Der Europäisch-Russische Krieg

PaD 21 /2026  – Hier auch als PDF verfügbar: Pad212026 Der europäisch russische Krieg

Die von der Ukraine auf Russland vorgetragenen Angriffe nehmen inzwischen besorgniserregende Dimensionen an.

Alleine der Angriff auf Moskau vom letzten Wochenende,

bei dem eine Raffinerie, zwei Kraftstoff-Pumpstationen und ein Halbleiterwerk getroffen wurden, nachdem offenbar ukrainische Sabotagetrupps vor Ort die Kommunikation der Luftabwehrkräfte lahmgelegt hatten, die dennoch nach eigenen Angaben mehr als 1.000 Drohnen abgeschossen haben, während gleichzeitig ukrainische Drohnen auf der Krim einschlugen und dort Schäden an Luftabwehrsystemen und weiterer militärischer Infrastruktur angerichtet haben,

macht deutlich, dass es sich hier um mehr als nur Nadelstiche handelt.

Die Frage, die man sich auch in Moskau stellt, lautet: „Wie macht die Ukraine das?“

Ganz trivial:

  • Hat die Ukraine je Satelliten in eine Umlaufbahn geschossen, die es ihr ermöglichen, Ziele zu identifizieren?
    Nein. Hat sie nicht.
  • Hat die Ukraine eine florierende Exportwirtschaft, die es ihr ermöglicht, die für die Waffentechnik erforderlichen Bauteile und Materialien einzukuafen?
    Nein. Hat sie nicht. Genaugenommen ist die Ukraine schon lange pleite.
  • Ist die Ukraine in der Lage, die im Landkrieg in der Ostukraine tagtäglich verloren gehenden Waffen- und Munitionsbestände aus eigenen Kräften permanent wieder aufzufüllen?
    Nein. Ist sie nicht.

Wie also macht die Ukraine das?

Lassen wird einmal für einen Augenblick die Regeln des Kriegsvölkerrechts beiseite und werfen einen ungetrübten Blick auf das Kriegsgeschehen, dann gibt es nur einen Befund:

Die Ukraine ist zwar formal noch ein Staat, de fakto handelt es sich aber um eine von der EU und GB gekaufte, ausgerüstete und unterhaltene Söldnertruppe, die fernab jeder Vernunft im Krieg der Westeuropäer gegen Russland die Manpower zur Verfügung stellt und sogar in erheblichem Umfang Söldner aus dem Rest der Welt in ihre Reihen aufgenommen hat.

Selenski als Warlord? Der Wallenstein der Neuzeit?

Deutschland, so heißt es, sei inzwischen der Hauptgeldgeber der Ukraine, nachdem die USA ihre finanzielle Unterstützung weitgehend eingestellt haben. Um welche Summen es geht, ist nicht bis auf die letzte Milliarde genau festzustellen. Googles KI hat mir heute die folgenden Angaben geliefert:

Übersicht mit KI
Die finanziellen und materiellen Unterstützungsleistungen Deutschlands für die Ukraine seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Februar 2022 summieren sich auf insgesamt rund 94 bis 96 Milliarden Euro (Stand: Anfang 2026). Deutschland ist damit der größte Unterstützer der Ukraine in Europa.
Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Bereichen zusammen:
  • Militärische Unterstützung: Laut Auswärtigem Amt und Verteidigungsministerium hat Deutschland bis Anfang 2026 militärische Hilfe in Höhe von ca. 55 Milliarden Euro geleistet oder für kommende Jahre bereitgestellt (bilateral). Dies umfasst Waffenlieferungen aus Bundeswehrbeständen, Rüstungsindustrie-Lieferungen, Ausbildung von ukrainischen Soldaten und finanzielle Ertüchtigungshilfen.
  • Zivile Unterstützung: Die bilaterale zivile Unterstützung (humanitäre Hilfe, finanzielle Beiträge, Unterstützung für Infrastruktur) beläuft sich auf rund 39 bis 41 Milliarden Euro (Stichtag 31. Dezember 2025 / März 2026).
  • Aufwendungen für Geflüchtete: In diesen Summen sind auch die Kosten für die Aufnahme und Versorgung von über 1,3 Millionen ukrainischen Geflüchteten in Deutschland enthalten.
Wichtige Eckdaten:
  • 2026: Laut Bundesfinanzministerium steigen die deutschen Hilfen 2026 auf ca. 11,5 Milliarden Euro, wovon ein Großteil für militärische Ausrüstung wie Artillerie, Drohnen und Luftverteidigung (Patriot-Systeme) vorgesehen ist.
  • Gesamtbetrag: Verschiedene Quellen summieren die Leistungen auf ca. 94 Milliarden Euro (Stand Feb 2026), andere Berichte sprechen von bis zu 79 Milliarden Euro an bilateralen Hilfen, was jedoch oft unterschiedliche Zeiträume oder Stichtage beinhaltet.
Hinweis: Die Zahlen sind dynamisch und umfassen sowohl bereits geleistete als auch für Folgejahre zugesagte Mittel (Verpflichtungsermächtigungen).

Öffentlich diskutiert wurden jene 90 Milliarden Euro, für die sich die EU verschuldet, um sie an die Ukraine als zinsloses Darlehen zu überweisen, das vielleicht irgendwann getilgt werden soll, wenn die Ukraine dies aus russischen Reparationszahlungen finanzieren kann. Auch dafür haftet Deutschland den Gläubigern der EU mit schätzungsweise 25 Milliarden Euro. Dass die Ukraine jemals tilgen wird, ist absolut unwahrscheinlich.

Wenn die Zeit für diesen Artikel ausreichen würde, müsste jetzt ein Blick auf die Haushaltsplanung des deutschen Finanzministers Klingbeil geworfen werden, sowie ein Blick auf die „Wachstums-“ Prognosen aus dem deutschen Wirtschaftsministerium, und ein weiterer Blick auf die explodierenden Rüstungsausgaben des Verteidigungsministeriums – und zuletzt ein Blick auf die Reformen die nun vor der Sommerpause zum Leidwesen der Deutschen noch verabschiedet werden sollen. Aber, wie gesagt, die Zeit dafür reicht nicht.

Da tut sich neben der suizidalen Energiepolitik nämlich noch ein weiterer Abgrund einer nicht minder suizidalen Kriegspolitik auf.

Als Annalena Baerbock im Januar 2023 beim Europarat in Straßburg munter dahinplapperte: „Wir kämpfen einen Krieg gegen Russland und nicht gegeneinander“, haben viele Kommentatoren dies in die lange Reihe ihrer verbalen Fehlleistungen eingefügt und sich darüber lustig gemacht. Heute müssen wir feststellen, dass sie damals die der Außenministerin bekannte Wahrheit ausgeplaudert hat.

Und, fürwahr, es ist ein teurer Krieg. Schätzungsweise 250 bis 300 Milliarden Euro sind von Beginn der Aufrüstung 2014 bis heute zur Kriegsfinanzierung aus den USA, der EU und GB in die Ukraine geflossen.

Ohne die ersten Zahlungen und materiellen Leistungen, und bei Einhaltung der Verträge von Minsk hätte es keinen Krieg gegeben. Die Ukraine wäre heute noch die Ukraine, Hundertausende von Kriegsopfern wären noch am Leben, bzw. bei guter Gesundheit. Vermutlich könnte Deutschland immer noch zuverlässig preiswertes russisches Pipeline-Gas beziehen …

Die Frage, die man sich auch in Moskau stellt, lautet: Welchen Zweck verfolgt der Westen mit der Finanzierung dieses Krieges von Anbeginn an?

Über die abgedroschen Phrase von der Verteidigung westlicher Werte kann man im Kreml wahrscheinlich schon lange nicht mehr lachen.

Nüchtern betrachtet handelt es sich um einen Krieg gegen Russland.

Nüchtern betrachtet ist dieser Krieg mit den Langstreckenangriffen auf Moskau und das weite russische Hinterland nun in eine neue, noch heißere Phase eingetreten. Das mag eine Ursache in der Ungeduld der EUropäer haben, deren Mittel ja ebenfalls begrenzt sind, weshalb sie jetzt auf eine Entscheidung drängen, an deren Ende der Sieg über Russland stehen soll, denn von einer wie auch immer gearteten Exit-Strategie ist nichts zu erkennen.

Natürlich ist Russland nicht zu besiegen, zu unterwerfen und zu besetzen. Die Absicht kann nur darin bestehen, Putin und seine Mannschaft abzusetzen und durch dem Westen hörige Marionetten zu ersetzen, wie es mit Boris Jelzin ja fast schon einmal gelungen zu sein schien, bis Wladimir Putin zum Jahrewechsel 1999/2000 die Macht in Russland übernahm.

Ich habe keine hinreichend guten Informationen darüber, welche oppositionellen Kräfte in Russland vom Westen ausersehen worden sein könnten, die Regierung zu übernehmen. Ich kann von meiner Warte aus nur erkennen, dass es eine nennenswerte Opposition nicht gibt, abgesehen von jenen Stimmen, die Putins Kurs grundsätzlich unterstützen, ihm jedoch vorwerfen, den Krieg in der Ukraine mit Samthandschuhen zu führen und sich einen finalen Schlag gegen Kiew wünschen, um den Krieg mit der bedingungslosen Kapitulation der Ukraine zu beenden. Diese sind m.E. nicht geeignet, um dem Westen als Marionetten im Kreml zu dienen.

Allerdings vermute ich, dass die von der Ukraine ausgehende Eskalation auch Putins Strategie noch verändern wird, und das in nicht allzuferner Zukunft, denn der Preis des Krieges wird allmählich auch für Russland zu hoch.

Wir nähern uns dem Hiroshima-Moment.

Die Drohung, Kiew dem Erdboden gleich zu machen, stand bereits im Raum, als es um die mögliche Störung der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Deutschland ging. Ich habe keine Zweifel, dass ein solcher Schlag gelingen könnte.

Andererseits stehen Drohungen im Raum, Waffenproduktionen in EU-Ländern, die den Nachschub für die Ukraine sichern, zu zerstören. Das hat einen gewissen Charme, denn diese Waffenschmieden würden ja nach dem Fall der Ukraine durchaus weiter produzieren, um für den „Überfall Russlands“ im Jahr 2029 gerüstet zu sein. Solche Schläge halte ich jedoch für weit weniger wahrscheinlich. Sie würden nämlich den Krieg nicht beenden, aber das Risiko mit sich bringen, dass die NATO den Bündnisfall ausruft, bzw. dass die USA, ganz ohne Bündnisfall wieder aktiver in den Krieg eingreifen würden.

Eine Demonstration militärischer Stärke, mit dem Ziel, den Krieg zu beenden, ist m.E. unumgänglich und wird nicht mehr lange ausbleiben.

Hoffen wir, dass es gelingen wird, dies so zu gestalten, dass daraus nicht ein neuer Weltkrieg entsteht.

 

 

 

2 Kommentare

  1. Eine finstere, aber realistische Diagnose. Ich teile die Auffassung, dass hinsichtlich der Reaktion aus Moskau die Variante „Bomben auf Kiew“ die wahrscheinlichste ist. Vielleicht treibt mich auch nur der Zweckoptimismus in diese Richtung.

  2. Lassen wir einmal bei Seite, dass am Ende die Führungen in Moskau, Peking, Washington und Teheran den gleichen Mächten zu dienen haben, wie sie nicht nur bei Covid unter Beweis gestellt haben, so bedarf es keiner Geheiminformatiinen, um festzustellen, dass es in Russland einen sehr nahen Punkt gibt, an dem Abschreckung weit weniger gefährlich wirkt als Nichtabschreckung. Die USA spielen keine wirkliche Rolle dabei, es geht nach Plan (siehe u. a. Rand corporation), wenn Europa und die Russen Krieg miteinander fuhren, wie schon bei den letzten beiden Weltkriegen. Anders als der Iran haben die Russen nie etwas von Eskalationsleitern gehalten. Die haben auch deswegen noch nicht zugeschlagen, weil sie es wenn, dann mit aller Härte tun. Taktische Atomwaffen sind dabei nicht ausgeschlossen (Info: Mininukes hat nur der Westen, in Russland gibt es nichts unter 20 Kilotonnen), die Nukleardoktrin hat man ja angepasst. Die USA (und Israel) haben ja eh im Gegensatz zu allen anderen Nuklearmächten eine Erstschlagsdoktrin. Es ist deswegen unwahrscheinlich, weil es nicht nötig ist. Man kann alle Produktionsstätten in Europa etwa mit Oreshniks gleichzeitig ausschalten und auch ein paar Nuklearziele in Frankreich und GB. Im Gegensatz zu Trump meint Putin stets was er sagt: Und er sagte: Wir würden dann in Europa schnell niemanden mehr haben, mit dem man noch verhandeln könnte. Die Europäer haben nicht mehr viel Zeit.
    Ein paar Fun facts zu gern übersehenen Realitäten:
    Europa besteht zu 42% aus Russland.
    In den letzten 25 Jahren haben über 147000 US- Soldaten Selbstmord begangen.
    Alle EU – Staaten zusammen haben weniger als 147.000 einsatzfähige Kampftruppen.
    Allein die Türkei hat mehr, die Ukraine hat inzwischen weniger / plus Ausländer.
    Die Russen 800.000.
    Wohlgemerkt- Kampftruppen, nicht Soldaten.
    Wenn man Leute aus der Duma fragt, dann sagen einem alle, dass sie mit einer direkten Konfrontation mit den Europäern mit den Europäern noch dieses Jahr rechnen- egal, ob sie selbst dafür oder dagegen sind. Die Stichprobe war repräsentativ.
    In Russland wird diskutiert, die Pläne liegen alle fertig in der Schublade.
    In den USA sind die Streitkräfte massiv unter internem Druck.
    In Europa haben die Eliten eine Menge zu verlieren, der Krieg ist ihnen recht, sie verstehen ihn auch gar nicht.
    Ich wollte in diesem Sommer Europa nochmals besuchen, aber weder bin ich mir sicher , ob die noch Kerosin für den Heimflug haben, noch, ob der Krieg sich ausgebreitet haben könnte.

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