Bahn beweist: Mondlandung war möglich!

Die aus Kreisen von Verschwörenden seit rund 60 Jahren immer wieder vorgetragene Argumentation, die Mondlandung sei unmöglich gewesen, weil die Computer damals noch in den Knderschuhen, wahrscheinlich sogar nur in den Babysöckchen steckten, und das noch eher analog als wirklich digital, kann seit heute nacht als widerlegt gelten.

Der Vorfall, dass die Bahn als Unternehmen im Vollbesitz des deutschen Staates ein nie dagewesenes Schauspiel des Versagens aufgeführt hat und alle, wirklich alle Züge auf dem gesamten Streckennetz für die Dauer eines Fußballspieles angehalten hat,

weil es unmöglich war, ohne das moderne digitale Zugfunksystem, per Bahn von A nach B zu kommen, wobei B keinesfalls der Mond, sondern als abseitigstes Ziel allenfalls Berlin in Frage gekommen wäre,

scheint auf den ersten Blick zu beweisen, dass nicht einmal die Bahn ohne volldigitale Digitalisierung und die dafür erforderlichen Digitalisierenden funktioniert, ergo,  dass die Mondlandung seinerzeit erst recht nicht möglich gewesen sein könne.

Ein Trugschluss!

Liebe Digital Natives, es gibt Artefakte aus der Zeit vor 2016, zurückreichend bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts.

So genannte Kursbücher und Fahrpläne, aus denen rekonstruiert werden kann, dass auch in Deutschland auf einem Streckennetz, das weit größer war und viel mehr Bahnhöfe umfasste und auf dem  viel mehr Züge unterwegs waren als heute, lassen erkennen, dass die Komplexität der Bahn unvergleichlich höher war als heute, und dass dennoch Züge fuhren, und zwar nicht nur bei jedem Wetter, sondern auch auf eine Weise pünktlich, die seit Beginn der Aufzeichnungen nie mehr erreicht werden konnte. Dies alles ganz ohne digitalen Zugfunk.

Gut, vorher soll es analogen Zugfunkt gegeben haben, aber noch vorher – und das ist millionenfach beweisbar – wurde da gar nicht gefunkt. Da gab es noch nicht einmal die INDUSI. Das gesamte Bahnsystem funktionierte ausschließlich auf Basis von Uhren und Fahrplänen – unter ausschließlicher Nutzung der natürlichen Intelligenz der Bahnbeamten.

Diese Fahrpläne ermöglichten es übrigens, von Kleinkleckersdorf in Niederbayern nach Altövelgömme in Friesland zu reisen, und bei jedem der fünf Umsteigevorgänge innerhalb weniger Minuten den Anschlusszug zu erreichen. Die waren einfach da, die Anschlusszüge. Die kamen nicht zu spät, waren auch nicht schon weg, oder gar ganz ausgefallen. Da ging es vom Personenzug zum Eilzug und vom Eilzug zum D-Zug, und wieder zum Eilzug und zum Personenzug. Alles nur mit Uhren und Fahrplänen! Nun ja, die Kohle darf man auch nicht vergessen. Die wurde damals bei der Bahn verheizt. Es war allerdings gänzlich andere Kohle, als die, die heutzutage bei der Bahn verheizt wird, unter anderem in Stuttgart.

Nun mag die Mondlandung ungleich schwieriger aussehen als ein Bahnnetz zu betreiben, doch das täuscht. Zum Mond und zurück, das ist nur eine Strecke, nur halt ein bisschen länger. Es fährt auch nur ein einziger Zug zur gleichen Zeit, es gibt keine Bahnübergänge, keinen Zwischenhalt, gar nichts … So simpel! Und was die Strecke betrifft: Die war gerade 10 mal so lang, wie das Schienennetz der ost- und westdeutschen Bahnen  um 1960, und rechnet man die Zugbewegungen auf diesem Streckennetz dazu, dann kann gesagt werden. Die Bahnen in Deutschland haben seinerzeit mindestens einmal täglich die Strecke von der Erde zum Mond zurückgelegt. Ganz und gar undigital. 

Da wird den Amis mit ihrem Apollo-Programm doch annähernd Gleichartiges gelungen sein.Die Apollo Missionen der USA brauchten mit drei Tagen reiner Fahrzeit immerhin noch etwas länger, und sie fuhren schon gar nicht täglich, und das, obwohl sie als Kriegsbeute noch einige deutsche Wissenschaftler und Ingenieure zur Verfügung hatten.

Lassen wir nun aber die Vergangenheit ruhen.

Wie wird es weitergehen bei der Deutschen Bahn?

In den von Nostalgikern immer noch so genannten „Speisewagen“ gibt es aufgrund einer EU-Verordnung keine Pommes mehr zur Currywurst. Dass es überhaupt noch Currywurst gibt, ist verwunderlich. Handelt es sich bei Curry doch eindeutig um eine kulturelle Aneignung, mit der eine südasiatische Ethnie ihrer Identität und Würde beraubt wird.

Frau Palla, die es sich vorgenommen hat, den gesamten Bahnkonzern auf links zu drehen, hat ihre ersten hundert Tage auch schon lange hinter sich. Ich habe meine letzte Bahnfahrt mit dem Beschluss „Nie wieder!“ beendet, weiß also nicht, ob ihre Ankündigungen, in der Maßeinheit „Merz“ gemessen, bei 0,1 Mrz oder 1.5 Mrz liegen. Bahnfahrer unter meinen Lesern mögen dies selbst beantworten. Angekündigt war:

Schmutzige Züge, schmuddelige Bahnhöfe und geschlossene, defekte Bordbistros soll es in Zukunft nicht mehr geben. Für Bahnkunden soll es einen digitalen „Baustellen-Melder“ geben, um die Reise besser planen zu können.

Sollte sich da noch nichts verbessert haben, hat auch das entschuldigende Gründe. Schließlich muss die Bahn als „NATO-Drehscheibe“ für den Truppen- und Materialtransport an die Ostfront wieder kriegstüchtig gemacht werden. Im Krieg dürfen Züge dreckig, Bahnhöfe schmuddelig und Toiletten gesperrt sein. Bistros – dekadenter Luxus – sind für Frontschweine schon gar nicht erforderlich. Da wird es jetzt darum gehen, alle Strecken mit Drohnenschutzgittern zu überbauen und die Stuttgarter Grube zum atombombensicheren Bunker für den Bahnvorstand umzubauen …

Oder so.

 

 

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