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Sehr geehrte Damen und Herren von der Leserbriefredaktion, zum Aufsatz von Marc Beise - um der Gerechtigkeit willen - einige Anmerkungen.Mit besten Grüßen Egon W. Kreutzer Schrobenhausener Str. 15 86556 Kühbach-Unterbernbach
Vom 16. Juni 2003, Bezug: Artikel vom 14./15.06.03

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Es ist kein Geld mehr da.

Mit statistischen Daten aus allen Lebensbereichen zeigt Marc Beise, wie viel mehr Geld heute bewegt wird, als noch vor vierzig Jahren und begründet damit seine Forderung, weniger für den Sozialstaat auszugeben, weil er glauben machen will, dass das Geld ausgerechnet dort auf Nimmerwiedersehen verschwände.

Die Frage, auf welche Weise Geld sich derart spurlos in Nichts auflösen könnte, stellt er vorsichtshalber nicht, weil er wohl ahnt, dass das "wegge" Geld nach den Gesetzen von Physik und Logik irgendwo aufgefunden werden müsste, wollte man nur gründlich danach suchen.

Die Vorstände der großen und die Inhaber der mittleren und kleinen Unternehmen haben es nicht. Die Krankenkassen haben es nicht und der Bundesfinanzminister hat es auch nicht. Die Länder und die Gemeinden haben es nicht, die Bundesanstalt für Arbeit hat es nicht und die Arbeitslosen haben es erst recht nicht, die Rentner haben es nicht und in den Rentenkassen geht die Schwankungsreserve zur Neige. So weit alles richtig. Ebbe allenthalben. Es ist kein Geld mehr da. Aber: Bruttosozialprodukt und Export sind so hoch wie nie zuvor in der Geschichte der Republik. Es kommt also immer noch herein, das Geld, und solange man es immer wieder gegen Güter oder Leistungen eintauscht, kann es doch nicht verschwinden, oder? Jede Ausgabe ist doch gleichzeitig auch eine Einnahme. Jeder Euro Schulden dient doch dazu, Güter und Leistungen zu bezahlen, oder?

Man braucht die von Herrn Beise zitierten Statistiken nur um eine Zahl erweitern, um zu wissen, wo das Geld zu finden ist. Die im Wirtschaftsbereich der Bundesrepublik Deutschland jährlich fälligen Zinszahlungen (Geld- und konsolidierter Mietzins) dürften inzwischen die Größenordnung von etwa 600 Milliarden Euro erreicht haben. Der Anteil der Zinseinnahmen, der in Geldvermögen umgewandelt wird, also nicht in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt - und das ist der Löwenanteil - muss zwangsläufig durch neue Schulden ersetzt werden, sonst fehlt Geld. Das weiß Herr Beise natürlich, das weiß vermutlich auch der Kanzler. Die trotzdem hier erneut geforderten und vom Kanzler in die Agenda geschriebenen Kürzungen im Sozialwesen ändern daran nicht das Geringste! Im Gegenteil, sie verschärfen die Lage nur noch, aber auch die vielgeschmähten und trotzdem höchst wünschenswerten Instrumente einer ausgewogeneren Lastenverteilung, hohe Steuern auf große Vermögen, auf Spekulationsgewinne und Zinserträge, könnten nur vorübergehend Erleichterung verschaffen, aber das Problem nicht lösen.

Ein Geldsystem, in dem das Vorhandensein von Geld unabdingbar an das Vorhandensein von Schulden, Zins und Zinseszins geknüpft ist, ruiniert unabwendbar auch die beste Wirtschaft. Das hängt mit dem Zinseszins zusammen, das sieht Marc Beise richtig, aber der Zinseffekt lässt sich nicht wegsparen, oder wegtilgen, weil weit vor dem Ende der Schulden das Ende des Geldes erreicht wird. Oder etwa nicht?


a


* 1949 im
oberfränkischen Neustadt bei Coburg



Egon W. Kreutzer
der Verfasser dieses Artikels
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