Aus meinem Nähkästchen

Das Foto oben zeigt nicht die saftig-grüne Fülle des Lebens, sondern ein Symptom des langsamen Sterbens. Die Esche ist von einem Pilz befallen, und statt ihre Triebe ausladend zu entfalten, bilden diese etwa zur Hälfte solche kränkelnden, nässenden, verklebten Nester. Beim Pilz „Hymenoscyphus fraxineus“ handelt es sich um eine invasive Art aus dem asiatischen Raum. Vor gar nicht langer Zeit im Zuge der Globalisierung eingeschleppt, breitet er sich in hohem Tempo im Mitteleuropa aus.

Der Baum, der auch immer wieder in unseren Sonntagsbildern zu sehen war – hier zwei Beispiele:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ist sehr durchsichtig geworden und sieht jetzt so aus:

Das unsichtbare Problem, das aus dem Zusammenstoß von Esche und Pilz resultiert, besteht darin, dass der Pilz sein Zerstörungswerk nicht auf die jeweils frischen Triebe beschränkt, sondern den ganzen Baum schädigt, vor allem aber die Wurzeln zersetzt. Da täuscht der starke Stamm eine Standfestigkeit vor, die nicht mehr vorhanden ist. Eine vom Triebsterben befallene Esche kann deshalb ohne Vorwarnung einfach umfallen.

Gemeinde und Untere Naturschutzbehörde haben für die Fällung grünes Licht gegeben. Der Baum ist bei den Vögeln zwar sehr beliebt, aber es gibt kein Nest darin, weshalb die Fällung auch in der Schonzeit zwischen 1. März und 30. September erfolgen kann.

Allerdings ist es nicht möglich, die Esche einfach im Ganzen zu fällen, weil es den notwendigen Platz nicht gibt, um den gefällten Baum aufzunehmen. Also kommen morgen die Baumkletterer und schneiden jeden der großen Hauptäste von oben her in Teilstücken ab, die einzeln abgeseilt werden.

Ich hätte den Baum gerne behalten. Es war unser Haus- und Schattenbaum. Meine selbst entworfene und gebaute Bank darunter, war im Sommer ein schöner, kühler Platz, den es so auch erst einmal nicht mehr geben wird.

(Hier am frühen Morgen – noch voll in der Sonne)

Aber das Risiko, dass die Esche plötzlich und unerwartet einfach umfällt und dabei das Haus oder auf der Straße geparkte Autos demoliert oder gar zufällig anwesende Passanten trifft, ist einfach zu hoch.

Was uns bleibt, ist ein Häufchen Brennholz, das uns nach dem Trocknen mit seiner Wärme noch einmal an die Esche erinnern wird.

 

 

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