Der Papst und der Trump

Der Papst ist das geistliche Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholiken.

Der Trump ist das weltliche Oberhaupt von rund 0,35 Milliarden US-Amerikanern.

Der Papst hat eine Armee von 135 Mann mit einem Jahresetat von geschätzt 3 Millionen Euro.

Der Trump hat 1,3 Millionen Mann unter Waffen, mit einem Jahresetat der bald die 1,5 Billionen Dollar erreichen wird.

Der Papst hat eindringlich zum Frieden aufgerufen.

Dem Trump hat das überhaupt nicht gefallen.

Mir stellt sich die Frage, warum der Trump überhaupt zur Kenntnis nimmt, was der Papst sagt. 

Dass der Trump den Khamenei, das geistliche Oberhaupt des schiitischen Islam im Iran, zur Kenntnis genommen hat, muss man zwar nicht, kann man aber noch verstehen. Immerhin hatte der 800.000 Mann unter Waffen und ein paar hundert Pfund angereichertes Uran im Tresor.  Das schien dem Trump ein bisschen viel, weshalb er erst den Khamenei umbringen lassen und dann dem Rest des Iran drohen musste, die gesamte Zivilisation auszulöschen, sollte der Iran nicht schleunigst die Straße von Hormus öffnen.

Aber der Papst? Der Papst hat weder gedroht Israel zu vernichten, noch gibt es eine Ölquelle unter dem Petersplatz. Und hätte er Öl, würde er es selbstverständlich nur gegen Dollar verkaufen, keinesfalls gegen Rubel.

Diese Gegenüberstellung macht deutlich, dass es dem Trump in seinem Zerwürfnis mit dem Papst nicht mehr um die Herrschaft über die physische Welt geht. Stattdessen tritt eine metaphysische Komponente in den Vordergrund, wie sie seit dem Mittelalter in dieser Stärke nicht mehr zu bestaunen war. Schon als Heinrich IV. im Winter 1076/77 den Bußgang nach Canossa angetreten hatte, zeichnete sich ein dauerhaftes Einverständnis zwischen weltlicher und kirchlicher Herrschaft ab, wiewohl ein gewisses Dominanzstreben beider Seiten – abhängig auch vom Charakter des jeweiligen Papstes – erhalten blieb.

Dass der Trump sich nun selbst als der wundertätige Sohn Gottes darstellen und diese Darstellung weltweit veröffentlichen ließ, ist jedoch ein Novum in der 2.000-jährigen Geschichte des Christentums.

Mich erinnert das ein bisschen an das deutsche Selbstbestimmungsgesetz. Er wollte halt einmal als Erlöser gelesen werden …

Aber dieser Scherz kratzt nur an der Oberfläche.

In den tiefen Schichten sieht es nach absolut verinnerlichter Endzeitstimmung aus – und das ist überhaupt nicht mehr lustig.

Hinzu kommt, dass die USA unter Trump sich immer weiter in die Isolation begeben. Es gibt ja nicht mehr nur die durchaus gepflegten Spannungen gegenüber Russland und China. Auch im Bereich der so genannten westlichen Welt verschwindet der Begriff der Partnerschaft und macht einem unverhohlenen Herrschaftsanspruch der USA Platz. Was war das mit den Zoll-Diktaten? Was war das mit Grönland? Was war das mit der Aufforderung an die NATO-Staaten, in den Iran-Krieg einzugreifen? 

Diese Isolation ist unvermeidlich verbunden mit dem sektiererischen Anspruch, über die alleinige Wahrheit zu verfügen, der sowohl zur eigenen Abkapselung führt, als auch dazu, dass alle anderen von sich aus auf Distanz gehen.

Wir sehen diesen Prozess bei allen „normalen“ christliche Sekten, die im Grunde harmlos sind, denn ihre Militanz beschränkt sich auf eifriges, gewaltfreies Missionieren.

Trump, als Anführer einer Endzeitsekte mit der Befehlsgewalt über 1,3 Millionen Soldaten und dem weltgrößten Militäretat, bereit, mit Waffengewalt zu unterwerfen, was sich seinem Willen nicht freiwillig fügt, ist eine furchterregende Vorstellung.

Erste Anzeichen weisen allerdings in diese Richtung.
Das übelste dieser Anzeichen ist für mich nicht der Griff nach Venezuela, nicht der Griff nach Grönland, nicht die Drohung, sich Kuba zu nehmen, nicht der Spott auf die NATO – das alles könnte immer noch als „Politik“  durchgehen. Das Übelste ist der vollkommen überflüssige, sinnlose und respektlose Umgang mit dem Papst und obendrein die durchaus blasphemische Darstellung einer grenzenlosen Selbstvergötterung.

Was wird als nächstes kommen?

2 Kommentare

  1. Wie sagte jüngst Jimmy Carter sinngemäß: …die USA sind die kriegerischste Nation der Welt…
    Ich erweitere: wer keine ebenbürtigen Mittel (Kernwaffen etc.) hat, und dazu noch ausreichend Rohstoffe, wird gnadenlos vereinnahmt.
    Um Missverständnissen vorzubeugen, ich bin strikter Gegner von Massenvernichtungswaffen im engeren, und sogar Kriegswaffen im weiteren Sinne.
    Dazu habe ich mal versucht, in einer kleinen Geschichte zu verbildlichen.

    Es waren einmal zwei Nachbarn, die lebten friedlich nebeneinander. Der eine, das war der Ali, besaß eine niedliche Katze, der andere, Onkel Sam, einen Dackel. Ali war nicht so beliebt in der Gemeinde, er sah komisch aus, war ein Eigenbrödler und hatte so nen seltsamen Namen.
    Onkel Sam hingegen war beliebt, denn er war der Bürgermeister und dazu noch der Sheriff.
    Eines Tages verbreitete jemand das Gerücht, der Ali hätte in seinem Garten eine Schatzkiste versteckt. Da versammelten sich alle im Wirtshaus -den Ali hat man natürlich nicht eingeladen- und besprachen mit dem Bürgermeister, wie man da rankommen könnte.
    Also schickte Onkel Sam vorsichtig den Dackel in Alis Garten, denn der hatte bekannterweise eine sehr gute Spürnase. Sams Dackel hatte aber vergessen, dass Alis Katze dort präsent war, diese zerkratzte dem Dackel gehörig die Schnauze und kackte zudem noch in Onkel Sams Garten.
    Jetzt reichts, dachte sich Sam, kaufte sich einen Rottweiler und verfügte mit Zustimmung der übrigen Gemeinde -sogar Ali meinte, dass dies gut wäre-, dass niemand weiter einen Rottweler besitzen dürfe, er sei ja schließlich der Sheriff.
    Aber das Gerücht ging um, dass Ali im Begriff sei, sich doch einen Rottweiler zuzulegen, genau wissen tue man das aber nicht, es ist ja der komische Ali mit seiner Schatzkiste. Die Schatzkiste…Alis Rottweiler…
    Da kam man wieder im Wirtshaus zusammen. Alle waren sich einig und erinnerten sich, dass sie doch sicher etwas von dem Schatz abbekommen würden, wenn sie Onkel Sam ihre Fron leisten, und dieser sich dadurch viele Dackel zulegen könne.
    Mitten in der Nacht machte die Dackelmeute Alis Katze platt. Man fand aber keinen Rottweiler, jedoch eine Schatzkiste…

    …Irak, Afghanistan, Libyen, Syrien, Venezuela, Iran… und es gibt noch viele versteckte Schatzkisten…jedoch nicht in Nordkorea, aber die haben ja einen Rottweiler…

  2. ….Sie erinnnern sich, ich versprach Ihnen einige Überraschungen?
    Als nächstes läuft eine grosse Kommandoaktion, die – buchstäblich/ unter Wasser schon angelaufen ist. wird am Wochenende sichtbar. Inklusive einiger nagelneuer High/ Tech – Waffen. Sowohl Waffenstillstand als auch diese Blockade ist nur Tarnung dafür gewesen.
    auf einer höheren Ebene ist es ohnehin eine Shitshow.
    Fee Aufwand ist immens, auch hier geht es am Ende nur um eine Vorstufe. Aber hey, es klappt, selbst die grossen Verschwörungstheoretiker glauben es, und es ist ja nicht ihr Blut, dass vom goldenen Popcorn tropft.

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