Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat Erschreckendes festgestellt.
Es hat ein Einbruch stattgefunden, aber nicht nur ein einfacher Einbruch, sondern gleich ein massiver. Und was tut das IW, stellvertretend für die deutsche Wirtschafts-, Energie- und Außenpolitik? Das Institut ruft: Haltet den Dieb!
Schließlich geht es beim massiven Einbruch um den Export nach China.
Wie massiv, kann man sich gar nicht vorstellen. Von drei Autos, die 2024 nach China exportiert wurden, ist 2025 eines in Deutschland geblieben, bzw. gar nicht erst produziert worden. Nimmt man als Vergleichsjahr 2022, dann hat sich der Automobilexport sogar halbiert.
Sonderbarerweise zeigt sich das gleiche Phänomen auch im Maschinenbau. Da hat es den deutschen Exportüberschuss von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2018 auf weniger als 3 Milliarden zusammengehauen.
Wovon sollen wir denn noch leben?
Warum tun die Chinesen uns das an?
Es ist ja nicht nur so, dass sie weniger bei uns einkaufen, gleichzeitig verkaufen sie mehr von ihren Waren bei uns.
Das IW kennt die Wahrheit.
Das ist kein normaler Konjunktureffekt, sondern das Ergebnis massiver Wettbewerbsverzerrungen, tönt es aus Köln, und der Blick auf den Feiertagskalender lässt erkennen: Das ist keine Büttenrede mehr. Das ist eine ernsthafte Analyse.
Und natürlich hat das IW auch recht. Es handelt sich um die sichtbaren Folgen einer massiven Wettbewerbsverzerrung. Das IW sieht den Urheber dieser Verzerrungen allerdings in China, und fordert, Friedrich Merz müsse das in China ansprechen und mit Zöllen drohen, sollte sich an den unfairen Praktiken der Chinesen nichts ändern.
Das wird vom IW in etwas verworrener Weise so erklärt, dass nämlich die chinesische Wirtschaft so stark schwächle, dass sie auf den europäischen Markt angewiesen sei, wo sie hohe Gewinne erziele, weswegen die deutsche Wirtschaft, die ebenfalls schwächle, und auf den chinesischen Markt angewiesen sei, zur Deindustrialisierung neige. Merz und die EU hätten angesichts dieser unfairen Praktiken jedoch einen starken Hebel in der Hand, um die Verhandlungen über die zuverlässige Versorgung mit kritischen Rohstoffen in die richtige Richtung zu drehen.
Nun ja, es ist natürlich eine sehr unfaire Praxis. Die Chinesen subventionieren ihre Wirtschaft nämlich massiv, indem sie die Staatsquote bei 33 Prozent halten. Den Unternehmen und den Beschäftigten also von ihrem Einkommen nicht die Hälfte wegnehmen, sondern nur ein Drittel.
Die Chinesen subventionieren ihre Wirtschaft jedoch auch über die Strompreise. Diese Subventionierung erfolgt jedoch nicht durch Zuschüsse aus dem Steuersäckel, sondern alleine durch die Genehmigung des Baus neuer Kohlekraftwerke. 78 gingen 2025 ans Netz, 85 sollen es 2026 werden, während wir hier in Deutschland verbissen daran arbeiten, die Kraftwerksabriss-Industrie mit Aufträgen zu versorgen. Unter dem Strich zahlen die Chinesen nur ein Drittel der hierzuland fälligen Strompreise – und Gas und Öl kommen zu günstigen Preisen aus Russland.
Das hat Deutschland zwar einst genauso gemacht und ist damit zum Exportweltmeister geworden, aber das waren andere Zeiten, zu denen sich jedweder Vergleich verbietet.
Überdies sind die Lohnkosten in China viel niedriger als in Deutschland.
Nun ja, das war einmal. Inzwischen sieht es ein bisschen anders aus. Es gibt zwar regional immer noch große Unterschiede, aber im Durchschnitt verdient man in China umgerechnet 900 € pro Monat, wobei die Lebenshaltungskosten für einen Single-Haushalt, einschließlich Miete, bei 800 € liegen. Eine vierköpfige Familie benötigt etwa 2.600 Euro pro Monat – und da sind die Chinesen, von unten her kommend, doch schon da, wo der deutsche Mindeslohnempfänger, verheiratet, 2 Kinder, einschl. Kindergeld, noch mit 2.500 Euro netto auskommen muss.
Besonders unfair ist es, dass viele wichtige Mineralien in China in der Erde liegen und dort einfach ausgegraben werden können, während wir sie teuer importieren müssen.
Aber das ist noch nicht der Gipfel der Unfairness.
Der Gipfel der Unfairness ist darin zu finden, dass China sich gegen Asylsuchende, Flüchtlinge und Migranten maximal abschottet, also die Kosten der weltweiten Fluchtbewegungen auf andere Staaten, darunter natürlich auch Deutschland, abwälzt.
Daneben nimmt sich die Weigerung, die Ukraine mit Geld und Waffen zu unterstützen, vergleichsweise gering aus, doch ist auch darin ein Zug der durchgängig zu beobachtenden Unfairness zu erkennen. China tut alles, um möglichst günstig zu produzieren und die Gewinne hoch zu halten.
Bei Licht betrachtet handelt es sich dabei noch dazu um einen verwerflichen Akt kultureller Aneignung.
Das ist originär europäisches Kulturgut, von ausgewanderten Europäern in den USA weiter kultiviert.
Das steht den Chinesen nicht zu.
Sehr geehrter Herr Kreutzer, die haben sich noch viel mehr aus unserer erfolgreichen Kultur angeeignet.
Diese unfairen Chinesen haben das deutsche Ingenieurstudium und die duale Berufsausbildung abgekupfert. Heutzutage finden deutsche Konzerne in China engagierte, kompetente Ingenieure, verlagern unsere Entwicklungsabteilungen nach China.
Noch unfairer sind die Chinesen gegenüber US Konzernen. Die Chinesen bilden auch die besten Forscher aus. Zur Entwicklung ihrer KI lassen sich US Konzerne auf Billionen an Schulden ein. Diese unfairen Chinesen entwickeln und verschenken bessere Modelle, bringen damit das Kartenhaus an Schulden zum Einsturz.
Übrigens kulturelle Aneignung – sie erinnern sich noch an das Desaster, als die chinesische Automobilindustrie ihre ersten Eigenentwicklungen nach Deutschland exportieren wollte? Nach den verheerenden Bildern stoppten die Chinesen alles, gaben dem TÜV Großaufträge – in China deutsche Prüfinstitute aufbauen. Inzwischen können die Chinesen deutsche Qualität und deutsche Sicherheit besser als wir.
Vor allem haben diese bösen Chinesen unsere erfolgreiche Soziale Marktwirtschaft kopiert. Nahezu jeder Chinese ist überzeugt, lernen und anstrengen lohnt sich – er selbst profitiert vom Wirtschaftswachstum.
Jetzt versteh ich wie der Genosse Walter Ulbricht das gemeint hat, bezüglich der Überlegenheit des Sozialismus zum Kapitalismus.
„Überholen ohne Einzuholen“
Die Volksrepublik China macht es uns vor. Es hat eben nur ein wenig gedauert.
Und die haben keinen Pinocchio!