In der Hoffnung, dass auch Sie die erste Feiertagsrunde gut und gesund überstanden haben, bleibt für den Augenblick eigentlich nur der Wunsch übrig, dass dieses verlorene Jahr möglichst schnell zu Ende gehen möge. Wolfgang Herles hat dies auf Tichys Einblick eindrucksvoll beschrieben.
Das Tremolo, diese schnelle Wellenbewegung, die wir als musikalischen Begriff kennen, entspricht so ungefähr meiner Stimmung, beim Blick auf die letzten Ereignisse des Jahres. In der Ukraine-Frage zittern die Informationen weiter vor sich hin. Kaum schöpft man Hoffnung, schon ist sie wieder dahin. Dann kommt ein neues Statement von Trump, und bevor das Licht am Ende des Tunnels zu erkennen ist, wird es von Macron oder Merz oder Selenski wieder verdeckt – und Putin sitzt im Kreml und wartet darauf, dass sich USA und der kümmerliche Rest des Wertewestens mit der Ukraine endlich einig werden.
Die Rente ist auf Eis gelegt. Jetzt kommen erst einmal die Krankenkassen dran. Selbstverständlich mit der Erhöhung der Beiträge und der Zuzahlungen, aber eben auch mit einer Kostenentlastung, indem nicht mehr alles bezahlt wird – jedenfalls, wenn es nach Herrn Frei geht. Derweil tönt der Herr Schneider von der SPD, wir sollten uns nicht zu sehr auf Veränderungen beim Heizungsgesetz freuen, weil ja schließlich die Einsparziele erreicht werden müssen. Gut, der Umweltminister ist noch nicht so lange im Amt, dass er schon eine andere Ahnung von CO2-Wirkungen haben könnte, wie er auch vom Beitrag Deutschlands zur Klimarettung nicht viel wissen kann, aber warum geht der Kanzler nicht her und macht von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch, wie er es im Wahlkampf versprochen hat?
Derweil zieht Trump Truppen vor Venezuela zusammen und bombardiert den IS in Nigeria, während Putin mit den neuen syrischen Machthabern, die ja auch bis vor kurzem noch dem IS zuzurechnen waren, eine engere Zusammenarbeit verabredet. In Bethlehem gab es zu Weihnachten wieder christliche Gottesdienste, wenn auch kaum von Touristen heimgesucht, und aus dem Gaza-Streifen gibt es auch nichts Neues, schon gar nichts Gutes zu berichten.
Die nicht ordentlich aufgefüllten Gasspeicher sind Anlass, auf einen einigermaßen milden Winter zu hoffen, weil es sonst schon im Frebruar dazu kommen könnte, dass die gasabhängige Industrie stillgelegt werden muss, damit die gasbeheizten Stuben warm bleiben. Wobei ich nicht weiß, ob die Bundesnetzagentur die Füllstände brutto oder netto angibt. Brutto ist das, was an Gas gespeichert ist, netto wäre die Menge, die entnommen werden kann. Dazwischen besteht ein deutlicher Unterschied, der je nach Art des Speichers zwischen 20 und 40 Prozent ausmachen kann. Erschwerend hinzu kommt, dass die Gasmenge, die täglich entnommen werden kann, eine physikalische Obergrenze hat, die mit dem Füllstand sinkt. Heißt: Aus einem vollen Speicher kann pro Tag mehr Gas entnommen werden, als aus einem nur noch halb vollen. Derzeit bewegen sich die Füllstände bei 60 Prozent – und die Wetterprognosen sehen so aus.
Welche Nachrichten das Jahr 2025 bis Silverster noch hervorbringen wird, ist ungewiss. Eines aber ist sicher:
Mein Buch „Spätlese – Hart am Rande des Selbst“ kann nur noch bis zum 31.12. beim Massel Verlag bestellt werden. Warum das so ist, und wie es dazu gekommen ist, habe ich schon einmal geschildert und will heute noch einmal daran erinnern.
Machen Sie sich ein ruhiges Wochenende