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    Egon W. Kreutzer

    Autor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

    Kritik

    muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

    Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

    Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

     



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    Nun, so klingt Harry Kulzer


    - über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -

    heute.

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     28.02.2013 Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland: 262.106 Jobs in 192 Tagen

     Tageskommentare Archiv Tageskommentare

    25. November 2013

    09.30 Uhr Euro-Krise geht in die nächste Runde


    (Illustration aus "Das Euro-Schlachtfest")

    Super-Mario, Mario Draghi, sieht sich mit der Forderung der europäischen Südstaaten konfrontiert, eine Politik des "quantitativ easing" zu betreiben, also faktisch alle noch vorhandenen Restbestände an Skrupeln über Bord zu werfen und tatsächlich zum bedingungs- und hemmungslosen Gelddrucken überzugehen, wie es von Japan und den USA bereits seit langem vorexerziert wird.

    Die einzigen Ergebnisse, die es beim kriselnden Dollar und beim kriselnden Yen infolge der Politik des lockeren Geldes zu beobachten gibt, sind jedoch fatal: Je mehr Geld gestern "gedruckt" wurde, desto mehr Geld muss heute und morgen in den Markt geworfen werden, um den Staat und die Wirtschaft am Leben zu erhalten.

    Dabei verhalten sich alle genau so, wie es das Benutzerhandbuch vorschreibt. Dass der Fehler in der komplexen Maschinerie selbst steckt, die zu bedienen sie angetreten sind, liegt dabei vollkommen außerhalb ihres Erkenntnishorizonts.

    Wer alte Schulden mit neuen Schulden tilgt und glaubt, auf diese Weise "irgendwann" schuldenfrei werden zu können, irrt. Nicht alles, was alle machen, ist nur deshalb schon richtig, weil man darauf setzt, am Ende als Versager nicht alleine dazustehen, sondern sich in guter, wenn nicht gar bester Gesellschaft zu befinden.

    Was wir erleben, ist der Versuch, die fünfundzwanzigste Raufaserschicht, die anders einfach nicht mehr halten will, mit der Dampfwalze an die schimmelfeuchte Wand zu tapezieren. Lieber nimmt man mit diesem Gewaltakt den Einsturz des ganzen Hauses in Kauf, als den Dingen auf den Grund zu gehen, die Schichten von Irrtümern, die sich angesammelt haben, nach und nach abzukratzen und dann das einzige zu tun, was wirklich Abhilfe schaffen kann, nämlich das marode Mauerwerk zu sanieren.

     

    "Das Euro-Schlachtfest" erklärt die Ursachen und Zielsetzungen der "Krise",
    "Falschgeld" weist nach, dass wir es zugelassen haben, uns vom alchemistischen
    "Nichts" der Banker beherrschen zu lassen.



    24. November 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


    23. November 2013

    14.30 Uhr Literaturpreis für Uwe Brosch 

    gestern Abend,
    also am 22. November 2013,

    erhielt der Lyriker, Liedermacher und "Lütten"-Buchautor Uwe Brosch

    im Rahmen der feierlichen Verleihung des
    Kempener-Literaturpreises den ersten Preis
    in der Kategorie Lyrik für sein Gedicht


    "geschichtliches".



    Wir gratulieren unserem Autor ganz herzlich zu dieser Würdigung und wünschen ihm auch weiterhin viel Erfolg!


     

    Wir haben in den letzten Jahren gemeinsam mit Uwe Brosch drei Buchprojekte realisiert.

    Zwei Bücher für die "Lütten", nämlich

    "Bodo der Buddelschiffpirat" und
    "SOS - Buddelschiffkobolde über Bord"

    Sowie das mit Aquarellen von Marion Maas illustierte Lyrikbändchen
    "Lass Dir den Himmel nicht entsternen".





    ... und natürlich sind alle drei Bücher unseres Literaturpreisträgers lieferbar.

    Mit besten Grüßen

    Egon W. Kreutzer
    (Verleger)


    22. November 2013

    11.00 Uhr Griecht, Griechen, griecht ...

    Es klingt nach dem alten Kinderlied:

    "Maikäfer flieg!" und
    "Griechenland ist abgebrannt".

    Die Troika ist abgezogen, Samaras spricht direkt mit Mutti in Berlin, die Schulden des Landes sind schon wieder um rund 20 Milliarden gestiegen und weil die Troika die nächste - dringend benötigte - Hilfs-Milliarde noch nicht herausrücken will, griecht Samaras direkt an die europäische Milliardenquelle, als wär's Canossa und Merkel die Päpstin.

    Nun ja. Der Euro wird schon wieder irgendwie auch über diese Klippe gerettet werden. Dem Erfindungsreichtum der Eurohütungseliten sind ja, wie wir in der Vergangenheit erlebt haben, keine Grenzen gesetzt.

    Vielleicht will Griechenland ja dem Freistaat Bayern beitreten, um als so eine Art Sonderwirtschaftszone unter dem Protektorat Seehofers jenen Aufschwung zu schaffen, der dem Staat der Hellenen - wie schon vor 180 Jahren - alleine nicht gelingen will. Dazu braucht es natürlich das Einverständnis Merkels - Seehofer würde garantiert sofort zuschlagen.

    Nur zur Erinnerung:

    Der erste König der Neuzeit, der die Griechen nach ihrer Befreiung vom Osmanischen Reich regierte, war der bayerische Otto. Noch minderjährig zwar, doch von bayerischen Experten begleitet, die sich im griechischen Chaos erfolgreich durchsetzten und Griechenland in jeder Hinsicht auf Vordermann brachten. "Auferstanden aus Ruinen", hätten die Griechen schon 10 Jahre nach dem Beginn der Regentschaft Ottos - auf griechisch, selbstverständlich - zur Nationalhymne machen können.

    Die Zustände sind vergleichbar. Warum also nicht?

    Mia san mia ...


    21. November 2013

    11.15 Uhr Dee Mo; Kraa Tieh!

    Verwirrt? Nein, ich habe nur versucht, die Wiedererkennbarkeit von Demokratie im Deutschland des Jahres 2013 durch diese besondere Schreibweise zu visualisieren.

    Es ist der Titel meines jüngsten Paukenschlages, in dem ich mit einiger Bitternis ein Klagelied anstimme, in dem dann schon auch mal der Begriff "Demokradingsdatur" vorkommt.

    Das alles mündet in die Hoffnung, die SPD-Basis sei nach 150 Jahren Demokratie-Erfahrung noch stark genug, uns vor einem faktisch oppositionsfreien Parlament zu bewahren.

    Doch lesen Sie selbst:

     

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    20. November 2013

    13.30 Uhr Die Misere der "Gesundheitswirtschaft"

    Die Hälfte aller deutschen Kliniken steckt in den roten Zahlen, lautet eine aktuelle Meldung. Nun streiten sich die "Experten" wieder darum, wie die Finanzierung der Krankenhäuser so verändert werden könnte, dass keine Verluste mehr aufscheinen.

    Es gab eine Zeit, da zählten Krankenhäuser zunächst einmal zu den Einrichtungen der Grundversorgung. Träger waren die Gemeinden, die Landkreise und die Länder.
    Einige wenige Privatkliniken, zumeist mit sehr speziellen Angeboten, ergänzten die Palette, ohne dabei störend zu wirken.

    Heute ist ein Großteil der Krankenhäuser und Kliniken privatisiert, dient also nicht mehr dem Gemeinwohl, sondern den Gewinninteressen der Investoren. Dort hat jenes üble Spiel der Kostensenkung - vor allem im medizinischen und im Pflegebereich begonnen, an dem sich dann auch die verbliebenen öffentlichen Kliniken zu messen hatten.

    Im Ergebnis gibt es heute kaum noch ein Krankenhaus, das nicht zumindest teilprivatisiert ist. Was heißt, dass auch bei den noch im Besitz der öffentlichen Hand befindlichen Kliniken bestimmte Teile des Gesamtkomplexes "Krankenhaus", wie z.B. Reinigung, Verpflegung, Facility-Managment und mehr, in eigenständige GmbHs ausgelagert wurden, auch um Tarifbindungen zu umgehen und um "die Schuld" an sich verschlechternden Bedingungen für die Patienten auf einen quasi externen Dienstleister abwälzen zu können.

    Mit dem Einzug solcherart betriebswirtschaftlichen Denkens auch in die öffentlichen Krankenhäuser schlich sich auch dort die Tendenz ein, Investitionen aufzuschieben oder abzulehnen, Stationen eher zu schließen als auszubauen und manche Häuser auch ganz aufzugeben.

    So wurde ganz allmählich ein vergleichbarer Zustand geschaffen, wie wir ihn auch von der Verstaatlichung der Telekommunikation oder von der Bahn her kennen.

    Wo es sich nicht lohnt, ist weder ein Breitbandanschluss zu haben, noch findet sich ein Bahnhof, an dem die Züge auch noch halten.

    Aus einer Mischkalkulation, in der die Kosten der Krankenhausversorgung aller Patienten schlicht über die Bettenbelegung an die Krankenkassen weitergereicht wurden, wuchs die (nur) im Einzelfall kostensparende "Fallpauschale" heran.

    Die Fallpauschale zwingt die Kliniken jedoch zur höchstmöglichen Auslastung ihrer Kapazitäten.

    Die privatisierten Krankenhäuser haben sich vielerorts darauf spezialisiert, besonders rentable "Fälle" zu behandeln und halten Ärzte, Gerät und Betten für weniger rentable Fälle gar nicht erst vor. Denen gelingt es dann aber doch auch noch, ihre Gewinne in Tochterunternehmen zu verschieben, so dass auch sie in das Jammern um die Unterfinanzierung mit einstimmen können.

    Kliniken, die es nicht schaffen, ihren Patientenzustrom nach betriebswirtschaftlichen Kriterien zu steuern, aber gehalten sind, die gewünschte, breite Palette ärztlicher Leistungen anzubieten, können ihre Kapazitäten gar nicht durchgängig auslasten und werden durch die Fallpauschalen krass benachteiligt.

    So werden, angeblich zum Nutzen der Patienten, die Behandlungsmöglichkeiten in den verbliebenen Krankenhäusern auf dem flachen Land immer weiter eingeschränkt während als Ersatz zentrale Schwerpunktkrankenhäuser entstehen, die zwanzig, fünfzig oder hundert Kilometer vom Wohnort des Patienten entfernt sind.

    Unbestritten stehen dort mehr Spezialisten zur Verfügung, unbestritten sammeln die Ärzte dort mehr Erfahrung - doch der Patient wird dabei zur Nummer, zum Fall, zum "Wareneingang". Und das, was ihn trösten und aufrichten könnte, nämlich der Besuch von Freunden und Familie, wird auf ein Minimum reduziert.

    Nun wird die Behandlung in diesen Zentren aber auch nicht billiger. All' die teuren Gerätschaften, mit denen heute Diagnostik betrieben, operiert und therapiert wird, werden auch eingesetzt. Sicher nicht immer aus medizinischer Notwendigkeit, sondern eben auch um eine Leistung abrechnen zu können. Viele CT und MRT-Ergebnisse sind schlicht überflüssig, hätten durch Röntgen oder Ultraschall-Untersuchungen ebenso, wenn nicht aussagekräftiger gewonnen werden können, und werden ggfs. von den behandelnden Ärzten auch gar nicht gewürdigt.

    Wenn öffentliche Kliniken keine Verluste mehr schreiben sollen, dann soll man zurückkehren zu der Auffassung, es handele sich um Einrichtungen der Grundversorgung, die von den Kommunen, den Landkreisen und Ländern aus Steuermitteln eingerichtet werden, die jährlich ein aus einer Bedarfsanalyse abgeleitetes Budget für Personal und Sachmittel erhalten und damit arbeiten.

    Was die Krankenkassen für die Behandlungen erstatten, kommt direkt wieder dem Haushalt des öffentlichen Trägers zugute - und was nicht, das ist der Zuschuss aus Steuermitteln, der für diese Infrastruktur-Einrichtung einfach erforderlich ist.

    Krankenhäuser sollten untereinander ebensowenig wie die Krankenkassen in einen unsinnigen Wettbewerb um die höchsten Gewinne eintreten. Das Ergebnis sind nämlich -heute schon absehbar - Monopolisten oder Oligopole, die am Ende der erzwungenen "Auslese" übrig bleiben und dann für Leistungen minderer Qualität jeden Preis fordern können.


    Sigrid Herwig schreibt in Ihrem Buch

    "Was uns fehlt - krankmachender Mangel"

    die folgenden bedenkenswerten Sätze:

    "Ein neuer Bachelor Studiengang ist entstanden. Er widmet sich der Gesundheit und trägt den Namen 'Gesundheitsinformatik'. Als umfassender Zweck wird die Modernisierung der Gesundheitswirtschaft genannt. Gesundheit gleich Wirtschaft? Können wir Gesundheit erwirtschaften? (...) Sollte uns unsere Gesundheit nicht mehr wert sein, als sie sorglos Geschäftemachern zu überlassen?"

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    18. November 2013

    09.45 Uhr Deutliche sozialdemokratische Handschrift

    Es scheint so, als habe die SPD ihren ersten fundamentalen Sieg aus den Koalitionsverhandlungen nachhause getragen. In den Aufsichtsräten deutscher börsennotierter und voll mitbestimmungspflichtiger Aktiengesellschaften sollen in Aufsichtsräten, die ab 2016 neu besetzt werden, mindestens 30% Frauen, aber auch mindestens 30% Männer vertreten sein.

    Welche soziale Großtat!

    Dem Kapital in die Suppe zu spucken, den Anteilseignern vorschreiben zu können, dass unter den Kontrolleuren des Vorstands schon in wenigen Jahren ein knappes Drittel Frauen vertreten sein müssen.

    Das wird die Republik verändern wie kein je zuvor beschlossenes Gesetz. Die Frauen in den Aufsichtsräten werden bei den Vorständen nachhaken, wie es denn um die Gleichberechtigung von Mann und Frau in den Unternehmen bestellt ist, sie werden die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit gegenüber den Vorständen massiv vertreten - und wenn es erst einmal in den großen Aktiengesellschaften so sein wird, dass Männer und Frauen für die gleiche Arbeit auch den gleichen Lohn erhalten, dann wird das ganz schnell auch für Leiharbeiter und Werkvertragssubunternehmer gelten, und wer wird da noch einen Arbeitsplatz da annehmen, wo es noch keine Frauenquote in den Aufsichtsräten gibt? Richtig: Niemand.

    Alle werden vor den Fabriktoren der Aufsichtsratsfrauenquotenaktiengesellschaften stehen - und Einlass finden, während sich die übrige Wirtschaft, vor allem der deutsche Mittelstand, in gewohnter Flexibilität auf die veränderte Situation einstellt und ebenfalls die Gleichberechtigung von Mann und Frau zum höchsten, wenn nicht gar allerhöchsten Unternehmensziel erheben wird, um des schieren Überlebens willen.

    Damit erübrigt sich ja auch das weitere Feilschen um einen wie auch immer gearteten Mindestlohn, denn wenn Frauen erst einmal so viel verdienen wie die Männer, dann ist das Problem auf eine vernachlässigbare Größe geschrumpft.

    Ebenso kann auf weitere Debatten um Mütter- oder Väterrenten verzichtet werden, wo es einen flächendeckenden Mindestlohn per Frauenquote gibt, gibt es auch keine Altersarmut mehr, weil es keine Minirenten mehr geben wird.

    Selbst die volle Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare wird sich mit der Frauenquote von selbst ergeben. Das ist absolut sicher, auch wenn die Details noch festgelegt werden müssen.

    Klar ist auch, dass viele der betroffenen Unternehmen ihre Aufsichtsrätinnen nicht unter deutschen Frauen rekrutieren werden, weil die Aufsichtsräte ja schließlich das Organ der Anteilseigner sind, die ja auch nicht unbedingt mit erstem Wohnsitz in Deutschland gemeldet sind. Von daher wird mit der schon aus wirtschaftlichen Gründen unumgänglichen doppelten Staatsbürgerschaft für ausländische Aufsichtsrätinnen deutscher, voll mitbestimmungspflichtiger, börsennotierter Aktiengesellschaften auch der erste Schritt zur sozialdemokratischen Doppelpassforderung getan, dem unvermeidlich alle weiteren folgen werden.

    Womit sich auch das Seehofer-Mautproblem in Wohlgefallen auflöst. Wenn jeder Ausländer beim Grenzübertritt automatisch zu seinen bisher schon angehäuften Staatsbürgerschaften auch noch die deutsche dazubekommt, dann müssten Maut nur noch diejenigen Ausländer zahlen, die sich aus unverständlichen Prinzipien heraus strikt weigern, als Bürger dieser Schildbürgernation zum Gespött ihrer Nachbarn zu werden.

    Also Gabriel, Nahles, los, unterschreibt. Ihr habt gewonnen. Auf der ganzen Linie.

     

     


    17. November 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


     

    16. November 2013

    11.05 Uhr Datenschutz? Wo kämen wir denn da hin?

    Was machbar ist, muss gemacht werden. Wer nicht schnell und umfassend genug spioniert und auswertet, verliert Marktanteile, muss zusehen, wie seine Aktie auf Sinkflug geht und die zahlende Kundschaft sich ihre Informationen anderswo beschafft.

    So hätte die FAZ ihren heute im Feuilleton versteckten Artikel über den drohenden Niedergang von Facebook überschreiben können, hätte man in deren Redaktionsstuben überhaupt noch die geringste Vorstellung von so offenbar antiquierten Vorstellungen wie "Datenschutz" oder "informationelle Selbstbestimmung".

    Doch was tut die FAZ? Sie wirft Marc Zuckerberg vor, die Entwicklung verschlafen zu haben, den anderen Datengrapschern hoffnungslos hinterher zu hinken und vermerkt hämisch, an Facebook würde wohl bald zu erkennen sein, "auf welch virtuellen Fundamenten der digitale Kapitalismus tatsächlich steht".

    Daneben wird ohne jeden Hauch von kritischer oder gar warnender Betrachtung "die Cloud" in Verbindung mit der totalen Smartphone-Ausspähung als der künftige Ort der Seligen gelobt.

    Natürlich nicht aus Sicht der Nutzer, die ihre Daten dort arglos abliefern, sondern aus Sicht der Profiteure, die mit immer ausgeklügelteren Analyseprogrammen den Heuhaufen "BIG DATA" durchforsten, mit dem Ziel, baldmöglichst ALLES über JEDEN zu wissen.

    Der NSA-Skandal und Muttis Handy sind nur die Symptome im Vordergrund, so wie die gelbliche Haut eines Leberkranken. Die fast schon hilflos zu nennenden Versuche, sich auf internationale Datenschutzvereinbarungen zu einigen, gleichen dabei dem Versuch, ein gesundes Rouge mit Make-up auf die Wangen zu zaubern.

    Wie es im verrottenden Inneren unserer Gesellschaft im "digitalen Kapitalismus" tatsächlich aussieht, das veröffentlicht man bei der FAZ heutzutage im Feuilleton ...

    Von daher sollten wir in großer Gelassenheit sämtliche Datenschutzbeauftragten in Wirtschaft und Öffentlichem Dienst in den Ruhestand schicken. Sie stören ja nicht einmal mehr.


    15. November 2013

    09.10 Uhr Peter Hartz stellt sich als Opfer dar

    Als Herr Hartz vor 11 Jahren im Französichen Dom in Berlin die Inhalte seiner Module präsentierte, war er prall voll von der Überzeugung, ein Meisterwerk vorzustellen, das die immer noch nicht erfolgte Lösung einfacherer Probleme, wie die Quadratur des Kreises oder die Konstruktion des Perpetuum mobile bei weitem in den Schatten stellt.

    Die versprochene Halbierung der Arbeitslosenzahlen ist nicht eingetreten, dafür haben wir nun den von Ex-Kanzler Schröder immer noch hochgelobten "besten Niedriglohnsektor" aller Zeiten in Deutschland.

    Peter Hartz hingegen grämt sich, weil die Gesetze, die seinen Vorschlägen folgten, nun "Hartz-Gesetze" heißen und das elendige Arbeitslosengeld II den Namen "Hartz-IV" trägt.

    "Hätte ich Leutheusser-Schnarrenberger geheißen, wäre das nicht passiert", spöttelt er heute.

    Hätte er Leutheusser-Schnarrenberger geheißen, wäre er wohl auch nicht wegen der Lustreisen seiner Betriebsräte verurteilt worden.

    Er meint ja auch nur, dass es niemals "Leutheusser-Schnarrenberger-IV" geheißen hätte, sein kurzer Name habe ihm die zweifelhafte Ehre eingebrockt, für lange Zeit als der Zerstörer der deutschen Sozialsysteme und des gesellschaftlichen Konsens im Gedächtnis der Menschen zu bleiben.

    Nun irrt er offenbar orientierungslos in den Arbeitslosenstatistiken herum und erzählt doch tatsächlich, seine "Reformen" hätten dazu beigetragen, dass es jetzt in Deutschland so wenige Arbeitslose "wie selten" gäbe.

    Und das wird auch noch kommentarlos abgedruckt.

    Hartz hatte versprochen, die Arbeitslosigkeit innerhalb von 3 Jahren von 4 auf 2 Millionen zu halbieren, und trotz aller hochwirksamen Veränderung der statistischen Erfassung der Arbeitslosigkeit haben wir auch 11 Jahre nach der "Offenbarung" im Französschen Dom immer noch diese rund 4 Millionen Gezählten, und eine große Zahl nicht Gezählter obendrein.

    Sagt ihm das niemand?

    Zudem meint Peter Hartz, er hätte nicht absehen können, wohin das alles führt, er wollte niemals Langzeitarbeitslose, die hätten alle schnell vermittelt werden sollen, was dann aber nicht umgesetzt wurde.

    So strickt man Legenden, lieber Herr Hartz, nur der Wahrheit kommt das nicht nahe.

    So naiv kann ein ehemaliger VW-Personalvorstand gar nicht sein, dass er nicht genau wusste, was er anrichten würde. Das habe ja sogar ich -aus der Ferne und nur aus den offiziellen Verlautbarungen - herauslesen können, welche Sauerei da als "Reform" auf den Tisch der Republik gelegt und von den Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft mit großem Applaus begrüßt wurde.

    Hier, zum Nachlesen:

    Und nun hat der Mann, dessen Treiben für alle Welt erkennbar nur ein Ziel hatte, nämlich die (Export-) Wirtschaft von den Kosten der Sozialsysteme so weit irgend möglich zu befreien und zugleich das Lohnniveau in Deutschland drastisch abzusenken, die Chuzpe, zu behaupten, er hätte das so nicht vorausgesehen?
     
    Lächerlich!


    14. November 2013

    13.00 Uhr Gewissheit geht anders
    (eine sehr ausschweifende Anmerkung zum SPD-Parteitag)

    Wir Menschen sind nun mal so gestrickt, dass wir die Gewissheit der Ungewissheit vorziehen. Ungewissheit macht nervös, die kleinen grauen Zellen malen sich ein Szenario nach dem anderen aus, die meisten schrecklich und gefürchtet, wenige schön, doch scheinen gerade diese unerreichbar, während uns das Eintreffen der
    schrecklichen am wahrscheinlichsten erscheint.

    Mir kommt es so vor, als hätten raffinierte Beratergehirne genau dieses Prinzip
    für sich entdeckt und - für teuer Geld - ihren Klienten daraus Nutzanwendungen
    gestrickt, deren Kernaussage lautet:

    "Nach einer hinreichend langen Phase der Ungewissheit
    ist die Zielgruppe für jede Art von Gewissheit dankbar,
    selbst wenn es die Gewissheit der schlimmstmöglichen Entwicklung ist."

    PaD 47 /2013 Gewissheit geht anders

       
       
      Damit Ihnen bei der Geschenkeauswahl für Weihnachten die Ungewissheit, auch das Richtige zu finden, nicht den Schlaf raubt, stellen wir Ihnen einen kleinen Helfer zur Seite.
      Er ist strikt instruiert, nichts vorzuschlagen, was hauptsächlich Ihr eigenes Interesse trifft - nämlich Bücher um Wirtschaft, Geld und Politik. Die können Sie sich schließlich selber schenken ...
       
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    13. November 2013

    09.00 Uhr Billiglohnland Germany

    Die Kritik an der deutschen Wirtschaft, der deutschen Wirtschaftspolitik und an der deutschen Rolle im Euro hört nicht auf. Zu Recht, wie ich meine.

    Nun hat sich wieder ein renommierter Wirtschaftswissenschaftler zu Wort gemeldet. Der Amerikaner Adam Posen ärgert sich darüber, dass die Beschäftigten in Deutschland nicht ihre Produktivität entsprechend entlohnt werden und dass Deutschland als Staat viel zu wenig investiert, ja nicht einmal mehr repariert und instandhält, was nach und nach verrottet. So habe sich Deutschland zum Billiglohnland gemausert und profitiert im Export noch davon, dass die Krisenländer im Euro-Raum die Währungsparitäten verfälschen.

    Das kommt insgesamt ziemlich genau auf das 'raus, was ich seit den ersten Gerüchten über die Agenda 2010 und die Hartz-Gesetze erst als Prognose und später als Resultat beschrieben habe.

    Leider helfen uns deutschen Normalbürgern aber weder kritische Stimmen aus dem Ausland noch die Klagen und Anklagen der Betroffenen. Wirtschaft und Regierung haben das Ziel der deutschen Dominanz in Europa (mindestens in Europa) auf ihre Fahnen geschrieben und halten dabei zusammen wie Pech und Schwefel, um ihren Wirtschafts- und Währungskrieg auf dem Rücken der Bevölkerung fortzusetzen.

    Posens Vorschläge, Deutschland solle seine Transferzahlungen an die Euro-Südländer steigern und seine Blockade gegen eine expansivere Geldpolitik aufgeben, stellen allerdings eine zu stark amerikanische Sicht der Dinge dar.

    Europa ist nun mal kein "Staat", sondern nur ein sonderbares Zwitterwesen aus einer Freihandelszone mit einer machtgierigen Zentralbürokratie und zwei Dutzend unterschiedlichster Einzelstaaten mit ihren Partikularinteressen, innerhalb dessen Deutschland - und vor allem die deutsche Bevölkerung - keinerlei Interesse an noch ausufernderen (= weiter ausufernden) Transferleistungen an die Krisenstaaten haben kann.

    Und dass Deutschland sich der Politik des lockeren Geldes entgegenstellte, kann ich auch nicht nicht erkennen. Verbale Äußerungen in diese Richtung gibt es immer wieder, doch die Realität sieht ganz anders aus. Draghi sorgt für Liquidität - und niemand kann ihn mehr daran hindern.

    Dazu passt - wieder einmal - der alte Aufsatz über die Gewinner und Verlierer des Internationalen Wettbewerbs:

     


    12. November 2013

    10.30 Uhr Gutmenschen werden mitleidig belächelt,

    wenn sie ihre Ideen zur Weltverbesserung vortragen. Die "Schlechtmenschen"
    arbeiten heimlich an der Weltverschlechterung und lassen sich noch dafür feiern.

    Im Verlauf der NSA-Affäre wurden europäische Stimmen hörbar, die forderten, die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen mit den USA auf Eis zu legen. Denkt man sich ja noch nichts Böses dabei. Ein freierer Handel, so sagt man uns, würde viele Arbeitsplätze schaffen und das Wachstum ankurbeln.

    Was mit diesem TAFTA Abkommen tatsächlich geplant wird, ist ungeheuerlich. Die Überschrift sollte lauten: Alle Macht den Konzernen!

    Bei Politik im Spiegel findet sich eine erhellende Analyse dieser neuen Wohltat des Kapitals für ihre immer machtloseren Melkkühe. Das ist kein Freihandelsabkommen, dass ist ein irreversibles Ermächtigungsgesetz, das die Staaten und ihre Bürger endgültig zu Gefangenen des Kapitals macht. Lesen Sie den Text aufmerksam!


    11. November 2013

    09.11 Uhr Katastrophe! Millionen potentieller Arbeitsplätze futsch!

    München. Mit dem Bürgerentscheid über die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2022 haben die Olympiagegner den schon greifbar nahe gerückten Aufschwung in Deutschland abgewürgt und Millionen potentieller Arbeitsplätze in Deutschland durch leichtfertiges Ankreuzen vernichtet.

    Christian Ude kann nun die Verkehrsprognosen für den Flughafen im Erdinger Moos in den Reißwolf stecken und sein kühner Plan, zur Bereitstellung der benötigten Kapazitäten den Hauptstadtflughafen BER für einen Euro aufzukaufen, ihn - wie ein großes und noch nicht vollendetes Puzzlespiel - in Einzelteile zerlegen, mit der Bahn nach München transportieren und dort originalgetreu - allerdings richtig - wieder zusammensetzen zu lassen, hätte alleine fünf Jahre Vollbeschäftigung für annähernd 83.500 Menschen geschaffen.

    Auch der Gedanke, den Münchner Hauptbahnhof, samt seiner Flügelbahnhöfe nach Stuttgarter Vorbild unter die Erde zu legen und dafür die ja bereits weitgehend vorhandenen Tunnel und Gleise der S-Bahn-Stammstrecke zu nutzen und als Ersatz für den dann nicht mehr möglichen S-Bahn-Betrieb im Stadtgebiet Ersatzbusse zu beschaffen, während die Außenbezirke endlich doch über den Transrapid hätten erschlossen werden sollen, muss nun wohl endgültig aufgegeben werden.

    Ein Vorhaben, das nicht nur an den eigentlichen Baustellen hunderttausende von Beschäftigungsverhältnissen, sei es nun in Leiharbeit oder auf Werkvertragsbasis ermöglicht hätte, sondern darüber hinaus auch bei den Premium-Herstellen die Absatzkurve für Dienstwagen der höchsten CO2-Ausstoß-Klassen steil nach oben hätte gehen lassen, was zweifellos auch nicht ohne Auswirkung auf den Arbeitsmarkt geblieben wäre.

    Aus der Traum.

    Ulli Hoeneß, der bereits die Kapazitäten seiner Wurstfabriken verdreifachen wollte, um aktiv für das Catering rings um die Sportstätten zu sorgen, hat alle Planungen abgebrochen. Selbst das kühne Projekt, Putenschenkel als Formfleisch den Oberschenkeln deutscher Eisschnellläuferinnen nachzubilden und mit schwarz-rot-goldenen Emblemen zu verzieren, hat nun keine Chance mehr.

    Die Produzenten und Distributoren von Schwenkfähnchen in allen Landesfarben haben ihre vorsorglich bereits aufgegebenen Champagnerbestellungen storniert.

    Die Souvenir- und Devotionalien-Industrie, die seit der Abdankung von Benedictus verzweifelt nach einem neuen Umsazträger suchte und längst die Prototypen der Maskottchen, Schneekugeln und olympischen Handwärmer in der Schublade hatte,
    hat das alles am frühen Morgen des 11. November - mit dicken Tränen in den Augen - auf den Münchner Schuttbergen entsorgt.

    Aus der Traum.

    Aus den Verhandlungen zur großen Koalition in Berlin hört man entsetzte Aufschreie des Unverständnisses. Angela Merkel soll erwogen haben, ihrem Freund Horst zur Strafe für die Unverschämtheit seiner Landeskinder die volle Last des Länderfinanzausgleichs alleine aufzubürden und Bayern zudem zu verpflichten, ab dem Fiskaljahr 2014 die Neuverschuldung des Bundes in den bayerischen Haushalt zu übernehmen. Er dürfe dafür - nur für Bayern - die Autobahnmaut für Ausländer einführen und so den erforderlichen Ausgleich schaffen. Seehofer soll erwidert haben, dass er auf dieser Basis die Koalitionsverhandlungen für gescheitert halte und die endgültige Loslösung des Freistaats Bayern von den Fesseln des Bundes, der EU und des Euro innerhalb der nächsten sechs Monate vollziehen werde. Die neue Verfassung Bayerns werde - aufgrund der ungebrochenen Zustimmung der Bevölkerung zu seiner weisen Regentschaft - auf Volksentscheide und Bürgerbegehren verzichten.

    Damit wäre der Weg frei für Wunsiedel, sich um die Olympischen Spiele 2022 zu bewerben. Dort zwischen Bayerischem Wald und Fichtelgebirge, wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen, könnten Olympische Spiele erst ihre volle Kraft entfalten, denn da gäbe es von alledem, was in München und Umgebung schon reichlich vorhanden ist, noch gar nichts. Ein Bauboom - noch größer als in Sotschi - sei zu gewärtigen, und damit ein Aufschwung, der Bayern in die Reihen der G7 katapultieren würde, während die Berliner Restrepublik sich irgendwo in de BRICS Staaten einreihen dürfe.

    Aus Brüssel verlautet, die Kommission erwäge, das Ergebnis des bayrischen Volksentscheides vor dem EuGH anzufechten und aus gut informierten Kreisen ist zu erfahren, dass die Chancen dieser Klage recht hoch seien. Schließlich sei die Münchner Olympiabewerbung eine Angelegenheit von europäischer Tragweite und könne nicht von regionalen Abstimmungen abhängig gemacht werden. Dazu müsse, wenn es denn überhaupt gelänge, die erforderliche 1 Million Unterstützer-Unterschriften beizubringen, die gesamte EU-Bevölkerung befragt werden.

    Das Urteil im Eilverfahren wird bis Ende dieser Woche erwartet.

    Nach allem, was wir wissen, heißt es dann für die Olympia-Gegner:

    Ätsch - aus der Traum!

     

     


    10. November 2013

    Julies Bild vom Sonntag

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    Wolfgangs Bild vom Sonntag 

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    9. November 2013

    12.00 Uhr Koalitionsverhandlungen in Berlin

    Der Berg kreißt - um ein Mäuslein zu gebären.

    Da sitzen zwei Parteien beieinander, die versucht haben sich im Wahlkampf wenigstens in Kleinigkeiten zu unterscheiden - und stellen nun zweierlei fest:

    1. Man kann sich auch über die Kleinigkeiten nicht einigen.
    2. Selbst die Kleinigkeiten sind unbezahlbar.

    52 Milliarden, so haben es Experten berechnet, müssten ausgegeben werden, um alle "Kleinigkeiten", die so in den Wahlprogrammen standen, verwirklichen zu können.
    Steuererhöhungen, wie sie sich die SPD zur Gegenfinanzierung ihrer kleinen Wünsche auf ihr Fähnchen geschrieben hatte, macht der Wunschpartner nicht mit - und Gabriel ist einsichtig genug, um zu wissen, dass er nicht das (politische) Gewicht hat, um sich durchzusetzen.

    Was wir erleben - und in den nächsten Wochen noch verstärkt erleben werden, ist Angela Merkels strategisches Spiel um die Zuweisung der Schuld am Scheitern der Verhandlungen. Die SPD, will sie sich als verantwortungsvolle, staatstragende und regierungsfähige Partei erweisen, um mitregieren zu dürfen, kann nur nachgeben.

    Fehlt es den Genossen an der Spitze irgendwann im Laufe der Gespräche an der immer noch zusätzlich geforderten Verbiegbarkeit, ist der Abbruch der Verhandlungen für Nahles, Gabriel & Co. gleichbedeutend mit dem politischen Genickbruch. Es wird Neuwahlen geben, und die SPD, die sich als nicht kompromissbereit gezeigt hat, wird auch noch von jenen 44% abgestraft, die nach den Angaben der Demoskopen immer noch für die große Koalition sind.

    Lassen sich die Obergenossen jedoch soweit verbiegen, dass man von ihnen sagen könnte: "Jene, die die Wirbelknochen biegen können wie die Rochen kommen heil durch die Epochen", steht das wahrscheinlich schon tausendmal bereute Versprechen an die Parteimitglieder dräuend vor der Tür: Die Abstimmung über den Koalitionsvertrag.

    Wenn sich die Spitze im Gegenwind zu sehr verbiegt, werden auch die Wurzeln den Baum nicht mehr halten wollen. Das Nein der Basis wird mit jedem Nachgeben der Spitze wahrscheinlicher, und wieder wird es die SPD sein, die die Bürger zu deren Verdruss noch einmal an die Urnen zwingt.

    Gäbe die Spitze jedoch nur wenig nach, so dass im Koalitionsvertrag noch eine deutliche sozialdemokratische Handschrift zu erkennen wäre, würde Merkel erklären, den Genossen fehle es an jeglicher realer Einschätzung der finanziellen Lage der Republik, sie wollten mit Gewalt die Steuern erhöhen oder die Schulden in die Höhe treiben, könnten nichts als Geld ausgeben und würden Deutschland über kurz oder lang in griechische Verhältnisse manövrieren. Sie jedoch, mit dem perfekten Augenmaß für jede Art von Alternativlosigkeit, werde das Staatsschifflein auch die nächsten vier Jahre sicher um alle Klippen herumführen, schenkte ihr der Wähler nur das notwendige Vertrauen.

    Schon am 24. September hielt ich Neuwahlen für den wahrscheinlichsten Weg, aus der knapp verfehlten absoluten Mehrheit doch noch etwas Rechtes zu machen.

    Inzwischen habe ich kaum noch Zweifel daran, dass Angela Merkel im Grunde Neuwahlen haben will, dass alles Koalitionsverhandeln nur dem Zweck dient, Zeit zu gewinnen, um sich selbst - und die neue Lindner-FDP - neu zu positonieren und dabei ganz nebenbei auch noch den Rest der Glaubwürdigkeit der SPD zu demolieren.

    Alles, was dazu zu beobachten ist, spricht für diese Absicht - und das Verhalten der SPD zeigt, dass der Plan wohl aufgehen wird.

    So titelt n-tv heute schon hinterhältig und hämisch:


    8. November 2013

    12.00 Uhr Mario Draghi und die hohe Kunst des Zirkelschlusses

    Wenn auf der Basis unbewieser Prämissen ein logischer Schluss gezogen wird, dann handelt es sich dabei nicht um einen Beweis, sondern um eine Augenwischerei. Dennoch wird davon gerne Gebrauch gemacht.

    Wenn also der Chef der EZB, der soeben durch eine Währungskursmanipulation per Zinssenkung die Wettbewerbsfähigkeit Deutschland auf den Exportmärkten gestärkt hat, die Kritik am dauerhaften deutschen Exportüberschuss zurückweist, und behauptet, Deutschland störe die Balance des Welthandels damit nicht, im Gegenteil, schuld daran seien diejenigen, deren Wettbewerbsfähigkeit hinter der Deutschlands zurückbleibt,

    dann setzt er in seiner Argumentation implizit die Prämisse:

    Deutschland würde mehr importieren - und/oder weniger exportieren - wenn die übrigen Volkswirtschaften dieser Welt nur die gleiche Qualität zu den gleichen Preisen auf den Markt werfen würden, wie die deutsche Exportindustrie.

    Dazu wiederum wäre es erforderlich, dass alle übrigen Volkswirtschaften dieser Welt a) sich in die Lage versetzen, Qualität "Made in Germany" zu produzieren, und
    b) ihre Niedriglohnsektoren so gestalten, dass sie bei den Kosten mithalten können.

    Das wiederum würde dazu führen, dass die Massenkaufkraft überall auf der Welt dramatisch sinkt. Die Märkte für Exporte würden also immer enger, während nirgends auf der Welt mehr die Binnenkaufkraft ersatzweise für einen Ausgleich sorgen könnte.

    Kapazitäten, auch sinnvolle, erwiesen sich weltweit als Überkapazitäten, die Arbeitslosigkeit würde weltweit sprunghaft anwachsen und zu neuen sozialen Katastrophen führen, nur weil sich alle auf die Fahnen geschrieben haben, auf Kosten des eigenen Lebensstandards auf Teufel komm raus billiger zu produzieren als alle anderen.

    Falls Herr Draghi dies anstreben sollte, dann wäre seine Argumentation nachvollziehbar - doch das strebt er ja wohl hoffentlich nicht an.

    Wenn er in Europa und überall auf der Welt ein Wohlstandswachstum erzeugen will, dann muss die Verdrängung inländischer Produktion durch ausländische Produkte aufhören - und dies ist am einfachsten dadurch auf den Weg zu bringen, dass (speziell) Deutschland aufhört, sein Hartz-IV-Niedriglohn-Gefängnis weiter auszbauen und den Rest der Welt mit Dumpingpreisen zu deindustriealisieren, während die eigenen Importe - mangels Binnenkaufkraft - stetig weiter zurückgehen.

    Ein Leserkommentar dazu:
    Hallo Herr Kreutzer,

    ich finde Ihr heutiger Tageskommentar läßt sich schön in einer Metapher
    erklären. Deutschland sitzt im Kinosaal in der ersten Reihe und steht auf.
    Jetzt haben zwar alle Beteiligten entweder eine schlechtere Sicht oder
    eine unbequemere Position (Stehen auf Dauer ist anstrengend) jedoch wird
    nicht die erste Reihe zum Sitzen ermahnt, sondern alle anderen Reihen zum
    Aufstehen aufgefordert. Es gibt hierbei nur einen einzigen Gewinner - und der
    ist unsichtbar. Der Kinosaalbetreiber (das Kapital) kann die Reinigung der
    Sitze sparen, demnächst ein Kino ohne Sitze anbieten und somit seinen Profit noch weiter steigern - und die Deutschen auffordern doch jede zweite Person auf die Schultern zu nehmen damit sie eine bessere Sicht haben :-(

    Wenn's nicht so traurig wäre, wäre es zum Lachen.

    Ein erholsames Wochenende wünscht
    Stefan F.

     

     


    09.00 Uhr Back to the roots

    Vor lauter vorauseilender politischer Korrektheit wird in Deutschland die Christianisierung zurückgedreht und macht einer Regermanisierung Platz.

    Das hatte ja schon zu Zeiten der DDR begonnen, als die in der dortigen Weihnachtsschmuckindustrie produzierten "Engel" als "geflügelte Jahresendfiguren" angeboten und verkauft wurden.

    Nun hat eine KiTa beschlossen, das "St. Martinsfest", jene Veranstaltung, bei der am St. Martinstag allüberall in Deutschland kleine Kinder laternentragend mit Triefnasen durch die Winternacht tippeln und anrührend falsch "Laterne, Laterne ..."
    singen, in "Sonne-Mond-und-Sterne-Fest" umzubenennen, um die Mitbürger mit Migrationshintergrund nicht in ihren andersartigen religiösen Gefühlen zu verletzen oder gar zu diskriminieren.

    "Das ist" - wird sich Wotan, die Sache von Walhall aus betrachtend, mit Wohlgefallen gedacht haben - "ein Schritt in die richtige Richtung. Weg mit diesem Christenzeug!"

    Und weiter:

    "Wann werden sie endlich auf die Idee kommen, auch jenes schreckliche 'Weihnachtsfest' endlich als das zu benennen, was es ist und immer war, nämlich 'Jul', bzw. 'Winterwendfest', oder doch wenigstens, den modernen Sitten und Gebräuchen angepasst, 'Konsumrauschfeier'?
    Ostern kann bleiben, Ostern ist sowieso ein heidnischer Name, kommt von 'Ostara!, hat was mit Osten und Sonnenaufgang zu tun, wenngleich es natürlich schöner wäre es in "Hasenwunderfest" umzubenennen."

    An eines allerdings hat Wotan wohl noch nicht gedacht, was aber sicherlich demnächst ein deutscher Vordenker zur Sprache brngen wird, dass es nämlich die religiösen Gefühle andersgläubiger Mitbürger verletzen könnte, wenn sie bei der Besichtigung der deutschen Kulturdenkmäler immer wieder mit christlichen Symbolen und Bildwerken konfrontiert werden.

    Sollten daher nicht alle Kruzifixe - nicht nur aus den Klassenzimmer der Schulen - entfernt werden, sondern - mit noch viel größerer Berechtigung - auch aus den Domen, Kathedralen, Kirchen und Kapellen?

    Machen es uns die Moslems nicht in vor-bildlicher Weise vor, indem sie in ihren Moscheen vollkommen auf bildhafte Darstellungen verzichten? Wäre das nicht der Weg, den auch Nathan der Weise empfehlen würde, damit Friede einkehrt unter den Religionen?

    Ich finde, es ist ein starkes Stück!

    Wie weit haben wir uns schon von der Idee "ein jeder soll nach seiner Facon selig werden" entfernt und propagieren stattdessen das unselige "alles muss abgeschliffen und gleichgemacht werden"?

    Gender Mainstream - in meinen Augen vollendeter Blödsinn, aber politisch korrekt.
    Negerverbot - stattdesen "stark Pigmentierte" ...?
    Zigeunerverbot - und zwar total.

    Irgendwann werden wir Dicke nicht mehr dick nennen dürfen, Kranke nicht mehr krank, Kluge nicht mehr klug und Politiker nicht mehr Politiker.

    Wollen wir das wirklich?

    Das Ende dieser Entwicklung ist eine Sprache, die nur noch aus den Lauten "bo", "eh", "aargh" und "pfff" besteht. Der Vorteil: Die Schulzeit kann auf zwei Jahre verkürzt und der Bildungsetat zugunsten des Rüstungsetats gekürzt werden.

    In den Parlamenten wird man sich dann wieder, wie zu guten alten Zeiten, nicht mehr Worte an den Kopf werfen, sondern Steine - und wer übrig bleibt, ist Chef.

    Vermutlich kommen dann aber auch wieder römische Legionen über die Donau und nehmen Rache für die Schlacht im Teutoburger Wald.

     

     

     

     

     

     

     


    7. November 2013

    16.15 Uhr Die Zinsentscheidung der EZB

    Leitzins runter, Euro runter, Aktien rauf ...
    Begründung: Zu wenig Inflation.

    Kompliziert gedacht,

    • macht dieser Schritt, wegen des Kursverlustes der Währung, die Exporte aus der Euro-Zone etwas billiger, ohne dass die Exporteure deswegen weniger Euros für ihre Waren erhalten würden. Es kann also vielleicht noch ein bisschen mehr exportiert werden, was durchaus als ein kleiner Affront gegen die USA und den Dollar aufgefasst werden kann. Von da kam schließlich vor gar nicht allzulanger Zeit heftige Kritik an der Exportstärke des gewichtigsten Landes der Euro-Zone.
    • bringt dieser Schritt den Banken die Möglichkeit, sich noch billiger mit frischem Geld versorgen zu können, was alle Gewinne aus ihren spekulativen Geschäften um eben jene 0,25 Prozent rentabler macht, die ihnen Draghi soeben geschenkt hat. Da die EZB ein Gemeinschaftsunternehmen aller Mitgliedsstaaten ist, verschenkt Deutschland natürlich den Löwenanteil (27%) des dadurch entgangenen Zentralbankgewinnes - doch was soll's? Bei uns sprudeln die Steuern - wir können das verkraften.
    • führt dieser Schritt, wegen der ihm folgenden Ausweitung der Liquidität, zu einem Anstieg der Börsenkurse (der DAX ist ja innerhalb weniger Minuten fast senkrecht durch die Decke). Anleger müssen also für Wertpapiere aller Art mehr bezahlen, ohne deswegen dafür auch mehr zu bekommen, während diejenigen, die Wertpapiere im Depot haben, jubeln können, weil ihr Vermögen wieder - im Handumdrehen - um rund ein Prozent gewachsen ist. Umrechnung auf einen Jahreszinssatz ist da übrigens streng verboten!
    • führt dieses gerade erwähnte, nominale Vermögenswachstum, auch zu einer
      Neubewertung der Bankenaktiva. Den Einlagen ihrer Gläubiger steht da wieder
      ein bisschen Mehrwert gegenüber - und dieser Mehrwert wird zweierlei bewirken, dass man nämlich wieder ein bisschen mehr Dividende an die Aktionäre ausschütten kann, und dass man für den Bankenstresstest besser gerüstet ist. Dabei hat sich am Wert der Papiere gar nichts geändert, der ist nicht gewachsen, nur der Maßstab, mit dem der Wert gemessen wird, der Euro, der ist geschrumpft.
      Damit ist wieder einmal das Kunststück gelungen, eine Geldentwertung zur Generierung von Luftgewinnen zu benutzen. Dass die Luft in den Bilanzen anschließend an die Aktionäre in Form von Euros ausgeschüttet wird, hat noch nie jemanden gestört, schon gar nicht die Aktionäre. Wenn die Luft dann wieder raus ist, werden die dann fehlenden Euros schön brav über Rettungsschirme wieder aufgefüllt. Dafür sind dann - in ein paar Monaten - wieder die Normalbürger zahlungspflichtig.
    Im Augenblick wird für die Normalbürger zunächst einmal der Ölpreis steigen. Wohl dem, der sich schon für den Winter eingedeckt hat. Die Guthabenzinsen der Banken werden sich nach unten bewegen und der Inflation dann faktisch gar nichts mehr entgegensetzen. Die Lebensversicherer werden noch ein bisschen lauter lamentieren und nach staatlicher Hilfe rufen.
     
    Weil also die Kaufkraft auf dem Binnenmarkt durch Importverteuerung noch weiter schrumpft, wird es auch keinen Anstoß zur Ankurbelung der Binnenwirtschaft geben. Wenn Wachstum erzeugt wird, dann weiter im Export, und wenn dafür Arbeitskräfte benötigt werden, dann dürfen die keinesfalls teurer sein, als die Billiglöhner, die man sowieso schon massenhaft einsetzt - sonst wäre ja der ganze schöne Effekt gleich wieder futsch.
     
    Vielen Dank, liebe Euro-Zocker-Bude,
    das war wieder mal ein schöner Schachzug!
     
    Könnte durchaus dazu führen, dass die Binnenwirtschaft dennoch angekurbelt wird, weil noch ein paar Mitmenschen Bücher zum Thema lesen wollen.

     

     

     

     


     

     

     

     


    12.00 Uhr Himmel und Hölle - ein Dialog

    Wer glaubt, wird selig. Dieses uralte Mantra ist in unserer Zeit wichtiger denn je.
    Schließlich leben wir mitten im Übergang.

    Die Heilsversprechen der Kirchen zerbröseln an prunksüchtigen Bischöfen und den
    öffentlich gewordenen Kollateralschäden des Zölibats.

    Die Heilsversprechen der Renditepriester sind - wie Langzeitarbeitslose - immer noch
    zu wenig geübt und daher schwer vermittelbar.

    Hilfestellung gibt der heutige Paukenschlag:

     


    6. November 2013

    09.00 Uhr ... und ist der Ruf erst runiniert, lebt sich's völlig ungeniert

    Klasse!

    Während im Zuge der Snowden/NSA-Affäre allmählich immer öffentlicher wird, in welchem Maße auch die deutschen Dienste am internationalen Wettbewerb um das lückenloseste Ausspähen beteiligt waren und sind, erachtet Innenminister Friedrich offenbar den Zeitpunkt für günstig, zu verkünden, dass das Spionage- und Überwachungssystem "Mautbrücken" nun auch ganz offiziell angezapft werden soll, um die zur Terrorismusbekämpfung zwingend erforderlichen Bewegungsprofile aller
    Autobahnbenutzer erstellen zu können.

    Klar. Da klafft eine riesige Lücke in den Datenbeständen. Die vielen in Deutschland unterwegs befindlichen, gewaltbereiten Terroristen, Herr Friedrich geht vermutlich von einer Zahl nicht unter 60 Millionen aus, haben sich ja zur Verschleierung ihrer Reisewege angewöhnt, das Handy auszuschalten oder eingeschaltet mit einem anderen Auto durch die Gegend fahren zu lassen, um die Dienste zu verwirren.

    Da braucht man natürlich die gestochen scharfen Bilder aus den Kameras der Mautbrücken, die ja wiederum, wenn die notwendigen zusätzlichen Milliarden genehmigt werden, auch in Echtzeit ausgewertet werden können, so dass die Bundeswehr mit ihren Drohnen dann auch die weitere Verfolgung übernehmen kann, sollte einer aus jenen 60 Millionen von den Mautbrücken erfasst worden sein.

    Ganz nebenbei eignen sich die Daten der Mautbrücken auch zur Geschwindigkeitsüberwachung. Wer von Mautbrücke zu Mautbrücke weniger lang braucht, als unter Beachtung aller Geschwindigkeitsbeschränkungen erforderlich wäre, bekommt - je nach gefahrener Durchschnittsgeschwindigkeit - seine Pünktchen und seine Bußgeldbescheidchen. Schon wieder was zur Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur gewonnen!

    Toll Collect, jenes Konsortium, dass die Spionagebrücken errichtet hat und sie auch betreibt, wird sich - nun offiziell mit dieser zusätzlichen Aufgabe betraut -auch offiziell noch einmal zusätzliche Entschädigungen zahlen lassen, was im Zweifelsfall soweit führen könnte, dass von den Mauteinnahmen gar nichts mehr in die Bundeskasse fließt. Um nun aber vor der Öffentlichkeit zu verbergen, dass man inzwischen zuzahlen darf, statt mitzukassieren, braucht es dringend die Einnahmen aus der Pkw-Maut, die den Saldo dann wieder vielleicht leicht positiv ausfallen lassen. So fügt sich eins zum anderen.

    Ach ja, zuletzt habe ich das Szenario am Aschermittwoch 2012 so ausgemalt:

    Drohnen werden über die Städte fliegen und die Bewegungen Verdächtiger verfolgen, da wo das Netz der Überwachungskameras noch zu lose geknüpft ist.

    Die Fotoapparate in den Mautbrücken und ihre mobilen kleinen
    Brüder und Schwestern, die heute schon zur Nummernschilderfassung
    im fließenden Verkehr eingesetzt werden, werden jedes Fahrzeug
    erfassen, jeden Fahrer identifizieren - nie wieder wird jemand
    der mit dem Auto unterwegs war, behaupten können, er habe
    sich zu diesem Zeitpunkt zuhause aufgehalten, der Nachweis ist
    leicht erbracht, und schon die Behauptung, den Nachweis führen
    zu können, wird Geständnisse erleichtern.

    Und auf den Bahnhöfen, auch im Nahverkehr, sind die Kameras
    längst fest installiert und liefern ihre Bilder an geheime
    Zentralen, wo große Rechnerkapazitäten vorgehalten
    werden, um euch zu identifizieren.


    5. November 2013

    10.00 Uhr Bankhaus Rott & Meyer präsentiert: Meyers MONEY FEST

    Frank Meyer, den viele von seinen oft bissigen, stets humorvollen Kolumnen zu Geld und Anlagethemen auf der Website "Bankhaus Rott & Meyer" kennen, während er anderen als n-tv-Börsenexperte bekannt ist, hat ein Buch geschrieben:


    Frank Meyer
    Meyers MONEY FEST

     

    Ich dachte mir, was ich lese, wird Sie auch interessieren und habe spontan beschlossen, dieses Buch, das bei Wiley VCH erschienen ist, über meinen Online-Shop ebenfalls anzubieten.

    Frank Meyer geht das komplexe Thema mit dem ihm eigenen Humor an. Nur wenige Sätze aus der Einleitung zu seinem hochinteressanten Buch machen Lust auf mehr:

    "Da stehen wir nun mit unseren Euros in den Taschen und können nicht sicher sein, ob wir sie behalten werden oder behalten müssen - und welche Konsequenzen sich daraus ergeben werden. Mit etlichen Folgen der Gemeinschaftswährung muss man heute schon lernen umzugehen. Inzwischen sind wir in einer Haftungsgemeinschaft angekommen. Geht es nach dem Willen der Politik, die uns diese Währung eingebrockt hat, ist der Euro etwas für die Ewigkeit, vielleicht auch für den Rest der Welt und womöglich auch für fremde Galaxien geeignet. Die kyrillischen Buchstaben auf der Rückseite der neuen 5-Euro-Scheine lassen vemuten, die Politik plant Großes. Und wie so oft in der Geschichte wird sich der alte Satz beweisen, wenn Politik große Pläne schmiedet, haben Götter viel zu lachen - in diesem Fall die Historiker, wenn auch erst in der Rückschau. Ob wir viel zu lachen haben? Ich weiß es nicht, vermutlich später nur mit einer gehörigen Portion Galgenhumor."

    Das Hardcover Buch kostet 19,99 Euro - Sie können es hier bestellen.


    Noch eine Empfehlung, die ich am Wochenende schon an meine Newsletter-Abonnenten ausgesandt habe:

    Es gibt da ganz bei mir in der Nähe einen zauberhaften kleinen Laden für schöne Geschenke. Heißt: "Regenbogen Fischer". Vielleicht schauen Sie ja auch mal rein, virtuell ...

    Ich habe ein paar Zeilen dazu geschrieben, die finden Sie hier:

     


    4. November 2013

    10.00 Uhr Zeugenschutz für Snowden 

    Ich weiß nicht mehr so genau, wo ich lebe. Gerade noch habe ich gelernt, dass alle meine Befürchtungen bezüglich der Gläsernheit der bundesrepublikanischen Bevölkerung nicht nur bestätigt, sondern von der Realität noch weit übertroffen wurden.

    Gerade eben habe ich gelernt, dass nicht nur der Verfassungsschutz und das BKA in Deutschland schnüffeln, dass nicht nur die Amerikaner von allen Möglichkeiten des Entgeheimnissens Gebrauch machen, sondern dass im Prinzip alle Dienste der "westlichen Wertegemeinschaft" in trauter Verbundenheit spähen und schnüffeln, was das Zeug hält und sich ihre Ergebnisse untereinander (vermutlich nur fast) vollständig gegenseitig zur Verfügung stellen.

    Soeben habe ich gelernt, dass nicht nur die "üblichen Verdächtigen", also das Volk, zur Totalüberwachung freigegeben sind, sondern dass Regierungen, Parlamente, Zentralbanken und sogar der Vatikan zur Erringung größtmöglicher Transparenz und damit zur Durchsetzung gewisser Interessen, vor allem zur möglichst effektiven Fortsetzung des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus, im Fangnetz der Dienste zappeln -

    - und nun soll ich begreifen, dass dem derzeitigen Staatsfeind Nr. 1 der USA in Deutschland Asyl gewährt werden - nicht nur könne, sondern auch - solle, und dass man sich in der Lage wähnt, Edward Snowden vor dem Zugriff durch Agenten befreundeter Staaten sicher zu schützen.


    Wer erinnert sich noch an Wallenstein?

    Als der alte Kämpfer des Krieges müde geworden war und auf eigene Faust im Geheimen mit den Gegnern die Fühler für Friedensverhandlungen ausstreckte, was den damaligen Geheimagenten nicht verborgen blieb, verurteilte ihn ein "Geheimgericht" wegen Verrats.

    Als Wallenstein sich mit seinen engsten Vertrauten nach Eger zurückzog, wo er sich sicher fühlte, wurden seine Offiziere vom Stadtkommandanten zu einem feierlichen Bankett eingeladen - und ohne viel Federlesens ermordet. Wallenstein selbst, der sich im Haus des Stadtkommandanten aufhielt, wurde am gleichen Abend von Offizieren des Regiments Walter Butler ermordet.

    Niemand hielt es für erforderlich, diesen Morden eine Untersuchung oder gar einen Prozess folgen zu lassen.

    Wallenstein war ein Werkzeug der damals Herrschenden. Als er begann, sich ihren weiteren Kriegsgelüsten entgegen zu stellen, war er "fällig" und fiel ihnen schnell und nachhaltig zum Opfer.


    Snowden war ein Werkzeug der heute herrschenden Weltmacht. Als er begann, sich ihren Plänen in den Weg zu stellen, wurde er geschasst und musste flüchten.

    Snowden zu bitten, nach Deutschland zu kommen, um dort gegen seinen ehemaligen Dienstherren auszusagen, ist da doch wohl ein recht naiver Wunschtraum.

    Naiv, weil selbst dann, wenn Snowden "alles" wüsste und "alles" auspacken würde, doch keine Macht der Welt in der Lage wäre, irgendjemanden, der wirklich verantwortlich war und ist, dafür zur Rechenschaft zu ziehen.

    Naiv, weil selbst dann, wenn Snowden wirklich "alles" was er weiß, auspacken würde, doch noch der Schleier des Geheimnisses dicht über allem läge, was er nicht erfahren hat - und vor allem, was er nicht mehr erfahren konnte, weil sich die Dienste nach seinen Veröffentlichungen natürlich neue Strategien und neue Legenden zurechtgelegt haben.

    Naiv vor allem, weil es für Snowden in Deutschland keinen sicheren Ort gibt, der nicht schon längst in den Datengebirgen der NSA verzeichnet wäre, weil es keinen Plan gibt, der nicht schon vor seiner Ausführung bekannt werden würde.

    Ob Snowden in Russland wirklich sicher ist, wage ich zu bezweifeln. Dass er dort jedoch viel sicherer ist als irgendwo auf dem Gebiet der westlichen Werte- und Geheimdienstgemeinschaft, kann m.E. nicht bezweifelt werden.

    Die in den Vordergrund gespielte Sorge, mit der Einladung Snowdens nach Deutschland die deutsch-amerikanischen Beziehungen zu belasten, erachte ich als eine Mär fürs Publikum. Ich glaube, eine größere Freude könnte man den USA kaum machen.

    ... und ob Snowden, böte man ihm denn Asyl, wirklich kommen würde, wage ich auch zu bezweifeln. Schließlich hat er Sicherheitsgarantien gefordert - und die wird er zu prüfen wissen. In seinem Brief, in dem er die Aussage in Deutschland in Aussicht stellt, heißt es außerdem auch nicht, ich komme, sobald "Garantien" gegeben werden, sondern "sobald die Lage geklärt ist" - und das kann noch sehr, sehr lange dauern.

     


    3. November 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

     


    2. November 2013

    10.00 Uhr  Denn Patrick Welter ist ein ehrenwerter Mann*)

    Patrick Welter ist studierter Volkswirt und Journalist, mit einer Vita, die ihn schon alleine deshalb auszeichnet, weil er - im wahrsten Sinne des Wortes - weit herumgekommen ist.

    Nun schlägt Patrick Welter vor, Deutschland solle sich taub stellen.

    Also "Hören", aber so tun, als habe "es?" nichts, aber auch gar nichts gehört.

    Das ist das Verhalten Drei- und Vierjähriger im ersten Trotzalter. Bockig. Und nicht nur bockig, sondern auch ein erstes Versuchen in der Kunst der indirekten Lüge.

    So soll Deutschland sich also aufführen. Schöner Rat.

    Dieser Rat gilt dem Verhalten gegenüber allen, die Deutschland vorhalten, es störe mit seinen nachhaltig einseitigen Exportüberschüssen den Welthandel (und zwar nachhaltig).

    Das sind ja nicht nur die US-Amerikaner, es sind ebenso - wenn auch von Welter vorsichtshalber nicht erwähnt - die Mit-Mitglieder der EU. Schließlich erwägt die Kommission inzwischen ein "Strafverfahren" gegen Deutschland, und zwar genau wegen dieser Exportüberschüsse, die auch die EU in eine Schieflage gebracht haben. Hat Deutschland nicht auch jene Vereinbarung unterzeichnet, in welcher zur Vermeidung von schädlichen Exportüberschüssen die Stärkung des Binnenmarktes gefordert wird? Doch. Hat es.

    Und - ist es nicht tatsächlich so, dass die starke Exportnation für alles, was sie exportiert, nichts anderes zurückerhält, als Schuldscheine? Schuldscheine, die im weiteren Verlauf der Tragödie dazu führen, dass Deutschland mit neuem, eigenen Steuerzahlergeld auch noch die Schulden bezahlten muss, die andere gemacht haben, um sich bei uns mit Waren zu versorgen?

    Es ist so. Das deutsche Vergnügen daran beschränkt sich auf die Eigentümer jener Unternehmen, die sich an der Produktion von Exportüberschüssen beteiligen. Ihnen fließt der Exportüberschuss faktisch als Reingewinn zu. Die Einnahmen daraus können sie unbeschwert in beliebige in- und ausländische Anlagen stecken. Dass diese Einnahmen aus ungedeckten Schuldscheinen stammen, interessiert dann nicht mehr. Mag das dumbe Volk die Banken und die Staaten retten, so es sich einreden lässt, dies sei alternativlos.

    Patrick Welter geht aber noch einen großen Schritt weiter. Ohne auch nur den Hauch eines Argumentes dabei zu verschwenden, erklärt er großspurig:

    "Die Euro-Krise sähe weit schlimmer aus, hätten die Deutschen mit ihrem robusten Export den Euroraum nicht wirtschaftlich verankert."

    Wie bitte?

    Wo ist die Euro-Krise denn hergekommen?

    Haben nicht die Südländer nach der Chance, als EURO-Staaten an vergleichsweise billige Kredite zu kommen, diese Chance genutzt, auf Pump das zu importieren, was (zu einem großen Teil) die deutsche Exportmaschine zu den - durch die Schaffung des Niedriglohnsektors möglich gewordenen - Dumpingpreisen in den Markt geworfen hat? War das nicht ein wesentlicher Beitrag zur Destabilisierung der Wirtschaft der so genannten "Schuldner-Länder"?

    Haben nicht zudem die Schuldenblasen der USA, die "verbrieft" auch die europäischen Bankbilanzen verseucht haben, die Staaten genötigt, ihre Banken zu retten und sich damit noch tiefer in den Schuldensumpf ziehen lassen?

    Hätten nicht die Gewinne aus dem Exportüberschuss nach immer noch lukrativeren Anlagemöglichkeiten gesucht, hätten sich die ABS aus den USA wohl kaum so flächendeckend verkaufen lassen.

    Wenn Patrick Welter also fordert, Deutschland möge sich taub stellen, so fordert er zugleich, jenen ruinösen Kurs, mit dem Deutschland die ganze übrige Euro-Zone an die Wand drückt, einfach unbeirrt fortzusetzen.

    Das Ergebnis dieses Handelns wird entweder sein, dass die Euro-Zone mit lautem Krach auseinanderfliegt, oder dass Deutschland tatsächlich jenen dominierenden Einfluss in Europa gewinnt, der gerade durch die Fesselung an die Gemeinschaftswährung verhindert werden sollte.

    Doch Patrick Welter ist ein ehrenwerter und weitgereister Mann ...

    *) Frei nach Marcus Antonius

    Das Euro-Schlachtfest - ganz frisch erschienen, beschäftigt sich mit der Logik der nun seit Jahren herrschenden Banken-Staaten-Euro-Krise und zeigt, wo die Gewinner und die Verlierer sitzen, aber auch, dass das Ende mit Schrecken inzwischen wohl unausweichlich geworden ist.
     

      Für mehr Informationen oder zum Bestellen bitte die Abbildung anklicken.

       

       

      Auch zum Euro-Schlachtfest haben wir
      eine EBook-Version für Sie zum Download bereit.

     

     

     

     


    1. November 2013

    09.30 Uhr Es ist Feiertag in Bayern

    Allen, die arbeiten müssen, wünsche ich einen stressfreien Tag, allen, die sich ausruhen dürfen, wünsche ich, dass sie auch wirklich zur Ruhe kommen, allen, die Sorgen und Ängste haben, wünsche ich einen kleinen Sonnenstrahl - in welcher Form auch immer - der Ängste und Sorgen auflöst und Platz schafft, in der Seele, für einen Augenblick der Glücks.

    ... und allen, die glücklich sind, wünsche ich, dass sie sich stets an dieses Glück erinnern können und davon zehren, wenn einmal wieder düstere Schatten aufziehen.

    Liebe Grüße an alle!

    Egon W. Kreutzer


    31. Oktober 2013

    15.00 Uhr Vertraulich - Streng geheim!

    Ganz ehrlich: Geht Ihnen das Geseiere um die Arbeit der NSA nicht allmählich
    auch auf den Geist?

    Wie sollen gewählte Regierungen denn sonst für die Sicherheit ihrer Bevölkerung sorgen? Wie sollen sie den Virus der Aufmüpfigkeit, des zivilen Ungehorsams und der bürgerlichen Freiheiten denn sonst ausrotten?

    Der heutige Paukenschlag ist nichts als ein nüchtern-realistisch vorgetragenes Plädoyer für die Abschaffung störender Verfassungsartikel und so genannter "Bürger- bzw. Menschenrechte".

     


    30. Oktober 2013

    09.25 Uhr Vollste Vollstbeschäftigung in Deutschland 

    Noch nie - seit dem Beitritt der neuen Bundesländer - gab es so viele Erwerbstätige wie im September 2013. Das sagt die Süddeutsche und beruft sich dabei auf die vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes, das ermittelte, dass im September 42,1 Millionen Menschen einer Erwerbstätigkeit nachgingen - immerhin 250.000 bzw. 0,6 Prozent mehr als im September 2012.

    Sozial ist, was Arbeit schafft ....

    Was die Süddeutsche in diesem Zusammenhang nicht schreibt, obwohl sich auch daraus eine Jubelmeldung in Sinne von:

    Noch nie hatten die Erwerbstätigen so viel Freizeit.

    Lag die durchschnittliche Zahl der geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigem in Deutschland im Jahre 2000 noch bei 1.471 Stunden pro Jahr, ist sie - ganz ohne gewerkschaftliche Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung - bis zum Jahr 2012 auf nur noch 1.397 gesunken. Pro Woche 2 Stunden mehr für Familie und Freizeit!

    So gut ging es den Deutschen noch nie!


    Sozial ist, was Freizeit schafft ... ???


    Die Wahrheit liegt, wie immer, ganz woanders.

    Die Zahl der Erwerbstätigen lag 2000 bei 39,382 Millionen - 2012 waren es 41,613, ein Zuwachs um 5,7 Prozent.

    Erst aus der durchschnittlichen Jahresarbeitszeit und der Zahl der Erwerbstätigen ergibt sich die Gesamt-Arbeitsleistung in Stunden. Die lag im Jahr 2000 bei 57,922 Milliarden Arbeitsstunden - und im Jahr 2012 bei 58,115 Milliarden.

    Ein Zuwachs um nur 3,3 Prozent.
    Also: Mehr Teilzeit, mehr Mini-Jobs.

    Das Brutto-Inlandsprodukt stieg von 2000 bis 2012 um 29,1 Prozent von 2,048 Billionen Euro auf 2,643 Billionen Euro.

    Die Brutto-Löhne und -Gehälter stiegen im gleichen Zeitraum um 25,3 Prozent von 897 Milliarden Euro auf 1,124 Billionen Euro.

    Der Anteil der Arbeitnehmer am BIP ging also in den 13 Jahren von 2000 bis 2012 (um rechnerisch 34,36 Milliarden) von 43,8 Prozent auf 42,5 Prozent zurück.

    Rentabel ist, was Arbeit schafft und Löhne senkt ...


    29. Oktober 2013 

    08.45 Uhr Welche Feinde?

    Der britische Premierminister David Cameron droht der Presse unverhüllt mit staatlichen (Zwangs-) Maßnahmen für den Fall, dass weitere Erkenntnisse über die geheime Arbeit der Spionagedienste aus den "Snowden-Dokumenten" an die Öffentlichkeit gebracht werden.

    Er hat auch eine gute Begründung dafür: "Das hilft unseren Feinden".

    Hoppla!

    Es hat sich doch niemand darüber aufgeregt, dass britische Spione versuchen, Feindaufklärung zu betreiben. Die Aufregung bezieht sich doch darauf, dass die Waffenbrüder USA und GB offenbar aufgehört haben, zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Im Umkehrschluss könnte man folgern, die Aufregung bezieht sich darauf, dass sie nie aufgehört haben, die ganze Welt - einschließlich der eigenen Bevölkerung - als FEIND einzustufen.

    Dabei ist weit und breit kein Feind zu sehen, der sich anschickte, einen Eroberungsfeldzug zu starten oder London mit Cruise Missiles dem Erdboden gleich zu machen - trotz aller Kriege, die seit dem zweiten Weltkrieg von den USA und/oder Großbritannien geführt wurden.

    Man könnte sagen: "Sie schaffen sich ihre Feinde bei Bedarf selbst".

    Und das muss natürlich geheim bleiben. Nicht auszudenken, welche Komplikationen zu erwarten wären, wenn ein angedachter Feind, der sich noch für einen Freund hält und sich bis zur ersten Kriegsdrohung auch dafür halten soll, frühzeitig davon Wind bekäme?

    Tja, das ist die Arroganz der Macht ...

    Die Machtfülle nationalstaatlicher Potentaten ist nach Karl Waldeckers Analyse der Organisationsstrukturen der Menschheit ein wesentlicher Faktor für Krieg, Not und Leid auf dieser Welt.

    Seine Vision unter dem Motto: "Die Welt fair ändern" öffnet die Augen für grundsätzlich andere, bessere Formen des Zusammenlebens und der gesamtgesellschaftlichen Organisation.


    28. Oktober 2013

    10.20 Uhr Hartz IV: "Danke der Nachfrage, ich kann nicht klagen ... "

    Endlich Entlastung für die Sozialgerichte. Hartz-IV-Empfänger haben offenbar immer
    weniger Grund zu klagen. Die Bundesagentur für Arbeit feiert die Trendwende, denn die Zahl der Widersprüche und Klagen gegen Bescheide der JobCenter und Argen ist rückläufig.

    Heinrich Alt, Vorstand der BA, zieht daraus den verwegenen Schluss: "Das Vertrauen in die Arbeit der JobCenter wächst weiter".

    Nun, es handelt sich offenbar nicht um das Vertrauen der Leistungsempfänger, sondern um das Vertrauen der Politik und der Gerichte, die den Klageweg mit immer neuen Hürden verbauen.

    "Ich kann nicht klagen", ist also immer öfter nicht Ausdruck von Zufriedenheit, sondern - im Gegenteil - Ausdruck der Aussichtslosigkeit, eine Klage anzustrengen.

    Das beginnt schon damit, dass den Betroffenen die Beratungshilfe für die anwaltliche Erstberatung verweigert wird - und setzt sich doch einer durch, dann darf sein Rechtsanwalt nicht selten eine kleine Ewigkeit auf die Begleichung seiner Konstennote warten.

    Ebenso wird Prozesskostenhilfe nach Ansicht von Beobachtern auch in begründeten Fällen erst einmal verweigert.

    Doch weil das zwar funktioniert, jedoch womöglich im krassen Widerspruch zu höchstrichterlichen Entscheidungen steht, ist nun auch noch eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe installiert worden, die damit befasst ist, die Beschneidung der Rechtsmittel unter der Überschrift "Vereinfachung des passiven Leistungsrechts - einschließlich des Verfahrensrechts - im SGB II" nachträglich und für die Zukunft zu legalisieren.

    Da wird die BA bald wieder in Jubel ausbrechen können und eine ins Utopische gehende Steigerung des Vertrauens in die Arbeit der JobCenter feststellen.

     

     



    27. Oktober 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


    26. Oktober 2013
    25. Oktober 2013

    09.00 Uhr Schutz gegen Abhören - eine schöne, beruhigende Illusion

    Abhörsichere Handys - kann es nicht geben.

    Vereinbarungen über die Zusammenarbeit und die Grenzen der Geheimdienste befreundeter Nationen kann man treffen, jede Woche eine neue - daran halten wird sich niemand.

    Die Technik:

    Jedes Handy ist gegenüber dem "Netz" eindeutig indentifiziert. Sonst könnte man es nicht anrufen. Jedes Handy funkt ständig seine Kennung in die Welt - und erhält Antworten von allen Funkstationen, die innerhalb seiner Reichweite liegen. Die Funkstation, bei der das Signal am stärksten ankommt, bucht das Handy bei sich ein. Da ist noch gar nicht telefoniert worden - und das Netz weiß, wo ein ganz bestimmtes, exakt identifiziertes Handy sich aufhält.

    Da kann das Handy noch so "abhörsicher" sein, ohne sich im "Netz" anzumelden und damit seine Identität und seinen Aufenthaltsort anzugeben, funktioniert es nicht.

    Es ist nun technisch überhaupt kein Problem, Handys von "Zielpersonen" im "Netz" automatisch zu überwachen und jegliche Kommunikation mitzuschneiden.

    Nun kommt der Krypto-Chip ins Spiel. Der verschlüsselt die vom Handy ausgehende Kommunikation. Dazu kann er die unterschiedlichsten "Schlüssel" verwenden - und die auch während der Kommunikation beständig wechseln. Grundbedingung ist allerdings, dass das Empfänger-Gerät auch über einen gleichartigen Krypto-Chip verfügt - und dass die beiden sich in einer "Handshaking-Prozedur" darüber austauschen, wie - genau jetzt - die Verschlüsselung erfolgen soll.

    Auch dieser Austausch läuft vom Handy zum Funkmast und damit in das "Netz", wo er ganz selbstverständlich aufgezeichnet oder in Echtzeit angezapft werden kann.

    So - was braucht nun der interessierte Mithörer? Richtig. Er braucht einen solchen Chip - und das Wissen über dessen Funktionsweise. Das kann alles recht schwierig und kompliziert sein - aber dafür gibt es schließlich Geheimdienste.

    Funkwellen sind grundsätzlich öffentlich.
    Verschlüsselungen, deren Parameter über Funkwellen ausgetauscht werden, sind ebenfalls öffentlich.

    Chips zu besorgen, die in mehreren hundert oder tausend Geräten verbaut sind, ist ein Kinderspiel, wenn man über nahezu unbegrenzte Etats verfügt und den festen Willen hat, so ein Ding in die Finger zu bekommen.

    Noch ein Schlussgedanke:

    Wer den Verfassungsschutz auf gewählte Volksvertreter im Deutschen Bundestag ansetzt, darf sich nicht wundern, wenn er selbst von der NSA überwacht wird. Es gibt da m.E. keinen qualitativen Unterschied.

    Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser.

     

     

     


    24. Oktober 2013 

    11.30 Uhr Das Handy

    Ein Aufschrei der Empörung gellt durchs Kanzleramt. Angela Merkels Handy - doch nicht abhörsicher? Mit dem heutigen Paukenschlag spreche ich Frau Merkel mein tief empfundenes Mitgefühl aus. Wie muss sie sich jetzt vorkommen, quasi unter Terrorverdacht stehend und mit arabischen Selbstmordattentätern im gleichen Topf schmorend? Hört sie schon die Drohne dröhnen?

    Ein paar Gedanken mehr dazu finden Sie hier:


    23. Oktober 2013

     

    10.05 Uhr Neue Buchspende

    Ich bin einigermaßen gerührt.
    Ohne vorherige Ankündigung finde ich auf dem Konto heute Morgen eine Überweisung über 100 Euro - Verwendungszweck: Buchspende

    Nun stehen also noch einmal 100 Euro für diejenigen Besucher dieser Seite zur Verfügung, die sich ein Buch aus dem EWK-Verlag wünschen, es sich aber nicht leisten können.

    Bitte teilen Sie mir Ihren Buchwunsch einfach über die folgende E-Mail-Adresse mit:

    gf@ewk-verlag.de

    Es gilt weiterhin: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

    Ausgenommen sind E-Books (wg. der abweichenden MwSt.) und die Gesamtausgabe der wahnwitzigen Wirtschaftslehre (damit ein paar mehr Leser etwas von dieser Spende haben).

    Ich werde hier mitteilen, wenn das Budget verbraucht ist.

     

    23.10. 2013 11.40 Uhr
    Ein "Schlachtfest" und ein "Entwicklungsprojekt Ökonomie" haben Abnehmer gefunden. Es sind noch 45,60 Euro verfügbar.

    23.10.2013 13.00 Uhr
    Noch ein "Schlachtfest" ist aus dem Spendenbetrag abgerufen worden. Es sind nun noch 19,90 Euro verfügbar.

    23.10.2013 13.08 Uhr

    Das Budget ist verbraucht.

     

    10.00 Uhr Merkel und Barroso

    Frau Bundeskanzler Angela Merkel, bis zur Neuwahl eines Bundeskanzlers geschäftsführend im Amt, tut offenbar das, was von der LINKEn für die
    rot-rot-grüne Mehrheit im Bundestag vorgeschlagen wurde, nämlich jetzt
    noch schnell Pflöcke einzuschlagen, die womöglich nach einer Koalitionsvereinbarung so nicht mehr zu realisieren wären.

    Mit ihrem Vorschlag zur Bankenabwicklung (ich denke, es geht uns so gut und die Krise sei überstanden ???) tut sie einen weiteren Schritt zur Vergesellschaftung der Risiken der Spekulanten und Großgläubiger.

    Die Beschränkung auf die 130 größten Banken stellt dabei doch keine wirkliche Einschränkung dar. Die größten Banken schleppen nun einmal die größten Risiken mit sich herum. Hier von einer Schadensbegrenzung zu sprechen, ist eher Augenwischerei als ein Beitrag "Schaden vom deutschen Volk" abzuwenden.

    Auch die Haftung der Eigentümer und Gläubiger "nach einer Staffel" entspricht nicht dem allgemein geltenden Insolvenz-Recht und begünstigt Aktionäre und Großgläubiger.

    Die dritte Bedingung, dass nämlich nationale Parlamente zustimmen müssten, hat sich auch in der Vergangenheit schon als zahnloser Tiger herausgestellt.

    Angela erklärt den Ausnahmezustand der Alternativlosigkeit - und schon sorgen die Fraktionsvorsitzenden für die notwendige Stimmenmehrheit. Da dürfen sich, wenn Schwarz-Rot kommen sollte, dann sogar die Hälfte der eigenen Abgeordneten der Stimme enthalten - und es reicht immer noch.

    Herr Manuel Barroso, noch Vorsitzender der Europäischen Kommission, sucht indes nach neuen Aufschuldungsgebieten. Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sind wieder aufgenommen - und nun sollen auch noch alle Balkanstaaten in die EU.

    Nachdem offenbar die Hypo Alpe Adria mit dem Geldversenken auf dem Balkan nicht so weit gekommen ist, wie geplant, können nun dort neue - von den großen europäischen Banken kreditfinanzierte - Konsum- und Investitionsblasen in die Welt gesetzt werden. Die Troika wird sich freuen, ihre jetzigen und künftigen Reiseziele liegen nah beieinander.

    Weil Banker und Bankanleger nun wissen, dass sie am Ende - und das heißt nach Abschöpfung der Gewinne - von den Steuerzahlern der Euro-Zone wieder gerettet werden, verheißt das, ein gutes, risikoloses Geschäft zu werden.

     

    00.00 Uhr Bericht über die Buchspendenaktion

    In den letzten drei Wochen gingen bei mir Spenden über den

    Gesamtbetrag von 504,40 Euro

    ein, mit der Maßgabe, damit Buchwünsche von Menschen zu erfüllen, deren materielle Armut es nicht zulässt, selbst Bücher zu kaufen.

    23 Bücherfreunden konnte ich damit die Freude machen, ein Buch zu lesen, an das sie sonst nicht oder nur unter großem Verzicht herangekommen wären.

    Die Buchwünsche verteilten sich wie folgt:

     Das Euro-Schlachtfest - die Logik der Krise 7 Ex. 181,30 € 
    Die Entdeckung der Realität 5 Ex. 114,50 €
     GLOCALIS, die Welt fair ändern 4 Ex. 116,00 €
     Paukenschläge, Sammelband I 1 Ex.. 22,00 €
     Paukenschläge Sammelband II 1 Ex. 28,20 €
     44 Tage mit Paul 1 Ex. 10,85 €
     Die Handball-Helden 1 Ex. 15,80 €
     Dem Sozial Sein auf der Spur 1 Ex. 11,70 €
     Entsorgte Zeugen 1 Ex. 12,85 €
     Arbeitsplatz Seele 1 Ex. 17,50 €

     Berlin 4 Empfänger
    Bayern 4 Empfänger
    Baden-Württemberg 3 Empfänger
    Niedersachsen 3 Empfänger
    Sachsen 3 Empfänger
    Hessen 2 Empfänger
    Saarland 2 Empfänger
    Mecklenburg-Vorpommern 1 Empfänger
    Sachsen-Anhalt 1 Empfänger

    Alle, die ein Buch erhalten haben, haben sich herzlich bei den unbekannnten Spendern bedankt. Ein Dank, den ich gerne weitergebe.

     

    00.01 Uhr Ciao Facebook

    Ich hab' es mir lang genug angetan.
    Nun bin ich wieder draußen.

    Der einzige wahre Nutzen, den mir Facebook brachte, war die rechtzeitige Erinnerung an bevorstehende Geburtstage von Freunden.

    Ansonsten habe ich Facebook als Zeitraubmaschine empfunden, als ein unerschöpfiches Sammelsurium privatester Kleinanzeigen, von denen mich nicht eine unter tausend wirklich interessierte.

    Außerdem ist nun auch der Schutz der persönlichen Daten zu einem Schutz von Facebook bei jeder Art von Urheberrechtsaneignung umdefiniert worden. Ich will nicht, dass einer meiner Texte bei der Werbung für irgendwas auftaucht - und ich will nicht, dass mein Bild von Facebook nach Belieben verwendet und missbraucht werden kann.

    Also bin ich raus.

    Für Twitter sind die meisten meiner Sätze einfach zu lang, und ich habe keine Lust,
    mich erneut den Beschränkungen des Telegrammstils zu unterwerfen.

    Wenn ich etwas mitzuteilen habe, schreibe ich eine E-Mail.Wer mir etwas mitteilen will, kann das ebenso tun.

    An dieser Stelle möchte ich mich nachträglich bei allen entschuldigen, deren Freundschaftsanfragen über Facebook ich nicht angenommen habe. Das war sozusagen die Vorbereitungsphase für den Ausstieg - und den Ausschlag gegeben hat eine sehr aggressive Werbung, die mir Facebook per Mail zuschickte, um mich zu einem Mittelstandsaccount zu überreden.

    Also: Ciao Facebook - Du wirst mir nicht fehlen.


    22. Oktober 2013

    10.00 Uhr Konstituierende Sitzung des 18. Deutschen Bundestages

    Heute kommen die in unmittelbarer (Direktkandidaten) und mittelbarer (Listenkandidaten), freier und geheimer Wahl von den wählenden Wahlberechtigten auserkorenen Volksvertreter erstmals zusammen.

    Die Medien weinen dicke Krokodilstränen um die verlorengegangene Opposition, die nun, mangels Masse, auch mit minimalen Redezeiten auskommen muss und weder Untersuchungsausschüsse fordern, noch Normenkontrollklagen anstrengen kann.

    Kommt es zur Schwarz-Roten Koalition, kann Angela Merkel weitaus komfortabler regieren als Seehofer mit seiner absoluten Mehrheit in Bayern.

    Doch sind knappe 20 Prozent Opposition im Bundestag wirklich ein Problem für die in Deutschland geübte Form der parlamentarischen Demokratie?

    Wohl kaum.

    Wo die Regierung stets der Zustimmung ihrer unter Fraktionszwang gehaltenen Mandatsträger sicher sein kann, ist die quantitative Größe der Opposition ohne Belang. Selbst bei einer Stimme Mehrheit könnte eine wie auch immer geartete Opposition im Plenum noch so schöne und so lange Reden halten, die Regierungsbank würde dies, wenn überhaupt, mit einem mitleidigen Lächeln quittieren, sofern nicht wichtigere Angelegenheiten die Aufmerksamkeit beanspruchen. Wenn es zur Abstimmung kommt, ist das ganze Oppositionsgesäusel vergessen.

    Von daher betrachtet, könnte die Arbeit des Bundestages effizienter und die Sitzungen könnten kürzer werden, würden nun nicht die Abgeordneten der Regierung die Redezeiten in Anspruch nehmen wollten, die mangels Opposition zur Verfügung stehen.

    Nein - im üblichen parlamentarischen Geplänkel ist die Opposition sowieso nur verzichtbarer Zierrat.

    Was die neue, kleine Opposition nun verinnerlichen sollte, ist die Chance, die in der Kleinheit liegt.

    David konnte Goliath schlagen, weil der ihn, in überheblicher Gewissheit der eigenen Stärke, auf Steinschleuderwurfweite an sich herangelassen hat.

    Die Igel hetzten den Hasen zu Tode, weil der Hase nicht merkte, dass nur er am Rennen war, während Herr und Frau Igel, jeweils am Ende der Ackerfurche Pingpong mit ihm spielten.

    Kleine Sandkörner ruinieren große Zahnräder - und so mancher kleine Reißnagel hat schon einen großen Hintern in Bewegung gesetzt.

    Bei ungleichen Ausgangsvoraussetzungen gilt es eben, die aus der vermeintlichen Schwäche resultierenden Vorteile zu nutzen, statt einfach nur in Selbstmitleid zu versinken.

     

    Aber warten wir es ab - noch geistert das Wort "Neuwahlen" durch die Köpfe.


    21. Oktober 2013

    15.00 Uhr Die fast vergessene Kernschmelze

    Die Mehrzahl der Medien berichtet darüber, dass in Fukushima wieder einmal Wasser ins Meer gelaufen sei. Gut, es wird auch gesagt, dass es radioaktiv verseuchtes Wasser war, das aus defekten Auffangbehältern ausgelaufen ist, doch die Meldung klingt einfach so schön harmlos, dass sie von der Bedeutung her weit hinter dem zurückbleibt, was sich in Fukushima - zwei Jahre nach dem Beginn der Katastrophe - inzwischen an Gefahrenpotential aufgetürmt hat.

    Die wirklich große Katastrophe ist noch nicht abgewendet. Die Ruine bröselt vor sich hin - und von den immer noch in einsturzgefährdeten Abklingbecken gelagerten Brennstäben geht womöglich die größte Gefahr für Japan und die ganze Welt aus.


    Noch einmal hat sich ein großzügiger Spender gefunden, der Bücherwünsche erfüllen hilft. Weitere 100 Euro stehen für diejenigen Besucher dieser Seite zur Verfügung, die sich ein Buch aus dem EWK-Verlag wünschen, es sich aber nicht leisten können.

    Bitte teilen Sie mir Ihren Buchwunsch einfach über die folgende E-Mail-Adresse mit:

    gf@ewk-verlag.de

    Es gilt weiterhin: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

    Ausgenommen sind E-Books (wg. der abweichenden MwSt.) und die Gesamtausgabe der wahnwitzigen Wirtschaftslehre (damit ein paar mehr Leser etwas von dieser Spende haben).

    Ich werde hier mitteilen, wenn das Budget verbraucht ist.

     


    21.10.2013 14.00 Uhr Es sind noch 113,10 Euro übrig.
    21.10.2013 14.45 Uhr Es sind noch 95,60 Euro übrig.
    21.10.2013 17.30 Uhr Es sind noch 72,70 Euro übrig.
    21.10.2013 18.55 Uhr Es sind noch 46,80 Euro übrig.
    21.10.2013 18.58 Uhr Es sind noch 20,90 Euro übrig.

    22.10.013 08.00 Uhr Das Budget ist nun leider verbraucht.

     

     

     


    20. Oktober 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


    19. Oktober 2013

    14.00 Uhr Phantomtor in Hoffenheim - Große Koalition in Berlin

    Da schießt ein Stürmer ans Außennetz - und wie's der Teufel will, liegt der
    Ball plötzlich im Tor hinter der Linie.
    Ich habe das genau so wenig gesehen wie der Schiedsrichter und Stefan Kießling, der (Tor-) Schütze.

    "Tatsachenentscheidung!", heißt es, und die FIFA, die weltweit nicht nur ihre Regeln sondern auch ihren Willen durchsetzt, wird alles tun, um das irreguläre Tor als reguläres Tor anzusehen und eine Spielwiederholung zu verhindern.

    Da liefern sich Schwarz-Schwarz-Gelb gegen Rot und Rot und Grün eine langweilige Wahlschlacht, an deren Ende es nach Sitzen 319 : 311 steht, doch die Wahlgewinner wollen nicht miteinander regieren und warten lieber darauf, dass die vereinigten Schwarz-Schwarzen den größten und gewichtigsten Stein aus der Opposition herausbrechen und in die eigene Mannschaft integrieren.

    Das sei nun mal der Wählerwille, heißt es - und die Demoskopen beeilen sich, die Information nachzuschieben, die Mehrheit der Deutschen wünsche sich eine große Koalition.

    Hätte man anders gefragt, hätte genauso gut herauskommen können, die Mehrheit der Deutschen wünscht sich eine starke Opposition, oder, die Mehrheit der Deutschen sei lieber für Neuwahlen als für ein 80:20 Parlament.

    Ich bin für Neuwahlen.

    Große Koalition auf kleinstem gemeinsamem Nenner ist das Gegenteil, von dem was wir jetzt brauchen.

    Neuwahlen im Februar oder März nächsten Jahres würden ein klares Ergebnis bringen. Die FDP, unter Lindner, käme wieder über fünf Prozent, die AfD käme ebenfalls über fünf Prozent, die CDU/CSU würde Stimmen und Sitze abgeben - und Angela Merkel stünde mit zwei Koalitionspartnern da, von denen der eine zurück will, zu einer Partei der bürgerlichen Freiheit, wie sie Gerhart Baum über lange Jahre geprägt hat, während der andere ganz massiv auf die Europa und Währungspolitik Einfluss nehmen würde, durchaus im Sinne einer Stärkung nationaler Interessen statt der schrittweisen Selbstaufgabe für ein gemeinsames Europa der Konzerne und des Kapitals.

    Auf der anderen Seite allerdings stünden SPD, Grüne und LINKE, nun allesamt vereint in dem Gedanken, eine rot-rot-grüne Regierung sei nun doch möglich.

    Da hätten die Bürger mal wieder was zu entscheiden, bei einer solchen Ausgangslage!

    Womöglich käme dann aber der EuGH daher, und würde in der Politik jene Rolle übernehmen, die sich die FIFA im Fußball angeeignet hat, und Neuwahlen in Deutschland einfach verbieten, so lange die Gefahr besteht, dass das Ergebnis dem europäischen Einigungsprozess hinderlich sein könnte.

    Sind wir schon so weit?
    Noch nicht ganz. Aber undenkbar ist es nicht.


    18.10.2013 17.11 Uhr Es sind noch 13,10 Euro übrig.

    und eine neue Spende ist angkündigt ... 

     


    18. Oktober 2013

    11.45 Uhr Die Experten und die Höhe des Mindestlohnes

    Ein Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro pro Stunde würde 1 Million Arbeitsplätze vernichten, tönen die führenden Wirtschaftsforschungs-Institute - im Hinblick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD.

    Nimmt man das für bare Münze, unterstellt, dass es sich bei den rund 17 Millionen direkt betroffenen Arbeitsverhältnissen um eine Mix aus 50% Vollzeit und 50% Teilzeit-Beschäftigten handelt, die miteinander folglich rund 20 Milliarden Jahresstunden abliefern - und dass die Differnz zwischen dem derzeit gezahlten Lohn und 8,50 Euro bei durchschnittlich 2 Euro liegt, dann würde die Wirtschaft mit 40 Milliarden Euro jährlich zusätzlich belastet.

    Es handelt sich dabei - in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung - um einen Anstieg der Lohnsumme von ca. 3 Prozent. Der allerdings unmittelbar auch wieder als Kaufkraft zur Verfügung stünde.

    Allerdings gibt es halt den kleinen Unterschied zwischen Umsatz und Gewinn.
    Wenn 40 Milliarden Mehrkosten zu nur 40 Milliarden Mehrumsatz führen, bedeutet das - über den dicken Daumen, einen Gewinnrückgang um 35 Milliarden Euro.

    Heruntergebrochen auf den hier in den Vordergrund gespielten Kleinbetrieb bedeutet es natürlich, dass der Frisör, der fünf Mitabeiter derzeit für 6,50 Euro beschäftigt, bei 8,50 Euro Mindestlohn am Jahresende ungefähr 15.000 Euro mehr für Löhne ausgegeben haben wird als vorher.

    Der Versuch, die Preise zu erhöhen, wird dazu führen, dass manche Kunden gar nicht mehr kommen, und andere einfach die Abstände zwischen ihren Frisörbesuchen vergrößern. Der Umsatz bleibt, dank höherer Preise vermutlich gleich, doch die Arbeit schwindet - und einer von den fünf Beschäftigten darf zum JobCenter.

    Dieses Szenario ist nicht an den Haaren herbeigezogen, die der Frisör abzuschneiden hat, sondern verdammt realistisch.

    Es macht keinen Sinn, in einer Volkswirtschaft, die von der Politik gerade erst in einen Niedriglohnstandort verwandelt worden ist, einen Mindestlohn einzuführen.

    Es fehlt in der Bevölkerung schlicht die Kaufkraft, um diesen Mindestlohn in den Preisen weitergeben zu können, ohne Umsatzverluste in Kauf nehmen zu müssen.

    Das trifft übrigens auch alle Arten von zwielichtigen Subunternehmern, die nur deshalb an Aufträge kommen, weil sie so gnadenlos niedrige Löhne zahlen und damit - trotz eines fetten Gewinns - immer noch die fair arbeitende Konkurrenz unterbieten können.

    Wer hier den Mindestlohn nicht nur vorschreibt, sondern auch die Einhaltung kontrolliert (noch so ein Problem!), der wird aus Beschäftigten wieder Arbeitslose machen, denn auch die Budgets, aus denen diese Aufträge gespeist werden, sind begrenzt, gedeckelt, schuldenbremsenkonform. Beschäftigungsrückgang bei bestenfalls gleichbleibendem Umsatz ist die Folge.

    Um den arbeitenden Menschen ein auskömmliches Einkommen zu sichern, kann man nicht zwischen Frisörkunden und Frisören umschichten. Da heißt es nämlich nur, dass hier ein Loch aufgerissen wird, um dort eines zu stopfen, während die angestrebte Verteilungsgerechtigkeit nicht erreicht werden kann, weil es schlicht und einfach nicht die wenigen Reichen sind, von denen die Masse der Frisöre leben muss.

    Die Wirtschaftsweisen sehen das Problem gar nicht so verkehrt, nur die Lösung, die sie vorschlagen, ist nicht zielführend. Da heißt es: Wenn schon Mindestlohn, dann doch bitte einen ganz niedrigen.

    Ein ganz niedriger Mindestlohn würde allerdings eher gar nichts verändern, vor allem keine Löhne ermöglichen, von denen man leben kann, wenn man Vollzeit arbeitet.

    Der Weg zurück, in jene besseren Jahre, als die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland noch nicht so weit auseinander klaffte wie heute, ist nicht mit gesetzlcihen Mindestlöhnen zu schaffen.

    Er ist nur zu schaffen, wenn der irrsinnige Versuch, zum international wettbewerbsfähigsten Standort dieser Welt zu werden, aufgegeben wird. Wenn Schluss damit gemacht wird, Exportüberschuss als Segen zu verstehen und stattdessen endlich verstanden wird, was er wirklich ist, nämlich nichts anderes als das Verhalten einer auszubeutenden Kolonie. Stets mehr liefern zu wollen, als man zurückbekommt, das kann eigenlich nur noch als Geisteskrankheit diagnostiziert werden.

    Würde die Leistungsfähigkeit - in Waren und Dienstleistungen - die in Deutschland abrufbar ist, allein dem deutschen Binnenmarkt zur Verfügung stehen, es ginge uns in jeder Hinsicht sehr viel besser. Würden wir im gleichen Maße importieren, wie wir exportieren, es ginge uns ebenfalls in jeder Hinsicht sehr viel besser.

    Nur die Gewinne würden abschmelzen,
    und die Vermögen würden nicht so rasant wachsen.


    17. Oktober 2013

    10.30 Uhr Die kurze "Lange Bank" der USA - ... und der Zins fehlt doch! 

    Ein Aufatmen geht um die Welt - und die Börsen entzünden Freudenfeuer. Demokraten und Republikaner haben sich auf einen Aufschub von ein paar Wochen geeinigt. Damit ist ein Streit beendet - aber das Problem nicht gelöst.

    Ein guter Aufhänger, um zum wiederholten Male der Agitation zu widersprechen, die den Zins in seiner Wirkung verharmlost.

     
    Noch eine sehr, sehr gute Nachricht!

    Es hat sich erneut ein großzügiger Mitmensch - der dritte, inzwischen - gefunden, der auf den Paukenschlag No. 40 /2103 so reagiert hat, dass er einen Etat von 200 Euro für diejenigen zur Verfügung gestellt hat, die sich ein Buch aus dem EWK-Verlag wünschen, es sich aber nicht leisten können.

    Nun steht also schon wieder ein Budget zur Verfügung, aus dem SIE schöpfen können.

    Bitte teilen Sie mir Ihren Buchwunsch einfach über die folgende E-Mail-Adresse mit:

    gf@ewk-verlag.de

    Es gilt auch diesmal wieder: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

    Ausgenommen sind E-Books (wg. der abweichenden MwSt.) und die Gesamtausgabe der wahnwitzigen Wirtschaftslehre (damit ein paar mehr Leser etwas von dieser Spende haben).

    Ich werde hier mitteilen, wenn das Budget verbraucht ist.

    17.10.2013 11.20 Uhr Es sind noch 174 Euro übrig.
    17.10.2013 12.22 Uhr Es sind noch 149 Euro übrig.
    17.10.2013 12.28 Uhr Es sind noch 145 Euro übrig.
    17.10.2013 16.16 Uhr Es sind noch 134 Euro übrig.
    17.10.2013 16.25 Uhr Es sind noch 122 Euro übrig.
    17.10.2013 17.04 Uhr Es sind noch 84,80 Euro übrig.
    17.10.2013 12.28 Uhr Es sind noch 61,90 Euro übrig.
    18.10.2013 09.48 Uhr Es sind noch 36,00 Euro übrig.
    18.10.2013 17.11 Uhr Es sind noch 13,10 Euro übrig.

    und eine neue Spende ist angkündigt ...


    16. Oktober 2013

    Warten auf die Entscheidung in den USA


    15. Oktober 2013

    10.00 Uhr Der Preis "Wider den gesunden Menschenverstand"

    Es gibt sehr viele genetisch vorgeprägte und im Laufe von Lernprozessen erworbene Fähigkeiten des Menschen, sich in komplexen Situationen ohne Nachdenken bestmöglich zu verhalten. Das beginnt mit der Wahrung des Gleichgewichts beim Gehen, das ist aber auch bei den vielfältigen, reflexartigen Reaktionen des Autofahrers im ganz normalen Verkehrsalltag zu beobachten, und es endet noch lange nicht da, wo die Beobachtung von Börsenkursen über einen Zeitraum von Tagen oder Wochen hinweg zu der gefestigten Überzeugung führt, dass die Entwicklung der Kurse für morgen und übermorgen schlicht nicht vorhersagbar ist.

    Wer es dennoch versucht, gleicht jenen Menschen, die sich immer noch an der Quadratur des Kreises oder am Perpetuum Mobile versuchen.

    Einer, der nach langem (bezahlten) Forschen nachgewiesen hat, was auf der Hand liegt, erhielt gestern den Wirtschaftsnobelpreis. Dass er außerdem glaubt, nachgewiesen zu haben, dass die Finanzmärkte sich immer wieder schnell an die allgemein verfügbaren Informationen anpassen und die effizientesten Märkte überhaupt sind, wurde dabei ebenfalls für preiswürdig gehalten.

    Den gleichen Preis teilt Eugene Fama allerding mit Robert Shiller, der die Finanzmärkte für keineswegs effizient hält, sondern hinter den unvorhersehbaren Kursbewegungen nicht die herausragende Informiertheit, sondern den dumpfen Herdentrieb der Anleger sieht, also das Aufspringen auf und das Abspringen von fahrende(n) Züge(n).

    Ja, auch das ist eine Binsenweisheit: Die Gier macht blind.

    Und weil aller guten Dinge drei sind, wurde noch ein dritter Wirtschaftswissenschaftler, Lars Peter Hansen, ausgezeichnet, für eine "nicht präzise modellierende Schätzmethode" mit der sich die Möglichkeit eröffnet, die Theorien der beiden Erstgenannten zu testen.

    Früher nannte man das "die fünfte Grundrechenart": Ergebnis festlegen und dann die Parameter so lange verändern, bis sie zum Ergebnis passen.

    Gut, es hat oft geholfen, Selbstverständlichkeiten wissenschaftlich auf den Grund zu gehen, eigentlich ist es fast immer so, dass Bekanntes erforscht wird, um herauszufinden wie und warum es funktioniert. Wenn dabei neue Erkenntnisse gewonnen werden, die unsere Sicht auf die "Erscheinungen" über das "Vorwissen" hinaus erweitern und verbessern, wenn daraus neue Entwicklungen entstehen, wenn die Forschungen zu Fortschritten führen, deren Auswirkungen die gesamte Menschheit positiv betreffen, dann ist das einen Nobelpreis wert.

    Was diesmal geehrt wurde steht im Range von Aussagen zu garantiert erfolgreichen Systemen für das Roulette und der Kritik daran.

    Es scheint, dass hier auch die Juroren der Schwedischen Reichsbank nur auf einen fahrenden Zug aufgesprungen sind.

     


    14. Oktober 2013

    13.25 Uhr Guten Morgen, DGB!

    Seit Jahren schaut und stimmt der DGB den Veränderungen der Rentenformel und der Senkung der Beitragssätze faktisch stillschweigend zu.

    Nun ist eine Umfrage, deren Ergebnis die Ängste künftiger Rentner vor der Altersarmut aufzeigt, der Anlass dafür, an eine noch gar nicht existierende Regierung die Aufforderung zu richten, die gesetzliche Rente zu "stabilisieren", also keinen weiteren Abbau zu vollziehen, sondern den erreichten - für viele beängstigenden - Zustand zu halten.

    So viel Mut vom Deutschen Gewerkschaftsbund ...!

    Die Damen und Herren Werktätigenvertreter sollten sich einmal bei Gert Flegel in die Rententhematik einlesen, damit sie wissen, wovon sie überhaupt sprechen, sie sollten sich umsehen bei denen, die heute schon von Altersarmut betroffen sind - und dann sollten sie Forderungen stellen, bei denen es nicht darum geht, den Status Quo lediglich einzufrieren, sondern um eine echte Umkehr der Umverteilung.

     
    Noch eine sehr gute Nachricht!

    Es hat sich erneut ein großzügiger Mitmensch gefunden, der auf den Paukenschlag No. 40 /2103 so reagiert hat, dass er neben der eigenen Buchbestellung auch einen Etat von rund 90 Euro für diejenigen zur Verfügung gestellt hat, die sich ein Buch aus dem EWK-Verlag wünschen, es sich aber nicht leisten können.

    Nun steht also schon wieder ein Budget zur Verfügung, aus dem SIE schöpfen können.

    Bitte teilen Sie mir Ihren Buchwunsch einfach über die folgende E-Mail-Adresse mit:

    gf@ewk-verlag.de

    Es gilt auch diesmal wieder: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

    Ausgenommen sind E-Books (wg. der abweichenden MwSt.) und die Gesamtausgabe der wahnwitzigen Wirtschaftslehre (damit ein paar mehr Leser etwas von dieser Spende haben).

    Ich werde hier mitteilen, wenn das Budget verbraucht ist.

    14.10.2013 14.35 Uhr Es sind noch 62 Euro übrig.

    14.10.2013 20.17 Uhr Es sind noch 51 Euro übrig.

    14.10.2013 22.33 Uhr Es sind noch 38 Euro übrig.

    15.10.2013 12.55 Uhr Es sind noch 12 Euro übrig.

    17.10.2013 12.27 Uhr - hier stehen wir nun auf Null, und ein kleiner Rest wird aus der neuen Spende entnommen.


    13. Oktober 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


    12. Oktober 2013

    12.30 Uhr Teerbaatz

    In Bayern ist "Baatz" ein Begriff für einen weichen, feuchten, pastösen Dreck.
    Wer im Frühjahr nach ausgiebigem Regen über einen noch nicht bestellten Acker stapft, hat anschließend zentimeterdicken Baatz an den Stiefeln - und einige Mühe, die Stiefel wieder vom Baatz zu befreien.

    Teerbaatz ist demzufolge - in Bayern - jene schwarze Masse, die bei Erhitzen weich bis zähflüssig wird und dazu benutzt wird, Schlaglöcher provisorisch zu füllen. Nach der Verfüllung folgt das Bestreuen mit Rollsplit und das Aufstellen von Geschwindigkeitsbegrenzungsschildern - und im Hintergrund lauert schon der mobile Einsatzwagen jenes Unternehmens, das darauf spezialiisiert ist, Autoscheiben zu reparieren.

    In Limburg ist derzeit viel von einem Teerbaatz die Rede. Sicherlich handelt es sich dabei auch um eine Art "schwarze Masse", jedoch eher von der Konsistenz, die zu der Metapher führte: "Nageln Sie doch mal einen Wackelpudding an die Wand ...!"

    Nun verbietet es sich von selbst, über Religion zu diskutieren. Das ist wie mit dem Geschmack, darüber kann man nicht streiten. Es wäre also im Grunde die ganz allgemeine Aufregung in den Medien nicht wert, wenn ein "guter Hirte" für sich und seine Schäflein eine "Hütte" baut. Was einem Bischof zusteht, und was nicht, ist eine Sache des Glaubens. Wer dreißig Millionen "nicht glauben kann", hat ein Glaubensproblem. Dafür hat die katholische Kirche Beichte, Reue, Buße und Vergebung im Programm. Da kann eigentlich nichts schiefgehen.

    Ob Bischöfe lügen dürfen?

    Nun, da steht bei den Evangelisten Markus und Matthäus nahezu wortgleich geschrieben, dass selbst Petrus, der Fels, auf dem Jesus seine Gemeinde baute, nach dem heute noch der Sitz des Papstes als "Stuhl Petri" benannt wird, trotz Vorhersage, noch ehe der Hahn zweimal krähte dreimal gelogen hat.

    Hat ihm das geschadet?

    Nein. Er ging hinaus - und weinte bitterlich. Und das war's dann.

    Liebes Fernsehen, liebe Zeitungen, liebe Online-Nachrichtendienste, liebe Blogger aller Glaubens- und Atheismus-Richtungen: Kümmert euch doch bitte nicht mehr um diesen Tebartz-van Elst. Es hängt mir zum Halse heraus - und es gibt wichtigere Themen.

    Mag die katholische Kirche dies doch bitte möglichst lautlos intern regeln.
    Die Kirche ist reich genug, um die 30 Millionen zu verschmerzen, und die WELT meint inzwischen, Tebartz hätte keinen Protzbau, sondern ein Kulturerbe geschaffen.

     

     


    11. Oktober 2013

    10.30 Uhr Wenn 73 Cent je Euro für Benzin anfallen ...

    Die Pisa-Forscher waren wieder einmal unterwegs und stellten ein Leistungsgefälle zwischen den Bundesländern in Mathematik und Naturwissenschaften fest.

    Das ist ein nettes Vergnügen, das niemandem hilft, außer dem Dünkel jener Landeskultusminister, deren Schüler gerade mal vorne liegen, und wohl auch denjenigen "Wissenschaftlern" die sich mit der unendlichen Geschichte "Pisa-Studie" dauerhaft ihr Einkommen sichern.

    Das Thema wäre mir unter diesem Aspekt normalerweise keine eigene Zeile wert gewesen, doch eine von den drei von SPIEGEL ONLINE beispielhaft veröffentlichten Aufgaben, die den Schülern gestellt waren, ist so verquer formuliert, dass ich vermute, eine Sprachverständnistest bei den Verfassern könnte verheerende Aussagen zur Folge haben.

    Wenn 73 Cent je Euro für Benzin anfallen,
    wie viel Steuern bezahlt man für eine gut 58 Euro teure Tankfüllung?

    Wenn 73 Cent je Euro für Benzin (anfallen???)

    Diese Bedingung im ersten Halbsatz sagt, wenn man den zweiten Halbsatz gelesen hat, dass die Tankrechnung zu 73 Prozent den reinen Benzinpreis enthält, während die restlichen 27 Prozent (vermutlich - mangels weiterer Angaben) an Steuern an den Staat gehen.

    Natürlich "fällt" weder der Benzinpreis an, noch "fallen" Steuern an. Steuern werden bestenfalls "fällig", an der Tankstelle sind sie jedoch einfach "zu bezahlen".

    Als Mensch, der - im Gegensatz zu Schülern der neunten Klasse - die Tankfüllung regelmäßig selbst bezahlt, weiß ich natürlich, dass das Verhältnis von Steuern zu den reinen Benzinkosten eher umgekehrt aussieht. Ich würde also auch die Steuern mit 73 Prozent ansetzen und damit ein - im Sinne der Aufgabenstellung - falsches Ergebnis ermitteln. Oder wäre es richtig? Ist die Aufgabe gar nicht weltfremd, sondern nur schlampig formuliert? Sorry, das wage ich nicht zu entscheiden.

    Stellt sich die nächste Frage, nach dem Ergebnis. Was sind "gut 58 Euro"?

    Sind es 58,00 - 58,20 - 58,50 - 58,90 Euro?

    Das Ergebnis kann also, je nachdem, ob Textverständnis oder Vorwissen die Lösung beeinflusst haben, zwischen 15,66 und 15,93 Euro oder zwischen 42,35 und 43,06 Euro liegen - und als Antwort wäre wohl entweder "gut 15 Euro" oder "gut 42 Euro" oder "rund 43 Euro" richtig. Ums Rechnen geht es also nicht - allenfalls ums halbwegs richtige Abschätzen.

    Und was ist eine "teure" Tankfüllung?

    Als ich zur Schule ging, gab keine teuren Preise, sondern nur teure Waren. Preise konnten hoch oder niedrig sein. Das eine ist eine qualitative Wertung, das andere eine quantitative Einordnung. Ob die Tankfüllung teuer oder billig war, lässt sich aus der Aufgabenstellung nicht erkennen, noch nicht einmal, ob der Preis hoch oder niedrig war. Der Steueranteil von 73 Prozent kann ebenso gut bei einem Literpreis von 1,10 Euro, wie bei einem Literpreis von 1,45 Euro zutreffen ...

    Warum stand da also nicht:

    Wie hoch ist die Steuereinnahme des Staates aus einer Tankrechnung über 58 Euro, wenn der Steueranteil am Benzinpreis 73 Prozent ausmacht?

    Ach, das war gar nicht Mathe?

    Es ging nur darum festzustellen, ob das Sprachverständnis der Schüler mit den Formulierungskünsten der Lehrer kompatibel ist?

    Ach so - ja dann ...


    10. Oktober 2013

    10.45 Uhr Sicherheits-Horror 

      Wenn die Polizei Dich am nächsten Donnerstagnachmittag mit einer Horde schwerbewaffneter Beamter in Zivil in den Räumen Deiner Bankfiliale erwartet,
      weil der Polizei schon am Montag gegen neun Uhr von den Sicherheitscomputern vorhergesagt wurde, dass Du am Donnerstag, gegen 15.30 Uhr dort einen bewaffneten Überfall durchziehen wirst,
       
      dann kann es durchaus sein, dass die Polizei Dich zu Recht dort erwartet,
      obwohl Du den Plan, Dir das benötigte Geld durch einen Überfall zu beschaffen,
      erst am Donnerstagvormittag gefasst hast und nie vorher im Leben
      auch nur im Traum daran gedacht hast,
      jemals eine Bank zu überfallen.
       
       
      Natürlich werden Sie niemals eine Bank überfallen.
       
      Sie können sich also beruhigt zurücklehnen und sich über den Sicherheitsgewinn freuen, der mit den neuen Technologien, die bereits weit über das Forschungs- und Experimentierstadium hinaus sind, schon erreicht worden ist und noch immer mehr erreicht werden wird.
       
      Wer nichts zu verbergen hat,
      braucht sich schließlich auch nicht zu fürchten.
       
      Oder doch?
       


    9. Oktober 2013 

    12.05 Uhr Abwickler gesucht

    Die Auseinandersetzung um die künftige Abwicklung von Banken innerhalb des Euro-Raumes scheint auf eine Einigung hinauszulaufen.

    Die Kommission, die sich bis jetzt das Recht vorbehalten wollte, über die Abwicklung von Banken zu entscheiden, schlägt jetzt vor, den ESM mit dieser Aufgabe zu betrauen. Außerdem soll diese zentrale Abwicklungsaufgabe nur die 130 größten Banken betreffen, kleinere sollten von den nationalen Finanzaufsichtsbehörden abgewickelt werden.

    Da gibt es gleich mehrere Anlässe, die Aufmerksamkeit auf diese Absicht zu richten:

    Erstens, die offenbar deutlich verspürte Notwendigkeit in nächster Zukunft weitere europäische Großbanken retten zu müssen. Denn schließlich ist der Gedanke, den ESM künftig nicht nur zur Rettung von Staaten, sondern auch direkt zur Rettung von Banken zu ermächtigen, ja auch vor nicht allzu langer Zeit vorgetragen und im Juni von den europäischen Finanzministern positiv entschieden worden.

    Zweitens, die Tatsache, dass der ESM niemandem und über nichts Rechenschaft schuldig ist, dass also eine hochgeheim arbeitende, in keiner Weise mehr demokratisch legitimierte Organisation, die für ihr Handeln auch nirgends zur Verantwortung gezogen werden kann, nun entscheiden können soll, welche der Banken, die demnächst vor der Zahlungsunfähigkeit stehen werden, mit Steuermilliarden zu retten ist - und welche abgewickelt werden muss.

    Drittens, dass uns damit der nächste - irreversible - Schritt in die Schuldenunion droht, bei der es nicht mehr alleine um die Vergemeinschaftung der Staatsschulden geht, sondern auch noch um die verzockten Gelder von privaten Investoren.

    Wenn ein absolut jeder Verantwortung entbundenes so genanntes "europäisches" Institut, dass aber letztlich von keiner demokratischen Institution in Europa mehr kontrolliert werden kann - und die Finanzminister der Euro-Staaten bilden eben keine demokratisch legitimierte Kontroll-Instanz für den ESM, sondern sind nicht mehr als ein im Klüngel der Regierungen letztlich selbsternanntes "Kaffeekränzchen" - also letzten Endes nicht der "Europäische Stabilitäts Mechanismus" ist, sondern ein "Finanzmarkts-Instrument zur Stabilisierung der Vermögensmehrung von Euro-Anlegern aus aller Herren Länder", dann kann man sich nur noch laut fragen:

    "Welcher politisch Verantwortliche kann denn überhaupt noch erklären, mit welchen guten Gründen Millionen von europäischen Steuerzahlern an diese Melkmaschine ohne Not-Aus-Schalter angeschlossen werden sollen?"


    4. bis 8. Oktober 2013 


    3. Oktober 2013

    10.05 Uhr Frankreich beschneidet Unternehmerrechte - bravo!

    Die Auflösung von wirtschaftlich noch tragbaren Unternehmen soll in Frankreich künftig nur noch zulässig sein, wenn nachgewiesen werden kann, dass vorher intensiv und erfolglos nach einem Käufer gesucht wurde. Sonst drohen sehr hohe Strafzahlungen.

    Warum ich das für einen ersten Schritt in die richtige Richtung halte und wie ich mir
    eine optimale Lösung vorstelle, lesen Sie hier:

     


    2. Oktober 2013

    09.45 Uhr Geschlossene Anstalt 

    Die Überschrift ist zweideutig und passt zu zwei Themen, die nur bei oberflächlicher Betrachtung nichts miteinander zu tun haben.

    Thema 1: Die USA verweigern einem Schriftsteller, der sich öffentlich gegen die NSA-Bespitzelung ausgesprochen und sogar einen Protestbrief unterschrieben hat, die Einreise. Mit einem Rest von Unrechtsbewusstsein verweigern sie allerdings die Angabe von Gründen, so dass der Zusammenhang zwischen Protest und Einreiseverbot nur vermutet, nicht aber mit Gewissheit behauptet werden kann.

    Es handelt sich dabei offenbar um so etwas, wie eine politische Auto-Immun-Erkrankung der USA. Das Ankämpfen gegen vermeintliche Schadorganismen, die doch letztlich nur Brüder und Schwestern im Geiste jener Freiheit sind, für die US-Amerika einst weltweit gerühmt wurde.

    Wer Andersdenkenden auf diese Weise einen Maulkorb umbindet, wer die eigene Bevölkerung von allen kritischen Stimmen fernhält und einen harmlosen Schriftsteller an der Landesgrenze zurückweist, wird eines Tages feststellen müssen, dass eine solche inzestuöse Geistesausrichtung unweigerlich zum Niedergang führt.

    Thema 2: Urban Priol hat gestern Abend zum letzten Mal die ZDF-Sendung "Neues aus der Anstalt" moderiert. Es war weniger eine letzte Sendung, als ein großes, gegenseitiges Abschiednehmen, bei dem es unter den alten Kämpen Priol, Barwasser, Malmsheimer, Schramm, Uthoff und Pispers eher melancholisch als spritzig-fröhlich zuging.

    Nachdem schon vor drei Jahren Georg Schramm aus der Anstalt verschwunden ist und sich stattdessen Frank Markus Barwasser (Erwin Pelzig) einbringen durfte, was ihm sehr schnell und oft brillant gelungen ist, erklang gestern Abend das Totenglöckchen für diese Sendung - zumindest in dieser Besetzung. Wo sieben Jahre lang alle paar Wochen am späteren Abend eine kabarettistische Abrechnung, insbesondere mit Angela Merkel stattfinden durfte, wird dieser Sendeplatz nun anders gefüllt.

    Noch gibt es, ebenfalls im ZDF, Oliver Welke mit der "heute-show". Doch dessen Bemühen, die FDP ins grelle Licht der Satire zu rücken, hat sich mit dem Niedergang der FDP nun auch erübrigt. Bin gespannt, wie lange es da noch weitergeht.

    Der verbindende Faden zwischen beiden Vorgängen?

    Vielleicht ein Zuviel an Kritik?


    1. Oktober 2013

    10.45 Uhr Verhärtete Fronten

    Das dritte Quartal beginnt mit einem lauten Knirschen von jenseits des Atlantiks. Senat und Repräsentantenhaus der USA konnten sich nicht auf einen Haushalt einigen, die Regierung Obama ist zu drastischen Sparmaßnahmen gezwungen.

    Noch reagieren die Märkte sehr vorsichtig. Der Dollar gibt nur leicht nach, während der Euro, wegen der Regierungskrise in Italien, auch nicht in den Höhenflug übergeht.

    Doch die Staatsfinanzierungskrise der USA hat mit der Verweigerung eines Haushaltsgesetzes durch die Republikaner gerade erst begonnen. In gut zwei Wochen geht es um die Schuldenobergrenze - und wenn sich bis dahin kein Weg aus der gegenseitigen Blockade gefunden hat, sind die Vereinigten Staaten von Amerika zahlungsunfähig.

    In Europa würde spätestens dann die Troika einmarschieren und neben harten Sparmaßnahmen die forcierte Privatisierung von Staatseigentum einfordern. Das bleibt den Amis in dieser Form erspart, doch die selbstverhängte Schuldenbremse wirkt ähnlich radikal und könnte das Land in einen tiefen Abgrund stürzen.

    Nichtsdestowenigertrotz haben sich auch die EU-Staaten die Schuldenbremse in die Verfassungen geschrieben. Man könnte diesen systemfremden Wahnsinn für das Ergebnis einer Verschwörung halten. Das kapitalistische Finanzsystem funktioniert nur mit ständig wachsenden Schulden. Wenn die Staaten aufhören, neue Schulden zu machen, müssen sich andere verschulden, oder es kommt unweigerlich zur Depression. Wer sich als verantwortlicher Politiker dagegen stemmt, ohne vorher das System zu verändern, kämpft auf verlorenem Posten gegen Windmühlenflügel.

    Es sei denn, er will Deflation und Depression provozieren, um der Umverteilung von unten nach oben erst so richtig Schwung zu verleihen.

    Auch in Deutschland sind die Fronten offenbar noch verhärteter als öffentlich zugegeben wird - und das ist schon viel, was alle Seiten an möglichst unerfüllbaren Forderungen an die möglichen Koalitionspartner zum Besten geben. Was hat Joachim Gauck sonst veranlasst, noch vor Beginn echter Koalitionsverhandlungen zu Vier-Augen-Gesprächen einzuladen? Fragt sich noch, ob er selbst auf die Idee gekommen ist, oder ob ihn Angela Merkel darum gebeten hat, die Lage für sie auszuloten, bevor man sie in Verhandlungen gegen die Wand laufen lässt.

    Es kommen Wochen aufgeregten Stillstands auf uns alle zu.

     


    30. September 2013

    10.00 Uhr Patt, Matt, Remis - wohin man auch schaut

    In Berlin rauft sich Angela Merkel mit zur Raute gefügten Händen die Haare und sieht niemanden, der sich von seinen starren Positionen als erster bewegen will. Staatsmikado vom Feinsten. Der bayrische Horst verweigert Steuererhöhungen ebenso, wie den Rückzug aus dem Betreuungsgeld. Außerdem will er keine Koalition mit den Grünen und sein Wahlversprechen, die Ausländermaut, will er auch durchsetzen.

    Derweil hat sich die SPD auf ein fast schon hämisch-schadenfreudiges Spiel ums Vielleicht-Mitregieren von Gabriels Gnaden eingeschossen, was Merkel schon heute zur "gefühlten" Junior-Partnerin in einer großen Koalition werden lässt.

    Die Konfrontation ist unübersehbar - und die Meinungsforscher sagen heute noch vorher, dass die FDP eine Woche nach der Wahl noch tiefer im Keller liegt als am Wahlsonntag.

    Das allerdings, meine ich, wird sich ändern, bis zu immer noch wahrscheinlichen Neuwahlen im nächsten Frühjahr. Christian Lindner wird sich bis zur Erschöpfung durch die politischen Sendungen kämpfen und das Bild der aus der Asche auferstandenen FDP zeichnen, einer Partei, die sich mehr um Bürgerrechte als um Steuersenkungen kümmern wird, mit der Chance auf diesem Wege nicht nur bestürzte ehemalige Wähler wieder, sondern auch noch etliche Stimmen aus der enttäuschten Klientel der Piraten dazu zu gewinnen. Ich bin durchaus der Auffassung, dass die FDP Anfang nächsten Jahres die 5 Prozent Hürde wieder locker wuppen könnte, was dann, zusammen mit CDU/CSU wieder für eine Regierung reichen würde. Die AfD käme dann übrigens auch rein - und die Grünen müssten ums nackte Überleben kämpfen.

    In Rom hat Silvio Berlusconi wieder einmal gezeigt, wieviel Macht er noch hat. Noch heißt es, dass im bestehenden Parlament eine neue Mehrheit für eine Regierung gesucht werden soll, doch selbst wenn die gefunden würde, ist ihre Lebensdauer absehbar begrenzt. Auch Italien steuert auf Neuwahlen zu - und wird damit mit großer Wahrscheinlichkeit die Stärkung der europa- und eurokritischen Kräfte erleben, was dazu führen wird, dass die über das Land verhängten Sparmaßnahmen gelockert, wenn nicht ganz aufgegeben werden müssen. Italien wird, wie Frankreich, um Aufschub bitten - und ggfs. sogar mit dem Ausstieg aus dem Euro drohen. Es steht zu hoffen, dass wir bis dahin in Berlin wieder eine handlungsfähige Regierung haben.

    In Washington haben die Republikaner das Spiel diesmal auf die Spitze getrieben. Nur noch wenige Stunden trennen die USA von der faktischen Zahlungsunfähigkeit.
    Ein Poker um die Macht, bei dem es für Obama um "alles oder nichts" geht, während die Republikaner, so wie es aussieht, nur gewinnen können, ob sie nun in letzter Minute nachgeben oder nicht. Entweder sie verstärken ihren Nimbus als staatstragende Kraft, oder sie zeigen, wie die wahren Machtverhältnisse in den Staaten aussehen und erzwingen einen Machtwechsel.

    In Wien ist man wieder mal ein bisschen später dran. Die alte Regierung ist die neue Regierung, wenn auch ein bisschen gerupft, so doch immer noch in der Lage, die Alpenrepublik anzuführen. Außer dass ein paar Rechte mehr im Parlament sitzen, hat sich nichts verändert. Tu felix austria!

     

    Vor den Links auf die zugehörigen Presseartikel kommt noch

    eine sehr gute Nachricht:

    Ein großzügiger Mitmensch, der nicht namentlich genannt werden will, hat auf den Paukenschlag Nr. 40 /2013 hin so reagiert:

    Hallo Herr Kreutzer,

    für unverschämt halte ich Ihren Paukenschlag nicht.

    Da ich ungern auf Ihre Paukenschläge verzichten möchte, würde ich gerne
    Ihr Anliegen unterstützen. Als alleinerziehender Vater mit Vollzeitjob habe ich natürlich weder ein unbegrenztes Budget noch unbegrenzte Lesezeit.

    Ich habe mir die von Ihnen präferierte Liste angesehen. Die Wirtschaftsgeschichte, Glocalis und Euro-Schlachtfest habe ich
    schon. Kinder- und Gesundheitsbücher sowie Romane lese ich selten bis gar nicht.

    Aus der Liste steht nur Thomas Koudela schon länger auf meiner Agenda.
    Ich habe immer auf ein E-Book gewartet. Aber was soll's. Nehmen wir eben die gedruckte Ausgabe.
    Ich hätte Ihnen ja gerne noch 1-2 Bücher aus der Liste abgenommen, aber
    es widerstrebt mir, Bücher zu kaufen, die ich mit sehr großer
    Wahrscheinlichkeit nicht lesen werde.

    Mein Bugdet hätte aber noch Luft für diese Bücher. Und es widerstrebt mir, dieses Budget nicht zu nutzen, um Sie zu unterstützen.

    Beim Lesen des Paukenschlags ist mir folgender Satz ins Auge gesprungen:

    "... auch dann, wenn es Ihnen das knappe Haushaltsbudget gar nicht
    ermöglicht, jetzt auch noch Geld für Bücher auszugeben. Sie sollen
    wissen, dass ich weiß, dass das nicht an mangelnder Hilfsbereitschaft
    liegt, sondern an Ihrer eigenen finanziellen Situation."

    Wie wäre es, wenn ich Ihnen Thomas Koudela, Entwicklungsprojekt Ökonomie Marktwirtschaft, ISBN 3-938175-11-7, Taschenbuch, 474 Seiten, 28,50 € + 1 € Versandkosten

    abkaufe und den Rest meines Budgets in Höhe von 120,50€ den von Ihnen im Zitat angesprochenen Lesern zur Verfügung stelle.

    Da ich Ihnen vertraue und ich es nicht kompliziert möchte, mache ich
    folgenden Vorschlag:

    Ich kaufe Ihnen das Buch von Koudelka für den Preis meines Budgets von
    150,- € ab. Wie Sie mit dem Restbetrag weiter verfahren, stelle ich Ihnen frei. Meldet sich jemand und will ein Buch aus der Liste ist es genauso ok für mich, wie wenn Sie mit Ihrer Frau Essen gehen oder Verlagskosten damit decken.

    Wenn Sie mir eine Bestellbestätigung senden, überweise ich die 150,00€
    in den nächsten Tagen.

    Viel Glück mit Ihrer Aktion.

    Mit freundlichen Grüßen

    Nun, ich möchte gerne im Sinne dieses großzügigen Menschen handeln und stelle dieses Budget gerne für diejenigen zur Verfügung, die sich eines der Bücher aus dem EWK-Verlag wünschen - es sich aber bisher einfach nicht leisten konnten.

    Bitte teilen Sie mir Ihren Buchwunsch einfach über die folgende E-Mail-Adresse mit:

    gf@ewk-verlag.de

    Ausgenommen sind E-Books (wg. der abweichenden MwSt.) und die Gesamtausgabe der wahnwitzigen Wirtschaftslehre (damit ein paar mehr Leser etwas von dieser Spende haben).

    Ich werde hier mitteilen, wenn das Budget verbraucht ist.

    30.09.2013 17.45 Uhr: Noch sind 46,50 Euro übrig.
    01.10.2013 10.45 Uhr: Noch sind 16.50 Euro übrig.
    01.10.2013 13.14 Uhr: Das Budget ist ausgeschöpft ...

    Und hier nun noch die versprochenen Links

     

     

     


    29. September 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


    28. September 2013
    27. September 2013

    10.00 Uhr Der Europäische Gerichtshof kennt keine Höhere Gewalt mehr ...

    Mag sein, dass die Richter am EuGH sich selbst für die höchste Gewalt im ansonsten unklar gewaltengeteilten Europa halten. Das könnte, mit einigen Klimmzügen erklären, warum Reisende, die bei Unwetter mit der Bahn fahren, ihr Fahrgeld teilweise zurückerhalten sollen, wenn ein umgestürzter Baum die Gleise blockiert oder eine Mure die Schienen verschüttet hat.

    Wer sich selbst für die höchste Gewalt im Vertragsgebiet hält, kann natürlich neben sich keine Höhere Gewalt mehr anerkennen. Es steht von daher wohl auch nichts vom sog. "Gottesbezug" im Vertrag von Lissabon.

    Was der EuGH mit dieser höchst sonderbaren Entscheidung alles präjudiziert hat, wage ich mir gar nicht auszumalen.

    Nur ein Beispiel: Wenn beim nächsten Gewitter die schwärzeste Wolke genau zwischen Astra 1 und der heimischen Satellitenschüssel hängt, also das Bild am digitalen Fernseher erst verpixelt erscheint und dann ganz ausbleibt, sollte es möglich sein, GEZ-Gebühren zurückzufordern. Der EuGH müsste dem, in Fortsetzung seiner Spruchpraxis zustimmen.

    Oder, noch ein Beispiel: Wenn es nach der Bundestagswahl wegen Unvereinbarkeit der Standpunkte der Parteien zu Neuwahlen kommt, sollte jeder Wähler nicht nur für den zusätzlichen Urnengang eine Entschädigung für entgangene Freizeit (ist ja bei der Bahn nichts anderes ...), sondern auch eine Steuerrückerstattung wegen monatelangen nicht effektiven Regierens erhalten.

    Ich bin nun keineswegs ein Freund der Bahn, der sie vor gerechtfertigten Erstattungsansprüchen wegen selbst verschuldeter Verspätungen in Schutz nehmen will.

    Aber, was nicht geht, das geht eben nicht.

    Das aber sehen die weltfremden EuGH-Richter in ihrem Wolkenkuckucksheim nicht ein. Sie sehen ja nicht einmal ein, dass eine vereiste Landebahn und ein Baum auf den Schienen im Endefffekt auf das Gleiche hinauslaufen. Luftfahrtgesellschaften müssen in solchen Fällen nämlich nicht entschädigen. Das sei etwas ganz anderes, heißt es.

    Nun ja, Flugzeuge können in der Regel auf Schienen verzichten, stimmt schon ...

    Doch ich meine, ganz Europa könnte genau so auf dieses - in meinen Augen ausgesprochen unsinnige - Urteil verzichten. Es stärkt doch nur die Vollkasko-Mentalität uneinsichtiger Egoisten und kann nur weiter zur totalen Erstatteritis führen.


    26. September 2013

    14.15 Uhr PaD 40 /2013 Unverschämt

    Der heutige Paukenschlag unterscheidet sich deutlich von den gewohnten Inhalten. Sie könnten mich und meinen Text leicht für "unverschämt" halten.

    Freuen würde ich mich, wenn das nicht geschieht.

     


    25. September 2013

    12.35 Uhr Parteientaktik nach der Wahl 

    Die CDU hat es gewagt, den Versuchsballon "Neuwahlen" aufsteigen zu lassen. Noch ganz vorsichtig, nur von Politikern vorgetragen, die ansonsten öffentlich nur dazu beitragen, das Sommerloch mit originellen Ansichten und Forderungen zu füllen, doch nun ist das nicht mehr nur meine Spekulation (sh. vorherige Beiträge), nun liegt die Option auf dem Tisch.

    Allmählich wird klar, dass der fast mit absoluter Mehrheit gesegnete Wahlsieg der Union sich zum Pyrrhussieg entwickeln könnte, weil es die SPD anscheinend bis zu dem Punkt zu treiben gedenkt, an dem Angela Merkel ernsthaft über eine Minderheitsregierung nachdenken muss - oder eben Neuwahlen provozieren.

    Dazu schreibt die WELT recht anschaulich über die Stimmungslage bei SPD und Union.

    Spannend in diesem Zusammenhang auch das Angebot der LINKEn an SPD und Grüne, die bis zur Regierungsbildung existierende Mehrheit zu nutzen, um in der Zeit des Interregnums als geschlossene Opposition den flächendeckenden Mindestlohn zu beschließen.

    Das klingt zwar so abenteuerlich, als handele es sich um den unblutigen Staatsreich einer Bananenrepublik oder Operettenmonarchie, doch der Vorstoß setzt ein mächtiges politisches Signal - und gewinnen könnte die SPD dabei nur, wenn sie sich anschließt. Über die Grünen kann man wohl erst in zwei, drei Monaten wieder ernsthaft nachdenken, deren weiterer Kurs ist derzeit nicht absehbar.

    Interessante Zeiten, fürwahr!

    17.35 Uhr Nachtrag - FOCUS fordert: Macht den Weg frei für Neuwahlen!

    Es liegt Ratlosigkeit in der Luft - und die garniere ich jetzt mit einem Hauch Eigenlob:

    Wieder einmal habe ich als Erster (soweit mir bekannt) einen Trend vorhergesehen und dazu geschrieben. Gleich am Montag kam von mir der Hinweis, dass baldige Neuwahlen gar nicht so unwahrscheinlich seien. Gestern wurde ich durch Seehofers kategorische Ablehnung von Schwarz-Grün bestärkt, und heute ist es öffentlich diskutiertes Thema geworden.

     


    24. September 2013

    09.00 Uhr Des bajuwarischen Löwen vernehmliches Knurren

    Kaum hat sich der Pulverdampf der langen Wahlnacht gelichtet und der Spekulation darüber, ob es nun eine große oder eine kleine Koalition geben wird, Raum gegeben, meldet sich Horst Seehofer aus Bayern und klopft weitere Zaunpfähle ein. Eine Koalition mit den Grünen schließt er aus - er würde sich jedenfalls an Koalitionsgesprächen nicht beteiligen.

    Da die Grünen in diesen Tagen damit beschäftigt sind, sich selbst zu enthaupten, obwohl sie dazu weit weniger Anlass haben als die FDP, wären Koalitionsverhandlungen mit einer Partei auf der Suche nach Kurs und Führung auch ausgesprochen problematisch - und selbst bei Herstellung einer von beiden Seiten akzeptierbaren Einigung womöglich nicht über volle vier Jahre haltbar. Solange es bei den Grünen gärt und brodelt, fast wie in ihren Anfangsjahren, als sich Fundamentalisten und Realos erbitterte Schlachten lieferten, stellen sie als Koalitionspartner ein Risiko für die Regierung dar - was selbst dann gelten würde, wenn die SPD die Wahl gewonnen und die Regierung stellen würde. Das Drama der Grünen, die in Teilen ihre Ziele aus den Augen verloren haben, ist durch das Wahlergebnis vom Sonntag nur offenkundig geworden, aber beileibe nicht erst entstanden.

    Der Druck auf die SPD, schnellstmöglich in eine große Koalition einzutreten ist damit stärker geworden, aber zugleich auch ihr Erpressungspotential gegenüber Angela Merkel und Horst Seehofer. Absehbarer Knackpunkt, an dem Nahles und Gabriel jede Koalitionsverhandlung scheitern lassen können, ist das von der CSU durchgedrückte Betreuungsgeld. Das wollte Steinbrück - Wahlversprechen! - innerhalb der ersten 100 Tage abschaffen.

    Gibt die SPD da nach, und gleich darauf auch beim flächendeckenden Mindestlohn, dann ist ihre politische Rolle für die nächsten vier Jahre festgelegt - und das Unterschreiten der 20%-Marke bei der nächsten Bundestagswahl wohl gesichert.

    Was ich gestern noch eher skeptisch als mögliche Folge des Wahlausgangs angesehen habe, ist mit Seehofers Ansage wieder ein Stück wahrscheinlicher geworden: Neuwahlen im Frühjahr 2014.

    Und weil die bis dahin nur geschäftsführende Regierung es nicht wagen wird, wesentliche europäische Themen ohne eigene Mehrheit zu entscheiden, steht uns womöglich - über die Wochen der Koalitionsverhandlungen hinaus - eine Zeit turbulenten Leerlaufs bevor.


    23. September 2013

    09.15 Uhr Mehrheit Mitte-Rechts

    Der lange und durchaus spannende Wahlabend hat mit dem vorläufigen amtlichen Endergebnis gezeigt, dass die Parteien des rechtskonservativen Lagers von den Wählern eine knappe Mehrheit der Stimmen erhalten haben. AfD, FDP und CDU/CSU konnten 51 % der Wähler hinter sich scharen. Die 5%-Hürde verhindert, dass daraus eine Regierungskoalition geschmiedet werden kann.

    Bedenkt man, dass die Koaltionsverhandlungen von CDU/CSU, denen fünf Sitze zur absoluten Mehrheit fehlen (311 von 630) weder mit den Grünen noch mit der SPD eine einfache Angelegenheit werden, und dass das linke Lager - obwohl nicht durch die 5%-Hürde kastriert - nach wie vor nicht bereit ist, gemeinsam Regierungsverantwortung zu übernehmen, so ist die Chance für baldige Neuwahlen gar nicht so gering.

    Beide Lager könnten sich daraus Zuwächse und damit Mehrheiten versprechen.

    Der Kelch der einen Stimme Mehrheit ist an Angela Merkel vorbeigegangen. Als das für eine Weile zur Debatte stand, konnte ich mich in die Panik einfühlen, von der die Unions-Oberen beschlichen wurden. Es ist nicht so einfach, bei mehr als 300 eigenen Abgeordneten, von denen jeder einzelne weiß, dass es auf seine Stimme entscheidend ankommt, die Fraktionsdisziplin aufrecht zu erhalten - von der starken Sonderrolle der bayerischen CSU ganz abgesehen.

    Die Wahrscheinlichkeit, dass es zur Neuauflage der großen Koalition kommt, ist natürlich hoch. Doch wenn es so kommt, dann wird sich die SPD diesmal sehr viel stärker bitten - und sich Zugeständnisse machen lassen als beim letzten Mal.

    Es bleibt noch ein paar Wochen spannend.

    P.S.: Ich freue mich, dass die Wahlbeteiligung wieder gestiegen ist.

     

     

     


    22. September 2013

    Julies Bild vom Sonntag

     

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

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    21. September 2013

    11.45 Uhr Paralysiert sich das politische System der USA? 

    Der SPIEGEL verbreitet in alarmistischen Worten die schon lange wieder erwartete Meldung, die USA stünden vor der Zahlungs- und damit vor der Handlungsunfähigkeit, weil die Republikaner die Verabschiedung des Haushalts boykottieren und überdies die alljährliche Anhebung der Schuldenobergrenze bevorsteht, jedoch nicht gesichert sei.

    Was wird sich daraus entwickeln? Dazu kann ich nur spekulieren, und meine Einschätzung von Wahrscheinlicheiten abliefern. Aber vielleicht helfen Ihnen ja meine Annahmen beim Weiterspinnen Ihrer eigenen Vermutungen.

    Vorab: Die Geschichte ist nicht neu. Die Republikaner wollen weiterhin Obamas Sozialpolitik mit dem Kernstück der allgemeinen Krankenversicherung zu Fall bringen und damit die eigene Anhängerschaft bedienen und bei der Stange halten. Da sich das Gesetz nicht mehr so einfach ins Entwurfssstadium zurückbringen lässt, suchen sie nun nach Möglichkeiten, den Präsidenten über die Erpressung bei den Haushaltsfragen zu einem Kuhhandel zu zwingen. Als es im letzten Jahr um die Erhöhung der Schuldenobergrenze ging, haben die Republikaner nachgegeben. Ihre Position ist ein Spiel mit dem Feuer, ob sie es tatsächlich zu entzünden wagen und damit den Präsidenten und den gesamten Staat in die Handlungsunfähigkeit treiben, ist vollkommen offen. Hier stehen Staatsräson gegen Machtallüren - und in dieser Konstellation steht die Vernunft leider nicht an vorderster Stelle der Motive.

    Also, was sind die möglichen Szenarien`

    45% Wahrscheinlichkeit - Sturm im Wasserglas

    Die Aufregung ist gelungen, die Anhänger der Tea Party haben ihr Ritual pünktlich geliefert bekommen und dürfen sich im Glanze ihrer Macht sonnen, verzichten aber wieder darauf, die Karte auch auszuspielen, weil sie sich schließlich ihrer Verantwortung bewusst sind. Die Punkte für die nächsten Präsidentschaftswahlen sind eingefahren, man hat sich in Erinnerung gebracht - und um mehr ging es nicht.

     

    30% Wahrscheinlichkeit - ein Kompromiss

    Obama fürchtet, die Schuld an einer Staatskrise würde letztlich ihm von der Mehrheit der Amerikaner angelastet. Er weiß, dass viele Amerikaner an die Propaganda der Republikaner glauben, mit der gesetzlichen Krankenversicherung sei in den USA der Kommunismus ausgebrochen. Er hofft, dieser Argumentation die Spitze brechen zu können, wenn er hier einen Rückzieher macht, die Krankenversicherung also soweit beschneidet, dass beide Seiten ohne großen Gesichtsverlust aus diesem Scharmützel hervorgehen können.

     

    15% Wahrscheinlichkeit - Überraschende Wende

    "Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her." Ein solches Lichtlein könnte in vielerlei Erscheinungsformen auftreten. Noch heiß, und daher relativ wahrscheinlich: Neue Gräuelnachrichten aus Syrien, die zum Militärschlag zwingen - und die Nation geschlossen hinter dem Präsidenten versammeln. Auch ein Terroranschlag in den USA mit hunderten von Opfern könnte jetzt hilfreich sein, um kleinliche innenpolitische Streitereien zu beenden oder zumindest für eine Weile ruhen zu lassen, bis das leidige Thema im nächsten Herbst wieder auf die Tagesordnung kommt.

     

    5% Wahrscheinlichkeit - Rücktritt

    Obama nimmt die Gelegenheit wahr, sich aus seiner letztlich glücklosen Präsidentschaft zu verabschieden und seinem Nachfolger den ganzen Sack ungelöster Probleme vor die Füße zu kippen, mit dem sarkastischen Satz auf den Lippen: "Dann macht euren Dreck doch alleine ..."

    Damit wäre der Schwarze Peter wieder bei den Republikanern, die aus den höchstwahrscheinlich bald folgenden Neuwahlen als Sieger hervorgehen würden.

     

    5% Wahrscheinlichkeit - Notstand und Quasi-Diktatur

    Auch wenn ich die US-Verfassung nicht intensiv studiert habe, gehe ich doch davon aus, dass sich darin Möglichkeiten finden, im Falle eines übergesetzlichen Notstandes die Exekutive von allen in normalen Zeiten geltenden Regeln und Vorschriften zu befreien. Und selbst wenn dies nicht vorgesehen wäre, könnte ich mir vorstellen, dass der Präsident diese Vollmachten per Proklamation einfach an sich reißt und damit das Funktionieren der Nation sicherstellt.

     

     


    20. September 2013

    09.00 Uhr Deutschlands Rolle in Europa

    Die Deutsche Welle hat in fast essayistischer Breite über das "weite Herz" der Angela Merkel berichtet. Der Artikel ist am Schluss dieses Kommentars verlinkt und durchaus lesenswert.

    Entkernt man den Text, nimmt also die wohlwollende Würdigung der deutschen Regierungschefin heraus und betrachtet das, was übrig bleibt, wenn statt Merkel "Deutschland" gelesen wird, so wirft sich unvermittelt die Frage auf: "Ja sind wir denn nicht alle ein bisschen Merkel?"

    Ganz besonders an der Stelle im Text, an der darauf aufmerksam gemacht wird, dass Merkel offenbar in Bezug auf Brüssel neue Töne anschlagen will: Rücknahme von Kompetenzen in die Verantwortung der nationalen Regierungen, heißt das Stichwort, und die Deutsche Welle prognostiziert, dass wir damit schon bald nach der Wahl zu rechnen haben werden. Der Grund: Europa kostet zunehmend Geld - und beim Geld hört eben die Freundschaft auf, da soll die Kommission weniger selbstherrlich entscheiden können. Die Deutsche Welle zitiert dabei den britischen Außenminister, der ausdrücklich die Rolle der nationalen Parlamente als "legitime" Entscheidungsträger hervorhob.

    Wenn dieser Bericht den vorherrschenden Trend tatsächlich korrekt beschreibt, werden wir in Europa durchaus noch überraschende Veränderungen erleben - und Deutschland wird dabei - aufgrund seines wirtschaftlichen Gewichts - noch stärker in die Führungsrolle hineinwachsen.

    Das wird aber - und da meine ich, ist die Deutsche Welle zu optimistisch - die Spannungen innerhalb der EU und des Euro-Raumes eher verstärken. Vor allem, weil dann die Nachahmung des "deutschen Modells", aufbauend auf Schröders Agenda 2010, noch vehementer gefordert werden muss (wir haben ja nichts anderes!) und in den nationalen Parlamenten der übrigen Mitgliedsländer (Druck erzeugt Gegendruck) auf noch stärkeren Widerstand stoßen wird, der die Stimmung in den jeweiligen Bevölkerungen nahezu unverfälscht wiedergeben wird.

    So wenig die Kommission in Brüssel meine Zustimmung findet, sie diente doch immer noch als Puffer zwischen den nationalen Eigeninteressen und konnte mit eigenen Vorschlägen Kompromisse ermöglichen. Hinzu kommt, dass die Rolle des Europäischen Parlaments, das sowieso wenig genug Kompetenzen hat, noch unbedeutender werden wird, wenn sein primärer Ansprechpartner, die Kommission, ebenfalls an Einfluss verliert.

    Mich erinnert der Prozess, den die EU durchlebt, immer wieder an jenen Prozess, an dessen Ende die Auflösung Jugoslawiens stand. Der Vielvölkerstaat des Marschall Tito, der seinen eigenen Weg zwischen Kapitalimus und Kommunismus suchte und letztlich nur durch die Persönlichkeit Titos zusammengehalten wurde, zerbrach, als sich die ursprünglich selbständigen Balkanstaaten wieder auf ihre eigenen Interessen besannen, in einem blutigen Bürgerkrieg.

    Bleibt zu hoffen, dass sich Europa insgesamt ohne Blutvergießen soweit vom Euro zu trennen vermag, wie es den wirtschaftlichen Interessen aller Mitgliedsstaaten dienlich ist und dann in einer lockeren Interessengemeinschaft, ohne zentralistische Führung aus Brüssel, einen neuen, besseren Weg finden wird.

    Eine deutsche Hegemonie stünde dieser Entwicklung im Wege.
    Auch darüber kann bei der Wahlentscheidung noch nachgedacht werden.

     

     

     


    19. September 2013

    12.30 Uhr Chemiebaukasten aus Deutschland

    Die Meldung, Deutschland habe maßgeblich mitgeholfen, Syrien mit Giftgas aufzurüsten, ist von einer nicht zu unterschätzenden Brisanz, die in den letzten Tagen von der Wahl noch gar nicht so recht erkannt wird.

    In der Konsequenz hat sie uns der aktiven Beteiligung am immer noch nicht abgewendeten Syrien-Krieg mehr als einen Schritt näher gebracht.

    Die Begründung dafür finden Sie hier:

     


    18. September 2013

    10.15 Uhr EU-Außenhandel 

    Die EU ist auf einem guten Weg. Die Ausfuhren in den Rest der Welt übersteigen die Einfuhren. Noch ist der Außenhandelsüberschuss moderat, im Juli waren es 18,3 Milliarden Euro, doch das Ziel, zum wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum auf dieser Erde zu werden, wird allmählich greifbar.

    Noch sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten groß, der deutsche Anteil ist nach wie vor mit Abstand der größte - und Frankreich fährt das größte Defizit ein, doch mit Hilfe von weiteren drastischen Sparprogrammen, Sozialabbau und Privatisierungen sollte es gelingen, den Exportüberschuss der EU weiter zu steigern.

    Ein guter Weg?

    Ein guter Weg sieht anders aus. Ein guter Weg führt zu einer ausgeglichenen Handelsbilanz. Exportüberschüsse führen auf direktem Wege zur steigenden Verschuldung der Handelspartner. Das hat innerhalb der EU zu einer dramatischen Schuldenkrise geführt, mit dem Ergebnis, das Deutschland, als der Hauptexporteur seine Ausfuhren weitgehend verschenkt hat, weil andere Mitgliedsstaaten nicht mehr in der Lage sind, ihre Schulden zu bedienen. Deutschland hat geliefert und bezahlt nun auch noch die Rechnung - samt Zinsen. Unter dem Strich ein Minus-Geschäft, jedenfalls für breite Masse der Bevölkerung, die erst gearbeitet hat und nun über die Euro-Rettung mit Steuergeldern die Zeche zu zahlen hat.

    Soll das nun im globalen Rahmen wiederholt werden? Soll ganz Europa Außenhandelsüberschüsse produzieren, denen nichts als letztlich uneinlösbare Schulden, bzw. frisch bedrucktes Papier gegenübersteht?

    Ja, das ist die Absicht. Es ist die Absicht derjenigen, die an dieser Strategie großartig verdienen, solange die Politik die Weichen so stellt, dass die Gewinne sprudeln und die Verluste aus den faulen Krediten der Handelspartner den Steuerzahlern aufgebürdet werden.

    Wir stecken mitten in der Euro-Krise, an deren Ende der Untergang dieser Währung stehen wird - und wissen kein besseres Rezept, als die Fehler, die dazu führten, nun in viel größerem Umfang global zu wiederholen.

    Die Verantwortlichen wissen was sie tun.
    Wir sollten es allmählich auch begreifen und dem Spiel, bei dem wir, die Bürger, als Verlierer dastehen, ein Ende machen. Auch das geht nicht von heute auf morgen, doch am Sonntag können wir mit unserer Wahlentscheidung ein Zeichen setzen.

    Sie möchten die Zusammenhänge besser verstehen?
     
    Dann erlauben Sie mir, ganz bescheiden wieder einmal auf meine Bücher hinzuweisen:
     
    Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre - beschreibt in vier Bänden die Grundlagen des Wirtschaftens, von den Sachzwängen des Unternehmers über die Herausforderungen der Globalisierung bis zu den Fragen von Geldsystem und Eigentumsrecht.
     
    Paukenschläge zwei Sammelbände der wichtigsten und inhaltlich zeitlos gültigen Paukenschläge aus den Jahren 2003 - 2008 und 2009 bis 2011 sind bisher erschienen und spiegeln durchaus auch die in diesem Zeitraum erfolgten politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungsprozesse wider.
     
    Das Euro-Schlachtfest - ganz frisch erschienen, beschäftigt sich mit der Logik der nun seit Jahren herrschenden Banken-Staaten-Euro-Krise und zeigt, wo die Gewinner und die Verlierer sitzen, aber auch, dass das Ende mit Schrecken inzwischen wohl unausweichlich geworden ist.
     
     

      Für mehr Informationen oder zum Bestellen bitte die Abbildungen anklicken.

      Die vier Bände der wahnwitzigen Wirtschaftslehre gibt es auch einzeln und neben der Druckversion auch als EBook.

      Auch zum Euro-Schlachtfest haben wir
      eine EBook-Version für Sie zum Download bereit.

     

     

     

     

    P.S.:

    Soeben lese ich noch, dass die SPD damit begonnen hat, vor den Folgen der Euro-Krise für Deutschland zu warnen. Altkanzler Helmut Schmidt, einig mit Altkanzler Schröder und dem Kandidaten Steinbrück darüber, dass wir spätestens im Laufe des Jahres 2014 für Griechenland, Portugal und andere Krisenstaaten bluten müssen.

    Eine späte Erkenntnis, wohl auch ein Thema, das Wähler von der AfD fernhalten soll, doch bestätigt diese späte Erkenntnis eben auch alle Euro-Skeptiker und Euro-Rettungs-Gegner. Ob die SPD - sollte es zur großen Koalition kommen - diese Position durchhalten und dem Geldverbrennen ein Ende setzen kann, ist abzuwarten.


    17. September 2013

    09.30 Uhr Peanuts für Zypern

    Der IWF hat Zypern weitere 84,7 Millionen (Millionen, nicht Milliarden) Euro an Hilfsgeldern zugebilligt. Das ist eine Tranche aus einem Gesamtpaket von einer Milliarde Euro - und Frau Lagarde fordert die konsequente Fortsetzung des Zypern verordneten Sparkurses. So weit, so unbedeutend.

    Griechenland, Zyperns großer Bruder, verkündet nun vollmundig, man werde in nur sechs Jahren wieder da sein, wo man vor der Krise war. Doch die Griechen sind mit den dafür geplanten Maßnahmen keineswegs einverstanden. Ein Streik folgt dem anderen. Ein Grund dafür: Die geplante Entlassung von 15.000 Staatsbediensteten bis Ende 2014. Das spart jährlich vermutlich ungefähr eine halbe Milliarde Euro, vielleicht ein bisschen mehr - in Anbetracht der bisher an Griechenland geflossenen Rettungsmilliarden nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch der Plan, weitere 25.000 Staatsdiener in eine "Mobilitätsreserve" zu stecken, stockt das Einsparpotential m.E. längst nicht so weit auf, dass daraus binnen sechs Jahren eine Trendwende abgeleitet werden könnte - und dabei sind die negativen Folgen zusätzlicher Arbeitslosigkeit noch gar nicht berücksichtigt.

    Für mich klingt der griechische Optimismus wie das das sprichwörtliche "Pfeifen im Walde", das ertönt, um den immer lauter werdenden Protest der Bevölkerung und der politischen Opposition nicht mehr wahrnehmen zu müssen, deren Absicht es ist, die Regierung über eine Streikwelle zur Aufgabe zu zwingen.

    Es sieht so aus, als müsste sich Griechenland auf einen heißen Herbst vorbereiten, an dessen Ende durchaus eine neue Regierung stehen könnte, die sich aus den Sparprogrammen verabschieden würde. Mit Hinweis auf den sehr viel freundlicheren Umgang mit Frankreich, dessen Krise sich zu verschärfen droht, könnten die Griechen die EU dann vor die Alternative stellen: Entweder Aufhebung des Spardiktats, oder Griechenland verlässt den Euro.

     


    16. September 2013


    15. September 2013

    Julies Bild vom Sonntag

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    Wolfgangs Bild vom Sonntag

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    14. September 2013
    13. September 2013

    10.45 Uhr Freitag, der 13. 

    Nein, abergläubisch sind wir nicht. Freitag der 13. ist ein Tag wie jeder andere, und nur wer an solchen Tagen, wie z.B. auch bei Vollmond, besonders auf Missgeschicke oder gar Unglücke achtet, der wird diese auch vermehrt wahrnehmen.

    So hat zum Beispiel die heute verbreitete Nachricht: 15 Prozent aller Kinder unter 15 Jahren in Deutschland sind auf Hartz-VI-Leistungen angewiesen, nichts mit dem heutigen Datum zu tun. Es ist nicht von gestern auf heute eine dramatische Verschlechterung eingetreten, der Zustand hält seit dem letzten Jahr so an, obwohl uns die Verbesserung der Situation auf dem Arbeitsmarkt und die "aufgrund gestiegener Löhne" gestiegenen Steuereinnahmen suggerieren sollen, dass es in Deutschland insgesamt aufwärts geht.

    Wir sind, was die gesamgesellschaftliche Situation angeht, nach wie vor fest in einer dramatischen Lage. Die Zahl der Leistungsempfänger von JobCentern, ARGEN und Sozialämtern ist mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der amtlich gezählten Arbeitslosen. Doch das ist noch nicht die ganze Wahrheit. Ein weiterer großer Teil der Bevölkerung muss mit eigenen Einkommen auskommen, die noch unter - oder nur knapp über den Transferleistungen liegen.

    Das Schlimme ist, dass wir uns daran gewöhnt haben. Das Schlimme ist, dass wir den Umbau Deutschlands in den besten Niedriglohnstandort Europas einfach haben geschehen lassen und alle Warnungen in den Wind geschlagen haben.

    Fühlen wir uns - die wir am 22. September wieder einmal aufgerufen sind, die bestehende Politik entweder zu bestätigen oder zu verwerfen - wirklich so viel schwächer und hilfloser als wir es sind?

    Die Zukunft beginnt in unseren Gedanken, unseren Einstellungen, unseren Erwartungen.

    Wenn wir heute überzeugt sind, dass Wahlen ja doch nichts ändern, dass "die-da-oben" sowieso machen was sie wollen, dass alles schlechter werden wird und jeder nur für sich sehen muss, wo er bleibt, dann werden wir in dieser Überzeugung bestätigt werden.

    Wir werden darin bestätigt werden, weil wir die Kraft zum Widerstand, den Mut zum Kämpfen, die Vision der besseren Welt aufgegeben haben und bereit sind, anzunehmen, was uns vorgesetzt wird.

    Wir werden selbst dann darin bestätigt werden, wenn wir nur davon überzeugt sind, dass es in diesem Lande nicht genug Menschen gibt, die ernsthaft daran glauben, dass es wieder besser werden kann.

    Ein Volk ist immer nur so stark - gegenüber seinen äußeren Gegnern und seinen inneren Herrschern - wie es sich seiner Stärke und Kraft bewusst ist.

    Der alte Gewerkschafterspruch: "Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm es will", sollte wieder stärker in unser Bewusstsein rücken. Bert Brechts Ausspruch: "Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren", sollte Mut machen, dem weiteren Verfall unserer Gesellschaft entgegen zu treten. Und dieser Verfall ist längst nicht nur materieller Natur, zeigt sich nicht nur in einem abgehängten Prekariat, im maroden Zustand von Straßen und Brücken, in leeren Gemeindekassen und vergammelten Schulen, er zeigt sich vor allem in der Einstellung der Verantwortlichen, in der Duldung durch eine große schweigende Mehrheit und im Egoismus der großen Gewinner der hausgemachten Krise.

    Es ist Zeit für einen Neuanfang, für ein neues Selbstbewusstein, für die unerschrockene Forderung nach mehr Teilhabe an dem, was die Bevölkerung erwirtschaftet - und für mehr Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen.

    Ob es um Krieg geht oder um die Euro-Rettung, ob es um die Veränderung des Steuersystems geht, dass die Reichen bevorzugt und die Schwächeren benachteiligt, ob es um die Energiewende und die Strompreise geht oder um die weitere Privatisierung von Volkseigentum, das alles sollten wir nicht nur jammernd und klagend begleiten, sondern ernsthaft unseren Anspruch auf Mitgestaltung anmelden.

    Veränderung ist möglich.
    Doch sie ist nicht umsonst - und der erste Schritt, nämlich ein Zeichen des Veränderungswillens zu setzen, kann am 22. September getan werden.

    Ich persönlich nehme mir immer wieder den Kampf Nelson Mandelas zum Vorbild, dem es gelungen ist, die Apartheid in Südafrika zu beenden und damit Millionen seiner Landsleute aus der nur durch die Hautfarbe begründeten Zweit- und Drittklassigkeit herauzuheben.

    Als Verleger gebe ich daher Autoren und Büchern eine Chance, die den Gedanken der Freiheit und der Gerechtigkeit in sich tragen, die kritisch analysieren und konstruktiv aufzeigen, auf welchem Weg die Veränderung erreicht werden kann.

    Erlauben Sie mir daher, auch heute wieder einige jener Titel zu erwähnen, die Augen öffnen.und Wege aufzeigen.
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    • "Die Welt fair ändern"
      Das ist das Motto von Karl Waldecker. In seinem Buch GLOCALIS beschreibt er seine Vision. Doch Waldecker ist kein utopistischer Spinner. Alle seine Gedanken sind begründet. Sein umfassendes geschichtliches und philosophisches Wissen ist in sein Werk eingeflossen, in dem er einlädt, zum "Glocalier" zu werden uns sich am Umbauprozess zu beteiligen.
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    • "Marktwirtschaft jenseits des Kapitalismus"
      Thomas Koudela ist überzeugt, dass dies nur nicht eine Möglichkeit, sondern die Chance für den allgemeinen Wohlstand und eine ebenso arbeitsteilige wie soziale Gesellschaft ist. Die Begründungen in seinem Buch "Entwicklungsprojekt Ökonomie" stammen aus volkswirtschaftlichen Überlegungen und beziehen die Problematik des Geldwesens mit ein.
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    • "Aggressives Eigentum"
      ist ein wichtiges Stichwort in meinem eigenen Buch "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftlehre, Band IV". Mir geht es darin um die Frage, ob unser faktisch uneingeschränkter Eigentumsbegriff, der die Welt immer stärker in Eigentümer und Rechte-Inhaber auf der einen Seite - und Miet-, Pacht-, Zins- und Lizenzgebührenzahler auf der anderen Seite teilt, nicht eine Rechtsnorm darstellt, mit der die dauerhafte Umverteilung von unten nach oben festgeschrieben ist. Natürlich sind dort auch meine Lösungsvorschläge enthalten, die u.a. eine "sanfte Bodenreform" und eine "Reform der Kapitalgesellschaften" beschreiben.
      .
    • "Die ungeschriebenen Regeln einer liberalen Gesellschaft"
      sind das Thema von Freimut Kahrs in seinem Buch "Lebenslüge Freiheit". In eindringlicher Form stellt er dar, wie gering die tatsächlichen Freiheitsspielräume der Menschen in modernen Industriegesellschaften geworden sind, ja dass wir letztlich vielfach nur zwischen vorgegebenen Alternativen wählen können, statt unser Leben selbst kreativ und konstruktiv
      zu gestalten.
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    • "Die Welt entsteht in unserem Kopf"
      Der Gedanke, den ich zu Beginn dieses Beitrags angesprochen habe, dass wir oft genau das bekommen, was wir erwarten, weil wir überzeugt sind, dass es so und nicht anders kommen muss, ist ein Schwerpunkt im Buch von Jörg Starkmuth "Die Entstehung der Realität". Ausgehend von unseren biologischen Möglichkeiten, die Welt wahrzunehmen, über moderne Erkenntnisse der Quantentheorie, errichtet er ein schlüssiges Gedankengebäude, in dem er den Nachweis führt, wie stark unsere Überzeugungen und Erwartungen tatsächlich Einfluss auf die Gestaltung und Entwicklung der Zukunft haben.



    12. September 2013

    15.45 Uhr Wollen ist noch nicht Können. Frankreichs Defizit

    Während aller Augen nach wie vor auf Griechenland gerichtet sind, braut sich in Frankreich neues Ungemach zusammen. Mit einem Defizit von 4,1 Prozent wird Frankreich dieses Jahr abschließen und damit die Maastricht Obergrenze reißen.

    Das ist den Franzosen von der EU-Kommission zugestanden worden, allerdings unter der Auflage, spätestens 2015 wieder unter 3 Prozent Neuverschuldung, gemessen am BIP, zu rutschen.

    Dass sie das WOLLEN, verkünden die Franzosen.
    Dass sie es KÖNNEN, ist eher unwahrscheinlich.

    Warum es unwahrscheinlich ist, finden Sie hier:

    Noch eine Info,
    für alle, die sich am 19. September in der Nähe von Berlin aufhalten
     
    Peter Mannsdorff
    liest am 19.09.2013 um 15 Uhr aus seinem im EWK-Verlag neu erschienenen Buch "Die Sternenpflückerin". Sie finden ihn und die Sternenpflückerin im
     
    AWO-Treff Bernau
    An der Stadtmauer 12
    16321 Bernau

    (nur 26 km vom Potsdamer Platz)
     


    mehr ...

     


    11. September 2013

    10.30 Uhr Pharma-Terror: Lass dich impfen, oder du stirbst an den Masern! 

    Im letzten Jahr hatten wir sehr wenige Fälle von Masern in Deutschland, gerade einmal 165 Erkrankungen. In diesem Jahr nähern wir uns wohl wieder dem langjährigen Durchschnitt.

    Doch das hindert den Focus nicht, seinen Artikel mit einer Überschrift zu versehen, die geeignet ist, den armen Leser in Panik zu versetzen. Die Kinderkrankheit breite sich aus und die Masernfälle stiegen sprunghaft an. Dann der wichtige Hinweis: Es wäre so einfach, sich zu schützen ...

    Dabei gehören die Masern seit Menschengedenken zu den "ganz normalen" Kinderkrankheiten. Die Masern haben es nur deshalb in die Welt der Schreckensnachrichten geschafft, weil in seltenen Fällen ernsthafte Komplikationen auftreten können.

    Diese Fälle sind so selten, dass ich im Spätherbst 2011 darüber schreiben konnte:

    Es gibt in Deutschland sogar noch ein zweites Kind, das an der (Masernspätfolge) Gehirnentzündung leidet - und noch ein weiteres ist sogar schon daran gestorben. Vor vier Jahren, 2007.

     

    Das durchaus nicht unerhebliche Impfrisiko wird bei allen solchen Panikmeldungen vollkommen unterschlagen, es wird in den Mainstream-Medien auch nicht in eigenen Impf-Risiko-Panikmeldungen thematisiert. Hier geht es anscheinend in viel höherem Maße um Umsätze und Gewinne als um die Gesundheitsvorsorge.

    Ich will nun niemanden davon abbringen, sich oder sein Kind impfen zu lassen, doch möchte ich anregen, sich etwas mehr und tiefer zu informieren, über den Nutzen und über die Risiken.

    Dazu hier drei Links, die ich ebenfalls schon im PaD 45 /2011 zur Verfügung gestellt hatte:

    Auf die Frage: "Wie halte ich mich und meine Familie gesund?", sollten die Antworten nicht ausschließlich aus dem kommerziellen Medizinbetrieb geholt werden. Gesunder Menschenverstand und ein Stück eigenverantwortlichen Entscheidens und Handelns gehören einfach auch dazu.

    Sigrid Herwig hat dazu in ihrem Buch "Was uns fehlt" eine Rundum-Betrachtung angestellt, die das staatliche Gesundheitswesen ebenso kritisch betrachtet, wie unseren immer unbedachteren Umgang mit unserer Ernährung. Kein "Ratgeber" mit "Erfolgsrezepten", sondern eine Anregung, sich auf das zu besinnen, was uns wirklich fehlt und den "krankmachenden Mangel" zu beenden.
     
     

    Sigrid Herwig

    Was uns fehlt

     

    geb . Ladenpreise 9,90 Euro

    hier im EWK-Verlag bestellen

     

    mehr Info unter Sachbuch Soziales


    10. September 2013

    13.00 Uhr Die Sternenpflückerin - ein besonders schönes Kinderbuch

     

    09.45 Uhr Die Angst der SPD vor Rot-Rot-Grün

    Mit der inhaltsleeren Phrase, die LINKE sei nicht regierungsfähig, lehnt die SPD ein rot-rot-grünes Bündnis vehement ab, während CDU und FDP das Gespenst einer rot-rot-grünen Bundesregierung in mittelalterlichen Höllenbildern an die Wand malen.

    Dieses ganze Gezerre ist nichts als eine wahltaktische Scheindebatte.

    Die LINKE ist weitaus regierungsfähiger als es die Grünen waren, als Joschka Fischer in Turnschuhen den Amtseid als hessischer Umweltminister ablegte.

    Die LINKE, die gerade ihren 10-Punkte-Katalog für die Koalitionsverhandlungen mit Rot-Grün vorgelegt hat, ist klug genug, zu wissen, dass ihre Maximalforderungen nicht durchsetzbar sind und würde sich in einer Koalition auf einige wenige erste Maßnahmen mit erkennbar linker Handschrift einlassen.

    Das wissen die Strategen bei der SPD ebenso, wie es die Strategen bei Union und FDP wissen.

    Die amtierenden Regierungsparteien sind allerdings der durchaus zutreffenden Ansicht, dass ein Teil der Wählerschaft den Schreckensbildern Glauben schenken wird und sich deshalb von einer Stimmabgabe, die in Richtung Rot-Rot-Grün führen könnte abhalten lassen.

    Ein, wenn auch fieser, so doch im Wahlkampf nicht überraschender und durchaus noch tolerierbarer Schachzug.

    Was aber hält die SPD davon ab, eine Koalition mit der LINKEn anzustreben?

    Das von Union und FDP gestreute Gerücht, am Ende würde sich eben diese Koalition zusammenfinden, wenn die Mehrheitsverhältnisse es nur hergäben, wäre - rein strategisch betrachtet - eigentlich ein guter Grund, dieses Bündnis öffentlich zum Wahlziel zu erklären. Es würde sowohl die resignierenden linksorientierten SPD-Wähler motivieren als auch die Wählerschar der LINKEn und der Grünen vermehrt an die Urnen treiben. Es gäbe wieder ein ZIEL, für das es sich zu kämpfen lohnte, es käme die berüchtigte "Wechselstimmung" auf, die aus der Lähmung des als längst entschieden geltenden Wahlkampfes eine engagierte Auseinandersetzung gemacht hätte, mit intensiven Diskussionen bis tief ins ansonsten weniger interessierte Wahlvolk hinein - und die Chancen, dieses Bündnis zu realisieren, stiegen ganz massiv an.

    Doch genau die Chance, dieses Ziel erreichen zu können, ist es, was die SPD davon abhält, es anzustreben.

    Der Blick geht dabei auf die eigenen Chancen bei der nächsten Wahl.

    Wie auch immer ein rot-rot-grünes Bündnis eine Legislaturperiode überstehen würde, ob mit spürbaren Erfolgen auf allen Politikgebieten oder mit erschreckendem Versagen - die Zeche müsste am Ende die SPD zahlen.

    Erfolge in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik, würden sich die LINKEn (wohl zu Recht) ans Revers heften, Erfolge in der Verteidigungspolitik ebenfalls, wirtschaftliche Prosperität würde der Belebung des Binnenmarktes zugerechnet, und so weiter.

    Die Wähler würden erkennen, dass ihnen diese Koalition Gutes gebracht hat - und sie wieder wählen wollen.

    Misserfolge bekämen alle drei zu spüren, am meisten die SPD, weil man die Führungsrolle eben da sehen und das Versagen der Koalition in erster Linie am dann regierenden Bundeskanzler festmachen würde.

    Das ist die wahre Angst der SPD vor Rot-Rot-Grün. Deshalb wird Rot-Rot-Grün nicht kommen, auch wenn es die Mehrheitsverhältnisse hergäben.

    Um so wichtiger ist es, als Korrektiv für eine schwarz-gelbe oder rot-grüne Koaltion eine starke und selbstbewusste linke Opposition in den Bundestag zu entsenden.


    9. September 2013

    09.45 Uhr Segensreiche Video-Überwachung

    Seit langer Zeit habe ich wieder einmal einen TATORT angesehen. Die Machart hat mir gefallen, viele schnelle Schnitte, hohes Tempo, und dennoch stets die klare Linie der Haupthandlung im Vordergrund. Wie reale Polizeiarbeit aussieht, weiß ich nicht, was ich gestern Abend gesehen habe, ließ die Arbeit der beiden Kommissare - trotz aller anfänglichen Schwierigkeiten -fast spielerisch erscheinen. Schritt für Schritt ergaben sich aus dem Wissen, das per Totalüberwachung der Bürger gesammelt wird, die schönsten Ermittlungserfolge.

    Selbst, dass am Ende der Richtige in den Knast wanderte, war nur der Tatsache zu verdanken, dass er seine Daten, auch intimste Fotos, bedenkenlos der "Cloud" anvertraut hatte.

    Ja, eine schönere Werbung für den "Großen Bruder" hätte es kaum geben können. Der "Große Bruder", der immer weiß, wer wann wo war, so lange er nur ein Handy bei sich trägt, der "Große Bruder", der uns auf Schritt und Tritt im Video festhält, nicht nur auf jenem U-Bahnhof in Berlin, der trotz noch altertümlicher Kameratechnik schon hilfreiche Bilder lieferte. Selbst im Waggon ist heute jeder Passagier in den Video-Aufzeichnungen zu erkennen, man weiß, wo er sitzt, wann er aus- und eingestiegen ist und ob er während der Fahrt in der Nase bohrte oder nicht.

    Da war dann auch noch der bezeichnende Dialog der beiden Kommissare, in dem der eine sich über den anderen lustig machte, weil der früher mal gegen die "Schnüffelei der Volkszählung" demonstrierte, so etwas wie das Sahnehäubchen, um auch noch den letzten Zweifler davon zu überzeugen, dass man sich von seinen ehemaligen, grundgesetzgestärkten Idealen nun trennen muss, weil man sich "davon heute auch nichts mehr kaufen kann ...".

    Genauer hingeschaut, entpuppt sich das Szenario jedoch als ein relativ schlechter Witz:

    Ein auf dem Video von den Ermittlern übersehenes Handy, auf dessen Daten daher erst spät zugegriffen werden konnte, wurde zur großen, unentschuldbaren Ermittlungspanne hochstilisiert, und ein heimlich aufgenommenes und an die Presse verkauftes Foto des Hauptverdächtigen wurde zu einem innerpolizeilichen Skandal hochstilisiert. Dieses Foto hat niemandem geschadet, zumal die Presse vorsichtshalber auch noch einen dicken Balken über das Gesicht gelegt hatte.

    Und die Daten auf dem Handy haben niemandem genutzt, weder dem Rentner, dem die Gehhilfe weggenommen worden war, noch dem "Helden", der auf dem Bahnsteig sterben musste - nur der Polizei, bei der nachträglichen Aufarbeitung der Geschehnisse.

    Mensch! Es hilft doch nichts.

    Videokameras und Handys greifen nicht ein, wenn Not am Mann ist. Bis jemand vor Ort ist, ist die Tat längst geschehen, das Opfer tot oder schwerst geschädigt.

    Videokameras und Handys schrecken die Täter in ihren mehr oder minder spontanten aggressiven Aktionen auch nicht ab - und diejenigen, die Taten planen, wissen, oder versuchen zumindest, die Nähe von Kameras zu meiden.

    Der Rechtsstaat darf sich nicht immer mehr darauf zurückziehen, hinterher herauszufinden, wer wann wo war, um mehr oder minder im Ausschlussverfahren einen Täter zu ermitteln.

     

    Es gibt viele Ursachen, die zur zunehmenden Verrohung gerade jugendlicher Täter führen.

    Es gibt viele Orte, U-Bahnhöfe gehören dazu, an denen sich Vorfälle, wie der gestern im TATORT gezeigte, ereignen.

    Solange es nicht gelingt, die sicht breit machende Gewaltbereitschaft und Brutalität durch einen "Wandel in der Gesellschaft" wieder zurückzudrängen, so lange muss der Rechtsstaat an den gefährdeten Orten durchgehend mit Menschen vor Ort präsent sein, deren schiere Anwesenheit für mehr Sicherheit sorgt.

    Dann allerdings gäbe es auch keinen ausreichenden Anlass mehr für die flächendeckende Überwachung - und das scheint mir ausschlaggebend dafür zu sein, dass man lieber die Stellenpläne der Polizei ausgedünnt und stattdessen die Überwachungstechnik installiert hat.

    Mit "Unterhaltungssendungen" wie dem TATORT von gestern Abend wird dieses Vorgehen legitimiert. Wie viele Opfer es unter den Augen der Videokameras auch immer geben mag, und es sind erschreckend viele, scheint zweitrangig. Viel wichtiger ist offenbar, dass der "Große Bruder" möglichst viel über möglichst viele Bürger weiß, so dass er, im Ausschlussverfahren, gerade auch die, über die er wenig weiß, in den Rang von Verdächtigen erheben und ggfs. gezielt nachrecherchieren kann.


    8. September 2013

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    Julies Bild vom Sonntag

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    Wolfgangs Bild vom Sonntag 

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    7. September 2013

    16.30 Uhr Nun ist Deutschland endlich auch dafür

    Die Lücke in den Reihen der Militärschlagsbefürworter ist geschlossen, Herr Westerwelle und Frau Merkel haben beschlossen, das Papier nachträglich zu unterschreiben, weil nun "die europäische Einigung" dazu erzielt sei.

    Gustav Meyrink beschrieb einen Kriegsausbruch und dessen Verlauf in seiner Novelle "Die Erstürmung von Serajewo" (stark gekürzt) so:

    (...)

    Die Kriegserklärung erfolgte, wie allgemein bekannt, am 31. September denkwürdiger Erinnerung.
    Es war grad Rindviehausstellung. Um schlag elf sollte eröffnet werden. Die Prachtochsen aus allen Gauen der Monarchie standen schon bekränzt beisamm und wartete nur noch auf das Allerhöchste Eintreffen unseres geliebten Kriegsherrn.

    Endlich fuhr der Galawagen vor. Einen Augenblick später stand die hohe Gestalt Alois' III. weithin sichtbar auf der Estrade. Drei Schritte hinter ihm die hohe Person, von der ich sprach und später alles genau erfuhr.

    Unauffällig zog unser Allerhöchster Kriegsherr aus der rückwärtigen Tasche ein Stück Papier und sah verstohlen auf die Inschrift:

    "Diese Brücke dem Volke", hörte man ihn murmeln, "nein, das ist es nicht", und holte eine andere Karte hervor: "Hurra" (Nein, die ist es auch nicht.)

    Dann kam eine blaue mit dem Satze: "So läute denn Glocke, fürder." (Sapperlot, wieder falsch.)

    Der Monarch wurde bereits nervös und man konnte bereits deutliche Zeichen Allerhöchster Ungeduld wahrnehmen. Ein neues Billett: "Sehen Sie nur zu, dass die Verhältnisse so rasch wie möglich zu einem gedeihlichen Ende kommen." (Der verflixte Franz, hat mir schon wieder die Zettln durchanandbracht.)

    Ein letztes Mal tauchte die Allerhöchste Hand in die rückwärtige Tasche. - Ein rotes Billett! Ein Augenblick furchtbarer Spannung, -- und klar und fest hallte die Stimme des Herrschers, den gordischen Alexanderknoten mit einem entschlossenen Ruck zerhauend, über die Köpfe der Menge hin: "Ich -- erkläre -- den -- Krieg!"

    Ehe noch irgend jemand so recht zur Besinnung kommen konnte, hatte der Monarch bereits elastischen Schrittes, gefolgt von der hohen Person, die Estrade verlassen.

    Die Herren vom Generalstab, die vollzählig versammelt beisammenstanden, waren eine Weile in tiefster Ratlosigkeit.

    (...)

    Wie ich später von der angedeuteten hohen Person unter Diskretion erfuhr, hatten sich die Herren vom Generalstab lang net einigen können, gegen welche Macht eigentlich der Krieg geführt werden sollte.

    (...)

    Wie bereits erwähnt, war inzwischen unser drittes Armeekorps unter Topf, Edlen von Feldrind, in beispiellosen Eilmärschen irrtümlich zu weit nach Süden geraten, und eines Morgengrauens eröffnete sich den staunenden Blicken des Generalstabs tief unter ihnen ein weites Tal und mitten darin eine schimmernde, trotzig befestigte Stadt.

    Keinen Augenblick Zeit verlor der heißblütige heldenhafte Topf.

    Alles deutete darauf hin: -- die Halbmonde auf den Kuppeln -- kurz, der ganze türkisch-griechische Charakter, das drohende schweigsame Fort, das Militär in den Straßen in österreichischer (!!) Verkleidung und scheinbar (!) ganz ahnungslos, alles das musste doch darauf hindeuten, dass es sich hier um das Herz Thessaliens handle, und daß der ränkesüchtige Grieche offenbar die Kaiserlichen mit allerlei Blendwerk hinters Licht zu führen plane.

    Mit katzenhafter Geräuschlosigkeit postierte Topf seine Truppen, eröffnete um sechs Uhr früh das Feuer und ging sofort zum Bajonettangriff über. Es kam zu einer Schlacht von noch net dagewesener Heftigkeit (...) und erst die sinkende Nacht gebot dem Morden Einhalt.

    Mit Feldherrenblick erkannte Topf, Edler von Feldrind, bereits um vier Uhr nachmittags, dass keine Macht der Erde ihm die Siegespalme mehr werde entreißen können, und telegrafiert an unsern Alllerhöchsten Kriegsherrn: "Nach furchtbarem Kampfe feindliche Hauptstadt erstürmt, Entrinnen des Gegners unmöglich, lege Euer Majestät entscheidenden Sieg untertänigst zu Füßen.
    gezeichnet: Topf

    (...)

    Wohl langten am nächsten Tag noch eine Flut von Depeschen ein, die wieder alles in Frage stellten und die Weiterführung des Krieges in Aussicht rückten, "da die Erstürmung der feindlichen Hauptstadt auf einem Irrtum beruhe".

    (...)

    Der Widerspruch in den Telegrammen ergab sich nämlich aus dem Umstand, dass die gewisse erstürmte Hauptstadt im östlichen Kriegsschauplatz noch am Abend nach der Schlacht beim Einzug Topfs Edlen von Feldrind zu spät als Serajewo erkannt und agnosziert wurde, welches Serajewo schon seit Kaiser Franz Josefs Zeiten der Monarchie angegliedert ist.

    So bedauerlich nun auch der, man möchte fast sagen, überflüssige Verlust von Menschenleben bei dieser abermaligen Erstürmung von Serajewo immerhin sein mag, so bietet doch der Verlauf des Feldzuges im allgemeinen und der der Schlacht im besondern eine solch reiche Fülle gewonnener strategischer Erfahrung, dass füglich die Schattenseiten mehr als ausgewetzt gelten können.

    (...)

    Ja, wie gsagt, pardohn, aber ich für meinen Teil möcht die Erinnerung an meine Kriegsjahr net missen!!

     

    Nun ist halt Damaskus wieder mal dran.


     

    09.30 Uhr Muttis kleine Lieblinge 

    Wahltag in Deutschland als Mutti-Tag? Es hört sich so an - und es liest sich so in den Qualtitätmedien. Jetzt wird wieder gelobt, über den grünen Klee, und die Welt schaut durch die rosarote Brille auf die wachsende Ungleichheit und verkündet, sie sei gestoppt.

    Sogar der Stern hat in die Sterne geschaut. Dabei herausgefunden, was die Astrologen schon immer herausfinden, dass es so genau natürlich keiner weiß. Dessenungeachtet erklärt man dort die Euro-Krise für überwunden, dank Draghis psychologischer Kommunikation. Ohne Mutti zu erwähnen, klingt aber dennoch durch, dass wir uns um unser Geld keine Sorge machen brauchen und dass Frau Merkel letztlich doch alles richtig gemacht hat. Der Hammer zum Schluss: Falls es doch schief gehen sollte, sollten wir uns daran erinnern, dass wir die Kosten der Einheit schließlich auch gestemmt haben. Ein wahrlich verwegener Vergleich ...
    Der FOCUS indes blickt frohgemut nach Hellas. Dort, so steht es in der fetten Schlagzeile zu lesen, entwickelt sich die Wirtschaft besser als gedacht. Im Text steht dann, dass sie langsamer schrumpft. Das hingegen verwundert nicht, weil jedes Schrumpfen zwangsläufig langsamer wird, je weiter es fortgeschritten ist.
    Auch wird von der boomenden Tourismusbranche schwadroniert. Wer bis ganz unten liest, stellt dann fest, dass es ein großes Potential gebe, und dass bis 2019 360.000 neue Jobs entstehen könnten ...
    Selbstverständlich fehlt auch nicht der Hinweis, dass der von der SPD auf 77 Milliarden Euro geschätzte Finanzbedarf Griechenlands aus Sicht des IWF deutlich kleiner ausfalle, nämlich nur 47 Milliarden. Ist das nicht wunderbar, nur noch 47 Milliarden ...
     
    Der Spiegel entdeckte in St. Petersburg ein Papier, auf dem die Unterschrift Merkels fehlte. So popelig diese fehlende Unterschrift auch kommentiert wird, ihren Eindruck auf die Wähler wird es nicht mindern. Merkel hat sich als einzige Europäerin im G20 Club gegen einen Kriegseinsatz in Syrien ausgesprochen. Das zählt mehr, als jede Kriegsverweigerung, die von der LINKEn propagiert wird - auch wenn wir zumindest mit unseren Patriot-Raketen schon wieder mitten drin sind. Und dass von den 20 auch nur 11 unterschrieben haben, wird auch nicht weiter beleuchtet ...
     
    Dass dies alles nicht nur Nachrichten und Meldungen sind, sondern purer Wahlkampf, fällt nur denen auf, die solche Artikel nicht nur anlesen oder überfliegen, sondern aus Aufbau und Wortwahl den Zweck herauslesen können. Allen anderen wird es spätestens vier Wochen nach der Wahl auffallen, dass die Kulissen des Schlaraffenlandes wieder in den Depots verschwunden sind und ihnen angesichts der Wirklichkeit gesagt wird, dass es nun aller Anstrengungen bedürfe, dass die Gürtel enger geschnallt werden müssten, und so weiter, und so weiter ...


    6. September 2013

    09.00 Uhr Die UN sind überflüssig und können aufgelöst werden

    Nachdem der Sicherheitsrat von den USA offenbar als eine Arte "Wunschkonzert" aufgefasst wird, das man schlicht abschalten kann, wenn nicht die gewünschte Meldodie erklingt, ist offensichtlich, dass die Vereinten Nationen insgesamt ausgedient haben.

    Mehr braucht dazu nicht gesagt werden.


    5. September 2013

    17.00 Uhr Facebook darf ...

    Die neuen Nutzungsbedingungen bringen sehr weit gehende Eingriffe in die Rechte der Nutzer mit sich. Wer nicht will, dass Facebook die Nutzungsrechte an seinem Profilbild und anderen persönliche Informationen schlicht und einfach verkaufen darf, der sollte sich überlegen, ob er seinen Account wirklich behalten will.


    09.00 Uhr Wahlvolks- und Schwarm-Intelligenz

    Ein kurzer Paukenschlag, in dem nicht nur klargestellt wird, dass man Sardinen nicht mit Menschen vergleichen sollte, sondern auch noch einmal ein kleines bisschen für die Teilnahme an der Bundestagswahl geworben wird.


    4. September 2013

    15.30 Uhr CASHKURS mit "Schlachtfest"-Rezension 

    Auf Dirk Müllers Seite CASHKURS ist heute eine ausführliche Rezension von
    Roman Baudzus zum "Euro-Schlachtfest" erschienen.

    (Ich warte dringend auf den ersten Nachdruck - doch der wird erst Ende nächster Woche verfügbar sein. Die E-Book-Version ist davon selbstverständlich nicht betroffen.)


    3. September 2013

    09.00 Uhr Das Totenglöcklein für die Tobin-Steuer

    Sagt ja längst keiner mehr: "Tobin-Steuer", heißt jetzt ja "Finanztransaktions-Steuer", war ja schon fast eingeführt, im Rahmen der Maßnahmen zur Krisenbekämpfung und zur Beteiligung der Verursacher an den Kosten.

    Nun geht es nicht mehr. Es sei zu kompliziert, sagen sie.

    Ja, weil sie es so kompliziert gestalten wollen. Ein alter Trick. Wirkt schon bei der Vermögenssteuer, ist viel zu kompliziert ...

    Wer ernsthaft die Spekulation bremsen will, braucht dazu keine komplizierten Regeln. Es reicht, den Geldverkehr so zu verteuern, dass der Großteil der kurzfristigen Käufe und Verkäufe unterbleibt, weil der Gewinn aus der einzelnen Transaktion kleiner ist als die Transaktionssteuer.

    Der schnelle Computerhandel ist doch nicht so attraktiv, weil das einzelne Geschäft einen minimalen Gewinn abwirft, er ist so attraktiv, weil die Zahl dieser kleinen Gewinne so irrsinnig hoch werden kann.

    Das im verlinkten Beitrag genannte Beispiel von der britischen Bank, die in London mit VW-Aktien handelt und dafür an Deutschland Steuern zahlen müsste ist tatsächlich ein Stück aus dem Tollhaus.

    Eine einfache und wirksame Finanztransaktionssteuer setzt am Bankkonto an. Alle Geldabflüsse werden mit der Steuer belastet. Ein jährlicher Freibetrag für natürliche Personen (mit Freistellungsauftrag) verhindert die Belastung üblicher, nichtspekulativer Transfers.

    Fertig.

    Wer ernsthaft die Spekulation bremsen will, wird kein vernünftiges Argument finden, das dem widerspricht.


    2. September 2013

    15.00 Uhr Frank Meyer im Gespräch mit Egon W. Kreutzer

    Eine halbe Stunde lang geht es um die Finanzkrise, den Euro, den Dollar und mein
    neues Buch "Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise".

    Frank Meyer, der n-tv Börsenexperte und Herausgeber der "Metallwoche", hatte eine ganze Reihe interessanter Fragen zur Lage, zur Stimmung und zum Buch.

    (Das Euro-Schlachtfest ist inzwischen auch als E-Book erschienen.)

    09.00 Uhr Überraschung: TV-Duell endet mit Schlussworten

    Schlussworte, die in ihrer minimalistischen optischen Inszenierung, in ihren inbrünstig-naiven Wahlversprechen und in der treuherzigen Mimik der Vortragenden eher den Low-Budget-Wahlwerbespots von Splitterparteien ähnelten, als einen Eindruck davon zu vermitteln, welche Machtfülle sich die Amtsinhaberin erhalten, der Herausforderer erobern möchte.

    Was da von der Moderatoren-Quadriga an Redebeiträgen herausgekitzelt wurde, war weder überraschend noch sonderlich informativ und hatte mit dem angekündigten "Schlagabtausch" nun wirklich nichts zu tun.

    Von daher bleibt mir die mediale Aufregung um den Gewinner des Duells ein Rätsel. Sie sind zwar zur festgesetzten Stunde samt ihren Sekundanten erschienen, konnten aber totz aller Bemühungen der Animateure nicht dazu bewegt werden, auch nur einen scharfen Schuss abzugeben.

    Es haben beide überlebt, niemand wurde ernsthaft verletzt, Deutschland wird auch nach dem 22. September regiert werden können.

    P.S.:

    ... und niemand muss fürchten, dass zu den steigenden Strompreisen, zu den weiter steigenden Mieten sowie zum steigenden Öl- und Benzinpreis nun auch noch eine Auotbahnmaut für Pkw's kommen wird. Wenn das den deutschen Wähler nicht glücklich macht, was dann?

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    1. September 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 


     

     

     

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    31. August 2013

    10.45 Uhr Merkel begrüßt Friedensverweigerung der USA ?

    Angela Merkel erklärte der Augsburger Allgemeinen (Samstagsausgabe) indirekt ihre Genugtuung darüber, dass Obama, trotz der Weigerung des britischen Parlaments, an einem Militärschlag gegen Syrien teilzunehmen, offenbar weiterhin bereit ist, das nächste Land der Golf-Region nach hinreichender Destabilisierung durch "Rebellen" auch von eigenen Truppen mit Raketen und Marschflugkörpern umpflügen zu lassen.

    "Indirekt", weil sie ihre wahren Gedanken auf eine an Perfidie grenzende Weise so verschleiert, dass der gutgläubige Wahlbürger sie für eine Pazifistin halten könnte, wenn sie erklärt, die Frage nach einer Beteiligung der Bundeswehr stelle sich ohnehin nicht.

    Dass sich diese Frage nicht stellt, führt Merkel allerdings nur darauf zurück, dass es kein UN-Mandat dafür gibt - und genau dieses UN-Mandat wünscht sie sich, denn statt die friedenssichernde Haltung Russlands und Chinas im Sicherheitsrat zu begrüßen, hält sie es für bedauerlich, dass diese beiden Mitglieder des Sicherheitsrates nicht mit Obama ins gleiche Horn stoßen.

    Merkt Frau Merkel nicht, dass die Gefahr des Dritten Weltkriegs nie größer war als in diesen Tagen, wo mit der Lunte an Syrien nicht nur das Nahost-Pulverfass in die Luft zu gehen droht, sondern die direkte Konfrontation

    USA+Willige gegen Russland+China

    als Menetekel an die Wand geschrieben steht?

    Die Beweise, die für die mühsam zusammengebastelte Rechtfertigung eines neuerlichen US-angeführten Angriffskrieges herhalten sollen, haben vermutlich ein ähnlich kurzes Verfallsdatum wie die Beweise für die Massenvernichtungswaffen des Irak. Nach dem Angriff kann man sie getrost in den Orkus der Geschichte fallen lassen, dann haben sie ausgedient. Eine Auffassung, die nicht nur von wirren Verschwörungstheoretikgern vertreten wird, sondern sich z.B. auch aus der Berichterstattung des Wall Street Journals herauslesen lässt.

    Merkel will ganz offensichtlich ein UN-Mandat für den Krieg gegen Syrien, um die Bundeswehr am Einsatz beteiligen zu können. Anders kann man ihre Aussagen nicht interpretieren, sonst müsste sie sich Russland, China und den USA gegenüber anders positionieren.

    Wobei auch das nur Augenwischerei ist, denn mit den Patriot-Raketen-Systemen an der syrisch-türkischen Grenze gehört die Bundeswehr schon seit der sorgsam vorbereiteten Aufstellung zur Schlacht zu den Kombattanten. Dass auch diesmal deutsche Stützpunkte genutzt und Überflugsrechte gewährt werden, versteht sich von selbst, ebenso, wie es wieder zum Einsatz deutscher Besatzungen in den AWACS-Aufklärungsmaschinen kommen wird.

    Glaubhaft tritt gegen Angriffskriege mit deutscher Beteiligung unter den im Bundestag vertretenen Parteien nur die LINKE an.

    Gewählt wird am 22. September.


     

    Das Euro-Schlachtfest
    ist ab sofort als
    E-Book zum Download verfügbar.

    Viele haben darauf gewartet, und werden sich freuen,
    das Buch schon jetzt zum Preis von 17,85 € auf ihren Reader
    zu bekommen.

     

     

    Die erste - vorsichtig disponierte - Auflage der Printausgabe ist inzwischen so gut wie
    vergriffen - das ist schön. Doch die Druckerei musste aufgrund technischer Probleme den
    Fertigstellungstermin für den ersten Nachdruck kündigen - und das ist weniger schön.

    Wir arbeiten mit Nachdruck daran, für dieses Problem doch noch schnellstmöglich eine Lösung
    zu finden, können aber nicht ausschließen, dass es dennoch zu Lieferverzögerungen kommen
    wird.


    30. August 2013

    08.45 Uhr 50 Milliarden $ nur für "Horch und Guck"

    Was hätte Erich Mielke mit so viel Kohle noch alles anstellen können! Da hätten wir
    nicht eine, sondern 100 Gauck-Behörden gebraucht, um mit der Auklärung überhaupt anfangen zu können, und wer den Versuch unternommen hätte, seine Stasi-Akte einzusehen, hätte wahrscheinlich mehrere Jahre gebraucht, um das Material auch nur grob zu sichten.

    Ja, und was haben wir für ein Geschrei gehört, über die Ungeheuerlichkeit, einen solchen Spionage-Apparat aufzubauen, um das eigene Volk zu bespitzeln, nur um die Macht des Regimes aufrecht erhalten zu können ...

    Ein DDR-Spion im Kanzleramt war Grund genug, für Willy Brandt, zurückzutreten.

    Heute, wo wir wissen, dass im wahrsten Sinn des Wortes die ganze Welt ausgespäht wird, reicht es, wenn ein Pofalla vor die Mikrofone tritt und erklärt, es gäbe keinen Grund zur Aufregung, es sei schon alles rechtens.

    Nur dieser Herr Snowden, der sollte doch nun endlich - gegen die Zusicherung, ihn nicht zu foltern und nicht zum Tode zu verurteilen - ausgeliefert werden, weil eben nicht derjenige der Böse ist, der Böses tut, sondern immer derjenige, der zu offen darüber spricht.

    Heuchler!

    Aufgerufen, unser nächstes Parlament zu wählen, das dann aus seiner Mitte den neuen Kanzler wählen wird, der sich sein Kabinett zusammenstellen wird, sollten wir,
    wenn wir Wert auf Glaubwürdigkeit legen, auch daran denken.

    Es gibt wählbare Alternativen.

    (zum Vergleich: Der Verteidigungsetat der Bundesrepublik für 2013 sieht Ausgaben von 33 Milliarden Euro, umgerechnet ca. 43 Mrd. $, vor)

     


    29. August 2013 


    28. August 2013

    10.00 Uhr Ein bisschen was kaputtschlagen, in Syrien ...

    Die können das, die Amis.

    Ein Scheiß-Gefühl!

    Für alle, die anders oder gar nichts fühlen, gibt's den Live-Ticker!


    27. August 2013

    10.00 Uhr Lästig, einfach nur lästig ... 

    Wenn Reporter aus einem fremden Bundesland - ausgerechnet wenige Wochen vor der Wahl - in Bayern auftauchen und versuchen, Frau Barbara Stamm, die als Landtagspräsidenten nicht nur selbstverständlich der CSU angehört, sondern sich auch als eine Art Stamm-Mutter der bajuwarischen Stämme fühlen darf, gegen ihren Willen Fragen zu stellen. Dann ist das lästig, grenzt an Belästigung, ist schon fast Nötigung - und berechtigt Frau Stamm, sich beim Landesvater zu beschweren.

    Unser "Horstl", wie ihn die Salvatorgemeindeoberschwester Luise Kinseher, als Bavaria verkleidet, liebevoll zu nennen pflegt, erinnerte sich wohl an das Jahr 1986.

    Da war er grad 37 Jahre alt, der Horstl, und seine geliebte Heimat hatte sich gegen ähnliches zur Wehr zu setzen. Nicht ganz so schlimm, waren es doch keine Journalisten, denen das Volk zu glauben pflegt, sondern Kabarettisten, über die das Volk zu lachen pflegt, doch ein hämisches Gelächter aus der Kehle der bayrischen Stämme, das ging auch vor 27 Jahren nicht. Der Freistaat Bayern hat abgeschaltet. Die Sendung "Scheibenwischer" des Senders Freies Berlin war in Bayern nicht zu sehen (in der DDR schon ...).

    Es mag diese Erinnerung an die starken Männer dieser Zeit gewesen sein, die unser Horstl glauben ließ, er könne die bayerischen Grenzen dicht machen, aus dem Schengen-Abkommen austreten - und aus der BRD gleich mit, und die Übeltäter, wenn er sie schon, wegen der Pressefreiheit, nicht lebenslang einkerkern konnte, so müsse er sie doch zumindest unehrenhaft des Landes verweisen.

    Da greift sich der eine oder andere geborene Bayer schon verzweifelt an den Kopf und fragt sich: Wo leben wir denn?

    Nun, wenn man sich umschaut, auf der Welt, könnte man leicht zu dem Schluss kommen: Bayern ist überall.

    Da weiß die Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika schon wieder nicht mehr, wie sie die Stromrechnung für die Abhörzentrale der NSA bezahlen soll, weil die gerade nach oben verschobene "Rote Linie" der Staatsverschuldung zwangsläufig bald wieder gerissen werden wird, was lästig ist, einfach nur lästig, und plant offenbar deshalb, den - wegen der in Kürze vorgelegt werdenden Beweise - dringend zu führenden Krieg gegen Herrn Assad (nicht gegen Syrien, nicht gegen die Syrier) nur in einer Short-Version zu führen. Zwei Tage Raketen, Cruise Missiles, Bunkerbrecherbomben - und schon ist die lästige Schuldenbremse in der Verfassung aus vaterländischen Gründen unter Zustimmung von Senat und Kongress übersprungen worden.

    Wo das Giftgas hergekommen ist?
    Man könnte es Assad irgendwann in der Vergangenheit geliefert haben. Fix und fertig in der passenden Munition verpackt, sozusagen "Giftgas to go" - und das könnten die UN-Inspekteure dann garantiert erkennen, am chemischen Fingerabdruck.

    Es könnte den "Aufständischen" auch gelungen sein, eben dieses Giftgas aus einem Depot der Regierungstruppen zu entwenden.

    Es könnte den Aufständischen allerdings auch geliefert worden sein, fix und fertig, oder in einzelnen Bestandteilen, als "Chemiebaukasten", sozusagen.

    Was ich für vollkommen ausgeschlossen halte, ist die irrwitzige Annahme, das Giftgas könnte aus einer Höhe von 8 Kilometern als Beiladung einer ansonsten nur friedlichen Zwecken dienenden Drohne versehentlich vom Himmel gefallen sein, weil der Auslösemechanismus - aufgrund menschlichen Versagens - vollkommen unbeabsichtigt auslöste.

    Wenn dem nämlich so wäre, wüssten wir das doch. Wer Drohnen hat, wird so einen kleinen Unfall bedauern und sich entschuldigen. Nein, das kommt nicht infrage.

    Es wird Herrn Assad also eine Lehre sein, wenn er nach zwei Tagen im Bunker wieder herauskommt und sieht, wie die Waffensysteme der überlegenen Weltpolizei seine Hauptstadt mit chirurgischer Präzision in eine gähnende Leere zu verwandeln vermochten.

     

    Gähnende Leere, etwas Lästigeres gibt es wohl kaum noch - und doch macht sie sich nicht nur in der Staatskasse der USA breit, sondern auch in der Staatskasse Griechenlands.

    War gerade noch beschwichtigend die Rede von einem dritten Hilfspaket, das nur einen kleinen, zweistelligen Milliardenbetrag ausmachen werde (Zum Vergleich: De Maizieres Drohnenskandal hat noch nicht einmal die Wahrnehmungsschwelle von 1 Milliarde überschritten.) und, wenn es nach Frau Merkel ginge, allenfalls erst 2015 zu diskutieren wäre, weiß man drei Tage später schon, dass es eben nicht ein kleiner, sondern ein großer zweistelliger Milliardenbetrag sein wird.

    Lästig! Nichts als lästig.


    26. August 2013

    09.30 Uhr Verlorene Schlüssel legen sich stets unter die nächste Laterne

    Ach hätten sie doch wenigstens einfach den Mund gehalten ...

    Der Absatz von Neuwagen ist stark rückläufig. Das ist - wenn man es naiv betrachtet - ein Warnsignal für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes, von dem es vor wenigen Jahren noch hieß, jeder dritte Arbeitsplatz hinge direkt am Automobil.

    Heute müsste man wahrscheinlich sagen, jeder dritte Leiharbeiter und jeder dritte Werkvertragssklave hängen vom Automobil ab, und nachschieben: "Halleluja! Es lebe der deutsche Niedriglohnsektor und die damit errungene Wettbewerbsfähigkeit! Halleluja!"

    Obwohl die Absatzschwäche der deutschen Automobilproduzenten auf dem heimischen Markt noch von keiner Seite in wahlentscheidender Weise thematisiert wurde, haben die Wahlkampfstrategen der großen staatstragenden Parteien offenbar beschlossen, das Warnsignal verharmlosend zu erklären.

    Die Neuwagenkäufer werden immer älter!

    Ach hätten sie doch einfach den Mund gehalten!

    Für die Jungen sei das Auto kein Statussybol mehr, in den Städten käme man ganz gut ohne Auto aus, die Autos von heute sprechen die jungen Leute von heute nicht an ...

    Mein Gott, Dudenhöffer!

    Die Generatio Praktikum lässt grüßen! Es fehlt den Jüngeren schlicht an der Kaufkraft.

    Beim Teutates! Jetzt wird's mir klar.

    Es geht gar nicht um den Neuwagenabsatz.
    Es geht um die Rentner.
    Darum, wieder mal die Jungen gegen die Alten aufzuhetzen.

    Kluger Schachzug.


    25. August 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag


    24. August 2013

    10.00 Uhr Euro-Krise kommt nun doch im Wahlkampf an 

    Schäuble hat angefangen. Mit seinem beinahe wütenden Ausbruch bei seinem Wahlkampfauftritt in Ahrensburg am Dienstag verkündete er das dritte Griechenland-Hilfspaket und tat dabei so, als hätten er und Angela Merkel nie etwas anderes gesagt, nie etwas anderes für richtig gehalten.

    Dass aus Griechenland daraufhin der Aufschrei kam: "Rette sich wer kann, die Deutschen wollen uns schon wieder helfen!", wurde im Regierungslager zu Berlin nicht zur Kenntnis genommen.

    Dass allerdings die SPD und deren Spitzenkandidat Peer Steinbrück den Ball aufnehmen und verkünden, Merkel, Schäuble & Co. hätten die Krise erst bis nach den Wahlen aussitzen wollen - und nun liege wohl immer noch nicht die ganze Wahrheit - z.B. über einen drohenden zweiten Schuldenschnitt - auf dem Tisch,
    wird wohl doch dazu führen, dass wir uns in den letzten vier Wochen vor der Wahl noch intensiver mit dem weiteren Schicksal der Euro-Zone und des Euros zu beschäftigen haben werden.

    Vermutlich wird dann endlich auch jene ungeheuerliche Zahl von 5,1 Billionen Euro diskutiert werden, die zwischen 2008 und 2011 aus öffentlichen Mitteln zur Stützung des Finanzsektors der Euro-Zone aufgebracht werden mussten - und die in einem gemeinsamen Bericht von EZB und EU-Kommission zu finden ist.

    Dann wird auch zu klären sein, wie groß denn der deutsche Anteil daran gewesen sein wird (zu befürchten ist, dass es sich dabei um rund 1,5 Billionen Euro handelt), und in welchen Positionen außerhalb des regulären Haushalts die entsprechenden Milliardenbeträge vor dem Steuerzahler versteckt wurden.

    Der Euro ist nicht mehr zu halten.
    Das Euro-Schlachtfest hat bereits begonnen.

    Fakten und Argumente, die das zwangsläufige Scheitern des Euros ebenso erklären, wie die Sinnlosigkeit von Rettungsmaßnahmen, die nichts anderes bewirken, als die Vermögen der Angreifer dieses Währungskrieges zu sichern, finden Sie in meinem in der nächsten Woche erscheinenden Buch

    Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise.

    Michael Poost vom "Aristo-Blog" hat ein Vorab-Exemplar gelesen, dazu eine Rezension geschrieben und ein Interview mit mir geführt, das Sie im Internet anhören können. Außerdem hat er meinen jüngsten Paukenschlag (Sie sind wieder da. Die Herrscher.) als Podcast aufgenommen und online gestellt.

    Frank Meyer, ntv-Börsen-Experte und Herausgeber der "Metallwoche" sowie Betreiber des Blogs "Bankhaus Rott & Meyer" hat mich ebenfalls interviewt. Dieses Gespräch ist zunächst nur für die Abonnenten der Metallwoche zugänglich, es wird aber in der nächsten Woche auch einen freien Zugang dazu geben.

    Hier nun ein ganzer Sack voller Links, erst die zum aktuellen Wahlkampf, danach die, die zum "Euro-Schlachtfest" führen.

     
     
     
     
     
    mit vielen Karikaturen wie dieser:
     


    23. August 2013

    11.15 Uhr Überschießende Überschüsse

    Der Staat habe im ersten Halbjahr 2013 einen Überschuss von 8,5 Milliarden Euro erzielt, trommelfeuert es aus allen medialen Rohren.

    Dieser Überschuss setzt sich zusammen aus einem Minus in der Kasse des Bundes in Höhe von 2,2 Milliarden, kompensiert durch ein Plus in der Kasse der Länder in Höhe von 1,2 Milliarden, durch einen Finanzierungsüberschuss von 5,3 Milliarden bei den Gemeinden und dadurch, dass die Sozialkassen von den eingenommenen Beiträgen 4,3 Milliarden Euro übrig behielten.

    Diese wunderschöne Halbjahresbilanz eröffnet gerade im rechten Augenblick den lange herbeigesehnten Ausblick auf die blühenden Landschaften, in denen wir allesamt in den nächsten vier Jahren bei Vollbeschäftigung lustwandeln dürfen, wenn wir nur am Wahlsonntag im September dafür sorgen, dass die erfolgreich arbeitende Regierung ihr Werk ungehindert fortsetzen und vollenden kann.

    Wenn es nun - trotz Krise - im ersten Halbjahr 2013 gelungen ist, die Republik nur aus dem Aufkommen der Lohn- und Konsumsteuern aus dem Defizit herauszureißen, ganz ohne die höheren Einkommen oder Vermögen dafür mit heranziehen zu müssen, wenn es gelungen ist, ausschließlich durch Einschnitte in den staatlichen Leistungen für Rentner, Kranke und Arbeitslose, bei gleichzeitiger Senkung der Arbeitgeberbeiträge, die Staatsfinanzen in die Überschuss-Zone zu regieren, was wird dieser erfolgreichen Regierungsriege in der nächsten Legislaturperiode erst alles möglich sein, wenn sie von diesem hohen Niveau aus so weitermachen darf!

    Es bräuchte z.B. nur eine neue Rentenformel beschlossen werden, damit der Bundeszuschuss zur Rentenversicherung ganz und gar entfallen kann. Das alleine würde zu einem jährlichen Überschuss beim Bund von rund 80 Milliarden Euro führen!
    80 Milliarden, mit denen wir zügig die Staatsschuldentilgung beginnen könnten, angefangen bei den griechischen Staatsschulden, dafür bräuchten wir nur vier Jahre! Bis wieder Wahl ist. Wird auch die gewonnen, dann kommen die portugiesischen, die zyprischen, italienischen, spanischen, französischen Staatsschulden an die Reihe - so könnte, innerhalb nur eines Jahrhunderts, am deutschen Rentenwesen die halbe Welt genesen ...

    Und das ganz ohne Rentenkürzung für die Rentenbezugsberechtigten, weil schließlich auch deren Zahl ganz einfach gesenkt werden kann, indem lediglich das Renteneintrittsalter - rückwirkend - um 10 Jahre auf 77 Jahre angehoben wird.

    Weitere zweistellige Milliardenbeträge könnten zusätzlich eingespart werden, wenn die vielen noch ungenutzten Privatisierungsgelegenheiten zügig genutzt würden.

    Das komplette Straßennetz, das jährlich viele Milliarden verschlingt, fände zum Beispiel schnell einen Abnehmer.

    Ja, die amtierende Regierung hat uns gezeigt, dass Überschüsse auch bei geringem Wachstum oder sogar nach Phasen von Minus-Wachstum hergestellt werden können, wenn man nur intelligent an den richtigen Stellschrauben dreht.

    Weiter so!


    22. August 2013

    15.45 Uhr Wahlversagen

    "Warum wir alle dennoch wählen gehen und gültige Stimmen abgeben sollten, werde ich in den nächsten Tagen an dieser Stelle ausführen."

    Diese Zusage vom 19. August habe ich heute eingelöst. Der Text ist für einen Tageskommentar etwas zu lang geworden und steht daher als Fortsetzung des
    PaD 35 mit der Zählnummer "PaD 35EXTRA /2013" zur Verfügung.

    Bevor Sie also nicht oder ungültig wählen, machen Sie sich klar, dass davon hauptsächlich die Rösler-FDP profitieren würde. Ob Sie das wirklich wollen, bezweifle ich.


    08.45 Uhr Sie sind wieder da. Die Herrscher. 

    Sie waren nie wirklich weg. Das zu glauben, wäre töricht.


    Doch wir glaubten, wir hätten sie unter Kontrolle. Wir glaubten, die Demokratie könne sie auf Distanz halten, ja vielleicht sogar domestizieren.

    Sie konnte es nicht. Wie sollte sie auch?
    Die Demokratie ist die Idee einer Struktur.

    Eine Struktur, eine Organisationsform, eine Überschrift, ein Prinzip, ja selbst die besten Gedanken können jedoch niemanden aufhalten, der sie nicht freiwillig akzeptieren mag. Dazu braucht es die Tat, und für die Tat braucht es Täter.

    Wo die Demokratie noch funktioniert, werden diese Täter als geehrte Wohl-Täter angesehen, wo sie nicht mehr funktioniert, werden diejenigen, die versuchen die wahre Demokratie, die Grund- und Freiheitsrechte der Menschen durch Taten zu verteidigen, zu Straftätern.
    Das Urteil hängt nicht von der Tat, nicht von den Motiven, nicht von den Umständen ab, sondern ausschließlich von der Einstellung derjenigen, in deren Händen die wahre Macht im Staate liegt.

    Jeder, der etwas tut, wird zwangsläufig zum Täter.
    Die Alternative ist das Nichtstun.


    21. August 2013

    13.30 Uhr Griechenland sanft an die Kapitalmärkte zurückführen

    Die jüngste Idee, Griechenland nicht mehr mit weiteren Hilfskrediten vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren und damit von der Rückkehr zur Drachme abzuhalten, sondern direkte Strukturfonds-Mittel aus dem EU-Haushalt zu spendieren, ist ja gar nicht so übel.

    Da wissen alle, wir spenden jetzt was für Griechenland, damit kann Griechenland einerseits seine Wirtschaft ankurbeln und behält außerdem Geld im nationalen Haushalt übrig, um seine Schulden zu tilgen.

    Hoppla!

    Was ist denn das für eine Logik?

    Bisher erhielt Griechenland neue Kredite, mit denen es seine alten Kredite bediente.

    Nun soll Griechenland eine "Spende" erhalten, um seinen Haushalt zu entlasten, so dass dort Geld übrig bleibt, um seine alten Kredite zu bedienen?

    Da könnte die EU die Kohle doch eigentlich gleich an die Märkte überweisen, mit der Maßgabe, Griechenland dafür Kredite in entsprechender Höhe zu streichen.

    Von der Wirkung her wird auch da wieder nur das Vermögen der Gläubiger geschützt, bzw. faktisch bereits eingetretene Verluste ersetzt.

    Das Neue daran ist, dass die Griechen keinen Rettungsschirm mehr um Kredite zu bitten brauchen, die dann an "strenge Auflagen" gebunden wären, sondern dass die EU schlicht den eigenen Haushalt plündert.

    Nun kommen die Mittel für so einen EU-Haushalt allerdings nicht alle Jahre vom Himmel gefallen. Die müssen die Mitgliedsstaaten nach dem Verhältnis ihrer Wirtschaftskraft - unter Abzug von Sonderrabatten (GB) -aufbringen, und weil die allermeisten Mitgliedsländer ihren Haushalt nur durch Neuverschuldung finanzieren können, sind also die Haushaltsmittel der EU letztlich allesamt aus der Neuverschuldung derjenigen 11 Mitgliedsstaaten hervorgegangen, die als Netto-Zahler mehr in die Kasse einbringen als sie wieder herausnehmen.

    Der Effekt gleicht für Griechenland einem Schuldenschnitt.

    Da es aber keiner ist, bleiben die Schulden der Euro-Zone insgesamt davon unberührt. Was Griechenland durch die Spenden der EU an Neuverschuldung erspart bleibt, müssen die Geberländer an Schulden aufnehmen.

    Wieder ein neues Mäntelchen, hinter dem die "Schuldenunion" verborgen bleiben soll.

    Der Hammer an der Argumentation ist aber, dass diese Maßnahme dazu dienen soll, die Rückkehr der kranken Kuh an die Melkmaschine möglichst sanft zu gestalten.

    Entschuldigung, Irrtum.

    Nicht die "kranke Kuh" sondern "Griechenland" soll möglichst sanft zurückkehren, und auch nicht an die "Melkmaschine", sondern an die "Kapitalmärkte".

    Im Grunde läuft es aber auf das Gleiche hinaus.


    20. August 2013

    14.45 Uhr Arbeitsteilung in Absur- D -istan

    Die Stiftung Warentest, bekannt aus Funk- und Fernsehen, kümmert sich um die Zinsen für den Dispo-Kredit und findet heraus, dass die Banken ihren Kunden mit dieser Kreditform nicht nur die ungünstigsten Konditionen sondern auch die höchsten Zinsen aufs Auge drücken - im Schnitt 11,31 Prozent.

    Tun kann die Stiftung da allerdings alleine nichts. Dazu ist sie nicht legitimiert.

    Die Bertelsmann Stiftung, bekannt aus Funk- und Fernsehen, kümmert sich um die kommunalen Finanzen und findet heraus, dass die Schulden der Kommunen im Zeitraum von 2007 bis 2011 von 111 Milliarden auf 130 Milliarden Euro angestiegen sind. Ganz überwiegend, so die Bertelsmann Stiftung, sind die neuen Schulden so genannte Kassenkredite, also genau das, worüber die Stiftung Warentest gleichzeitig informierte.

    Tun kann auch diese Stiftung da allerdings alleine nichts, denn auch sie ist dazu nicht legitimiert.

    Der Bundesfinanzminister, bekannt aus Funk- und Fernsehen, kümmert sich um Griechenland und die deutschen Wähler. Er hat herausgefunden, dass die Griechen noch ein drittes Hilfspaket brauchen, wofür ihm die Griechen danken sollten, und dass es keinen zweiten Schuldenschnitt geben wird, wofür ihm die Deutschen mit ihren Stimmen bei der Bundestagswahl danken sollen.

    Tun kann da allerdings auch Herr Schäuble alleine nichts, denn dazu ist er nicht legitimiert.

    Mich beschleicht bei alledem ein ganz sonderbares - wenn nicht gar surreales - Gefühl.

    Wie wäre es denn zum Beispiel mit einem ersten Hilfsprogramm für die deutschen Kommunen?

    Wie wäre es mit einer staatlichen Bank, die mit Dispo-Zinsen von 4 Prozent immer noch genug verdient?

    Wie wäre es mit einem Finanzminister, der die deutschen Staatsfinanzen rettet, statt die griechischen ...?



    19. August 2013

    10.00 Uhr Koalitionsaussagen

    Frau A.M. schließt eine große Koalition nicht mehr aus. Die SPD "als solche" schließt eine große Koaltion nicht mehr aus. Peer Steinbrück, aussichtsreichster Kanzlerkandidat der SPD seit Rudolf Scharping, schließt - sich - aus einer großen Koalition aus.

    Wenn das kein Hattrick ist.

    • SPD-Genossen und Sympathisanten, die in Steinbrück das Heil der nächsten vier Jahre sehen, werden SPD wählen, um Steinbrück als Chef einer Rot-Grünen-Regierung aus der Wahl hervorgehen zu sehen;
    • SPD-Genossen und Sympathisanten, die eher einen schwarz-roten Kuschelkurs erhoffen, werden SPD wählen, um Gabriel und Nahles mehr Gewicht in der großen Koalition zu verschaffen,
    • Zynisch-kritische Bürger, die eigentlich nicht vorhatten, zur Wahl zu gehen, werden nun SPD wählen, um genüssich zu beobachten, wie sich am Ende Steinbrück, Nahles und Gabriel herumquälen werden, wenn sie - alle miteinander und jeder für sich selbst - vor der Frage stehen: Schwarz-Rot oder Opposition?
    Ja, so tragen gerade unklare und widersprüchliche Aussagen oft mehr zum Wahlerfolg bei, als klare und eindeutige.
    Ein Spiel, das CDU und CSU seit Jahrzehnten perfektioniert haben. Immer findet sich ein Aufreger, bei dem die bayerische Schwesterpartei dagegen ist, wenn die Bundes-CDU dafür ist, oder dafür, wenn die CDU dagegen ist.
     
    In diesem Wahlkampf ist es die Pkw-Maut.
    Im letzen Wahlkampf war es das Betreuungsgeld ...
     
    Nun hat die SPD eben auch ihre Flügel entfaltet und liebäugelt mit der großen Koalition nicht minder als mit der Opposition.
     
    Der Wähler darf sich aussuchen, woran er glauben will.
    Doch er darf sich nicht beschweren, wenn er nach der Wahl wieder einmal der ist, der dran glauben muss.
     
    Selten war die Koalitionsfrage schon lange vor der Wahl so eindeutig beantwortet, wie diesmal.
     
    • Es ist klar, dass CDU/CSU mit einem Vorsprung von deutlich mehr als 10 Prozentpunkten vor der SPD durchs Ziel gehen werden.
    • Es ist klar, dass die LINKE auch diesmal von keiner der im Bundestag vertretenen Parteien als Koalitionspartner akzeptiert werden wird.
    • Es ist klar, dass die schwarz-gelbe Koalition fortgesetzt werden kann und wird,
      wenn es der FDP gelingt, die 5-%-Hürde zu überspringen.
    • Es ist klar, dass es eine große Koalition geben wird, sollte die FDP nicht in den Bundestag einziehen.
     
     
    Peer Steinbrück

     +
    Angela Merkel
     
    =
     
    Peergela Merbrück
     
     
    Die große Koalition ist deshalb sehr viel wahrscheinlicher als Schwarz-Grün, weil sie höchstwahrscheinlich eine verfassungsändernde Mehrheit mit sich bringt, weil es besser ist, die SPD mit in die Verantwortung zu nehmen, für alles, was nach der Wahl zwangsläufig aus der Euro-Krise über uns hereinbrechen wird, und weil die SPD in Bezug auf die Energiepolitik ein sehr viel bequemerer Partner ist als die Grünen.
     

    Warum wir alle dennoch wählen gehen und gültige Stimmen abgeben sollten, werde ich in den nächsten Tagen an dieser Stelle ausführen.
     

     

     


    18. August 2013

     

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag


    17. August 2013

    12.00 Uhr Binnendünen 

    Es gibt sie wirklich. Hohe Sanddünen, mitten im Binnenland, fernab jedes Strandes - und fernab jeder Wüste.

    Es sind Relikte der letzten Eiszeit, als Wanderdünen geboren, nun - von Kiefernwäldern und dünner Bodenschicht bedeckt - vorübergehend zum Stillstand gekommen. Hie und da schaut der Sand heraus, und dann sieht man Bilder wie dieses:

    Da wandert die Düne an ihrer offenen Flanke unter der Kiefer durch, die schon eher an einen Mangrovenwald erinnert, denn an ein heimisches Kiefernwäldchen.

    Das Naturschutzgebiet hat weder einen Parkplatz noch eine Imbissbude. Nur wenige Wanderer sind unterwegs und erkennen, dass sie hier an dieser Stelle "im Vorübergehen" an einigen Jahrtausenden Erdgeschichte teilhaben.

    Die Kiefer auf der Krone der Düne wird in wenigen Jahren von einem Sturm umgeworfen werden. Sie ist, im Vergleich zur Düne, eine junge und sehr vergängliche Erscheinung, und doch ist sie alt genug, dass sie noch die Zeit erlebte, als es weder Handys noch Smartphones, keine SMS und keinen Klingeltondownload gab.

    Für die nächste Kiefer, die in dreißig, vierzig Jahren ähnlich kahlwurzelig auf der Düne stehen wird, sind womöglich Handys und Smartphones Dinge, an denen die Zeit längst vorübergegangen ist.

    Es eilt die Zeit, wir eilen mit, dichtete schon Wilhelm Busch.

    Aussteigen? Ist kaum möglich.

    Doch immer wieder innehalten, nach dem Sinn fragen und versuchen, dem Eilen und Hasten Richtung und Ziel, vor allem aber Sinn und Nutzen zu geben, das ist möglich. Und vielleicht wird aus dem Innehalten dann doch einmal ein Trend zur Entschleunigung. Es würde uns allen gut tun.


    16. August 2013

    09.45 Uhr Heile, heile Gänsje - nu is's scho widde gut ... 

    Mein Gott, was war das doch wieder für eine Aufregung!

    Ein dem amerikanischen Geheimdienst entlaufener Spion hat die ganze Welt wochenlang mit wüsten Ammenmärchen gefoppt. Wir alle würden Tag und Nacht überwacht und ausgespäht, selbst Regierungen und Botschaften würden abgehört, der ganz, ganz große Bruder sei unterwegs und schere sich einen Dreck um Recht und Gesetz ...

    Da ist unser der Bundesinnenminister schleunigst in die USA geflogen und hat Aufklärung verlangt und so viel Aufklärung erhalten, dass er davon erst einmal ganz überwältigt war und sich reichlich Zeit genehmigte, um die Aufklärung auszuwerten.

    Und dann? Dann ist dieser Snowden, der lächerliche Windbeutel und Lügenmärchenerzähler bei Zar Putin untergekrochen - und alle seine Geschichten sind wie Kartenhäuser in sich zusammengebrochen.

    Alle Geheimdienste, die je von Snowden bezichtigt wurden, sich nicht an Recht und Gesetz zu halten, haben beschworen, da sei nichts dran, aber auch gar nichts, so dass Kanzleramtsminister Pofalla inzwischen Entwarnung geben konnte.

    Und nun hat auch das zweite Regierungsmitglied, eben jener USA-Flieger Friedrich dem Deutschen Volke die frohe Kunde überbracht: Alle Verdächtigungen hätten sich in Luft aufgelöst.

    Vermutlich wird die deutsche Bahn - durch diese einfache Lösung einer komplizierten Affäre ermutigt - in Kürze erklären lassen, es gäbe in Mainz überhaupt keinen Hauptbahnhof, so dass alle Gerüchte über Zugausfälle zwangsläufig vollständig erstunken und erlogen sein müssten.

    Natürlich gilt das erst, wenn es auch der Verkehrsminister bestätigt, bis dahin wird noch geklärt, ob Mainz nun vielleicht doch einen Hauptbahnhof gehabt haben könnte, der der Bahn womöglich verloren gegangen ist - doch spätestens dann kann Herr Ramsauer im Brustton der Überzeugung erklären: Alle Verdächtigungen hätten sich in Luft aufgelöst. So etwas Großes, wie ein Hauptbahnhof könne schließlich gar nicht verloren gehen ...


    15. August 2013

    11.20 Uhr Warten auf die erste Hochrechnung

    In Elsendorf ist heute gesetzlicher Feiertag. Dennoch habe ich es mir nicht verkneifen können, wenigstens einen kleinen Paukenschlag in die Welt zu setzen, der sehenden Auges mit einem weinenden und einem lachenden Auge geschrieben wurde. Lesen Sie selbst: Angela Merkel gewinnt die absolute Mehrheit!


    14. August 2013

    09.30 Uhr Buchempfehlung 

    In meinem Keller gibt es noch allerlei Gerätschaften, die es mir möglich machen, bei Bedarf selbst ein paar Bücher zu produzieren. Davon habe ich im Vorfeld des Erscheinens meines neuen Buches Gebrauch gemacht und für einige Rezensenten Vorab-Exemplare hergestellt.

    Was Michael Poost vom Aristo-Blog über "Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise" geschrieben hat, lesen Sie am besten direkt bei ihm.


    13. August 2013

    17.30 Uhr Gibraltar - Wie die kleinen Kinder!

    Der Affenfelsen, wie das nördliche Steilufer der Straße von Gibraltar auch gerne genannt wird, ist seit ziemlich genau 300 Jahren von einem kriegerischen europäischen Volk besetzt, das sich Vorteile davon verspricht, den schmalen Zugang zum Mittelmeer zu kontrollieren.

    Einem in der Vergangenheit kaum weniger kriegerischen Volk, das bis auf diesen 6,8 Quadratkilometer großen Felsen ganz Iberien besitzt, ist das seit nunmehr 300 Jahren ein Dorn im Auge.

    Beide Völker haben sich der UN, der Nato und der EU angeschlossen, geben vor, den Traum vom geeinten Europa der Regionen zu träumen, und spielen doch tatsächlich in diesen Tagen vor dem Affenfelsen jenes gefährliche Spiel eskalierender Provokationen, bei dem es so leicht dazu kommen kann, dass irgendwer im Militär die Nerven verliert - und abdrückt.

    Erst sollen die Briten den Spaniern Betonbrocken mit spitzen Stacheln dran vor die Küste ins Wasser geworfen haben, um die spanischen Fischer beim küstennahen Fischen zu behindern.

    Dann haben die Spanier sich darauf besonnen, dass Gibraltar ja nicht zum Schengen-Raum gehört und damit begonnen, jeglichen Verkehr von und nach Gibraltar so gründlich zu kontrollieren, dass sich die Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR, die ihren Dienst an den Transitstrecken von und nach Berlin schieben durften, davon vielleicht noch eine Scheibe abschneiden könnten, gäbe es die Kontrollen der Transitwege noch.

    Die Briten haben sich als Antwort nun nichts ähnlich Originelles einfallen lassen. Sie schicken eine "Armada" - nee, Armada, das waren ja die Spanier - sie schicken jedenfalls eine ordentliche Flotte von Kriegsschiffen, um ein mehrmonatiges Manöver vor den Küsten Spaniens zu veranstalten.

    Kindern bringt man heute schon im Kindergarten und in der Grundschule bei, wie man die Eskalation von Streitigkeiten verhindert und Konflikte friedlich löst.

    Schulbusbegleiter sorgen zudem dafür, dass Rangeleien, wenn sie denn dennoch ausbrechen, unterhalb der Körperverletzungsschwelle bleiben.

    Mariano Rajoy, der spanische Premier, und David Cameron, sein britischer Gegenspieler, gefallen sich offenbar darin, den Frieden Europas durch leichtsinniges Zündeln an historischen Pulverfässern zu gefährden.

    Und Barrosso ist leider kein ausgebildeter Schulbusbegleiter, sondern nur Präsident der EU-Kommission und von daher in keiner Weise befugt, den Hitzköpfen die Leviten zu lesen.

    Als ob wir keine anderen Probleme hätten, in Europa!

     


    12. August 2013

    17.00 Uhr Maulkorb für Steinmeier

    Über den speziellen deutschen Ast der NSA-Affäre wollte ich nichts mehr schreiben. Nun hat das Sommertheater allerdings eine neue Blüte getrieben, die einfach nicht unkommentiert bleiben kann.

    Da will der Ex-Kanzleramtsminister und Dienste-Aufseher Steinmeier vor dem parlamentarischen Kontrollgremium aussagen, nachdem ihm von Seiten der Koalition vorgehalten worden war, er sei es gewesen, der die Amis - wenn nicht gar eingeladen - so doch zumindest berechtigt hätte, in Deutschland nach Herzenslust abzuhören und mitzuschneiden, aufzuzeichnen und auszuwerten, und dann verweigert ihm die gleiche Koalition das Wort. Man will ihn weder befragen, noch will man ihn ungefragt reden lassen.

    Das empört nun die SPD, die aber, dank demokratischer Spielregeln, die Mehrheitsinhaber nicht zwingen kann, Steinmeier anzuhören, und die Steinmeier auch nicht von sich aus auf irgendeiner Bühne zur Sache reden lassen kann, weil dann nämlich Präsident Obama Steinmeiers sofortige Auslieferung von Angela Merkel fordern würde, die sich dem sicherlich weniger standhaft verweigern würde, als sich Putin beim Auslieferungsbegehren für Snowden weigert.

    Es ist lächerlich!

    Die Regierung darf dem ehemaligen Kanzleramtschef vorhalten, er habe (irgendwelche) Vereinbarungen mit den USA unterschrieben, doch Steinmeier findet keinen Ort, an dem er, ohne selbst zum Whistleblower zu werden, sagen könnte, was genau er da unterschrieben hat.

    Es ist lächerlich.

    Mit ein bisschen Mumm in der Hose könnte Steinmeier morgen in der BILD erzählen, was er weiß. Es kann davon ausgegangen werden, dass er vieles weiß, aber eben nicht alles - und schon gar nicht das Aktuelle.

    Mit ein bisschen Mumm in der Hose könnte er die Bresche, die Menschen wie Mannings, Snowden und Assange in die Mauer des Schweigens, der Vertuschung, der Verharmlosung und der Lüge geschlagen haben, ein Stück weiter aufreißen.

    Doch da ist dieses sonderbare Verantwortungsgefühl, das Klammern an etwas, das sich Staatsräson nennt, das ihn, trotz der persönlichen Kränkung, die ihm gerade angetan worden ist, lieber weiter schweigen lässt, als das Treiben der Geheimdienste wenigstens so weit öffentlich zu machen, wie es im Ruch steht, gegen Recht und Gesetz zu verstoßen.

    Dieses Schweigen ist kein heroisches Schweigen, auch kein märtyrerhaftes, sondern ein peinliches, der Fortsetzung der fragwürdigen Praktiken Vorschub leistendes Schweigen.

    Noch peinlicher ist allerdings die Rolle der derzeitigen "Geheimnisträger" in Regierung und Parlament, deren Anstrengung, Aufklärung zu verhindern, im Umgang mit Steinmeier so deutlich geworden ist, dass sie besser wenigstens ganz darauf verzichtet hätten, Herrn Pofalla nochmals zu befragen.

     


    12. August 2013

    09.30 Uhr Geldvernichtung 

    Bei Google-News - in der nicht personalisierten Version -gab es heute Morgen keine einzige Nachricht aus den Bereichen Wirtschaft und Finanzen- weder eine gute, noch eine schlechte.

    Klimapflege im Vorfeld der Bundestagswahl? Leicht möglich.

    Auf den Seiten der Börsenexperten macht sich zwischen den Zeilen allmählich die Sorge breit, es könnte ein massiver Kursrutsch bevorstehen, eine neue, gewaltige Geldvernichtung.

    "Geldvernichtung" - das ist aus der Sicht des betroffenen Anlegers sicherlich eine zutreffende Beschreibung des Geschehens. Sein Vermögen ist weniger wert geworden. Wollte er es zu Geld machen (also die Aktien verkaufen), bekäme er weniger Geld dafür als er ausgegeben hat, doch mit "Geldvernichtung" hat diese individuelle Vermögensminderung nichts zu tun.

    Mit Geldvernichtung hat schon eher das zu tun, was man Schuldenschnitt oder Haircut nennt, doch auch hier wird nicht Geld vernichtet, sondern lediglich Forderungen auf Geld, die dadurch entstanden sind, dass das "Geld", um das es geht, vorher verliehen wurde. Das Ausbuchen der Forderung ändert an der Fortexistenz dieses Geldes nichts.

    Der Satz: "Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer", ist folglich so lange zutreffend, wie wirklich der Weg des Geldes verfolgt wird und nicht Geld und Geldanlagen miteinander verwechselt werden.

    Selbst "Tagesgeld" ist kein "Geld" mehr, sondern "nur" eine sehr kurzfristig terminierte Forderung an die Bank, die erst über die Umbuchung vom Tagesgeldkonto auf das Girokonto wieder in Liquidität, also Geld, umgewandelt werden muss.

    Das Geld, das der Anleger als "sein Tagesgeld" ansieht, hat in Wahrheit nun die Bank. Der Saldo auf dem Tagesgeldkonto ist kein Geld, sondern nur eine Forderung auf Geld.

    Und sollte eines Tages im Zuge der Euro-Rettung eine große, systemrelevante Bank dadurch gerettet werden, dass schlicht alle Tagesgeldguthaben gestrichen werden (man weiß ja nie, was die sich einfallen lassen ...), dann wäre damit immer noch kein Geld vernichtet worden.

    Wie kann es aber zu einer "Schuldenkrise" kommen, wenn das Geld faktisch "unkaputtbar" ist, also eigentlich stets ausreichend verfügbar sein sollte?

    Die Antwort ist so einfach, dass es fast schon weh tut:

    "Weil es die anderen haben!"

    Diese anderen, das sind "die Märkte". Die Märkte, von deren Wohlwollen jetzt ganze Staaten, ja die gesamte Euro-Zone abhängen.

    In meinem jüngsten Buch, "Das Euro-Schlachtfest - Die Logik der Krise", erfahren Sie, wie es dahin kommen konnte und was - womöglich unmittelbar nach den Wahlen - noch alles auf uns zukommen wird.

    Noch bis zum 23. August im Vorverkauf zum günstigen Subskriptionspreis zu erhalten.

    Ausführliche Informationen zum Buch

    • Inhaltsverzeichnis,
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    • Leseprobe
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    11. August 2013

     

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag


    10. August 2013
    9. August 2013

    08.30 Uhr Wenn in China ein Sack Reis umfällt ...

    Das war früher Synonym für "vollkommen egal" - und so lange ist das noch gar nicht her. Heute stehen sonderbare Nachrichten in der Zeitung:

    Die Inflationsrate in China sei hinter den prognostizierten Werten zurückgeblieben und damit - oh Schreck! - schwächer als erwartet ausgefallen. 2,8 Prozent hätten es sein sollen, nur 2,7 Prozent sind es geworden, und das, obwohl die Regierung mit 3,5 Prozent Inflation gerechnet hatte. Deshalb müssten die Zinsen gesenkt werden.

    Der Erzeugerpreis-Index für China sei - wegen der rückläufigen Nachfrage in China - 17 Monate in Folge gefallen.

    Und: Das Wirtschaftswachstum sei im vergangenen Jahr mit 7,8 Prozent auf dem tiefsten Stand seit 1999 angelangt.

    Leider, leider fehlen in diesem bei SPIEGELONLINE veröffentlichten und mit cte/dpa gezeichneten Artikel einige wesentliche Angaben, z.B. die Aussage darüber, welcher Anteil des Wirtschaftswachstums auf den Binnenmarkt und welcher Anteil auf den Export zurückzuführen ist und wie sich diese Anteile verändert haben.

    Ganz schnell recherchiert können da nur zwei Zahlenpaare wenigstens ein bisschen auf die Sprünge helfen:

     Vergleichsjahre Exportwachstum BIP-Wachstum
     2007 gegen 2006 26,0 %  14,1 % 
     2012 gegen 2011 7,9 % 7,8 % 

    China, als "die Werkbank der Welt" ist, mehr noch als Deutschland, von der Weltkonjunktur abhängig. Was auch Zweifel daran weckt, ob der Erzeugerpreis-Index tatsächlich wegen der Rückläufigen Nachfrage "in China" gesunken ist, oder wegen der rückläufigen Nachfrage nach chinesischen Produkten auf dem Weltmarkt.

    Dass die geforderte Zinssenkung zu einem Anstieg der Verbraucherpreise in China führen würde und dass diese Inflation helfen würde, das (preisbereinigte) Wachstum wieder zu beschleunigen, halte ich für ausgesprochen unwahrscheinlich.

    Es gibt schließlich von Tokio bis New York hinreichend viele Möglichkeiten festzustellen, welch' segensreiche Wirkungen Niedrigzinsen auf die Spekulationsblasenproduktion entwickeln, während die Realwirtschaft einbricht oder stagniert.

     


    8. August 2013

    08.30 Uhr Geothermie: Geld aus dem Bohrloch 

    Wenn es nicht legal wäre, wäre es Subventionsbetrug.

    Bei näherer Betrachtung erscheint die "Tiefe Geothermie" nicht mehr als eine
    umweltfreundliche Form der nachhaltigen Energiegewinnung.
    Eher als eine Einladung an Geschäftemacher, sich auf Kosten der kleinen
    Haushaltsstromkunden eine goldene Nase zu verdienen.

    Welche Stümper machen diese Gesetze?


    7. August 2013

    11.00 Uhr IWF über die deutsche Sparstrategie

    Der Internationale Währungsfonds ist mit der Spar- und Wirtschaftspolitik der Bundesrepublik weitgehend zufrieden und lobt Deutschland als einen wichtigen Anker für die "regionale" (meint wohl: "europäische") Stabilität.

    Falls allerdings das Wachstum unter den Erwartungen bliebe (und der IWF erwartet für 2014 ein Wachstum von gerade noch 0,3 Prozent), müsse Deutschland irgendetwas tun, haushalts- und sparpolitisch.

    Allerdings meint der IWF nicht, dass Deutschland dann noch mehr sparen müsse, wie z.B. Griechenland, sondern dass Deutschland eher weniger sparen solle (so wie die Euro-Schuldner-Ländner? Nein, so wohl auch wieder nicht!) und vielleicht versuchen müsste, den Binnenmarkt zu beleben, weil Deutschland nun mal eben exportlastig und damit anfällig für eine rückläufige Auslandsnachfrage sei.

    Diese und ähnliche Töne waren in den letzten Wochen vom IWF öfters zu hören, nicht nur Deutschland betreffend, sondern ganz allgemein das "strikte Sparen und seine negativen Folgen" in der Euro-Zone betreffend.

    Ob dieses "Zurückrudern" einer echten Einsicht in die Gefahr des Kaputtsparens entspringt oder einfach nur eine Mehrheitsmeinung innerhalb der 188 IWF-Mitgliedsstaaten zum Ausdruck bringt, die den deutschen Sparkurs aus den unterschiedlichsten Gründen missbilligen - die einen, weil er ihre Wettbewerbsfähigkeit im Welthandel untergräbt, die anderen, weil sie unter der von Deutschland maßgeblich geprägten, innereuropäischen Austeritätspolitik leiden, sei vollkommen dahingestellt.

    Allerdings ist der Zeitpunkt sehr günstig gewählt. Nach den Wahlen hat Angela Merkel wieder lange vier Jahre vor sich, in denen der Michel alles vergisst, was sie und Schäuble heute noch sagen, dass es nämlich bald einen ausgeglichen Haushalt geben wird, dass man, dank Schuldenbremse, die Staatsverschuldung sogar abbauen wird.

    Mit der jetzt schon ausgesprochenen IWF-Empfehlung im Gepäck können die Ausgabenpläne nach der Wahl wieder aufgeblasen werden. Zur Sicherung der Stabilität Europas. Klingt doch Klasse!


    6. August 2013

    10.45 Uhr CDU-Wahlplakate - als gäbe es keine Themen

    Nachdem vor ein paar Tagen die SPD stolz vorgezeigt hat, wie sie in den nächsten Wochen öffentliche Straßen und Plätze mit Negativ-Botschaften und Merkel-Portraits bekleben und behängen will, ist nun auch die CDU mit ihren Groß- und Kleinplakaten an die Öffentlichkeit getreten.

    Der SPIEGEL löst "Phrasenalarm" aus und spricht von "inhaltsleeren Botschaften", kann es sich aber nicht verkneifen, diese "Inhaltsleere" breit zu besprechen.

    Es ist natürlich keine neue Erscheinung, dass Wahlplakate eben Wahlplakate sind. Wer mehr wissen will, was eine Partei so plant, der kann sich in Partei- und Wahlprogramme vertiefen, die es ja auch gibt. Deren Nachteil ist allerdings, dass sie ein Schattendasein führen, aus dem sie nur dann einmal ans Licht gezerrt werden, wenn der politische Gegner darin etwas findet, an dem er sein Süppchen kochen kann, so wie jetzt alle miteinander versuchen, das "Vegetarische" im Wahlprogramm der Grünen mit dem genüsslichen Hinweis auf die eigenen "Wurstelei" zu konterkarieren.

    Das, was mir wie eine "neue Erscheinung" vorkommt, ist mein Eindruck, dass bei mir bisher keine Botschaft angekommen ist, was die Parteien eigentlich wollen - und vor allem, was wer wirklich anders anpacken will als seine politischen Mitbewerber, um meine Stimme dafür zu erhalten.

    Diese neue Erscheinung kommt mir vor, wie der lähmende Sieg der Alternativlosigkeit über die Fantasie, die Kreativität und den Mut, eingefahrene abschüssige Gleise zu verlassen.

    Diese neue Erscheinung kommt mir vor, als ginge es in der politischen Auseinandersetzung um die Wählergunst nicht mehr darum, Pluspunkte für die besseren Zielsetzungen zu sammeln, sondern nur noch darum, sich nicht durch irgendeine eigene Idee der Gefahr auszusetzen, dafür vom politischen Gegner lächerlich gemacht zu werden.

    Und so erleben wir erneut einen Wahlkampf ohne Themen. Noch nicht einmal die FDP hat sich mit ihrem Dauerthema "Steuersenkung" zu Wort zu melden gewagt.

    Vielleicht muss das so sein.

    Die schöne Vision vom einigen Europa hat ihre Strahlkraft genau so verloren, wie das schöne Versprechen vom Wohlstand für alle.

    Allzu deutlich ist es, dass die Reichen reicher werden, weil die Politik die Weichen für den Umbau Deutschlands zum Niedriglohnsektor gestellt hat.

    Allzu deutlich ist es, dass der Euro die Euro-Zone vergiftet hat und die Kluft zwischen dem Norden und dem Süden immer weiter aufbricht.

    Vielleicht muss man in einer solchen Situation alternativlos weiterwursteln, vielleicht muss man darauf achten, bloß keine Angriffsfläche zu bieten, vielleicht muss man darauf verzichten, eigene, neue Ideen vorzutragen, oder gar umsetzen zu wollen, wenn man an der Macht bleiben - oder wenn man, wie die SPD - in solchen Zeiten lieber ungeschoren in der Opposition überwintern will.

    Doch dafür wählen wir doch eigentlich nicht, doch nicht dafür, dass austauschbare Figuren mit austauschbaren Programmen nichts anderes mehr wagen, als sich - um des Machterhaltes willen - im Schlammloch der Alternativlosigkeit zu suhlen.


    5. August 2013

    13.00 Uhr Der Stern erklärt die Euro-Krise für beendet.

    Zumindest gibt es da heute einen Artikel, dessen Überschrift suggeriert, es sei ein Ende der Euro-Krise in Sicht.

    Der Witz: Es folgt kein einziges Wort über die Euro-Krise. Der Stern lässt sich über Ergebnisse der Konjunktur-Prognostigker eines "Markit-Institutes" aus, die für Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien einen positiven Einkaufsmanager-Index er-umfragt haben.

    He Leute, hallo Stern-Redaktion! Ist da noch irgendwer zuhause?
    Die Euro-Krise hat mit dem Einkaufsmanager-Index nicht mehr zu tun, als das Ungeheuer von Loch Ness mit der Mondlandung.

    Die Euro-Krise ist eine Währungskrise, eine Schuldenkrise, eine Vermögensskrise.

    Die heilt nicht, wenn ein Einkaufsmanager-Index leichte Ausschläge in Richtung Wachstum zeigt. Die würde auch nicht heilen, wenn die gesamte Euro-Zone ihre Wirtschaftsleistung von heute an jährlich um 10% (preisbereinigt) steigern könnte.

    Mit dem Euro geht es zu Ende - nicht mit der Euro-Krise!

     

     

     

    09.00 Uhr Einstürzende Wohnbauten

    Fracking, der ökologische Wahnsinn aus den USA ist in aller Munde und soll, nach dem Willen so manches "fortschrittlichen" Abgeordneten, bald auch in Deutschland dafür sorgen, dass brennende Wasserhähne und andere alternative Wärmequellen unseren Energiemangel beheben helfen.

    Abgesehen davon, dass die USA, im Gegensatz zu Deutschland, zu den eher dünn besiedelten Gebieten dieser Welt zählen und daher noch glauben, den Raubbau an der Natur und die negativen Folgen weitab von den bevorzugten menschlichen Siedlungsgebieten so betreiben zu können, dass niemand einen Schaden davon hat,
    sollten wir doch wieder einmal genau hinschauen, was uns schon die "Vorstufe des Frackings" an unerfreulichen Überraschungen zu bieten hat.

    Geothermie

    Das Anbohren der tiefer gelegenen, wärmeren Schichten der Erdkruste, um von dort Wärme an die Oberfläche zu transportieren ist eine Technologie, die ähnlich wie das Fracking erst Kanäle durch alle möglichen Gesteins- und Sperrschichten treibt und dann - als Trägermedium für die Wärmeenergie - Wasser hineinpresst, das - erhitzt - dann wieder an die Oberfläche kommen soll.

    Hört sich harmlos an, weil da nicht, wie beim Fracking, auch noch tonnenweise Giftstoffe ins Gestein gepresst werden sollen - und weil, anders als beim Fracking, auch nicht leicht entflammbare Kohlenwasserstoffverbindungen nach oben befördert werden sollen, sondern eben nur "heißes Wasser".

    Die vollkommen harmlosen Geysire Islands lassen grüßen.

    Nun, da wo Geothermie ausprobiert wird, in Deutschland, erweist sich schon diese "harmlose" alternative Energiequelle als höchst problematisch.

    Vor fünf Tagen sendete die SWR-Landesschau Baden-Württemberg einen Beitrag, in dem berichtet wurde, dass wegen der Schäden durch eine Erdwärmebohrung nun das erste Gebäude abgerissen werden muss. Nachdem das Haus um 45 cm angehoben wurde und sich in der Folge Risse von bis zu 25 cm Breite bildeten, sei die Standsicherheit nicht mehr gegeben.

    Am 20. Juli gab es im schweizer St. Gallen nach dem Abschluss einer Bohrung, also vor Aufnahme des eigentlichen Betriebs, ein Erdbeben, das viele Schäden verursachte.

    Doch das sind längst keine Einzelfälle.

    Sehen Sie sich einfach mal auf der Website der Bürgerinitiative Geothermie Steinweiler (BIGS) e.V. um. Dort haben engagierte Bürgerinnen und Bürger ihre Erkenntnisse und aktuelle Nachrichten gesammelt.

    Und wenn Ihnen wieder mal jemand erzählt, Fracking sei auch in Deutschland eine beherrschbare Technologie, dann könnte es Spaß machen, nachzufragen, wie Fracking sicher sein soll, wenn schon die Geothermie offenbar nicht beherrschbar ist.


    24. November 2013

    Julies Bild vom Sonntag

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 

     


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    bis zum 4. August 2013

     

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    Dieser Zähler zählt seit etlichen Monaten die Besucher dieser Website.

    am 12.03. 2012 waren es 1.000.000
    am 8. Juli waren es 1.100.000
    am 8. Oktober 2012 waren 1.200.000
    am 27. November waren es 1.250.000

     

    und schon wieder sind es mehr geworden ...

     

    Vielen Dank für Ihr großes Interesse.

    Es ehrt mich.

    Links zu Seiten, die ich gerne empfehle:

    Quellen Gert Flegelskamp
    ein geradliniger Querdenker, bringt laufend k
    luge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
    http://www.flegel-g.de/
    Statistisches Bundesamt
    viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
    http://www.destatis.de
    Cleanstate e.V.
    H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
    http://www.cleanstate.de/start.html
    Politik-Poker
    "aus unterschiedlichen Blickwinkeln ...", das war das Motto zu Beginn, inzwischen sind die Blickwinkel recht verengt - aber man soll ja auch die Argumente Andersdenkender kennen.
    http://www.politik-poker.de
    Norbert Rost,
    Die Feldpolitik ist fast eingeschlafen. Doch alle paar Monate gibt es noch ein paar kluge Anmerkungen,
    http://feldpolitik.de
    Bürgermeinungen
    hier schreiben einige wenige Bürger unverdrossen ihre Meinung.
    http://www.buergermeinungen.de/
    Info-Portale Sozialticker
    Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
    http://www.sozialticker.com/
    Kritisches Netzwerk
    engagierte, kritische Stimmen - stets aktuell
    http://www.kritisches-netzwerk.de/
    Mag Wompel
    das labournet - die Gewerkschaftslinken
    http://www.labournet.de
    Politik im Spiegel
    hochaktuell auf der Höhe der alternativen Meinung
    http://politik-im-spiegel.de/
    Nachdenkseiten
    nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
    http://www.nachdenkseiten.de/

    Die Selbstähnlichkeit der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild des Ganzen zu machen - so man nur will. 

     
     

     

     

     

     

     

    Wer nicht zahlt, erhält keine Mahnung und schon gar nicht eine Zahlungsaufforderung vom Inkassobüro, weder vom seriösen, noch vom unseriösen.

    Wir gehen davon aus, dass es sich der Kunde anders überlegt hat und löschen die Bestellung nach ein paar Wochen einfach.

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