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Egon
W. Kreutzer
Autor und Verleger
- mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit,
meint:
Kritik
muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln
noch trösten, um konstruktiv zu sein.
Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen
Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung
von Sachverhalten und Umständen abzielen.
Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür
nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

Was
war das denn?
egon-w-kreutzer.de
mit Piano?
Nun, so klingt
Harry Kulzer
- über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -
heute.
Mehr von diesem
Sound bei
- Table for two
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- Harry Kulzer
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- Wolfgang Opitz
- Thomas Froschmaier
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Tatsächlich ist es eine Stärke
unseres Rechtsstaats, dass er jeden gleich behandelt, welche
Stellung auch immer er einnimmt.
Angela Merkel
am 17.02.2012
anlässlich des Rücktritts von Christian Wulff
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17.
Februar 2012
11.25 Uhr Nun ist das Stück
doch anders beendet worden.
Christian Wulff ist nicht mehr
Bundespräsident.
Da hat er also bis zur letzten Drohung gekämpft und erst
aufgegeben, als er keine Chance mehr sah.
Die spannende Frage: Wen wird
Angela Merkel nun zum obersten Gesetzesunterzeichner küren?
09.10 Uhr Aufhebung der
Immunität
Tri, Tra, Trallala, das
Kasperl, das ist wieder da
Sie kennen das, da baut man
im Wohnzimmer das Sperrholzhäuschen auf, kniet sich mühsam
dahinter, stülpt die Kasperlfigur über die linke Hand,
den Polizisten über die rechte, zieht den Vorhang auf und
beginnt mit verstellter Stimme den Figuren Leben einzuhauchen.
Und während die Kinder
vor der Bühne mit dem Kasperl fiebern, wird der Polizist
von der Hand gestreift und die Prinzessin drübergezogen,
dann geht der Kasperl und das Krokodil erscheint, usw. usw.
Die Illusion ist perfekt, wenn
der Spieler gut und die Zuschauer nur naiv genug sind.
Nun tischt man uns das Verlangen
der Staatsanwaltschaft auf, die Immunität des amtierenden
Bundespräsidenten aufzuheben.
Während im Zuschauerraum
die einen jubeln, dass nun endlich der Gerechtigkeit der Weg
gebahnt würde, stöhnen die anderen vor Entsetzen auf,
weil man doch nicht das höchste Amt im Staate behandeln
könne, als lebten wir in einer Bananenrepublik.
Kommentatoren meinen pflichtschuldig,
nun müsse Christian Wulff zurücktreten, und die Zuschauer,
gebannt von den sich überschlagenden Ereignissen, sind begeistert,
ob dieser meisterhaften Dramaturgie.
Nun, ich weiß nicht,
wer das Drehbuch zu dieser Affäre geschrieben hat, doch
scheint es mir ausgesprochen raffiniert ausgedacht - vorausgesetzt,
das Vorgehen ist zwischen der Dienstherrschaft der Staatsanwaltschaft,
den Vorsitzenden der Regierungsparteien, den Medien und dem Bundespräsidenten
abgestimmt.
- Dann ist nämlich jetzt
erst einmal das Volk beruhigt.
- Dann braucht Christian Wulff
jetzt nicht mehr zurückzutreten, denn er hat ein schlagendes
Argument: "Ein Rücktritt zu diesem Zeitpunkt käme
einem Schuldeingeständnis gleich und wäre zugleich
Indiz dafür, dass er noch sehr viel mehr zu verbergen habe,
als alles, was eh schon herausgekommen ist.
- Dann braucht er sich auch
weiter keine Sorge zu machen, denn die staatstragenden Parteien
mit ihrer Bundestagsmehrheit werden den Antrag auf Aufhebung
der Immunität nach erbittertem Streit auf offener Bühne
ablehnen. Aus Gründen der Staatsräson, aus liebe zum
Grundgesetz, aus Respekt vor dem Amt, etc. pp.
- Dann ist die Affäre ausgestanden.
Der Bundestag stellt dem Bundespräsidenten mit seiner Mehrheit
den Persilschein aus. Nun geht nichts mehr. Der Sturm im Wasserglas
darf sich legen.
- Wollte die Regierung, dass
Wulff zurücktritt, man hätte ihm das beigebracht. Es
ist doch nicht so, dass man nicht miteinander redet, nicht die
Instrumente zeigt, mit denen man das erwünschte Handeln
peinlich erzwingen könnte.
-
- Für mich sieht es so
aus, dass der Puppenspieler im Hintergrund nach einem langen,
spannenden, zum Teil improvisierten Spiel nun endlich den Vorhang
schließen will und mit dem nun eingeläuteten Schlussakt
eine rundum befriedigende Lösung präsentieren will.
-
- Das Publikum applaudiert,
hält am Ende alles für gut so, freut sich über
das kaum noch erwartete Happy-End - und schaltet am nächsten
Tag den Fernseher wieder ein, weil es gar nicht genug bekommen
kann, von diesem Kasperltheater.
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- 10.30 Uhr Räumungsverkauf
beim EWK-Verlag
-
- Newsletterempfänger wissen
es:
Der EWK-Verlag wird in einigen Wochen ein neues Domizil beziehen.
-
- Nun suchen wir "Umzugshelfer".
-
- Und diese Hilfe ist leicht
- und wird recht gut honoriert. Was Sie jetzt noch bestellen,
brauchen wir weder auszuräumen und einzupacken, noch auszupacken
und wieder einzuräumen.
-
- Um Ihnen diese Mithilfe schmackhaft
zu machen, haben wir für diejenigen Titel aus unserem Verlagsprogramm,
bei denen das möglich ist, die Buchpreisbindung aufgehoben
und gewähren bis einschließlich 16. März auf
die nun unverbindliche Preisempfehlung (UVP) ansehnliche Rabatte.
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16. Februar
2012
08.55 Uhr Die hehre Idee
vom Bürger als Souverän
geht wieder ein Stück
weiter den Bach runter.
Der Bürger
- von den Privilegierten abgesehen,
die sich praktisch alles leisten können (Kohl: Ehrenwort,
Schäuble: Köfferchen, Wulff: Freunde, Damen und Herren
Märkte: leistungslose Einkommen) -
dient nur noch als Produktionsfaktor,
als Konsumfaktor, als Melkkuh,
und erhält daher jene
Fürsorge, die man seit der Domestizierung von Wildtieren
seinem lebenden Eigentum zukommen lässt. Dazu gehört
ausreichendes Futter, medizinische Hilfe - sofern noch nutzbringend,
Einstallung und hinreichende Überwachung, damit die Rindviecher
auch da bleiben, wo sie hingehören und nicht auf die Idee
kommen, sich daran zu erinnern, dass sie - einst frei geboren
und in Freiheit lebensfähig - ihren eigenen Weg gehen könnten.
In selbst organisierten Herden, wo Kälber bei den Kühen
bleiben und vom Euter trinken, statt als Abfallprodukt der Milcherzeugung
mit billigem Milchersatz gerade so lange gemästet zu werden,
bis sie - unter Berücksichtigung von Schlachtgewicht und
bis dahin anfallenden Unterhaltskosten zu Wiener Schnitzeln und
Kalbsleberwurst verarbeitet werden.
Wer sich in Deutschland und
ganz Europa so umsieht, kann sich des Eindrucks nicht erwehren,
dass nach Schafen, Ziegen, Kaninchen, Schweinen und Kühen
nun die Menschen selbst wieder einmal endgültig zum Objekt
von "Übermenschen" gemacht werden sollen. Sklaverei
in moderner Gestalt.
Heute nur ein weiterer Aspekt,
das Projekt "INDECT",
vorgestellt vom nur bedingt
verdächtigen WDR. Nach Vorratsdatenspeicherung, Bundes-
und Ländertrojanern, Handy-Ortung, Nummernschild-Fotografie,
biometrischem Ausweis mit berührungslos auslesbarem Chip
folgt nun die Totalvernetzung von Überwachungskameras mit
allen geheimen und nicht geheimen, behördlichen und frei
zugänglichen privaten Datenbanken.
Wir seien der Souverän,
heißt es.
Ein erbärmlicher Souverän!
Es wird Zeit, dass wir uns
wieder mehr um unsere Freiheit bemühen. Festigen, was noch
übrig ist, und zurückholen, was uns Schritt für
Schritt genommen wurde.
Es ist fünf vor zwölf!
15. Februar 2012 |
14. Februar
2012
11.50 Uhr PaD 6 /2012 Johann
& Krezens Flamensböck
13. Februar 2012 |
12. Februar
2012
Das Bild vom Sonntag
11. Februar
2012
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10. Februar
2012
09.45 Uhr Termindruck
Die griechische Regierung steht
unter Termindruck und pokert von Ultimatum zu Ultimatum, um das
Maß der Erfüllung der Forderungen von EZB, Kommission
und IWF.
Es ist ein unwürdiges Verhalten der Euro-Familie gegenüber
dem Mitglied Griechenland und zugleich ein Lehrbeispiel dafür,
wie es allen weiteren Ländern ergehen wird, deren Zahlungsschwierigkeiten
vom Pseudo-Staat "Euro-Land" ins Visier genommen werden.
Ich kann nur noch einmal dazu
aufrufen:
Griechen, kehrt zur Drachme
zurück, verhandelt euer eigenes Moratorium mit den Gläubigern,
die können gar nicht anders als nachgeben, und atmet anschließend
mit der eigenen Währung wieder frei durch!
Die Situation, die jetzt eingetreten
ist, war absehbar.
Muss es erst zum offenen Aufstand
in Athen kommen?
Ich erinnere noch einmal an
den Paukenschlag "Griechenland
als Chance verstehen" vom 15. April 2010 - also vor
fast zwei Jahren geschrieben. Ein Jammer, wie alles bisher auf
diesen Kulminationspunkt zugelaufen ist, an dem sogar gefordert
wird, alle griechischen Staatseinnahmen hätten auf ein Sperrkonto
zu laufen, aus dem zuerst die Forderungen der Gläubiger
erfüllt werden.
Doch nicht nur die Griechen
stehen - unfreiwillig - unter Druck, auch ich selbst stehe unter
Druck,
allerdings unter einem Druck
mit erfreulicher Ursache. Der Umzug des EWK-Verlags in neue Räumlichkeiten
erfordert momentan sehr viel Zeit und Aufmerksamkeit - mit der
Folge, dass Sie, liebe Besucher dieser Seite, in den letzten
Tagen ohne meine Tageskommentare und diese Woche auch ohne Paukenschlag
auskommen mussten.
Ich setze auf Ihr Verständnis
und bin guter Dinge, dass das alles bald auch wieder ins Lot
kommen wird. Vorab mag ich noch ankündigen, dass es beim
EWK-Verlag ab dem 16. Februar zu einem "Räumungsverkauf"
kommen wird. Natürlich ist das nach der Buchpreisbindung
verboten, aber es funktioniert trotzdem. Wie, das verrate ich
Ihnen am 15. Februar. Freuen Sie sich schon jetzt auf Bücher
zum Schnäppchenpreis!
Mit besten Grüßen
aus dem Eu-Stress (hat nichts mit EU zu tun!)
Ihr
Egon W. Kreutzer
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4. Februar
2012
10.30 Uhr Arktische Kälte
in vier Versionen
Die wohl kälteste Nacht
dieses Winters hat an den abgestorbenen Stängeln der Wasserpflanzen,
die über den zugefrorenen Teich hinausragen, wunderschöne
Kristalle entstehen lassen. Auch am Wasserzulauf - über
den Fische und Amphibien sich unter der Eisdecke freuen, hat
die Kälte eine bizarre Skulptur entstehen lassen.
Doch diese Nacht hat auch ein
anderes Beispiel arktischer Kälte zu mir getragen. Das Verhalten
der Deutschen Bank in Bezug auf die Nahrungsmittelspekulation
spricht Bände.
Erst das Schöne, die
winterliche Kälte und ihre Formen:



Und dann die Kälte der Gier
treffend visualisiert in
diesem Video,
faktisch untermauert von der darunter wiedergegeben foodwatch-E-Mail:
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bitte evtl. noch weiter verbreiten
Anfang der weitergeleiteten E-Mail:
Von: foodwatch-Newsletter<aktuell@foodwatch.de>
Datum: 31. Januar 2012 13:19:20 MEZ
An: info@bn-in.de
Betreff: Deutsche Bank hält ihr Versprechen nicht - keine
Entscheidung zum Ausstieg aus der Nahrungsmittel-Spekulation!
Hallo und guten Tag,
im foodwatch-Büro stand in den vergangenen Tagen das Faxgerät
nicht
still, der Briefkasten war überfüllt: Nachdem wir dazu
aufgerufen
hatten, mit Unterschriftenlisten Stimmen gegen die
Nahrungsmittelspekulation zu sammeln, haben Sie uns knapp 4.000
neue
Unterschriften geschickt
herzlichen Dank für Ihre große Hilfe! Mehr als 57.000
Menschen
haben den Protestaufruf an die Deutsche Bank im Internet mittlerweile
unterschrieben.
Das sind mehr als 60.000 Stimmen - ein beeindruckendes Signal.
Doch wir müssen weiter machen! Denn Josef Ackermann und
seine Deutsche
Bank halten nicht Wort:
Statt wie versprochen bis Ende Januar eine
Entscheidung zum Ausstieg aus der Nahrungsmittelspekulation bekannt
zu
geben, setzt die Deutsche Bank auf eine Hinhaltetaktik:
Wir stehen erst am Anfang der von mir zugesagten Überprüfung
unseres Geschäfts mit
Agrar-Rohstoffen, schrieb Josef Ackermann an foodwatch.
In den kommenden Monaten will die Deutsche Bank
jetzt eine umfassende
Studie zum Thema erarbeiten. Während angeblich geprüft
und diskutiert
wird, sterben weltweit Menschen an Hunger auch als Folge
der
Rohstoff-Spekulationen.
Die Deutsche Bank darf ihre Entscheidung nicht länger hinauszögern!
Leiten Sie diese E-Mail jetzt weiter und bitten Sie Freunde und
Bekannte, die Aktion gegen die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen
unter
diesem Link zu unterzeichnen:
http://mailings.foodwatch.de/c/5273476/9d12263427ed0
Wir haben uns(?)entschieden, einen breiteren Ansatz, als
zunächst
geplant zu verfolgen schreibt die Deutsche Bank in einer
E-Mail an
foodwatch. Alle Ankündigungen einer gründlichen Prüfung
und
Entscheidung bis Ende Januar waren demnach nicht mehr als ein
PR-Trick.
Wir sollen anscheinend mundtot gemacht werden:
Im Auftrag von Herrn Dr. Ackermann möchte ich Sie
bitten,
von weiteren Schreiben abzusehen, so die für Nachhaltigkeit
zuständige
Mitarbeiterin der Deutschen Bank in einer (E-Mail an foodwatch.
Und weiter: Die Bank
lässt sich hierbei nicht
unter Druck setzen.
Wir meinen: Jetzt erst recht!
Solange die Deutsche Bank die Spekulation mit Nahrungsmitteln
nichts
stoppt, dürfen wir in unserem Protest nicht nachlassen.
Nutzen Sie
unser Formular, um die Aktion weiterzuempfehlen:
http://mailings.foodwatch.de/c/5265025/9d12263427ed0
Josef Ackermann hatte versprochen, den foodwatch-Report ·gründlich
zu
prüfen· und sich um eine rasche und detaillierte
Antwort zu
bemühen. Doch mit der gründlichen Prüfung scheint
es nicht weit her zu
sein: Bei einem Gespräch der Deutschen Bank mit foodwatch-Chef
Thilo Bode und Harald Schumann, Autor des Reports, gab ein leitender
Rohstoff-Händler ganz offen zu, dass er den foodwatch-Report
zur
Agrar-Spekulation nicht einmal gelesen hatte.
Bei so viel Ignoranz brauchen wir einen langen Atem. Zeigen wir
der
Deutschen Bank, wie viele Menschen hinter den Forderungen stehen
damit sie endlich die richtigen Konsequenzen zieht.
http://mailings.foodwatch.de/c/5265025/9d12263427ed0
Mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung,
Ihr foodwatch-Team
PS: Hintergrund für unseren Protest ist der umfangreiche
foodwatch-
Report
"Die Hungermacher", der eindrücklich belegt, wie
die Spekulation mit
Agrar-Rohstoffen Hungerkrisen verschärft. Solche Studien
kosten
viel Geld - und sind nur möglich, wenn wir uns zusammenschließen.
Unsere große Bitte: Seien auch Sie dabei! Unterstützen
Sie foodwatch
und werden Sie jetzt Fördermitglied:
http://mailings.foodwatch.de/c/5265089/9d12263427ed0
Wir würden uns freuen, wenn Sie unseren Newsletter weiterempfehlen:
Impressum
HERAUSGEBER
foodwatch e.V.
Christiane Groß
Brunnenstr. 181
10119 Berlin
Germany
E-Mail: aktuell@foodwatch.de
Telefon: 030 - 28 09 39 95
foodwatch ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Berlin, VR
21908
Nz, AG
Charlottenburg, Geschäftsführer ist Dr. Thilo Bode.
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3. Februar
2012
12.00 Uhr Die sinologische
Kanzlerin
Spitzenmanager von Siemens, VW, BASF und der Commerzbank
befinden sich auf Dienstreise in China. Mit dabei: Angela Merkel.
Die Manager wollen Geschäfte
machen - und werden wohl auch zu einträglichen Verabredungen
kommen.
Frau Merkel wollte sich mit
einem Bürgerrechtler treffen -
und das ist ihr nicht gelungen.
Frau Merkel wollte eine als
"kritisch" eingeschätzte Zeitungsredaktion besuchen
-
und auch das ist ihr nicht gelungen.
Zum Trost darf sie mit Wen
Jiabao in die alte Kaiserstadt Xi'an.
Ob es ihr wenigstens gelingen
wird, die Chinesen davon zu überzeugen, dass es gut für
Europa - und damit für einen wichtigen chinesischen Absatzmarkt
- sei, sich an der Euro-Rettung zu beteiligen, bleibt wohl noch
offen.
Es ist für die Chinesen
zwar eigentlich egal, ob sie einen Teil ihrer Währungsreserven
(in US$ und Euro) verwenden, um sich damit zum Geldgeber (= Gläubiger)
von EFSF bzw. ESM zu machen, denn damit tauscht China nur die
eine wacklige Anlage in eine andere wacklige Anlage um, doch
weil es egal ist, wird es darauf ankommen, was "Madame Non"
als Dreingabe in Peking anzubieten hat.
Nachgiebigkeit in Sachen "Menschenrechte"
durfte sie bereits unter Beweis stellen, doch das dürfte
nicht genügen.
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2. Februar
2012
11.45 Uhr Statt eines Paukenschlags
Zwei Gründe haben mich
bewogen, heute statt eines Paukenschlags ein "Anstatt"
zu veröffentlichen.
1. Februar
2012
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31. Januar
2012
12.00 Uhr Das Meisterstück
Angela Merkel lobt die Geschwindigkeit,
mit welcher der neue Fiskalpakt und die Einführung des ESM
für den 1. Juli 2012 beschlossen wurde, als "Meisterleistung".
Welche Art von Meister mag
sie gemeint haben?
Einen Großmeister der
Magie, der mit seinen Tricks und Illusionen in atemberaubender
Geschwindigkeit das Publikum in maßloses Staunen versetzt?
Einen Meister der Rhetorik,
der mit seiner Eloquenz alles an die Wand redet, was
an Zweifel und Widerspruch auftaucht?
Den Großmeister einer
Loge, dessen Weisungen unbedingter Gehorsam zu leisten ist?
Einen Handwerksmeister, der mehr als nur die Grundlagen seines
Handwerks begriffen hat, der all sein Wissen und seine Erfahrung
daransetzt, seinen Kunden ein möglichst vollkommenes Werk
abzuliefern, der dafür gewissenhaft analysiert, plant, prüft,
abwägt, seine gereiften Pläne mit dem Kunden bespricht,
einen Kostenvoranschlag vorlegt und schließlich in bester
Qualität das abliefert, was besprochen und bestellt wurde,
kann sie wohl kaum gemeint haben.
Herausgekommen ist - außer
der gelobten Geschwindigkeit, die ja, außer bei Rennfahrern
und Leichtathleten nur selten einen eigenen Wert hat - nämlich
nur Murks.
Murks, der damit beginnt, dass
Großbritannien und die Tschechische Republik nicht teilnehmen
werden.
Murks, der sich damit fortsetzt,
dass die leidige Diskussion um den "Sparkommissar"
einfach nur ausgeklammert wurde und das Klima absehbar weiter
vergiften wird.
Murks, der gekrönt wird
dadurch, dass zwar - wieder einmal - neue Regeln aufgestellt
wurden, man sich über die Konsequenzen bei Regelverstößen
nicht einig werden konnte - nur darüber, dass ein Verfahren
entwickelt werden solle, wer wen wann zu verklagen habe. ...
und welche Folgen eine erfolgreiche Klage haben soll, das ist
wohl auch noch offen.
Über den Gegenstand der
Einigung - Schuldenbremsen für alle Mitgliedsländer,
vorgezogene ESM-Einführung - brauche ich heute nicht mehr
gesondert zu berichten.
Die Paukenschläge der
letzten Monate und Jahre sind voll davon.
Vielleicht nur so viel:
Die Chefs von 25 EU-Staaten
haben sich erneut vor den Märkten verneigt und einen Pakt
geschlossen, von dem sie hoffen - aber keinesfalls sicher sein
können - damit das Vertrauen derjenigen wiederzugewinnen,
die sich als "die Märkte" bezeichnen lassen.
"Die Märkte",
denen unhinterfragt das Recht zugesprochen wird, die Geldversorgung
der Staaten nicht nur vollständig zu übernehmen, sondern
auch nach Belieben zu manipulieren, braucht in einem Staat, in
dem Vernunft herrscht, niemand.
Jeder Staat wäre in der
Lage, seine eigene Währung zu emittieren und die Liquiditätsversorgung
der Realwirtschaft selbst sicherzustellen, jeder Staat wäre
in der Lage, sich selbst aus der Schuldenfalle zu befreien, entzöge
er nur "den Märkten" die Herrschaft über
das Geld.
Es gibt kein Grundrecht auf
Kapitalverzinsung, es gibt kein Grundrecht auf staatliche Eingriffe
zum Werterhalt oder gar zur ständigen Wertsteigerung von
Geldvermögen, es gibt kein Grundrecht auf die Herstellung
von finanziellen Notlagen und zur anschließenden Ausnutzung
dieser Notlagen.
Genau so verhalten sich die
EU-Lenker aber, als hätte das Kapital jedes Recht und die
Völker nur die Pflicht, alle Wünsche des Kapitals zu
erfüllen.
-
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- Eine wahre Meisterleistung
sieht zum Beispiel
so aus:
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- Das ist die skelettierte "Black
Beauty" von Stefan Kudoke, einem Uhrmachermeister und Betriebswirt,
der in seinem kleinen Atelier in Frankfurt an der Oder einzigartige
Uhren fertigt. Stück für Stück ein Unikat.
-
- Die Abbildung stammt aus dem
Buch von Michael Brückner "Exzellenz in der Nische",
in dem er Ateliers und Manufakturen vorstellt, die sich noch
der handwerklichen Uhrmacherkunst verschrieben haben und mit
berechtigtem Stolz ihre Meisterstücke präsentieren.
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30. Januar
2012
10.00 Uhr Die Europäische
Union - das verordnete "WIR"
Am Freitag schrieb ich unter
der Überschrift "Präfektur Griechenland"
einen kurzen Kommentar zum Ansinnen, Griechenland unter "deutsch-europäische"
Zwangsverwaltung zu stellen.
Inzwischen sind die Reaktionen
des Auslands eindeutig, die Basler Zeitung schreibt:
"Griechen sträuben
sich gegen einen Gauleiter".
Auch aus Brüssel hört
man Ablehnung - bis auf den neuen - deutschen - Vorsitzenden
des EU-Parlaments, der - nur seinem Gewissen verpflichtet - die
Vorgaben aus Berlin offenbar bereits verinnerlicht hat.
In Deutschland selbst sind
die veröffentlichten Meinungen eher zustimmend. Dass der
Chef der Linken, Klaus Ernst besorgt reagiert, wird zwar erwähnt,
aber eher mit dem Unterton, dass die Linke ja sowieso gegen alles
ist, was gut ist, für Deutschland.
Ich halte das Ansinnen, einen
souveränen demokratischen Staat quasi unter Zwangsverwaltung
zu stellen, für eine absurde Idee, der niemand zustimmen
kann, der nicht imperialer Großmannssucht verdächtigt
werden möchte.
Die EU ist kein Staat.
Die EU ist nicht unser Staat.
Die EU ist nicht der Staat
der Griechen, der Italiener, der Franzosen, der Iren ...
Hätte es in allen Mitgliedsstaaten
Volksabstimmungen über die Abschaffung der eigenen Verfassung
und über die Zustimmung zu einer neuen europäischen
Verfassung gegeben, hätten die Bürger der Nationalstaaten
damit bewusst ihre eigene Staatlichkeit zugunsten eines neuen
Staatskonstrukts aufgegeben - dann handelte es sich um einen
Vorgang, der im Rahmen eines demokratischen Prozesses diskutiert
und beschlossen werden könnte.
So aber wäre es, käme
es denn so weit, ein Akt der Nötigung, der Demütigung
und der Zerstörung der nationalen Identität.
Und das träfe nicht
nur die Griechen.
Schnell hätten sich weitere
"Schuldnerstaaten" (als ob nicht alle EU- und Euro-Staaten
Schuldnerstaaten wären) dem Diktat eines Statthalters zu
beugen, während die verbleibenden, nicht unter Kuratel stehenden
"Bürgschafts- und Zahlerstaaten" in eine immer
weiter wachsende Hegemonialrolle verfielen.
Soll nun wieder, wenn schon
nicht die ganze Welt, so doch zumindest Europa am "deutschen
Wesen genesen"?
Nein.
Was hier aufgeführt wird,
ist auch keine Scheindiskussion, um Verhandlungspositionen zu
stärken.
Was hier aufgeführt wird,
ist - so meine ich - ein Spiel der "Damen und Herren Märkte"
und der von diesen dominierten "Global Player (Welt-Zocker)"
um die wirtschaftliche (und damit auch politische) Vorherrschaft.
Wer glaubt, die Forderungen
aus Berlin seien im nationalen Interesse, der irrt.
Deutschland ist nur eine Figur auf dem Schachbrett der totalen
Globalisierung, deren Zug einer Matt-Drohung für Griechenland
(und für den Euro) gleichkommt.
Was wirklich im nationalen
Interesse Deutschlands läge, das darf hierzulande immer
noch nicht gedacht werden, auch wenn es vollkommen frei von allen
faschistischen, rassistischen und revisionistischen Zielsetzungen
daherkommt.
Es wird Zeit, uns die Frage
zu stellen:
Wer ist gemeint, wenn wir
"wir" sagen?
Was meinen "wir", wenn wir von "unserer Freiheit"
sprechen?
Und wenn dies geklärt
ist, die entscheidende Frage:
Wie können "wir"
uns für "unsere" Freiheit einsetzen?

Dieses Buch
"Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen"
gibt Antworten und Denkanstöße, die quer durch alle
Parteien diskutiert und bei der politischen Willensbildung und
bei jeder Wahlentscheidung berücksichtigt werden sollten.
Taschenbuch, 101 Seiten, 9,95
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Hallo Wolfgang,
entpuppen sich die offensichtlich total verkümmerten
diplomatischen Fähigleiten unserer Politiker bei näherer
Betrachtung, nur als plump-arrogantes Herrschaftsgebaren?
Die Aufregung wird sich legen und die Griechen
werden kriechen.
Natürlich nur die Politiker! Das griechische Volk wird
auch die nächsten 50 Jahre das Bild des Gauleiters im Kopf
haben. Die Seele ist getroffen. Doch was bezwecken wir damit?
Ist es nicht erstaunlich, wie leicht und schön sich alles
sortiert und einordnet!? Unter der Knute der Wirtschaftsmacht
Deutschland?
- Frankreich ruft nach einer Agenda 2010
- Spanien ruft nach Hartz Gesetzen
Ich frage mich nur, was passiert wenn dann letztendlich alle
gleichgezogen haben?
- Wenn auch die Franzosen mehr arbeiten für weniger Geld.
- Wenn auch die Spanier jeden Mist mitmachen müssen, nur
um überhaupt noch ein Almosen vom Staat zu bekommen.
Deutschland ist Musterland für die Märkte.
Deshalb ist Deutschland die führende Nation in Europa. Scheinbar
greift das Gesetz des Stärkeren.
Doch wer ist der Stärkere?
Ein aufgeblasener Popanz mit Namen Kapital!
Der Ballon wird aber erst platzen, wenn alle Staaten in Europe
nicht mehr weiter können. Das Ziel ist nicht, den Euro zu
retten. Das Ziel ist, einen neuen Euro zu schaffen, der mit den
Regeln der Kapital- bzw. der Finanzmärkte eingeführt
wird. Mit den Regeln des Stärkeren. Ohne Verfassung
ohne Volkswillen. Die totale Unterordnung in ein neues und freies
Finanzsystem.
Liebe Griechen,
ich wünschte, ihr könntet durchhalten und aussteigen
aus diesem System Europa.
Sicher, es wäre anfangs nicht leicht und ihr müsstet
sehr viel Durchhaltevermögen zeigen. Aber am Ende könntet
ihr selbst über euer Land entscheiden und euch in eine andere
Richtung entwickeln. Das, was schief gelaufen ist, mit der Verwaltung
und den Staatsfinanzen, mit den Steuern und Schmiergeldern, schafft
ihr auch ohne uns.
Es ist ja nun vieles erkannt worden und noch viel mehr, was
allzu hochgekocht wurde, könnt ihr sicherlich allein besser
lösen. Wenn ihr erst einmal selber agieren könnt, werdet
ihr merken, dass es auch ohne dieses arrogante und ignorante
Europe geht.
Der Tourismus wird bleiben. Er wird sogar wachsen, weil ihr
die Devisen braucht und alles daran setzen werdet, diesen Markt
auszubauen. Für alles andere gibt es immer noch genügend
Handelspartner in der Welt. Wer braucht schon einen aufgeblasenen
Staatenbund
Liebe Spanier,
ich wünsche euch einen Aufschrei der Erkenntnis. Bitte
schaut euch an, was geschieht, in diesem Europa. Bitte schaut
euch sehr genau an, was in Deutschland passiert ist.
Wir haben mit der Agenda 2010 und den Hartz Gesetzen dafür
gesorgt, dass unser Volk leidet und seine einstigen sozialen
Errungenschaften ans Kapital verkauft hat. Unser Rentensystem
hat trotz massiver Eingriffe lange funktioniert. Aber dann ist
es dem Kapital preisgegeben worden. Wir haben unser Volk dazu
getrieben, dass es sich von dem Generationenvertrag löst
und die Versorgung in die eigenen Hände nehmen muss. Anstatt
unsere Binnenwirtschaft zu stärken und die arbeitenden Menschen
gerecht zu entlohnen, haben wir unseren Export - auch auf eure
Kosten - massiv vorangetrieben. Jetzt müssen wir von dem
Wenigen, was uns noch bleibt, auch unsere Altersversorgung im
Voraus bezahlen, und es bleibt keine Hoffnung und keine Sicherheit.
Wir haben unsere soziale Bindung in diesem System an das Kapital
abgegeben und müssen jetzt auch noch deren Gewinne erwirtschaften.
Ich wünsche euch, dass ihr dies erkennt und nicht den gleichen
Pharisäern erliegt!
Liebe Griechen, liebe Spanier,
bitte verzeiht uns unsere Leichtfertigkeit und Offenheit gegenüber
der Finanzwelt. Ich kann nur hoffen, dass ihr wisst, dass nicht
alle Menschen in Deutschland so arrogant und dumm wie die derzeit
herrschenden neoliberalen Kräfte sind!
Liebe Deutsche,
seid ihr noch da? Bitte meldet euch mal!
Ich würde mich wirklich freuen, bald mal wieder etwas von
euch zu hören!
Liebe Grüße!
Stefan Neumann
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Oh, da ist wohl keiner mehr
na ja
schade
! |
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29. Januar
2012
Das wärmende
Bild vom Sonntag
Da haben die Flammen
einen kleinen Elefanten geträumt:
Das Bild vom Sonntag |
28. Januar
2012
14.15 Uhr Präfektur
Griechenland
"Umsonst ist der
Tod - und der kostet das Leben"
Griechenland soll als erstes
Land der europäischen Zentralregierung untergeordnet werden,
jener Zentralregierung, von der Angela Merkel, ungeachtet des
deutschen Grundgesetzes, jüngst in Davos so hingebungsvoll
schwärmte.
Die EU solle einen Sparkommissar
entsenden, der im Auftrag Brüssels ein Veto gegen jegliche
finanzielle Entscheidungen der Regierung in Athen einlegen soll,
die der EU nicht passen.
Die Forderung dazu kommt massiv
aus Deutschland, und in dem diesbezüglichen Antrag steht
dann, Griechenland müsse es akzeptieren, für einen
gewissen Zeitraum die Souveränität über seinen
Haushalt abzugeben.
Damit würde Griechenland
praktisch zum Brüsseler Protektorat, vielleicht auch zur
Präfektur, darüber kann man streiten, jedenfalls wäre
es das erste Land innerhalb der EU, das seine Staatlichkeit aufgibt.
Nichts, was eine Regierung
beschließen könnte, ist umsonst.
Und wenn alles, was Geld kostet, vom Statthalter genehmigt werden
muss,
dann sind Parlament und Regierung entmündigt - tot.
Selbstverständlich handelt
es sich hierbei nicht um eine Forderung, die nur Griechenland
betrifft. Nach dem deutschen Ansinnen in Brüssel sollen
alle Mitgliedsstaaten, die Hilfe bedürfen, gleich behandelt
werden.
Wird die Idee umgesetzt, könnten
unmittelbar auch Portugal, Spanien und Italien unter Kuratel
gestellt werden, und letztendlich auch der Generalschuldenübernehmer
Deutschland.
Das ist das Drehbuch für
die europäische Zentralregierung, die über den Hebel
Geld sämtliche nationalen Verfassungen zu Makulatur werden
lässt.
Fein ausgedacht.
Die Griechen haben die Übergabe
der Kontrolle über ihre Finanzpolitik kategorisch ausgeschlossen.
Mal sehen, wie lange sie durchhalten.
27. Januar
2012
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26.
Januar 2012
14.00 Uhr Die Kinderarmuts-Rückgangs-Lüge
Der heutige Paukenschlag ist
kurz geraten. Kein Wunder, die kurzbeinige Lüge, der es
nachzuspüren galt, war schnell entlarvt. Alles Weitere:
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25.
Januar 2012
11.15 Uhr Stefans Tagesgedanken
Stefan Neumann hat sich heute über die aktuellen Meldungen
des Tages hergemacht und seine Gedanken dazu aufgeschrieben.
Ich bedanke mich
für diese Unterstützung.
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Auch die heutigen Meldungen und Zeitungsberichte machen mich
wieder sehr betroffen. Es läuft außerordentlich gut
für die Herrschenden. Der Kurs wird fortgesetzt.
Die heutigen Schlagzeilen zeigen ein deutliches Bild der Lage,
die eine weitere Stabilisierung des vorgegebenen Kurses bringen
wird. Ein paar Kommentare
US-Kurs
Der von Obama eingeschlagene Kurs, der eine weitere Akzeptanz
des Systems in der Bevölkerung zum Ziel hat, scheint auch
weiterhin erfolgreich zu sein.
Eine stark inszenierte Show vor dem Kongress bringt Obama
zurück in den Wahlkampf. Was dort präsentiert wurde,
sind Beschwörungen auf die heiligen amerikanischen Werte
von Gerechtigkeit und Chancengleichheit.
Die Forderung nach einer Beteiligung der Reichen wird im Verlauf
der nächsten Amtsperiode - falls er es noch einmal schafft
- durch den Kongress so weit abgemildert werden, dass am Ende
nur noch Peanuts herauskommen.
Die erneute Erwähnung des Todes von Bin Laden soll die
Hydra terroristische Bedrohung aufrechterhalten und
das Vorgehen gegen den immer mehr zum Schurkenstaat
stilisierten Iran rechtfertigen. Zumindest hält es das Bewusstsein
in diese Richtung aktiv.
Energie-Kurs
Die Solarenergie wird von allen Seiten der Medien unter Beschuss
genommen. Sie wird, angetrieben durch die Energiekonzerne, als
unnütz oder zumindest als wenig ergiebig und für unsere
Region als zu teuer dargestellt.
Gleichzeitiges Schüren der Panik vor einem plötzlichen
Ausfall der Stromversorgung durch nicht vorhersehbare Störungen
unter Volllast, findet seinen Platz in Magazinen und Berichten.
Nun, wie teuer die Atomkraftwerke noch werden, wagt im Augenblick
niemand öffentlich zu sagen. Auch die Unmöglichkeit
einer Endlagerung für die nächsten Jahrtausende ist
derzeit kein Thema mehr.
Stattdessen werden die bereits gesicherten Pfründe von
Windparks und Offshoreanlagen und dergleichen propagiert. Die
Unsinnigkeit einer zentralen Stromversorgung, die nur über
tausende von Kilometern lange Leitungen zum Endverbraucher kommen
kann, wird ebenfalls nicht mehr thematisiert. Dauerhafte Lösungen
für die Zukunft kann es eigentlich nur mit dezentralen Systemen
geben, die nicht nur aus einer Einheit, sondern aus einer Kombination
mehrerer Energieerzeuger bestehen. Kleinste Einheiten - ab dem
Einfamilienhaus - sind bereits vorhanden und erprobt. Die fehlende
Aufmerksamkeit für solche Projekte ist wieder einmal der
fehlenden eigenen Lobby bzw. der allzu lauten Lobby der Energiekonzerne
geschuldet.
Man stelle sich nur vor, es würde tatsächlich ein
Programm umgesetzt, bei dem alle geeigneten Dächer mit Solaranlagen
ausgestattet würden. Niemand müsste sich mehr Sorgen
um den Wachstumsmarkt Solarenergie machen.
Software für die Steuerung und Verteilung der überschüssigen
Energie ist längst vorhanden. Aber eine Softwarelizenz lohnt
sich eben nicht - für die großen Konzerne
Apple-Kurs
Der König (Steve) ist tot, es lebe der König!
Ich möchte hier nicht an einer Legende rütteln.
Dieser Mann hat tatsächlich Innovationen geschaffen. Die
Benutzerfreundlichkeit und Stabilität eines Apple-Systems
sind, glaube ich, unbestritten. Aber gerade die neueren Entwicklungen
von Tablet-PC und Smartphone geben wieder einmal Anlass zu der
Frage: Wem nutzt das und wer braucht so etwas?
Zweifellos gibt es sinnvolle Einsatzmöglichkeiten, doch
die Masse der verkauften Geräte wird wohl eher aus anderen
Gründen gekauft. Wie viel Energie und Leid und Umweltzerstörung
die Produktion und die Gewinnung der dafür benötigten
Rohstoffe erzeugt, bleibt auch hier ein gut gehütetes -
bzw. durch die entsprechende Lobby unterdrücktes - Geheimnis.
Man sollte der Sache mal wieder auf den Grund gehen.
Stichwort: Seltene Erden
Wer sich mit diesem Thema befasst, erfährt die ganze
Dramatik und das Ausmaß der Zerstörung. Seltene
Erden sind bestimmte, seltene Rohstoffe, die ähnlich
gefördert werden wie Erze. Diese seltenen Erden werden für
bestimmte Bauteile in den Geräten benötigt. Hierbei
werden jedoch für ein paar Kilogramm ganze Landstriche zerstört.
(Ein Artikel dazu)
Nach der Frage: Wem nutzt das?, kann man auch
heute wieder die Nachrichten durchforsten.
Apple hat seinen Reingewinn um 118 % gesteigert!
Der neue Chef, Tim Cook,
bekommt mal eben ein Antrittsgeschenk in Form von Aktien
mit einem Wert von ca. 300 Millionen Euro.
Prognose des Index = steigend!
Verfassungs-Kurs
Wenn der Verfassungsschutz auf dem rechten Auge blind
ist, ist es ja eigentlich klar, dass er nur noch mit dem linken
Auge sehen kann.
Die paar hunderttausend Euro, die es kostet, um die Linke
zu überwachen - nein, sorry - um sie zu beobachten, sind
doch kaum der Rede wert. Der Wert unserer Verfassung sollte uns
aber tatsächlich am Herzen liegen.
Es gibt Versammlungen und Organisationen (im weitesten Sinn),
die man tatsächlich überwachen sollte. Ja, die man
sogar abhören sollte. Die Ergebnisse sollten dann einer
breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Ich
denke da an die Bilderberger, den G8 Gipfel, den ESM usw.
Gut, dass wir ja eigentlich keine legitimierte Verfassung
haben. Interessiert ja auch (fast) niemanden mehr.
Es ist schon dreist unverschämt und überheblich
mit welcher Selbstverständlichkeit die damalige Regierung
und deren Anhang (Bundestag), das Provisorium Grundgesetz
zur Verfassung erklärt hat.
Die Legitimation durch bloße Wahl des Bundestages, von
einem relativ geringen Teil des Volkes, ist nicht gerechtfertigt.
Eine Verfassung muss zwingend vom gesamten Volk
beschlossen werden.
Das gebietet einfach das logische Verständnis der Menschenrechte.
Wenn nur ein bisschen mehr als die Hälfte der wahlberechtigten
Bevölkerung Parteien und Kandidaten wählt, die dann
über eine Verfassung entscheiden, die das Schicksal eines
ganzen Volkes bestimmen soll, dann ist in der Tat etwas faul
in meinem Deutschland (in einer Demokratie?).
Ich würde ja sogar für eine Volksabstimmung mit
Wahlberechtigung ab dem 14. Lebensjahr plädieren. Oder noch
viel tiefer gehen. Doch das ist ein anderes Thema.
Verfassung sollte aber ein ständiges Thema bleiben.
Lassen wir doch unsere Kinder mal eine Verfassung erstellen.
Nein, nicht Kinder an die Macht.
Aber wir würden uns, glaube ich, wundern, mit welcher
Genauigkeit und Tiefe so ein Entwurf ausgestattet wäre.
Mein-Kurs
Mein Weg, mein Kurs, steht natürlich (leider) nicht in
den Schlagzeilen. Ich werde aber trotzdem weitermachen und jede
Gelegenheit nutzen, um auch ungefragt meine Meinung zu sagen,
meine Wahl zu treffen.
Das ist ein Motto, das ich nur jedem ans Herz legen kann.
Ein oft geprobtes und scheinbar sinnloses Unterfangen, ja.
Aber die Gedanken, die ich anrege und die Reaktion, die alleine
durch den leisen Anstoß erzeugt wird, kann immer, wenn
auch durch Zufall, eine Lawine ins Rollen bringen. Chaos-Theorie?
Ja, das mit dem Schmetterling, dessen Flügelschlag einen
Wirbelsturm erzeugt!
Warum nicht?
Es kostet mich oft Nerven und Mühe, viel Mut zur Überwindung
dieser Angst, die uns quält und uns stillstehen lässt,
wie in Trance, wie im Traum*).
Aber es gibt mir auch Kraft. Jede Reaktion, sei es ein Blick,
ein zögerliches Lächeln oder Nicken (oder ein wenig
Webspace) ...
Es ist ein wunderbar warmes und gutes Gefühl.
*) Sein oder nicht Sein, ist für mich keine Frage! Ich
lebe, also bin ich.
Man muss nur eines erkennen:
Die Verantwortung, die ich für mein Leben trage, bestimmt
und beeinflusst zugleich das Leben aller anderen - die Verantwortung,
die ich übernehme, die ich annehme, in dem Moment, in dem
ich mich entscheide.
Das bestimmt mein Sein. Das ist die Antwort auf die Frage:
Sein oder nicht Sein?.
Vielleicht sogar die Antwort auf die Frage aller Fragen.
Danke!
Bis die Tage
Stefan Neumann |
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24. Januar
2012
12.05 Uhr Fünf nach
zwölf. ESM ist beschlossen.
Warum fliegt ein Schmetterling
nicht mehr, wenn ich mit dem Hammer draufschlage?
Diese Frage könnte man
mit unterschiedlichstem Detaillierungsgrad auf's Ausführlichste
beantworten, bis hin zu quantenmechanischen Hypothesen, ob er
nicht doch noch fliegen könnte, in einem frisch abgespaltenen
Paralleluniversum.
Man kann diese Frage aber auch
einfach und pragmatisch und allgemeinverständlich beantworten,
ohne auf die Anatomie und Funktionalität der einzelnen Organe
des Insekts einzugehen, mit der vollständig befriedigenden
Antwort:
"Weil er dann
kaputt ist."
Nun ist der Hammerschlag ESM
beschlossene Sache. Starttermin der erste Juli 2012.
Eine neue Institution, außerhalb jeder Kontrolle. Frei,
sich über Parlamente, Regierungen, Volksentscheide hinwegzusetzen,
niemandem Rechenschaft schuldig, aber befugt, gegen Jedermann
zu klagen, wenn ihren Forderungen nicht Folge geleistet wird
- soweit die diesbezüglichen Festlegungen im Vertragsentwurf
nicht doch noch geändert wurden, wovon ich allerdings bislang
keine Kenntnis habe.
Warum gibt es keine Demokratie
mehr in Europa, wenn ESM installiert ist?
Weil sie dann kaputt
ist.
Es ist an vielen Stellen aus
dem ESM-Vertrag zitiert worden. Es sieht so aus, als ginge es
um die Rettung des Euro. Ein - wie ich oft ausgeführt habe
- in meinen Augen vollkommen unsinniges Unterfangen. Die ganze
Euro-Rettung wird nur verständlich, wenn man sie als das
Vehikel ansieht, das zur vollständigen Entmachtung aller
nationalen Regierungen führt, als ein Vehikel, das letztlich
darauf vertraut, dass die Spekulation und die Kreditverweigerung
der Märkte nicht aufhören wird, weil damit die Situationen
geschaffen werden, in denen sich die Staaten, einer nach dem
anderen, dem Reglement des ESM unterwerfen müssen.
Und wenn ein Staat einmal nicht
mehr in der Lage ist, über seinen eigenen Haushalt frei
zu bestimmen, weil er sich Spar- und Privatisierungsplänen
unterworfen hat, bei deren Nichteinhaltung er verklagt und zu
Strafzahlungen verurteilt werden kann, wenn der gleiche Staat
aber gleichzeitig verpflichtet ist, jedem Zahlungsaufruf des
ESM unverzüglich Folge zu leisten - wo bleibt da noch ein
Rest an Freiheit der Entscheidung, ein Rest an eigener Gestaltungsfreiheit?
Natürlich werden auch
die starken Staaten in diesen Strudel hineingerissen. Wenn Deutschland
erst einmal genug gezahlt hat, wird auch Deutschland sein AAA-Rating
verlieren, werden ihm höhere Zinsen und noch striktere Sparmaßnahmen
abverlangt,
und niemand wird mehr in der Lage sein, dem ESM-Diktat in irgeneiner
Weise auszuweichen.
Die Frage ist, ob unsere Regierung
befugt ist, diesem Vertrag überhaupt beizutreten, denn er
geht in seiner Tragweite weit über das hinaus, was eine
vollständig neue Verfassung bedeuten würde, die nach
allgemeiner Auffassung nur durch Zustimmung des Volkes in Kraft
gesetzt werden kann.
ESM ist die Aufgabe der Staatlichkeit,
nur vergleichbar der bedingungslosen Kapitulation - ohne Ausstiegs-
oder Revisionsmöglichkeit. Der jüngste Streit zwischen
Merkel und Lagarde über die Höhe der Mittel, die dem
ESM zugeführt werden müssen, war eine reine Luftnummer.
Das, was vor der Installation festgelegt wird, ist Makulatur,
sobald ESM installiert ist. Dann kommt einfach die Zahlungsaufforderung
- und der ist dann Folge zu leisten, unverzüglich und in
jeder geforderten Höhe.
Ich weiß nicht, ob eine
amtierende Regierung in der Lage ist, selbst Hochverrat zu begehen.
Doch schiene mir eine juristische Prüfung, ob die Zustimmung
zu ESM nicht den Tatbestand des Hochverrats erfüllt, durchaus
gerechtfertigt.
Eine hochinteressante Aufgabe
für Staats- und Verfassungsrechtler.
-
- Erste Reaktionen:
-
|
Hallo Wolfgang,
Hochverrat!!!
Wenn dem so ist, mein Lieber, dann haben sich schon alle,
die regelmäßig Zeitung lesen und die Tagesschau sehen,
strafbar gemacht:
Anzeigepflicht
"Wer von einem Vorhaben oder der Ausführung eines
Hochverrats zu einer Zeit, zu der die Ausführung oder der
Erfolg noch abgewendet werden kann, glaubhaft erfährt und
es unterlässt, rechtzeitig Anzeige zu machen, wird nach
§ 138 I Nr. 2 StGB (Nichtanzeige geplanter Straftaten) bestraft,
und zwar mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe
(§ 138 I StGB). Von dieser Anzeigepflicht ist nur das Wissen
um die Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens
gegen ein Land ausgenommen, dann gelten im Speziellen §§
129, 129a StGB.
Aber trotzdem ein interessanter Gedanke.
Die Hoheitsrechte sind ja de facto bereits durch das Europaparlament,
das ja als Paradoxon besteht, weil es ja kein Parlament ohne
ein Volk geben kann, außer Kraft gesetzt worden.
Da wäre schon der Punkt gewesen, eine solche Klage anzustreben.
Es wird sich aber auf dem rechtlichen Wege nichts machen lassen!
Der Grund ist einfach der, dass die Regierungen die in den
letzten 50 Jahren an dem Gebilde EU gearbeitet haben, sehr strikt
darauf geachtet haben, dass es niemals zu einem einheitlichen
Rechtssystem kommt. Und zwar zu einem komplett einheitlichen
Rechtssystem.
Zuerst wurden dem Kapital Tor und Tür geöffnet.
Dann wurde den Völkern Tor und Tür geöffnet. Und
jetzt wird den wenigen Reichen und Mächtigen, die aus diesen
Kämpfen hervorgegangen sind, Tor und Tür geöffnet
- und sämtliche Mauern und Grenzen fallen in sich zusammen.
Die Physischen wie die Psychischen.
Und wieder werden alle sagen: Das war der einzige Ausweg
und wir konnten nicht anders handeln, weil es keine Alternative
gab.
(
und ewig grüßt das Murmeltier
)
Na ja, und dann kommt das mit den Lebensberechtigungsscheinen
ein
paar Jahre später
Bis die Tage
Stefan Neumann |
-
|
Sehr geehrter Herr Kreutzer,
eine Klage wegen Hochverrats gab es bereits, damals im Zusammenhang
mit den Lissabon Verträgen, u.a.war der Ihnen wohl bekannte
Herr Flegelskamp einer der Initiatoren dieser Klage.
Ist nun der ESM nur eine Fortsetzung der Geschichte "Europa
Verfassung", nur auf anderer Ebene? Wie steht es mit der
Möglichkeit einer Verfassungsbeschwerde?
Ein anderes Thema: Eine neue Verfassung nach Art 146 GG.
Da wir noch lange auf eine Verfassung gebende Versammlung
warten werden und eher von chaotischen Zuständen in der
Zukunft ausgegangen werden muss, sollten wir, die Bürger
(engagierte Bürger), eine neue Verfassung entwerfen und
veröffentlichen. Ausgangspunkt sollte das Ursprungsgrundgesetz
sein.
Hierin sollten alle Fehlentwicklungen der letzten 60 Jahre
berücksichtigt werden. Liegt einmal ein Verfassungsentwurf
veröffentlich vor, dürfte es schwerfallen, dieses Dokument
zu umgehen.
Gruß
Reichert P.J. |
|
Hallo Herr Kreutzer,
heute haben wir das gleiche Thema. Ihre letzte Frage bzgl.
Hochverrat habe ich bereits 2008 nicht nur gestellt, sondern
auch Strafanzeige dazu erstattet.
Vergeblich, wie man sich denken kann.
Damals ging es um die Ratifizierung der EU-Verfassung. Hochverrat
nach unserer Gesetzeslage im StGB muss offenbar mit Gewalt verbunden
sein und von außen kommen ($$ 81 und 83 StGB). Hochverrat
durch die Regierung ist offenbar nicht vorgesehen, oder vielleicht
auch Standard (was mir wahrscheinlicher erscheint (...)).
Mit freundlichen Grüßen
Gert Flegelskamp
http://www.flegel-g.de
gert@flegel-g.de
oder
gert.flegelskamp@t-online.de |
23. Januar 2012 |
|
22. Januar
2012
Das Bild vom Sonntag |
20. Januar
2012
10.00 Uhr Havarie der Costa
Concordia - Fragen über Fragen
Meine eigenen nautischen Erfahrungen reichen kaum über
den Rand der Badewanne hinaus, daher ist die Havarie des Kreuzfahrtschiffes
als ein "normales" Unglück bei mir durchgegangen
- und dass fast immer "menschliches Versagen" vorliegt,
wenn kleine oder größere Katastrophen ausgelöst
werden, regt mich auch längst nicht mehr auf.
Dabei ist es egal, ob nun der
Kapitän - als letztes Glied der Kette - versagt hat oder
der Wartungsdienst der Navigationseinrichtungen oder schon lange
vorher ein übermüdeter Qualitätskontrolleur oder
der Entwickler, der eine falsche Formel eingesetzt hat.
Nun schreibt mir aber jemand,
dass es ein paar sonderbare Umstände gibt, die man näher
betrachten sollte - und das gebe ich einfach mal unkommentiert
zum eigenen Nachdenken weiter:
|
Hallo Herr Kreuzer,
Der gesunde Menschenverstand ist heute wirklich in Gefahr!
Gestern habe ich mich noch über den Kapitän lustig
gemacht, was das für ein Waschlappen sein muss:
Von einem Schiff mit einem Rettungsboot zu flüchten,
was bis heute noch nicht untergegangen ist - keine stürmische
See, das Meer ist mit 13°C zwar kühl, aber da kann man
stundenlang überleben, und die Küste in Sichtweite.
Es gibt definitiv genügend Rettungswesten.
Der Kapitän hatte keinen Grund für Panik, zu
keinem Zeitpunkt!
Ist der Kapitän ein Schauspieler?
Betrachtet man die Meldungen mit der Brille "Versicherungsbetrug
- kriminelle Machenschaften", dann macht alles sehr viel
mehr Sinn.
Menschliches Versagen soll als Ursache über die Medien
verbreitet werden.
Technische Details dürfen erst nach einigen Wochen in den
Medien auftauchen, wenn sich alle schon über den Kapitän,
die blinden Passagiere - Frauengeschichte, Mafia (das kommt bestimmt
noch) die Mäuler zerrissen haben.
Antworten auf folgende Fragen sind massenwirksam nicht erwünscht:
- Warum liegt ein Schiff, was sich die linke Seite an einem
Felsen zerschrammt und da undicht wird, auf der rechten Seite?
- Nach dem ersten "Unfall" hätte ich die Geschwindigkeit
gedrosselt und einen geeigneten Platz gesucht. Warum fährt
der Kapitän voll Kraft voraus weiter?
- Ich würde mit dem Bug auf eine flache Stelle in der
Bucht zufahren und da aufsetzen oder Anker werfen. Warum fährt
der Kapitän an der Bucht vorbei bis zur nächsten Felsennase,
macht da eine Wende und schlitzt die rechte Seite auf, jetzt
aber mit richtigem Erfolg?
Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Sensoren, Aktivruder
... auf diesem Schiff nicht vorhanden waren.
"1984" ist heute mehr und mehr Realität geworden,
und wir haben es nicht verhindert!
Der Einsturz von World Trade Centre 7 am 11. September 2001
ist mir als Bauingenieur hochgradig unplausibel - und darauf
wurde im Wikipedia vor etwa einem Jahr unter "Verschwörungstheorie"
auch ansatzweise eingegangen. Heute sind die Seiten verändert
und kaum mehr Spuren von unbeantworteten Fragen rund um WTC7
zu finden.
Die Erde ist eine Scheibe.
Gruß |
|
|
19.
Januar 2012
15.30 Uhr ... und täglich
grüßt das Murmeltier. Diesmal aus Wildbad Kreuth.
Horst Seehofer hat sich drangemacht,
Edmund Stoibers Lieblingsthema wieder zu beleben.
Nein, nicht den Transrapid zum Münchner Flughafen:
"... und dann steigen Sie ein, und dann sind Sie in fünf
Minuten ..."
Seehofer ist, wie weiland Stoiber,
unter die unerschrockenen Schuldentilger gegangen.
Bis 2030 soll Bayern, ganz Bayern, schuldenfrei sein.
-
- Stefan Neumann hat gestern
Abend noch eine Antwort für Herrn Töns geschrieben
und mich gefragt, ob ich die noch irgendwie einbauen könnte.
-
- Nun ja, ich kann - und ich
tu's gern.
-
|
Sehr geehrter Herr Töns,
ich bin sehr froh über ihre
Reaktion. Ist es doch ein Stück weit eine Bestätigung
der eigenen Gedanken, die einem aufzeigen, dass man nicht allein
ist mit seiner Sicht der Dinge.
Ich kann Ihrem sehr tiefgehenden
Aufsatz nur zustimmen! Auch ich versuche, wie Sie es evt. verfolgt
haben, diese Gedanken immer wieder in meinen Reaktionen und Kommentaren
wiederzugeben, aber auch in Gesprächen und Diskussionen
mit Freunden und Bekannten.
Dabei stelle ich immer wieder
fest, wie weit das System der Zeitdiebe bereits greift.
Erlauben Sie mir noch ein paar
Anmerkungen:
Wo es das wichtigste und
lebensbestimmende Anliegen von Eltern sein müsste, so viel
Zeit wie möglich mit ihren Kindern zu verbringen, sie zu
lieben, zu umsorgen und sie wachsen und gedeihen zu sehen, sind
sie seit einigen Jahren offenbar nicht mehr an dieser Form von
sozialem Kontakt interessiert.
Es ist ja tatsächlich so,
wie Sie es auch im weiteren Text beschreiben. Auch wenn ich unterschwellig
keinem Elternteil eine Schuld zuweisen möchte (ich weiß,
das Gefühl sagt einem oft etwas anderes
).
Die Sorge um die eigene Sippe
ist natürlich evolutionsbedingt. Der Umbruch, das massive
Einwirken auf den Menschen, das schon seit Jahrtausenden läuft,
ist aber aus der gleichen Sorge heraus entstanden. Es ist zugleich
Ursache und Grund, der anhaltenden Entfremdung dieser Instinkte.
Die Evolution braucht Jahrtausende
um eine Spezies anzupassen. Instinkte und Gefühle, aber
auch die körperliche Entwicklung, wie z.B. der Stoffwechsel,
sind dabei immer noch auf einem Jahrtausende alten Stand und
nicht wesentlich weiter entwickelt als bei den ersten bekannten
Sippen oder Völkern.
Ein schönes Beispiel für
die Entwicklung des Menschen und ein Beleg für den Jahrtausende
alten Stand ist für mich die Laktoseintoleranz. Laienhaft
ausgedrückt kann ein Großteil der Menschen immer noch
keine Milch verstoffwechseln. Das liegt einfach daran,
dass wir vermutlich erst seit einigen tausend Jahren
Milch trinken und der Körper im Laufe der Evolution erst
am Anfang der Umwandlung dieser Stoffe steht.
Die rasante Entwicklung des Menschen
hat dazu geführt, dass sich solche Extreme herausgebildet
haben. Die Herrschaft einiger weniger über viele andere
ist ja nicht neu. Nicht nur die Archäologie liefert uns
immer wieder neue und immer noch ältere Beweise für
menschliche Zivilisationen, und es ist vermutlich noch nicht
wirklich bekannt, wann sich tatsächlich die ersten Herrschaftsformen
entwickelt haben.
Ich möchte das einmal ganz
platt und ganz unwissenschaftlich beschreiben:
Diese Herrschaft ist meines Erachtens
aus einer übersteigerten Sorge des Sippenführers,
des Stärksten in der Gruppe, der als Führer
akzeptiert wurde, entstanden. Diese Verantwortung hat vermutlich
zu Entscheidungen geführt, die natürlich nicht immer
gerecht und verständlich waren, die wahrscheinlich in der
Entwicklung dieser Systeme zu immer egoistischeren Entscheidungen
geführt haben. Aus der Sicht des Anführers
ist das gute Gefühl und die Bestätigung der Gruppe,
die ihm damit zuteil wurde, jedoch vom evolutionsgesteuerten
Erhaltungs- und Fürsorgeinstinkt zu einer Art gesteigertem
Egoismus mutiert. Natürlich hat er in dieser Folge seine
eigenen Nachkommen mitgezogen und dafür gesorgt, dass der
nächste Anführer immer aus den eigenen
Reihen kam.
Und genau da fand der Umbruch
statt!
Jetzt war nicht mehr der Stärkste
und Beste der Anführer, sondern derjenige, der
durch die herrschende Sippe vorbestimmt wurde.
Ob dieser nun besonders stark
und klug oder gar sozial und gerecht war, spielte keine Rolle
mehr. Das System hatte sich bereits so weit entwickelt, dass
die Aufgaben und die Verantwortung für die Sicherheit und
Ernährung zunehmend delegiert wurden. Die Herrschenden haben
nur noch entschieden und befohlen.
Um mal wieder in Richtung Gegenwart
zu kommen:
Diesem Prinzip hängen wir
bis heute an. Nicht der Klügste und Beste regiert, sondern
- bis in die Kommunalpolitik hinunter -derjenige, der die besten
Reden führt und die besten Kontakte aufgebaut hat.
Aber nachdem ich jetzt mal eben
kurz die Menschheitsgeschichte abgewickelt habe, versuche ich
wieder die Kurve zu kriegen
Denn eigentlich möchte ich
nur verdeutlichen, dass der Mensch von der gesellschaftlichen
Entwicklung komplett überrollt wurde. Natürlich haben
sich auch die elterlichen Instinkte bis in die heutige Zeit übertragen.
Wir sind aber gerade dabei, wie Sie sehr treffend beschrieben
haben, diese Instinkte komplett auszuschalten.
Das ist, wie ich deutlich machen
wollte, eine totale Überforderung der menschlichen Psyche.
Es wundert mich nicht, ja, es
ist leider sogar logische Konsequenz, dass dies zu Ausfällen
bei den sozialen Kompetenzen, wie Sie es auch beschrieben haben,
führt.
Wir müssen dem massiv entgegensteuern!
Das kann aber nur gelingen, wenn
wir eine Breite schaffen, die überhaupt erst eine Diskussion
in diese Richtung in Gang setzen kann.
Bitte schreiben Sie weiter Ihre
Gedanken dazu auf und versuchen Sie, Ihr Wissen und Ihre Informationen
zu verbreiten. Sie tragen mit dazu bei, dass ein anderes Bewusstsein
entstehen kann!
Viel von den Gedanken, die dazu
in meinem Kopf herumschwirren, haben Sie ja schon in Ihrem Aufsatz
niedergeschrieben (was mich schon ein wenig erschreckt hat, weil
ich es tatsächlich genauso im Kopf habe
!).
Dafür möchte ich Ihnen
noch einmal danken und weiterhin viel Mut zusprechen!
Jeder Gedanke bewirkt
eine Veränderung.
Auch wenn wir die Wege,
auf denen das geschieht, nicht immer erkennen.
Es hilft!
Es wirkt!
Bis die Tage
Stefan Neumann |
-
-
- Daneben gab es auch noch eine
recht kritische Stimme, die in meinem Gästebuch angekommen
ist. Lesen Sie einfach, wie man die Dinge auch sehen kann:
-
|
Sehr geehrter Herr Kreutzer,
mit Erschrecken nehme ich den Kommentar von Stefan Töns
zur Kenntnis.
Bisher waren mir Ihre gesellschaftlichen Analysen immer sehr
wichtig, doch nun habe ich das Gefühl, in einen falschen
Blog geraten zu sein.
Einige Aussagen des Herrn Töns mögen zutreffend
sein. Doch da der Grundtenor zu sein scheint, Eltern hätten
rund um die Uhr für ihre Kinder dazusein, fehlt mir im Augenblick
die Geduld und das Verständnis näher darauf einzugehen.
Hervorheben möchte ich nur eine Aussage:
Dieses Prinzip wird auf die Spitze getrieben,
wenn ausgebildete Erzieherinnen ihre eigenen Kinder
in die Kita bringen, wo sie von anderen Menschen erzogen werden,
damit sie selbst den ganzen Tag in der Kita arbeiten können,
anstatt sich zu Hause um ihre eigenen Kinder zu kümmern.
Ich entschuldige mich nachträglich bei meinen Kindern,
dass ich sie geboren habe. Ich wusste schon während der
Schwangerschaft, sie würden an ihrer Mutter verzweifeln
müssen, wenn sie sie rund um die Uhr betreuen müsse.
Nun sind aus ihnen trotzdem oder gerade deswegen sehr selbstbewusste
Menschen geworden, die erkennen, was auf dieser Welt schief läuft
und dagegen kämpfen. Auch ihre Kinder, die inzwischen ebenfalls
erwachsen sind, gehen diesen Weg.
Mit freundlichen Grüßen
Herbst |
|
18. Januar
2012
14.45 Uhr Weitere Assoziationen
zu Michael Endes "Momo"
Die Zeit scheint stillzustehen
...
Stefan Töns hat einige tiefschürfende Gedanken dazu
beigetragen:
|
Sehr geehrter Herr Kreutzer,
ich möchte mich auf diesem Wege für den letzten Kommentar
von Stefan Neumann bedanken.
Es hat gutgetan, zu erfahren, dass es noch Menschen gibt,
denen die schrecklichen Veränderungen in unserer Gesellschaft
überhaupt auffallen.
Der Vergleich mit dem Buch Momo von Michael Ende
zeigt tatsächlich, dass die dortigen Geschehnisse nicht
nur eins zu eins auf unsere heutige Situation übertragbar
sind, sondern in beängstigender Weise schon deutlich darüber
hinausgehen.
Während bei Momo zumindest die Kinder noch wach sind und
eine Befreiung der Gesellschaft herbeiführen, sind unsere
Kinder heute genauso gefangen und werden vom herrschenden Zeitgeist
genauso vereinnahmt, wie die Erwachsenen.
Das Schlimmste daran ist, dass die Eltern dieser Kinder zulassen,
dass es geschieht und nichts tun, um ihren Kindern zu helfen.
Ich war immer der Meinung, und so wurde es mir im Biologieunterricht
in der Schule beigebracht, dass Eltern einen naturgegebenen Schutzinstinkt
besitzen, der sie instinktiv alles tun lässt, um ihre Kinder
vor Schaden zu bewahren.
Wir wissen schon lange, dass Eltern aus sozialen Randbereichen
aufgrund ihrer persönlichen Probleme, mit denen sie nicht
fertigwerden, diesen Schutzinstinkt teilweise schon nicht mehr
besitzen, sondern ihre Kinder als Objekt ihrer Aggressionen und
Triebe missbrauchen. Mittlerweile hat sich diese biologische
Anomalie aber augenscheinlich auch auf Menschen übertragen,
die auf den ersten Blick nicht aus diesen Milieus stammen und
vordergründig auch keine sozialen Probleme haben.
Die Kinder dieser Eltern sind mittlerweile zum Spielball von
asozialen Eliten geworden, die Menschen nur noch als Produktionsmittel
betriebswirtschaftlicher Betrachtungen wahrnehmen und entsprechend
behandeln.
Wo es das wichtigste und lebensbestimmende Anliegen von Eltern
sein müsste, so viel Zeit wie möglich mit ihren Kindern
zu verbringen, sie zu lieben, zu umsorgen und sie wachsen und
gedeihen zu sehen, sind sie seit einigen Jahren offenbar nicht
mehr an dieser Form von sozialem Kontakt interessiert.
Anders ist es nicht zu erklären, warum sie sich nicht
wehren, wenn Politik immer stärker in ihr Selbstbestimmungsrecht
eingreift und Arbeit einen immer größeren Teil ihres
Lebens einnimmt, so dass sie schon rein zeitlich kaum noch in
der Lage sind, mit ihren Kindern zusammen zu sein.
Gleichzeitig sorgt Politik dafür, dass Kinder von Anfang
an von ihrer Familie getrennt werden und ihnen möglichst
wenig Zeit für Kontakt mit ihren Eltern bleibt.
Die Familie wird von zwei Seiten in die Zange genommen.
- Während die Eltern nur noch darauf bedacht sind, ihren
sozialen Status zu wahren und aufgrund gestiegener Preise und
schrumpfender Einkommen immer stärker von der Erwerbsarbeit
in Anspruch genommen werden,
- wird diesen Eltern mit perfider Logik erklärt, dass
aufgrund dieses Zeitmangels die notwendige Erziehung nicht mehr
im familiären Rahmen stattfinden könne. Um entsprechende
soziale Kompetenzen zu erwerben, müsste sich der Staat einschalten,
um diese Defizite auszugleichen und zu beheben.
- Die Lösung wird in der Bereitstellung von Kindertagesstätten
und Ganztagsschulen vorgegeben, wo sich staatlich geprüfte
und bestens ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, Lehrerinnen
und Lehrer darum kümmern, den Kindern den sozialen Kontakt
zu ersetzen, den sie mangels Kontakt zu ihrer eigentlichen Familie
nicht mehr haben.
-
- Dieses Prinzip wird auf die Spitze getrieben, wenn ausgebildete
Erzieherinnen ihre eigenen Kinder in die Kita bringen, wo sie
von anderen Menschen erzogen werden, damit sie selbst den ganzen
Tag in der Kita arbeiten können, anstatt sich zu Hause um
ihre eigenen Kinder zu kümmern.
-
- Aber dafür bekommen sie ja Geld, während der
Gesellschaft die Erziehung zu Hause nichts wert ist.
-
- Diese Form der Entfremdung von der eigenen Familie soll nach
Meinung unserer Eliten dann auch schon möglichst frühzeitig
begonnen werden, am besten schon im Altern von sechs Monaten,
so dass man bei Müttern dann im Grunde besser von Gebärmaschinen
sprechen sollte, denn der Kontakt mit ihren Kindern beschränkt
sich dann mehr oder minder auf Zeugung, Austragung und Geburt,
danach ist der Staat zuständig.
- Nach der Kita sollen soziale Kompetenzen dann in der Ganztagsschule
erworben werden, wo entsprechendes Lehrpersonal von morgens um
zwanzig vor acht bis nachmittags um siebzehn Uhr für diese
Kinder bereitsteht. Wessen Kinder überhaupt Chancen auf
dem späteren Arbeitsmarkt haben sollen, müssen
dann in möglichst kurzer Zeit ein Turbo-Abitur
hinlegen, auch wenn dabei die geistige und körperliche Gesundheit
dieser Kinder aufs Spiel gesetzt wird.
-
- Freie, selbstbestimmte Zeit steht ihnen genau wie
ihren Eltern hier nicht mehr ausreichend zur Verfügung.
Alles, was nicht unmittelbar in der Schule angeboten wird, unterbleibt.
Die Schule gibt in Form von Unterricht und Arbeitsgemeinschaften
vor, was gelernt wird. Frühere Hobbies müssen aus Zeitmangel
aufgegeben werden und werden durch die von den Eliten ersonnenen
Angebote in den Schulen ersetzt.
-
- Kinder, die in dieser Tretmühle verhaltensauffällig
werden, oder psychische Schäden davontragen, werden entweder
aussortiert, oder mit Medikamenten dazu gebracht, weiter wie
gewünscht zu funktionieren.
-
- Statt menschliche Wesen bringt unser Gesellschaftssystem
Automaten hervor, die genau so arbeiten, wie es den Bedürfnissen
der Wirtschaft und ihrer Nutznießer entspricht.
Wenn man sich historisch mit diesem Zustand und der weiter voranschreitenden
Entwicklung auseinandersetzt, kommt man leicht zu dem Schluss,
dass sich im Grunde in der Zeit seit dem Mittelalter nicht viel
verändert hat. Man könnte salopp formulieren, dass
sich zwar die Bezeichnungen der Protagonisten, nicht aber die
grundsätzlichen Mechanismen geändert haben.
- Ein kurzer Vergleich zeigt, dass sich in den letzten Jahrhunderten
im Zusammenleben der Menschen und ihrer Bewirtschaftung
durch die Eliten an ihrer Spitze, nichts Grundsätzliches
verbessert hat. Im Gegenteil hat sich gerade das Familienleben
in den letzten Jahrzehnten drastisch verschlechtert, so dass
man sogar von einer Abwärtsentwicklung der Menschheit sprechen
kann.
-
- Während im Mittelalter und zu Beginn der Neuzeit die
Machteliten noch aus Adel und Kirche stammten, wurden diese gegen
Mitte des 18. Jahrhunderts zunehmend durch das reiche Bürgertum
abgelöst, welches durch den Kolonialismus und den Überseehandel
an Bedeutung gewonnen hatte und seine Macht bis heute stetig
ausgebaut hat.
- Während vor diesem Wechsel Adel und Kirche von
Gottes Gnaden herrschten und die Menschen in Leibeigenschaft
hielten, um ihnen so viel wie nur möglich herauszupressen,
änderte das Bürgertum später lediglich die Begründungen,
um die Menschen im Zeitalter der Aufklärung gefügig
zu halten.
- Während vorher die Kirchen ihre Geistlichen aussandte,
um den armen und gequälten Menschen zu erklären, dass
dies eben Gottes Wille sei und sie ein besseres Leben
nach dem Tode zu erwarten hätten, wenn sie sich nur fügten,
waren es später die Politiker, die den Menschen unter Zuhilfenahme
der Wissenschaft die Gebote der Ökonomie nahebrachten,
damit diese sich in ihr Schicksal fügten.
Dies ist bis heute so geblieben, hat unzählige Menschen
um Glück, Gesundheit und Leben gebracht und wird vermutlich
auch so bleiben.
-
- In allen Zeiten hat es Menschen gegeben, die die wahren Hintergründe
erkannten und versuchten, die anderen Menschen darüber aufzuklären
und ihnen Wege aufzeigten, etwas zu verändern.
-
- Betrachtet man die Historie, muss man konstatieren, dass
die Bemühungen und Opfer dieser Menschen umsonst waren,
dass sie gescheitert sind. Ihr Mut und ihre Klugheit vermochten
nichts zu verändern. Sie sind heute bestenfalls Randnoten
in den Geschichtsbüchern, wenn überhaupt.
-
- Trotz aller Erkenntnisse, die kluge Menschen über Jahrhunderte
gesammelt haben und trotz aller Bemühungen um ihre Verbreitung,
hat sich im Verhalten der Masse überhaupt nichts verändert.
-
- Wo früher der biblische Gott dafür herhalten musste,
die Leiden, Demütigungen und Entbehrungen erträglich
zu machen, sind es heute hohle Phrasen, Schlagwörter und
vermeintliche Experten, die uns die Welt erklären.
-
- Früher hießen die Herrschaftsinstrumente Leibeigenschaft,
Ketzerei, Vogelfreiheit und die drohende Aussicht auf ein höllisches
Fegefeuer.
- Heute weiß jeder, dass die politischen Maßnahmen
sogar Kriege und Folterungen aufgrund von Globalisierung,
internationaler Wettbewerbsfähigkeit, Finanzkrise, Klimawandel
und Terrorismus im Grunde alternativlos sind.
-
- Wo vor Luther (und bei Katholiken auch danach noch) die Messe
auf Latein gelesen wurde, was niemand verstand und doch alle
glaubten,
- geben sich die Menschen heute ebenfalls mit Aussagen zufrieden,
die sie schon im Ansatz nicht verstehen.
-
- Sie ducken sich vor Hartz IV, WTO, IWF, EFSF, ESM, Krisenfonds,
Global Warming, Al Kaida und anderen Bezeichnungen, mit den sie
tagtäglich konfrontiert werden, ohne ihre Bedeutung auch
nur annähernd zu begreifen.
-
- Sie können es nicht, weil ihnen weder die Zeit bleibt,
die notwendig wäre, um sich mit diesen Begriffen angemessen
zu beschäftigen, noch wollen sie sich damit beschäftigen,
weil es bequemer ist, wenn andere dies für sie tun.
-
- Was sich nicht verändert hat und was weiterhin den Charakterzug
des Religiösen in sich trägt, sind der treue Glaube
und der daraus erwachsende, blinde Gehorsam.
-
- Auf dem Altar des Mammon werden die Menschen auch diesmal
wieder, ohne sich zu wehren, das opfern, was ihnen eigentlich
das Liebste und Wertvollste in ihrem Leben sein müsste
die Zukunft ihrer Kinder!
Beste Grüße
Stefan Töns
-
- (Und für diesen Kommentar von Stefan Töns gibt
es eine lesefreundliche DRUCKVERSION nach dem Konzept von Manuela
Engl.)
|
|
Lieber Herr Töns!
Vielen Dank für Ihren äußerst interessanten
Kommentar,
in dem Sie das, was sich in unserer Gesellschaft in langsamen
und doch sehr deutlich spürbaren und wahrnehmbaren Schritten
breitmacht,
auf den Punkt gebracht haben.
Sie sprechen mir aus der Seele!
Herzliche Grüße aus dem sonnigen Oberbayern
Manuela Engl |
|
17. Januar
2012
14.30 Uhr Die Zeit scheint
stillzustehen
Diesen Gedanken aus dem gestrigen
Kommentar hat Stefan Neumann aufgegriffen.
Hier sein anregender Kommentar:
|
Hallo Wolfgang,
dein gestriger Kommentar
hat es mal wieder auf den Punkt gebracht.
Die
Zeit scheint stillzustehen,
ja, das ist wohl der richtige Ausdruck.
Wie schön es
doch sein kann, wenn die Zeit einmal stillsteht, habe ich grade
erst gemerkt, als ich zwangsläufig ein paar Wochen außer
Gefecht gesetzt war. Ich konnte durchatmen, zur Ruhe kommen,
nachdenken und Langeweile schieben
schön!
Auch der Seitenhieb
auf das Dschungelcamp passt. Da hab ich doch irgendwo gehört,
dass Momo(Radost Bokel) diesmal mitspielt. Und ja,
natürlich hab ich mich gleich erinnert und mir auf Youtube
den ganzen Film nochmal angesehen!
Tolle Geschichte!
Und dann doch wieder erschreckend, weil all das, was uns Michael
Ende hier erzählt, tatsächlich Realität zu sein
scheint.
Die Gesellschaft
ist schnelllebig geworden, wie man sagt. Wir erleben täglich,
wie die Menschen getrieben werden. (Nicht nur auf der Station,
gerade über Weihnachten fehlte es in den Krankenhäusern
an Personal. Manche Teams mussten selbst zwischen den Feiertagen
die Schicht wechseln, damit genug Leute da waren.)
Nicht mal die Kinder
lässt man in Ruhe lernen und spielen.
Immer mehr in immer
kürzerer Zeit.
Wenn schon Angestellte
beim Verdrücken ihrer Fastfood-Mahlzeiten mit dem Tablet-PC
oder dem Smartphone auf dem Tisch ihre Mittagspause verbringen
- ... schnelles Essen und dann noch nebenbei ein paar Mails checken
- dann ist das wohl der Gipfel an Zeitverschwendung!
Ja, ich meine tatsächlich
Zeitverschwendung!
Die Zeit, die wir
eigentlich benötigen, zum Leben und Lernen, zum Spielen
und Lieben, diese Zeit wurde uns schon lange genommen. Die Zeit
zum Nachdenken und zum Phantasieren wird immer knapper. Sie wird
uns geraubt. Tag für Tag Stunde für Stunde.
wir
müssen ihnen die Zeit stehlen, wir müssen ihnen jede
Sekunde herausquetschen
!
Doch die Herren,
die unsere Stundenblumen rauchen, sind längst
nicht so naiv, wie es sich in dieser Geschichte darstellt. Sie
sind viel besser getarnt und zeigen den Kindern, die dagegen
immun waren, schon längst nicht mehr ihre Identität.
Das haben sie wohl gelernt! Sie haben die Erwachsenen dazu getrieben,
dass sie ihre eigenen Kinder aussaugen lassen.
Sie sind verborgen
und werden immer wieder allzu leicht vergessen und aus unserem
Bewusstsein verdrängt.
Wie kommt es eigentlich,
dass wir keine Zeit mehr für uns haben?
Wie kommt es, dass
wir keine Zeit mehr für unsere Kinder haben?
Zeit ist relativ.
Das Leben, in seiner evolutionsgeprägten Erscheinung ist
es nicht.
Das Leben ist kurz.
Doch es reicht, um es auszukosten und zu genießen.
Wir müssen
sie nur erkennen und beim Namen nennen, die grauen Herren. Wir
müssen ihnen ihre Zigarren aus dem Gesicht reißen!
Dann lösen sie sich in Nichts auf.
Zeit ist kostbar,
für Geist und Körper. Für die Seele und für
das Herz.
Wie schön ein
grauer Morgen doch sein kann, wenn man hinausgeht und sich die
Welt anschaut. Wenn man durch die Stadt läuft und die aufgescheuchte
Menge beobachten kann - und dies erkennt!
Wenn man durch den
Wald geht und wahrnimmt, wie die Natur schläft.
Das ist mein Vorsatz
für dieses Jahr:
Ich werde mir wieder
mehr Zeit nehmen! Mehr von meiner gestohlenen Zeit zurückholen.
Und sei es nur, um mich mal wieder richtig zu langweilen. Lange
Weile tut gut!
Einfach mal nichts
wollen, nichts erwarten. Nur ein paar Stunden oder ein paar Minuten.
Man kommt zur Besinnung und schöpft neue Kraft. Dann kann
man wieder selbst handeln und denken, anstatt nur zu funktionieren
und sich antreiben zulassen.
Nimm
Dir die Zeit und genieße sie.
Jede Sekunde, die
wir von diesem System weiter verplanen und vorausberechnen lassen,
ist ein Stück verlorene Zeit, ein Stück verlorene Lebenszeit.
Mögen viele
von den Gedanken von Freimut Kahrs und Thomas Koudela erfahren
und erkennen, in welcher Scheinwelt wir leben.
Danke!
Bis die Tage
Stefan Neumann |
|
16. Januar
2012
13.15 Uhr Marktwirtschaft
jenseits des Kapitalismus
Die Zeit scheint stillzustehen,
in diesem Januar.
Nichts bewegt sich. Die russische Marssonde ist abgestürzt,
ja. Aber sonst?
Wulff ist im Amt, der Iran
nicht angegriffen, Assad regiert in Syrien, der Euro soll gerettet
werden, auch wenn die Herren Henkel und Reitzle laut über
den Ausstieg Deutschlands aus dem Euro nachgedacht haben, die
Ratingagenturen spielen ihre Spielchen mit den Euro-Ländern,
und - wie mir Google News immer wieder nahebringt: Im Dschungelcamp
geht's hoch her.
Es ist vielleicht nur die Ruhe
vor dem Sturm.
Zeit, sich noch zu wappnen.
Im letzten Paukenschlag habe
ich Ihnen Freimut Kahrs' Buch "Lebenslüge Freiheit" vorgestellt.
Heute erinnere ich an Thomas
Koudelas Buch "Entwicklungsprojekt Ökonomie - Marktwirtschaft
jenseits des Kapitalismus", das in der Erstausgabe schon
2004 erschienen ist.
Der kurze Abschnitt aus den
insgesamt 473 Seiten, den ich heute hier veröffentliche,
befasst sich mit dem, was wir wirtschaftlich und gesellschaftlich
schon hinter und noch vor uns haben. Koudelas Zeitabschätzungen
waren 2004 womöglich noch etwas zu großzügig.
Aber lesen Sie selbst:
|

Aus Thomas Koudela, Entwicklungsprojekt
Ökonomie
Nachdem wir die kleinen Zyklen erklärt
haben, wollen wir unsere Aufmerksamkeit nun den langfristigen
Entwicklungen des Kapitalismus zuwenden.
Wir werden die wirtschaftliche Entwicklung,
die von den Nebeneffekten der exponentiell wachsenden Geldvermögen
dominiert wird, nach typischen Phasen strukturieren und die mögliche
Zukunft des Kapitalismus skizzieren.
Wir gehen dabei von einer jungfräulichen
Wirtschaft aus, ohne großartige Produktionskapazitäten
und ohne dominierenden Außenhandel, wie sie beispielsweise
in Deutschland nach dem 2.Weltkrieg existierte.
Der zweite Punkt ist besonders wichtig, weil Anbieter aus einer
wirtschaftlich entwickelten Region einheimischen Anbietern, die
mit weniger Produktionskapital und Erfahrung ausgestattet sind,
den Marktzugang verbauen können.
Genauso wichtig ist das Fehlen monopolartiger
Strukturen. Viele Nationen konnten beispielsweise erst nach einer
Bodenreform, die unabhängig wirtschaftende Kleinbauern und
Wochenmärkte' ermöglichte, einen wirtschaftlichen
Aufschwung erleben.
Kann sich die marktwirtschaftliche Komponente
des Kapitalismus entfalten, ist der Weg der Wirtschaftsentwicklung
in wesentlichen Punkten vor allem durch die Wachstumsfalle und
das entstehende Machtungleichgewicht (Akkumulation der Vermögen)
determiniert.
1. Stadium (Armutsgesellschaft) - Kriegsende bis ca. 1955
Am Anfang, wenn das Produktionskapital knapp ist, ist auch die
Effizienz der Wirtschaft sehr gering. Der materielle Wohlstand
ist daher eher als Not zu bezeichnen. Die Leute leben von der
Hand in den Mund und versuchen, sich eine eigene Existenz aufzubauen.
Da es noch keine großen Geldvermögen gibt, die es
ermöglichen könnten, durch Bündelung der Arbeitskraft
große Produktionskomplexe aus dem Boden zu stampfen, entwickelt
sich die arbeitsteilige Gesellschaft nur langsam. Aufgrund der
fehlenden arbeitsteiligen Strukturen ist die Arbeitslosigkeit
hoch. Eigeninitiative ist gefragt und bei den richtigen Randbedingungen
auch lohnend.
2. Stadium (Wirtschaftswunder) - ca. 1955-1964
Während es eine erste Akkumulation an
Produktionskapital gibt, macht sich in der Gesellschaft ein erster
bescheidener Wohlstand breit. Durch die wachsenden Einkommen
der Bevölkerung steigt die Nachfrage und der Aufbau arbeitsteiliger
Strukturen verringert die Arbeitslosigkeit.
In der jungen Volkswirtschaft sind viele Nischen
noch unbesetzt. Das ermöglicht hohes Wachstum, hohe Verzinsungsraten
und führt zur Bildung erster größerer Geldvermögen,
welche zu diesem Zeitpunkt sofort lohnende Anlagen in der Realgüterwirtschaft
finden.
Das Tauschmittel wird so stetig in den Wirtschaftskreislauf
zugeführt und ermöglicht Markträumung, Arbeitsteilung
und eine gegen Null strebende Arbeitslosigkeit.
Unter solchen Bedingungen haben die Arbeitnehmer ausreichenden
Rückhalt, um sozialere Arbeits-bedingungen zu erstreiten.
Der Übergang von der Armutsgesellschaft zum Wirtschaftswunder
kann durch verschiedene Widrigkeiten verhindert werden.
So verhindert beispielsweise in einigen afrikanischen
Staaten der Großgrundbesitz einen Markt der Kleinbauern,
der allerdings als Keimzelle für den lokalen Handel sehr
wichtig wäre. Entwicklungshilfe erzeugt Verteilungskämpfe,
Korruption und Abhängigkeiten, was die politische Stabilität
erschüttert und damit auch die Wirtschaft schwer schädigen
kann.
Ausländische Investitionen und Kredite belegen die Wirtschaft
mit Zinslasten, welche zerstörerische Auswirkungen haben
können, insbesondere, falls die Regierung oder das Volk
für ausländische Verluste haftbar gemacht werden.
Doch der größte Entwicklungshemmer sind internationale
Monopolsicherungsverträge wie TRIPS.
TRIPS garantiert ausländischen Firmen
ein Recht auf Patentschutz.
Dies wirkt sich noch schädlicher als
bei entwickelten Ländern aus, da es eine Entwicklung der
Wirtschaft unmöglich macht. Die Patente der ausländischen
Firmen verhindern die Gründung und den Marktzugang einheimischer
Firmen.
Die ausländischen Produkte sind zu teuer für die noch
schwache Volkswirtschaft, weswegen ein einzelnes Patent eine
ganze Wertschöpfungskette lahm legen kann.
Eine schwache Volkswirtschaft hinkt aber auch
in der Forschung hinterher, wodurch auch keine einheimischen
Patente zu erwarten sind. Die Entwicklung wird nachhaltig blockiert.
3. Stadium (Wohlstandsgesellschaft) - ca. 1965-1978
Der Übergang zur Wohlstandsgesellschaft ist fließend.
Der breiten Masse geht es gut. Die Wirtschaft
hat ein hohes Niveau erreicht. Die Märkte sind aufgeteilt
und es wird für Newcomer immer schwieriger, in bestehenden
Branchen Fuß zu fassen.
Unbesetzte Nischen mit wenig Konkurrenz und hohen Renditen werden
selten.
Wachstum findet hauptsächlich in Branchen
mit gänzlich neuen Produkten statt oder indem bestehende
Leistungen kapitalisiert werden, beispielsweise indem Bauern
gezwungen werden, ihr Saatgut zu kaufen oder Schutzgebühr
zu zahlen, anstatt in Eigenregie das nötige Saatgut anzubauen.
Der Wettbewerbsdruck wächst stetig. Noch
wird das Tauschmittel über den Kreditmarkt in der Realgüterwirtschaft
zurückgeschleust, doch es wird immer schwieriger, die Gewinnerwartungen
dieser Gelder zu erfüllen. Die Geldvermögen - Schulden-Paare
wachsen mit exponentiellem Tempo immer weiter an, während
die reale Wirtschaftskraft lediglich in etwa linear wächst
(-> Abb. 8.4).
Große Geldvermögen nehmen ein immer
größeres Gewicht dem BIP gegenüber ein. Die Schere
zwischen Arm und Reich beginnt sich zu öffnen. Noch scheint
der Kapitalismus für die meisten Menschen ein sinnvolles
System zu sein.
4. Stadium (Besitzstandsgesellschaft) - ca. 1979-1989
Die gewünschte Verzinsung des Kapitals kann mit der Zeit
immer weniger realisiert werden.
Das Kapital' nutzt seine errungene Macht,
um über Lobbyarbeit den demokratischen Prozess derart zu
manipulieren, dass Sonderrechte, Steuerverzicht und vieles mehr
die Profitmargen sichert, wodurch auf der anderen Seite der Markt
sowie die Gesellschaft geschädigt werden.
Die schwindende Attraktivität der realen Wirtschaft lässt
die Vermögen auf die Sekundärmärkte der Finanzwirtschaft
flüchten. Infolge dessen beginnt an den spekulativen Märkten
die Blasenbildung. Die Kurse koppeln sich von den realen Werten
ab. Schwache Marktteilnehmer werden zunehmend von größeren
geschluckt oder schließen sich zusammen.
Die realen Einkommen der arbeitenden Bevölkerung
beginnen zu stagnieren. Da sowohl die physische als auch die
dynamische Hortung beginnt, lastet ein unnatürlicher Rationalisierungsdruck
auf der Wirtschaft.
Um sowohl diesen Druck als auch die schwindenden Gewinnmargen
zu kompensieren, kommt es verstärkt zu übermäßigen
Rationalisierungsmaßnahmen und in der Folge zu steigender
Arbeitslosigkeit. Marktversagen breitet sich langsam in der Realwirtschaft
aus.
Auch der Übergang von der Wohlstandsgesellschaft zu Besitzgesellschaft
ist eine Folge der Systemdynamik, die vom Fallen der Profitraten
induziert wird.
5. Stadium (vordeflationäre Gesellschaft) - ca. seit
1990
Es wird zunehmend versucht, die Rechte von
Arbeitern und Verbrauchern zu beschneiden, um doch noch die Gewinnerwartungen
zu erfüllen bzw. um überhaupt noch schwarze Zahlen
zu schreiben.
Sowohl steigende Zinslasten (selbst bei fallenden
Zinsen!) als auch steigende Arbeitslosigkeit werden immer mehr
zum Problem. Die Realeinkommen der meisten Arbeitnehmer fallen,
wodurch die Kaufkraft der breiten Masse sinkt.
Durch die zunehmende Hortung fehlt es der
Realgüterwirtschaft an Liquidität. Gewinne sind immer
schwerer zu erwirtschaften. Durch kreative Luftbuchungen wird
Geld in Unternehmen locker gemacht, um den Besitzstand an der
Substanz der Unternehmen parasitär teilhaben zu lassen und
Insolvenzen hinauszuschieben.
Es kommt zu spektakulären Bilanzbetrugsfällen.
Der Einfluss des Kapitals' auf die parlamentarische Demokratie
wird immer mehr sichtbar. Es wird gar die dynamische Hortung
gefördert, damit der Besitzstand wenigstens noch bei der
Ausräuberung von Versicherungen und Kleinanlegern eine ansprechende
Verzinsung erreicht.
Durch die wachsende Arbeitslosigkeit ist die
Politik argumentativ gänzlich dem Kapital' ausgeliefert,
was die beginnende Krise noch beschleunigt.
Immer mehr Unternehmen gehen trotz fallender
Zinsen meist aus Liquiditätsmangel pleite. Infolge dessen
bekommen die Banken Probleme und drehen an der Kreditwürdigkeitsschraube,
was das Problem noch mehr verschärft, da viele Unternehmen
kurzfristige Kredite zum Überleben benötigen, diese
aber nicht mehr erhalten.
Wertschöpfende Investitionen gehen auf
ein Mindestmaß zurück.
Der Übergang von der Besitzstandsgesellschaft zur vordeflationären
Gesellschaft kann verzögert werden, wenn hauptsächlich
Besitz (z.B. durch eine Vermögenssteuer) statt Arbeit (in
der Regel Einkommensteuer) besteuert wird.
Allerdings ist meist das Gegenteil der Fall,
da die Konzentration der Vermögen in den Händen weniger
die Umgestaltung der parlamentarischen Demokratie zur Plutokratie
(Geldherrschaft') ermöglicht.
Medien und Politik spielen trotzdem weiterhin
ihre Rollen und gaukeln der Bevölkerung eine echte'
Demokratie vor. Die Wirtschaft wird von ihnen dabei weiter destabilisiert,
indem sie die arbeitende Bevölkerung ausbluten lassen und
den Besitzstand unnötigerweise subventionieren, was die
Hortungsproblematik weiter verschärft.
6. Stadium (deflationäre Gesellschaft) - Beginn ca. 2008-2012
Da der Investitionskonsum aufgrund des irreal hohen Zinsniveaus
so gut wie versiegt ist, die Schuldner aber weiterhin Tauschmittel
in Form von Zinsen und Rückzahlungen aus der Realgüterwirtschaft
den großen Geldvermögen zuspielen, wird die Unterversorgung
der Realgüterwirtschaft mit Tauschmitteln immer offensichtlicher.
In Bereichen, die noch dem Markt unterworfen
sind, kommt es zur Deflation. Durch das stetig sinkende Preisniveau
sinkt die Rentabilität vieler Betriebe weiter unter die
kritische Schwelle. Pleiten und Arbeitslosigkeit nehmen immer
mehr zu, die Liquiditätsfalle erhebt ihr hässliches
Angesicht.
Die Zentralbank kann eine zeitlang durch energische
Leitzinssenkungen und eine gigantische Ausweitung der Geldmenge
den Übergang von der vordeflationären Gesellschaft
zur deflationären Gesellschaft verhindern.
Doch selbst ein Leitzins von Null kann den
Kapitalmarktzins niemals unter die 3-Prozent-Marke drücken.
Am Ende wird die Zentralbank aufgeben müssen, es sei denn,
sie entschließt sich, Geld mit dem Hubschrauber über
Armenvierteln abzuwerfen oder direkt in die Staatskasse zu emittieren
- dann ist sogar der Übergang von einer Liquiditätsfalle
in eine Hyperinflation möglich.
7. Stadium (postdeflationäre Gesellschaft) - Beginn
ca. 2019-2025
Ist die Gesellschaft erst einmal in der Liquiditätsfalle
gefangen, wird die weitere Entwicklung innerhalb der Liquiditätsfalle
vor allem durch die politischen Weichenstellungen entschieden.
a) Staatsbankrottszenario:
Das Staatsbankrottszenario ist dabei die wahrscheinlichste Variante,
denn die Politik in einer parlamentarischen Demokratie geht gewöhnlich
den Weg des geringsten Widerstandes.
Da durch die Liquiditätsfalle die Wirtschaft
immer mehr erlahmt und die Staatseinnahmen immer mehr zurückgehen,
schuldet der Staat auf und subventioniert immer mehr Wirtschaftsbereiche.
Der Zusammenbruch ereignet sich, sobald es niemanden mehr gibt,
der den Staat als verlässlichen Schuldner ansieht. Da er
nun seine Ausgaben nicht mehr finanzieren kann, bricht der Staatsapparat
zusammen.
Mit dem Zusammenbruch des Gewaltmonopols kommt
dem Rechtswesen die nötige Vollstreckungsmacht abhanden.
Geltendes Recht kann nicht mehr durchgesetzt werden. Es kommt
zum Bürgerkrieg, zum Systemwechsel oder zur Übernahme
durch eine fremde Macht.
b) 1984er-Szenario:
Dies ist die zweitwahrscheinlichste Variante. Der Staat schuldet
nicht auf, sondern kürzt seine Leistungen, wie zum Beispiel
Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Bildung. Die Deflationsspirale
dreht sich derweil munter weiter. Immer mehr Menschen müssen
zum Überleben ihr Hab und Gut verscherbeln und fallen der
Armut zum Opfer. Aufstände werden durch einen Propaganda-,
Überwachungs- und Gewaltapparat unterdrückt, niedergeschlagen
oder erstickt. Immer mehr Menschen vegetieren auf eine menschenunwürdige
Weise dahin, während sich die in früheren Zeiten reich
gewordene elitäre Schicht in eingegrenzten, streng überwachten
Bezirken ihre eigene Realität schafft.
c) Kriegsszenario:
Machen viele Staaten gleichzeitig mit der Liquiditätsfalle
Bekanntschaft, kann es leicht zum Krieg - in Europa wäre
es wohl ein Bürgerkrieg - oder gar zu einem Weltkrieg kommen.
Wird dabei viel Sachkapital zerstört, lohnt es sich wieder
zu investieren, da in Aufbauphasen großes Wachstumspotential
vorhanden ist und eine entsprechend hohe Kapitalverzinsung möglich
ist.
Das gehortete Tauschmittel fließt vermehrt
auf den Markt und trifft auf ein durch die Zerstörung des
Krieges eingeschränktes Güterangebot - es kommt zur
(Hyper-)Inflation. Dadurch werden auch die Geldvermögen/Schulden-Paare
zerstört. Zurück auf Start!
d) Planwirtschaftsszenario:
Dies ist die unwahrscheinlichste Variante, da es dank der exponentiell
gewachsenen Geldvermögen für den Besitzstand ein Leichtes
ist, die parlamentarische Demokratie zur Plutokratie umzufunktionieren.
Wird von dieser Möglichkeit kein Gebrauch
gemacht, kann sich die Politik entscheiden, den Tauschmittelkreislauf
zu stabilisieren ohne den Staat in den Bankrott zu schicken.
Hierzu greift der Staat dem Besitzstand beherzt in die Taschen,
übernimmt die Regie und kurbelt ständig mit Strukturprogrammen
die Wirtschaft an.
In der Folge hängen immer mehr Prosumenten
am Tropf des Staates und die restlichen marktwirtschaftlichen
Strukturen verkrusten immer mehr.
Am Ende wird die Wirtschaft vollständig
vom Staat kontrolliert. Der real existierende Sozialismus'
war somit ein Vorgriff auf ein mögliches Entwicklungsstadium
des Kapitalismus.
Bei allen Stadien können sich durch Einflüsse von fremden
Volkswirtschaften und verschiedene Regierungsstile unterschiedliche
Symptomausprägungen und Krankheitsverläufe' des
Kapitalismus ergeben.
Deutschland steht heute vor dem Übergang von der vordeflationären
Gesellschaft in die deflationäre Gesellschaft. Dieser Übergang
wird in spätestens 15 Jahren abgeschlossen sein.
In ca. 30 Jahren werden alle heute entwickelten
Staaten Bekanntschaft mit der Liquiditätsfalle gemacht haben
und Deutschland das Stadium der postdeflationären Gesellschaft
erreicht haben.
Am Überwachungsstaat wird schon heute
kräftig gebastelt und auch der Staatsbankrott durch Überschuldung
ist schon heute absehbar. Selbst die Vorbereitungen für
einen neuen Großkrieg laufen allmählich an.
Sollte die Europäische Verfassung beispielsweise
angenommen werden, sind die Mitgliedstaaten zum Aufrüsten
verpflichtet. Welches Szenario sich jedoch letztendlich durchsetzen
wird, oder ob wir mehrere Szenarien in unterschiedlicher Reihenfolge
oder im Mix erleben werden, muss die Zukunft entscheiden.
Es sollte jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass der Fehler
im Geldsystem erkannt und behoben wird - entweder durch unternehmerisches
Engagement mit konkurrierenden privaten Tauschmitteln auf regionaler
Ebene (sogenanntes Regiogeld) oder unter Beibehaltung eines halbstaatlichen
Monopoltauschmittels, welches lediglich mit einer Nachhaltigkeitsgebühr
belegt wird.
Unter diesen Umständen ist ein Ausbrechen
oder Verhindern der weltweiten Wirtschaftskrise, die uns bevorsteht,
denkbar. Werden darüber hinaus auch die Grenzen des Marktes
berücksichtigt (vgl. Kapitel IX und Kapitel X), die Marktwirtschaft
verbessert (vgl. Kapitel XIII und Kapitel XIV) und schwache Regionen
mit eigenen Währungen geschützt (vgl. Kapitel VII),
so ist sogar Wohlstand für alle Schichten - ja für
alle 7 Mrd. Erdenbewohner möglich.
Zusammenfassung:
Das Entwicklungsmodell des Kapitalismus
Wirtschaftszyklen sind ein Produkt der suboptimalen
Geld- und Wirtschaftsordnung im Zentralbankensystem.
Neben diesen kleinen Schwankungen der Wirtschaftsentwicklung
legen die Hintergründe der Wachstumsfalle und das Machtungleichgewicht
durch die exponentielle Vermehrung der Geldvermögen eine
Entwicklung des Kapitalismus nahe, welche sich grob in sieben
Stationen gliedern lässt.
Angefangen bei der Armutsgesellschaft, über
die Zeit des Wirtschaftswunders, der Wohlstandgesellschaft, hin
zur Besitzstandsgesellschaft, welche in der vordeflationären
und der deflationären Gesellschaft aufgeht, um schließlich
in der postdeflationären Gesellschaft die Nachteile des
Kapitalismus
maximal zur Entfaltung zu bringen. |
Das Buch "Entwicklungsprojekt
Ökonomie" ist im Augenblick vergriffen. Der Nachdruck
wird Anfang Februar verfügbar sein.
|
|
15.
Januar 2012
Das Bild vom Sonntag
14.Januar
2012 13. Januar 2012
|
|
12. Januar 2012
13.50 Uhr PaD 2 /2012 -
Lebenslüge Freiheit
Wir leben in Freiheit.
Unser Grundgesetz trägt
den schmückenden Beinamen
"Freiheitlich demokratische Grundordnung".
Doch wenn wir beginnen, das,
was wir uns wünschen, mit dem zu vergleichen, was wir bekommen,
dann stellen wir fest, dass wir eben nicht frei sind.
- Wer von uns will ernsthaft
einen neuen Krieg gegen den Iran?
- Wer von uns will ernsthaft
neue, vollkommen unkontrollierbare europäische Machtzentren,
wie das ESM?
- Wer von uns will ernsthaft
die Vorratsdatenspeicherung?
- Wer von uns will ernsthaft
auch nur 10 Prozent von dem, was uns als alternativlos oder segensreich
angekündigt und mit der Macht von scheinbar demokratisch
legitimierten Mehrheiten durchgesetzt wird, die sich aber letztlich
als die manipulative Macht einiger weniger Figuren entpuppt,
deren Fähigkeit, Stimmungen zu erzeugen, Meinungen zu beeinflussen
und damit letztlich Wahlen zu gewinnen, so weit geht, dass auch
die herausragenden politischen Führungsfiguren letztlich
wie Marionetten an den Fäden dieser Macht hängen?
- Die so genannte Finanz- und
Eurokrise hat zum Sturz mehrerer europäischer Regierungen
geführt. Ob Wulff Bundespräsident bleibt oder nicht
ist wohl längst nicht mehr seine Entscheidung.
-
- Die Freiheit ist allenthalben
auf dem Rückzug.
-
- An ihre Stelle sind Zwänge
getreten, menschengemachte Zwänge, wohin wir schauen, Zwänge,
die uns weit mehr einengen als sie - vorgeblich - unserem Wohl
und unserer Sicherheit dienen.
-
- Der Titel dieses Paukenschlages
ist zugleich der Titel eines bemerkenswerten und wichtigen Buches,
das Freimut Kahrs 2008 beim EWK-Verlag veröffentlich hat.
-
- Der Untertitel lautet: "Die
ungeschriebenen Regeln einer liberalen Gesellschaft"
-
- Und mit diesem Untertitel
macht er deutlich, dass sich neben den allgemein akzeptierten
Gesetzen und Regelungen, neben dem geschriebenen Recht ein ungeschriebenes
und daher zugleich unantastbar und alternativlos erscheinendes
Regelwerk etablieren konnte, das sich mehr und mehr über
das geschriebene Recht erhebt.
-
- Und dies ist das Recht einer
liberalen, unserer neo-liberalen Gesellschaft.
-
- Dieser Gedanke, einmal verstanden,
öffnet das Verständnis für vieles, was uns unverständlich,
widersinnig und oft genug auch unabwendbar erscheint. Und er
öffnet das Verständnis für die Notwendigkeit,
aktiv auf Veränderungen hinzuwirken, Schritt für Schritt,
jeder an seinem Platz und nach seinen Fähigkeiten.
-
- Ich habe das Buch, das inzwischen
vergriffen war, neu drucken lassen, weil es seit dem Erscheinen
der Erstausgabe an Aktualität eher zugenommen hat. Hier können Sie es bestellen.
-
- Was Freimut Kahrs auf den
letzten Seiten resümierend geschrieben hat, ist es wert,
das Kernstück dieses Paukenschlags zu bilden.
11. Januar
2012
Es gibt nichts wirklich
Neues ...
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10. Januar
2012
16.00 Uhr Das unglaubliche
Dementi
Am Vormittag waberte ein Gericht
über die Ticker: Das Finanzministerium brüte über
einem Plan, die neu ins Grundgesetz geschriebene Schuldenbremse
zu umgehen, was unumgänglich sei, weil Deutschland sonst
die im Sommer fällige erste Zahlung für den ESM in
Höhe von 22 Milliarden Euro nicht leisten könne.
Wenig später folgt das
Dementi aus Berlin:
"Die Anforderungen der
Schuldenregel werden in vollem Umfang eingehalten."
Dann also doch keine neuen
Schulden für ESM?
Das wäre zu kurz gedacht.
Deutschland wird seinen Beitrag zum ESM leisten, und weil Deutschland
kein Geld übrig hat, wird Deutschland sich dafür verschulden.
Ob das nun im Bundeshaushalt
ausgewiesen wird, ob die Schulden als neues "Sondervermögen"
in die Welt gesetzt werden, oder ob es gelingt, in den Regelungen
zur Schuldenbremse ein Schlupfloch zu finden, das groß
genug ist, um die ersten 22 Milliarden (und alle weiteren, die
folgen werden) problemlos durchzulassen, das ist im Ergebnis
vollkommen irrelevant.
Also haben wohl beide Recht: Diejenigen, die behaupten, es würden
mehr Schulden aufgenommen als es die Schuldenbremse erlaubt,
und diejenigen, die das dementieren.
Es ödet an.
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9. Januar
2012
16.15 Uhr Die erste Schwalbe
- Warnzeichen für den Euro
Heute wurde bei der Emission
deutscher Staatsanleihen erstmals Ausgabekurse erzielt, aus denen
sich für die Anleger ein Negativzins ergibt. Durchschnittlich
minus 0,1 % für insgesamt 3,9 Milliarden Euro, die noch
dazu 1,8-fach überzeichnet waren.
Was veranlasst einen Anleger,
sich auf eine derartig Anlage einzulassen?
Die Hoffnung darauf, im späteren
Börsenhandel einen höheren Preis zu erzielen, das schreibt
der Spiegel im nachstehend verlinkten Artikel.
Die Frage, die hinter dieser
Erklärung auftaucht, lautet aber: "Aus welchem Grund
sollen negativ verzinste Papiere noch teurer gehandelt werden,
die Rendite also noch weiter sinken?"
Und dafür gibt es nur
eine sinnvolle Erklärung:
Die Euro-Rettung ist in den
Augen der ersten Anleger bereits gescheitert.
Eine Schwalbe
- und diese 3,9 Milliarden
Euro sind im Vergleich zu den Billionen, die in Euro-Anleihen
angelegt sind, nicht mehr als eine erste Schwalbe -
macht zwar noch keinen Sommer,
aber nach der ersten
Schwalbe kommen erfahrungsgemäß weitere, bis die Nistplätze
wieder voll besetzt sind.
Die Spekulation sieht offenbar
den Euro-Crash nun als realistisches Szenario an. Nach dem Euro-Crash
wird es neue Währungen geben. Staatsschulden werden in die
neuen Währungen übertragen. Der geringste Abwertungsverlust
wird da erwartet, wo vom Euro auf die "DM 2.0" umgestellt
wird. Also DM-Anleihen kaufen, koste es, was es wolle.
Die Aktion steht unter dem
Motto: Retten, was zu retten ist.
Unter dem Vorzeichen von Negativzinsen für deutsche Staatsanleihen
jetzt herzugehen und den ESM beschleunigt in Kraft zu setzen,
wie es Schäuble anstrebt, wird den Crash nicht aufhalten,
aber jede zusätzliche Milliarde für die Euro-Rettung
wird die Situation der deutschen Steuerzahler deutlich verschlechtern.
Hoffen wir auf beschleunigte
Einsicht.
12.05 Uhr Andrea und
Sigmar - das SPD-Traumpaar
Nicht vorschnell mit dem Kopf schütteln. Es gibt schließlich
auch Albträume.
Wenn man sich das Herumgeeiere der SPD-Spitze so anschaut, dann
fragt man sich ernsthaft,
ob dieses SPD sich in ihrem öffentlichen Auftreten am erfolgreichen
Wirken der FDP orientiert.
Wenn sich Sigmar Gabriel und
Andrea Nahles in der - letztlich drittrangigen Frage - ob, falls
Wulff
zurücktritt, Neuwahlen gefordert werden sollen, öffentlich
gegenseitig demontieren, sich also um
das nicht vorhandene Fell eines noch nicht erlegten Bären
streiten, dann erweckt das den Eindruck,
die gute alte Tante SPD habe wieder einmal mehrere Kapitäne
und Steuermänner, die, statt unter
vollen Segeln zur Regatta auszulaufen, auch noch lange nach dem
Startschuss in der Hafenkneipe erbittert darum streiten, wer
denn an Bord künftig das Sagen haben soll.
Abgesehen davon: Die Affäre Wulff mag zwar die Gemüter
an den Biertischen erregen, hat aber nichts mit den wirklich
wichtigen und dringenden Fragen zu tun, auf die die richtigen
Antworten noch ausstehen. Wollte die SPD eine wichtige Rolle
als noch größte Oppositionspartei spielen, dann sollte
sie sich in Fragen der Euro-Rettung endlich vom geflissentlichen
"Ja-und-Amen" zur Regierungslinie entfernen und endlich
Konzepte entwickeln, wie der heraufziehende Währungskatastrophe
wirksam - und sozial verträglich - begegnet werden kann.
Gebetsmühlenhafte Bekenntnisse zur EU, zum Euro und zur
Notwendigkeit der Rettung der Gläubiger, garniert mit kleinen
Vorwürfen an die Kanzlerin, sie agiere zwar richtig, nur
halt immer ein bisschen spät, lassen von einem sozialdemokratischen
Profil nichts erkennen.
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8.
Januar 2012
Das Bild vom Sonntag |
7. Januar 2012 6.
Januar 2012 |
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5. Januar
2012
11.00 Uhr Das Habendürfen
Die Quintessenz aus Christian
Wulffs gestern ausgestrahltem Interview bei ARD und ZDF lautet:
"Man wird doch
wohl noch haben dürfen."
Daraus entstanden ist der
- 4. Januar 2012
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3. Januar
2012
13.00 Uhr Des Amtes unwürdig
Es wird viel darüber geschrieben,
die Würde des Amtes des Bundespräsidenten könnte
beschädigt werden. Das halte ich für den falschen Gedanken.
Amt und Funktion des Bundespräsidenten
sind im Grundgesetz beschrieben. Die Würde des Amtes lässt
sich daraus ableiten - und sie kann nur durch eine Änderung
des Grundgesetzes oder durch die (leider ebenfalls zu beobachtende)
Geringschätzung des Grundgesetzes beschädigt werden.
Anders ist es mit der Würde
der Person, die dieses Amt bekleidet. Christian Wulff hat den
Bürgern in den letzten Wochen das Trauerspiel des Niedergangs
seiner persönlichen Würde geboten.
Stellt sich die Frage: Wann
wird er sich endlich selbst des Amtes, das er immer noch bekleidet,
unwürdig fühlen und tun, was Horst Köhler aus
geringerem Anlass getan hat?
-
- Noch etwas zum Grundgesetz:
-
- Es geistern wieder Ideen durch
die Lande, man möge Parteien, die sich gegen die so genannte
"freiheitliche demokratische Grundordnung" stellen,
die Wahlkampfkostenerstattung streichen.
- Herr Dobrindt hat dieses Ansinnen,
das bislang immer nur in Richtung der Parteien "rechtsaußen"
zielte, nun auf die LINKE ausgedehnt.
-
- Ich meine:
-
- Wenn die Wähler eine
Änderung des Grundgesetzes wollen und für Mehrheiten
im Bundestag sorgen, die eine Grundgesetzänderung möglich
machen, dann ist das zu respektieren.
-
- Wir haben seit Gründung
der Bundesrepublik Deutschland viele Änderungen des Grundgesetzes
erlebt.
- Etliche davon liefen auf massive
Veränderungen der Freiheitsrechte der Bürger hinaus,
in Richtung auf einen - mit der "passenden" Regierung
durchaus zu fürchtenden - Überwachungsstaat.
- Niemand hat deshalb gefordert,
der CDU, der CSU, der SPD oder der FDP die Wahlkampfhilfen zu
streichen. Niemand hat gefordert, eine dieser Parteien zu verbieten,
obwohl die "freiheitliche" Grundordnung dadurch ganz
massiv "eingedampft" wurde.
-
- Man mag zu den Parteien außerhalb
der ununterscheidbaren Mitte stehen, wie man will. Solange sie
wählbar sind - und das sind sie, solange sie das Verfassungsgericht
nicht verboten hat - repräsentieren ihre Abgeordneten diejenigen,
die sie gewählt haben.
-
- Dass diese Parteien längst
nicht so stark sind, dass sie tatsächlich Veränderungen
am Grundgesetz durchsetzen könnten, ist ein ebenfalls wichtiger
Aspekt, der in dieser populistischen Diskussion einfach ausgelassen
wird.
-
- Wer die Ziele von Parteien
als "grundgesetzwidrig" ansieht, mag vor das Verfassungsgericht
ziehen und eine Verbotsklage anstrengen. Das ist der vorgegebene
Weg.
- Alles andere ist unangemessenes
- und im Sinne unseres Grundgesetzes - undemokratisches Geschwätz.
-
Und falls Sie zu
jung sind, um sich schon, oder schon zu alt, um sich noch erinnern
zu können, hier eine knappe Zusammenfassung der gravierenden
Grundgesetzänderungen seit 1949:
-
-
- Vor einem halben Jahrhundert
war unsere Verfassung noch fast jungfräulich. Die Grundrechte
waren Grundrechte, wenn auch schon
-
- 1954 die erste wesentliche Grundgesetzänderung
durch die Wiederaufrüstung der Bundesrepublik Deutschlands
erforderlich geworden war.
-
- 1955 trat die Bundesrepublik der NATO bei und musste
dafür das Grundgesetz erneut ändern, insbesondere,
um die Grundrechte der Soldaten so zu beschneiden, dass der drohende
Konflikt zwischen den Grundrechten der Staatsbürger in Uniform
und dem Prinzip von Befehl und Gehorsam damit vorsorglich aufgelöst
wurde. Aber das Wissen darum, dass Deutschland nicht ewig unbewaffnet
bleiben konnte, und die Einsicht der Verfassungsdesigner, dass
die Rechte von Soldaten beschnitten werden müssen, wenn
sie funktionieren sollen, verletzte das schöne Gesamtkonzept
Grundgesetz noch nicht wirklich damit konnte
man sich arrangieren.
- Erst 1967 wurde im Grundgesetz die Ermächtigung
des Gesetzgebers festgeschrieben, Maßnahmen zur Abwehr
des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts zu treffen und die
Regierung zu konjunkturpolitischen Maßnahmen zu ermächtigen.
Damit wurde in bester Absicht - der Startschuss für
die bis heute nicht gebändigte Staatsverschuldung abgefeuert.
1968 wurden die verfassungsrechtlichen Grundlagen für
die Notstandsgesetzgebung geschaffen und damit erhebliche Eingriffe
in die Rechtspositionen aller Bürger vor dem Hintergrund
eines Notstands ermöglicht. Der Widerstand der
Intellektuellen im Lande und der Studenten auf der Straße
war gewaltig, wurde jedoch ignoriert. Teile der außerparlamentarischen
Opposition verfielen auf die Idee, die Republik nur noch aus
dem Untergrund und nur noch gewaltsam verändern zu können,
was sich als Irrtum erwies.
1972 wurde der Weg zur Umwandlung des Bundesgrenzschutzes
in eine Bundespolizei geebnet, indem die Unterstützung der
zuständigen Landespolizei durch den Bundesgrenzschutz ermöglicht
wurde. Heute verfügt der Innenminister wieder über
eine gar nicht so kleine Privatarmee, die mit Schild, Helm und
Knüppel, Tränengas und Wasserwerfern, aber auch richtigen
Schusswaffen ausgerüstet ist und die
Nachfolge des ehemaligen BGS angetreten hat. Seither ist es BGS
bzw. Bundespolizei im Verein mit der ggfs. zur Amtshilfe herbeigerufenen
Bundeswehr stets gelungen, jede Demonstration - vom
Wendland über die Startbahn West bis zur WAA Wackersdorf,
vom G7-Gipfel in München bis zum G8 Gipfel in Heiligendamm
- unter Kontrolle zu halten, um nur einige wenige Einsätze
der Friedenstruppe zu erwähnen.
Ab 1976 ist der Gesamtvolksentscheid (Artikel 29 Abs.
5 Satz 3 GG) im Grundgesetz nicht mehr vorgesehen.
1990 mit der sog. Wiedervereinigung sind erhebliche
Änderungen des Grundgesetzes vorgenommen worden, u.a. wurde
im Grundgesetz die Vollendung der Einheit als Tatsache festgeschrieben.
1992 wird privaten Unternehmen per Grundgesetzänderung
die Übernahme der
Flugsicherung erlaubt, und ebenfalls
-
- 1992 erfolgt die freiwillige Unterwerfung Deutschlands
unter die Rechtssetzung der EU. Der Vertrag von Maastricht darf
ratifiziert werden, die europäische Integration wird zum
Staatsziel und die Abgabe hoheitlicher Rechte an die EU wird
zum verfassungsmäßigen Recht der Regierung, womit
der Staat beschlossen hat, seine staatliche Identität Schritt
für Schritt aufzugeben.
Zudem wird die bisherige Bundesbankaufgabe, Geldmenge, Konjunktur
und Währungsstabilität zu koordinieren aufgegeben und
die EZB einzig der Währungsstabilität verpflichtet.
1993 erfolgt die De-facto-Aufhebung des Asylrechts per
Drittstaatenklausel, im gleichen Jahr wird die Verstaatlichung
der Bahn grundgesetzlich erlaubt.
-
- 1994 wird die Privatisierung des Post- und Telekommunikationswesens
ins Grundgesetz geschrieben.
Dass gleichzeitig ein neuer (untauglicher) Anlauf zur Förderung
der Gleichberechtigung von Frauen und Männern genommen und
die Benachteiligung Behinderter per Grundgesetz verboten wurde,
war demgegenüber ein genauso substanzloses Beruhigungspflaster
wie die Selbstverpflichtung des Staates zum Schutz der natürlichen
Lebensgrundlagen, bei der vorsorglich versäumt wurde, deren
Privatisierung zu verhindern.
1998 wird mit dem Großen Lauschangriff die Unverletzlichkeit
der Wohnung endgültig als schützenswertes Rechtsgut
aufgegeben.
2000 wird das generelle Auslieferungsverbot Deutscher
an fremde Justiz ausgehöhlt. Deutsche dürfen jetzt
an internationale Tribunale oder an die Justizbehörden anderer
EU-Mitglieder ausgeliefert werden, genießen also nicht
mehr den Schutz, nach deutschem Recht von deutscher Gerichtsbarkeit
behandelt zu werden. Ebenfalls
-
- 2000 wird Frauen der Dienst an der Waffe in der Bundeswehr
gestattet.
2006 kommt es zur hinlänglich bekannten und beklagten
Föderalismusreform mit der Festschreibung des zersplitterten
Schulsystems.
2009 wurde die Schuldenbremse ins Grundgesetz geschrieben,
und dies nur mit dem Ziel, den Staat weiter zu schwächen,
Sozialleistungen abzubauen und die Privatisierung zu forcieren
sonst hätte nämlich neben der Schuldenbremse
auch die unveräußerliche Substanz staatlicher Aufgaben
und die Pflicht zur Steuerfinanzierung dieser Aufgaben in das
gleiche Grundgesetz aufgenommen werden müssen, was nicht
geschehen ist.
Soweit die wichtigsten der insgesamt 57 Änderungen des Grundgesetzes
seit 1949.
Zusammengefasst:
Grundrechte wurden aufgeweicht, Volksvermögen privatisiert,
eine Bundespolizei installiert und hoheitliche Aufgaben in einem
Maße an die EU abgegeben, dass die eigene Staats- und Rechtsordnung
dadurch ganz erheblich beschädigt wurde.
- Der Bundestag setzt infolge
dieser Grundgesetzänderungen ganz überwiegend nur noch
EU-Recht in nationales Recht um - und der Rest der eigenständigen
Gesetzgebung wird zu einem großen Teil von Lobbyisten vorgeschlagen
und ausgearbeitet.
Erschwerend hinzu kommt die merkwürdige Rechtssprechung
des Verfassungsgerichts. Vieles, was dem Normalbürger bei
verständiger Würdigung der Texte des Grundgesetzes
als grundgesetzwidrig erscheint, hat das Verfassungsgericht letztlich
doch gebilligt und wenn es um das Verhältnis zwischen
Deutschland und der EU geht, zieht es seine Zuständigkeit
gerne selbst in Zweifel.
- Und die Extrapolation?
Wenn der Entwicklung nicht Einhalt geboten wird, geht das komplette
Grundgesetz sang- und klanglos in den Regelungen des EU-Vertrags
unter. Regelungen, zu denen das Deutsche Volk weder gehört
noch gefragt wurde. Regelungen, deren Weiterentwicklung fernab
demokratischer und parlamentarischer Kontrolle von Kommissaren
und Räten betrieben wird.
Der Boden der Verfassung, auf dem die junge Bundesrepublik stand
(auch wenn schon 1963 der damalige Bundesinnenminister Hermann
Höcherl zu einer Abhöraffäre erklärte, er
könne nicht den ganzen Tag mit dem Grundgesetz unter dem
Arm herumlaufen) ist kein fester Grund mehr, auf den man bauen
könnte. Die Gefahr, von einer Kommissions- und Räte-Union,
die wir schon haben, in ein Europa des Kommissions- und Räte-Despotismus
abzugleiten, das nur noch den Interessen des Kapi-
tals und der Wirtschaft dient, steht als Menetekel an der Wand.
-
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2.
Januar 2012
14.00 Uhr Ende der langen
Pause
Ich wünsche
Ihnen ein gutes neues Jahr.
Ein Jahr, das so verläuft, dass am Ende für uns alle
- und für jeden einzelnen - das Beste daraus geworden ist.
Was dieses "Beste" ist, kann heute noch niemand wissen,
doch können wir alle - und jeder für sich - dazu beitragen,
indem wir selbst versuchen, in unserem Denken und Handeln darauf
hinzuwirken.
Es hilft wenig, sich in Sorgen
und Ängsten zu ergehen, wie es auch wenig hilft, einfach
nur "positiv zu denken" und ansonsten die Hände
in den Schoß zu legen.
Was auch immer in diesem Jahr
auf uns zukommen wird:
Wenn es uns gelingt, die Menschen,
die uns begegnen, und die Situationen, in die wir gestellt werden,
so anzunehmen, wie sie sind, wenn es uns gelingt, unsere inneren
Widerstände dagegen aufzulösen, nicht dagegen zu kämpfen,
sondern wenn wir in jeder Lage die Chancen erkennen und uns mit
Begeisterung zusammentun, um sie zu nutzen, wenn jeder danach
strebt, für sich das Beste zu erreichen, und dabei seinen
Nächsten liebt, wie sich selbst, dann werden wir aus diesem
Jahr das Beste machen. Dann wird es nicht das Schreckensjahr
werden, das von so vielen an die Wand gemalt wurde und wird,
dann wird es ein gutes Jahr.
Von einem lieben Menschen erhielt
ich zum neuen Jahr eine wunderschöne Powerpoint-Präsentation.
Erfreuen Sie sich auch daran!
(Bei langsamen Internetverbindungen
kann es ein Weilchen dauern, bis die Datei - 6,7 MB - heruntergeladen
ist. Es lohnt sich dennoch. Um die Präsentation dann zu
starten: Erst oben, ziemlich in der Mitte "Bildschirmpräsentation"
anklicken, dann - oben links - auf "von Beginn an".)
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Dieser Zähler
zählt seit etlichen Monaten die Besucher dieser Website.
am 22. 10. 2011
waren es 850.000
am 30. 11. 2011 waren es 900.000
am 22. 01. 2012 waren es 950.000
Und um wie viel mehr
sind es heute?
Vielen Dank für Ihr großes
Interesse.
Es ehrt mich. |
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Die Selbstähnlichkeit
der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der
winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der
Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild
des Ganzen zu machen - so man nur will. |