Hohe Mieten – gut fürs Klima

Hohe Mieten senken die CO2-Emissionen

Da muss man erst mal drauf kommen?

Ich möchte wetten: Da sind die längst drauf gekommen.

 

Dabei sind die hohen Mieten und deren Einfluss auf die Konsumstruktur der Massen nur so etwas, wie die Spitze des Eisbergs.

Klar ist, je mehr die Miete vom verfügbaren Einkommen auffrisst, desto weniger bleibt für alles andere übrig. Je nach Stand und Rang kann dieses andere die Flugreise in den Urlaub sein, der Familienausflug übers Wochenende im Verbrenner-Pkw, aber auch der Verzicht auf Fleisch, insbesondere auf das teure Rindfleisch. Das alles mindert den CO2-Ausstoß. Bei anderen ist es beispielsweise der Verzicht auf neue Klamotten – oder aufs neue Handy. Die müssen nicht hergestellt und nicht transportiert werden. Spart CO2. Die Kündigung des Fitness-Studios – spart CO2 – wer seinen Körper weniger intensiv belastet, atmet weniger und stößt weniger CO2 aus.

Wenn die Mieten noch ein bisschen mehr von der Kaufkraft auffressen, und sich ein junges Paar im möblierten Ein-Zimmer-Appartement auf 28 Quadratmetern einrichtet, um finanziell über die Runden zu kommen, wirkt sich das dämpfend auf den Kinderwunsch aus. Jeder Mensch, der gar nicht erst auf die Welt kommt, belastet die Umwelt über Jahrzehnte nicht mit CO2, das seinetwegen emittiert werden muss.

Viele kleine Wohnungen mit vielen Menschen auf engem Raum reduzieren die Heizkosten massiv. Die CO2-Emissionen sinken.

Damit das so bleibt, darf keinesfalls mehr gebaut werden als abgerissen wird. Schließlich ist Bauen selbst eine große CO2-Quelle, die möglichst weit gedrosselt werden muss. Gelingt dies, steigen die Mieten, es bleibt weniger übrig für anderen Konsum. Die CO2-Emissionen sinken.

Sollte das immer noch nicht reichen, um die Einsparziele zu erreichen: Strom verteuern, Benzin verteuern, Gas verteuern, Heizöl verteuern, alles verteuern. Es bleibt noch weniger Geld übrig. Der Konsum geht noch weiter zurück, es wird noch weniger CO2 ausgestoßen.

 

Der rückläufige Konsum schlägt natürlich auf den Handel und die Industrie durch. Läden werden unrentabel und geschlossen. Die CO2-Emissionen sinken. Fabriken verlieren die Auslastung und werden aufgegeben. Die CO2 Emissionen sinken.

Das schafft endlich wieder ordentlich viele Arbeitslose. Das Einkommen der Bevölkerung sinkt dramatisch, es kann noch weniger konsumiert werden, während die Mieten weiter steigen, weil niemand mehr baut, weil es sich keiner mehr leisten kann. Folglich sinken die CO2 Emissionen weiter.

Es kann immer weniger konsumiert werden. Die Leute ziehen nachts auf die Felder vor der Stadt und klauen Kartoffeln und Kohlköpfe. Andere ziehen durch die Wälder und sammeln Feuerholz.

Die Küche bleibt kalt. Der Strom für den E-Herd ist unbezahlbar. Die Kohl-Kartoffelsuppe wird im Freien auf der provisorischen Feuerstelle gekocht. Da gibt es auch keinen Kohlgestank in der Wohnung. Jemand hat einen 50 Liter Topf auf dem Speicher gefunden. Davon wird jetzt ein ganzer Wohnblock satt. Sprechen wir nicht vom Holzfeuer. Das Holz hätte sein CO2 irgendwann sowieso abgegeben. Sprechen wir von den vielen Gaskraftwerken, die nicht mehr vorgehalten werden müssen, um Strom zu liefern, wenn Sonne und Wind nicht wollen. Da werden Milliarden Tonnen CO2 eingespart, und je größer die Töpfe und je mehr daraus essen, desto mehr.

Dummerweise hören nun auch die Landwirte auf, direktverwertbare Pflanzen anzubauen. Stattdessen kommen Runkeln, Braugerste, Raps und Senf auf den Acker. Viele nehmen viel ab, was den CO2-Ausstoß mindert, denn die Biomasse, die nicht mehr ernährt werden muss, braucht auch keine Energie mehr, weder aus der Nahrung, noch aus der Heizung.

Die Lagerfeuerromantik hat aber noch einen positiven Nebeneffekt. Viele erinnern sich wieder an den Schlafsack vom ersten und letzten Zelturlaub. Der muss noch irgendwo zu finden sein. Tatsächlich, da ist das gute Stück. Nun kann man das Schlafzimmer ganzjährig unbeheizt lassen. Spart Energie, spart CO2, verhindert Schwangerschaften, spart CO2 auf Jahrzehnte.

Betrachtet man das nur von der richtigen Seite aus, dann befinden wir uns auf dem allerbesten Pfad zur CO2-Neutralität. Alle Häme über versagende Bauminister und Bauministerinnen stellt sich als falsch heraus und so mancher Spötter täte gut daran, jetzt Abbitte zu leisten und sich lieber zu fragen, ob es nicht der  verheerende Einfluss von Mietendeckeln und Mietpreisbremsen war, der unseren Weg zur CO2-Neutralität so steinig gemacht hat.

Glücklicherweise sind wir dennoch weit vorangekommen. So wird es auch bald so weit sein, dass wir den Lohn unserer Anstrengungen in Händen halten können. Jede Tonne CO2, die vermieden wird, spart nämlich Folgekosten in Höhe von mindestens 300 Euro.

Der Durchschnittsbürger verursachte einst jährlich rund 10 Tonnen CO2 Emissionen. Die entfallenen Folgekosten können bei CO2-Neutralität ab 2045 vollständig an die Bürger zurückgegeben werden, ein Teil sicher auch schon ab 2035. Natürlich muss das mit der Grundsicherung verrechnet werden. Aber alle anderen, die noch einen Job haben, sei es im Finanzamt, im Grundbuchamt, bei der Zollbehörde und bei der Polizei, die Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern und bei der Gewerbeaufsicht, sämtliche Ministerialbeamten und natürlich alle Abgeordneten des Bundestages und der Landtage, überhaupt der ganze Öffentliche Dienst – was mache ich mir die Mühe die alle einzeln aufzuzählen – und natürlich auch alle Soldaten und die Zivilbediensteten der Bundeswehr, die werden mit rund 250 Euro monatlich beginnen können, für ihre kapitalgedeckte Rente anzusparen.

Sonst gibt es ja nichts mehr, was man mit Geld noch anfangen könnte.

Die Wirtschaft ist tot. Die Bevölkerung ist auf 18 Millionen Menschen geschrumpft. Je zur Hälfte öffentlicher Dienst und immobile Rentner.

Die anderen sind als Wirtschaftsflüchtlinge aufgebrochen in alle Welt. Teils über die Balkanroute in die Türkei und nach Syrien, teils über Sizilien nach Libyen und Tunesien und weiter nach Niger und Tschad, andere über Gibraltar nach Marokko. Die mit den besseren Beziehungen wurden mit den letzten Transportflugzeugen noch ausgeflogen nach Afghanistan, Pakistan und Myanmar.

Wo die Chefs der deutschen DAX-Unternehmen verblieben sind, ist unklar. Auf den Bürgersteigen vor den Hochhäusern der Konzernzentralen wurden jedenfalls keine aus den Fenstern Gefallenen gefunden.

 

2 Kommentare

  1. Dieses Szenario könnte in etwa so ablaufen wie beschrieben. Jedoch gibt es in dieser Rechnung noch einiges zu bedenken. Vielleicht sind die Mieten jetzt so hoch, und werden sicher noch steigen, um wenigstens noch ein einziges Mal absahnen zu können. Denn es werden wohl bald Wohnungen im Überfluss frei.
    Wir erinnern uns: 2029 greift der Russe an, bis dahin müssen wir kriegstüchtig sein. Dies heißt: Wehrpflicht. Mit dem beginnenden Neubau von Kasernen in Modulbauweise und deren Besetzung mit Menschenmaterial wird bald der Wohnungsmarkt entspannter. Wenn es dann losgeht, in 2029, mit täglich Tausenden NICHTMEHRWOHNRAUMBENÖTIGERN fallen die Preise ins bodenlose. Und nix mit CO2-Einsparung: Die Leichensäcke sind aus Kunststoff und benötigen zu ihrer Herstellung …3x dürft ihr raten: ÖL. Nur dumm, dass wir uns jetzt schon vom billigen getrennt haben.
    Ach Mann, irgendwie verrennt man sich beim Durchspielen der Möglichkeiten.

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