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    Autor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

    Kritik

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    Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

    Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

     



    Was war das denn?

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    mit Piano?

    Nun, so klingt Harry Kulzer


    - über zwanzig Jahre nach Pogo in Togo -

    heute.

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    18.12.2012 Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland : 236.813 Jobs in 120 Tagen


    30. Dezember 2012

    Das Bild vom Sonntag


    29. Dezember 2012

    15.00 Uhr Zwischenruf zum Zeitungssterben

    Die Zahl der Jahresrückblicke ist, wie alle Jahre, Legion. Viele Themen ziehen sich durch, werden mal ernsthaft, mal satirisch betrachtet, mal mit Wehmut, mal mit Häme.

    Eines der Themen, die in diesen Tagen in keinem Rückblick fehlten (jedenfalls in keinem von denen, die ich gesehen, gehört bzw. gelesen habe), ist das so genannte
    Zeitungssterben.

    Die Ursachenforschung der Rückblicker - und auch der Kommentatoren die zum aktuellen Zeitpunkt auf den Untergang der Frankfurter Rundschau und der Financial Times Deutschland eingegangen sind, beschränkt sich fast ausschließlich auf einen einzigen, noch dazu "technischen" Aspekt.

    Das Internet, die Möglichkeit, Nachrichten, Meinungen und Kommentare - und vor allem auch bezahlte Werbung - immateriell, also nicht nur holz- und säure-, sondern ganz und gar "papierfrei" an den Mann zu bringen, sei von den Zeitungen zu spät erkannt und bis heute nicht richtig verstanden und genutzt worden.

    Das ist mir zu einfach.

    Kurt Tucholsky, der Journalist der Weimarer Republik und begnadeter Schriftsteller
    zugleich, schrieb vor 84 Jahren zum Neujahrsfest 1928 im Uhu Nr. 4 in den

    "Prophezeiungen eines alten Chinesen"

    unter anderem:

    ... ihr müsst mitnichten alles, was in der Zeitung steht, glauben.
    Denn dies ist der Zeitung tiefer Sinn:
    Die bessern Sachen stehen nicht drin.

    Und da liegt meines Erachtens auch heute wieder der Hund begraben:

    Die Zeitung, als gewinnorientiertes Wirtschaftsunternehmen, ist (war) ein wirksames Medium um Werbung unters Volk zu bringen.

    Das Dilemma:

    Je bedeutsamer die redaktionelle Arbeit,
    desto größer die verkaufte Auflage.
    Je größer die verkaufte Auflage,
    desto größer die Werbewirkung,

    und
    desto einflussreicher die Werbekunden.

    Je einflussreicher die Werbekunden,
    desto stromlinienförmiger die redaktionelle Ausrichtung,
    desto kleiner die verkaufte Auflage.

    Das Zeitungssterben hat doch schon lange begonnen, bevor die FR und die FTD den Griffel abgegeben haben.

    Das Zeitungssterben begann mit der Konzentration des Zeitungsmarktes auf immer weniger Verlage und so genannte "Zeitungsgruppen", mit der dabei einhergehenden Ausdünnung der Redaktionen und der immer ähnlicher werdenden Berichterstattung, was sowohl die Themenauswahl als auch die Kommentierung betrifft.

    Wenn heute überspitzt von einer "gleichgeschalteten Presse" die Rede ist, oder, weniger provokativ, von "Mainstream-Medien", dann ist die Situation damit im Kern korrekt beobachtet.

    Auf Zeitungen kann heute verzichtet werden, weil nichts mehr drin steht.

    Nichts "mehr" als das, was über Rundfunk und Fernsehen schneller und in leicht verdaulichen Häppchen auch geliefert wird.

    Wo gibt es heute noch eine Zeitung, die sich Journalisten hält, die mit Eifer und Engagement investigativ arbeiten?

    Jene Damen und Herren, die sich als Gesellschaftsreporter mit Teleobjektiven an entblößte Brüste prominenter Damen heranpirschen, um diese ihrem Publikum auf der Titelseite zu präsentieren, mögen mir verzeihen, wenn ich gerade dies nicht als investigativen Journalismus einzuordnen bereit bin.

    Welche Zeitung hat sich wirklich engagiert und kritisch mit dem Entwurf der Europäischen Verfassung auseinandergesetzt? Welche Zeitung wagte es, sich in der Tiefe mit den Wag- und Wirrnissen der Euro-Rettung zu befassen, als das Kind noch nicht im Brunnen lag? Welche Zeitung berichtet ernsthaft und mit Rückgrat über die weltbeherrschende Rolle von Goldman Sachs? Welche Zeitung entlarvt vorgeschobene Kriegsgründe schon vor dem Beginn der feindseligen Handlungen als Lügen? Welche Zeitung hat sich ernsthaft und kritisch mit dem ESM-Vertrag auseinandergesetzt? Welche Zeitung wagt es, die Ablösung der Sozialen Marktwirtschaft durch einen wildgewordenen Raubtierkapitalismus wirklich schonungslos zu thematisieren? Welche Zeitung greift überhaupt noch ein Thema jener unzähligen Themen auf, die wenige Millimeter hinter der schönen Fassade regierungsamtlicher und wirtschaftsverbandlicher Propaganda nur darauf warten, aufgegriffen zu werden?

    Und wenn eine Zeitung ein solches "heißes Thema" anpackt, dann doch in aller Regel nur, um mit wohlfeilen Argumenten auch die berechtigste Kritik zurückzuweisen und die Kritiker mit Schmähungen zu überziehen. Ein Muster, das übrigens auch sämtliche politischen Talk-Shows perfekt beherrschen.

    Mit Schau- und Scheinkämpfen werden die Zeitungsseiten mit unwichtigen Themen gefüllt, was wird da an Geist und Druckerschwärze verschwendet, um Belanglosigkeiten zu monatelang köchelnden Themen hochzuschreiben, und wie müht sich die Politik, genau diese belanglosen Themen in ewigen Diskussionen nicht zu lösen, während Gesetze mit schier ungeheuerlichen Wirkungen in Windeseile -wenn nicht gar bei Nacht und Nebel - durchs Parlament gepeitscht werden, die den Zeitungen dann nicht viel mehr als die Beschreibung der Prozedur, ohne wirkliches Eingehen auf die Inhalte, wert sind.

    "Die Zeitung" ist nicht mehr attraktiv, weil sie sich aus falsch verstandener "Staatsräson" und aus Rücksicht auf ihre Werbekunden zum belanglosen und austauschbaren Produkt entwickelt hat.

    War es früher einmal sinnvoll, mindestens drei Tageszeitungen abonniert zu haben
    (bei mir waren es in den 70er Jahren die Süddeutsche, die FAZ und die Welt, dazu der Spiegel) um sich einen Überblick über Meinungen und Argumente zu verschaffen, genügt heute ein Blick in die BILD, die Passauer Neue Presse, oder ein beliebiges anderes Blatt, um alles gelesen zu haben, was in "der Zeitung" steht.

    Wer Denkanstöße, Hintergrundinformationen (die den Namen verdienen), Analysen und ein breites Meinungsbild sucht, sucht in "der Zeitung" zumeist vergebens, auch wenn das öffentlich bekundete Selbstverständnis der Verleger sich dieser Erkenntnis noch vollständig verweigert.

     

    Und an dieser Stelle mag ich das hohe Lied einer kleinen Gruppe von Menschen singen, die sich Tag für Tag unentgeltlich damit beschäftigen, im Netz eine hochaktuelle Meldungs- und Meinungsseite zu betreiben.

    Ihr Ziel ist es einerseits, der Informationsödnis, die uns von Fernsehen und Printmedien angeboten wird eine lebendige, vielseitige Informationswiese entgegenzustellen, auf der auch konträre Meinungen und Auffassungen, unterdrückte Fakten und Ereignisse sichtbar werden. Ihr Ziel ist es andererseits, jenen kleinen Bloggern, Journalisten, Philosophen und "Verschwörungstheoretikern", die sich mit eigenen Webseiten zu Wort melden, zu einer größeren Aufmerksamkeit zu verhelfen und Ihre Seiten bekannter zu machen.

    Die Artikel, die online gestellt und verlinkt werden, sind von Moderatoren handverlesen, doch unzensiert (das ist kein Widerspruch!).

    Gemeint ist NetNewsExpress, eine Seite, die ich täglich mehrmals besuche, und die ich auch Ihnen wärmstens empfehlen kann.

    ... und dass die auf NNE eingeblendete Uhr dauerhaft Sommerzeit anzeigt, kann man für diese Fundgrube an Information schon in Kauf nehmen ;-))
     
    Mein Dank gilt allen, die sich dort mit Engagement einbringen.

    28. Dezember 2012

    27. Dezember 2012

    26. Dezember 2012

    25. Dezember 2012

    24. Dezember 2012 

     


    23. Dezember 2012

     

    Das Bild vom Sonntag


    22. Dezember 2012
    21. Dezember 2012
    20. Dezember 2012

    15.30 Uhr Gedanken zum Jahrswechsel 2012 / 2013

      In einer Zeit des lauten Lärmens, des Kriegsgeschreis, des Übermuts und der Angst,
      in einer Zeit der Lüge und der falschen Versprechungen, ist ein Paukenschlag nur ein Geräusch unter vielen.
       
      Mit einigen leisen Worten der Zuversicht und der Besinnung mag ich für Sie, mitten im chaotischen Treiben, einen Raum der Stille und der Ruhe öffnen.
       
      Kommen Sie herein, wenn Sie Zeit dafür haben.


    19. Dezember 2012
    18. Dezember 2012

    17. Dezember 2012

    11.45 Uhr EU-Kommissare im Jahresendspurt

    Lange vorbei sind jene glücklichen Zeiten, in denen man mit Schmunzeln lesen konnte, in Brüssel habe man eine Verordnung über die Abmessung der Fahrersitze landwirtschaftlicher Zugmaschinen erlassen oder einfach nur Bestimmungen über Länge und Krümmungsgrad von Bananen beschlossen.

    In diesen Tagen schlagen die Kommissionsbeschlüsse in Europa ein, wie die Hellfire-Raketen amerikanischer Apache-Hubschrauber in Afghanistan und Pakistan.

    Privatisierung der gesamten europäischen Wasserversorgung

    das hat sogar die ARD in Monitor schon aufgegriffen, hier das Video:

     

    Ein Ansinnen, gegen das eigentlich 500 Millionen Europäer auf die Barrikaden gehen müssten, doch die meisten wissen es einfach nicht.

    Also bitte ich Sie inständig, den Link auf dieses Video so oft es geht weiterzugeben.

    Vor dieser absehbaren Entwicklung habe ich schon im Sommer 2004 gewarnt, in einem Aufsatz für die Zeitschrift "Matrix 3000", den ich auf meinen Seiten auch online gestellt habe: Hier ein Auszug aus "Europa in schlechter Verfassung":

    Das Ende der öffentlichen Aufgaben

    Versteckt im Kapitel III des Titels V des Teils III findet sich unter der Überschrift "Gemeinsame Handelspolitik", das Bekenntnis der Europäischen Union zur vollständigen Globalisierung, Liberalisierung und Privatisierung des Welthandels.

    Der Abschluss internationaler Handelsabkommen liegt demnach künftig nicht mehr bei den Mitgliedsstaaten sondern in der Kompetenz der Union und im Normalfall beschließt der Rat(!) darüber mit qualifizierter Mehrheit.

    Müllabfuhr, Straßenreinigung, Wasserversorgung, Kanalisation, Straßenbahn und Politessen, alles sind Dienstleistungen, die künftig dem freien internationalen Handel offen stehen sollen. Auch der Handel mit Dienstleistungen des sozialen, des Bildungs- und Gesundheitssektors unterliegt grundsätzlich der Verhandlungs- und Vertragsfreiheit des Rates.

    Was das bedeutet?

    Nun, stellen wir uns vor, ein malerisches Örtchen im bayrischen Voralpenland mit dem schönen Namen Niederoberauendorf betreibt zur Wasserversorgung seiner Einwohner einen Brunnen, der klares Quellwasser bester Qualität liefert, das ohne chemische Aufbereitung in das Leitungsnetz gespeist werden kann.

    Ein Explorationstrupp des US-amerikanischen Nahrungs- und Futtermittelriesen ALLFOOD entdeckt diese Quelle und verlangt eine Ausschreibung für den Betrieb der Niederoberauendorfer Wasserversorgung. Die Gemeindeverwaltung meint zwar, die Wasserversorgung sei bei ihr in besten Händen und will von einer Ausschreibung nichts hören - doch ALLFOOD zieht vor Gericht und bekommt Recht. Niederoberauendorf muss die Wasserversorung ausschreiben und sich selbst, als Konkurrent von ALLFOOD darum bewerben, auch in Zukunft die eigenen Bürger mit eigenem Wasser versorgen zu dürfen.

    Die Gemeindeverwaltung rechnet korrekt und ermittelt einen Abgabepreis von 8.50 Euro pro Kubikmeter. ALLFOOD bietet die gleiche Leistung für 4.50 Euro an und bekommt den Zuschlag.

    Hinfort tropft in Niederoberauendorf eine Mischung aus stark gechlortem Uferfiltrat vom Bodensee und Tiefenwasser aus einem Badesee in Franken aus der Leitung. Für 4.50 Euro pro Kubikmeter. Nur das gute Niederoberauendorfer Brunnenwasser gibt es in Niederoberauendorf nicht mehr. Das wird in 0,2 l Fläschchen abgefüllt und nach Dubai verschifft. Dort bringt es ALLFOOD einen Nettogewinn von ungefähr 10.000 Euro pro Kubikmeter.

    Doch am Vertrag ist nicht zur rütteln. Die Wasserversorgung ist gewährleistet und der Brunnen der Niederoberauendorfer wird von ALLFOOD - wie zugesichert - ganz vorbildlich in Stand gehalten.

    Weitere Beispiele ließen sich nach Belieben finden. Allen ist eines gemeinsam: Jeder Investor, der eine bisher öffentliche Dienstleistung übernimmt, will und muss damit Gewinne machen. Dies ist in aller Regel nur möglich, wenn Personal abgebaut und die Qualität oder der Umgang der Leistung eingeschränkt wird.

    Wir sollten uns immer daran erinnern, dass sich die Menschen einst den Staat und die öffentlichen Einrichtungen geschaffen haben, um eine Organisation zu haben, die Aufgaben übernimmt, die man lieber nicht in private Hände legen sollte und wir sollten uns daran erinnern, dass man korrupte Strukturen in öffentlichen Haushalten entdecken und unschädlich machen, unrentable Funktionen untersuchen und durch zeckdienliche Maßnahmen auch in öffentlicher Verantwortung wieder wirtschaftlich machen kann, solange man als Bürger politischen Einfluss darauf hat.

    Einen profitgierigen Unternehmer, der für sich ganz legal einen beliebig hohen privaten Gewinn abzweigt, den wird man nicht wieder los. Weder in Niederoberauendorf, noch sonstwo.

     
    Endgültige Zerschlagung der Bahn
     
    Das (noch) Volksvermögen Bahn wird als "Monopol" verunglimpft - und die Wettbewerbsrechtler der EU bekämpfen nun mal alle Monopole, an denen die Privatwirtschaft nicht beteiligt ist.
    Wissen Sie, mir drängen sich Vergleich auf, die ins Ungeheuerliche gehen, und ich kann mir gerade noch verkneifen, diese hier auszubreiten.
     
    Wir Bürger haben uns eine Bahn geleistet. Indem wir die Parteien wählten, die dafür sorgten, dass Bahnen gebaut und betrieben werden, weil wir das für eine Infrastruktur hielten, die ein Staat braucht und von der alle Bürger profitieren, vom Gymnasiasten, der zur Schule kommen muss, bis zur Großmutter, die zu Weihnachten aufbricht ihre Enkel zu besuchen, vom Bergwerk, das Waggons voller Erz zur Verhüttung karrt, bis zum Einzelhändler, dessen Warenlager auch durch Bahntransporte aufgefüllt wird.
     
    Welchen vernünftigen Grund gibt es, nun Hinz & Kunz auf unserem Schienennetz fahren zu lassen und auf die eigene Bahn zu verzichten? Warum sollen wir unsere Infrastruktur, die unsere Arbeitsplätze sichert, einfach zerschlagen und zulassen, dass sich "Investoren" dieser Einrichtung bemächtigen um dort, wo bisher nur Staat und Bürger sich die Kosten teilten, auch noch einen Saugrüssel zu installieren, dessen Gewinne wir zusätzlich bezahlen sollen?
     
    Die Begründung, die EU könnte durch den Wegfall der Bahnmonopole Milliarden einsparen ist eine dreckige Lüge, bei der einfach alles weggelassen wird, was die staatliche Bahn für die Volkswirtschaft unter dem Strich rentabler macht, als es jede von (ausländischen) Investoren in der Absicht, Gewinne abzusaugen, betriebene Bahn je könnte.
     
    Weitere Zigaretten-Beschlüsse
     
    Zigarettenschachteln sollen nun fast vollständig mit so genannten "Warnhinweisen"
    bedruckt werden, Menthol-Zigaretten und so genannte Slim-Zigaretten vollständig
    verboten werden.
     
    Wenn Zigaretten so gefährlich sind, wie sie es sind, dann sollten die Herstellung und der Handel damit unter Androhung langjähriger Haftstrafen verboten werden.
    Man soll nicht die Raucher schikanieren, sondern diejenigen, die ihre Milliarden aus dem Tabaksqualm scheffeln.
     
    Und man sollte nicht weiter die Gesundheitsindustrie durch Warnhinweise fördern, die ja nichts anders sind, als bösartige Suggestionen, mit denen die Anfälligkeit der Raucher, tatsächlich zu erkranken, durch die dadurch ausgelöste Angst verstärkt wird.
     
     
    Europaweiter Arbeitsdienst für alle unter 25
     
    Es gibt nicht genug Arbeit in Europa. Wenn der Kommissar nun fordert, alle Jugendlichen bis zum Alter von 25 Jahren sollten eine "Jobgarantie" erhalten, dann ist das vollendeter Blödsinn.
     
    Und die Rechnung, die Jugendarbeitslosigkeit koste 153 Milliarden Euro pro Jahr ist ebenfalls vollendeter Blödsinn, denn da hat der Kommissar den Aufwand für Sozialleistungen und die "entgangenen" Steuereinnahmen in einen Topf geworfen.
     
    Da er zudem erklärt, die Schaffung von Arbeitsplätzen sei vergleichsweise billig, dann können da auch nur Billigarbeitsplätze gemeint sein - und wie er selbst ausführt, reicht es ja auch, wenn die Jugendlichen als Praktikanten beschäftigt werden, was zwar die Arbeitslosenstatistik schönt, aber weder Sozialaufwand mindert, noch Steuereinnahmen erhöht, lediglich die Gewinne der mit Pflichtpraktikanten verwöhnten Unternehmen steigen, weil sie sich andererseits von teuren Stammkräften trennen können, die wiederum dann zu Kostgängern der Sozialkassen werden, wobei die Altersarmut bis in die Rente gesichert ist.
     
    Um in Europa wieder Wohlstand zu schaffen, der von alleine Vollbeschäftigung hervorbringt, müssen andere Wege gegangen werden als die Einführung eines "De-facto-Arbeitsdienstes".
     
    Dazu muss den Menschen ein größerer Anteil an ihrer Leistung zugestanden werden, wie es einst der Kerngedanke der "Sozialen Marktwirtschaft" war.
    In Europa geschieht das Gegenteil. Im Interesse einer unsinnigen Internationalen Wettbewerbsfähigkeit werden immer breitere Schichten der Gesellschaft im wahrsten Sinne des Wortes "kaputtgespart".
     
     
    Wem dienen diese Kommissare? Wem sind sie verantwortlich?

    16. Dezember 2012

     

    Das Bild vom Sonntag 

    .


    15. Dezenber 2012
    14. Dezember 2012
    13. Dezember 2012

    13.30 Uhr Die Fachkräfte-Mangel

    Die Arbeitslosenversicherung soll sich weniger um die Vermittlung von Arbeitslosen kümmern und sich stattdessen bemühen, gegen den so genannten Fachkräfte-Mangel zu kämpfen.

    Thema für einen Paukenschlag.


    12. Dezember 2012

    12.50 Uhr Sicherheit in den Fußball-Arenen

    Am 18. Juli 2012 wurde über einen so genannten "Sicherheitsgipfel" berichtet, bei dem Maßnahmen zur Eindämmung von Gewalt und Randale im Umfeld von Fußball-Events in Form eines so genannten "Verhaltens-Kodex" beschlossen wurden.

    Heraus kam:

    • Die einvernehmliche Ablehnung von Feuerwerkskörpern und die Verhängung von Strafen für deren Gebrauch im Stadion,
    • die Verlängerung von Stadionverboten von bis dahin drei auf 10 Jahre,
    • mehr Geld für Fanprojekte, und
    • dass es auch weiterhin Stehplätze geben soll.

    Heute treffen sie sich nun wieder,
    die Vereinsoberen der Bundesligen, um einen neuen Beschluss zu fassen. Gesprochen wird wieder über das Pyrotechnik-Verbot, aber auch über intensivere Personenkontrollen, über verbesserte Videoüberwachung samt Vermummungsverbot, und über eine bessere Schulung der Ordnungskräfte.

    Nicht alle Vereine wollen dem zustimmen. Es geht halt nicht so sehr um den Sport als vielmehr ums Geld.

    Hier noch einmal meine Stellungnahme zum "Gipfel" im Juli:

     

     18. Juli 2012

    09.00 Uhr Innenminister und DFB entschärfen die Arenen

    Sport und Krawall, beides Aufgabenfelder des Bundesinnenministeriums, sind immer häufiger in Tateinheit anzutreffen. Schwierig, wenn es Aufgabe ist, den Sport zu fördern und Krawalle zu unterbinden, zumal der Sport, insbesondere die deutsche Lieblingssportart Fußball, längst vom Sport zum Geschäft, zum Big Business mutiert ist.

    Ein Geschäft, dessen Anziehungskraft auch damit zusammenhängt, dass neben den Toren auch immer wieder Spieler fallen, und dass hin und wieder einer vom Platz getragen wird.

    Ein Geschäft, dessen Anziehungskraft auch damit gesteigert wurde, dass man eben nicht mehr "auf den Fußballplatz" geht, auch nicht mehr in das tröge Stadion, dessen Name (ein altes griechisches Längenmaß) ja nur sagt, dass hier etwas besonders Großes lockt, sondern in die Arena.

    Arena, das klingt nach Blut, nach Kämpfen auf Leben und Tod, nach Christenverfolgung und Gladiatoren, da wird das Wagenrennen aus Ben Hur lebendig, und da geht man hin, weil über der Freude am Sport auch noch dieser Hauch von Sensationsgier mitschwingt, der die Menschen zu allen Zeiten angetrieben hat, zwar nicht dabei, aber doch wenigstens so nahe zu sein, als sei man selbst dabei gewesen.

    Das ist das Szenario, dass die Manager des Fußballgeschäfts aufgebaut haben, um ihr Hauptgeschäft, die Trikot- und Bandenwerbung, für die Werbetreibenden so attraktiv wie möglich zu machen.

    Ein bisschen Pyrotechnik am Spielfeldrand ist ein deutlicheres Signal, dass da was los ist, als noch so laute Fangesänge.

    Bierdosen und Feuerzeuge, die auf den Rasen geschleudert werden, sind begehrte Objekte für die Bildregie, weil sie eben genau das ausdrücken, was dem Fußballabend die Würze gibt.

    Das große Fußballspektakel ist dazu geschaffen, Emotionen aufkochen zu lassen, den Verstand auszuschalten, die Individuen zu austauschbaren und leicht beeinflussbaren Elementen der Masse zu machen.

    So weit, so perfekt, gäbe es da nicht jene, die in ihrem Auftritt auf den Rängen der Arenen die Gelegenheit zur Selbstdarstellung sehen, die Bühne für den Beweis ihrer Stärke, ihrer Unbändigkeit, ihrer kämpferischen Überlegenheit, die eben nicht nur als Fußball-Konsumenten sondern als bewunderte, gefürchtete Helden der Arena wahrgenommen werden wollen, die in Härte und Kampfgeist weit über das hinausragen, was die 22 Mann auf dem Rasen an erlaubten und nicht erlaubten
    körperlichen Attacken zu bieten haben.

    Der Fußball-Sicherheitsgipfel hat mit seinen Beschlüssen: Härtere Sanktionen, längeres Stadionverbot, bessere Kontrollen, vordergründig einen Beitrag geleistet, die Krawalle vor und in den Stadien einzudämmen,

    gleichzeitig aber die Attraktivität der Arenen für diese Selbstdarsteller erhöht.

     

    Je höher das Risiko, desto größer der Ruhm.
    Viel Feind - viel Ehr.

    Und damit können alle zufrieden sein. Der Innenminister hat seine Pflicht getan und die Regeln verschärft. Der Fußballbund wird noch mehr Geld in die Fanarbeit stecken und damit wieder nur die erreichen, die sowieso "brav" sind, und die Bierbrauer und Heimwerkermärkte, deren Umsatz maßgeblich von der Attraktivität der Fußballübertragungen im Fernsehen abhängt, können ihre bewährten Marketing-Strategien weiterfahren.

    Eine wirkliche Änderung herbeizuführen gelänge nur, würde man diejenigen, die das Geschäft organisieren, in die Verantwortung nehmen - und das heißt - weil es mit der moralischen Verantwortung nirgends mehr weit her ist - sie ganz massiv da zu fassen zu kriegen, wo es richtig weh tut: Am Geldbeutel.

    Mein Vorschlag, ein sehr einfaches und klares Gesetz zur Sicherheit von Sportstätten:

     

    Gesetz zur Sicherheit von Sportstätten

     

    § 1 Begriffsbestimmung

    Sportstätte ist jedes bebaute oder unbebaute Gelände auf dem sporadisch oder regelmäßig vom Eigentümer des Grundstücks sportliche Veranstaltungen durchgeführt werden oder die Durchführung solcher Veranstaltungen durch Dritte entgeltlich oder unentgeltlich gestattet wird.

    § 2 Verantwortung

    1 Verantwortlich für die Sicherheit von Sportstätten ist der Eigentümer der Sportstätte. Ist der Eigentümer nicht zugleich Nutzer, steht es ihm frei, mit dem Nutzer eine vertragliche Vereinbarung über Regressansprüche bei Eintritt seiner Schadenshaftung abzuschließen.

    2 Für sämtliche Sach- und Personenschäden, die auf dem Gelände der Sportstätte eintreten oder vom Gelände der Sportstätte ausgehen, ist der Eigentümer der Sportstätte schadensersatzpflichtig, unabhängig vom Zeitpunkt des Eintritts des Schadensereignisses. Zur Abdeckung dieser Schadensersatzpflicht hat der Eigentümer eine Haftpflichtversicherung mit einer pauschalen Deckungssumme von 1.000 Euro pro m² Grundstücksfläche nachzuweisen.

    3 Der Eigentümer der Sportstätte kann zur Abwehr potentieller Gefahren eine Hausordnung erlassen und deren Durchsetzung durch geeignete Sicherheitskräfte im Rahmen der allgemein gültigen Gesetze erzwingen.

    § 3 Öffentliche Ordnung

    Um Schadensereignisse im räumlichen und zeitlichen Umfeld von Sportveranstaltungen außerhalb der eigentlichen Sportstätte vorbeugend abzuwehren, sind alle geplanten Sportveranstaltungen unverzüglich bei der zuständigen Polizeibehörde anzumelden. Diese entscheidet über Art und Umfang der Polizeipräsenz, benennt die voraussichtlichen Kosten und stellt diese dem Eigentümer nach Durchführung der Veranstaltung in Rechnung.

    § 4 Betriebsverbot

    Kann der Nachweis der Haftpflichtversicherung nicht geführt werden, oder ist der Betreiber mit den Zahlungen für Polizeieinsätze mehr als einen Monat im Rückstand, wird die weitere Durchführung von Sportveranstaltungen auf dem Gelände der Sportstätte solange untersagt, bis diese Voraussetzungen wieder erfüllt sind.

    § 5 Strafrechtliche Folgen

    Sofern es sich bei Schadensereignissen auf dem Gelände der Sportstätte um die Folgen strafrechtlich relevanter Taten handelt, werden diese nach Maßgabe der geltenden Gesetze verfolgt. Der Eigentümer ist verpflichtet, bei der Aufklärung mitzuwirken und sie durch geeignete personelle und technische Maßnahmen zu unterstützen.


     

    Geht die Haftung vom einzelnen Hooligan auf den Eigentümer der Sportstätte über, stellt dies ein beträchtliches Risiko für diesen dar. Die Kosten der Haftpflichtversicherung würden sich am tatsächlichen Risiko orientieren, genau wie bei der Kfz-Haftpflicht.

    Es entstünde ein ernsthafter wirtschaftlicher Druck, selbst Schadensfälle zu verhüten, ihre Auswirkungen zu begrenzen und die Täter zu ermitteln und in Regress zu nehmen.

    Wenn daneben die vollen Kosten des Polizeieinsatzes im Umfeld der Veranstaltung zu tragen sind, stellt das einen zusätzlichen Anreiz dar, diese niedrig zu halten, also im Vorfeld bereits alles zu tun, um die Emotionen nicht anzuheizen, sondern möglichst auf kleiner Flamme köcheln zu lassen.

    Fußball würde dabei allerdings relativ schnell vom Status "Sensation" auf den Status "Sport" zurückgestuft - und damit wäre das Geschäftsmodell gestorben.

    Es wird also auch in Zukunft alle paar Jahre Fußball-Sicherheitsgipfel geben, womit dafür gesorgt ist, dass auch im Sommerloch spannende Berichte von der
    Fußballfront in die Medien kommen und der Wunsch, nach der Sommerpause im Stadion wieder so richtig mitzumischen, wachgehalten wird.


     


    11. Dezember 2012

    12.30 Uhr Rheingold und Falschgeld 

    Der Kabarettist und "Rheingolder" Chin Meyer, der in einem gelungenen Auftritt bei Markus Lanz "Die Fuselanleihen" und damit einen Teil der Bankenkrise brillant und anschaulich erklärte, hat sich beim EWK-Verlag das Buch "Falschgeld" von Samirah Kenawi bestellt und mit Rheingold per Überweisung bezahlt.

    Rheingold ist die Komplementärwährung, die ich persönlich für das bisher gelungenste Geld-Experiment in Deutschland halte - und deshalb akzeptiere ich Rheingold auch als Zahlungsmittel.

    Und da gibt es nicht nur die aufwendig und schön gestalteten Rheingold-Scheine, es gibt inzwischen ja auch die Rheingold-Girokonten, zwischen denen das Rheingold hin und her überwiesen werden kann.

    Sie sind interessiert? Den Link zu meiner Rheingold-Beschreibung hab ich seit vielen Jahren auf dieser Seite in der linken Spalte unter der Abteilung "Alles über das Geld" eingestellt.
    Noch besser allerdings ist es, wenn Sie die Original Rheingold Seiten besuchen.

    hier: http://rheingoldregio.de/

    Aber vorher ziehen Sie sich das Video rein:

     


    10. Dezember 2012

    09.20 Uhr Guten Morgen, liebe Friedensnobelpreisträgerinnen und -träger 

    Heute erhält die EU den Friedensnobelpreis.

    Van Rompuy, der Ratspräsident und Barroso der Kommissionspräsident dürfen heute die Urkunde entgegennehmen.

    Martin Schulz, Präsident des Europäischen Parlaments, erhält die Medaille des Friedensnobelpreises, wie er meint, stellvertretend für 500 Millionen Menschen in 27 Staaten. Er sprach vorsorglich nicht von 500 Millionen Europäerinnen und Europäern, vermutlich weil er das Ergebnis einer frischen Studie kennt, in der es heißt, dass sich die Europäer nicht primär als Europäer fühlen, sondern die Franzosen als Franzosen, die Italiener als Itailiener, die Polen als Polen und so weiter.

    Dass man in Oslo auf die Idee gekommen ist, die EU mit dem Friedensnobelpreis zu bedenken, obwohl - oder gerade weil - sie sich in einem schlechten Zustand befindet, ist zunächst einmal ein Beleg dafür, dass auf dieser Welt niemand zu finden war, der des Friedensnobelpreises für würdiger erachtet wurde, als diese EU.

    Diese EU, die längst begonnen hat, die einst reine Wirtschaftsgemeinschaft in einen Wirtschafts- und Militärpakt umzuwandeln, die eigene Eingreiftruppen bereit hält, ihre Außengrenzen gegen Flüchtlinge mit einer eigenen Truppe robust absichert, die es für richtig hält, ihre Interessen weltweit auch mit Waffengewalt zu sichern und sich dafür den Aufrüstungszwang in den Vertrag geschrieben hat, so wie sie sich auch Vollmachten für die militärische Niederschlagung von Aufständen im Inneren gegeben hat.

    Der tapfere Martin Schulz, Präsident des Parlaments, das sich die Kommission hält, ohne dass dieses Parlament auch nur das Recht hätte, eigene Gesetzesinitiativen
    einzubringen, verteidigt mit seiner Präsenz den Schein der Demokratie, den die EU
    nach Kräften zu wahren sucht, während sie gleichzeitig mit Institutionen wie dem ESM die Reste von Demokratie in den Mitgliedsstaaten aushebelt und die Situation jener 500 Millionen Menschen, die ohne dem zugestimmt zu haben, von der EU vereinnahmt und durch Brüsseler Gesetze und Verordnungen von den eigenen Rechts- und Wertesystemen mehr und mehr abgeschnitten werden, durch eine teufliche Spirale von Spardiktaten immer weiter verschlechtert wird.

    Geschichte wiederholt sich.


    Frankreich, 1781


    Den Staatsausgaben von 620 Millionen Livres stehen Einnahmen von lediglich 503 Millionen gegenüber. Die Hälfte der Ausgaben entfällt auf Zins und Tilgung für die
    Staatsschulden. Ein Viertel verschlingt das Militär.

    Das Steueraufkommen wird zum überwiegenden Teil aus der Besteuerung der Bauern generiert, während die ersten Stände, der Adel und der Klerus von direkten Steuern befreit sind. Die Steuereintreibung ist privatisiert, so wie 230 Jahre später in Deutschland die Eintreibung der Lkw-Maut ein lukratives Privatgeschäft sein wird. '

    Die obersten Gerichte befinden sich fest in der Hand des "käuflichen" Amtsadels und verweigern sich jeglicher Gesetzgebung, die an ihre Pfründen rührt.

    Kein Wunder, dass das Land von Teuerung heimgesucht wird. Die Bauern, durch eine Missernte dem völligen Ruin nahe, das restliche Volk am Verhungern - und die Speicher der (Nahrungsmittel-) Spekulanten, damals die weltlichen und geistlichen Grundherren, renditeträchtig wohlgefüllt.
    Der Brotpreis - Hauptnahrungsmittel der Nichtprivilegierten - stieg auf das Dreifache, ein städtischer Handwerker hatte die Hälfte seines Einkommens alleine für Brot aufzuwenden.

    Jean-Jacques Rousseau, den die Missstände empörten, legte einer "großen Prinzessin" den arroganten Satz in den Mund: "Wenn die Bauern kein Brot haben, so mögen sie doch einfach Kuchen essen".

     

    1789 beginnt mit dem Sturm auf die Bastille die zehn Jahre währende, blutige Phase der französischen Revolution.


    Es gab damals noch keinen Friedensnobelpreis.

    So ist uns wenigstens Ludwig XVI. als Nobelpreisträger erspart geblieben.


     

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    9. Dezember 2012

    Das Bild vom Sonntag


    9. Dezember 2012

    15.00 Uhr Antiquariat im EWK-Verlag

    Beim Umzug nach Elsendorf sind einige alte Kisten und Schachteln wieder einmal vor der finalen Entsorgung bewahrt worden. Und neben allem möglichen Krusch fanden sich darin auch etliche Bücher. Endlich habe ich die Zeit gefunden, diese kleinen Schätze zu sichten. Auch das Zerlesenste war mir noch zu schade zum Wegwerfen.

    Doch ich mag diese Bücher nicht wieder in Keller oder Speicher verbannen, wo sie weitere Jahrzehnte von niemandem in die Hand genommen werden. Also entstand die Idee, sie als antiquarische Bücher anzubieten.

    Und weil es immer nur ein Exemplar pro Titel gibt, ist die Versteigerung wohl die gerechteste Form, sie an den kommen zu lassen, der das größte Interesse daran zeigt. Also werde ich von nun an in unregelmäßigen Abständen eines dieser Bücher vorstellen und die Versteigerung eröffnen. Die Form der Versteigerung ist ganz einfach: Es wird ein Termin für das Ende der Gebotsabgabe gesetzt - und bis dahin kann jeder sein Gebot abgeben. Am Ende der Frist informieren wir den Höchstbietenden, schreiben die Rechnung - und nach Eingang der Zahlung versenden wir das Buch.


    8. Dezember 2012

    07.47 Uhr Einmal einen Punkt machen.

    Der Paukenschlag vom Donnerstag erschien diese Woche erst am Freitag -
    und wird nun am Samstag auch hier angekündigt.

    Sehen Sie es positiv - nehmen Sie es als "Entschleunigung".

    Außerdem dröhnt dieser Paukenschlag nicht besonders laut.
    Es ist eher ein Text der leisen Töne.

    Gut und passend für die Vorweihnachtszeit.
    Vielleicht bringt er ja auch Ihnen etwas zum Mitschwingen.

    Dieses Wochenende ist übrigens eine gute Gelegenheit, noch einmal die Liste der benötigten Weihnachtsgeschenke durchzugehen.
    Ich würde mich freuen, wenn Sie dabei auch in Erwägung ziehen, Bücher aus dem EWK-Verlag zu verschenken.
     
    Anregungen dazu finden Sie auf dieser Seite - einfach mal in der linken Spalte nach unten scrollen ...
     
    Einen schönen 2. Advent
    Egon W. Kreutzer

     


    3. Dezember 2012

    11.30 Uhr Nach der Mutter wird gefahndet

    Am Samstag fand ein Mann in einem Müllsack am Straßenrand die Leiche eines Babys. Wieder einmal ein totes Neugeborenes - wie Abfall weggeworfen.

    Nun ist die Aufregung groß, die Polizei fahndet - die Mutter muss gefunden und zur Rechenschaft gezogen werden.

    Während der Schwangerschaft erfuhr sie wahrscheinlich weder Aufmerksamkeit noch Hilfe. Es ist zu vermuten, dass es ein heimlich ausgetragenes Kind war, von einer jungen Frau, vielleicht noch von einer Minderjährigen, die sich neun Monate lang bemühte, ihren Bauch zu verbergen.

    Wir leben in einem der reichsten Länder dieser Welt.
    Genauer: In unserem Land leben einige der reichsten Menschen dieser Welt.

    Über 200 Milliardäre, etliche davon Multimilliardäre, haben in Deutschland ihren Wohnsitz und brauchen seit vielen Jahren keine Vermögenssteuer zu zahlen - weil es zu kompliziert wäre ...

    Doch es gibt in unserem Land, das in jeder Hinsicht ein Hochpreisland ist, auch mehrere Millionen Menschen, die in Armut leben, die ausgegrenzt sind. Zunehmend in Hartz-IV-Ghettos eingepferchte Bedarfsgemeinschaften, denen das Kindergeld vom Regelsatz wieder abgezogen wird, die alle paar Wochen erleben, wie viel Monat noch übrig ist, wenn das Geld zu Ende ist.

    Und es gibt diejenigen, die für Stundenlöhne von 3, 4 oder 5 Euro arbeiten gehen und sich schämen und fürchten, die Hilfe zum Lebensunterhalt zu beantragen, die ihnen zustünde.

    Ja, ich weiß, das will niemand gerne hören.
    Jeder hat genug damit zu tun, selbst über die Runden zu kommen.

    Nicole Eick hat als Sozialpädagogin in Frauenhäusern und in der Schwangeren-Konfliktberatung gearbeitet.

    Sie kennt das Elend aus unzähligen Begegnungen mit verzweifelten Frauen - und sie hat ein engagiertes, aufregendes und betroffen machendes Buch über das Schicksal der 15-jährigen Kathrin geschrieben, die sich nicht anders zu helfen wusste, als ihr Vergewaltigungs-Kind in einen Müllsack zu stecken.

    Kathrins Kind wurde lebend gefunden und gerettet. Dann begann die Jagd auf die Mutter, die Entrüsteten und Empörten meldeten sich zu Wort, eine Baby-Klappe wird gefordert, die Adoptionsfreigabe verlangt und schließlich ein Massen-Gen-Test veranstaltet.

    Kathrin bricht unter der Last von öffentlicher Meinung und Fahndungsdruck zusammen, liegt still auf den Schienen und träumt sich auf ihre Wolke ...

    Nicole Eick
    ABFALL

    2012 EWK-Verlag, Elsendorf 
    ISBN 978-3-938175-78-1
    Hardcover, geb. Ladenpreis 23,80 €

     

     

     

     

     

     

     


    2. Dezember 2012

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

     

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    Manuelas Bilder vom Sonntag

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    1. Dezember 2012

    09.00 Uhr Charly Chaplin hat Recht

    Joseph Meyer hat mir dieses Video gesandt, mit der Bitte es zu verbreiten.
    Und so steht es nun im ersten Türchen des diesjährigen Adventskalenders.

     

    Und ich gebe diese Bitte weiter. Betten Sie dieses Video in Ihre eigene Homepage ein, setzen Sie einen Link auf meine Seite, geben Sie Ihren Freunden und Bekannten den Link per E-Mail oder ein Soziales Netzwerk weiter - machen Sie mit diesem Video ein vorweihnachtliches Geschenk! Im Namen der Menschlichkeit.

    Danke.


    30. November 2012

    09.00 Uhr Das Menschenrecht auf "Streben nach Glück"

    Große Schriftsteller haben zu ihrer Zeit ganz bewusst immer auch einen Blick auf die Gesellschaft geworfen, in der sie zu leben hatten. Die einen haben daraus ihre Huldigungen an die Fürsten und Könige, an die Herrscher und Mächtigen geschrieben, andere haben mit Herzblut die Schicksale derer beleuchtet, die fernab von Ruhm und Ehre, Licht und Glanz ihr Dasein zu fristen hatten.

    Hans Christian Andersen hat dieses Streben nach Glück in seinem Märchen von dem Mädchen mit den Schwefelhölzern verarbeitet, Frances Hodgson Burnett hat mit seinem Roman "Der kleine Lord" ein Denkmal des Mitgefühls und der Menschenliebe gesetzt, das uns alle Jahre wieder zu Weihnachten im Fernsehen begegnet, John Steinbeck hat in "Früchte des Zorns" seine Wut über die Verhältnisse in den USA zu Zeiten der Weltwirtschaftskrise hinausgeschrien und das Unrecht verdammt, das Millionen von Farmern ihres Landes beraubte und sie zur rechtlosen Wanderarbeitern machte.

    Allen gemeinsam ist die eindringliche Botschaft, dass das Streben nach Glück ein allgemeines Menschenrecht ist, dessen Verwirklichung nur möglich wird, wenn Egoismus und Ausbeutung, Standesdünkel und Selbstgefälligkeit von der Gesellschaft nicht länger mit Ehrfurcht honoriert, sondern mit Abscheu geächtet werden.

    Die literarische Aufarbeitung der gesellschaftlichen Verwerfungen, die Deutschland seit gut 20 Jahren heimsuchen, steht noch ganz am Anfang. Die großen Verlage gefallen sich immer noch darin, lieber die Schrecken und die stillen Helden der Zeit des Nationalsozialismus zu thematisieren.

    Und weil das so ist, und weil große Verlage gesagt haben: "Das will niemand lesen!",
    ist Nicole Eick mit Ihrem Manuskript "ABFALL" schließlich beim EWK-Verlag angelangt.

    Das Buch ist ein heißes Eisen.

    Die Autorin, die nach dem Studium der Sozialpädagogik in Frauenhäusern, im sozialpsychiatrischen Dienst und in Schwangerenberatungsstellen arbeitete und den zunehmenden Druck, die zunehmende Hilf- und Hoffnungslosigkeit kennenlernte, die immer mehr Menschen betrifft, die von der Politik bewusst - zur Schaffung des besten Niedriglohnsektors der Welt - in Abseits gedrängt wurden, hat ihren Schmerz und ihre tiefe Menschenliebe in diesem Werk mit großer Eindringlichkeit zum Ausdruck gebracht.

    Ein Buch, dessen bisweilen gnadenlos präzise und harte Sprache ein Schlaglicht auf das wirft, was gemeinhin verharmlosend als "Sozialer Brennpunkt" etikettiert wird.
    Ein Buch das aber zugleich in unendlicher Einfühlsamkeit jenen letzten Funken der Hoffnung auf Glück aufscheinen, flackern, fast verlöschen und wieder aufglimmen lässt, der in einer gefühlskalten Gesellschaft so oft achtlos zertreten wird.

    Ein Buch, das aufregt, das betroffen macht, das "an die Nieren" geht.
    Ein Buch das erschüttert und wachrüttelt.

    Ein Buch, das man vielleicht tatsächlich nicht lesen will, weil es eine Herausforderung enthält, den Auftrag, nicht länger einfach wegzuschauen, sondern selbst etwas zu tun, um unsere Welt, unser Land zum Besseren zu verändern und die Ghettos der "Sozialen Brennpunkte" wieder zu öffnen, um auch denen, die jetzt dort "eingesperrt" sind, wieder mehr Teilhabe und ein bisschen Glück zu ermöglichen.

     



    Nicole Eick
    ABFALL

    2012 EWK-Verlag, Elsendorf 
    ISBN 978-3-938175-78-1
    Hardcover, geb. Ladenpreis 23,80 €


    26. November 2012

    23.15 Uhr Nochmals: Gesetz gegen bestehende Lebensversicherungsverträge 

    Am 13. November wies ich darauf hin, dass unsere geliebte Bundesregierung klammheimlich, versteckt in der Gesetzgebung zur europäischen Überweisung (SEPA, die Sache mit den ganz langen Nummern) auch eine Schlechterstellung bestehender Lebensversicherungsverträge vom Bundestag hat beschließen lassen.

    Das war die Abstimmung des Deutschen Bundestages darüber!

     

    Am gleichen Tag erhielt auch mein Lebensversicherer eine E-Mail von mir, in der ich um Auskunft bat, wie sich mein Vertrag durch diese Änderung verändern würde.

    Darauf habe ich bis heute keine Antwort erhalten.

    Also hab ich telefoniert und auch eine Versicherungsführungskraft ans Telefon bekommen. Und da sagte man mir:

    Wir wissen von diesem Gesetz nichts.

    Wir kennen nur Gerüchte aus den Medien.

    Wir wissen weder, was da versicherungstechnisch vorgesehen ist, noch wissen wir etwas mit dem spätesten Kündigungstermin "21.12." anzufangen, der in diesen Gerüchten auch vorkommt.

    Allerdings können Sie Ihren Vertrag zum 21.12.12 gar nicht mehr kündigen, sondern frühestens zum 1.1.2013.

    boohh - eh!

    Das war eine Auskunft.

    Ich habe mir noch den Rückkaufswert per 31.12.12 nennen lassen und die voraussichtliche Ablaufleistung.

    Der Unterschied zwischen beiden Werten entspricht ungefähr den Zahlungen, die ich bis zum Ablauf dieses Vertrages noch zu leisten hätte (1 Jahresbeitrag + Zinsen für ein Policendarlehen).

    Es macht also schon aufgrund der noch gültigen Regeln keinen Sinn, den Vertrag noch weiterzuführen.

    Also hab ich der Versicherung geschrieben. Ob das irgendwas nützt, weiß ich nicht, ob ich dabei alles richtig gemacht habe, weiß ich auch nicht. Sollten Sie also daraus Anregungen für ein eigenes Kündigungsschreiben ziehen, tun Sie das - genau wie ich - auf eigenes Risiko.

    Elsendorf, 26. November 2012

    Kündigung des LV-Vertrags Nr. xxxxxxxxxxxx

     

    Aufgrund der am 8. November 2012 vom Deutschen Bundestag beschlossenen Änderung des §153 VVG, der die Beteiligung der Versicherten an den Bewertungsreserven (in vielen Fällen zu deren Nachteil) verändert,

    sowie aufgrund der Tatsache, dass meine Anfrage per Internet-Formular vom 12.11.12, die Auswirkungen dieser Gesetzesänderung betreffend, bisher unbeantwortet geblieben ist,

    sowie aufgrund der telefonischen Auskunft Ihres Herrn F. vom 26.11.12, dass der veränderte Gesetzestext in Ihrem Hause bisher nur "gerüchteweise" bekannt sei, aber weder zu den tatsächlichen materiellen Veränderungen bei den Bewertungsreserven noch zum dem in den Medien genannten Kündigungszeitpunkt "vor dem 21.12.12" irgendeine konkrete Information vorläge,

    kündige ich hiermit den o.g. Lebensversicherungsvertrag

    fristgemäß
    und vor Inkrafttreten der Gesetzesänderung

    zum 31.12.12/01.01.13.

    Dabei erwarte ich die Abrechnung nach dem bis zum 21.12.12 gültigen Regelwerk.

     

    Die Auszahlung des Rückkaufswertes unter Abzug der VZ erbitte ich auf mein Konto xxxxxx bei der xxxxx Bank, BLZ xxx xxx xx

    Mit besten Grüßen

     

    Egon W. Kreutzer

    P. S. 1:
    Auch meine eigenen, intensiven Recherchen brachten den neuen Gesetzestext
    nicht ans Licht. Weder im Bundesgesetzblatt ist er bis jetzt zu finden, noch in den
    online verfügbaren Gesetzestexten bei dejure.org oder direkt auf den Seiten des
    Justizministeriums. Auch in der Bundestagsdrucksache, die den Änderungsvorschlag
    eigentlich enthalten sollte, bin ich nicht fündig geworden.

    Aber in Kraft tritt diese kleine bösartige Änderung zu Lasten derjenigen, die das tun,
    was uns seit Jahren gepredigt wird, nämlich privat vorzusorgen, am 21.12.2012. Ob das Gesetz bis dann wohl schon irgendwo öffentlich zugänglich nachlesbar sein wird?

    Nachtrag vom 27.11.2012

    Die im Video genannten Drucksachen ermöglichten es mir, die als "Ausschussfassung" benannte Drucksache, über die tatsächlich abgestimmt wurde, dann doch noch aufzufinden.

    Hier der Link für Paragrafen-Masochisten:

    http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/113/1711395.pdf

    P.S. 2:
    Ach ja, beim Bund der Versicherten habe ich angerufen, weil ich hoffte, dort Auskunft zu erhalten. Es gibt da zwei "Hotlines". Eine für Mitglieder, eine für Nichtmitglieder. Unter der für Nichtmitglieder erhält man weder Auskunft noch Beratung. Nur die Information, dass man Mitglied werden müsse, bevor man Auskunft und Beratung enthält - und wenn man schnell auf der Internetseite des Bundes der Versicherten die Mitgliedschaft beantragt, könne man schon nach zwei Tagen damit rechnen, Auskunft und Beratung zu erhalten. Kostet 40 €, die Mitgliedschaft - die hab ich dann lieber behalten.


    25. November 2012

    Manuelas Bilder vom Sonntag

     

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    Wolfgangs Bilder vom Sonntag

     

     


    24. November 2012
     
    22.35 Uhr Armes Deutschland
     
    Jörg Pilawa hat gerade den "Neuen Deutschen Bildungstest" des ZDF zu Ende
    moderiert.
     
    Wenn von 50 Fragen auch nur 5 halbwegs in den Bereich "Bildung" hineinragten,
    dann ist das schon hoch gegriffen.
    Der Rest plattestes, oberflächlichstes Allgemeinwissen.
     
    Ja, es ist richtig, auch davon muss man nicht alles wissen. Z.B. ist die Bezeichnung für den Gewindedurchmesser für Glühlampen für die meisten Menschen vollkommen bedeutungslos, weil man's einfach dran sieht, welche Birne man braucht.
     
    Es ist auch wurst, ob jemand zwischen zwei verfälschten und einem richtig zitierten Sprichwort zu unterscheiden weiß. Im Zweifelsfall sind abgewandelte Sprichwörter die intelligenteren Versionen ...
     
    Doch diesen Bodensatz an Grundwissen zur "Bildung" hochzustilisieren, das ist ein Witz - und zwar ein schlechter.
     
    Und wenn dann der Moderator so schlecht vorbereitet ist, dass er den ausgestreckt am Boden liegenden Körper als "größere Angriffsfläche" für den Blitz bezeichnet, statt das auf diese Weise noch vergrößerte Problem der "Schrittspannung" auch nur anzudeuten, dann frag ich mich schon, wer hier eingelullt werden soll.
     
    Noch drei solche Sendungen - und aus dem G8 wird das G3.
     
    Nicht das von Heckler und Koch - nein das 3-jährige Gymnasium, mit der Stofffülle des Neuen Deutschen Bildungstests.
     
    Ich bin entsetzt.

    19. November 2012

    08.30 Uhr Mini-Sabbatical

    Die Zeit ist reif für eine Auszeit.

    Diese Seite wird von heute an für eine Weile ruhen. Zwei, drei, vielleicht vier Wochen ...

    Bis demnächst, also

    Ihr

    Egon W. Kreutzer


    P. S.: Es geht mir gut.
    P. S.: Werbung für Bücher aus dem EWK-Verlag wird hier dennoch erscheinen.


    18. November 2012

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

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    Manuelas Bild vom Sonntag

     

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    17. November 2012
    16. November 2012

    09.10 Uhr Alten-Prügeln im Pflegeheim

    Wieder einmal fällt ein Schlaglicht auf die Zustände in deutschen Alten-Verwahranstalten mit der Lizenz zum Gelddrucken.

    Ein Sohn hat mit versteckter Kamera den Nachweis geführt, dass seine demente Mutter sich nicht einbildet, misshandelt zu werden ...

    Nun werden wir wieder ein paar Tage lang hören, dass die notwendigen Schritte eingeleitet werden, vielleicht wird sogar eine Kommission einberufen, doch ändern wird sich so lange nichts, bis Angehörige und Pflegekräfte sich zusammentun, um das Elend zu beenden. Das ist der Aufruf von Claus Fussek, der seit vielen Jahren mit aller Kraft gegen die Auswüchse des deutschen Pflegebetriebs ankämpft, auch immer wieder Interviews geben darf - und trotzdem von den Verantwortlichen ungehört bleibt.

    Diesmal hat die BILD das Video online gestellt - und wenn ich ansonsten auch kein Vergnügen an Sensations-Journalismus habe, diesmal bin ich BILD dafür dankbar.

    Ich habe mich bei diesen Bildern daran erinnert, dass ich vor etlichen Jahren, 2007 war es, die Kosten- und Gewinn-Situation im Pflegebetrieb durchleuchtet habe.
    Diesen Paukenschlag verlinke ich heute auch noch einmal, denn wenn Claus Fussek sagt: "Die Pflege ist ein Riesengeschäft, auf dem Rücken der Patienten und der Pfleger", dann ist das eher noch zurückhaltend ausgedrückt.

    Die Pflegeversicherung hat die Geschäftemacher angelockt: "Da wird viel Geld eingesammelt, das holen wir uns", das war die Devise - und ist sie bis heute.

     


    15. November 2012

    11.45 Uhr Der Witz des Tages - EILMELDUNG!

    Diesen Witz leistet sich die Frankfurter Allgemeine. Denn die EILMELDUNG
    lautet:

    Euro-Zone rutscht in Rezession.

    Wie blind muss man sein, um diesen sich seit Jahren abzeichnenden Prozess ausgerechnet am 15. November 2011 mit einer EILMELDUNG zu würdigen?

    Früher sagte man: "Unter den Blinden ist der Einäugige König". Heute fragt man sich, ob es unter den Blinden nicht auch welche gibt, die gleich auf drei Augen blind sind, und trotzdem noch als "Könige" die Richtung vorgeben. Den Beweis dafür liefert die FAZ im gleichen Artikel. Dort wird Jörg Asmussen, deutsches Mitglied im Direktorium der EZB mit den Worten zitiert:

    Ich SEHE keine Gefahren für die Preisstabilität in Deutschland und der Euro-Zone.

    Vielleicht würde es schon genügen, jeden Tag nur für eine Viertelstunde die Augen zu öffnen.

     

    10.00 Uhr Rechts-Extremismus - das Thema der Woche

    Glauben Sie daran, dass 15,8 % der Ostdeutschen ein "geschlossenes rechtsextremistisches Weltbild" haben? Ich glaube es (auch) nicht.

    Die Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung, die kürzlich veröffentlich wurde, stellt diese Behauptung auf. Mit Hilfe Googles ist es mir gelungen, nicht nur die Berichte der Medien und die Pressemeldung der Stiftung zu finden, sondern auch den Originaltext, der auch den verwendeten Fragebogen enthält.

    18 Fragen, von denen ich neun für ungeeignet halte, aus den Antworten darauf
    belastbare Rückschlüsse auf rechtsextremes Gedankengut zu ziehen. Die weiteren neun Fragen zielen tatsächlich auf jene Form rechtsextremistischen Gedankengutes, die als problematisch angesehen werden muss, und sind zum Teil so plump gestellt, dass die Zustimmung dazu strafrechtlich verfolgt werden könnte.

    Insgesamt erscheint es mir so, dass die Auffassung der Verfasser der Studie dahin geht, dass

    • jeder,der sich noch auf dem Boden des Grundgesetzes bewegt, statt sich als Bürger jenes politisch, wirtschaftlich und sozial desolaten Europas zu fühlen, das gerade mit der Euro-Rettung und dem ESM-Vertrag vollends an die Wand gefahren wird,
    • jeder, der sich von der Politik mehr "Führung" zum Wohle aller erwartet, ganz unabhängig davon, in welcher politischen Ecke er diese zu finden hofft, und
    • sogar jeder, der sich zu den neoliberalen Grundideen des freien Wettbewerbs
      - jeder gegen jeden, der Markt wird es regeln - bekennt, als erkannter Sozialdarwinist
    schon zu den Rechtsextremisten zu zählen sei.


    Eine ausführlichere Begründung dafür und meine Meinung über die Ursachen des tatsächlich vorhandenen Trends, vermehrt auf radikale Lösungen zu setzen,
    finden Sie hier:
     


    14. November 2012

    14.15 Uhr Gender-Quote in europäischen Aufsichtsräten

    Hurra! Geschafft.

    Frau Reding, JustizkommissarIn, bellt nicht nur, sie beißt auch (sagt sie selbst, ist also keine frauenfeindliche Behauptung).

    Wenn künftig im Gremium der Aufsichtsrätinnen und Aufsichtsräte europäischer Großunternehmen das unterrepräsentierte Geschlecht nicht mindestens 40% der Sitze besetzt, und damit angemessen am Aufsichtsraten beteiligt ist, müssen die Nationalstaaten harte Geldbußen verhängen oder die Besetzungen annullieren.

    Die Frage ist, wer zahlt die Geldbußen?
    Das Unternehmen selbst ist schließlich nicht schuld, es kann nicht selbst über seine Aufsichtsrätinenn und -räte entscheiden - und daher ist der Vorstand gezwungen, die Verursacher in Regress zu nehmen, wenn er seinen Pflichten genügen will.

    Sämtliche Aktionäre? Weil die in der Hauptversammlung den Aufsichtsrat wählen?
    Das gäbe ein großes Kuddelmuddel, vor allem wenn Aktien im Computerhandel während der Auszählung der Stimmen 46 Mal den Besitzer gewechselt haben.

    Die Mitarbeiter, welche - zumindest in Deutschland - die falschen Arbeitnehmervertreter zum Aufsichtsrat gemacht haben, statt die richtigen zu Aufsichtsrätinnen?

    Das wird noch lustig ...

    Und dabei ist es eigentlich zum Heulen.

    Das Argument, es gäbe in der EU 60% weibliche Hochschulabsolventen aber nur 13,7% weibliche Aufsichtsratsmitglieder - und ein anderes Argument hat Frau Reding offenbar nicht - ist genau so zwingend, wie das Argument für eine gesamteuropäische Satteldachquote bei Hochhäusern, weil in der EU 84 % der Häuser ein Satteldach hätten , aber nur 0,2% der Hochhäuser mit Satteldach errichtet würden...

    Ich weiß, das verstehen jetzt einige wieder ganz und gar nicht. Daher betone ich einfach noch einmal meine Auffassung:

    Eine Frau, die das Vertrauen der Aktionäre und/oder der Gewerk-/Belegschaften hat, und eine hinreichende Qualifikation, wird auch ohne Quote in den Aufsichtsrat kommen und sich gar nicht gegen "minder- oder gleichqualifizierte" Männer durchsetzen müssen. Sie wird gewählt. Nicht nach primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen, sondern nach knallharten geschäftlichen Interessen.

    Eine Frau, die nur wegen der Quote gewählt werden muss, wird ihre Funktion als Aufsichtsrätin niemals vernünftig ausfüllen können, weil ihr entweder - trotz Hochschulabschluss - die Qualifikation fehlt, oder was noch viel wahrscheinlicher ist, weil sie - mangels Vertrauen - schlicht und einfach vom informellen Informationsfluss ausgeschlossen bleiben wird.

    Und mit dem Wissen, im Grunde zweite Wahl zu sein, möchte ich - weder als Mann noch als Frau - keinesfalls in irgendein Amt gehievt werden.


    13. November 2012

    10.30 Uhr Gesetz gegen bestehende Lebensversicherungsverträge!

    Klammheimlich hat die zufällig anwesende Mehrheit des Bundestages in der letzten Woche, versteckt in den Gesetzesvorlagen zu SEPA (auch ein zweifelhaftes Werk)
    so nebenbei eine Änderung des Versicherungsvertragsgesetzes mitbeschlossen, wodurch die Inhaber bestehender Lebensversicherungsverträge schon ab 21.12.2012 bei Ablauf oder Kündigung gegenüber ihrem Versicherer schlechter gestellt sind als nach bisheriger Rechtslage.

    Vertrauensschutz?
    Rückwirkende Änderung?

    Alles kein Thema.

    Warnung!

    Läuft Ihr Vertrag 2013 oder 2014 aus, oder haben Sie vor, ihn in Kürze zu kündigen, kann Ihnen viel Geld verloren gehen.

    Lesen Sie unbedingt den hier verlinkten Artikel und fragen Sie dann bei
    Ihrem Versicherungsunternehmen nach.

    Es eilt!

    Die alten, im Einzelfall günstigeren gesetzlichen Regelungen gelten nur bei Kündigung bis zum 21. Dezember 2012!

    Und die Versicherung ist nicht verpflichtet, Sie von sich aus zu informieren!

    Wer regiert uns da eigentlich?


    12. November 2012

    21.00 Uhr Wie im Panoptikum 

    Einen Tag nach dem Auftakt der närrischen Zeit kommen die absonderlichsten "Nachrichten" auf den Tisch:

    Grüne

    Die Grünen haben ihr Bundestagswahlkampfteam urgewählt. Es gab folgende mögliche Ergebnisse:

    Göring-Eckardt + Roth
    Göring-Eckardt + Künast
    Göring-Eckardt + Trittin
    Künast + Roth
    Künast + Trittin
    Roth + Trittin

    Eines davon ist nun zustande gekommen. Die Medien fürchteten, der Paradiesvogel
    Roth könnte ihnen abhanden kommen und atmeten auf, als klar war, dass die für den Parteivorstand noch einmal kandidieren wird.

    Und dann pfeift Sigmar Gabriel ängstlich im Walde und wirft den Grünen dabei gleich ein "doppeltes Spiel" vor, würden sich also nicht nur zur SPD hin ausrichten, sondern auch auf schwarz-grün spekulieren, und den Grünen fällt nichts Besseres ein, als artig zu dementieren.

    Selbst gerade aus der Koalition mit den Schwarzen raus und auf dem besten Wege, wieder eine große Koalition zu etablieren, aber den Grünen vorwerfen, sie würden mit CDU/CSU liebäugeln, das ist schon ein Hammer, in einem Land in dem es stets heißt, alle "demokratischen'" Parteien müssen immer in der Lage sein miteinander zu koalieren ...

    Und die Grünen beteuern dann ihre Umschuld.

    Israel

    schießt scharf zurück. Nach Syrien. Die Türkei tut Vergleichbares von der anderen Seite her. Weil jeder Staat das Recht hat, seine Grenzen und seine Bürger zu verteidigen und vor fremdem Waffeneinsatz zu schützen. Und falls die Zündelei zum Brand auswachsen sollte?

    Dann stehen Türkei und Israel da - und beteuern ihre Unschuld.


    Griechenland

    Das fiskalische Dreigestirn, Prinz EU, Bauer IWF und Ex-Jungfrau EZB haben einen Bericht. Und die nächsten 31,5 Milliarden werden immer noch nicht ausgezahlt. Die Stimmung in Griechenland treibt nach der Verabschiedung des jüngsten Sparpakets weiter in Richtung Revolution, immer deutlicher wird die pure Zerstörungswut der Geldnichtgeber und immer unverständlicher wird das Ausharren Griechenlands in der Euro-Hölle.

    Rest-Europa steht schweigend daneben und wäscht sich die Hände in Unschuld.

     

    Portugal

    Auf der Straße rufen sie: "Merkel raus!"

    Doch Angela wäscht sich weiter die Hände in Unschuld.


    USA und Ölpreis

    Husarenritt der Langzeitprognostiker. Die USA werden Öl- und Gas-Selbstversorger, entlasten damit die restliche Welt, 2035 werden die Amis keine fossilen Energieträger mehr importieren. Dennoch wird sich der Ölpreis bis 2035 verdoppeln, und zwar auf 215 Dollar je Barrel, inflationsbereinigt sind das allerdings nur 125 Dollar, denn auch die Inflation kann man ja mühelos über die nächsten 23 Jahre vorhersagen.

    Doch damit nicht genug, damit die Ölnachfrage den Preis treiben kann, muss sich auch die Zahl der Pkws bis 2035 verdoppeln und der Lkw-Verkehr wird auch zunehmen.

    Und noch was Spannendes: Die Fördermittel für erneuerbare Energien werden im Jahr 2035 bei exakt 240 Milliarden Dollar liegen - und bis dahin werden dafür 4,8 Billionen Dollar als Subventionen in den Ausbau fließen.

    Und wenn das alles ganz anders kommt, dann beteuern sie, dass das niemand vorhersehen könnte und waschen ihre Hände in Unschuld.

    Ossis

    sind rechtsextremer als Wessis. Das besagt eine Studie der Uni Leipzig. 16% der Ossis hätten ein "geschlossenes rechtsextremes Weltbild". Dass die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung als Auftraggeber auftritt, weckt allerdings schon den Verdacht, dass da auch ein uraltes Feindbild gepflegt wird. Immerhin wird auch
    die Erkenntnis transportiert, dass die wirtschaftliche Situation der Region und die darin eingebettete eigene soziale Lage einen größeren Einfluss auf den Wunsch nach dem "starken Mann" habe, alles so ziemlich alles andere.

    Gut, das können Menschen mit einem kleinen bisschen geschichtlichen Vorwissens
    aus der Entwicklung in Deutschland von 1918 bis 1933 ohne Mühe auch herauslesen.

    Doch diejenigen, die Deutschland zum Niedriglohnsektor umfunktionierten und weiter umfunktionieren, stehen lächelnd daneben und waschen sich die Hände in Unschuld.

     

    Strom

    Strom muss teurer werden. Und weil Strom, trotz aller Wechsel-Angebots-Augenwischereien in Deutschland von einem Oligopol erzeugt und "verteilt" wird, und weil die Regierung auch beim Strompreis kräftig mitmischt und die Kosten - ohne den geringsten Hauch des Mitleids - auf den kleinen privaten Haushalten abladen lässt, statt die Angemessenheit der Gewinne der Stromkonzerne abzuklopfen, darf alleine E.On im laufenden und im nächsten Jahr über 4 Milliarden Euro Gewinn einfahren.

    Das waren einst Unternehmen im Staatsbesitz, die mit Massenentlassungen auf der einen und Preiserhöhungen auf der anderen Seite nun ihren Reibach machen.

    Doch die Privatisierer haben daraus nichts gelernt und verscherbeln weiter Staatsvermögen und wenn es dann für die Bevölkerung teuer wird, dann faseln sie vom Markt, der alles besser macht, und waschen ihre Hände in Unschuld.

    Fußball

    Leibesvisitation der Besucher vor dem Spiel. Warum denn nicht? Die Bayern haben stichprobenweise und noch recht harmlos den ersten Schritt dazu getan. Und es war ein Erfolg. Also wird man das erst auf die ganze Bundesliga ausdehnen, und dann auf jedes größere öffentliche Ereignis und am Ende (ich schätze: 2035, wenn die USA kein Öl mehr importieren) wird auch jeder Besucher einer Dorfkirmes erst durch den Nacktscanner müssen, bevor er die traditionelle Wirtshausschlägerei vom Zaum brechen darf.

    Und die Schützer der Grundrechte sagen: Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten, und waschen ihre Allmachtsfantasien in Unschuld.

     


    11. November 2012

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    Wolfgangs Bild vom Sonntag

     

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    Manuelas Bild vom Sonntag

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    9. November 2012

    10.10 Uhr Der FAST ausgeglichene Haushalt 

    Vor gut einer Woche noch, überraschte Wolfgang Schäuble mit der Ankündigung, schon für 2013 einen fast ausgeglichenen Haushalt vorlegen zu können.

    Nun liegt er vor, der Bundeshaushalt, mit einer geplanten

    Neuverschuldung von 17,1 Milliarden Euro.

    Doch das ist ja längst nicht alles, was am ausgeglichenen Haushalt fehlt, um die Neuverschuldung nicht viel höher ausfallen zu lassen, muss der Bund weiter fleißig Tafelsilber verscherbeln. Volksvermögen verkaufen. Privatisieren, unter Inkaufnahme aller längst offensichtlichen negativen Folgen von Privatisierungen.

    Um 24,29 Milliarden will Schäuble Deutschland ärmer machen, um statt 41,4 Milliarden Neuverschuldung nur 17,1 Milliarden ausweisen zu müssen.

    Es fehlen zum ausgeglichenen Haushalt über 40 Milliarden Euro.

    302 Milliarden sind als Ausgaben verplant, als reguläre Einnahmen, ohne Privatisierungserlöse, sind demnach nur 260 Milliarden Euro eingestellt.

    Und beim schnellen Überfliegen der Übersichtsseiten des Haushaltsgesetzes konnte ich nur 5,7 Milliarden Euro finden, die in Richtung "Sondervermögen" ausgegeben werden sollen. Dort hätte ich mit Zahlen gerechnet, die vorsorglich als zu erwartende Ausgaben für die weitere Euro-Rettung eingestellt wurden.

    Ich werde mit mehr Zeit weiter in dem umfangreichen Werk nach der Risiko-Vorsorge für das Abenteuer Euro-Rettung suchen. Fürchte jedoch, dazu nichts zu finden. Und wenn sich das als wahr herausstellt, dann ist der ganze Haushalt auf Sand gebaut.

    (Nachtrag: Habe im Finanzministerium über das Kontaktformular nachgefragt. Bin gespannt ...)


    8. November 2012

    18.45 Uhr Stimmt, es ist Donnerstag

    Der heutige Paukenschlag stammt aus der Feder von Manuela Engl, die als Pädagogin weit näher an der Thematik ist als ich.

    Ihr Aufsatz über die Legasthenie, die so genannte "Schreib- und Leseschwäche"
    behandelt kein exotisches Thema, sondern ein Problem, das uns alle angeht.

    Aus einem anfangs selten beobachteten Phänomen ist inzwischen ein regelrechter Hype geworden. Gerade in diesen Tagen ist eine neue Kampagne losgetreten worden, die mit der zweifelhaften Preisverleihung an die Uni Würzburg, für ihr vorbildlich legastheniker-freundliches Wesen, ihren Auftakt hatte.

    Lesen Sie hier, was die Vertreter vielfältiger Interessen anzetteln - und was sie nicht wahrhaben wollen:

     

    14.45 Uhr Exporte im Sturzflug

    Reuters meldet: Die Euro-Krise ist bei den deutschen Exporteuren angekommen: Ihr Umsatz ging im September wegen der schwachen Nachfrage aus der Währungsunion so stark zurück wie seit dem Krisenjahr 2009 nicht mehr.

    Und liest man weiter, dann findet man heraus, dass die Exporte lediglich um 3.4% zurückgegangen sind, im Vergleich zum Vorjahresmonat.

    Das klingt so wenig - und doch ist es dramatisch.

    Dramatisch für die Gewinnsituation der betroffenen Unternehmen. Denn mit einem Umsatzrückgang von 3,4% ist für viele Unternehmen das Umkippen von der Gewinn- in die Verlustzone zu erwarten. Bei 3,4% Umsatzrückgang fällt ja der Gewinn nicht ebenfalls nur um 3,4%.

    Deutsche Unternehmen sind in der Regel kapitalintensiv und mit geringer Eigenkapitaldecke ausgestattet. Daraus entstehen fixe Kostenblöcke, die vollkommen unabhängig vom erreichten Umsatz anfallen. Gleiches gilt für Raumkosten, für weite Teile des Werbeaufwandes, ja selbst die Personalkosten können nicht so einfach an die Auftragsanlage angepasst werden.

    Es kommt also darauf an, dass die vorhandenen Kapazitäten zu einem hohen Prozentsatz ausgelastet sind, um überhaupt den Punkt zu erreichen, an dem alle fixen Kosten und alle auftragsabhängig anfallenden Kosten (Material, z.B.) bezahlt werden können. Und erst wenn diese Auslastungsschwelle überschritten ist, gelangt das Unternehmen überhaupt in die Gewinnzone.

    Und die wiederum ist schmaler als man glaubt. Wenn Unternehmen Kapitalrenditen von 8, 10 oder gar 15 Prozent ausweisen, dann sagt das ja noch lange nichts, über die Umsatzrendite. Das Eigenkapital ist in der Regel viel kleiner als der Umsatz!

    Ein einfaches Rechenbeispiel:

    Bei einem Eigenkapital von 10 Millionen, einem Umsatz von 100 Millionen und einem Gewinn von 1 Million, beträgt die Eigenkapitalrendite 10%, die Umsatzrendite aber nur 1%.

    Liegen die Fixkosten und variable Kosten bei je 50% der Gesamtkosten, dann steht da ein unverrückbarer Fixkostenblock von 49,5 Millionen. Geht der Umsatz um 3,4% zurück, verändern sich nur die variablen kosten, die betragen dann statt 49,5 Millionen nur noch 47,8 Millionen. Insgesamt fallen also Kosten in Höhe von 97,3 Millionen an. Umgesetzt werden allderdings nur noch 96,6 Millionen.

    Und schon steht da statt eines Gewinns von 1 Million ein Verlust von 700.000 €
    in den Büchern.

    Und das heißt fast zwingend: Stellenabbau - und der ist ja auch schon wieder in vollem Gange.

     


    12.30 Uhr Stellenabbau

    Innerhalb der letzten Tage trafen Meldungen über bevorstehenden Abbau von 24.803 Arbeitsplätzen in Deutschland ein. Mit den November-Schockern von Commerzbank und Hypo-Vereinsbank, dem Stadtstaat Hamburg und dem Bundesland Sachsen-Anhalt, vor allem aber mit dem neuen Siemens-Sparplan, kamen so innerhalb von drei Tagen mehr als 10% der nun seit 80 Tagen wieder erfassten
    Stellenstreichungen zusammen.

    Und Mario-Draghi sagt: Die Krise hat auch Deutschland erreicht.


    7. November 2012

    22.46 Uhr Wie geht es uns doch gut - So wenig Hartz-IVer wie nie zuvor

    Das Statistische Bundesamt hat per Pressemitteilung Zahlen veröffentlicht, die zu lauten Jubelrufen in der Presse geführt haben.

    Der Stern schreibt:

    "Der Anteil der Empfänger von staatlichen Sozialleistungen ist im vergangenen Jahr auf den tiefsten Stand seit Beginn der Statistik gesunken."

    Und die BZ überschreibt die Wiedergabe der Pressemitteilung gar mit:

    "Sozialleistungen: Immer weniger Bedürftige"

    Was in den Artikeln der Presse nicht vorkommt, weil es auch in der Pressemitteilung nicht vorkommt, und weil keine Redaktion mehr ausreichend besetzt ist, um einem solchen Thema nachzurecherchieren, ist die Antwort auf die Frage:

    Wohin sind sie denn verschwunden, die Bedürftigen?

    Bei den Zahlen für Mecklenburg Vorpommern, die überall besonders hervorgehoben wurden, drängt sich eine Vermutung geradezu auf. Wenn ausgerechnet in McPomm die Zahl der Empfänger von staatlichen Sozialleistungen am stärksten gesunken ist, dann könnte das doch daran liegen, dass die sich schlicht vom Vorpommerschen Acker gemacht haben, dahin, wo es in Deutschland noch ein Plätzchen im Niedriglohnsektor zu ergattern gab.

    Ich weiß es nicht, aber ich könnte mir es vorstellen.

    Man erfährt ja auch nicht, wie sich der "demografische Faktor" auswirkt. Könnte ja sein, dass mehr Bezieher von Sozialleistungen verstorben sind, als neue auf die Welt kamen.

    Gestorben sind in den 5 Jahren 4.237.234 Personen. Geboren wurden nur 3.373.134. Unterschied: 864.100.

    Könnte auch sein, dass viele Bezieher von Sozialleistungen, die aus einem vorangegangenen Berufsleben mit Rentenansprüchen gesegnet sind, die ihnen auch bei Frühverrentung unter Berücksichtigung sämtlicher Abschläge noch eine Rente sichern, die oberhalb der Grundsicherung liegt, schlicht aus dem Hartz-IV-Bezug in den Rentenbezug gewechselt sind.

    Gerhard Schröder hatte sich ja davon überzeugen lassen, dass alleine der demografische Wandel ausreichen würde, die Arbeitslosenzahlen zu halbieren, so wie er es seinerzeit dann auch versprochen hat. Da war ja was dran. Das wirkt ja immer noch.

    65 Jahre und älter waren 2006 16.299.300 Personen, 2011 waren es 16.880.600.
    Unterschied: 581.300

     

    Wie auch immer.

    Sich zu freuen, dass die Bezieher von Sozialleistungen, gemessen an der Gesamtbevölkerung einen geringeren Anteil haben als noch vor fünf Jahren, ist sicherlich gut und richtig.

    Sich nicht darüber zu empören, dass immer noch über 7 Millionen Deutsche auf staatliche Sozialleistungen angewiesen sind, ist sicherlich kein Versäumnis, sondern das Verschließen der Augen vor dieser beschämenden Situation.

    Die Veränderungen der Zahlen nicht zu erläutern, sondern einfach Relationen in den Raum zu stellen, die nicht so recht zur "gefühlten" Wirklichkeit passen wollen, ist sicherlich keine Lüge, aber eben auch nicht die ganze Wahrheit.


    6. November 2012

    12.30 Uhr Schöne Bescherung - Betreuungsgeld

    Einen Monat vor dem Nikolaustag haben Bundesregierung und Opposition eine schöne Bescherung angerichtet. Das Betreuungsgeld wird, nach einem Kuhhandel in der Regierungskoalition, nun doch kommen - und Andrea Nahles will dagegen vor das Verfassungsgericht ziehen.

    Dass ich dafür bin, Familien mit Kindern, die ja inzwischen schon fast zur Seltenheit geworden sind, in einem Land, in dem das Kinder-Haben existenzbedrohend sein kann, zu unterstützen, habe ich oft genug betont.

    Dass ich der Überzeugung bin, dass Kleinkinder in der Familie besser aufgehoben sind als in hastig aus dem Boden gestampften Krippen und KiTas, daraus habe ich auch nie ein Hehl gemacht. Und ich bin alt genug, mich noch daran zu erinnern, wie "kapitalistische" Politiker sich ereiferten, wenn sie einen Blick über den Eisernen Zaun warfen und dort mit Entsetzen feststellten, dass Familien im Kommunismus auseinandergerissen wurden, nur damit die Kinder frühestmöglich der "kommunistischen" Indoktrination unterworfen werden und die Arbeitskraft der Frauen schon kurz nach der Geburt der Kinder wieder zur Erfüllung der 10-Jahres-Pläne eingesetzt werden kann.

    Daran erinnert sich natürlich heute keiner mehr gerne, zumal die "kapitalistische" Wissenschaft nun doch herausgefunden hat, dass es dem Wohl des Kindes dienlich sei, frühzeitig aus der Enge der Familie hinaus zu gelangen und von geschulten Pädagogen auf die Anforderungen des späteren Berufslebens vorbereitet zu werden.

    Außerdem haben die "kapitalistischen" Statistiker herausgefunden, dass die Bevölkerung schrumpft, und dass wir dabei alle Reserven mobilisieren müssen, dass es also auch jungen Müttern möglich sein soll, ihre Arbeitskraft in den Dienst von Aufschwung und Wachstum zu stellen, statt zuhause, ohne die notwendige Vorbildung, an der Erziehung ihrer Kinder herumexperimentieren zu müssen.

    Ja, da macht sich eine Sichtweise breit, die bereits die Kinder als die Human-Ressources der Zukunft betrachtet, die man nicht früh genug aufs Erwerbsleben hintrimmen kann, und in denen "die Mutter" auf die Rolle eines (leider noch) unverzichtbaren Produktionsmittels reduziert wird.

    Nicht genug, dass Kinder in den öffentlichen Grundschulen, ungeachtet ihrer individuellen Bedürfnisse, ihres Entwicklungsfortschritts und ihrer Entwicklungsgeschwindigkeit, ihrer unterschiedlichen Interessen und Neugierden vom ersten Schultag an über einen Kamm geschoren und frühestmöglich "sortiert" und "klassifiziert" werden, nun soll die Angst vor der schlechten Abiturnote nach dem Willen der meisten Volksvertreter im Bundestag auch schon bei den Eltern der Zwei- und Dreijährigen um sich greifen, damit sie ihre Kinder frühestmöglich außer Haus und damit die Verantwortung für ihre Kinder aus der Hand geben.

    Mütter und Väter müssen sich nach den vielen Debatten und Talkshows inzwischen absolut schlecht fühlen, sie sind, wenn man Andrea Nahles, die sich diesmal besonders weit aus dem Fenster lehnt, Glauben schenkt, bestenfalls "Zweite Wahl" für ihre eigenen Kinder und sollten dankbar sein, wenn ihnen bezahlte Fachkräfte gegen nicht eben niedrige Gebühren, neben der Tagesverwahrung des Nachwuchses auch die systematische, lernpädagogisch wertvolle Be-Spielung und Be-Bildung der Kinder abnehmen.

    Das macht frei, frei für die Selbstverwirklichung im Arbeitsmarkt, der, entgegen aller anderslautenden böswilligen Gerüchte, händeringend nach Frauen im gebärfähigen Alter sucht, diese mit hohen Löhnen und attraktiven Arbeitsbedingungen anlockt und auch in den Schul-, Kindergarten- und KiTa-Ferien vollstes Verständnis für Zuspätkommen oder gar ungeplante Urlaubswünsche zeigt. Und wenn auch nach Abzug aller Steuern, Sozialabgaben und der Gebühren für die Kinderverwahrung, nicht mehr Netto-vom-Brutto übrig bleibt als vorher, so bringt die Eingliederung in den Arbeitsprozess doch wenigstens das gute Gefühl mit sich, als nützliches Glied der Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zum volkswirtschaftlichen Wachstum geleistet zu haben. Und Jobs gibt es ja in Hülle und Fülle.

    Das Betreuungsgeld ist für viele Politiker wahrscheinlich deshalb ein rotes Tuch, weil sie die Verwendung nicht vorschreiben und kontrollieren können.

    Der freie Bürger, der selbst entscheidet, wie er die paar Euro einsetzt, um das Leben seiner Familie zu verbessern, ist der genaue Gegenentwurf zu dem - vom Staat zwar mit-, aber letztlich doch von den Eltern aus ihrem Einkommen finanzierten KiTa-Platz, mit dem nicht nur die Kontrolle über die Kinder, sondern eben weitgehend auch die Kontrolle über die Eltern gewonnen wird, indem die Mütter - über den Rechtsanspruch auf den KiTa-Platz und die elternfeindliche Propaganda gegen die Erziehung in der Familie -gezwungen werden, die notwendigen Mittel für die Fremderziehung durch Berufstätigkeit zu erwerben.

    Gäbe es solche Gedankengänge nicht, könnte man die Angelegenheit nämlich ganz ruhig und ideologiefrei betrachten und sich darüber freuen, dass die Koalition nun zu einer ganz vernünftigen Lösung gekommen ist.

    Wer seine Kinder in die Obhut von Tagesstätten geben will, aus welchen Gründen auch immer, soll - per Rechtsanspruch - auch die Gelegenheit dazu haben, und wer das nicht will, aus welchen Gründen auch immer, der soll - weil der den Staatszuschuss für die Kindertagesstätten nicht Anspruch nimmt, durch ein Betreuungsgeld dafür einen Ausgleich erhalten.

    Was an dieser Entscheidungsfreiheit für die Familien grundgesetzwidrig sein soll, werde ich nie verstehen, selbst wenn das Bundesverfassungsgericht Frau Nahles Recht geben sollte, was ich nicht hoffe.


    5. November 2012 

    4. November 2012

    Manuelas Bild vom Sonntag 

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    Wolfgangs Bild vom Sonntag

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    3. November 2012
    2. November 2012

    11.00 Uhr Gefährliche Banken

    Zu den gefährlichsten Banken auf dieser Welt gehört - auf Rang 4 - die Deutsche Bank. So steht es im Bericht des Finanzstabilitätsrates, der im Auftrag der G20-Staaten erstellt wurde.

    Folglich ist die Deutsche Bank systemrelevant und darf nicht zusammenbrechen, weil damit das Weltfinanzsystem in seinen Grundfesten erschüttert würde.

    Von der Deutschen Bank und den anderen hochgefährlichen Instituten wird nun die Aufstockung des Eigenkapitals gefordert - und die Vorlage eines Planes, wie sie im Falle der Pleite unschädlich entsorgt werden können.

    Erklärtes Ziel dieser Maßnahmen:

    ... verhindern, dass Banken auf Kosten der Steuerzahler gerettet werden müssen, damit das Finanzsystem nicht durch eine Kreditklemme oder andere Auswirkungen kollabiert.

    Dass ein bisschen mehr Eigenkapital hilfreich sein kann, den Zusammenbruch einer Bank zu erschweren, das ist durchaus noch verständlich. Doch was soll die Vorlage eines "Testaments"?

    Entweder, eine Bank ist systemrelevant, und im Falle ihres Unterganges ein Risiko für die Weltwirtschaft, dann hilft auch der schönste Plan nichts, oder sie ist es eben nicht und kann tatsächlich unschädlich entsorgt werden.

    Die Hoffnung, alleine die Pflicht, einen solchen Plan vorzulegen, könne dazu führen, das Risiko von Bankenpleiten zu minimieren, halte ich für unbegründet.

    Interessant ist auch die Sorge darum, das Finanzsystem könnte durch eine Kreditklemme implodieren.

    Eine Kreditklemme, die das Finanzsystem implodieren lässt, ist eine hochinteressante Vorstellung.

    Bisher hat das Finanzsystem per Kreditklemme die Realwirtschaft, und in den letzten Jahren ganze Staaten an den Rand des Ruins gebracht. Was ist das Verhalten der "Märkte" gegenüber Griechenland, Spanien, Italien anders als das forcierte Ansetzen der Kreditklemme?

    Aus dieser Kreditklemme hat sich das Finanzsystem Gewinne versprochen und sie zweifellos auch realisieren können, vor allem Dank der großzügigen Rettungsschirme, die dafür sorgten, dass auch die klammsten (abgeklemmtesten) Staaten immer noch die Forderungen der Gläubiger erfüllen konnten.

    Es steht also offenbar die Befürchtung im Raum, beim Ausfall eines sehr großen, international tätigen Instituts könnte die Kreditversorgung des Finanzsystems zusammenbrechen, das seine spekulativen Raubzüge ja durchaus auf Pump finanziert und die finanzierenden Institute dann über Zinszahlungen und Spekulationsgewinne an der Beute beteiligt.

    Das wäre dann doch allerdings ein Segen für die Weltwirtschaft. Wenn den Spekulanten das Geld ausgeht, hätte sich das größte Problem faktisch selbst eliminiert.

    Und wenn Draghi dann dafür sorgen würde, dass die Rettungsschirm-Billionen nicht an die Finanzsphäre adressiert werden, sondern an die Realwirtschaft, wir wären dem Ziel der optimalen Geldversorgung von Volkswirtschaften schon einen großen Schritt näher.

    So aber zielen die neuen Vorschriften für die systemrelevanten Banken offenbar darauf ab, das Finanzsystem, also "die Märkte", den Kapitalismus, am Leben zu halten und die Umverteilung von unten nach oben zu stabilisieren.


    Optimale Geldversorgung von Volkswirtschaften?

    Das ist eigentlich das Grundthema meiner "wahnwitzigen Wirtschaftslehre".
    Band II - Globale Konzepte - zeigt die Notwendigkeiten und die Möglichkeiten auf,
    Band III - Über das Geld - konkretisiert die Maßnahmen - und
    Band IV - Eigentum und Teilhabe - beleuchtet das Grundproblem

    Jetzt auch preiswert als E-Book erhältlich - und natürlich auch weiterhin in der klassischen Print-Ausgabe.


    1. November 2012 - Feiertag in Bayern

    14.30 Uhr Die Geldwäsche

    Ist es Ihnen auch schon aufgefallen? Das Thema Geldwäsche wird hochgespielt.

    Wie aus dem Nichts ist es aufgetaucht und zieht eine Spur durch die Medien.

    Und wer tritt als Geldwäsche-Experte auf, um in der BILD-Zeitung dazu
    Stellung zu nehmen?

    Prof. Schneider aus Linz. Ja, genau der.

    Der mit den Schwarzarbeitsmilliarden.

    Das reichte, um mir Gedanken zu machen, über diese Kampagne.
    Ich denke, es geht weder um die Kriminalität, aus der das Schwarzgeld entsteht, noch wirklich ums Schwarzgeld. Ich vermute, es geht ums Bargeld.

    Wie ich darauf komme, das finden Sie hier:

     


    31. Oktober 2012

    10.00 Uhr Es ist ein Aprilscherz

    Die nachstehende Meldung über den De-Qualifizierungslehrgang der VHS
    Osterode ist ein Aprilscherz. Ein Aprilscherz der VHS - und ich bin drauf
    reingefallen.

    Das bringt mich jetzt zum Grübeln. Ich halte einen derartigen Kurs also für
    möglich. Ich reg mich zwar noch drüber auf, halte es aber für möglich, dass
    so was in Deutschland tatsächlich angeboten und vielleicht sogar von den Job-Centern und Argen empfohlen wird.

    Bin ich zu leichtgläubig, oder passt dieser Aprilscherz einfach nur viel zu gut
    in die geistige Landschaft, um nicht sofort als Fake wahrgenommen zu werden?

    Wie geht es Ihnen dabei: mailto:ewk@egon-w-kreutzer.de?subject=Osterode

     

    09.15 Uhr Ad absurdum: De-Qualifizierung gegen Fachkräftemangel

    Wer keinen Job findet und vom Job-Center für würdig befunden wird, gegen den wird eine Qualifzierungsmaßnahme verhängt. Basisqualifikation für ein optimal effizientes Zurechtfinden in der Hartz-IV-Welt ist das Bewerbungstraining mit anschließendem unbezahlten Praktikum bei einer Übungsfirma.

    Wer das - samt mehrmaliger Wiederholdung - überstanden hat und trotz tausender Bewerbungen immer noch keinen Job hat, dem mangelt es womöglich am Gabelstaplerfahrerschein. Damit ist man dann wieder ein Stück weiter qualifiziert und kann auf die Umschulung zur Bürofachkraft hoffen. Als Bürofachkraft erfolgreich keinen Job zu finden führt die Leiter noch eine Stufe höher und es kann die Basisqualifikation für die Pflegeberufe erworben werden.

    So haben wir das jahrelang gehört und miterlebt - und dazu das große Jammern über die vielen Langzeitarbeitslosen, die nur deshalb Langzeitarbeitslos sind, weil sie aus den bildungsfernen Schichten stammen und sich als Geringqualifizierte auf einem Arbeitsmarkt anbieten, der händeringend nach dem Gegenteil sucht, nämlich nach den hochqualifizierten ausländischen Fachkräften, die es in Deutschland nicht gibt.

    Na klar, ausländische Fachkräfte kann es unter den deutschen Arbeitslosen nicht geben, die kann man nur im Ausland finden ...

    Und nun stellt sich mein Weltbild auf den Kopf.

    Aus der Erfahrung heraus, dass hochqualifizierte deutsche Fachkräfte keine Chance auf dem Arbeitsmarkt haben, solange ausschließlich nach ausländischen Fachkräften gesucht wird, hat die Volkshochschule Osterode eine bemerkenswerte Konsequenz gezogen:

    Wer als Akademiker jedweden Grades nicht nur auf Einstellungshürden stößt, wenn er sich als Dipl. Chemiker, als Mathematiker oder Controller mit Master-Abschluss bewirbt, sondern auch in anderen Berufen keinen Job findet - z. B. bei einer Bewerbung als Bauhelfer schlicht abgelehnt wird, dann kann er jetzt den Kurs
    "De-Qualifizierung für Akademiker" buchen. In 320 Unterrichtsstunden wird der Arbeitssuchende mit Hochschulabschluss dann lernen, ein baustellenspezifisches Vokabular zu verstehen und richtig anzuwenden, er wird sich in der Auswahl und dem Tragen angepasster Kleidung üben, und sein Verhalten so zu verändern lernen, dass selbst aus promovierten Geisteswissenschaftlern wieder "echte Männer" werden.

    Und weil es nicht nur "studierte" Männer gibt, ist der entsprechende Kurs für Frauen in Vorbereitung.

    Blüh im Glanze dieses Glückes!

     

    Die VHS weist aus gegebenem Anlass ausdrücklich darauf hin, dass es sich nicht um eine Maßnahme des Job-Centers handelt.

     
    Stimmen dazu:
     

     Lieber Herr Kreutzer,

    die Welt, im speziellen Deutschland, ist ver-rückt. Sie ist aus dem
    Normalzustand in einen eigenartig anderen Aggregatzustand versetzt
    worden, eben verrückt.
    Deswegen neige ich als selbsternannter Irrer und Wahnsinniger dazu, der
    permanent kopfschüttelnd durch die Weltgeschichte gondelt, mich als nun
    Normalen zu bezeichnen und die anderen ehemals Normalen als die Verrückten.
    Frei nach Orwell ist Krieg Frieden, Lüge Wahrheit und Wetter Klimawandel.
    In dem Sinne, wenn man bis zum Hals im Mist steckt, nicht den Kopf
    hängen lassen.
    Sonnige Grüße aus Düsseldorf und ein schönes langes Wochenende wünscht

    --
    Mit freundlichem Gruß
    Peter S.

     

    Wie es mir da geht?

    Wie es mir da geht, wenn ich so eine Meldung lese?

    Das kann ich dir schon sagen, lieber Wolfgang:
    Da dreht sich bei mir der Magen um,
    meine Pulsfrequenz erhöht sich – und es breitet sich
    in mir ein Gefühl von:

    Die-Welt-nicht-mehr-Verstehen aus.

    Ein Klick auf die Seite des KVHS-Zentrums eröffnete mir,
    dass doch glatt - sage und schreibe - 1.975 Personen
    über Facebook ihre Begeisterung über dieses
    haaresträubende Verbildungsprogramm zum Ausdruck gebracht haben.

    Es geht mir ähnlich wie dir:
    Da stellt sich mein Weltbild auf den Kopf.

    Was ging da nur in den Köpfen dieser Programm-Macher vor?

    Sonnige Grüße nach Elsendorf

    Manuela E.

     

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    wenn man das Amt und seine Handlungsweise kennengelernt hat, dann hält man
    nichts mehr für unmöglich und kann über so einen Scherz kaum noch lachen, weil
    der Scherz der Wahrheit näher liegt, als so manch ein Bürger in dieser Republik
    glauben mag.
    Nichts ist unmöglich...


    mit freundlichen Grüssen eckhard h.

     

    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    sie sind nicht alleine. Als ich das gelesen habe, hat sich bei mir erst gar kein Zweifel eingestellt, ob so etwas ein Scherz sein könnte. Ich habe es sofort für möglich gehalten und das macht mir schon Angst. So ver-rückt ist unsere Welt geworden.

    LG
    Marion Schuster

     


    30. Oktober 2012

    09.15 Uhr Bundeshaushalt 2013 - 2014 - 2015 - 2016 - 2017 ...

    Ist es nicht wunderbar, sich von einer Crew regiert wissen zu dürfen, die endlich die Staatsfinanzen in Ordnung bringen will?

    Wenn sie sich nur einig wären!

    Vor wenigen Tagen prahlte Wolfgang Schäuble damit, schon im nächsten Jahr, also 2013, einen "fast" ausgeglichenen Haushalt vorlegen und im Jahr darauf, also 2014, die Netto-Neuverschuldung auf NULL fahren zu können. Und der sollte es eigentlich wissen, denn immerhin ist er unser aller Finanzminister.

    Dann kam Philipp Rösler, der es so genau wie Schäuble nicht wissen kann, und wandelte Schäubles Prognose in eine Forderung der FDP um. 2014 muss die "Schwarze Null" erreicht werden.

    So weit so gut.

    Wäre da nicht auch noch die Richtlinienkompetenz der Regierungschefin. Die hält einen ausgeglichenen Haushalt in den Fiskaljahren 2015/2016 für möglich, falls (!) bis dahin die Euro-Krise überwunden sei.

    Der letzte ausgeglichene Haushalt wurde übrigens im Sommer 2007 von Peer Steinbrück versprochen - und zwar für 2011. Das hat nicht sollen sein.

    Davor hatte Hans Eichel, der Sparfuchs, einen ausgeglichen Haushalt angestrebt und die vielen Milliarden Erlöse aus der Versteigerung der UMTS-Lizenzen voll zur Schuldentilgung eingesetzt - geschafft hat er es trotzdem nicht.

     

    Und heute?

    Heute beraten Merkel und Schäuble Woche für Woche über neue milliardenschwere Lasten für den deutschen Staatshaushalt, die zur Rettung des Euro alternativlos aufgewendet werden müssen - und träumen zugleich vom ausgeglichenen Haushalt.

    Kann es sein, dass bald wieder Wahlen anstehen?


    29. Oktober 2012

    13.00 Uhr Kampf der Giganten. Bertelsmann gegen Amazon

    Die beabsichtigte Fusion von Bertelsmanns Buchsparte "Random House"
    mit dem britischen Verlag "Penguin" wird den weltgrößten Buchverlag hervorbringen.
    Noch steht die Frage offen, ob die Kartellbehörden dem zustimmen werden, doch das Argument der Vereinigungswilligen, nur so könne man der Marktmacht "Amazon" noch Paroli bieten, ist ein starkes Argument und zudem zutreffend.

    Worüber meines Wissens noch nicht öffentlich gesprochen wird, was aber wohl eigentlicher Anlass und zwangsläufige Folge der Fusion ist: Der neue Großverlag wird mit aller Macht versuchen, einen eigenen, gigantischen Online-Buchhandel aufzuziehen.

    Das aus dem Stand zu schaffen, ist eine Herkulesaufgabe und wird nicht nur Milliarden verschlingen, sondern braucht auch eine so breite Basis eigener Titel, dass der umworbene Kunde in jedem Genré ein ähnlich umfassendes Angebot vorfinden wird, wie bei Amazon. Dazu muss zwangsläufig ein vollständiges Versandhandelsangebot kommen, wie es Amazon seit Jahren ausgebaut und perfektioniert hat.

    Die neue Konkurrenz alleine würde Amazon nicht fürchten, fürchten muss Amazon allerdings darum, künftig vom neuen Konkurrenten keinen einzigen Titel mehr verkaufen zu können und damit für seine bisherigen Kunden an Attraktivität zu verlieren.

    Es kommt also Bewegung in den Buchmarkt, dessen Wettbewerbssituation für einige Jahre stetig in die gleiche Richtung wies: Rückgang der Umsätze des örtlichen Buchhandels mit entsprechendem Ladensterben, Fortsetzung der Konzentration durch Ausdehnung der großen Buchhandelsketten (Thalia, Hugendubel, etc.) bei gleichzeitiger verstärkter Verbetriebswirtschaftung des Literaturbetriebs - und zunehmende Verschiebung der Marktanteile in Richtung Online-Handel, wobei die Verlage selbst davon am wenigsten betroffen waren. Für sie war es bisher relativ gleichgültig, an wen sie lieferten, Hauptsache, sie konnten liefern.

    Die wird sich jetzt ändern. Beide Online-Riesen werden mit Macht versuchen, die Verlage unter sich aufzuteilen. Was bei Bertelsmann-Penguin zu haben ist, wird Amazon nicht mehr anbieten können - und was bei Amazon zu haben ist, wird man bei Bertelsmann-Penguin vergeblich suchen.

    Der Buchgroßhandel wird stark in Mitleidenschaft gezogen werden und vermutlich nach und nach aufgekauft, denn die dort vorhandenen Logistik-Strukturen sind auch für den Online-Handel hochinteressant und könnten als Ersatz für die bisher genutzten Zustelldienste in die eigene Wertschöpfungskette integriert werden.

    Mit der Schwächung der so genannten Sortimenter wird jedoch auch der kleine Buchhändler um die Ecke weiter in die Enge getrieben, auch er wird nicht mehr so einfach wie heute jeden gewünschten Titel über seinen Großhändler beziehen können, was entweder erhöhten administrativen Aufwand erfordert, also die Kosten- und Ertragssituation negativ beeinflusst, oder ihn mehr oder weniger zum Auslieferungslager für einen der beiden Riesen machen wird.

    Der nun begonnene Kampf des künftig weltgrößten Verlagshauses gegen den Online-Buchhandels-Branchenprimus wird also im Ergebnis nicht mehr Wettbewerb auf dem Buchmarkt hervorbringen, sondern unter Verlust der klassischen Buchvertriebswege in ein Oligopol münden, das künftig sowohl darüber bestimmt, welche Bücher überhaupt produziert werden - und zu welchen Preisen sie an den Leser abgegeben werden.

    Und beide werden sich darum bemühen, das Massengeschäft an sich zu ziehen, und damit mit der gleichen Qualität des Angebots nach Kunden angeln, wie es die privaten Fernsehsender vorgemacht haben. Und Bertelsmann hat da mit seiner RTL-Group hinreichend Erfahrungen, was den breiten Publikumsgeschmack betrifft.

     


    28. Oktober 2012

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

     

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    Manuelas Bilder vom Sonntag

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    27. Oktober 2012
    26. Oktober 2012

    10.00 Uhr Blühender Blödsinn

    Ein vielfach missverstandener Paukenschlag, den ich da am Donnerstag veröffentlicht habe. Es geht darin darum, welchen Sinn ein Gesetz zur Stärkung der Mieterrechte macht, wenn es nichts anderes zum Inhalt hat, als das Verbot, vom Mieter eine Maklergebühr zu verlangen.

    Ich meine, damit ist den Mietern überhaupt nicht geholfen, eher im Gegenteil. Ich meine, dass es sich um eine billige Augenwischerei handelt, die zwar sozial klingt- aber letztlich nur ein blühender Blödsinn ist.

    Aber offensichtlich hat die Masche Erfolg. Auf Makler muss man eindreschen. Damit gewinnt man Stimmen und braucht sich um die wirkliche Verbesserung der Situation auf dem Mietmarkt nicht mehr zu kümmern.

    Dazu jetzt einen lehrreichen Witz:

    Die Maus auf dem Bauernhof wird von der Katze gejagt, husch - und die Maus ist im Kuhstall, atmet erleichtert auf, als über ihr die Kuh einen fetten Fladen fallen lässt und sie damit für die Katze unsichtbar macht. Doch der Fladen war nicht groß genug, der immer noch aufgeregt zitternde Mäuseschwanz guckt noch heraus, die Katze entdeckt das - und dann war es um die Maus geschehen.

    Moral:

    Nicht jeder, der dich bescheißt, ist dein Feind.
    Nicht jeder, der dich aus der Scheiße zieht, ist dein Freund.

    Und:

    Wenn du schon in der Scheiße steckst, dann zieh wenigstens den Schwanz ein.


    25. Oktober 


    24. Oktober 2012

    17.15 Uhr Draghi, der Unumkehrbare

    Es fällt mir ganz leicht, ruhig und gelassen zu bleiben. Der Chef der EZB erläutert in einer gemeinsamen Sitzung von Haushalts-, Finanz- und Europa-Ausschuss des Deutschen Bundestages seine Geldpolitik.

    Die WELT zitiert aus seinem Redemanuskript:

    "Für jeden Euro, den wir zuführen, werden wir einen Euro entziehen."

    Wie er das machen will, sagt er nicht.

    "Unserer Einschätzung nach stellen die derzeit in einigen Euro-Ländern fallenden Preise das größere Risiko für die Preisstabilität dar."

    Die Ursachen der fallenden Preise benennt er nicht.

    Die unbegrenzten Ankäufe von Staatsanleihen sind

    "unumgänglich, damit wir auch in Zukunft Preisstabilität gewährleisten können."

    Die Begründung dafür bleibt die WELT beim Zitieren aus dem Redemanuskript schuldig.

    Womöglich hat es aber auch gar keine gegeben.


    Ruhig und gelassen bleibe ich, weil Draghi sich in diesen drei Kernaussagen selbst so offensichtlich widerspricht, dass kaum noch ein Zweifel daran bestehen kann, dass hier erneut eine mit heißer Nadel zusammengestrickte Begründung für die Staatsfinanzierung per Notenpresse vorgetragen wurde, die keinem anderen Zweck dient, als die durch kritische Fragen aufgerissenen Löcher durch mächtige Luftblasen zu stopfen.

    Wenn in einigen Euro-Ländern "die Preise" sinken, noch völlig dahingestellt wofür, dann ist das ein Zeichen dafür, dass das Angebot größer ist als die Nachfrage.

    Sieht man in den gleichen Ländern zugleich steigenden Arbeitslosigkeit und Unternehmensinsolvenzen, kann angenommen werden, dass die Nachfrageschwäche
    daher rührt, dass zu wenig Liquidität im Markt ist.

    Dieser Zustand wird gemeinhin als Deflation bezeichnet.

    Und in dieser Deflation sieht Draghi nun "das größere Risiko" für die Preisstabilität.

    Also sollte er, als Zentralbankchef - und damit zuständig für die Preisstabilität - doch dafür sorgen, dass die Geldmenge wächst. Das hat die EZB mit einer nun schon lange anhaltenden Niedrigstzinspolitik versucht und ist damit, auch nach Draghis eigener Einschätzung, gescheitert. So, wie auch die Japaner damit gescheitert sind...

    Wenn er nun zusichert, jeden zusätzlichen Euro, der aus dem Ankauf von Staatsanleihen in den Markt kommt, unmittelbar wieder einzuziehen, dann ist - nach Draghis eigener Logik - die ganze Staatsanleihenankauf-Aktion nicht geeignet, Preisstabilität herzustellen oder zu erhalten.

    Genau das aber behauptet er: Anleihen kaufen, um die Preisstabilität zu wahren.

    "Ein Schmarrn", wie der Bajuware sagt.

    Ich kann mich also beruhigt zurücklehnen und brauche meine Schlussfolgerungen nicht zu revidieren.

    Die EZB wird Staatsanleihen aufkaufen, um die Großanleger vor Vermögensverlusten zu schützen. Die EZB wird Staatsanleihen zudem aufkaufen, um die Aktiva der Banken, die noch Schrottanleihen in den Büchern haben, zu schönen. Das kann zwar nicht unbegrenzt geschehen, denn die Menge der Staatsanleihen ist endlich, doch so lange, bis sich alle faulen Papiere bei der EZB gesammelt haben, will Draghi offenbar durchhalten.

    Dann kann sich die Druckerpresse wieder ein bisschen abkühlen. Die neu geschaffene Liquidität ist aus dem Sack und sucht nach Anlagemöglichkeiten.

    Die will Draghi nun wieder einfangen.
    Was will er verkaufen? Womit will er die Liquidität wieder einfangen?

    Die Staatsanleihen nimmt keiner mehr. Da sind ja alle froh, sie dank des Anleihen-Aufkauf-Programmes verlustfrei losgeworden zu sein.

    Und sonst hat die EZB ja nichts anzubieten. Euro-Bonds? Wo ist der Unterschied?

    Also müsste er die Mindestreservesätze drastisch anheben, um Liquidität aus dem Markt zu nehmen, und vermutlich auch die Zinsen erhöhen, womit er aber schon wieder die Banken in höchste Schwierigkeiten brächte. Geht also nicht.

    Bleibt noch ein genialer Schachzug übrig, nämlich:

    Die EZB in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln und das Gesamtpaket für einen symbolischen Euro an Goldman Sachs zu verkaufen.

    Sagen Sie nicht, das sei Irrsinn. Erstens sind seit der Einführung des Euro schon genug unglaubliche Dinge geschehen, und zweitens wäre das die Lösung:

    • Draghi dürfte sicherlich EZB-Präsident bleiben.
    • Die Rating-Agenturen würden die EZB sofort massiv hochstufen, sodass Goldman-Sachs aus dem einen Euro im Laufe weniger Monate wieder
      Billionen machen könnte.
    • Damit wäre die Liquidität tatsächlich wieder vom Markt - und die Inflationsgefahr gebannt.
    • Die EZB AG könnte ohne politische Rücksichtnahmen verlangen, dass alle
      Krisenstaaten ihrem Schuldendienst nachkommen - und sie im Zweifelsfall in die Zahlungsunfähigkeit treiben, was diese nur durch die Neuinstallation einer eigenen Weichwährung kompensieren könnten - und müssten.
    • Nach ein, zwei Jahren bliebe dann die Bundesrepublik Deutschland als einziges Euro-Land übrig und befände sich damit quasi im Alleinbesitz von Goldman Sachs.

    O.k., o.k., das wird so sicherlich nicht geschehen, da ist die Fantasie mit mir durchgegangen.
     
    Also bleibt als realistische Variante nur die übrig, die da heißt:
     
    Die zu erwartende, immense zusätzliche Liquidität wird, da sie eben von der EZB nicht wieder eingefangen werden kann, eines nicht allzufernen Tages die Staumauern durchbrechen und die Realwirtschaft als Hyperinflation überschwemmen.
     
    Danach gibt es eine Währungsreform - und der nächste lange Zyklus kann beginnen.
     
    Die es wissen, weil sie es so haben wollen, tun nichts dagegen, und die es wissen und es verhindern wollen, können nichts dagegen tun. Nicht einmal der Präsident der Deutschen Bundesbank kommt dagegen an.
    Und diejenigen, die es nicht wissen, weil sie ganz andere Sorgen haben, werden bei der Bundestagswahl, und bei der möglicherweise gleichzeitig stattfindenden Volksabstimmung über weiteren Souveränitätsverzicht Deutschlands zu Gunsten der europäischen Finanzdiktatur brav ihr Kreuz dahin machen, wo sie es schon immer hin gemacht haben.
     
    Warum also aufregen?

     

     

    14.45 Uhr Deutsche Unternehmen wollen 180.000 neue Jobs schaffen 

    Da wächst die WELT über sich hinaus - und schreibt im schönsten BILD-Jargon:

    "Die deutsche Wirtschaft will einem Zeitungsbericht zufolge im kommenden Jahr massenhaft Arbeitsplätze schaffen."

    Massenhaft!

    Das, was da bei einer Umfrage der DIHK herausgekommen ist, nämlich dass die Unternehmen im nächsten Jahr 180.000 neue Stellen schaffen wollen, klingt wie ein ängstliches Pfeifen im nächtlichen Wald.

    • Ob die Jobs geschaffen werden, die jetzt (optimistisch) in der Umfrage zu Protokoll gegeben werden, steht in den Sternen.
    • 180.000 neue Jobs, selbst wenn sie geschaffen würden, entsprechen gerade einmal 6 Prozent der gezählten Arbeitslosen und weniger als 3 Prozent der tatsächlichen Arbeitslosenzahl.

      und
    • In den letzten 65 Tagen wurde in Deutschland die Vernichtung von knapp 190.000 Arbeitsplätzen angekündigt oder vollzogen.
      Da sind die für das Gesamtjahr 2013 prognostizierten180.000 neuen Jobs nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein - und das heißt dann "massenhaft".
    Ja, das nannte man früher "Propaganda" - und es gab ein eigenes Ministerium dafür. Heute erfüllt die "freie Presse" diese Aufgabe ganz von alleine.
     
     
     
    Ein kleiner Ausflug in die Welt der aufregenden Ferienabenteuer gelingt mit Mathias Meyer-Langenhoffs neuem Buch "Olli und die Hundefänger-Bande".
     
     

    Es ist gerade gestern frisch erschienen
    und wird - wie schon "Die Hexe von
    Ameland" viele Jungen und Mädchen
    begeistern.

     

    mehr


    23. Oktober 2012

    12.00 Uhr Wachstum in Armut 

    Die Thematik wäre geeignet, einen ganzen Paukenschlag zu füllen, doch es geht auch kurz:

    20% der deutschen Bevölkerung sind nach den jüngsten Erhebungen von Armut betroffen oder von Armut bedroht. Es gelten die Kriterien der EU - und solange es
    keine anderen gibt, sollten die beachtet werden, auch wenn die Zyniker schon wieder von der "Armut auf hohem Niveau" salbadern.

    Vor ein paar Tagen sah ich einige Diagramme der Hans-Böckler-Stiftung über die Entwicklung der Real-Löhne in Europa. Natürlich werden auch hier die Zyniker das Maul aufreißen und erklären, von einer der SPD nahestehenden, ja eher schon sozialistischen Quelle ließe sich ja kaum etwas anderes erwarten. Doch zeigen diese schlichten Balkendiagramme ganz eindeutig, welche Spuren die Agenda-Politik Schröders und seiner Nachfolgerin in der deutschen Einkommenslandschaft hinterlassen haben.

    Hier nur eines der Bilder, das aber genau das ausdrückt, was ich mit der Überschrift zu diesem Kommentar schon angerissen habe: Wachstum in Armut!

    Und nun werden Krokodilstränen vergossen, ob der "alarmierenden" Ergebnisse.
    Was soll denn herauskommen, wenn man alle Kraft daran setzt, den Niedriglohnsektor in Deutschland auszudehnen und mit allen gesetzlichen Mitteln so auszugestalten, dass er sich wie ein Krebsgeschwür von unten her zügig bis weit in den "Mittelstandsbauch" durchfrisst?
     
    Es hat doch funktioniert. Die deutsche Wirtschaft wächst mit der Armut, durch die Armut und Dank der Armut. Die deutsche Wirtschaft wächst, weil Armutslöhne zu Reichtumseinkommen führen, weil das Interesse von Aktionären eben auf Dividenden und Börsenkursentwicklung gerichtet ist - und die Vorstände alles tun müssen, um beides hoch zu halten.
    Dass das Geld, das da als "Gewinn" sprudelt, nicht als göttlicher Segen vom Himmel fällt, sondern nur durch Lohndrückerei und Preistreiberei eingesammelt werden kann,
    spielt dabei keine Rolle.
     
    Der Niedriglohnsektor ist die als gute Fee verkleidete böse Schwester der teuflischen Hure Sklaverei, er ist die Implementierung von Kolonialstrukturen im Homeland der Ausbeuter - und dass "WIR" vom "EXPORT" leben und unseren Exportüberschuss immer weiter ausbauen müssen, ist eine schöne Lüge. Vom Exportüberschuss werden wenige reich - und viele müssen dafür Armut in Kauf nehmen und von dem leben, was sie für ihren mickrigen Lohn bei den Tafeln erstehen können.
     
     
    Noch ein Hinweis aus dem EWK-Verlag:
     
    Der Goldesel - als E-Book
     
    Wir bauen unser E-Book-Angebot zügig aus. Nach den vier Bänden von Egon W. Kreutzers "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre" ist gestern auch sein spannender und in weiten Teilen auf Tatsachen beruhender Roman
    "Der Goldesel"
    als E-Book erschienen.
     


    22. Oktober 2012

    14.00 Uhr Never change a winning team - Stuttgart hat einen neuen OB

    In der repräsentativen Demokratie sind Wahlen ein unverzichtbares Element, um in regelmäßigen Abständen die Zusammensetzung der Repräsentanten zu verändern.

    Bleiben die Veränderungen klein, bleibt meist alles beim Alten, die eingeschlagene Richtung wird beibehalten, hochgehaltene Werte werden weiter hochgehalten und bestehende "Zugewinngemeinschaften" arbeiten weiter ungestört an der Mehrung der Zugewinne.

    Kommt es durch Wahlen zu erheblichen Veränderungen, ja sogar zu erdrutschartigen Umschichtungen im Kreis der Repräsentanten, so werden bestehende, funktionierende Gefüge aufgebrochen. Ein solcher "Auf-Bruch" entsteht, weil sich zwischen den vorhandenen Trägheitskräften und den neu auftretenden Energien, die eine Richtungsänderung, eine Neuordnung der Wertehierarchie und die Bildung neuer "Zugewinngemeinschaften" machtvoll anschieben, eine zerstörerische Spannung aufbaut, die sich schließlich im Materialbruch auflöst.

    In Baden Württemberg ist vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um die Bahnhofsbeerdigung ein Grüner Ministerpräsident geworden. Am Sonntag hat der Grüne Kuhn den Stuttgarter OB-Posten gewonnen.

    Hat man von Kretschmars Ministerpräsidentschaft bisher herzlich wenig gespürt, könnte mit dem Fall der Bastion des Stuttgarter Rathauses der Materialbruch nun eintreten.

    Klerus, Wirtschaft und Bürger haben vertraute Ansprechpartner verloren, müssen ihr Denken, oder zumindest ihre Argumentationen auf die neue Werteordnung umstellen und sehen, ob, und falls ja, wo, sie sich in die neuen Netzwerke einbringen können, um auch zu den neu etablierten und noch völlig unerkannten Zugewinngemeinschaften Zutritt zu finden.

    Die Beharrungskräfte, die sich der Massenträgheit bedienen, werden versuchen, die Richtungsänderung zu torpedieren und zumindest Stillstand zu erzwingen, alles in der Hoffnung, dass sich die gewohnte und liebgewonnene Konstellation in ein paar Jahren wieder herstellen lassen wird, während die mit der offiziellen Macht gesegneten Veränderer mit eisernem Besen alles wegzukratzen versuchen, was sie - obwohl es gut funktionierte - für eine unerträgliche Verfilzung und Verkrustung halten.

    Kurz, es gibt eine Art Krieg im Ländle.
    Und die Leidtragenden sind, wie immer, die Menschen im Lande, die eigentlich nur gut regiert sein wollen und ungestört ihrer Arbeit nachgehen möchten.

    Tendenziell - und dies, wegen der zu kurzen Vergleichsspanne nur auf die alten Bundesländer bezogen - sieht es so aus, dass Länder mit vielen Regierungswechseln schlechter dastehen als Länder, deren Regierung seit langer Zeit von der gleichen Partei gestellt wird.

    In Bayern regiert sein Menschengedenken die CSU. Das hat dazu geführt, dass Bayern nach den Spielregeln der CSU funktioniert - und wie sonderbar und befremdlich diese Spielregeln auch erscheinen mögen: Bayern funktioniert. Im Ländervergleich steht Bayern in praktisch allen Punkten ganz ausgezeichnet vor allen anderen Bundesländern da.

    Doch liegt das an der CSU? Natürlich hat sie ihren Anteil daran. Schließlich ist es ihr gelungen, über Jahrzehnte unangefochten in der Regierung zu bleiben, doch der wichtigere Aspekt für Bayerns "Wohlergehen" liegt in der Kontinuität, die dadurch möglich wurde, im Ausbleiben von Brüchen und Verwerfungen, im Ausbleiben erbitterter Auseinandersetzungen nach dem Einzug einer neuen Partei in die Regierungsämter.

    Würde Bayern seit 60 Jahren von der SPD regiert, es ginge Bayern wahrscheinlich um keinen Deut schlechter. Man würde im Bayernlandl halt nach SPD-Spielregeln spielen, die Mitspieler wären im wesentlichen die gleichen und in den Zugewinngemeinschaften fänden sich die gleichen Personen wieder, die auch heute drin zu finden sind, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen.

    Und alle hätten sie die ruhige Gewissheit, unangefochten nach den allgemein akzeptierten Spielregeln ihre Rolle ausfüllen und ihren Wohlstand mehren zu können. Je kleiner und ohnmächtiger die Opposition, desto besser, denn jedes Erstarken der Opposition führt unweigerlich zu Reibungsverlusten, die durch vermehrten Energieeinsatz überwunden werden müssen.

    Als Kinder spielten wir manchmal ein hochpolitisches Spiel. Wir saßen zu sechst, zu acht, zu zehnt um den Tisch. Auf dem Tisch ein großer Teller, darauf eine ganze Tafel Schokolade, daneben Messer und Gabel, ein Hut, ein Schal und dicke Handschuhe.

    Dann wurde gewürfelt. Wer eine Sechs würfelte, musste den Schal umwinden, den Hut aufsetzen, die Handschuhe anziehen und versuchen, mit Messer und Gabel ein Stück der zumeist sehr harte Schokolade für sich abzuschneiden.

    Doch während der eine sich rüstete, ein Stück von der Schokolade zu ergattern, würfelten die anderen weiter. Die nächste Sechs. Der eine hatte gerade einen Handschuh an, da riss ihm der nächste schon den Hut vom Kopf, um nur ja selbst an die Schokolade zu kommen, bevor die nächste Sechs gewürfelt wurde.

    Nie war ich so gierig auf ein Stück Schokolade, nie so bemüht, möglichst schnell und rücksichtslos alles an mich zu reißen, was auf dem Weg zur Schokolade nötig war, wie in dieser Spielsituation.

    Die Bayern hocken gemeinsam am Tisch und teilen sich die Schokolade in aller Ruhe auf. Niemand würfelt eine Sechs, um seinen Nächsten von der Beute zu trennen, jeder bekommt den Teil, der ihm nach den Spielregeln zusteht. Und das tut ihnen gut, den Bayern. So sonderbar und bisweilen ungerecht ihre Spielregeln auch zu sein scheinen.

    In Baden Württemberg ist es mit dieser Ruhe jetzt vorbei.

    Sollte das der Beginn von mindestens 20 Jahren Grüner Regierung sein, dann wäre das wunderbar.

    Also drücke ich Kretschmar und Kuhn die Daumen, dass sie ihr System nicht nur gegen größte Widerstände etablieren, sondern auch so lange halten können, bis es zum neuen funktionierenden System Baden-Württembergs und damit zum reibungslosen Selbstläufer geworden ist.

    Denn das Schlimmste, was dem Ländle passieren könnte, wäre eine Phase ständiger Regierungswechsel und die ständige Sorge der Regierenden, bei nächster Gelegenheit Hut, Mantel und Handschuhe wieder abgeben zu müssen.


     

    21.10.2012

    Wolfgangs Bilder vom Sonntag

    NEBEL LEBEN

    Das Nahe bildet seinen Kreis.

    Dahinter Grau.
    Ein weiches Undurchdringlich.

     

    Das Auge sucht Halt.

    Der feste Grund.
    Bedeckt mit lauter Zufall.

     


    Des Vordergründigen Dominanz

    zerstanzt die Welt
    in Puzzlestücke.

    Kleine regennasse Sonnen
    berühren sich sanft.

    Und leuchten.

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

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    20.10.2012
    19.10.2012
    18.10.2012

    12.10 Uhr Blühende Landschaften 2.0

    Im Bundestag stehen, während ich an meinem Paukenschlag schreibe, Angela Merkel und Peer Steinbrück auf der Bühne. Ein Ritual. Eine Inszenierung.
    Fast hätte ich diesen Paukenschlag "Rezitativ und Arie" genannt, doch im Grunde bin ich froh, dass am Rednerpult des Bundestages nicht gesungen wird.
    Letztlich entspricht diese Debatte jedoch durchaus dem Stil der Großen Oper.
    Das Orchester hat die Themen in der Ouvertüre längst anklingen lassen und dem Publikum in allen denkbaren Tonarten und Instrumentalisierungen nahe gebracht.

    Die Aufführungskritik zum Ende des ersten Aktes finden Sie hier:


    17.10.2012

    15.30 Uhr Griechenland aus dem Euro - das soll 17 Billionen Euro kosten?

    Die Erzeuger dieser Zahlen scheinen den Erreger einer jener neuen Krankheiten eingefangen zu haben, die Schülern den Lern- und Prüfungsstress ersparen. Dyskalkulie, heißt der Fachbegriff, der besagt: Da leidet jemand an einer pathogenen Rechenschwäche.

    Der FOCUS übernimmt diese Einschätzung der Experten der Bertelsmannstiftung, die neben ihren Bemühungen, Einfluss auf Schul- und Hochschulbildung zu gewinnen und per Privatisierung in diesem Bereich neue Milliardenumsätze zu erschließen, ja immer wieder auch mit meinungsbildenden Studien Trends zu setzen versucht.

    Gleich nach der dicken Überschrift

    "Drachmen-Rückkehr könnte 17 Billionen Euro kosten",

    wird es dann aber so was von dünn, dass man sich fragt, warum die Haare, an denen diese Aussage herangezogen wurde, nicht schon beim ersten Versuch gerissen sind.

    Da wird massiv zurückgerudert.

    Griechenlands Euro-Austritt sei - isoliert betrachtet - für die Weltwirtschaft verkraftbar.

    Was denn nun, liebe Bertelsmänner, könnt ihr euch vielleicht mal entscheiden, zwischen schwarz und weiß, ja und nein, hin und her...?

    Doch dann wird tapfer die 17-Billionen-These verteidigt:

    Es könnte ja sein, dass die Kapitalmärkte nach dem Griechenlandaustritt auch Portugal, Spanien und Italien das Vertrauen entziehen, zitiert der Focus aus der Bertelsmannstudie, die von der Bertelmannstiftung vorsichtshalber bei der Prognos AG in Auftrag gegeben worden war.

    Ja, ist denn unter diesen Experten keinem aufgefallen, dass die Kapitalmärkte seit geraumer Zeit nichts anderes tun, als der gesamten Euro-Zone das Vertrauen zu entziehen?

    Und dann kommt der Fallrückzieher:

    Es würde gar kein Geld kosten.


    Die Prognos-AG spricht von "Wachstumseinbußen bis 2020", nicht von Kosten.


    Und da auch nicht von den tatsächlich zu erwartenden, sondern von dem,
    was im schlimmsten Fall eintreten könnte.

    Und die Prognos AG spricht auch nicht von der Euro-Zone, sie hat gleich die 42
    größten Volkswirtschaften der Welt in ihre 8-Jahres-Prognose einbezogen.

    Auf Deutschland, nun wirklich eine der größten Volkswirtschaften dieser Welt, entfallen von diesen 17 Billionen allerdings nur 73 Milliarden - bis 2020. Also eben mal 0,4 % der gesamten prognostizierten Wachstumseinbußen.

    Griechenland hingegen, ein wirtschaftlicher Zwerg gegenüber Deutschland, hätte mehr als das Doppelte an Wachstumseinbußen hinzunehmen, glatte 164 Milliarden.

    Bei einem Brutto-Inlandsprodukt von weniger als 300 Milliarden Euro müsste Prognos in der Ermittlung seines Worst-Case-Szenarios vom Wachstums-Best-Case ausgegangen sein, dass das griechische BIP nämlich in den acht Jahren bis 2020 durchschnittlich um 6% wächst - was niemand ernsthaft annehmen kann, und dass es beim GREXIT acht Jahre Nullwachstum zu erwarten hätte, was stark bezweifelt werden muss, weil Griechenland sich mit der Drachme nämlich wieder Märkte erschließen könnte, zu denen es mit dem starken Euro keinen Zugang hat.

    Jetzt haben wir zwei der 42 Länder betrachtet, die miteinander 17 Billionen Wachstumseinbußen erleiden sollen, haben aber noch erst 1,4 % dieser schönen, großen, runden Zahl erfasst.

    Alle übrigen 40 betrachteten Länder müssten demnach durchschnittlich 2,47 % der 17 Billionen, in absoluten Zahlen 425 Milliarden Euro an Wachstum einbüßen.

    Wer denn, wo denn, wie denn?

    Und immer noch bleibt vollkommen unklar, warum eigentlich.

     


     

     


    09.00 Uhr Bandenwerbung, Merkel, 4 : 4

    Weltmeister. Weltmeisterschaftsqualifikation.

    Ich kam zu spät zur Tagesschau - und landete im Stadion. Das übliche Vorhergeplänkel zum Aufwärmen der Moderatoren und Experten. Ergebnisprognosen. 3 : 1 - für UNS.
    Der Anpfiff. Das erste Tor für die deutsche Mannschaft, das 2 : 0, das 3: 0.

    Ich beschloss, es würde nun langweilig werden, schaltete den Fernseher ab und arbeitete an meinem neuen Angebot weiter: E-Books aus dem EWK-Verlag.

    Als ich nach einiger Zeit den Fernseher noch einmal einschaltete, hatte die Nachspielzeit gerade begonnen. Ein Blick nach links oben auf dem Bildschirm: 4 : 3,
    und kurz danach stand es 4 : 4.

    Allgemeines Entsetzen und Sprachlosigkeit.

    Die Bildregie blendet die Zuschauertribüne ein, sucht und findet Angela Merkel.
    Und wüsste ich nicht, dass die deutsche Nationalmannschaft soeben ein blamables Ergebnis eingefahren hat, und meinte ich nicht, Angela Merkel könne darüber nicht erfreut sein, ich hätte ihre Mimik und Gestik für Freude und Jubel gehalten.

    Vielleicht war es ja auch Jubel.

    Spiel aus, Deutschland hat gewonnen. Jetzt Freude zeigen! Das ist eingeübt und bewährt und bringt Punkte in den Umfragen.

    Wo war sie in diesem Augenblick mit ihren Gedanken? Bei Schäubles Vorstoß, den Währungskommissar zum Diktator auf Zeit zu ernennen? Beim republikanischen Präsidentschaftskandidaten der USA, dem sie im Fernsehduell mit Obama die Daumen drückte? Bei ihrer Freundin Schavan...?

    Es wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
    Körperlich war sie im Fußballstadion - und machte mit ihrer telegenen Anwesenheit so eine Art Bandenwerbung für die CDU und sich selbst.

    Ach ja, die Werbung. Hier die Werbung für die E-Books aus dem EWK-Verlag.


    16.10.2012

    11.00 Uhr Sanktionsrekord 

    Im besten Niedriglohnsektor aller Zeiten, mit so vielen Beschäftigten wie noch nie, mit immer weniger gezählten Arbeitslosen, verschärft sich der Krieg zwischen den Arbeitsagenturen/Job-Centern und den Betroffenen. In diesem Jahr wird damit gerechnet, dass die Zahl der gegen die Hartz-IV-Empfänger ausgesprochenen Sanktionen auf über eine Million ansteigen wird. Das sind über eine Million Fälle, in denen das meist dringend benötigte Geld nicht oder nur um die "Strafe" vermindert, ausgezahlt wird.

    Gleichzeitig steigt die Zahl der Prozesse vor den Sozialgerichten - alleine in Berlin stehen rund 40.000 Verfahren an - und die Erfolgsquote der Kläger gegen falsche Bescheide und ungerechtfertigte Sanktionen, gegen unzulässige Auskunftsbegehren und grundlos verzögerte Auszahlungen liegt immer noch bei gut 50%.

    Wie mir von vielen Betroffenen berichtet wird, beginnt das Problem damit, dass die ARGEn und JobCenter zwar von sich aus darauf bestehen, jeden ihrer "Kunden" zu jeder Zeit erreichen und kurzfristig vorladen zu dürfen, dass die zuständigen Sachbearbeiter für ihre Kunden jedoch praktisch unerreichbar sind. Die Entschuldigung für ein Fernbleiben, die Erklärung für den Abbruch einer Maßnahme, die Begründung für den Verzicht auf einen "zumutbaren" Job, laufen ins Nirwana - und kommen oft auch gar nicht an.

    Ganz abgesehen davon, dass dann Fälle auftreten, wo sich ein Betroffener zum gleichen Zeitpunkt an zwei verschiedenen Orten melden soll, was ihm nicht gelingen kann. Und wenn dann auf diesen Bescheiden noch nicht einmal ein Ansprechpartner angegeben ist, bleibt dem Betroffenen gar nichts anderes übrig, als den einen Termin wahrzunehmen und den anderen sausen zu lassen. Der Sanktionsbescheid ist dann schnell da - die Ursache aufzuklären gerät zum Marathonlauf im Irrgarten, der dann beim Anwalt und vor Gericht endet.

    Dass die "freiwillige" Eingliederungsvereinbarung, bei Nichtzustimmung des Betroffenen (und dafür kann es viele gute Gründe geben) zu Sanktionen führt, gehört ebenso zu den Absonderlichkeiten eines Rechtsstaats, der viele Gesetzt mit heißer Nadel gestrickt und dann einfach den unvorbereiteten Ausführungsorganen zum Vollzug vorgeworfen hat.

    Die Perversion des Ganzen kommt dann zum Vorschein, wenn dem Harz-IV-Empfänger vorgehalten wird, die Tatsache, dass er nach dreimonatiger Totalsperre noch lebe, sei faktisch der Beweis dafür, dass er entweder noch über nicht angegebenes Vermögen verfüge oder als Schwarzarbeiter unterwegs sei.

    Von den Polizeien wissen wir, dass es Vorgaben für die Anzahl der gebührenpflichtigen Verwarnungen und Bußgeldbescheide gibt, die jeder Polizist und jede Dienststelle zu erfüllen hat. Schlicht und einfach, weil die Einnahmen daraus bereits fest verplant sind.

    Ob es im Bereich JobCenter/ARGE ähnliche Vorgaben gibt, weil die Einsparungen daraus bereits fest verplant sind, weiß ich nicht. Die Vermutung scheint mir jedoch nicht völlig unbegründet.

     

     

    Nur noch wenige Exemplare vorrätig!

     

    Wie es bei der "Verhängung" von Maßnahmen
    zugeht, hat die ehemalige "Bewerbungstrainerin"
    Isabel Horstmann in ihrem Buch
    "Im Dschungel der Maßnahmen" authentisch
    beschrieben.


    15. Oktober 2012

    21.30 Uhr Wieder mal nix los 

    Schäuble und Merkel retten Griechenland weiter, Deutschland zahlt. Da kann man nichts machen. Jede Verlängerung des Traums vom Staat Europa, jede Verzögerung des beim Aufwachen unvermeidlichen Katzenjammers muss halt nun mal teuer bezahlt werden.

    Ein so genannter Extremsportler hat im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Da kann man auch nichts machen. Österreichische Energy-Drinks sind halt nur über Extremwerbung zu verkaufen - und wer den Traum von Batman per Rotstier mitträumen will, muss halt auch dafür teuer bezahlen - bekommt aber wenigstens eine gute Show fürs Geld.

    Eine Bundesministerin steht im Verdacht, bei Ihrer Doktorarbeit unzulässig viele Quellen nicht korrekt benannt zu haben. Da kann man auch nichts machen. Da muss man warten, zu welchem Ergebnis der Prüfungsausschuss der Uni kommt. Und wenn der den Daumen senkt, dann muss man halt für die "billige" Arbeit am Ende teuer bezahlen.

    Ja, und der Strom wird teurer. Da kann man erst recht nichts machen. Wer die Grundversorgung mit Energie in private Hände legt, muss die Gewinne aller, die daran nun mitverdienen wollen, teuer bezahlen.

    Zwei Spieltheoretiker, die Modelle entwickelt haben, nach denen wir neben aller anderen Werbung nun auch noch diejenige ganz gezielt und individuell in den Posteingang bzw. auf nahezu alle nicht werbefreien Webseiten bekommen, von der ein mathematisches Modell annimmt, wir könnten ihr - aufgrund unserer bereits gesammelten Daten, und der darauf abgestimmten Werbebotschaften, nun ganz bestimmt nicht widerstehen, haben den Preis bekommen, den Alfred Nobel nicht gestiftet hat, der aber trotzdem seinen Namen trägt. Da kann man nichts machen. Das Plagiat der Schwedischen Reichsbank wirkt inzwischen genau so echt, wie jeder andere Nobelpreis.

    Die Schotten dürfen 2014 über ihre Unabhängigkeit abstimmen. Da will nun keiner mehr was machen. Was rauskommt, soll gelten. Sparsam, wie sie nun mal sind, die Schotten, werden sie ihre Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen sollte, keinesfalls teuer bezahlen.

    Günter Jauch und Jörg Kachelmann haben über alte Zeiten geplaudert. Die Sendung soll ziemlich verunglückt sein und einen Aufschrei der Empörung ausgelöst haben. Da kann man nichts machen. Wer da einschaltet, ist selber schuld und muss die anschließend notwendige psychologische Betreuung teuer bezahlen.

    Günther Grass soll wieder gedichtet haben - und noch dazu ein Interview gegeben haben, das die Republik erschütterte. Da kann man nichts machen. Der alte Dichter begeht halt immer wieder den Fehler, an alle Staaten dieser Welt die gleiche, viel zu kurze, ethisch-moralische Messlatte anzulegen.
    Wäre er nur ein bisschen großzügiger, würde er alles staatliche und kirchliche Handeln der letzten tausend Jahre als "State of the Art" akzeptieren und seine Messlatte entsprechend ausdehnen, alle könnten ihren Frieden machen, mit seinen Gedichten. So aber geht es ihm wie allen, die nicht die wahre Größe des Darüber-Hinweg-Sehens erreicht haben, er muss teuer dafür bezahlen.

    14. Oktober 2012

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

    -

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 

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    13. Oktober 2012

    11.30 Uhr Das Ökostrom Oligopol

    Energiewende ja, aber bloß nicht an den Monopol-Strukturen der Stromerzeugung und -Verteilung in Deutschland rühren.

    Als die Atomkraftwerke gebaut wurden, flossen direkt aus dem Bundeshaushalt Milliardensummen in die Kassen der Kraftwerksbauer. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wurde gesamtgesellschaftlich aus dem Steuersäckel finanziert.

    Dies war - unabhängig von Sinn oder Unsinn der Atomkraft - der gute und richtige Weg.

    Nun sind die Meiler nicht mehr im Bestzustand und zudem gegen Gefährdungen nur unzureichend geschützt - und für den Fall der Fälle leider auch überhaupt nicht versichert. Fukushima war also wohl auch für die Stromkonzerne ein Signal, sich von dieser Technologie zu verabschieden, doch das Weinen dicker Krokodilstränen ob des drohenden Verlustes ihrer Gewinn-Maschinen, hat in Berlin Eindruck gemacht.

    Vielleicht war das ganze Theater auch nur abgesprochen, ich halte das jedenfalls für möglich.

    Die Förderung der erneuerbaren Energien, die - anders wie einst beim Atomstrom - nicht aus dem Steuersäckel bezahlt wurde, sondern letztlich ausschließlich den Endkunden auf's Auge gedrückt wurde, wurde nun auf einmal vom "deutschen Forschungs- und Entwicklungswunder", von der "technologischen Weltmarktführerschaft", von der "neuen Exportchance" zum größtmöglichen Buhmann aufgeblasen.

    Den Bürgern wurden die wahnsinnig hohen Strompreise als Folge der Energiewende dargestellt, die Einspeisevergütung radikal zurückgefahren, und die dezentrale Stromerzeugung, nahe am Verbrauchsort, durch die Gigantomanie von Offshore-Windparks ersetzt, für die wiederum milliardenteure neue Stromtrassen quer durchs Land gezogen werden sollen, was der Bau- und der Stahlindustrie Umsätze bringt und den Netzbetreibern ermöglichen wird, ihre Gebühren noch einmal in die Höhe zu schrauben. Dass sie zudem dafür dann auch noch höhere EU-Subventionen für ihre "landwirtschaftlichen Grundstücke" unter den Trassen erhalten werden, sein nur am Rande erwähnt, ebenso, dass der Finanzminister sich über jede Strompreiserhöhung freut, weil sie ihm nämlich auch das Mehrwertsteuer-Aufkommen in die Höhe treibt.

    Dafür dürfen dann auch Genehmigungsprozesse vereinfacht und Umweltschutzgesetze außer Kraft gesetzt werden, denn sonst droht der Stromausfall - und das kann ja keiner wollen.

    Auf dem Altar der vier Großen wird so die ganze mittelständische Solarbranche geopfert. Die meisten deutschen Modulhersteller sind schon in der Pleite - und damit der Nachschub für die Hausdächer der Privathaushalte auch wirklich ausbleibt, bzw. im Zusammenspiel aus gekürzter Einspeisevergütung und Investitionskosten keinesfalls mehr rentabel wird, sollen auch noch die preiswerten Importe aus China mit Strafzöllen belegt werden. Das nenne ich nicht Energiepolitik, sondern Klientel-Politik, und damit komme ich zu den Schlussfolgerungen:

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass Bundesregierung und Stromkonzerne bei der Energiewende an einem Strang ziehen, an dessen anderem Ende das Geld der Konsumenten hängt, ich würde fordern, der Staat, der schließlich die Interessen seiner Bürger bestmöglich vertreten und daher auch die Infrastruktur der Grundversorgung in seiner Hand haben soll, möge vom Artikel 14 Grundgesetz Gebrauch machen, und die Stromkonzerne schlicht enteignen.

     Art 14

    (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
    (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

    Dieser Regierung traue ich das aber weder zu, noch glaube ich dass sich durch eine Verstaatlichung tatsächlich etwas bessern würde. Da bräuchten wir erst einmal ganz andere Köpfe an der Spitze - und die sind derzeit nirgends zu sehen.

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass alle Anstrengungen des Stromsparens zu keinem anderen Ergebnis führen, als dass bei den Konzernen der Aufwand für die Stromerzeugung wegfällt, während die Gewinne durch Preiserhöhungen nicht nur auf gleichem Niveau gehalten, sondern sogar noch gesteigert würden, ich würde zum Stromsparen auffordern.

    Doch wenn Altmaiers Energieberater demnächst losziehen, werden sie zwei Dinge im Hinterkopf haben,

    erstens, den sogenannten "intelligenten Stromzähler", der dem großen Bruder dann auch noch verraten wird, wer wann nach Hause gekommen ist, wie lange ferngesehen und wie oft Wäsche gewaschen hat, wer in Urlaub ist, wer trotz Arbeitslosigkeit regelmäßig mehr als 5 Stunden außer Haus ist, und was der schönen Erkenntnisse aus der Online-Stromverbrauchsüberwachung mehr sind, und

    zweitens den dringenden Wunsch, der Industrie und dem Handel zu helfen, Kühlschränke, Waschmaschinen, Bügeleisen, Spülmaschinen, Glühbirnen, Fernseher und Stereo-Anlagen ohne Abwrackprämie in den Sperrmüll zu befördern, ganz egal, wie lange die noch ihren Dienst tun würden, um so wegen ein paar Watt Einsparung, die in vielen Fällen im Vergleich mit der Restnutzungszeit der Altgeräte niemals zu einer Amortisation des Verschrottungsverlustes führen werden, ein unsinniges Wirtschaftswachstum zu generieren.

    Und die große Politik wird sagen können: Wer über hohe Stromrechnungen jammert, soll sich erst einmal an der eigenen Nase packen und mit dem Stromsparen beginnen.

     

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass die Bürger dieser Republik am Wahltag vollständig vergessen, wer ihnen die Suppe eingebrockt hat, die sie auszulöffeln haben, ich würde empfehlen, die nächste Bundestagswahl zur Generalabrechnung mit dem gesamten neoliberalen Konzept zu machen, das Deutschland seit der Amtszeit Helmut Kohls im Würgegriff hat. Einer Politik, an der sowohl diejenigen, die den Namen Christi in der Parteibezeichnung tragen, als auch jene die im Parteinamen Freiheit und Demokratie versprechen, die Schuld tragen, wie auch jene, die sich als sozial bezeichnen, samt der Grünen, die auch immer irgendwie mitgemacht haben.

     

    Entstünde aufgrund dieser Überlegungen nicht der Eindruck,

    dass wir in einer ausweglosen Situation gefangen sind, ich würde zu verzweifelten Protestaktionen aufrufen, ja sogar zum Generalstreik, zu einer Woche totalem Konsumverzicht, einschließlich Abschalten aller Stromverbraucher, doch auch das würde nicht weiterhelfen.

     

    Was also hilft?

    Es hilft nur eines:

    Wir alle müssen wieder lernen, dass WIR gemeinsame Interessen haben und die nur durchsetzen können, wenn wir dieses WIR auch leben, statt uns wie die Nasenbären, jeder in seine Ecke führen zu lassen, wo wir uns besser und ganz anders fühlen, als alle anderen, wo wir unsere kleinen Privilegien genießen und uns von allen anderen abgrenzen.

    Der Sachse muss nicht anfangen schwäbisch zu schwätze, der Küstenanrainer muss nicht jedes Wochenende zum Skifahren nach Garmisch, der Hauptschüler braucht nicht mit lateinischen Vokabeln um sich werfen und der Rechtsgelehrte braucht sich nicht mit Stammtischparolen zum Thema Gerechtigkeit auseinander zu setzen.

    WIR heißt doch nicht, dass alle gleich sein müssen, dass alle ihre Identität zu verlieren hätten, das wäre fürwahr das WIR des Faschismus, in dem der einzelne nichts und das Volk alles ist.

    WIR heißt doch lediglich, hinter allem Nebel, der uns die Sicht verhüllt, diejenigen gemeinsamen Interessen zu erkennen, die uns tatsächlich verbinden.

    WIR heißt doch lediglich, uns ein Rechts- und Wertesystem zu geben, dass von der großen Mehrheit der Demokraten verantwortlich getragen wird.

    WIR heißt doch lediglich, Einigkeit darüber zu erzielen, welche Aufgaben wir gemeinsam unserem Staat, unserer Regierung übertragen wollen, weil weder die einzelne Familie, noch die Dorfgemeinschaft, noch der Landkreis oder das Bundesland alleine dazu in der Lage sind - bzw. die Aufgabe nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand lösen könnte.

    Wir müssen nicht alle der gleichen Religionsgemeinschaft angehören und eine Einheitspartei wählen, um dieses WIR zu leben.

    Das WIR, von dem ich "schwärme" ist gerade das Gegenteil, es ist der kleine gemeinsame Nenner einer sehr großen Zahl einzigartiger Individuen.

    Und da bin ich bei Immanuel Kant und dem Kategorischen Imperativ.

    Wenn dieses WIR entstehen soll, dann muss es seine Manifestation in einer allgemeinen Gesetzgebung finden. Und wenn das Verhalten aller, die zu diesem WIR gehören, von vornherein auf diese allgemeine Gesetzgebung hinstrebt, dann ist dieses WIR das Maximum an Freiheit und Gerechtigkeit, das auf dieser Welt zu erreichen ist.

    Amen.

    Die Tageskommentare vom 7. März 2011
    bis zum 21. September 2012 finden Sie
    im Archiv

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    und schon wieder sind es mehr geworden ...

     

    Vielen Dank für Ihr großes Interesse.

    Es ehrt mich.

    Links zu Seiten, die ich gerne empfehle:

    Quellen Gert Flegelskamp
    ein geradliniger Querdenker, bringt laufend k
    luge, gut recherchierte Analysen - und dazu seine ganz klare Meinung zum Ausdruck
    http://www.flegel-g.de/
    Statistisches Bundesamt
    viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
    http://www.destatis.de
    Cleanstate e.V.
    H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
    http://www.cleanstate.de/start.html
    Politik-Poker
    "aus unterschiedlichen Blickwinkeln ...", das war das Motto zu Beginn, inzwischen sind die Blickwinkel recht verengt - aber man soll ja auch die Argumente Andersdenkender kennen.
    http://www.politik-poker.de
    Norbert Rost,
    Die Feldpolitik ist fast eingeschlafen. Doch alle paar Monate gibt es noch ein paar kluge Anmerkungen,
    http://feldpolitik.de
    Bürgermeinungen
    hier schreiben einige wenige Bürger unverdrossen ihre Meinung.
    http://www.buergermeinungen.de/
    Info-Portale Sozialticker
    Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
    http://www.sozialticker.com/
    NNE NetNewsExpress
    rund um die Uhr aktuelle und interesante Informationen, hohes Suchtpotential!
    http://www.net-news-express.de/
    Mag Wompel
    das labournet - die Gewerkschaftslinken
    http://www.labournet.de
    Nachdenkseiten
    nur mehr bedingt empfehlenswert. Die Macher schweben in ihren Eigenbeiträgen auf einer Wolke der EU-phorie, und die Nachrichten gibts anderswo auch.
    http://www.nachdenkseiten.de/

    Die Selbstähnlichkeit der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild des Ganzen zu machen - so man nur will. 

     

      
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    Wer nicht zahlt, erhält keine Mahnung und schon gar nicht eine Zahlungsaufforderung vom Inkassobüro, weder vom seriösen, noch vom unseriösen.

    Wir gehen davon aus, dass es sich der Kunde anders überlegt hat und löschen die Bestellung nach ein paar Wochen einfach.

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       Anker Immo  chiara

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