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die Tageskommentare werden nun doch archiviert

Hier:
 die ersten Wochen nach Fukushima
(7. März bis 14. April 2011)
 drei Wochen dezentrale Energie
(15. April bis 5. Mai 2011)
 

 

  Nachrichten vom Tage


 

 

Paukenschlag am Donnerstag aktuell:

 
Die anonymen Wirtschaftskompetenzler

EWK-Verlag

Überblick
Neuerscheinungen:
 

44 Tage mit Paul

Liebe, Gott und
Rock 'n' Roll

Rainer Buck hat diese Synthese gewagt.

 

 

Brieffreundschaft mit einem Abzocker

Roman um Fallensteller im Internet

Hardcover-Ausgabe

Mein friedliches Vietnam

Roman

Ganzleinen-Ausgabe

Lass dir den Himmel nicht entsternen

illustrierter Gedichtband

Hardcover-Ausgabe

Das Geheimnis
des Billriffs

ein Juister Inselkrimi

Taschenbuch

Bari - Gleis 4

eine ungewöhnliche Liebesgeschichte

Hardcover-Ausgabe

 Krankenhaus-
Geschichten

Heiteres und Besinnliches rund um OP und Intensivstation

 U(h)r-Typen

Michael Brückner porträtiert Uhren-Manufakturen und Ateliers

Hardcover-Ausgabe

Exzellenz in der Nische

Uhrenmanufakturen

Hardcover-Ausgabe

Wer weiß schon,
wie tief
der Fluss
unter
der Brücke ist

Roman

Erlegte Jäger

der zweite
Eifel-Krimi von
Winfried Pohl

Falschgeld

Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit



Gesamtprogramm:
 

 
Alles über das Geld
 

 
Gastbeiträge
  • Alexander Czerny
  • Freimut Kahrs
  • Dr. Dieter Petschow
  •  

      Statistik der Arbeitsplatzvernichtung
  • Aktuelle Meldungen
  •  

     
    Der Patient ist die Lösung
     

    Konzept für die Finanzierung des Gesundheitswesens

     

     
    EU - Probleme

     
     
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     Egon W. Kreutzer, Portrait

     

     

    Egon W. Kreutzer

    Autor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

    Kritik

    muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

    Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

    Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

     


    Was war das denn?

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    mit Piano?

    Nun, so klingt Harry Kulzer


    - über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -

    heute.

    Mehr von diesem Sound bei

    Table for two
     
    Harry Kulzer
     
    Wolfgang Opitz
    Thomas Froschmaier

    29. Mai 2011

     

     ... einen guten Morgen, nach einer guten Nacht ...

    Das BiLd vom Sonntag 


    28. Mai 2011

    15.50 Uhr Sie sind wieder da - Die Nichtwähler

    Die Nichtwählerpartei - als wählbare Partei - ist seit kurzem wieder aktiv. Heute findet in Köln der Bundesparteitag statt. Dazu gibt es die brandneue Website

     
     
     
     
     
     
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    13.00 Uhr Spanien ist eben nicht Tunesien

    Während man auf dem G8 Gipfel angekündigt hat, zig-Milliarden Hilfsgelder nach Tunesien und Ägypten zu senden, um die dortigen Aufständischen zu unterstützen (oder waren es doch Freiheitskämpfer?), lässt Spanien mit gar nicht ungefährlichen Gummigeschossen und Schlagstöcken die Protestcamps der friedlichen Demonstranten im eigenen Lande räumen (oder waren es doch organisierte und militärisch bewaffnete Aufständische? sh. Kommentar vom 27.Mai 16.45 Uhr).

    Wo ist der Unterschied?
    Sind nicht beide an der Verbesserung ihrer Lebensumstände interessiert?
    Haben nicht beide den Eindruck, dass sich dringend vieles ändern muss?
    Fühlen sich nicht beide schlecht - ja zum Auf-die-Straße-Gehen schlecht - regiert?

    Nun, der Unterschied ist einfach.
    Wer regiert, ist überzeugt, gut zu regieren - und sieht in Demonstrationen gegen sich selbst, gegen die eigene Person, die eigene Partei, die eigene parlamentarische Mehrheit eine Gefahr - nämlich die Gefahr, so nicht weitermachen zu können, wenn man ernsthaft auf das Volk hören wollte, das ja noch nie verstanden hat, was gut für es ist ...


    27. Mai 2011

    16.45 Uhr Kein Krieg, kriegsähnliche Einsätze, Krieg

    Hatten wir mit Herrn Struck, der sich noch größte Mühe gab, den Bundeswehreinsatz am Hindukusch als Landesverteidigung zu verkaufen, noch einen, der wenigstens versuchte, als grundgesetztreuer Verteidigungsminister zu erscheinen,

    hatten wir mit Karl Theodor zu Guttenberg - und seinem operettenhaften, von Gattin und Hofberichterstatter begleiteten Kriegsschauplatzvoyeurismus - schon keinen reinen Verteidigungsminister mehr, aber auch noch keinen richtigen Kriegsminister, also eher einen Kriegsspielminister,

    so haben wir nun mit Herrn de Maiziere (de Mai-ziere = mittelhocheutsch: Zierde/Blüte des Monats Mai?), der uns zum Ende des Wonnemonats seine Bundeswehrvorstellungen eröffnet hat, endlich wieder einen gestandenen Kriegsminister, der mit deutschen Soldaten überall in der Welt die Fortsetzung der Diplomatie mit den ihm nun zur Verfügung stehenden "robusten Mitteln" betreiben will.

    Zitat: "Deutschland ist bereit, als Ausdruck nationalen Selbstbehauptungswillens und staatlicher Souveränität*) zur Wahrung seiner Sicherheit das gesamte Spektrum nationaler Handlungsinstrumente im Rahmen des Völkerrechts einzusetzen. Dies beinhaltet auch den Einsatz von Streitkräften."

    *)
    die er aber genau zu diesem Zweck gem. Art 24,2 GG vorher abgeben muss (unfreiwillige Komik der an den Haaren herbeigezogenen Rechtfertigung)

    Das Jürgen Trittin dem auch noch zustimmt, bestürzt mich.


    War einmal ein Bumerang, war ein Weniges zu lang,
    Publikum noch stundenlang, wartete auf Bumerang.

    War einmal ein Grundgesetz, fiel geschwind durchs Maschennetz,
    Publikum von einst bis jetzt, wartet stumm aufs Grundgesetz ...


    Man hört nicht auf, uns weismachen und beweisen zu wollen, ein "Weißbuch", das sich das Verteidigungsministerium noch dazu selbst schreibt, sei ausreichend, um den Begriff der "Verteidigung", den das Grundgesetz verwendet, nach Belieben auszulegen.

    Nennenswerte Reklamationen seitens der Opposition gibt es dazu nicht, denn Rot und Grün haben sich während der gemeinsamen Regierungszeit selbst zu weit in militärische Aktivitäten verstrickt, als dass sie jetzt noch glaubhaft Einwände vortragen könnten.

    Das Bundesverfassungsgericht zieht sich auf den Artikel 24,2 zurück, in dem es heißt:

    "Der Bund kann sich zur Wahrung des Friedens einem System gegenseitiger kollektiver Sicherheit einordnen; er wird hierbei in die Beschränkungen seiner Hoheitsrechte einwilligen, die eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen den Völkern der Welt herbeiführen und sichern."

    Was letztlich immer noch nicht bedeutet, dass die Bundesrepublik ihre Streitkräfte dadurch neben der Verteidigung zu jedem beliebigen Zweck einsetzen dürfte,

    wohl aber, dass - durch die Aufgabe der Hoheitsrechte - die NATO, die EU, FRONTEX oder jedes weitere, noch zu gründende "System gegenseitiger kollektiver Sicherheit" die Bundeswehr zum Einsatz beordern darf, soweit diese Einsätze "eine friedliche und dauerhafte Ordnung in Europa und zwischen der Völkern der Welt herbeiführen und sichern."

    Und weil nun einmal kein Krieg geführt wird,

    • um friedliche und dauerhafte Ordnungen zu verändern oder zu zerstören,
    • um sich Zugang zu Rohstoffen zu sichern, oder auch nur,
    • um unliebsame Regime aus der Welt zu schaffen,
    • sondern weil jeder Krieg, seit Anbeginn der Welt geführt wurde, um damit auf ewig Frieden zu schaffen,
    ist letztlich jeder Militäreinsatz von vornherein gerechtfertigt.

    (Eine Rechtfertigung die der Feind allerdings nicht selten auch für sich in Anspruch nimmt, was die Beweisführung nicht unmaßgeblich erschwert, solange der Sieger noch nicht feststeht.)

     

    Nachstehendes wäre,
    wenn es jemand noch ernst nähme,
    geltendes Recht in Deutschland:
     

    Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland

    Art 87a

    (1) Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf.
    Ihre zahlenmäßige Stärke und die Grundzüge ihrer Organisation müssen sich aus dem Haushaltsplan ergeben.
    (2) Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt.


    (3) Die Streitkräfte haben im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle die Befugnis, zivile Objekte zu schützen und Aufgaben der Verkehrsregelung wahrzunehmen, soweit dies zur Erfüllung ihres Verteidigungsauftrages erforderlich ist. Außerdem kann den Streitkräften im Verteidigungsfalle und im Spannungsfalle der Schutz ziviler Objekte auch zur Unterstützung polizeilicher Maßnahmen übertragen werden; die Streitkräfte wirken dabei mit den zuständigen Behörden zusammen.
    (4) Zur Abwehr einer drohenden Gefahr für den Bestand oder die freiheitliche demokratische Grundordnung des Bundes oder eines Landes kann die Bundesregierung, wenn die Voraussetzungen des Artikels 91 Abs. 2 vorliegen und die Polizeikräfte sowie der Bundesgrenzschutz nicht ausreichen, Streitkräfte zur Unterstützung der Polizei und des Bundesgrenzschutzes beim Schutze von zivilen Objekten und bei der Bekämpfung organisierter und militärisch bewaffneter Aufständischer einsetzen. Der Einsatz von Streitkräften ist einzustellen, wenn der Bundestag oder der Bundesrat es verlangen.

     

    10.30 Uhr Ortwin Renn 

    Als ich gestern kurz über die Ethik-Kommission gestolpert bin, war das für einen Leser Anlass, ein bisschen mehr Information über den von mir im ZEIT-Interview zitierten Ortwin Renn zu liefern.

    Manchmal ist es eben schlimmer als man es sich vorstellen kann.
    Und das nicht nur in kirchlichen Internaten.

    Hier die Zuschrift

     Guten Morgen Herr Kreutzer,

    direkt nach dem Eintritt ins Internet und noch vor dem intensiven Lesen des neuen Paukenschlags finden meine müden Augen den sehr assoziativen Namen Ortwin Renn, der sich in der Ethik-Kommission tummelt.

    Vielleicht steht's ja noch (implizit) im PaD, aber Renn ist eine Linksammlung wert:

    Daß die Herrschaften in der Ethikkommission nicht frei von eigenen Meinungen sind, geschenkt.
    Aber nach und nach erkennt man immer deutlicher eine großtechnikhörige Meinungseinseitigkeit, im Regierungspersonal, den Ministerien und in Beratungsgremien. Das ist nicht unbedingt erstaunlich, aber beängstigend, wenn es um Kernenergie geht. Man kann froh sein, daß "die" Wähler der aktuellen Regierung nicht schon früher den Auftrag gegeben haben, auch noch am Irak-Krieg teilzunehmen.

    Aber aktuell ist das Thema Kernenergie dran, was dummerweise noch verknüpft ist mit dem Thema Klimawandel und leider auch mit dem Thema Dezentralisierung.

    Danke für Ihre Kommentare und, wenn's geht: Schönen Tag!
    G.N.


    26. Mai 2011

    12.15 Uhr Röttgen, der Heimlichtuer 

    Die Berliner Zeitung will aus "Kreisen des Ministeriums" erfahren haben, dass der Bundesumweltminister sich persönlich dafür eingesetzt habe, eine Untersuchung des Bundesumweltamtes mit dem Titel "Hintergrundpapier zur Umstrukturierung der Stromversorgung in Deutschland" der Öffentlichkeit nicht zugänglich zu machen. Vermutlich, weil darin ein Ausstiegsszenario bis 2017 für möglich erachtet wird.

    Kein Wunder, will die Kanzlerin das letzte Wort über die Fortdauer des technisch begründeten und mathematisch einigermaßen präzise ermittelbaren, faktisch in Tschernobyl und Fukushima nachweisbaren Risikos der Stromerzeugung mittels Atomreaktoren ausgerechnet einer "Ethik-Kommission" überlassen.

    Dabei handelt es sich bei den Mitgliedern der Ethik-Kommission keineswegs um ausgewiesene "Ethikologen", wie die ZEIT in einem Interview mit Ortwin Renn von der Ethik-Kommission schön herausarbeitete:

    DIE ZEIT: Spiegelt die Ethikkommission die Bevölkerung besser wieder als das Parlament?

    Renn: Nein, die Ethikkommission kann aber die Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung im Parlament gut vorbereiten. Die Kommission bringt vor allem Bewertungsspezialisten zusammen, die beispielsweise als Akademiepräsidenten hohe Urteilskraft über alle Disziplinen hinweg besitzen oder sich als Ethiker und Sozialwissenschaftler mit der Bewertung von Risiken und Technologien auseinandergesetzt haben. Auch die Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen oder der Parteien stehen für Bewertungen in der Gesellschaft. Daneben sind Industrie- und Gewerkschaftsinteressen vertreten.

    ... dafür, dass die ZEIT nicht weiß, wie sich widerspiegeln schreibt, kann ich nichts, ich zitiere hier nur ...

    und dazu erreichte mich dann noch die folgende Zuschrift:

     Guten Morgen Herr Kreutzer,

    direkt nach dem Eintritt ins Internet und noch vor dem intensiven Lesen des neuen Paukenschlags finden meine müden Augen den sehr assoziativen Namen Ortwin Renn, der sich in der Ethik-Kommission tummelt.

    Vielleicht steht's ja noch (implizit) im PaD, aber Renn ist eine Linksammlung wert:

    Daß die Herrschaften in der Ethikkommission nicht frei von eigenen Meinungen sind, geschenkt.
    Aber nach und nach erkennt man immer deutlicher eine großtechnikhörige Meinungseinseitigkeit, im Regierungspersonal, den Ministerien und in Beratungsgremien. Das ist nicht unbedingt erstaunlich, aber beängstigend, wenn es um Kernenergie geht. Man kann froh sein, daß "die" Wähler der aktuellen Regierung nicht schon früher den Auftrag gegeben haben, auch noch am Irak-Krieg teilzunehmen.

    Aber aktuell ist das Thema Kernenergie dran, was dummerweise noch verknüpft ist mit dem Thema Klimawandel und leider auch mit dem Thema Dezentralisierung.

    Danke für Ihre Kommentare und, wenn's geht: Schönen Tag!
    G.N.

    Worum es geht? Es geht darum, die Wirtschaft - hier die Energieversorger mit ihren ultragefährlichen Profitschleudern - in ihrem Gewinnstreben zu unterstützen. Da ist eben jedes Jährchen mehr - mehr als nur ein Milliärdchen mehr ...

     

    Dazu passt voll krass der heutige Paukenschlag


    25. Mai 2011

    13.13 Uhr Jetzt schlägts Dreizehn

    Krückentechnologie findet Google genau tausendsechshundert Mal.
    Brückentechnologie findet Google viel öfter, ungefähr hundertzehntausend Mal.

    Beides sind Bezeichnungen für die Atomstrom-Technologie. Die Zutreffendere wird jedoch kaum benutzt.

    Woran das wohl liegen mag?


     

    11.55 Uhr Fünf vor zwölf - merkt aber keiner

    Ifo-Sinn meldet

    Die deutsche Wirtschaft wächst weiter kräftig - vor allem durch Ausgaben im Inland. Die Stimmung bleibt unverändert gut. Der Ifo-Geschäftsklimaindex lag im Mai wie im Vormonat bei 114,2 Punkten.

    Das Statistische Bundesamt meldet

    Die Investitionen etwa in den Bau oder in neue Anlagen und Fahrzeuge stiegen genauso wie die Konsumausgaben des Staates und der Verbraucher deutlich an. Dadurch wuchs die Wirtschaft im Vergleich zum Vorquartal deutlich um 1,5 Prozent.

    Im Vergleich zum ersten Quartal 2010 legte sie sogar so stark zu wie noch nie seit der deutschen Wiedervereinigung: Das BIP stieg demnach preisbereinigt um 5,2 Prozent, kalenderbereinigt - da es dieses Jahr in den ersten drei Monaten einen Arbeitstag mehr gab - um 4,9 Prozent.

    Die privaten Konsumausgaben stiegen ebenfalls - wenn auch deutlich leichter - um 0,4 Prozent.

    Gestiegen ist auch die Arbeitsproduktivität: Das BIP pro Kopf wuchs im ersten Quartal um 3,8 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2010. Je Arbeitstunde erhöhte sich die Produktivität um 2,3 Prozent, gleichzeitig arbeiteten die Deutschen wieder 1,4 Prozent mehr. Demnach stieg die Wochenarbeitszeit, die Beschäftigten machten mehr Überstunden und die Unternehmen setzten weniger auf Kurzarbeit.

    Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler meldet

    der Aufschwung gewinnt "immer mehr an Breite und Stabilität". "Unsere Wirtschaft hat im ersten Vierteljahr dieses Jahres ihr Vorkrisenniveau erstmalig wieder übertroffen. Sie befindet sich in glänzender Verfassung."

    Die Gesellschaft für Konsumforschung meldet


    Trotz guter Konjunkturlage wächst die Angst bei den Verbrauchern. Das Konsumklima hat sich weiter verschlechtert. Die 2000 befragten Verbraucher rechnen mit einer schwächeren Konjunktur und schlechteren Einkommensaussichten.

    „Vor allem Produkte des täglichen Lebens wie Benzin und Lebensmittel sind in den vergangenen Wochen deutlich teurer geworden. Beim Verbraucher entsteht sehr schnell der Eindruck, dass alles teurer wird, die eigene Kaufkraft sinkt und so ein beträchtlicher Teil der Einkommenszuwächse aufzehrt.“

    Wegen der gesunkenen Einkommenserwartungen sank die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen.

    Wie lange wird das noch so weitergehen können?

    Der Wirtschaft geht es gut.

  • Die Produktivität der Beschäftigten ist erheblich (3,8%) gestiegen.
  • Die insgesamt erbrachten Arbeitsstunden haben deutlich (1,4%) zugenommen.
  • Insgesamt hat die Wirtschaft 5,2 % mehr erzeugt und dies um rund 2% teurer verkauft, also 7,3 Prozent mehr umgesetzt.
  • Die privaten Haushalte konnten daraus für sich aber nur eine Konsumsteigerung um 0,4 % erreichen.

    Friedrich Alexan schrieb 1935 im Pariser Exil:
     
    >Es ginge zu weit, alle Schlagworte der Werde- und Blütezeit des Kapitalismus, in der der Dollar Allah war und Rockefeller sein Prophet, aufzuzählen. Jener denkwürdigen Zeit, da eines Eisen- und Erzherzogs bessere Hälfte die bescheidenen Lohnforderungen der Arbeiter mit den Worten ablehnte: "Ehe ich diesem Gesindel einen Pfennig mehr bewillige, lasse ich meine Pferde mit goldenen Hufeisen beschlagen!"<
     

       

     

    Wer glaubt, dass es heute sowas nicht mehr gibt, der sollte einfach einmal nachrechnen:
     
    Wer um 1,4 Prozent mehr arbeitet und dabei 5,2 Prozent mehr erzeugt, aber nur 0,4 Prozent mehr für den Konsum erübrigen kann, dem hat man nicht die Lohnerhöhung verweigert, dem hat man die Löhne gekürzt - und ganz nebenbei auch noch die Preise ganz kräftig erhöht.

    ... und wer das Märchen der GfK glaubt, die bösen "Konsumenten" würden einfach nur "Konsumzurückhaltung" üben, hätten also gelernt, nicht nur vom Essen, sondern auch vom Sparen satt zu werden, nun ja, der spinnt ...
  •  


    24. Mai 2011

    13.44 Uhr Pressemitteilung von Eurosolar

    die ich einfach - zustimmend - weitergebe

    Pressemitteilung, Bonn, 24. Mai 2011

    EUROSOLAR:

    Röttgens wettbewerbsfeindliche EEG-Novelle zerschlägt laufende Energiewende und steht diametral gegen das in der Tendenz richtige Energiekonzept der CSU

    Die gemeinnützige Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR) lehnt die Verabschiedung der EEG-Novelle 2012 in der gegenwärtigen Form ab und fordert Bundesumweltminister Dr. Röttgen dazu auf, das übereilte Gesetzgebungsverfahren zu entschleunigen.

    "Die Bundesregierung hat etwas grundlegend falsch verstanden. Die Herausforderungen der wachsenden Risiken der Atom- und Fossilenergien erfordern nicht die Beschleunigung kontraproduktiver Gesetzgebungsverfahren. Was wir brauchen, ist die Beschleunigung der laufenden dezentralen Energiewende", erklärt EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege und empfiehlt der Politik die Anwendung des 10-Punkte-Sofortprogramms von EUROSOLAR
    Trotz aller Probleme könnten die neuen Träger der Energiewende - Stadtwerke, Kommunen, Bürgergenossenschaften und mittelständische Unternehmen - mit dem geltenden Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) die
    Energiewende wirksamer beschleunigen als mit der geplanten "EEG-Konzern-Novelle", sagt EUROSOLAR-Vizepräsident Dr. Fabio Longo. Die EEG-Konzern-Novelle diene allein dazu, mit der überdimensionalen Förderung von Off-Shore-Windparks die Monopolstellung der Energiekonzerne abzusichern und Marktanteile der neuen Träger zu beschneiden.

    "Anstatt die ländlichen Räume von Bayern bis Mecklenburg-Vorpommern mit neuen Wertschöpfungsmöglichkeiten aus Wind-, Solar-, Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie zu stärken, kürzt Herr Dr. Röttgen
    bei der Windkraft an Land und verunsichert potenzielle Solaranlagenbetreiber sowie die deutsche Solarindustrie mit einem unvorhersehbaren und drastischen Vergütungsrückgang", erklärt Fabio Longo.

    Dies sei wirtschaftspolitisch völlig verfehlt, auch weil Monopole noch nie für günstige Energiepreise gesorgt hätten - ganz im Gegenteil, wie die aktuelle Untersuchung des Bundeskartellamts zu den Preisen an der Zapfsäule zeigt. Das Hau-Ruck-Verfahren der Gesetzgebung bis Juli sei auch gar nicht erforderlich, da das geltende EEG nicht befristet sei. "Diese Novelle ist weder Beschleunigung noch Stillstand, sie ist Rückschritt und ein schwerer Schlag gegen die Energiewende", erklärt Fabio Longo.

    Die großkonzernfreundliche und wettbewerbsfeindliche Politik des Bundesumweltministers steht diametral gegen das in der Tendenz richtige CSU-Energiekonzept für Bayern. Durch die geplante Abschaffung
    des Systemdienstleistungsbonus und den verschärften jährlichen Rückgang der Vergütung für Windkraftanlagen an Land können nach ersten Schätzungen rund die Hälfte aller bisher geeigneten Windenergiestandorte nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.

    Dies konterkariert das Vorhaben der CSU, in Bayern 1.500 Windkraftanlagen zur Stärkung der Wertschöpfung im ländlichen Raum zu errichten. Vor diesem Hintergrund fordert EUROSOLAR die in die Erstellung des Energiekonzepts einbezogenen Bundesminister Aigner und Ramsauer (CSU) dazu auf, die derzeitige großkonzernfreundliche und wettbewerbsfeindliche EEG-Novelle auszubremsen und zu einer im geordneten parlamentarischen Prozess erarbeiteten EEG-Wertschöpfungs-Novelle für den ländlichen Raum und den High-Tech-Standort Deutschland umzugestalten.

    V.i.S.d.P. Irm Pontenagel

    EUROSOLAR e.V.
    Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien
    Kaiser-Friedrich-Straße 11
    53113 Bonn
    Tel. 0228 / 362373 und 362375
    Fax 0228 / 361279 und 361213
    info@eurosolar.org
    http://www.eurosolar.org

    10.45 Uhr Allerlei Groteskes

    Fukushima, Betreiber vermutet dreifache Kernschmelze

    Und die Premiummedien berichten dies jetzt voller Überraschung. Der Vorstandsvorsitzende von TEPCO zog die Konsequenzen und trat zurück. Was heißt das denn? "Ich hab jetzt die Schnauze voll, soll sich mit dem Dreckskraftwerk rumärgern wer will. Ich geh jetzt in Rente. Nach mir der Super-Gau!" Das heißt das.

    Noch nicht Pleitekassen sperren sich gegen Mitglieder von Pleitekassen

    Wer sich die Zuzahlungsregeln und den sogenannten "Wettbewerb der Kassen" ausgedacht hat, hat doch genau das geplant. Der Konkurs der ersten Kasse, also derjenigen, mit den teuersten Versicherten, mit vielen Langzeitkranken, mit vielen Alten und Gebrechlichen, spült deren Mitglieder in die Kassen mit einer etwas kostengünstigeren Versichertenstruktur. Die müssen folglich die Zusatzbeiträge anheben, es dauert nicht lange, und die nächsten Kassen brechen zusammen. Dann dauert es nicht mehr lange, und die deutsche Einheitskrankenkasse mit hohen Beiträgen, hohen Zusatzbeiträgen und geringen Leistungen minderer Qualität unter vollständiger Kontrolle des Gesundheitsministeriums ist entstanden und kann, - und kann was? Und kann endlich privatisiert werden.

    Microsoft fährt mit Kameraautos durch Deutschland - und niemand tut was

    Was bei Google Streetview noch Datenschützer und die Verbraucherschutzministerin auf den Plan gerufen hat, was eine große Diskussion hervorrief und Google letztlich gezwungen hat, den Vorab-Widerspruch zuzulassen und zu akzeptieren, das ist jetzt alles erlaubt. Ist Microsoft koscherer als Google? Oder was?
    Bei Google hat man gesetzliche Regelungen erwogen, sollte das Unternehmen nicht freiwillig Zugeständnisse machen. Diese Drohkulisse vermisse ich nun.

    Und niemand kann mir erklären, warum die Politik schläft.

    und dann wurde ich soeben (13.26 Uhr) daran erinnert, dass ich vor nunmehr 9 Jahren (noch nach alten Rechtschreibregeln) einen Vorschlag für Verbesserungen im deutschen Gesundheitswesen vorgelegt habe, der womöglich den Pleitekassenhinweis ergänzen könnte.


    23. Mai 2011 

    11.30 Uhr Bremen - Erdrutsch-Sieg der Nichtwähler

    Wenn das amtliche Ergebnis der Bremer Bürgerschaftswahl wohl auch erst am Mittwoch ausgezählt sein wird - eines steht heute schon fest:

    Rund 43 Prozent der Wahlberechtigten haben sich - implizit - der Partei der Nichtwähler angeschlossen.

    Bremer Bürgerschaftswahl 2011:

    Berechnete man die Stimmanteile der Parteien nach Wahlberechtigten, statt nach abgegebenen Stimmen, so ergibt sich - nach den vorliegenden, stabilen Hochrechungen - die folgende Stimmverteilung.

     Partei Stimmanteile
    (Partei der) Nichtwähler rund 43 %
    SPD rund 22 %
    Grüne  rund 13 %
    CDU rund 12 %
    Die Linke rund 3 %

    Es ist erschreckend!

    Die Nichtwähler wären mit weitem Abstand stärkste Fraktion und könnten mit SPD oder Grünen oder der CDU als Juniorpartner die Regierungsverantwortung übernehmen.

     

     

    Wird es gelingen, dieses brachliegende Potential zu heben, den schlafenden Riesen zu wecken?

    Werner Peters gibt auf diese Frage die Antworten.

    Nicht alle sind für uns angenehm. Nicht alle sind bequem. Aber er zeigt auf, wohin die Reise gehen muss, wenn wir unsere Demokratie neue beleben wollen.

     

     


    22. Mai 2011

    Das Bild vom Sonntag

    21. Mai 2011 


    20. Mai 2011

    13.45 Uhr Partei der Nichtwähler

     

     

     

    Der schlafende Riese,

    dessen wahre Größe sich kaum jemand vergegenwärtigt, ist größer als die Wählerschaft jeder einzelnen, der sogenannten "Großen Volksparteien".

     

     

    Berechnete man die Stimmanteile der Parteien nach Wahlberechtigten, statt nach abgegebenen Stimmen, dann hätte die Bundestagswahl 2009 folgendes Ergebnis gebracht:

     Partei Stimmanteile
    (Partei der) Nichtwähler 29,2 %
     CDU / CSU 23,6 %
     SPD  16,0 %
     FDP 10,2 %
     Grüne 7,5 %

    ... und das bleibt beileibe nicht ohne politische Wirkung.
    Bei der letzen Landtagswahl in NRW hatte die SPD in absoluten Zahlen erneut Wählerstimmen verloren - doch aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung konnte sie so viele Mandate gewinnen, dass sie trotz dieser Verluste die bisherige Regierung ablösen konnte.

    Werner Peters beleuchtet in seinem Buch nicht nur den Zustand der Parteiendemokratie in Deutschland, er macht auch durchaus gangbare Vorschläge für eine Reform des "Politbetriebes". Dazu aber braucht es eine politische Kraft - und die will er mit der "Partei der Nichtwähler" in die Parlamente heben, um dort folgende Ziele umzusetzen:

    • Ergänzung des repräsentativen Systems durch basisdemokratische Elemente
    • Begrenzung der Mandatsdauer auf zwei Legislaturperioden
    • Eindämmung der Parteienmacht durch strikte Begrenzung ihrer Finanzmittel
    • Trennung von Abgeordneten- und Regierungsamt
    • Abschaffung des Fraktionszwangs
    • Abkehr von Koalitionsverträgen
    • Verbesserung des Wahlsystems, um unabhängigen Einzelkandidaten Chancen einzuräumen.
    Wie überall, steckt auch hier der Teufel im Detail - das Buch "Partei der Nichtwähler - Der schlafende Riese" hilft, Problem und Lösung auch im Detail nachvollziehen zu können.
     
     

     

     

    09.45 Uhr Gedächtnisschwäche ist nicht immer gleich Alzheimer

    Da gibt es Testverfahren, die jeder im Selbstversuch absolvieren kann. Wer weiß, wo er sich gerade befindet, den Wochentag richtig angeben und ein kleines bisschen Kopfrechnen kann, hat gute Chancen, für gesund angesehen zu werden.

    Die Manager der Deutschen Bank, die derzeit im Kirch-Prozess aussagen sollen, können sich offenbar gerade an so viel erinnern, dass sie diesen Test bestehen würden.

    Es ist aber auch schwierig, sich - womöglich wörtlich - daran zu erinnern, was da jemand vor Jahren in einer bestimmten, längst abgehakten Angelegenheit gesagt hat.
    An die Absichten und Pläne könnte man sich besser erinnern, aber es muss sich ja niemand selbst belasten, und so kann man sich auch daran einfach nicht erinnern.

    Es ist in diesem Prozess nicht anders als in den allermeisten parlamentarischen Untersuchungsausschüssen: Zeugen der Verteidigung und Beschuldigte erinnern sich an nichts, was für die Wahrheitsfindung von Belang wäre.

    Also sollte man diesen Unfug gleich lassen.

    Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um. Das gilt für Leo Kirch, und es gilt für die bayerischen Steuerzahler, die trotz Untersuchungsausschuss die Hypo-Alpe-Adria Verluste an der Backe haben. Wer CSU wählt - und sich am Stammtisch freut, wenn er zufrieden feststellen kann "Hund samma scho!", der darf sich nicht wundern, wenn er selbst einmal zu den Gebissenen gehört.

    Im konkreten Fall hat sich Herr Kirch auf ein großes Spiel eingelassen - und verloren. Das ist offenkundig.

    Wer mit Haifischen taucht, lebt nun einmal gefährlich. Das kann jahrelang gutgehen, aber irgendwann tritt das Risiko ein.

    "Wenn die Haifische Menschen wären", beginnt eine Geschichte des Herrn K., die Bert Brecht aufgeschrieben hat, und auf die ich hier und heute auch noch verlinke.


    19. Mai 2011

    13.32 Uhr immer noch kein Paukenschlag

    aber Reuters meldet: Merkel pocht --- auf Europäer

    wie sie das wohl macht? Mit der geballten Faust, mit dem schweren Eichenknüppel?
    Ich versuche mir das immer bildlich vorzustellen, wie sie pocht, auf die Europäer ...

    Im Artikel wird Reuters dann ein bisschen präziser. Sie pocht da zwar immer noch, aber sie pocht da auf den europäischen Anspruch auf den Posten (des IWF-Chefs). Ja, die Zeiten sind rauer geworden, wenn selbst eine im Ansatz seriös-neutrale Nachrichtenagentur nicht mehr anders kann, als Merkels diplomatische Bemühungen als "Pochen auf" zu bezeichnen.

    und falls Sie immer noch nicht wissen, was Sie mit der durch das Ausbleiben des heutigen Paukenschlags gewonnenen Zeit anfangen sollen: Zeit, die nicht vergehen will, misst man am besten mit einer guten Uhr.

     

    08.08 Uhr Sie vermissen den heutigen Paukenschlag? 

    Nun, so wie es aussieht, fehlt mir heute die Zeit.

    Dafür sparen Sie eine halbe Stunde, ungefähr.

    Sollten Sie partout nicht wissen, was Sie damit anfangen sollen: Nehmen Sie sich einfach noch einmal den PaD von letzter Woche vor:

    und vergleichen Sie mit der aktuellen Entwicklung. Angela Merkels Urlaubs und Renten-Junktim spricht eine klare Sprache.

    Und wenn Sie es barocker mögen, dann eben noch einmal

    Da steht das gleiche drin, nur eben mehr gleichnishaft.

    ... und falls Sie immer noch Zeit haben:

     


    18. Mai 2011

    08.55 Uhr Frau Merkel belieben zu scherzen 

    Angela Merkel, Deutschlands schwarz-gelbe Kanzlerin von Guidos Gnaden (ja, kann man so sagen, ohne Guido hätten wir immer noch große Koalition), hat sich an einer Analogie versucht.

    "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit"
    scheint ihr vergleichbar mit
    "Gleicher Urlaub für gleiche Währung"

    Dass Theo Waigel nicht längst mit hoher Drehzahl im Grab rotiert, ist nur dem Umstand zu verdanken, dass er noch glücklich unter den Lebenden weilt. Nur sein "Lebenswerk", die Konvergenzkriterien, samt dem Verbot des innergemeinschaftlichen Eingestehens für die Schulden der ganzen Euro-Verwandtschaft, das hat man gemeuchelt und zu Grabe getragen und ersetzt es jetzt durch solche währungsreligiösen Blasphemien.

    Wer die gleiche Währung will muss erst einmal gleich wenig Urlaub machen?

    Das steht nirgends in den Verträgen von Maastricht.
    Das untergräbt zudem die Tarifautonomie.
    Das ist zudem purer Populismus.

    Und eine kaum verhohlene Abneigung gegen die faulen Drückeberger, die sich von ihren nicht leistungsadäquaten Einkommen einen schlauen Lenz machen, offenbart es auch. Leider bleiben diejenigen mit der größten Diskrepanz zwischen Leistung und Einkommen auch diesmal wieder ausgenommen, was nicht heißt, dass die anderen nicht auch ausgenommen würden, ist ja zweideutig, die Vokabel.

     

    ... und es ist so sinnlos, wie ein Rettungsschirm, der dem Fallschirmspringer vom Flugzeug aus nachgeworfen wird, sobald klar ist, dass sich sein eigener Schirm nicht öffnet. (Da kann man jetzt ein Weilchen drüber meditieren, oder?)


    17. Mai 2011

    17.50 Uhr Thomas Koudela meint zu Griechenland:

    Hallo Herr Kreutzer,

    ist es nicht pervers? Großbanken werden in jedem Fall 'gerettet', weil
    sie angeblich systemrelevant sind. Schuldnerländer nur, wenn sie strenge
    selbstzerstörerische Auflagen erfüllen. Ein dem Wohl seines Volkes
    verschriebener Politiker hätte schon längst mit der Systemrelevanzkarte
    um einen Schuldenerlass oder wirkliche Hilfen gepokert. (...)

    Das Drohgespenst, alle Einlagen abschreiben zu müssen, ist im Fall von
    Griechenland um einiges größer als bei einer Großbank... Es gäbe mangels
    Insolvenz nicht mal eine Insolvenzmasse zu verteilen.
    Ich würde dies schon alleine machen, um die Heuchler sich winden zu sehen.

    Schöne Grüße,
    Thomas

     

     

     

    09.15 Uhr Griechenland privatisieren 

    " ... ohne deutlichen Fortschritt in Sachen Privatisierung, so sagte Euro-Gruppen-Chef Jean-Claude Juncker vor einigen Tagen, werde Griechenland seine nächste Tranche an Hilfszahlungen in Höhe von zwölf Milliarden Euro nicht bekommen."

    Das ist nicht weit vom Tatbestand der Erpressung entfernt.
    Zumal es nicht darum geht, Griechenland zu helfen, das müsste man ganz anders anstellen, sondern nur darum, Volkseigentum in Privateigentum umzuwandeln.

    Das Hilfsgeld läuft schließlich von den Geberländern über den (nur aus Gründen der Verschleierung eingeschalteten) griechischen Staatshaushalt direkt in die Hände des internationalen Kapitals, wo es - selbstverständlich - benutzt wird, um die wohlfeilen griechischen Ländereien, Staatsunternehmen und Einrichtungen der Grundversorgung aufzukaufen.

    Noch präziser: (Auch) Deutschland verschuldet sich, damit den Gläubigern die Liquidität zufließt, die sie brauchen, um Griechenland aufzukaufen.

    Privatisierung ist immer nur für den Käufer positiv, denn der erwirbt das ehemalige Volkseigentum nicht aus Mitleid oder anderen altruistischen Regungen, sondern um daraus Gewinne zu schlagen.

    Dazu werden Leistungen reduziert oder verschlechtert, Personal abgebaut oder im Lohn gedrückt und Teile des erworbenen Volkseigentums mit Gewinn weiterverkauft, sowie Teile der Erzeugnisse aus dem Volkseigentum an ausländische Abnehmer verkauft.

    Es werden private Gewinne abgezogen, die vorher nicht finanziert werden mussten.

    Das Volk, dessen Eigentum so verscherbelt wird, muss auf Einnahmen (Löhne und Gehälter) verzichten, die Staatseinnahmen schrumpfen um die bisherigen Erträge aus Ländereien, Staatsunternehmen und Infrastruktur, die Kosten für die Inanspruchnahme der privatisierten Grundversorgung steigen massiv.

    Die Bevölkerung zahlt jede Privatisierung mit Leistungsminderungen bei steigenden Preisen.

    Werden aus Privatisierungserlösen Kredite getilgt, sinkt zwar auch die Zinsbelastung, doch darf angenommen werden, dass die Gewinne, die sich das Kapital aus der Privatisierung erwartet, höher sind, als die (für kurze Zeit) entfallenden Zinserträge. Sonst würden sie es nämlich nicht verlangen.

    Es geht immer nur darum, in den Besitz möglichst vieler, möglichst werthaltiger Sachen zu gelangen. Dabei darf man - so heißt es - nicht zimperlich sein.

    Das habe ich übrigens schon einmal sehr viel grundsätzlicher erklärt:

    Egon W. Kreutzer
    Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre Band I

    Kapitel 10 Der Wirtschaftskreislauf

    Wie alles im Universum kann auch das Wirtschaften als Kreislauf oder als Welle angesehen werden, wobei mir persönlich der Begriff Kreislauf griffiger erscheint.

    Wir werden uns in diesem etwas längeren Kapitel relativ ernsthaft damit beschäftigen, woher die Wirtschaftgüter kommen und wo sie letztlich landen, wer welchen Nutzen daraus zieht und wer dafür aufkommt.

    Beginnen wir mit den langlebigen Wirtschaftsgütern. Gleich hinter Kairo gibt es eine Immobilie, an der sich die Menschheit schon seit Jahrtausenden erfreut. Obwohl nicht mehr ganz glänzend an der Fassade, ist diese Ansammlung alter Steine nach wie vor eine Ertragsquelle für den ägyptischen Staat und für die Tourismusindustrie mit allen Nebengewerben bis hin zur Zunft der Taschendiebe. Bezahlt haben dafür die Pharaonen mit Mitteln, die sie durch die Besteuerung ihrer Untertanen, gewonnene Kriege, Sklavenhandel und Sklavenarbeit gewonnen hatten. Die Investition in dieses äußerst langlebige, immobile Wirtschaftsgut war anfangs gar nicht auf irdische Rendite ausgerichtet, aber heute boomt das Geschäft rings um diese steingewordene Idee einer längst vergangenen Religion wie nie. Überhaupt üben alte Gemäuer in Zeiten allgemeinen Wohlstands eine gewisse magnetische Anziehungskraft auf Moneten aus aller Herren Taschen aus; nehmen wir noch die Chinesische Mauer und den Kölner Dom hinzu, wir finden überall ein vergleichbares Bild.

    Noch langlebiger ist eigentlich nur der Planet selbst, von dem wir einen großen Teil seiner Oberfläche, ein paar tiefere Löcher, Höhlen und Stollen und Teile der Atmosphäre inzwischen in feste Eigentumsverhältnisse gezwängt haben.
    Dieser (noch) nicht vermehrbare Lebensraum hat, einschließlich uns Menschen, alles hervorgebracht, was wir zum Leben und zum Wirtschaften brauchen und gebrauchen. Außerdem bietet er uns den Platz, der es uns überhaupt erst erlaubt, als räumliches Wesen zu existieren, und ist daher von eminent wichtiger Bedeutung. Spielen Sie ein paar Runden "Siedler von Katan", und Sie wissen, worauf es ankommt.

    Nun wäre der Planet von sich aus nie auf die Idee gekommen, Pyramiden zu errichten. Ein Stückchen Geist, Genius, Genialität gehört auch dazu. Fragen wir nicht danach, woher er gekommen ist; nehmen wir einfach pragmatisch zur Kenntnis, dass er da ist, und dass jeder einzelne von uns auch einen (oder etwas vom) Geist hat.

    Aus der vorhandenen Materie und dem Geist wurden und werden Dinge geschaffen, die Begehrlichkeiten wecken. Als die Menschheit feststellte, dass der Raub (meist mit dem Einsatz kriegerischer Mittel verbunden) nicht für alle Wunscherfüllungen das geeignete Mittel ist, hat man begonnen zu tauschen.

    Ich weiß, ich weiß, das ist Ihnen alles bekannt, aber ich kann Ihnen leider nicht ersparen, diesen Gedanken jetzt klar im Kopf zu haben, sonst könnten Sie möglicherweise an den folgenden Ausführungen scheitern.

    Vor Beginn des Tauschhandels holte sich jeder alles Lebensnotwendige aus der Natur und bearbeitete es - soweit erforderlich - nach seinen Fähigkeiten selbst weiter. Es war für jeden, der stark und schnell und "pfiffig" genug war, der Platz da, um sich ein Revier abzustecken. Es war eine glückliche Zeit, ohne Ärger mit Vermietern, Chefs, Verkäufern, ohne Sorge um das richtige Outfit für die Party, ohne Angst vorm Krebsrisiko beim Rauchen, so richtig einfach und überschaubar. Leider war die Lebenserwartung relativ niedrig, dafür aber die Reproduktionsrate lustvoll hoch.

    Vielleicht war das das Paradies.
    Mit dem Tauschhandel kam ein Sack voller Probleme in die Welt. Nicht nur das vordergründige Problem, dass die Fischer an der Küste untereinander immer nur Fische tauschen konnten (was irgendwie auf Dauer nicht besonders befriedigend gewesen sein mag); nicht nur, dass der Mensch, der ein Bronzeschwert brauchte, aber nur Baumstämme anbieten konnte, damit den Schmied nicht beeindruckte, solange er die Baumstämme nicht auf dem Umweg über lebende Schweine, über einige Sack Getreide und wer weiß was noch (siehe auch "Hans im Glück") endlich in den Stoff umgewandelt hatte (feinste böhmische Holzkohle), die der Schmied am unteren Rhein unbedingt haben wollte, um dafür ein Schwert abzuliefern - nein, das eigentliche Problem lag darin, dass plötzlich allen Dingen ein Wert zugeordnet werden wollte.

    10 Baumstämme = 5 lebende Schweine = 20 Sack Gerste = 6 Zentner Holzkohle = 1 Bronzeschwert.

    Denken Sie diesen Gedanken nur 2 Minuten lang weiter, und Sie wissen, woran der Tauschhandel letztlich scheitern musste.

    Es gab eine Reihe von Versuchen, dieses Problem in den Griff zu bekommen. Von Muscheln (leicht zu transportieren) über Baumstämme, Hinkelsteine (?) und später auch Zigaretten etablierten sich diverse Tauschwährungen, deren Schicksal in der einschlägigen Literatur nachzulesen ist.

    Für uns interessant ist der Hauptast der Entwicklung von Tauschwerten, der schließlich zur Münze führte. Eine Münze war zunächst einmal nichts anderes als ein Stück Edelmetall, dessen Wert an sich allgemein anerkannt war. Durch die exakte Stückelung (Menge des Edelmetalls) und die Prägung, durch die praktisch öffentlich erklärt wurde: Das sind 5 Gramm Gold, dafür steht unsere Münzausgabe gerade, wurde ein leicht transportables Zahlungsmittel mit allgemein akzeptiertem (Tausch-) Wert geschaffen, das auch durch Einschmelzen seinen eigenen, inneren Wert nicht verlor.
    Da war es ziemlich egal, dass jeder, der etwas auf sich hielt, seine eigenen Münzen herstellte, es bot sich alleine über das Gewicht eine geniale Möglichkeit internationalen Handels. (Mogeleien und Betrügereien gab es auch bei den Münzen schon immer, das ist aber nebensächlich.)
    Die Schwierigkeit war, dass einzelne Münzen zwar sehr leicht und sehr unauffällig transportiert werden konnten, die Bezahlung sehr großer Beträge aber auch mit Münzen zu einem umständlichen und gefährlichen Unternehmen wurde. Wir landen damit bei den Banknoten.
    Ursprünglich war die Banknote das Versprechen des Ausstellers der Note (auch heute sind noch Unterschriften drauf!), gegen die Vorlage dieses Papiers die dem Wert entsprechende Menge Goldes abzugeben.

    Das hat auch eine ganze Zeit gehalten.

    Heute ist die Golddeckung der Währungen weltweit abgeschafft. Die vom Staat zur Verfügung gestellten Zahlungsmittel (sowohl das Buchgeld, als auch das Bargeld) sind nur dadurch "gedeckt", das ALLE (oder zumindest die Allermeisten) daran glauben, für dieses Stück Papier Waren und Leistungen im aufgedruckten Wert erwerben zu können, weil eben auch der, der das Papier als nächster bekommt, daran glaubt, damit wieder etwas anfangen zu können.

    Unser Geld hat keinen eigenen, inneren Wert. Natürlich haben die Zentralbanken hier und da ein paar Reserven, in Fremdwährungen und z.T. sogar noch in Edelmetallen, aber das würde hinten und vorne nicht ausreichen, um die im Umlauf befindliche Geldmenge abzudecken.

    Wir sind heute also in der Situation, daß es neben den eigentlichen Tauschartikeln, den Waren und Leistungen, ein zusätzliches (!) Tausch- und Verrechnungsmittel gibt, von dem so viel vorhanden ist, daß alle Transaktionen damit durchgeführt werden können.

    Wie ist das passiert?

    Ganz einfach, alle Staaten dieser Welt haben stets mehr ausgegeben, als sie einnehmen konnten. Die Reserven (die Deckung der Währung) wurden nach und nach verkauft (!) und durch frisch gedrucktes Papier ersetzt.

    Es funktioniert, solange alle daran glauben, und alle haben eine panische Angst davor, dass dieser Glaube verloren gehen könnte.

    Denken Sie noch einen Schritt weiter: Sobald es aus irgendeinem Grunde kein Tauschbedürfnis mehr gäbe (Z.B. weil alle Menschen auf einem eigenen Stückchen Land alles produzieren könnten, was sie zum Leben brauchen), wäre das Geld sofort und vollständig wertlos, man könnte es getrost zur "Wertstoffsammelstelle" tragen.

    Jetzt wird es allerdings Zeit, zum eigentlichen Thema dieses Kapitels zurückzukehren. Es heißt, Sie erinnern sich: "Der Wirtschaftskreislauf".

    Kennen gelernt haben wir bisher den Saft, der in den Adern dieses Kreislaufs bewegt wird, das Geld. Und wir glauben zu wissen, wo es herkommt: der "Staat" stellt es zur Verfügung. Sinn und Zweck des Wirtschaftens kann es also nicht sein, Geld anzusammeln.

    Genau wie ein lebender Organismus in seinem Kreislauf gelöste Nahrungsmittel und Sauerstoff transportiert, um sich am Leben zu erhalten und um zu wachsen, nicht um die Menge des Blutes zu vergrößern, dient der Wirtschaftskreislauf dazu, die Verfügungsgewalt über die so genannten Sachwerte (erinnern Sie sich an die Pyramiden) stetig auszuweiten. Das Geld ist dabei nur das unverzichtbare (Transport-) Mittel zum Zweck.

    So, und jetzt sehen wir uns die Sachwerte näher an.

    Was glauben Sie, wie viel von dem, was Ihnen heute gehört (angefangen vom Inhalt Ihres Kühl-, Schuh- und Kleiderschrankes, über Ihre Möbel, Ihre Fahrzeuge, Ihre sonstige technische Ausstattung) wird sich in 1, 5, 20, 100 Jahren noch als WERT bezeichnen lassen?

    Und dann denken Sie darüber nach, was wirklich über längere Zeit einen Wert behält. Und jetzt fragen Sie sich, warum Sie immer noch keine Immobilie besitzen!

    Wir kommen damit zu zwei grundsätzlichen Einstellungen der Menschen.

    Typ 1 will sein Leben genießen, konsumieren und am Ende möglichst wenig
    zurücklassen

    Typ 2 will sein Leben nutzen, um seinen Nachfahren (seinen Genen?), auch
    über sein eigenes physisches Ende hinaus, eine gute Position in dem
    Konkurrenzkampf, der das Leben nun mal ist, zu verschaffen.

    Typ 1 ist ein nützliches und unverzichtbares Rädchen im Wirtschaftskreislauf.

    Typ 2 gehört zu den potentiellen Gewinnern im Wirtschaftskreislauf.

     

    Und jetzt merken Sie sich bitte eines:

    Der ganze Wirtschaftskreislauf dient nur dem einen einzigen Zweck, den Menschen vom Typ 2 möglichst viel Verfügungsgewalt über langlebige, werthaltige Sachen zu verschaffen.

    Was auch immer erzeugt, erdacht, verkauft, gehandelt, getauscht, verliehen und zurückgezahlt wird, wie die einzelnen Stufen von Produktions- und Wirtschaftsprozessen beschrieben und gegeneinander abgegrenzt werden, es geht um nichts anderes als um möglichst viel Gewalt über möglichst viele werthaltige Sachen.

    Lesen Sie ausnahmsweise einmal (das reicht!) ein Heft der Regenbogenpresse, und Sie stellen fest, wie der Adel das über viele Jahrhunderte verstanden hat und in weiten Teilen auch heute noch perfekt versteht.

    Der Wirtschaftskreislauf beginnt mit Ideen und Arbeit, er nutzt das vom Staat zur Verfügung gestellte (wertlose) Tauschmittel Geld, um von einer Wertschöpfungsstufe zur anderen zu springen. Er nutzt die Ressourcen unseres Planeten. Er dient der Ansammlung möglichst vieler werthaltiger Sachen in den Händen weniger.

    Menschen, die dieses Ziel nicht selbst verfolgen, sind nur Mittel zum Zweck, so schön und aufregend und lustvoll sie das eigene Leben auch gestalten. Es bleibt nichts, und jeder Konsum wirft einen Gewinn für einen anderen ab.

    Das klingt zwar wertend, ist aber eigentlich nicht so gemeint.

    Sie sollen sich nur darüber klar werden, welchen Weg Sie selbst verfolgen wollen.



    Sollten Sie diese Art von Gedanken weiter verfolgen wollen, empfehle ich Ihnen


    16. Mai 2011

    09.50 Uhr Die Presse ist schuld

    Sonntags, um zwölf, wenn es nichts Wichtigeres gibt, wie Skispringen, Abfahrtslauf, Biathlon usw., lässt die ARD in ihrem Presseclub ausgewählte Journalisten diskutieren. Meistens sitzen da neben Moderator/Moderatorin - so wie in allen Talkrunden - drei Leute, die das meinen, was gemeint werden soll, während ein Leut eingeladen wird, das ein kleines bisschen anders meint, damit sich die Mehrheit ihre Stichworte nicht immer wieder selbst geben braucht, sondern munter und in demokratischer Mehrheit das angreifen kann, was vom Außenseiter vorgebracht wird.

    Diesen Sonntag saßen da Herr Joffe von der ZEIT, Frau Herrmann von der TAZ, Monsieur Grosser, Kolumnist für La Croix und Ouest-France und Frau Berschens vom Handelsblatt mit Jörg Schönenborn von der ARD zusammen und: waren sich einig.

    Sie waren sich so unwirklich einig, dass die Sendung eigentlich in den Rang eines Kunstwerks erhoben und in der Pinakothek der Moderne in München ausgestellt werden sollte. So minimalistisch, an lediglich einer tragenden Aussage aufgehängt, wurde da das Hohelied des Euro gesungen, alles Störende so vollständig ausgeblendet, dass man als Kunstliebhaber und erklärter Ästhet seine helle Freude daran hätte haben können.

    Weil es aber keine Kunst sein sollte, sondern eine "erhellende" Diskussion zum zentralen und akut kriselnden Thema der Europäischen Union, war es das ganze Gegenteil.

    Die Botschaft der Sendung in einem Satz:

    Wir - Deutschland - mit 1 Billion Export, wovon rund zwei Drittel in die Länder der EU gehen, können es uns nicht leisten, den Euro zu verlieren, weil wir sonst den Export verlören, weshalb wir, zur Not auf alle Zeiten, den schwachen Ländern helfen müssen, ihre Schulden zu bedienen.

    Das sei so eine Art "Gebühr für den boomenden Export", meinte Frau Herrmann von der taz und bewies damit wieder einmal, dass die taz auch längst nicht mehr das ist, was sie einmal sein wollte.

    Was die einzelnen Diskussionsteilnehmer an schmückenden Wortbeiträgen um diese tragende Säule der Erkenntnis wanden, war - je nach Temperament und Standpunkt - leicht unterschiedlich gefärbt, die verrückte These infrage zu stellen, an der sie sich - um die Zeit zu füllen - zustimmend entlanghangelten, fiel keinem ein.

    Es kam in der Sendung die Frage auf, ob die Presse schuld sei, an der Euro- und Europafeindlichkeit, was man nach einigem Hin-und-her-Getändel natürlich einstimmig von sich wies. Besser wäre zu fragen gewesen, ob die Presse eine Mitschuld an der Einseitigkeit des Umgangs mit dem Problem trage - denn da hätten sich alle an die Nase fassen und ihre Schuld bekennen müssen.

    Die Situation in Europa, schlicht auf den Punkt gebracht, lässt sich so schildern:

    Deutschland hat mit den neoliberalen Reformen unter Schröder und deren Fortsetzung unter Merkel alles getan, um die europäischen Märkte mit deutschen Waren zu überschwemmen. Erreicht wurde das durch die konzertierten Maßnahmen von Regierung und Wirtschaft zur Verbilligung der Personalkosten durch Lohnkürzung, Arbeitszeitverlängerung, Entlassungen, Kürzung von Sozialleistungen, Kürzungen im Gesundheitssystem, Kürzungen staatlicher Leistungen, und so weiter.

    Da Deutschland auch weiterhin weit weniger importiert als es exportiert, geraten alle Handelspartner in das Problem, ihre Importe nicht mehr mit den Erlösen aus eigenen Exporten bezahlen zu können, sondern sich verschulden zu müssen.

    Nun haben die bisherigen Gläubiger, aus welchen Gründen auch immer, beschlossen, einige Mitgliedsstaaten der EU und des EURO-Raumes nicht mehr länger zu vernünftigen Konditionen mit Krediten zu versorgen.

    Und da ist sie, die wegweisende Erkenntnis:

    Wenn die Schuldner-Länder ihre Importe nicht mehr bezahlen können, dann müssen sie eben diejenigen bezahlen, die vom Export abhängig sind.

    Was für ein verlogener Blödsinn!

    Die Beschäftigten der deutschen Wirtschaft, deren Löhne aus Gründen des internationalen Wettbewerbs in den letzten Jahren in beispielloser Weise in den Keller geprügelt wurden, die deshalb nicht in der Lage sind, die Exportgüter der Schuldnerländer zu kaufen, weshalb diese wiederum nicht in der Lage sind, ihre Schulden zu tilgen,

    diese Beschäftigten, die - müssten sie nicht einen für sie selbst völlig unsinnigen und wertlosen Exportüberschuss erwirtschaften - bei Vollbeschäftigung mit weniger als 30 Wochenstunden und unverändertem, ja sogar höherem Einkommen, das hervorbringen könnten, was der Binnenmarkt aufnimmt.

    Diese Beschäftigten sollen nun über Lohnsteuer, Mehrwertsteuer, Mineralölsteuer, Ökosteuer, Stromsteuer, Tabaksteuer und Biersteuer sich auch noch die Rettungs-Milliarden vom Munde absparen und an die von Deutschland kaputtgewirtschafteten Nachbarstaaten überweisen, damit die nicht aufhören, deutsche Produkte abzunehmen?

    Müssen deutsche Arbeiter und Angestellte wirklich nicht nur länger arbeiten, als für den eigenen Bedarf erforderlich wäre, sondern das, was sie hervorbringen, über den Umweg "Schulden-Rettungspakete-Steueraufkommen" auch noch selbst bezahlen?

    Dass dieser Unfug von einem Großteil der deutschen Bevölkerung immer noch nicht durchschaut wird, daran ist die Presse schuld.

    Journalisten, die nur noch wiederkäuen, was ihnen von der Volksbewirtschaftungsclique an Argumenten hingeworfen wird, statt mit erhobenen Zeigefinger auf wahre Ursachen und falsche Entscheidungen, vor allem auf das "Wem nützt es" hinzuweisen, tragen Schuld. Mitschuld.

     


    15. Mai 2011

    Fürsorgliches Glockenblümchen

    Das BILD vom Sonntag

    14. Mai 2011


    13. Mai 2011

    08.55 Uhr Schön, Freunde zu haben, die mitdenken

    Heute Morgen fand ich zwei E-Mails in meiner Eingangspost, die als Kommentare zum gestrigen Paukenschlag geschrieben wurden. Ich habe sie dort auch unter "Reaktionen" aufgenommen und online gestellt. Aber nicht jeder, der einen Paukenschlag gleich nach der Veröffentlichung gelesen hat, geht da nach ein paar Tagen noch einmal hin, um sich die Kommentare anzusehen.

    Daher heute diese beiden Kommentare auch hier, und als Bonus ein weiteres online verfügbares Kapitel aus WWW I


    Reaktionen auf diesen Paukenschlag:


    Sorry Wolf,

    aber mit dem Zitat aus dem neuestem PaD "...schon lange nichts mehr, als das, was größtmöglichen Profit abwirft..." bist du schwer auf dem Holzweg. Im Gegenteil wird das, was Umsatz steigert und damit Beliebtheit anzeigt, sofort ausgelistet - willkommen in der Planwirtschaft.
    Es geht hier schon seit einiger Zeit nicht mehr darum dass man bekommt, was man will und was viele wollen - im Gegenteil: Sobald ein Produkt sich als beliebt erweist, Umsatz abwirft und möglichen Gewinn verspricht, wird es mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sofort ausgelistet und gegen ein völlig unbedeutendes und unbeliebtes Produkt ersetzt. Umsatz wird heute nicht mehr in Läden gemacht, sondern mit Gejammer bei IM Erika, die sofort mit ein paar Milliarden Rettung angewetzt kommt.

    Klar und deutlich: In Läden werden wir dressiert, alles zu fressen was uns vorgesetzt wird. Es wird dort KEIN Umsatz gemacht, sondern wir werden ganz allgemein auf die ideologische Schiene der wiedergängerischen DDR eingeschossen: "Friß oder stirb!"

    Lieber Wolf,

    Du bist immer noch zu lieb und zart mit dem was in Deinem Kopf herumgeistert. Du drückst und windest Dich immer noch um die Realität herum und versuchst sie zu verharmlosen, obgleich Du zumindest auf Deiner HP langsam aufwachst und endlich mal deutsch redest. Mir ist klar, dass meine Reaktion kaum von Dir auf der Seite des Paukenschlags zitiert wird - obwohl sie das SOLLTE.

    Ich zitiere Prof. Kurt Huber, seines Zeichens aktives Mitglied der Weißen Rose und am 13.Juli 1943 durch das Fallbeil in München Stadelheim hingerichtet:

    "Wir gedenken heute der Toten von Stalingrad, die Zeit der Phrasen ist vorbei" - mit diesem Zitat begann er am 4.Feb.1943 seine Vorlesung (er war Musikprofessor an der LMU München) einen Tag nachdem das Reich sich endlich dazu durchringen konnte, die Schlacht von Stalingrad endlich als verloren zu melden.

    Wolf... die Zeit der Phrasen ist vorbei.

    Und wenn wir (wir = pluralis armseligis majestatis) schon von Kurt Huber reden - hier ein weiteres Zitat:

    „Ein Staat, der jegliche freie Meinungsäußerung unterbindet und jede, aber auch jede sittlich berechtigte Kritik, der jeden Verbesserungsvorschlag als ,Vorbereitung zum Hochverrat' unter die furchtbarsten Strafen stellt, bricht ein ungeschriebenes Recht, das im gesunden Volksempfinden noch immer lebendig war und lebendig bleiben muß...“
    (aus seiner Verteidigungsrede vor dem Blutgericht Freislers am 19.April 1943),

    und wenn ich schon mal am Zitieren bin, Wolf: Hier noch ein Zitat von Prof. Dr. Dr. Eugen Gerstenmaier [CDU] (ja genau DER Eugen Gerstenmaier nach dem in Bonn der "Lange Eugen" benannt wurde, der von Nov.1954 bis Jan.1969 Bundespräsident war und so weiter und so weiter...) hier das Zitat:

    „Die Rechtmäßigkeit des staatlichen Anspruchs hört dort auf, wo der Staat mit diesem Anspruch seine eigene Gemeinschaft nicht mehr schützt, sondern gefährdet oder verletzt.“

    Die Zeit der Phrasen ist vorbei, Wolf.


    Mit freundlichem Gruß und der nur rudimentär vorhandenen Hoffnung, die Reaktion auf Deiner Seite wiederzufinden verbleibe ich

    der übliche Verdächtige


    Er hat sich wieder ...

    ... versammelt, der professorale Unverstand.

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    vielen herzlichen Dank für diesen Paukenschlag. Damals - 2005 - erwiderten Sie dem "Hamburger Appell", den rund 240 Professores unterschrieben hatten.
    http://www.egon-w-kreutzer.de/Meinung/14039VersammelterUnverstand.html

    Nun initiierte Professor Bernd Lucke letztes Jahr das "Plenum der Ökonomen", welches für Schuldenbremsen plädiert, bejammert, dass der Euro-Rettungsschirm zu groß sei, und - bloß keinen Schuldenschnitt für überschuldete Gebietskörperschaften...
    http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/
    Bitte lesen Sie auch den Gründungsaufruf: "[...]Wir alle bejahen entschieden die alleinige Entscheidungskompetenz der demokratischen Institutionen unseres Landes im Rahmen ihrer durch das Grundgesetz definierten Kompetenzen.
    Aber[...]" Was dem Aber folgt, können Sie sich schon denken...
    http://www.wiso.uni-hamburg.de/lucke/?page_id=375

    Eine lesenswerte Replik von Thomas Fricke & Co mit interessanten Links in der FTD:
    http://www.ftd.de/wirtschaftswunder/index.php?op=ViewArticle&articleId=2604&blogId=10

    Den Rufen der volkswirtschaftlichen Unke folgen also "nur" noch 190 Professoren. Macht sich da der demographische Wandel bemerkbar oder gewinnt die Vernunft doch an Boden?

    Zweitens:
    Im Paukenschlag sprachen Sie mehrmals von Verzicht, vom Verzicht vieler zugunsten weniger.

    In Anknüpfung an die vorangehenden Energieproblem-Paukenschläge wäre es gut angebracht, auch einmal über Verzicht und Sparen zu sprechen. Ich weiß, Sie haben viel davon in Ihren Büchern geschrieben, aber im Internet haben Sie dazu noch nicht in dem Maße geäußert. Eines meiner Lieblingskapitel in WWW Band I ist das mit dem Titel "Emanzipation".
    Bin schon gespannt, ob Sie es wagen werden, sich an der Heiligen Blechkuh der Deutschen zu vergreifen...
    Im Ernst, vergleicht man mit dem nahen Ausland, dann erkennt man, welche übermächtige Autolobby den Deutschen eine bestimmte Form von Lebensstandard aufgeschwatzt hat.

    Wohl denn, mit freundlichem Gruß

    Anmerkung von Egon W. Kreutzer:
    Ich muss meine eigenen Bücher wohl auch selbst mal wieder lesen. Das hier vom Kommentator angesprochene Kapitel aus dem ersten Band habe ich gerade neu für mich entdeckt. Ich will es Ihnen auch nicht vorenthalten. Nicht jeder kauft gleich ein Buch, nur weil es darin eine interessante Passage gibt ...

     WWW - Band I, Kapitel 79 "Emanzipation"

     

    (... und bestellen können Sie es ja immer noch.)



    12. Mai 2011

    11.30 Uhr Volksbewirtschaftung

    Der Anlass für diesen Aufsatz ist die erneut angefachte Panik wegen der angeblich unerträglich hohen Staatsschulden Griechenlands und der angeblich furchtbaren Folgen für die Griechen, entschlössen sie sich, aus dem Euro-Verbund auszutreten und zur Drachme zurückzukehren.

    Wer so das einzig Vernünftige, was den Griechen noch übrig bleibt, als das größtmögliche Übel an die Wand malt, ist ein bösartig agierender Irrlehrer.

    Das ist nicht mehr Volkswirtschaftslehre, das ist übelste Volksbewirtschaftungslehre und muss aufs Schärfste verurteilt werden.

    Volksbewirtschaftung, was ist das?

    Volksbewirtschaftung setzt voraus, dass führende Figuren der Einbildung erliegen, das Volk sei ihnen von Gott, oder von wem auch immer, als persönliches Eigentum anvertraut und überlassen worden, zu dem Zwecke, aus dem Volk für sich und ihren Anhang den größtmöglichen Nutzen zu ziehen.


    11. Mai 2011 

    16.10 Uhr Ist nichts los, oder was ist los?

    Es ist nichts los. Oder soll ich über Lena Meyer-Landrut und den europäischen Wettbewerb der nicht volkstümlichen Unterhaltungsmusikanten schreiben. Nee, nicht wirklich, oder?

    Ansonsten dümpeln die alten Themen vor sich hin. Die Kanzlerin strahlt mit Fukushima um die Wette, Brüderle prostet jetzt in seiner neuen Eigenschaft, Rösler salbadert in gleich zwei neuen Eigenschaften, Westerwelle strahlt mit der Kanzlerin um die Wette und Griechenland muss gerettet werden.

    Zur Griechenlandrettung gibt es morgen wieder einen Paukenschlag, mit dem Titel "Volksbewirtschaftungslehre". Darüber kann ich heute noch nicht mehr verraten, sonst könnte ich ihn ja gleich am Mittwoch veröffentlichen.

    Also habe ich mich, weil ja nichts los ist, um ein paar andere Sachen gekümmert, die keinen Niederschlag auf meinen Webseiten finden, was nicht ganz stimmt, denn ich habe auch den neuen Juister Inselkrimi von Dieter Ebels auf den Verlagsseiten und per Newsletter vorgestellt, ihn im Online-Shop bestellbar gemacht und im Auftragsbearbeitungssystem lieferbar. Jetzt können die Bestellungen hereinbrechen.

    Die erste, gleich über beide im EWK-erschienenen Ebels-Bücher, traf um 16.03 Uhr, genau 59 Minuten nach Abschluss des Newsletter-Versands ein.

    Neu und seit heute erhältlich ist "Die Bestie von Juist", die mit 241 Seiten 4,3 % mehr Inhalt mitbringt, und dennoch zum gleichen Preis angeboten wird, wie "Das Geheimnis des Billriffs".

    Und weil Sie schon mal so weit gekommen sind: Hier noch eine sehr anregend bebilderte Buchempfehlung einer Leserin:

    alle Bilder einfach anklicken ...


    10. Mai 2011 


    9. Mai 2011

    10.25 Uhr Bits und Bytes in Bankcomputern

    Am Sonntag habe ich (ausnahmsweise) neben dem Bild vom Sonntag noch ein aktuelles Thema angerissen. Dazu heute noch ein paar ergänzende Sätze, weil dieser
    Satz:

    "Es sind nur Informationen in Bankcomputern, nichts, was man anfassen, essen oder sonstwie brauchen könnte."

    vielleicht doch eine etwas umfassendere Erläuterung braucht. Hier eine Sechs-Punkte-Info zum Wesen und Verständnis der Schuldenfalle.

    • Alle Staaten sind mehr oder minder stark verschuldet.
    • Die meisten Staaten erhöhen ihre Verschuldung ständig. Das nennt man dann Neuverschuldung.
    • Neuverschuldung wird von den Gläubigern solange gefördert (!) wie sich absehen lässt, dass der Schuldnerstaat die Zinsen auf die Gesamtschuld noch aufbringen kann.
    • So ziehen die Gläubiger Jahr für Jahr wachsende Erträge aus dem ausgesäten Kreditgeld.
    • Erst wenn abzusehen ist, dass die Volkswirtschaft die Zinsen der Gesamtschuld nicht mehr aufzubringen vermag, werden die Gläubiger bösartig.
    • Der verschuldete Staat soll nun seine Bürger über die Steuerschraube und die Senkung der sozialen Leistungen noch stärker ausquetschen, damit die Zinszahlungen, auch bei stark angehobenen Zinssätzen, doch noch für ein Weilchen gezahlt werden können. Das ist bei Griechenland, Portugal und Irland derzeit erreicht.
    Bedenkt man, dass aufgrund des Zinseszinseffektes schon nach wenigen Jahren ein Großteil - wenn nicht gar der größte Teil - der Gesamtschuld aus
     
    >>durch Neuverschuldung (nicht wirklich) "getilgten" Zinsen und Zinseszinsen<<
     
    entstanden ist, wird offenbar, dass die Gläubiger nichts getan haben - als ihr Vermögen durch Zinsen wachsen zu lassen, so wie gleichzeitig die Schulden der Schuldner durch Zinsen gewachsen sind.
     
    Keiner der Gläubiger hat eine seinem gewachsenen Vermögen adäquate Leistung erbracht, weshalb ihre Ansprüche gegen die Schuldner aufgrund gläubigerfreundlicher Gesetze de jure zwar bestehen, de facto aber durch nichts gerechtfertigt sind.
     
    Diesen durch nichts gerechtfertigten Anspruch gegen den verschuldeten Staat Griechenland freiwillig durch den "EU-Vertrags-Staatenbund" zu übernehmen, ist ebenfalls durch nichts zu rechtfertigen.
     
    Die Gläubiger würden, ohne die EU und den Euro nichts anderes tun - als das, was sie immer tun, wenn ein Staat abgemolken ist: Sie würden einen Teil der Schulden erlassen und auf der Basis der Restschuld ihr Spiel neu aufsetzen.
     
    Dass man ihnen, per Euro-Rettungsschirm, die forcierte Totalverschuldung des gesamten Euro-Raums ermöglichen will, ist eine unverzeihliche Torheit, für die man die Ratgeber der Regierungen und der Kommissare, die es aufgrund ihres Fachwissens besser wissen müssten, lebenslänglich hinter Gitter bringen sollte.
     
    Soweit ich weiß, gibt es aber keinen Strafrechtsparagraphen, der falschen Rat als Verbrechen ansehen und unter Strafe stellen würde.
     
    Und zu beweisen, dass da jemand bewusst und in Täuschungsabsicht gegen die Prinzipien guter wissenschaftlicher Arbeit verstößt, das gelingt vielleicht im Plagiatsfall bei einer Doktorarbeit, im Fall bewusster und vorsätzlicher Irreführung im Rahmen eines wissenschaftlichen Gutachtens für Regierung oder Kommission wird es nicht gelingen.
     
    • so schürt das Handelsblatt heute die Angst der Bürger,

      mit der Sorge (!) - ich lach mich tot - um eine mögliche Verunsicherung der Finanzmärkte - als ob die Finanzmärkte irgendjemandem nutzen würden. Nur die so anonymisierten Damen und Herren Märkte selbst haben einen Nutzen davon!


    8. Mai 2011

    Das BILD vom Sonntag

    ... und weil schon wieder Panik gemacht wird, wegen
    Griechenland: Man kommt jetzt nur endlich
    da an, wo ich vor gut einem Jahr
    gesagt habe, man möge
    Griechenland als Chance
    verstehen.


    Denn:
    Es geht nur um virtuelle Informationen in Bankcomputern.
    Um nichts, was man anfassen, essen oder
    sonstwie brauchen könnte.

     

    der Link

    7. Mai 2011


    6. Mai 2011

    10.00 Uhr Wie doch die Debatte verflacht

    Ob Fotos vom toten O/U-sama bin Laden veröffentlicht werden sollen, das ist scheinbar die einzige Frage, die im Umfeld der US Militäraktion in Pakistan noch zu klären ist.

    Und die Zustimmung zur Geheimhaltung überwiegt.

    Dass die Begründung für diese Zustimmung noch flacher ist (hier hätte ich jetzt gerne ein Komma gesetzt) als die lächerliche Debatte um dieses lächerliche Detail, nimmt auch schon niemand mehr wahr.

    Geht denn niemandem auf, dass ein möglicher Racheakt, gesteigerte Amerikafeindlichkeit, Legendenbildung und Heldenverehrung nicht vom veröffentlichten Bild des Toten, sondern von der originären Tat, also der Tötung selbst, ausgelöst werden?

    Wie war es denn bei Che Guevara? Das Bild des Lebenden wurde nach seiner Ermordung zur millionenfach verbreiteten Ikone. Fidel Castro lebt immer noch, wurde und wird aber außerhalb Kubas nie in diesem Maße populär.

    Mit der unsäglichen Kopfschuss-Bilder-Frage wird ein Popanz in die Welt gesetzt, der - nähme man ihn ernst - im Umkehrschluss bedeutete:

    Nur ein Foto bietet einen Grund für Rache.

    Ach ja, und darüber, dass man Anschlagspläne bei bin Laden gefunden hat, wird auch ein Bohey gemacht, das nur noch verwundern kann.
    Jeder Staat, der sich ein eigenes Militär hält, hat Pläne für alle möglichen Angriffs- und Verteidigungsszenarien in der Schublade. Die, wenn Wikileaks veröffentlichen würde: Da wäre aber der Teufel los!
    ... und die Entschuldigung würde lauten: Man muss sich schließlich auf alle Eventualitäten vorbereiten, doch letztlich kommt es doch darauf an, ob einer den Befehl zur Ausführung gibt.

     

    Links zu Seiten, die ich gerne empfehle:

    Nachdenkseiten
    Na klar, wer liest die nicht?
    http://www.nachdenkseiten.de/
    taz
    noch ein MUSS
    http://www.taz.de
    Junge Welt
    Die Tageszeitung im Netz
    http://www.jungewelt.de
    Sozialticker
    Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
    http://www.sozialticker.com/
    Campact
    dem Bürgerwillen Gehör verschaffen
    http://www.campact.de
    Mag Wompel
    das labournet - die Gewerkschaftslinken
    http://www.labournet.de
    Gert Flegelskamp
    ein geradliniger Querdenker
    http://www.flegel-g.de/
    Dr. Harald Woszniewski
    Meudalismus
    http://www.meudalismus.dr-wo.de/
    Norbert Rost,
    Regionalwährungen und viel mehr
    http://feldpolitik.de
    Theater Macht Staat - ein Theaterprojekt zur Rückeroberung der Macht über unser Leben
    http://www.theater-macht-staat.com/
    Politik-Poker
    aus unterschiedlichen Blickwinkeln...
    http://www.politik-poker.de
    Berlin unzensiert
    Eine Seite für die Bevölkerung
    http://www.berlin-unzensiert.de/
    Forum DL 21
    Die SPD-Linken
    http://www.forum-dl21.de/
    Bürgermeinungen
    hier schreiben Bürger ihre Meinung
    http://www.buergermeinungen.de/
    Cleanstate e.V.
    H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
    http://www.cleanstate.de/start.html
    Statistisches Bundesamt
    viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
    http://www.destatis.de
     
       

    Die Selbstähnlichkeit der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild des Ganzen zu machen - so man nur will. 

         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         
         

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