Drei Millionen – kein Grund zum Jubeln

Nach sechs Jahren und rund fünf Monaten, exakt nach 2.342 Tagen, hat der Zählerstand meiner Arbeitsplatzvernichtungsstatistik die Drei-Millionen-Marke übersprungen. 

Umgerechnet sind das durchschnittlich 1.281 Jobs pro Kalendertag, 485.000 pro Jahr.

Nun haben Sie sicherlich gelesen, die deutsche Industrie habe im letzten Jahr (nur) 120.000 Jobs abgebaut.

Das ist eine hübsche Zahl. Groß genug, um zu bestätigen, was man sich das Jahr über bei den Meldungen über Insolvenzen und Stellenabbau so zusammengereimt hat, aber immer noch klein genug, um keine Panik aufkommen zu lassen.

Der Witz ist, die deutsche Wirtschaft besteht nicht nur aus Industrie. Nur ungefähr 20 Prozent der Arbeitsplätze finden sich in der Industrie. Daneben gibt es aber auch noch den Handel, das Handwerk, Land- und Forstwirtschaft, die Logistik, das Gesundheitswesen, die öffentliche Verwaltung und andere Dienstleister, die zusammen für 80 Prozent der Jobs stehen.

Ich habe daher eine kleine Stichprobe über das Stellenabbaugeschehen im gerade begonnenen Jahr 2026 untersucht. Der Anfangswert lag bei 2.940.700. Bis zum 19. Februar 2026 sind 60.421 hinzugekommen. Darin befindet sich eine Nachmeldung über 7.600 Jobs bei DB Cargo, die schon früher verschwunden sein müssen, sodass für den betrachteten Zeitraum tatsächlich 52.821 sowohl neu angekündigte als auch bereits realisierte Jobverluste gezählt wurden.

Die Industrie hatte dabei einen Anteil von 17.593 Stellen. Also ziemlich genau ein Drittel.

Damit Sie das leichter nachvollziehen können, habe ich die Industriearbeitsplätze in meiner Statistik grau hinterlegt.

Das passt nun wieder sehr gut zu den in den Medien genannten 120.000 Industriearbeitsplätzen, die 2025 verloren gegangen sind. Denn für 2025 habe ich insgesamt 370.500 verlorene Jobs erfasst, so dass die Industrie auch hier ziemlich genau bei einem Drittel steht.

Sagen Sie mir, warum die Industrie – mit nur 20 Prozent der Arbeitsplätze – für ein Drittel der Arbeitsplatzverluste in Deutschland verantwortlich ist. Es sind bis zu drei Antworten möglich.

Was ist die wesentliche Ursache für den überdurchschnittliche Arbeitsplatzabbau in der deutschen Industrie?

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