Dieses mitwachsende Glossar wird regelmäßig um jene Begriffe ergänzt, die jeweils in der jüngsten Folge von „Wirtschaft am Freitag“ besprochen wurden.

 

Bundling

Angebot mehrerer Einzel-Komponenten zu einem (günstigen) Gesamtpreis, wobei ein Deckungsbeitrag pro Kauf bzw. Kunde erzielt werden soll.

Unbundling

Auflösung zusammengehöriger Komponenten in Einzelangebote. Kunde kauft nur, was er braucht – Einzelkomponenten können dadurch mit höheren Preisen versehen werden.

Deckungsbeitrag

Der die variablen Kosten eines Produkts übersteigende Anteil des Umsatzes.

Deckungsbeitragsrechnung

Die Planung des Deckungsbeitrags eines Produkts oder einer Produktlinie oder einer Warengruppe, etc., zur Kalkulation und Preisbildung, bzw. die Ermittlung des tatsächlichen Deckungsbeitrags als Aufgabe des Controllings.

Einzelkosten

Alle jene Kosten, die einem Produkt in der Kalkulation direkt zugerechnet werden, nennt man Einzelkosten. Hauptsächlich handelt es sich dabei um die pro Stück anfallenden Materialien und Vorerzeugnisse von Zulieferern, Lohnkosten und zuordenbare Kapitalkosten aus den Nutzungszeiten von Maschinen und Anlagen. 

Endverbraucherpreis
Der Preis, der dem Endkunden an der Ladenkasse abgenommen wird. Er enthält sämtliche Kosten die beim Hersteller und im Handel angefallen sind, samt der Gewinne, die Hersteller und Händler erzielen können und darüber hinaus die Mehrwertsteuer.

Fixkosten

Alle Kosten, die unabhängig von Produktions- und Umsatzmengen dauerhaft und im Wesentlichen gleichbleibend anfallen. Dies sind hauptsächlich die

  • Raumkosten (Miete oder Abschreibungen, Kosten für den Unterhalt)
  • Kapitalkosten (Abschreibungen auf das Betriebsvermögen)
  • Teile der Personalkosten (Verwaltung)
  • Teile der Energiekosten (nicht produktionsbedingt)

In der Kalkulation wird die Summe der Fixkosten auf die erwarteten Produktionsmengen umgelegt.

Geldwert

Der Wert des Geldes ist nie exakt zu bestimmen. Zum einen fehlt die stabile Messgröße. Weder der Liter Diesel, noch die Feinunze Gold geben an, wieviel 100 Euro wert sind. Selbst wenn im Augenblick der Liter Diesel an allen Tankstellen 2,00 Euro kosten würde – morgen wird es anders sein, in einem Jahr ganz anders. Geld hat also exakt den Wert, den in einer konkreten Situation Verkäufer und Käufer für angemessen halten.

Gemeinkosten

Alle jene im laufenden Geschäftsbetrieb über die Einzelkosten hinaus anfallenden Kosten. Gemeinkosten werden bei der Vollkostenkalkulation als prozentualer Zuschlagssatz auf die Einzelkosten berücksichtigt. Bei der Deckungsbeitragsrechnung wird über die Preisgestaltung der Betrag festgelegt, der pro Produkt zur Deckung der Gemeinkosten dienen soll.

Handelsmarge
Der Unterschied zwischen dem Netto-Verkaufspreis und dem Einkaufspreis des Händlers. Wird in der Regel als Prozentsatz vom Netto-Verkaufspreis ausgedrückt.

Inflation

Echte Inflation ist die Folge eines Überangebotes an Liquidität gegen über dem Angebot an Gütern, Waren und Dienstleistungen. Aus solchen Situationen heraus steigen die Preise, und das bedeutet, das Geld verliert an Wert. Dieser Wertverlust trifft aber nicht nur die Liquidität, sondern auch die ruhenden Geldvermögen in Form von längerfristigen Bankeinlagen. Es handelt sich um eine stille Enteignung. Wertpapiere reagieren auf die Inflation  in der Regel ebenfalls mit Preisanpassungen.

Kapazität

Die theoretisch mögliche Leistung eines Arbeitsplatzes, einer Maschine, eines Unternehmens oder einer ganzen Branche innerhalb einer Volkswirtschaft, gemessen in Mengeneinheiten (Stück, Tonnen, Gigawatt, Meter, etc. ) pro Zeiteinheit, wird als Kapazität bezeichnet.

Kapazitätsauslastung

Die tatsächliche produktive Leistung wird in Prozent von der theoretischen Kapazität angegeben. Angestrebt und kalkulatorisch berücksichtigt wird in der Regel eine Kapazitätsauslastung im Bereich von 80 Prozent. Damit werden sowohl Schwankungen im Auslastungsverlauf als auch mögliche Ausfallzeiten für Reparaturen, etc., bereits in der Planung abgefedert.

Kapazitätsengpass

Tritt auf, wenn die verfügbare Kapazität nicht ausreicht, um die Leistungsanforderungen zu befriedigen. Die Maßnahmen zur Überwindung von Kapazitätsengpässen sind begrenzt. Ein dauerhafter Engpass wird eine Entscheidung über eine grundsätzliche Vergrößerung der vorgehaltenen Kapazität erforderlich machen.

Mehrwertsteuer
Die Mehrwertsteuer ist eine Steuer auf den Konsum. Sie ist so gestaltet, dass letztlich der Endkunde die volle Mehrwertsteuer von 19 oder 7 Prozent vollständig alleine bezahlt. Eingezogen wird die Mehrwertsteuer von den Wirtschaftsunternehmen. Die Mehrwertsteuer bringt dem Staat etwa ein Drittel des gesamten Steueraufkommens ein.

Netto-Preis
Als Netto-Preis wird der Ladenpreis ohne Mehrwertsteuer verstanden. Der Netto-Preis ist vor allem für gewerbliche Kunden interessant, weil diesen die im Endpreis enthaltene Mehrwertsteuer vom Finanzamt wieder erstattet wird. Das neue Firmenauto kostet also nicht 71.400 Euro, sondern lediglich 60.000 Euro. Das Finanzamt nimmt aber an, dass der Anschaffungspreis des Firmenwagens letztlich auch in den Preisen dieses Unternehmens an die Kundschaft weitergegeben wird, und weil diese auch auf diesen Preisbestandteil die Mehrwertsteuer zu entrichten haben, kommt die Steuer am Ende doch wieder herein.

Überkapazität

Ist die Kapazität eines Produktionsmittels, einer Abteilung oder eines Unternehmens so groß bemessen, dass die gewünschte Auslastung nicht erzielt werden kann, spricht man von Überkapazität. Überkapazitäten sind problematisch, weil die Amortisation der Investitionen nicht mehr gesichert  und damit der Unternehmensgewinn gefährdet ist. Überkapazitäten können auch innerhalb einer Volkswirtschaft branchenweit auftreten, oder bei bestimmten Branchen weltweit auftreten. Bekannt ist das gelegentlich weltweite Auftreten von Überkapazitäten z.B. in der Stahlerzeugung, aber auch in der Automobilindustrie wegen unzureichender Nachfrage. Hier kommt es – nach Preiskämpfen –  durch das Ausscheiden von Anbietern zur Marktbereinigung.

Umsatzrendite
Der Gewinn eines Unternehmens (vor Steuern) bezogen auf den Umsatz zu tatsächlich erzielten Netto-Preisen. Aber Achtung: Rendite ist nicht gleich Rendite. Bezieht man den Gewinn auf das Eigenkapital des Unternehmens, erhält man die Kapitalrendite. Diese ist in der Regel höher als die Umsatzrendite, weil das Eigenkapital gewöhnlich niedriger ist als der Jahresumsatz.

Variable Kosten

Alle Kosten, die von der Produktionsmenge direkt beeinflusst werden. Im Wesentlichen sind das

  • Kosten für den Materialeinsatz, zugkaufte Teile und Vorerzeugnisse
  • Teile Personalkosten (variable Mitarbeiterzahlen je nach Auslastung)
  • Produktionsabhängige Teile der Energiekosten

In der Kalkulation werden die feststehenden variablen Kosten pro Stück berücksichtigt.