass ja neue Technologien immer auch neue Arbeitsplätze schaffen. Der prognostizierte Kaufkraftverlust würde daher gar nicht stattfinden. Es würde immer nur alles besser, schöner und erreichbarer.
Dazu allerdings bräuchte es Wachstum. Nicht beim Staat, nicht bei den anderen Dienstleistern, auch nicht in der Rüstung, sondern zuerst im produzierenden Gewerbe.
Dort kann es aber nur entstehen, wenn vorher, oder zumindest gleichzeitig die benötigte Kaufkraft in den Markt kommt.
Mit einer um 50 Prozent geschrumpften Kaufkraft ist aber auf breiter Front mit erheblichem negativem Wachstum zu rechnen. Ein negatives Wachstum, das auch noch weite Teile der übrig gebliebenen Arbeitsplätze zerstören und so ziemlich alle Banken in den Ruin treiben würde, weil massenhaft Darlehen abgeschrieben werden müssten. Der Staat wäre nicht einmal mehr in rudimentären Funktionen aktiv und längst nicht mehr in der Lage, die Staatsschulden zu bedienen, folglich auch nicht mehr kreditwürdig für neue Schulden.
Die Dosis ist Gift.
Bleibt die Frage offen, welcher Zweck mit dem weltweiten Run nach KI-Lösungen verfolgt wird.
Es werden schließlich hunderte von Milliarden Dollar weltweit in diese Technologie investiert. Sind die Investoren allesamt blind? Sind Politiker, die nicht müde werden, hohe Ziele für die KI-Entwicklung und den KI-Einsatz zu formulieren, allesamt blind? Insbesondere dann, wenn – wie in Deutschland – keinerlei Aussicht besteht, dass überhaupt der Strom für die Rechenzentren zur Verfügung stehen wird?
Welchen Zweck hätte es, wenn – wie manche argwöhnen – mittels KI das Ziel der totalen Kontrolle erreicht werden könnte?
Für die Wirtschaft? Noch bessere, noch treffgenauere Werbung? Prima. Was aber, wenn der Umworbene kein Geld hat?
Für den Staat? Kritiker aus dem Verkehr ziehen, von Geld und Kommunikation abschneiden? Verhungern lassen? Oder doch irgendwie mit Grundsicherungsanspruch am Leben halten, obwohl die Staatskasse längst nur noch ein Fass ohne Boden ist?
Oder handelt es sich um so etwas wie eine neue Pandemie?
Den Leuten Angst einjagen. Die KI kommt. Ihr könnt das nur verhindern, wenn ihr mehr arbeitet, mit weniger Lohn zufrieden seit und erst mit 70 in Rente geht?
Glaub‘ ich nicht.
Betrachten wir noch einmal eingehend und weit vorausschauend die Folgen der KI – und wenn wir uns dieser Folgen bewusst sind, wird der Zweck zweifellos sichtbar werden.
Schritt 1 (2026/27)
Gigantische Summen werden weltweit investiert, um die physikalische Infrastruktur für die KI zu errichten. Dies sind insbesondere die Rechenzentren, aber eben auch die Stromerzeugung für eben diese Rechenzentren. Parallel dazu arbeiten Heerscharen an der Weiterentwicklung der Software und am Training der Software mit allen verfügbaren Informationen. Durch vorläufig noch kostenlose Bereitstellung der einigermaßen funktionierenden KI-Modelle werden zusätzliche, Trainingsmaterialien aus der Interaktion mit den Nutzern erschlossen. Erste Lizenzen für Pionier-Nutzer der KI werden vergeben und bringen erste spärliche Erlöse.
Schritt 2 (2027 bis 2029)
Die gröbsten Kinderkrankheiten sind überwunden. Ertragsstarke Großunternehmen suchen und identifizieren renditeträchtige Einsatzmöglichkeiten für die KI. Dazu werden spezielle Organisationseinheiten aufgebaut. Man stürzt sich auf die größten vermuteten Einsparpotentiale. Innerhalb von zwei Jahren übersteigen die laufenden Einsparungen die Kosten der KI (teure Lizenzen, Hardware-Aufrüstung, Planungs- und Implementierungsteams, Training der Beschäftigten an den KI-Anwendungen). Bis dahin dürften etwa 1Million Beschäftigte freigestellt worden sein. Kosten- und Effizienzvorteile der KI-Anwender verschieben die Gewichte am Markt zu deren Gunsten der KI-Pioniere.
Schritt 3 (2029 bis 2033)
Die Angst vor der Übermacht der frühen KI-Anwender treibt die Konkurrenz in die Arme jener Heerscharen von KI-Beratern, die sich mit ihrem Knowhow nun goldene Nasen verdienen wollen. Es gibt reihenweise fix- und fertige Anwendungen, die nur noch geringfügige individuelle Anpassungen erfordern. Daneben entstehen in den Laboren der Hersteller branchenübergreifende Querschnittsanwendungen, die in gigantischen Clouds gehostet sind und nach Nutzungsintensität in Rechnung gestellt werden. Pro Jahr gehen jetzt schon durchschnittlich 2 Millionen Arbeitsplätze verloren. Die staatlichen Sozialsysteme können die bisherigen Leistungen nicht mehr aufrecht erhalten. Im Bereich der Grundsicherung werden sowohl die Regelsätze als auch die Zuschüsse für Miete und Heizung halbiert. Die Menschen hungern und frieren, aber auch weite Teile der Vermieter geraten in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten und müssen ihre Immobilien in Notverkäufen aufgeben, weil die Finanzierungslasten nicht mehr durch Mieteinnahmen gedeckt sind.
Die Banken stellen sich auf die immer fragwürdiger werdende Bonität ihrer Privatkunden und Teile der Geschäftskunden ein und verweigern zunehmend den notwendigen Kredit.
Versteigerungsplattformen wie Ebay boomen, weil die Menschen einen Großteil ihrer werthaltigen Habe zu Geld machen, um noch einigermaßen in Würde zu überleben.
Die Volkswirtschaft gerät in einen erdrückenden Liquiditätsengpass. Im Wettbewerb um die Kaufkraft der Bevölkerung werden Teile der durch die KI ermöglichten Einsparungen zu Lasten der Gewinne als Preissenkungen weitergegeben. Nicht-KI-Anwender können hier nicht mithalten und werden aus dem Markt gedrängt. Eine Insolvenzwelle rast durch die Wirtschaft. Übrig bleiben – unter vergleichbaren Unternehmen – jene mit den geringsten Personalkosten, die in der glücklichen Lage sind, auch im Export noch wettbewerbsfähig anbieten zu können.
Schritt 4 (2033 bis 2037)
Die Bevölkerung Deutschlands ist bis 2033 von 84 Millionen auf 72 Millionen geschrumpft. Ein Großteil der Zuwanderer aus den Jahren 2014ff hat das Land wieder verlassen, nachdem Milch und Honig nicht mehr fließen wollten. Die Auswanderung jüngerer Deutscher, die als Verlierer der KI-Welle hier keine Chance mehr hatten, ist von etwa 200.000 auf mehr als 500.000 pro Jahr angestiegen. Die Zahl der Geburten ist noch einmal deutlich zurückgegangen, während sich die Zahl der Sterbefälle, teils wegen der inzwischen unzureichenden Gesundheitsversorgung, teils wegen der schlechten Versorgungslage, teils wegen des Anstiegs der Suizidfälle, kontinuierlich erhöht hat. Deutschland zählt 2033 noch rund 30 Millionen Erwerbstätige.
KI-Anwendungen sind inzwischen preiswert geworden, so dass sie auch in Kleinstunternehmen Einzug gehalten haben. Vor allem aber sind die Preise für humanoide Roboter auf unter 15.000 Euro gesunken, während ihre Fähigkeiten, vom Verstehen auch komplizierter Anweisungen per Spracheingabe bis zur exakten Ausführung derselben, bei hoher Dauerbelastbarkeit und erheblicher Kraft (Tragfähigkeit bis 120 kg) enorm zugenommen haben.
Diese Roboter revolutionieren das Handwerk. Sie arbeiten problemlos sowohl als Dachdecker als auch als Elektro-Installateur, sie zerlegen Fleisch und verlegen Laminatfußböden. Bei einer Lebensdauer von fünf Jahren und vernachlässigbarem Stromverbrauch liegen die jährlichen Personalkosten bei 3.000 Euro – der menschliche Hilfsarbeiter mit 15 Euro Mindestlohn und vier Wochen bezahltem Urlaub kostet das Zehnfache, ein ausgebildeter Geselle das Zwanzigfache.
Das System kippt endgültig.
In rascher Folge fallen bis 2037 weitere 7 Millionen Jobs weg. Für die verbleibenden Beschäftigten steigt die Steuer- und Abgabenlast auf durchschnittlich 80 Prozent an, während ihre Produktion zu ebenfalls 80 Prozent in den Export geht. Die Versorgung der Bevölkerung bricht weitgehend zusammen. Die Lage als „kubanisch“ zu beschreiben, wäre noch ein Schönreden der Situation. Trotz der Staatsquote von 80 Prozent ist der Staat nicht mehr in der Lage, seinen Aufgaben noch nachzukommen. Erneut kommt es zu einer massiven Privatisierungswelle, doch die Erlöse verpuffen schnell im Konsum. Die Infrastruktur verfällt weiter. Immobilien erleiden einen weitgehenden bis totalen Wertverlust und fallen massenhaft den Banken als Grundpfand in die Hände.
2037 tritt die letzte Bundesregierung tritt zurück – Neuwahlen finden nicht mehr statt. Selbstzerstörung und Ausverkauf Deutschlands sind vollendet.
Aus der Anarchie heraus entwickeln sich kooperative Inbesitznahmen und erste Anfänge einer neuen tribalistischen Selbstorganisation.
In den überwiegend agrarisch geprägten EU-Staaten sieht es kaum besser aus, lediglich die Nahrungsgrundlage konnte dort in höherem Grade sichergestellt werden.
Massiver KI-Einsatz ist nicht mehr mit der Einführung der mechanisch-motorbetriebenen Webstühle zu vergleichen, wie sie Gerhard Hauptmann in seinem 1892 erschienenen Bühnenstück „Die Weber“ als soziale Katastrophe nachzeichnete.
Massiver KI-Einsatz wird weltweit die menschliche Arbeit entwerten und zum Untergang jener Gesellschaftsform führen, die über eine austarierte soziale Hierarchie immerhin noch weite Teile ihrer Mitglieder an der arbeitsteiligen Wertschöpfung teilhaben lässt und stark genug ist, den „Überflüssigen“ wenigstens noch das Notwendigste zukommen zu lassen.
Wenn erst einmal 50 Prozent der Jobs weg sind, werden sich auch nur noch 50 Prozent der Waren absetzen lassen. Dabei werden Skaleneffekte auftreten, an denen auch im Grunde gesunde Unternehmen scheitern, weil die fehlende Auslastung der Kapazitäten die Wirtschaftlichkeit zerstört.
Über den direkten Effekt der KI hinaus wird es indirekte Folgewirkungen geben, deren Ausmaß kaum überschätzt werden kann. Es werden nicht nur viel mehr Arbeitsplätze verloren gehen als anfänglich in tiefer Naivität angenommen, es werden für 70 bis 80 Prozent der Menschheit die Lebensgrundlagen verloren gehen, weil ihre Einkommen vollständig entfallen und der Staat nicht mehr in der Lage sein wird, durch Umverteilung korrigierend einzugreifen, weil die ertragreiche Basis schlicht nicht mehr ausreicht.
Hunger, Bürgerkrieg, Plünderungen, Straßenschlachten, Mord und Totschlag, vollständiger Zerfall der staatlichen Ordnung sind nicht zu vermeiden.
Auf dem Höhepunkt der technologischen Entwicklung erfolgt der vollständige Zusammenbruch der Zivilisation, weil die Menschheit nicht gelernt hat, achtsam miteinander umzugehen. Immer noch ist der Mensch des Menschen Wolf.
Den Weg aus Anarchie und Chaos, hin zu jenen 500 Millionen auf der Erde lebenden Menschen, wie es die Georgia-Guidestones vorgeschrieben haben, kann ich nicht erkennen.
Lassen Sie mich zum Abschluss dieses Artikels noch einmal an die alles entscheidende Frage erinnern, die ich am Anfang schon einmal aufgeworfen habe:
Wie kann das große Spiel eigentlich aufgehen, wenn die Summe aller Löhne und Gehälter zwangsläufig niedriger sein muss als die Summe der Umsätze der Wirtschaft, weil alle Unternehmen einen Gewinn erzielen wollen?
Hallo lieber Herr Kreutzer,
sehr guter Artikel, jedoch habe ich auch noch keine Antwort.
Vielleicht brauchen wir auch keine Antwort mehr:
Ab dem Ende von Schritt 2 (2027 bis 2029) ist sowieso Schluss, denn glauben wir unseren, unserem Volke dienenden Volksvertretern und deren Staatsmedien, kommt ja dann der Russe.
Aber „Spaß“ beiseite.
Zur Frage von KI und deren Wohl und Wehe hat mir meine Tochter schon vor knapp 8 Jahren ein lesenswertes Buch geschenkt. Wer sich dazu einen Ausriss auf humorvolle und überspitzte Weise zumuten möchte: „Qualityland“ von Marc-Uwe Kling. Erschienen im Ullstein Verlag,
ISBN: 978-3-550-05015-2
Liebe Grüße, der Tommy
Moin Herr Kreutzer,
die Summe aller Löhne sollte und muss niedriger sein als der Umsatz, er ist nur ein Teil der Kosten für die Herstellung der Produkte. Beispiel sind neben Material- und Sachkosten, Steuern uns Abgaben und eben Löhne und Gehälter plus dem zu erwartenden Gewinn beim verkauf von Produkten. Ansonsten ist die Frage nach dem Gift der KI eine Philosophische und eine Grundrechtsfrage wohin sich die Menschheit entwickeln will, dies wäre eine Aufgabe an die UNO, Regierungen Philosophen – denn diesem Gift sind wir ausgesetzt weil der Mensch erst einmal alles ausprobiert incl. der Atombombe und dann prüft ob es gut ist oder nicht. Die Menschliche Schwäche ist gleichzeitig ihre Stärke aber sie braucht Strukturen die wir ihr nicht bieten, unseren Kindern nicht bieten, schon sie sind ohne Handy nicht mehr lebensfähig… P.S.: Eine Frage finde ich übrigens auch spannend, Uns Deutschen wurden Eigenschaften nachgesagt die uns darstellten als Beispiel sei gesagt Püntlichkeit, Streikfaul, fleißig und penibel. Wie ist dazu die Durchschnittsentwicklung in der heutigen Situation mit den ganzen Fachkräften und deren Mentalität mit Auswirkung dazu? Mir kommt da der Südländische Gedanke und die Klimaerwärmung in Kopf mit entsprechender gesundheitsfürsorglicher Siesta statt Arbeit? Mit freundlichen Grüßen
Idiocrazy – einfach mal anschauen
… und einfach dankbar sein für das „Programm“, welches wir geboten bekommen in unserem Da-Sein
Kommunisten, Kohl, Kaiserin usw.
Es gab langweiligere Zeiten 😉
Moin Moin
pathemata mathemata
kam so, ist so, bleibt so … bis das „kapitalistische“ Wirtschaftssystem verschwunden ist, ganz einfach
Geht mitunter schneller als erwartet, siehe Zone weiland ´89 usw.
„Wir sind nie auf das vorbereitet, was wir erwarten.“
Tag 86, „Der große Trip“
Die Spätlese-Ausführungen zu Solidarität werden greifen.
Ansonsten Cola, Popcorn, Vorstellung „genießen“ … Kopp einziehen, wenn´s laut wird.
Und Munter bleiben!
good luck
Faszinierend: Etwa 25 Zeilen bevor Sie es selbst schreiben, musste ich an die Georgia Guide Stones denken.
Aber Sie haben ja eine Frage gestellt: Historisch haben Sie die auch beantwortet: Die Gewinne, die nur wenigen zur Verfügung stehen, lasen einfach die Schere zwischen arm und reich immer weiter auseinandergehen, was solange gut geht, wie die Armen dabei nicht ärmer werden – sprich Wachstum generiert wird. Der Prozess wird durch Umverteilung und Kriege etwas verzögert, aber irgendwann ist entweder das Wachstum nicht mehr ausreichend oder den Reichen dämmert, dass Reichtum allein nicht nur nicht glücklich macht, sondern vor allem nicht sicher. Geld ist ein Proxy für Macht und reiche Menschen sind deswegen nahezu automatisch machtgierig. Und da bieten Globalisierung und KI die Gelegenheit: Einige Reiche können sich einen planetaren Technostaat bauen, indem nur noch wenige menschliche Sklaven und Ressourcenverbraucher übrig sind. Das ist das Ziel- kannman nachlesen von Harrari bis Epstein.
Wird es klappen- nein, der Weg ist zu konfliktreich (schon fürchtet sich Larry Fink vor Bürger- Dronen, die seine Datenbanken zerschiessen) und vor allem die Mächtigen selbst werden sich bekriegen. Aber trotzdem wird es darauf zulaufen zunächst und die Kriege, Hungesnöte etc. werden bereits parallel passieren , noch vor den großen KI – Effekten.(künstliche Idiotie übrigens, wirkmächtig aber auch doof und beschränkt, aber das ist noch einmal ein ganz anderes Kapitel).
Die Antwort auf ihre Frage ist in der Theorie einfach: Ein stabiles System muss Macht (und damit Geld) Anhäufungen verhindern. Eine Tatsache, die die einfältigen Libertären, denen ich zu 80% nahestehen kann, immer übersehen.
Mann kann das genossenschaftlich sehen (Betriebe müssen überwiegend ihren Mitarbeitern gehören, oder psychologisch (Eine Staatsreligion, dass die Erfolgreichen Heilig sind, weil die Ihr Vermögen der Gesellschaft spenden ) oder verfassungstgeoretisch- ab einer gewissen Summe beträgt die Vermögenssteuer 100%. es ist ein Ammenmärchen zu glauben, das verhindere Leistung. Toyota entwickelte sich mit einem solchen Prinzip zum erfolgreichen Automobil- Riesen-
und man kann ohne Geld leben – ja, das geht- ich habe es anderer Stelle erwähnt. Aber natürlich passiert es nicht mehr- oder bestenfalls in postnuklearen Stämmen….
Für mich ist es verblüffend, wie fas ao offensichtliche sit Ewigkeiten ignoriert wird. Nur selten scheint eine Ahnung auf (etwa beim Zinsverbot- denn Zinsen sorgen , das ist eine Mathematische Banalität – immer dafür, dass alles Geld bei einem bis wenigen sind).
Es gibt eben auch natürliche Idiotie- und das halte ich immer noch für die Mutter aller Probleme.
Moin lieber Herr Kreutzer,
im Ergebnis ist dies leider auch meine dystopische Fantasie für die Zukunft. Umd das an einem so schönen sonnigen Morgen 😞.
Ich hoffe aber, dass die Menschheit vor dieser extremen Kartasis die Kurve kriegt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Liebe Grüße