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    Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

    Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.

     



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    15.10.2012 Statistik der Arbeitsplatzvernichtung in Deutschland : 177.509 Jobs in 56 Tagen
     

    18.10.2012

    12.10 Uhr Blühende Landschaften 2.0

    Im Bundestag stehen, während ich an meinem Paukenschlag schreibe, Angela Merkel und Peer Steinbrück auf der Bühne. Ein Ritual. Eine Inszenierung.
    Fast hätte ich diesen Paukenschlag "Rezitativ und Arie" genannt, doch im Grunde bin ich froh, dass am Rednerpult des Bundestages nicht gesungen wird.
    Letztlich entspricht diese Debatte jedoch durchaus dem Stil der Großen Oper.
    Das Orchester hat die Themen in der Ouvertüre längst anklingen lassen und dem Publikum in allen denkbaren Tonarten und Instrumentalisierungen nahe gebracht.

    Die Aufführungskritik zum Ende des ersten Aktes finden Sie hier:


    17.10.2012

    15.30 Uhr Griechenland aus dem Euro - das soll 17 Billionen Euro kosten?

    Die Erzeuger dieser Zahlen scheinen den Erreger einer jener neuen Krankheiten eingefangen zu haben, die Schülern den Lern- und Prüfungsstress ersparen. Dyskalkulie, heißt der Fachbegriff, der besagt: Da leidet jemand an einer pathogenen Rechenschwäche.

    Der FOCUS übernimmt diese Einschätzung der Experten der Bertelsmannstiftung, die neben ihren Bemühungen, Einfluss auf Schul- und Hochschulbildung zu gewinnen und per Privatisierung in diesem Bereich neue Milliardenumsätze zu erschließen, ja immer wieder auch mit meinungsbildenden Studien Trends zu setzen versucht.

    Gleich nach der dicken Überschrift

    "Drachmen-Rückkehr könnte 17 Billionen Euro kosten",

    wird es dann aber so was von dünn, dass man sich fragt, warum die Haare, an denen diese Aussage herangezogen wurde, nicht schon beim ersten Versuch gerissen sind.

    Da wird massiv zurückgerudert.

    Griechenlands Euro-Austritt sei - isoliert betrachtet - für die Weltwirtschaft verkraftbar.

    Was denn nun, liebe Bertelsmänner, könnt ihr euch vielleicht mal entscheiden, zwischen schwarz und weiß, ja und nein, hin und her...?

    Doch dann wird tapfer die 17-Billionen-These verteidigt:

    Es könnte ja sein, dass die Kapitalmärkte nach dem Griechenlandaustritt auch Portugal, Spanien und Italien das Vertrauen entziehen, zitiert der Focus aus der Bertelsmannstudie, die von der Bertelmannstiftung vorsichtshalber bei der Prognos AG in Auftrag gegeben worden war.

    Ja, ist denn unter diesen Experten keinem aufgefallen, dass die Kapitalmärkte seit geraumer Zeit nichts anderes tun, als der gesamten Euro-Zone das Vertrauen zu entziehen?

    Und dann kommt der Fallrückzieher:

    Es würde gar kein Geld kosten.


    Die Prognos-AG spricht von "Wachstumseinbußen bis 2020", nicht von Kosten.


    Und da auch nicht von den tatsächlich zu erwartenden, sondern von dem,
    was im schlimmsten Fall eintreten könnte.

    Und die Prognos AG spricht auch nicht von der Euro-Zone, sie hat gleich die 42
    größten Volkswirtschaften der Welt in ihre 8-Jahres-Prognose einbezogen.

    Auf Deutschland, nun wirklich eine der größten Volkswirtschaften dieser Welt, entfallen von diesen 17 Billionen allerdings nur 73 Milliarden - bis 2020. Also eben mal 0,4 % der gesamten prognostizierten Wachstumseinbußen.

    Griechenland hingegen, ein wirtschaftlicher Zwerg gegenüber Deutschland, hätte mehr als das Doppelte an Wachstumseinbußen hinzunehmen, glatte 164 Milliarden.

    Bei einem Brutto-Inlandsprodukt von weniger als 300 Milliarden Euro müsste Prognos in der Ermittlung seines Worst-Case-Szenarios vom Wachstums-Best-Case ausgegangen sein, dass das griechische BIP nämlich in den acht Jahren bis 2020 durchschnittlich um 6% wächst - was niemand ernsthaft annehmen kann, und dass es beim GREXIT acht Jahre Nullwachstum zu erwarten hätte, was stark bezweifelt werden muss, weil Griechenland sich mit der Drachme nämlich wieder Märkte erschließen könnte, zu denen es mit dem starken Euro keinen Zugang hat.

    Jetzt haben wir zwei der 42 Länder betrachtet, die miteinander 17 Billionen Wachstumseinbußen erleiden sollen, haben aber noch erst 1,4 % dieser schönen, großen, runden Zahl erfasst.

    Alle übrigen 40 betrachteten Länder müssten demnach durchschnittlich 2,47 % der 17 Billionen, in absoluten Zahlen 425 Milliarden Euro an Wachstum einbüßen.

    Wer denn, wo denn, wie denn?

    Und immer noch bleibt vollkommen unklar, warum eigentlich.

     


     

     


    09.00 Uhr Bandenwerbung, Merkel, 4 : 4

    Weltmeister. Weltmeisterschaftsqualifikation.

    Ich kam zu spät zur Tagesschau - und landete im Stadion. Das übliche Vorhergeplänkel zum Aufwärmen der Moderatoren und Experten. Ergebnisprognosen. 3 : 1 - für UNS.
    Der Anpfiff. Das erste Tor für die deutsche Mannschaft, das 2 : 0, das 3: 0.

    Ich beschloss, es würde nun langweilig werden, schaltete den Fernseher ab und arbeitete an meinem neuen Angebot weiter: E-Books aus dem EWK-Verlag.

    Als ich nach einiger Zeit den Fernseher noch einmal einschaltete, hatte die Nachspielzeit gerade begonnen. Ein Blick nach links oben auf dem Bildschirm: 4 : 3,
    und kurz danach stand es 4 : 4.

    Allgemeines Entsetzen und Sprachlosigkeit.

    Die Bildregie blendet die Zuschauertribüne ein, sucht und findet Angela Merkel.
    Und wüsste ich nicht, dass die deutsche Nationalmannschaft soeben ein blamables Ergebnis eingefahren hat, und meinte ich nicht, Angela Merkel könne darüber nicht erfreut sein, ich hätte ihre Mimik und Gestik für Freude und Jubel gehalten.

    Vielleicht war es ja auch Jubel.

    Spiel aus, Deutschland hat gewonnen. Jetzt Freude zeigen! Das ist eingeübt und bewährt und bringt Punkte in den Umfragen.

    Wo war sie in diesem Augenblick mit ihren Gedanken? Bei Schäubles Vorstoß, den Währungskommissar zum Diktator auf Zeit zu ernennen? Beim republikanischen Präsidentschaftskandidaten der USA, dem sie im Fernsehduell mit Obama die Daumen drückte? Bei ihrer Freundin Schavan...?

    Es wird wohl ihr Geheimnis bleiben.
    Körperlich war sie im Fußballstadion - und machte mit ihrer telegenen Anwesenheit so eine Art Bandenwerbung für die CDU und sich selbst.

    Ach ja, die Werbung. Hier die Werbung für die E-Books aus dem EWK-Verlag.


    16.10.2012

    11.00 Uhr Sanktionsrekord 

    Im besten Niedriglohnsektor aller Zeiten, mit so vielen Beschäftigten wie noch nie, mit immer weniger gezählten Arbeitslosen, verschärft sich der Krieg zwischen den Arbeitsagenturen/Job-Centern und den Betroffenen. In diesem Jahr wird damit gerechnet, dass die Zahl der gegen die Hartz-IV-Empfänger ausgesprochenen Sanktionen auf über eine Million ansteigen wird. Das sind über eine Million Fälle, in denen das meist dringend benötigte Geld nicht oder nur um die "Strafe" vermindert, ausgezahlt wird.

    Gleichzeitig steigt die Zahl der Prozesse vor den Sozialgerichten - alleine in Berlin stehen rund 40.000 Verfahren an - und die Erfolgsquote der Kläger gegen falsche Bescheide und ungerechtfertigte Sanktionen, gegen unzulässige Auskunftsbegehren und grundlos verzögerte Auszahlungen liegt immer noch bei gut 50%.

    Wie mir von vielen Betroffenen berichtet wird, beginnt das Problem damit, dass die ARGEn und JobCenter zwar von sich aus darauf bestehen, jeden ihrer "Kunden" zu jeder Zeit erreichen und kurzfristig vorladen zu dürfen, dass die zuständigen Sachbearbeiter für ihre Kunden jedoch praktisch unerreichbar sind. Die Entschuldigung für ein Fernbleiben, die Erklärung für den Abbruch einer Maßnahme, die Begründung für den Verzicht auf einen "zumutbaren" Job, laufen ins Nirwana - und kommen oft auch gar nicht an.

    Ganz abgesehen davon, dass dann Fälle auftreten, wo sich ein Betroffener zum gleichen Zeitpunkt an zwei verschiedenen Orten melden soll, was ihm nicht gelingen kann. Und wenn dann auf diesen Bescheiden noch nicht einmal ein Ansprechpartner angegeben ist, bleibt dem Betroffenen gar nichts anderes übrig, als den einen Termin wahrzunehmen und den anderen sausen zu lassen. Der Sanktionsbescheid ist dann schnell da - die Ursache aufzuklären gerät zum Marathonlauf im Irrgarten, der dann beim Anwalt und vor Gericht endet.

    Dass die "freiwillige" Eingliederungsvereinbarung, bei Nichtzustimmung des Betroffenen (und dafür kann es viele gute Gründe geben) zu Sanktionen führt, gehört ebenso zu den Absonderlichkeiten eines Rechtsstaats, der viele Gesetzt mit heißer Nadel gestrickt und dann einfach den unvorbereiteten Ausführungsorganen zum Vollzug vorgeworfen hat.

    Die Perversion des Ganzen kommt dann zum Vorschein, wenn dem Harz-IV-Empfänger vorgehalten wird, die Tatsache, dass er nach dreimonatiger Totalsperre noch lebe, sei faktisch der Beweis dafür, dass er entweder noch über nicht angegebenes Vermögen verfüge oder als Schwarzarbeiter unterwegs sei.

    Von den Polizeien wissen wir, dass es Vorgaben für die Anzahl der gebührenpflichtigen Verwarnungen und Bußgeldbescheide gibt, die jeder Polizist und jede Dienststelle zu erfüllen hat. Schlicht und einfach, weil die Einnahmen daraus bereits fest verplant sind.

    Ob es im Bereich JobCenter/ARGE ähnliche Vorgaben gibt, weil die Einsparungen daraus bereits fest verplant sind, weiß ich nicht. Die Vermutung scheint mir jedoch nicht völlig unbegründet.

     

     

    Nur noch wenige Exemplare vorrätig!

     

    Wie es bei der "Verhängung" von Maßnahmen
    zugeht, hat die ehemalige "Bewerbungstrainerin"
    Isabel Horstmann in ihrem Buch
    "Im Dschungel der Maßnahmen" authentisch
    beschrieben.


    15. Oktober 2012

    21.30 Uhr Wieder mal nix los 

    Schäuble und Merkel retten Griechenland weiter, Deutschland zahlt. Da kann man nichts machen. Jede Verlängerung des Traums vom Staat Europa, jede Verzögerung des beim Aufwachen unvermeidlichen Katzenjammers muss halt nun mal teuer bezahlt werden.

    Ein so genannter Extremsportler hat im freien Fall die Schallmauer durchbrochen. Da kann man auch nichts machen. Österreichische Energy-Drinks sind halt nur über Extremwerbung zu verkaufen - und wer den Traum von Batman per Rotstier mitträumen will, muss halt auch dafür teuer bezahlen - bekommt aber wenigstens eine gute Show fürs Geld.

    Eine Bundesministerin steht im Verdacht, bei Ihrer Doktorarbeit unzulässig viele Quellen nicht korrekt benannt zu haben. Da kann man auch nichts machen. Da muss man warten, zu welchem Ergebnis der Prüfungsausschuss der Uni kommt. Und wenn der den Daumen senkt, dann muss man halt für die "billige" Arbeit am Ende teuer bezahlen.

    Ja, und der Strom wird teurer. Da kann man erst recht nichts machen. Wer die Grundversorgung mit Energie in private Hände legt, muss die Gewinne aller, die daran nun mitverdienen wollen, teuer bezahlen.

    Zwei Spieltheoretiker, die Modelle entwickelt haben, nach denen wir neben aller anderen Werbung nun auch noch diejenige ganz gezielt und individuell in den Posteingang bzw. auf nahezu alle nicht werbefreien Webseiten bekommen, von der ein mathematisches Modell annimmt, wir könnten ihr - aufgrund unserer bereits gesammelten Daten, und der darauf abgestimmten Werbebotschaften, nun ganz bestimmt nicht widerstehen, haben den Preis bekommen, den Alfred Nobel nicht gestiftet hat, der aber trotzdem seinen Namen trägt. Da kann man nichts machen. Das Plagiat der Schwedischen Reichsbank wirkt inzwischen genau so echt, wie jeder andere Nobelpreis.

    Die Schotten dürfen 2014 über ihre Unabhängigkeit abstimmen. Da will nun keiner mehr was machen. Was rauskommt, soll gelten. Sparsam, wie sie nun mal sind, die Schotten, werden sie ihre Entscheidung, wie auch immer sie ausfallen sollte, keinesfalls teuer bezahlen.

    Günter Jauch und Jörg Kachelmann haben über alte Zeiten geplaudert. Die Sendung soll ziemlich verunglückt sein und einen Aufschrei der Empörung ausgelöst haben. Da kann man nichts machen. Wer da einschaltet, ist selber schuld und muss die anschließend notwendige psychologische Betreuung teuer bezahlen.

    Günther Grass soll wieder gedichtet haben - und noch dazu ein Interview gegeben haben, das die Republik erschütterte. Da kann man nichts machen. Der alte Dichter begeht halt immer wieder den Fehler, an alle Staaten dieser Welt die gleiche, viel zu kurze, ethisch-moralische Messlatte anzulegen.
    Wäre er nur ein bisschen großzügiger, würde er alles staatliche und kirchliche Handeln der letzten tausend Jahre als "State of the Art" akzeptieren und seine Messlatte entsprechend ausdehnen, alle könnten ihren Frieden machen, mit seinen Gedichten. So aber geht es ihm wie allen, die nicht die wahre Größe des Darüber-Hinweg-Sehens erreicht haben, er muss teuer dafür bezahlen.

    14. Oktober 2012

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

    -

    Wolfgangs Bild vom Sonntag 

    .


    13. Oktober 2012

    11.30 Uhr Das Ökostrom Oligopol

    Energiewende ja, aber bloß nicht an den Monopol-Strukturen der Stromerzeugung und -Verteilung in Deutschland rühren.

    Als die Atomkraftwerke gebaut wurden, flossen direkt aus dem Bundeshaushalt Milliardensummen in die Kassen der Kraftwerksbauer. Eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe wurde gesamtgesellschaftlich aus dem Steuersäckel finanziert.

    Dies war - unabhängig von Sinn oder Unsinn der Atomkraft - der gute und richtige Weg.

    Nun sind die Meiler nicht mehr im Bestzustand und zudem gegen Gefährdungen nur unzureichend geschützt - und für den Fall der Fälle leider auch überhaupt nicht versichert. Fukushima war also wohl auch für die Stromkonzerne ein Signal, sich von dieser Technologie zu verabschieden, doch das Weinen dicker Krokodilstränen ob des drohenden Verlustes ihrer Gewinn-Maschinen, hat in Berlin Eindruck gemacht.

    Vielleicht war das ganze Theater auch nur abgesprochen, ich halte das jedenfalls für möglich.

    Die Förderung der erneuerbaren Energien, die - anders wie einst beim Atomstrom - nicht aus dem Steuersäckel bezahlt wurde, sondern letztlich ausschließlich den Endkunden auf's Auge gedrückt wurde, wurde nun auf einmal vom "deutschen Forschungs- und Entwicklungswunder", von der "technologischen Weltmarktführerschaft", von der "neuen Exportchance" zum größtmöglichen Buhmann aufgeblasen.

    Den Bürgern wurden die wahnsinnig hohen Strompreise als Folge der Energiewende dargestellt, die Einspeisevergütung radikal zurückgefahren, und die dezentrale Stromerzeugung, nahe am Verbrauchsort, durch die Gigantomanie von Offshore-Windparks ersetzt, für die wiederum milliardenteure neue Stromtrassen quer durchs Land gezogen werden sollen, was der Bau- und der Stahlindustrie Umsätze bringt und den Netzbetreibern ermöglichen wird, ihre Gebühren noch einmal in die Höhe zu schrauben. Dass sie zudem dafür dann auch noch höhere EU-Subventionen für ihre "landwirtschaftlichen Grundstücke" unter den Trassen erhalten werden, sein nur am Rande erwähnt, ebenso, dass der Finanzminister sich über jede Strompreiserhöhung freut, weil sie ihm nämlich auch das Mehrwertsteuer-Aufkommen in die Höhe treibt.

    Dafür dürfen dann auch Genehmigungsprozesse vereinfacht und Umweltschutzgesetze außer Kraft gesetzt werden, denn sonst droht der Stromausfall - und das kann ja keiner wollen.

    Auf dem Altar der vier Großen wird so die ganze mittelständische Solarbranche geopfert. Die meisten deutschen Modulhersteller sind schon in der Pleite - und damit der Nachschub für die Hausdächer der Privathaushalte auch wirklich ausbleibt, bzw. im Zusammenspiel aus gekürzter Einspeisevergütung und Investitionskosten keinesfalls mehr rentabel wird, sollen auch noch die preiswerten Importe aus China mit Strafzöllen belegt werden. Das nenne ich nicht Energiepolitik, sondern Klientel-Politik, und damit komme ich zu den Schlussfolgerungen:

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass Bundesregierung und Stromkonzerne bei der Energiewende an einem Strang ziehen, an dessen anderem Ende das Geld der Konsumenten hängt, ich würde fordern, der Staat, der schließlich die Interessen seiner Bürger bestmöglich vertreten und daher auch die Infrastruktur der Grundversorgung in seiner Hand haben soll, möge vom Artikel 14 Grundgesetz Gebrauch machen, und die Stromkonzerne schlicht enteignen.

     Art 14

    (1) Das Eigentum und das Erbrecht werden gewährleistet. Inhalt und Schranken werden durch die Gesetze bestimmt.
    (2) Eigentum verpflichtet. Sein Gebrauch soll zugleich dem Wohle der Allgemeinheit dienen.
    (3) Eine Enteignung ist nur zum Wohle der Allgemeinheit zulässig. Sie darf nur durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes erfolgen, das Art und Ausmaß der Entschädigung regelt. Die Entschädigung ist unter gerechter Abwägung der Interessen der Allgemeinheit und der Beteiligten zu bestimmen. Wegen der Höhe der Entschädigung steht im Streitfalle der Rechtsweg vor den ordentlichen Gerichten offen.

    Dieser Regierung traue ich das aber weder zu, noch glaube ich dass sich durch eine Verstaatlichung tatsächlich etwas bessern würde. Da bräuchten wir erst einmal ganz andere Köpfe an der Spitze - und die sind derzeit nirgends zu sehen.

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass alle Anstrengungen des Stromsparens zu keinem anderen Ergebnis führen, als dass bei den Konzernen der Aufwand für die Stromerzeugung wegfällt, während die Gewinne durch Preiserhöhungen nicht nur auf gleichem Niveau gehalten, sondern sogar noch gesteigert würden, ich würde zum Stromsparen auffordern.

    Doch wenn Altmaiers Energieberater demnächst losziehen, werden sie zwei Dinge im Hinterkopf haben,

    erstens, den sogenannten "intelligenten Stromzähler", der dem großen Bruder dann auch noch verraten wird, wer wann nach Hause gekommen ist, wie lange ferngesehen und wie oft Wäsche gewaschen hat, wer in Urlaub ist, wer trotz Arbeitslosigkeit regelmäßig mehr als 5 Stunden außer Haus ist, und was der schönen Erkenntnisse aus der Online-Stromverbrauchsüberwachung mehr sind, und

    zweitens den dringenden Wunsch, der Industrie und dem Handel zu helfen, Kühlschränke, Waschmaschinen, Bügeleisen, Spülmaschinen, Glühbirnen, Fernseher und Stereo-Anlagen ohne Abwrackprämie in den Sperrmüll zu befördern, ganz egal, wie lange die noch ihren Dienst tun würden, um so wegen ein paar Watt Einsparung, die in vielen Fällen im Vergleich mit der Restnutzungszeit der Altgeräte niemals zu einer Amortisation des Verschrottungsverlustes führen werden, ein unsinniges Wirtschaftswachstum zu generieren.

    Und die große Politik wird sagen können: Wer über hohe Stromrechnungen jammert, soll sich erst einmal an der eigenen Nase packen und mit dem Stromsparen beginnen.

     

    Entstünde nicht der Eindruck,

    dass die Bürger dieser Republik am Wahltag vollständig vergessen, wer ihnen die Suppe eingebrockt hat, die sie auszulöffeln haben, ich würde empfehlen, die nächste Bundestagswahl zur Generalabrechnung mit dem gesamten neoliberalen Konzept zu machen, das Deutschland seit der Amtszeit Helmut Kohls im Würgegriff hat. Einer Politik, an der sowohl diejenigen, die den Namen Christi in der Parteibezeichnung tragen, als auch jene die im Parteinamen Freiheit und Demokratie versprechen, die Schuld tragen, wie auch jene, die sich als sozial bezeichnen, samt der Grünen, die auch immer irgendwie mitgemacht haben.

     

    Entstünde aufgrund dieser Überlegungen nicht der Eindruck,

    dass wir in einer ausweglosen Situation gefangen sind, ich würde zu verzweifelten Protestaktionen aufrufen, ja sogar zum Generalstreik, zu einer Woche totalem Konsumverzicht, einschließlich Abschalten aller Stromverbraucher, doch auch das würde nicht weiterhelfen.

     

    Was also hilft?

    Es hilft nur eines:

    Wir alle müssen wieder lernen, dass WIR gemeinsame Interessen haben und die nur durchsetzen können, wenn wir dieses WIR auch leben, statt uns wie die Nasenbären, jeder in seine Ecke führen zu lassen, wo wir uns besser und ganz anders fühlen, als alle anderen, wo wir unsere kleinen Privilegien genießen und uns von allen anderen abgrenzen.

    Der Sachse muss nicht anfangen schwäbisch zu schwätze, der Küstenanrainer muss nicht jedes Wochenende zum Skifahren nach Garmisch, der Hauptschüler braucht nicht mit lateinischen Vokabeln um sich werfen und der Rechtsgelehrte braucht sich nicht mit Stammtischparolen zum Thema Gerechtigkeit auseinander zu setzen.

    WIR heißt doch nicht, dass alle gleich sein müssen, dass alle ihre Identität zu verlieren hätten, das wäre fürwahr das WIR des Faschismus, in dem der einzelne nichts und das Volk alles ist.

    WIR heißt doch lediglich, hinter allem Nebel, der uns die Sicht verhüllt, diejenigen gemeinsamen Interessen zu erkennen, die uns tatsächlich verbinden.

    WIR heißt doch lediglich, uns ein Rechts- und Wertesystem zu geben, dass von der großen Mehrheit der Demokraten verantwortlich getragen wird.

    WIR heißt doch lediglich, Einigkeit darüber zu erzielen, welche Aufgaben wir gemeinsam unserem Staat, unserer Regierung übertragen wollen, weil weder die einzelne Familie, noch die Dorfgemeinschaft, noch der Landkreis oder das Bundesland alleine dazu in der Lage sind - bzw. die Aufgabe nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand lösen könnte.

    Wir müssen nicht alle der gleichen Religionsgemeinschaft angehören und eine Einheitspartei wählen, um dieses WIR zu leben.

    Das WIR, von dem ich "schwärme" ist gerade das Gegenteil, es ist der kleine gemeinsame Nenner einer sehr großen Zahl einzigartiger Individuen.

    Und da bin ich bei Immanuel Kant und dem Kategorischen Imperativ.

    Wenn dieses WIR entstehen soll, dann muss es seine Manifestation in einer allgemeinen Gesetzgebung finden. Und wenn das Verhalten aller, die zu diesem WIR gehören, von vornherein auf diese allgemeine Gesetzgebung hinstrebt, dann ist dieses WIR das Maximum an Freiheit und Gerechtigkeit, das auf dieser Welt zu erreichen ist.

    Amen.


    12. Oktober 2012

    11.10 Uhr Die Telekom als Hehler?

    Die Abbuchung der Telekom für angebliche Leistungen einer ominösen GmbH namens MyDoo hatte ich zurückgeholt, die Telekom hat eine Gutschrift erteilt. Nun sei alles gut, meinte ich, jedenfalls in meiner Beziehung zur Telekom.

    Weit gefehlt.

    Nun

    • mahnt die Telekom,
    • droht mit Telefonsperre,
    • verlangt 12,50 Euro als Bearbeitungsgebühr
    • und bleibt seit drei Tagen jede weitere Auskunft schuldig.
    Dreister geht's nimmer.

     

    11. Oktober 2012

    17.45 Uhr Geldschwemme folgenlos?

    Mit der Gründung des ESM und der Zusage der EZB, Staatsanleihen in jeder erforderlichen Menge aufzukaufen, ist eine neue Diskussion aufgebrochen, ob daraus nun eine inflationäre Geldschwemme resultieren werde, oder nicht, ob es sich um ein finanzpolitisches Vabanque-Spiel handelt, oder um eine risikolose Maßnahme zur Sicherstellung möglichst niedriger Zinsen für die Krisenländer.

    Ich will nicht auf die teils kruden "Beweisführungen" eingehen, weil ich damit nur noch mehr zur allgemeinen Verwirrung beitragen würde. Es reicht schon das, was der finanzpolitische Sprecher der LINKEn, Axel Troost, dazu dieser Tage in den Nachdenkseiten veröffentlichte.

    In dieser Diskussion wird so viel durcheinander geworfen und als Argument verwendet, was mit dem Problem nicht direkt, zuweilen auch gar nicht im Zusammenhang steht, dass der einzige Weg der Kommentierung der ist, dem eine eigene, in sich schlüssige Argumentation gegenüber zu stellen.


    10. Oktober 2012

    11.00 Uhr Entgleisungen

    Das Entgleisen von Zügen war seit den ersten Fahrten des "Adlers" zwischen Nürnberg und Fürth in Deutschland so selten geworden, dass der Begriff "Entgleisung" nur noch bei Modelleisenbahnern im Wortsinn gebraucht wurde - ansonsten gab es die Entgleisung nur noch im übertragenen Sinn, zumeist, wenn jemand die Regeln von Anstand und Höflichkeit oder der political correctness verletzte ...

    Nun mehren sich wieder reale Entgleisungen.

    Ja, es gibt ihn noch, den Widerstand gegen das Mammutprojekt der Bahn, den Stuttgarter Hauptbahnhof zu versenken.

    Juliane Bialek hat mir die Pressemitteilung von Matthias Herrmann vom 9. Oktober 2012 zukommen lassen. Ich veröffentliche die gerne auch auf meiner Seite:

     Publiziert am 9. Oktober 2012 von Matthias von Herrmann

    Bahn schert sich nicht um Sicherheit

    Stuttgart, den 9. Oktober 2012: Heute ist im Stuttgarter Kopfbahnhof zum dritten Mal an der gleichen Stelle der gleiche Zug (IC 2312 nach Hamburg) entgleist. Die Tatsache, dass es sich um eine Testfahrt handelte, zeigt, dass die Bahn sich selbst nicht sicher ist, was die Umbauarbeiten für Stuttgart 21 angeht.

    "Die dritte Zugentgleisung an der gleichen Stelle zeigt, dass die Bahn nicht einmal ihr eigenes Kerngeschäft, den Zugbetrieb, im Griff hat", sagt Matthias von Herrmann, Pressesprecher der Parkschützer. "Die Bahn gefährdet ihre eigenen Kunden. Und die Bahn hält mit der Unfallursache hinterm Berg, obwohl alle unabhängigen Bahnexperten die zu engen Radien als Ursache klar benennen. Die Bahn pfuscht und die Politik schaut zu! Jetzt müssen die verantwortlichen Verkehrspolitiker Winfried Hermann und Peter Ramsauer endlich die Notbremse ziehen. Sie dürfen es unter diesen Umständen nicht zulassen, dass die Bahn in Stuttgart auch noch mit der schwierigen Geologie und mit dem Grundwasser experimentiert. Und Baubürgermeister Hahn muss die Konsequenz aus der Unfähigkeit der Bahn ziehen: Er muss die 7. Planänderung, also die Erhöhung der abzupumpenden Grundwassermenge, ablehnen. Die Politiker in Stadt, Land und Bund dürfen es nicht zulassen, dass die Bahn einfach weiterwurschtelt und dabei die Bahnreisenden oder die Stuttgarter Bevölkerung im Kernerviertel gefährdet."

    Es handelt sich insgesamt um die fünfte Zugentgleisung in Stuttgart seit 2010, die den Bauarbeiten für Stuttgart 21 angelastet werden muss, sei es, weil die Bahn seit Jahren die Gleisanlagen in Stuttgart im Hinblick auf S21 nicht in Stand hält oder weil die S21-Umbaumaßnahmen so gar nicht funktionieren:

    15.09.2010 - S-Bahn entgleist
    Stuttgarter Zeitung

    21.07.2011 - Nachtzug mit 70 Passagieren entgleist
    Spiegel

    24.07.2012 - IC nach Hamburg, Waggon und Lok entgleisen
    Stuttgarter Zeitung

    29.09.2012 - IC nach Hamburg, Waggons und Lok entgleisen
    Stuttgarter Zeitung

    09.10.2012 - Testzug (gleiche Wagenreihung, gleiche Abfahrtszeit wie am 24.7. und 29.9.), Waggons und Lok entgleisen

    Siehe hier

     

    02.00 Uhr Lesung in Coburg

    Nicole Eicks Lesung aus ihrem Erstling "ABFALL" fand großen Anklang. Ungefähr 70 Coburger hatten sich in der Riemannschen Hofbuchhandlung, Markt 9, eingefunden und lauschten ergriffen, fasziniert, bewegt, erschrocken ...

    Frau Clausen, die Buchhändlerin, schuf mit ihrer gekonnten Moderation die perfekte Einstimmung.

    Als die Autorin ihren auszugsweisen Vortrag beendete, erhielt sie lang anhaltenden Applaus - und nach einem Gläschen fränkischen Proseccos fand etwas statt, was bei Lesungen eher selten ist, nämlich eine engagierte und tiefgehende Diskussion der gesamten Zuhörerschaft mit der Autorin, getragen von dem Wunsch, Wege zu finden, Schicksale, wie das der "Kathrin" aus Eicks Buch, künftig zu verhindern oder zumindest zu lindern.

    Ich habe mich gefreut, an dieser gelungenen und bewegenden Veranstaltung teilnehmen zu können.

    Ein bisschen mehr zum Buch lesen Sie gleich im Anschluss unter dem Datum vom 9. Oktober.

    Ein kleiner Hinweis noch:

    Wer es nicht weit nach Coburg hat, findet in der Buchhandlung Riemann in den nächsten Tagen noch einige von der Autorin signierte Exemplare der Erstausgabe.

    Und natürlich gibt es das Buch auch im Online-Shop des EWK-Verlags.


    9. Oktober 2012

    09.30 Uhr Mitten in Deutschland 

    Die nächsten Schmerzwellen heben Kathrin fast von der Klobrille herunter, sie krallt sich an Handtuchhalter und Wand fest, ihre Beine, die Bodenkontakt suchen, zittern, als wäre ein Erdbeben in sie gefahren. Plötzlich kann sie richtig fest drücken, wie wenn man einen Haufen macht, und Kathrin stöhnt und weint und merkt fast nicht, wie etwas aus ihr heraus plumpst in die Kloschüssel, dann wird ihr schwarz, und sie kippt zur Seite an die kalte nackte Wand.

    Nur ein paar Sekunden, dann ist sie wieder wach und schaut unter sich in das Becken. Da ragen ein paar winzige Beine heraus. Der Rest, ein zitternder Bauch, zwei dünne Ärmchen, ein runder Kopf, alles ganz rot und blau gefärbt, es sieht sie an und schreit nicht.

    Und dann tut ihr der Bauch wieder so furchtbar weh, und der Rest kommt beim nächsten Krampf auch noch raus, fällt in die Kloschüssel und rutscht an dem blauen Körper ab ins Rohr.
    Kathrin glaubt, sie muss sich übergeben, aber sie kann sich nicht über die Schüssel beugen wegen der Augen da drin, und außerdem muss sie irgendwie in die Küche kommen, wo die Müllsäcke sind, und muss das alles hier wegräumen und wegputzen. Morgen kommt die Müllabfuhr, dann ist alles weg, es ist eigentlich nie gewesen ...


    Als Kalle zu seinem nächtlichen Rundgang aufbricht, ist es schon fast Mitternacht.

    Es ist die erste milde Nacht seit Wochen. "Das war der kälteste Mai seit 28 Jahren - an vier Tagen Bodenfrost - Durchschnittstemperatur am Tag bei 13 Grad, in der Nacht bei 3 Grad." Kalle hat's zufällig in den Nachrichten gehört, aber sein chronisches Rheuma zeigt ihm auch so an, wie das Wetter ist. Wer die Nächte im Freien verbringt, braucht keinen Wetterbericht.
    Trotz der milden Nacht also trägt er mehrere Schichten übereinander, zwei graue durchlöcherte Unterhemden, eins ohne Ärmel, eins mit, gestreifte Boxer-Shorts, noch ganz gut erhalten. Sie stinken allerdings, er trägt sie seit vier Wochen, als er sie in der Kleiderkammer geholt hat. Dann eine ausgebeulte und abgewetzte Cordhose unbestimmter Farbe mit Hosenträgern, die sie über seinem aufgedunsenen Bauch halten, ein richtiges Hemd mit Kragen, ehemals weiß, darüber einen zu engen Polyester-Pullover mit Rautenmuster, der über dem Bauch spannt, und schließlich noch sein bestes Stück, ein richtiger Lodenmantel, der bestimmt mal sehr teuer war, jetzt verdreckt ist, aber warm hält. Über die eine Schulter baumelt ein Matchsack, noch leer.

    Nur ein paar hundert Meter von seinem heutigen Schlafplatz im dichten Gebüsch an der Freienhausener Brücke trifft er auf Billy Boy, der so heißt, weil er ein Strichjunge ist und behauptet, er macht's nie ohne Gummi, was ihm niemand glaubt. Billy ist vielleicht achtzehn, lang und schlaksig und geht deshalb ein bisschen gebückt, und eine Kippe hängt schräg in seinem Mundwinkel. Er hockt auf dem Geländer der Maschinenfabrik und wartet auf Kundschaft.
    "Hey, Kalledalle! Wieder auf Mülltour, was?"
    Kalle öffnet auch sein zweites Auge ganz, das sonst überwiegend geschlossen ist und wegen dessen er den Spitznamen Kalledalle hat - auf wen sich der bezieht, ist wohl klar. Kalle mag Billy nicht, weil er findet, dass es unmoralisch ist, es sich gegen Geld von einem Kerl von hinten besorgen zu lassen. Vor allem, wenn man noch so jung ist wie der da. Kalle ist sehr moralisch in jeder Beziehung. Wer so moralisch ist, hat selten Freunde.
    "Yeah", gibt er zur Antwort, das hat er sich angewöhnt, als er eine Zeitlang mit einem Ami herumgezogen ist, oben im Norden. Ist lange her.
    "Ey, weißte schon, dass oben im Sudhaus 'ne neue Sozial-Tussi arbeitet", quatscht Billy Boy los, "scharfe Braut, die. Sind jetzt immer richtig viele Jungs zum Essen da." Er lacht komisch glucksend, und sein Adamsapfel hüpft rauf und runter. Mit einer Hand rückt er seine Eier zurecht.
    Kalle schaut missbilligend.
    "Da kuckste, was, Kalle, klar steh' ich auf Weiber. Hab' wahrscheinlich schon mehr gehabt als du in den letzten zwanzig Jahren." Er zieht heftig an der Kippe und wirft sie dann weg. "Siehst aus, als wär dein Ding abgefallen." Er lacht wieder.
    Kalle antwortet nicht und geht einfach weiter. Er hinkt ein bisschen, wegen seiner kaputten Hüfte. Frecher Bengel, das. Was die Jungen sich heutzutage so erlauben. Als Billy Boy es nicht mehr sieht, fasst Kalle mit einer Hand unter seinen Mantel. Es ist noch alles da.

    Es sind nicht viele Leute unterwegs in der Kleinstadt, schon gar nicht hier draußen. Erst oben in Hochfeld, der Siedlung mit den Sozialwohnungen, da wird's ein bisschen lebhafter. Zumindest vor dem Scharfen Eck, der Bierkneipe, ist was los, da stehen ein paar Männer rum mit ihren Flaschen und palavern. Drei Türkinnen mit Kopftuch und Kinderwagen sind auch noch unterwegs, die gehen immer nachts spazieren. Und auf dem trostlosen Spielplatz zwischen den Häuserblocks hockt die Jugend zusammen, kiffende Jungs und Mädels, die sich in ihren Miniröcken was abfrieren, denn so warm ist es nun auch wieder nicht.
    Die Mülltonnen stehen draußen, und Kalle beginnt seine Tour am Ende einer Seitenstraße, denn bis er in die Mitte der Siedlung kommt, sind die Männer vor der Kneipe und die Türkinnen bestimmt weg. Er hat Routine: Deckel hochklappen, Luft anhalten, mit einem Arm wühlen, wenn er was Brauchbares findet - rein in den Matchsack. Kalle kann alles brauchen: Essbares, Klamotten, Elektroteile. Manchmal findet er einen alten Walkman, der noch spielt. Wofür er selber keine Verwendung hat, das verkloppt er. Komischerweise findet er hier in der Siedlung immer die besten Sachen. Obwohl die Leute doch arm sein müssten, schmeißen sie Zeug weg, das noch funktioniert, oder hauen ihr Essen in die Mülltonne, wenn sie es nicht mehr wollen. Dort, wo die alten Villen am Schlossberg stehen, traut sich Kalle nur in dunklen Nächten hin, aber da findet er ohnehin kaum was. Was die Reichen wohl mit ihrem Müll machen?
    Bei den "Bienenstöcken", den grauen heruntergekommenen Hochhäusern, ist Kalles Suche immer besonders ergiebig, hier stehen die großen Müll-Container. Sie sind schwer zu durchsuchen, aber was obenauf liegt, reicht Kalle meist. Hier hat er letztes Jahr sein Schweizer Taschenmesser gefunden, das er seitdem nicht mehr aus der Hand gibt. Der Platz um die Container herum ist verdreckt, es liegt mehr Müll daneben als drin. Eine Katze mit nur drei Beinen springt fauchend unter einem Container hervor, als Kalle den Deckel aufklappt.
    "Hau ab", brummt er.

    Ein Haufen Müllsäcke liegt obenauf, die macht Kalle nicht gern auf, er will nicht unbedingt in fauligen Essensresten oder verschmierten Damenbinden wühlen. Er fasst mit beiden Händen hinein, um die Säcke auf die Seite zu schieben, denn weiter unten sieht er ein Stück Metall. Das andauernde Wimmern nervt ihn bei der Suche. Ob die Katze wieder in der Nähe ist? Er schaut sich um, tritt mit dem Stiefel gegen die Container, aber die Katze kommt nicht vor. Blödes Vieh.
    Kalle hört schlecht, aber als er weitersucht, merkt er doch, dass das Wimmern direkt im Container ist. Es wundert ihn nicht, die schmeißen hier auch ihre Viecher weg, halbtot womöglich. Er hat schon mal eine tote Katze im Müll gefunden, seitdem hat er auch was gegen die. Das Wimmern kommt aus einem der Müllsäcke, die er gerade weggedrückt hat. Kalle weiß selbst nicht, warum er das macht, wo er doch Katzen überhaupt nicht leiden kann, aber er zieht sein Schweizer Taschenmesser aus der Hosentasche und schlitzt den schon etwas aufgerissenen Sack vorsichtig auf. Es hängt wohl mit seiner Moral zusammen. Kalle grinst bei dieser Vorstellung in sich hinein.
    Er hält den Sack mit weit vorgestreckten Armen auf, denn jeden Moment muss das Vieh herausspringen, und er will nicht, dass sie ihm die Augen auskratzt. Aber es tut sich nichts. Widerwillig zieht Kalle den Sack näher und reißt ihn so weit auf, dass er was sieht.

    Das ist überhaupt keine Katze, weil es kein Fell hat. Es ist nackt und verschmiert und wimmert.

    Heute Abend, 20.00 Uhr, Buchhandlung Riemann, Coburg, Markt 9
    Offizielle Buchvorstellung.

    Nicole Eick liest aus Ihrem bewegenden und aufrüttelnden Sozialkrimi

    "ABFALL"

    Ein Manuskript, das von den großen, finanzstarken Verlagen abgelehnt wurde, aus Angst, "so was" wolle niemand lesen.

    Der EWK-Verlag hat dieses Buch möglich gemacht, in der Zuversicht, dass jedes einzelne Exemplar, das in die Welt hinausgeht, im Herzen der Leser etwas verändern wird. Es ist die Liebe der Autorin zu den Menschen, die zwischen allen Zeilen aufleuchtet, während sie über deren Schicksal hart und ohne Tabus berichtet, die sich beim Lesen überträgt.



    Nicole Eick

    AB FALL

     

     

     

     

     

     

    Hardcover, 356 Seiten, 23,80 €
    ISBN 978-3-938175-78-1

     

    direkt beim Verlag bestellen

    8. Oktober 2012

    16.02 Uhr Ein sonniger Oktobernachmittag in Elsendorf

    Und um 16.02 Uhr kam der 1.200.000ste Besucher seit Beginn der Zählung auf diese Seite.

     

     

    Und Manuela meinte heute Morgen, dieser Besucher soll ein symbolisches Geschenk bekommen. Ihr Gedanke war, dass alle, die auf meine Seite kommen, irgendwie miteinander an etwas weben. Wie ein Spinne.

    Ein Spinnennetz - feine Fäden,
    die zusammen ein starkes Netz bilden.

    Ein Faden für sich alleine hat kaum eine Bedeutung,
    und sei er noch so stark.

    Doch viele Fäden, gesponnen zu einem Netz ...

     

    Und dann ist sie mit der Kamera nach draußen gegangen und hat ein Netzwerk fotografiert.

    Für alle, die zu dieser großen Zahl beigetragen haben, und für alle, die Tag für Tag dafür sorgen, dass sie weiter wächst.

    Und ich sag danke.


    13.30 Uhr ESM 

    Die Finanzminister der Euro-Zone setzen heute ihre Unterschriften unter den ESM-Vertrag und setzen ihn in Kraft.

    Die einen, weil sie sich dadurch tatsächlich eine Art Rettung erwarten, weil sie glauben, unter dem Schirm vor ihren Gläubigern sicher zu sein, die anderen, weil sie glauben, auf diese Weise den Euro, der ihre Exportindustrie genährt hat, aus der Krise zu holen.

    Alle Warnungen vor den finanziellen Folgen, die ESM unter Mithilfe der EZB durch die Politik des unbegrenzten Gelddruckens hervorrufen kann, wurden in den Wind geschlagen. Alle Bedenken, die Beschädigung der Demokratie betreffend, sind ungehört verhallt.

    Wolfgang Schäuble erklärte gestern in einem Fernsehinterview, es sei wichtig, dass Griechenland wieder Zugang zu den Finanzmärkten erhält - und das würde bis 2020 dauern.

    Wenn man sich diesen Spruch genau betrachtet, muss man zu dem Schluss kommen, dass der Euro nicht das Geld der EU bzw. der Euro-Zone ist, sondern das Geld der Finanzmärkte.

    Und wenn man sich ESM und EZB und ihr geplantes Handeln betrachtet, kommt man zu dem Schluss, dass beide sich bemühen, das Geld der Finanzmärkte, das bei uns gesetzliches Zahlungsmittel ist, nicht nur zu schützen, sondern auch (in jedem von den Finanzmärkten gewünschten Maße) massiv zu vermehren.

    Eine nennenswerte Leistung erbringen sie dafür nicht, die Finanzmärkte.
    Warum also die Milliardenschleuder ESM installieren?

    Warum?

     


    7. Oktober 2012

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

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    6. Oktober 2012
    5. Oktober 2012

    22.00 Uhr Länder-Vergleichs-Pisa-Grundschul-Test - oder so 

    Was kommt heraus, wenn man die Lese- und Rechenfähigkeiten von Viertklässlern bundesweit vergleicht?

    Unterschiede.

    Ganz gravierende Unterschiede. Erschreckende, peinliche, aufregende, furchtbare Unterschiede.

    Und was sagen die verantwortlichen Bildungspolitiker unisono?

    Sie sagen, man könne Stadtstaaten nicht mit Flächenstaaten, Berlin nicht mit Bayern, Bremen nicht Baden-Württemberg vergleichen.

    Haben Sie Recht?

    Natürlich haben sie Recht, man kann Bayern nicht mit Berlin vergleichen. Doch es wurden nicht Bundesländer miteinander verglichen, sondern Schüler und deren Lernfortschritte. Das ist - so meine ich - ein kleiner, aber wichtiger Unterschied.

    Es geht um Kinder. Um 10- und 11-jährige Schüler.

    Ja, da gibt es unterschiedliche Interessen, unterschiedliches Lerntempo, auch unterschiedliche Talente - doch sind die über die Länder so unterschiedlich verteilt?

    Sicherlich nicht.

    Unterschiedliche Schulsysteme führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Und wenn es heißt, unterschiedliche Voraussetzungen (Flächen- oder Stadtstaat, viele oder wenig Migranten) erfordern unterschiedliche Schulsysteme, dann sage ich ja, doch sie erfordern eben Schulsysteme, die geeignet sind, die unterschiedlichen Voraussetzungen, in die die Kinder hineingeboren wurden, auszugleichen.

    Doch das scheint auch weiterhin nicht zu gelingen.
    Landespolitisch-ideologische Scheuklappen abzureißen und wirklich etwas für Chancengleichheit zu tun, das will in diesem Land, das grad seine "Einheit" gefeiert hat, einfach nicht gelingen.

    Ja, auch das bayerische Schulsystem ist lange nicht perfekt, aber es scheint einigermaßen gut auf die Belange der Schüler im Flächenstaat Bayern abgestimmt zu sein. Warum gelingt das anderswo nicht?


    4. Oktober 2012

    15.15 Uhr Religionsfreiheit

    Da hat ein Bischof der Pius-Bruderschaft, einer doch noch irgendwie der römisch-katholischen Kirche zugehörigen Vereinigung von Gläubigen, im Jahre 2008 nach Christi Geburt in einem Interview mit einem schwedischen Fernsehsender zwei Sätze über das gesagt, was er nicht glaubt.

    Wegen dieser beiden Sätze, und weil das Interview ins Internet gestellt wurde und dadurch (verflucht, warum hat es keiner gesperrt?) auch in Deutschland verbreitet werden konnte, wurde der ungläubige Bischof zu einer Geldstrafe von 6.500 Euro verurteilt.

    Das Urteil wurde in einem Revisionsverfahren wegen Verfahrensmängeln aufgehoben, doch nun hat das Amtsgericht Regensburg einen neuen Strafantrag gestellt, dabei darauf geachtet, die Verfahrensmängel nicht zu wiederholen, und besteht darauf, dass ein Urteil wegen Volksverhetzung vollstreckt werden müsse.

    In dem im folgenden verlinkten Artikel der ZEIT sind die beiden Unglaubensbekenntnisse des Bischofs abgedruckt, daher distanziere ich mich aufs Schärfste von diesem Artikel, der m.E. ebenso wie das ins "deutsche Internet" geratene Interview zu einer Anklage führen müsste. Aber bitte diesmal auch gegen den Herausgeber der ZEIT - und nicht schon wieder gegen den ungläubigen Bischof.

    Ich selbst hüte mich, den Unglauben dieses Bischofs zu verbreiten. Denn mir scheint, dass Religionsfreiheit nur für "Glauben" - und habe er noch so unbegreifliche Inhalte - gewährt wird, nicht aber für Unglauben.


    Wenn ich mir so überlege, was mir alles schon als "wahr" verkauft werden sollte, und wenn ich mir so überlege, was mir schon alles so als "falsch" verkauft werden sollte, von den Massenvernichtungswaffen des Irak angefangen, bis hin zu der Notwendigkeit eines ESM, um den Euro zu retten, von der Mondlandung bis zum Einsturz der Twin Towers, dann kann ich nur sagen:

    In einem Land, das sich ein freies Land nennt, in einem Land, das sich Demokratie und Republik nennt, sollten alle Spinner, die "ihre" Tatsachen und "ihre" Meinungen ausbreiten, gleich behandelt werden - nämlich mit dem Anspruch auf eine großzügig ausgelegte Meinungsfreiheit.

    Und dann mögen alle freien Bürger dieses Landes für sich entscheiden, was sie davon halten.

    Prozesse wegen Volksverhetzung, nur weil einer sagt, er glaube etwas nicht, was offizielle Wahrheit ist, was er sonst fast überall auf der Welt sagen darf, ohne dafür straf-verfolgt zu werden, sind eines wirklich souveränen Staates unwürdig.


    Herr Schäuble glaubt z. B. nicht daran, dass Deutschland seit 1945 jemals voll souverän war - wird er wegen dieses Unglaubens wegen Volksverhetzung belangt?

    Nein.

    Er lenkt m. E. damit aber durchaus einen gewissen Volkszorn auf eine von ihm ungenannte Hegemonialherrschaft ...


    3. Oktober 2012

    ganztags TdDE 22 /2012

    Der Paukenschlag am Donnerstag vom Mittwoch, dem Nachfolger des 17. Juni.

     

     


    2. Oktober 2012

    19.00 Uhr Neues von MyDoo und Telekom

    Die Telekom hat sich bewegt. Ich habe eine Gutschrift über 93,00 Euro erhalten.
    Die 19,95 Euro, um die es mir ging, hatte ich vorher schon durch meine Bank zurückholen lassen. Außerdem hat die Telekom mir - obwohl ich das gar nicht unbedingt wollte - eine Drittanbieter-Sperre eingerichtet.

    Bin gespannt, wie lange es dauert, bis die Abofalle sich bei mir meldet ...

    ;-))

     

    Für alle, die selbst betroffen oder gefährdet sind, hier die ausführliche Fortsetzung der Dokumentation


    09.30 Uhr Sonderbare Signale aus Brüssel

    Eine Expertenkommission hat der EU-Kommission (ja, da gibt es einen Unterschied) Ideen vorgelegt, die darauf hinauslaufen, die großen Universalbanken zu zwingen, ihr Investmentbanking auszugliedern, um so die Risiken eben dieses Investmentbankings zu isolieren und damit die Gefahren, die von einem Bankencrash ausgehen, innerhalb der Finanzsphäre zu halten. Anders gesagt, diese Expertenkommission ist zu der Überzeugung gekommen, auf diese Weise die für die Realwirtschaft wichtigen Funktionen des Bankwesens erhalten zu können, ohne auch weiterhin Banken mit irrsinnigen Milliardenbeträgen retten zu müssen.

    Die Idee ist gut.

    Die Idee ist so gut, dass ich mir verwundert die Augen reibe und mir die Frage stelle, was da wohl los ist, in Brüssel.

    Natürlich ist davon noch nichts wirklich ausdiskutiert, natürlich haben die Lobbyisten gerade erst angefangen, dagegen Sturm zu laufen, natürlich ist noch überhaupt nichts entschieden - und ob es entschieden werden wird, steht in den Sternen.

    Interessant ist aber doch, dass diese Information in die Öffentlichkeit gegeben wurde. Daraus lässt sich schließen, dass da ein neuer Plan realisiert werden soll, dessen Für- und Wider jetzt eine Weile heiß diskutiert wird, bis sich in der öffentlichen Wahrnehmung die Ansicht etabliert hat, die EU hätte tatsächlich vor, die Macht der Banken, und die Gefahren, die von den Banken ausgehen, einzuschränken.

    Dieses Thema sollten wir im Auge behalten. Spätestens wenn Ideen auf den Tisch kommen, welche Teile der Bankenaktiva - also der von den Universalbanken gehaltenen Vermögenswerte - mit den Einlagen der Großanleger (= Schulden der Banken) ausgegliedert werden sollen, bzw. dürfen, wird sich zeigen, welche Interessen damit wirklich verfolgt werden.

    1. Oktober 2012

    15.30 Uhr Peer soll's richten

    Die Macht der Demoskopen hat wieder einmal eine schöne Blüte getrieben und mit Peer Steinbrück jenes Mitglied der vorzeitig zerfallenen Troika zum Wahlkampfleiter der SPD gemacht, von dem angenommen wird, dass die mediale Begleitung dieses Herrn mit der grimmig-eisernen Miene, ihn genau zu dem Gesicht gemacht hat, an das Wähler sich erinnern könnten, nicht ohne beim Betrachten dieses Gesichts "Kompetenz" zu assoziieren. Bei "Wirtschaftskompetenz" wird's dann ein bisschen schwieriger, denn die, die wissen, was das ist, kommen seltener auf diese Assoziation - und für die anderen ist der Begriff schon zu sperrig, um damit ein Gesicht zu assoziieren.

    Drei Tage lang steht er nun schon eisern als Spitzenkandidat im Raum, heut wurde er (nachträglich) offiziell gekürt (ein Ereignis, das mich schmunzeln ließ - den Event hätte man sich schließlich auch schenken können).

    Ein Jahr Zeit für die politischen Gegner der SPD, ihn zu demontieren.
    Ein Jahr Zeit für die Sozialdemokraten in der SPD, sich ein Magengeschwür anzuärgern.

    Doch die Demoskopie hat gesagt: Der hat die besten Chancen. Bessere als Gabriel und bessere als Steinmeier. Das hätte ich übrigens ganz genau so eingeschätzt, nur hätte ich, als "die SPD" niemals angenommen, dass Steinbrück auch der bessere Mann für diesen Job ist.

    Was da stattgefunden hat, war so eine Art Kandidaten-Casting - und singen darf am Ende nicht, wer's kann, sondern wer für den Augenblick am populärsten scheint, weil er die populistischsten Sprüche drauf hat.

    Ist aber eh' egal.

    Sollten wir bis dahin ein verfassungsgemäßes Wahlrecht haben, holt Steinbrück nächstes Jahr irgendwas zwischen 28 und 32 Prozent für die SPD und zieht als Minister für irgendwas und Vizekanzler in die große Koalition unter Angela Merkel ein. Wetten?

    Den Spruch, dass man das vor der Wahl keinesfalls wollte, dass aber der Wähler entschieden habe und man nun die Verantwortung annehmen müsse, den haben wir nach Wahlen schon so oft gehört, dass er praktisch zum semantischen Kern jeder Wahlaussage bezüglich einer vollmundig angestrebten Koalition gehört, weil auch solche Aussagen mehr aus wahltaktischem Kalkül, denn aus dem echten Wunsch nach einer Koalition getroffen werden.

    Rommel soll in der Wüste links blinken und rechts abbiegen befohlen haben, um die britischen Jagdflieger zu verwirren. Es hat ihm letztlich nicht geholfen.

    Auch Steinbrück wird, wenn's drauf ankommt, rechts in Richtung Union abbiegen.
    Der einzige Lichtblick, den ich darin sehe, ist die Chance, dass er Philipp Rösler verdrängt. Aber viel Licht ist das auch nicht.

     

     

     


    30. September 2012 

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

     

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

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    29. September 2012
    28. September 2012

    27. September 2012

    13.00 Uhr Die Telekom - Inkassobüro für Abofallen-Betreiber?

    Zwei Wochen war nun Ruhe, die Telekom hat sich auf meine Anfrage nicht gemeldet. Doch heute war der volle Rechnungsbetrag einschließlich der 19,95 € für die ominöse MyDoo GmbH abgebucht.

    Wie geplant habe ich die Lastschrift rückgängig gemacht und der Telekom den ihr zustehenden Betrag überwiesen. Die Dokumentation und einen wichtigen Tipp für alle Betroffenen finden Sie hier

    Als Verleger des Buches "Brieffreundschaft mit einem Abzocker" von Andreas Sterntal, in dem diese Machenschaften auf amüsante Weise bis ins Kleinste beschrieben sind, geht es mir gegen die Ehre, mich nicht mit allen Kräften gegen diese Abzockerei zu wehren.

     

    11.11 Uhr Das Teil von uns 

    ... und wieder einmal grüßt das Murmeltier. Diesmal aus dem Mund von Angela Merkel: "Der Islam ist ein Teil von uns".

    War da nicht gerade Merkels selbsternannter Bundespräsident Wulff über diese Aussage gestürzt? Musste nicht deswegen Bettina Wulff ihr Erklärungsbuch schreiben? Hat man nicht deshalb die zweifelhaften Eigenheimsubventionen ausgekramt?

    Oder hat er es nur falsch formuliert, was die Chefin meinte?
    "Der Islam gehört zu uns", das war Wulff. "Der Islam ist ein Teil von uns", das ist nun die merkelsche Rhetorik.

    Korinthenkackerisch, wie ich nun manchmal bin, möchte ich zunächst feststellen, dass der Islam kein "Teil" ist, sondern eine Weltreligion. Eine Weltreligion mit
    Anschauungen, Grundsätzen und Glaubensinhalten, die uns weitgehend religionsfernen und uns aufgeklärt wähnenden Mitteleuropäern eher mittelalterlich vorkommt.

    Staaten, in denen als einziges Gesetz die Scharia gelten soll, sind uns mehr als nur suspekt, wir lehnen sie ab. Wir verbieten Lehrerinnen islamischer Religionszugehörigkeit das Tragen von Kopftüchern im Unterricht, weil sich das nicht mit unserer grundgesetzlich garantierten Religionsfreiheit verträgt.

    Wir halten die Scharia als ungeeignet, Rechtsgrundlage einer demokratisch verfassten Republik zu sein.

    Wir wenden uns mit Empörung ab, wenn wir von drakonischen Strafen für Ehebrecherinnen hören, wir sind entsetzt, wenn islamische Geistliche Todesurteile über Karikaturisten, Schriftsteller und Videofilmer verhängen.

    Doch diese Auseinandersetzung um "Werte" wird nicht geführt. Stattdessen erfolgt eine willkürliche und fehlerhafte Unterscheidung in den "Islam" - einerseits - und die "Islamisten" andererseits, wobei alles, wovon wir nichts hören, sehen und sagen wollen, den Islamisten zugeordnet wird, die zugleich als Terroristen von Al Khaida
    identifiziert werden, was den Krieg gegen Staaten mit überwiegend islamischer Bevölkerung rechtfertigt, weil wir, mit unserer Bundeswehr ja schließlich nicht zuletzt nach Afghanistan gegangen sind, um islamischen Mädchen den Schulweg freizuschießen und damit dem ganzen Staat die Demokratie zu bringen.

    Korinthenkackerisch, wie ich nun manchmal bin, möchte ich zudem verwundert feststellen, dass ich nicht feststellen kann, wen Frau Merkel meint, wenn sie "uns" bzw. "wir" sagt.

    Plural Majestatis: "Wir, Angela Merkel von Volkes Gnaden"?
    Bundeskabinett: "Wir die Regierung der Bundesrepublik Deutschland"?
    Bundestag: "Wir, die gewählten Vertreter der wahlberechtigten Deutschen"?
    Deutsche: "Wir, die Menschen deutscher Staatsangehörigkeit"?
    Bevölkerung: "Wir, die Menschen, mit dauerhaftem Wohnsitz in Deutschland"?
    Euro-Zone: "Wir, die wir unsere Rechnungen mit Euro bezahlen?"
    EU: "Wir, die Bevölkerung der Europäischen Union"?

    In allen diesen Möglichkeiten sehe ich nirgends eine Chance, den Islam als einen Teil der "Gemeinten" zu identifizieren.

    Eine Religion kann nicht Teil eines wie auch immer gearteten "Wir" sein.

    "Wir", das sind immer und grundsätzlich Menschen, gelegentlich auch vermenschlichte Wesen, wie sie in Kinderbüchern (Wir, die Tiere des Waldes) oder Horrorgeschichten (Wir, die Geister der Verfluchten) vorkommen.

    So habe ich überhaupt kein Problem damit, einem Satz zuzustimmen, der da lautet:
    "Deutsche Staatsbürger mit muslimischem Glauben sind Teil unseres Volkes", oder, etwas weiter gefasst, "Menschen muslimischen Glaubens mit dauerhaftem Wohnsitz
    in Deutschland sind Teil der deutschen Bevölkerung".

    Denn diese Sätze lassen sowohl Religionsfreiheit im Sinne des Grundgesetzes zu, wie auch die ungemein wichtige Trennung zwischen Religion und Staat. Diese Sätze geben zudem dem deutschen Recht in allen seinen Verästelungen Vorrang vor religiösen Gesetzen oder Verpflichtungen.

    Flapsig dahingesagte Sätze, wie: "Der Islam ist ein Teil von uns", verwischen ganz bewusst diese Grenzen.

    Es ist höchste Zeit, dass "Wir" endlich den Mut finden "Uns" zu definieren. "Wir" ist eine Abgrenzung, die durch die Betonung von Zusammengehörigkeiten entsteht - und die an die Zugehörigkeit zu diesem "Wir" einigermaßen klare Maßstäbe anlegt.

    In meinem Buch "Unsere Freiheit - man kann sich dafür einsetzen", EWK-Verlag 2008, habe ich die Notwendigkeit der Klärung des Wir-Begriffes um einiges ausführlicher herausgearbeitet. Einige Sätze daraus:

    ... wenn wir also heute darüber nachdenken, wie "Freiheit" in Deutschland - am besten schon ab morgen - vernünftig und gerecht zu gestalten sei, dann wird die Geschichte bei der Frage, für wen diese Freiheiten gelten sollen, nicht viel weiter helfen, weil es eine eindeutige abstammungsgeschichtliche Antwort auf die Frage: "Wer ist Deutscher?", nicht gibt.

     

    Der pragmatische Ansatz

    Ausgangspunkt für die Frage: "Wer gehört zu uns?", kann nur die Gegenwart sein. In der Gegenwart leben aber auf dem Staatsgebiet der Bundesrepublik Deutschland nicht nur jene Menschen, die aufgrund ihrer Abstammung und Gebietszugehörigkeit von 1871 an als Deutsche gelten können, sondern auch jene Menschen und ihre Nachkommen, die wir einst als Gastarbeiter ins Land geholt haben, um mit Hilfe ihrer Arbeit die Industrialisierung zu voranzutreiben und - später - das Wirtschaftswunder zur höchsten Blüte zu treiben.

    Ein Teil davon hat die deutsche Staatsangehörigkeit angenommen, ein Teil nicht.
    Es leben darüber hinaus viele weitere Menschen auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, die aus den unterschiedlichsten Gründen ins Land gekommen sind. Ein Teil davon legal, mit Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung, ein Teil illegal und ohne jede Rechtsgrundlage.

    Unter allen diesen Menschen gibt es solche, die sich als Deutsche fühlen und ihren Platz in der deutschen Gesellschaft suchen und finden, und solche, die in unserem Lande Fremde bleiben. Wobei nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Chance zur Integration nicht alleine vom Willen der Migranten abhängt, sondern auch von der Bereitschaft der "Eingesessenen", sie auf- und anzunehmen.

    Unter all diesen Menschen mit ihren unterschiedlichen Schicksalen und Zielsetzungen sind es ausgerechnet die Illegalen, die es ermöglichen, klar und eindeutig feststellen zu können, dass nicht jeder, der sich auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland aufhält, deshalb schon zu "uns" gehört, und sich damit das Recht erworben hat, unsere Rechte und Freiheiten zu teilen und am "Gemeinschaftsgewinn" teilzuhaben, selbst dann nicht, wenn er die Bereitschaft zeigt, auch die entsprechenden Pflichten zu übernehmen, was allerdings aus der Illegalität heraus recht schwierig sein dürfte.


    Dass niemand seine für sich getroffene Entscheidung, zu uns gehören zu wollen, ohne unser Wissen und unsere Billigung wirksam umsetzen kann, ist eine fundamental wichtige Feststellung, die nur von wirklich böswilligen Kommentatoren als Ausfluss unüberwindlicher Ausländerfeindlichkeit angesehen werden kann.

     

    Gleich hinter dieser Linie der Erkenntnis ist das Terrain allerdings vermint. Wer glaubt, von dieser argumentatorischen Basis aus schnell und direkt weiter vorangehen zu können, unbedacht vorprescht und schon nach wenigen Schritten unfreiwillig in die Luft fliegt, verdient kein Mitleid. Das Minenfeld ist deutlich markiert. Der scheinbare Umweg, nämlich erst einmal ganz grundsätzliche Überlegungen anzustellen, welche unterschiedlichen Formen von Gemeinschaften es gibt, und wie man die Zugehörigkeit dazu erlangt, führt nicht nur sicherer zum Ziel, er eröffnet auf dem Weg dahin auch wichtige Erkenntnisse.

     

    Parallelgemeinschaften

    Überall da, wo der Staat die einzige Gemeinschaft ist, der man angehören kann, weil alle innerhalb des Staatsgebildes existierenden Gruppierungen über eine einheitliche Führung und Ausrichtung gleichgeschaltet sind, etablieren sich zwangsläufig Parallelgemeinschaften im Untergrund.

    Die Menschen sind zu unterschiedlich. Eine zentralistische Führung ist schon aus rein organisatorischen Gründen nicht in der Lage, allen Interessen gleichermaßen zu dienen und individuellen Vorlieben oder Abneigungen Rechnung zu tragen. Vor allem ist es ihr vollkommen unmöglich, neuen Ideen und sich verändernden Werten mit der Anpassung der verbindlich vorgegebenen Ideologie so schnell zu folgen, dass den Angehörigen der Zentralgemeinschaft der erhoffte "Gemeinschaftsgewinn" entstehen könnte.

    Das führt regelmäßig zum Zerfall von zwangsweise - und an den Bedürfnissen der Menschen vorbei - gebildeten Gemeinschaften. Ein schönes Beispiel aus der jüngsten Vergangenheit dafür ist das Jugoslawien des Marschall Tito, das zeigt, dass auch die beste Absicht eine törichte Entscheidung nicht heilen kann.

    (Dass die EU unweigerlich den gleichen Weg gehen wird, wenn es nicht in letzter Minute gelingt, den Prozess des Zusammenwachsens von Nationen, die in vielerlei Hinsicht dafür einfach noch nicht reif sind, zu entschärfen, kann mit großer Sicherheit vorhergesagt werden.)

    Was Menschen in Gemeinschaften alles suchen und finden, wenn man ihnen die Freiheit lässt, sich nach ihren Interessen und Neigungen in Vereinigungen jeder Art zusammenzufinden, reicht von Sicherheit, Geborgenheit und Zuversicht, wie sie zum Beispiel den Angehörigen religiöser Orden als Lohn für mancherlei Verzicht winken, über das Gefühl gemeinsamer Stärke und Macht, die der Hooligan in der Masse Gleichgesinnter verspürt, wenn es darum geht, die Fans der gegnerischen Mannschaft in die Flucht zu prügeln, bis hin zu jenem stillen, hilfsbereiten Verständnis, das Menschen bewegt, sich Selbsthilfegruppen anzuschließen.

    Aber es gibt auch die sprichwörtliche Kameradschaft von Soldaten im Fronteinsatz, die Verbundenheit in gemeinsamer Trauer, die manchmal wildfremde Menschen dazu bringt, sich gegenseitig um den Hals zu fallen; es gibt die in ihr Schicksal ergebene Gemeinschaft der Kranken einer Leprakolonie und es gibt verwandtschaftliche Bande, die eine lebenslängliche Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft begründen, die man sich nicht selbst aussuchen konnte.
    Schüler bilden Klassengemeinschaften, Mitarbeiter von Unternehmen und Behörden bilden in den formalen Gliederungen von Abteilungen und Dienststellen ihre Gemeinschaften, aber auch in Betriebssportgruppen und - quer über alle offiziellen Ordnungen hinweg - auch völlig informelle Gruppierungen.

    Letztlich bilden auch die Bürger von Gemeinden, Landkreisen und Bundesländern Gemeinschaften, die - im gesetzlich vorgesehenen Rahmen - aufgerufen sind, ihr Zusammenleben auf der jeweiligen Verwaltungsebene selbst zu regeln.

    Diese Sammlung von Beispielen unterschiedlichster Gemeinschaften lässt einige Grundprinzipien menschlicher Gemeinschaftsbildungen erkennen:

    • Gemeinschaften können sowohl auf freiwilliger Basis spontan, wie auch unter Zwang gebildet werden oder aufgrund historischer Entwicklungen vorgegeben sein.
      (Verein: freiwillig und spontan, Wehrpflichtigenkompanie: Zwang und historische Entwicklung)
    • Jeder kann gleichzeitig Mitglied mehrerer unterschiedlicher Gemeinschaften sein - und ist das in der Realität auch. Derartige Überschneidungen von Gemeinschaften können sowohl horizontaler wie auch vertikaler Natur sein (horizontal zum Beispiel: Schützenverein, Gesangsverein, Kirchengemeinderat - vertikal zum Beispiel: Betriebsrat, Aufsichtsrat).
    • Menschen, die lediglich eine Reihe von gleichen, statistisch relevanten Merkmalen aufweisen, wie es z.B. die Zielgruppen der Werbewirtschaft oder die Bezieher von ALG II sind, können wegen dieser gemeinsamen Merkmale noch nicht als Gemeinschaft angesehen werden. Dazu ist es erforderlich, dass sie sich selbst organisieren, gemeinsame Ziele anstreben, sowie Rechte, Verantwortung und Pflichten formulieren.
    • Menschen, die per Gesetz aufgrund ihrer Abstammung, Herkunft oder bestimmter Eigenschaften einer bestimmten bestehenden Gemeinschaft zugeordnet werden, bilden allerdings sehr wohl eine Gemeinschaft und unterliegen deren Ordnung, auch wenn sie sich nicht aktiv für deren Ziele einsetzen, die ihnen zugewiesene Verantwortung ablehnen und ihren Pflichten nicht nachkommen. Solche Zwangsgemeinschaften bilden z.B. die Mitglieder der IHK, die Wehrpflichtigen einer Gruppe oder Kompanie, aber auch die Bürger einer Stadt oder eines Bundeslandes.
    • In Deutschland lebende Menschen sind aufgrund historischer Entwicklungen (Staatenbildung, Landesgrenzen, Stadtgründungen) per Geburt oder Zuzug zwangsweise Mitglied von Gemeinschaften. Diese umfassen jeweils die gesamte Bevölkerung einer klar umschriebenen Landfläche und unterwerfen diese einer einheitlichen Ordnung, aus der Rechte, Pflichten und Freiheiten hervorgehen.
    • Grundsätzlich können alle Gemeinschaften unterschiedliche Kategorien der Gemeinschaftszugehörigkeit festlegen. Ein Wohlfahrtsverband kann zwischen aktiven und Fördermitgliedern unterscheiden und darüber hinaus auch noch Ehrenmitglieder ernennen. Gemeinden können ihren Bürgern unterschiedliche Rechte und Pflichten einräumen, alleine abhängig davon, ob sie ihren Erst- oder Zweitwohnsitz dort haben. Selbst der Gesamtstaat unterscheidet zwischen Bürgern, denen alle Grundrechte gewährt werden und solchen, deren Grundrechte eingeschränkt sind, wie z. B. Soldaten, Strafgefangenen oder Entmündigten. Letztlich trifft er auch die Unterscheidung zwischen solchen Personen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen - und solchen, die sie nicht besitzen.

     

    Nachdem man sich diese Sachverhalte in Erinnerung gerufen hat, erscheint das ganze aufgeregte Gezerre um Inländer und Ausländer, um Volk und Bevölkerung, um Angst vor dem Aussterben und Angst vor Überfremdung relativ absurd.
    Der Umweg um das Minenfeld hat sich gelohnt. Niemand muss bis zur Heiserkeit brüllen "Ausländer raus!", niemand muss uns bis zur Erschöpfung an unsere humanitären Verpflichtungen gegenüber Asylbewerbern erinnern, niemand muss verzweifelnd auf die kopfstehende Alterspyramide verweisen und damit die Notwendigkeit des Zuzugs junger Menschen begründen:

    Wir leben nicht im Chaos und es droht kein Chaos,
    denn wir haben Regeln - und, was wichtiger ist:
    Wir sind in der Lage, unsere Regeln anzupassen,
    zu verändern und fortzuschreiben.

    Wenn dies einigermaßen klar geworden ist, wird auch klar, dass wir kein "Ausländerproblem" haben. Das könnten wir nämlich lösen. Wir haben ein "Inländerproblem", das darin besteht, dass wir es nicht geschafft haben, eine gemeinsame Vorstellung davon zu entwickeln, wer wir sind, wer wir sein wollen, wer zu uns gehört, wer sich uns unter welchen Bedingungen anschließen darf - und wer nicht.


    Hätten wir eine gemeinsame Vision, eine gemeinsame Zielvorstellung, gemeinsam erarbeitete Kriterien für die Aufnahme fremder Menschen in unsere Gemeinschaft - unser Problem hätte sich längst in Luft aufgelöst. So aber scheiden sich an dieser Frage weiterhin die Geister. Die Feigheit der Vertreter der Mitte, selbst klare Standpunkte zu beziehen, hat es den Vertretern extremer Positionen überlassen, immer wieder an die Notwendigkeit der Diskussion zu erinnern.

    Das ist ein einfacher Trick, das Problem totzuschweigen, denn auf Argumente und Meinungsäußerung von "Nazis" und "Kommunisten" kann man getrost mit jenen in langen Jahren perfekt eingeübten Abscheureaktionen reagieren, die nicht nur geeignet sind, den politischen Gegner bestmöglich zu diffamieren, sondern - und darauf kommt es wohl an - auch das von diesem vorgetragene Problem als "nicht diskussionswürdig" vom Tisch zu wischen und es selbst nie wieder aufgreifen zu müssen.

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    26. September 2012

    11.00 Uhr Draghisch

    Mario Draghi, gewaltbereiter*) Chef der EZB, wird bei unseren Kindern und Enkeln zu einem neuen Schub von Rechtschreibschwäche führen.

    Deutschlehrer werden immer wieder - auch gegen ihre Überzeugung - die Worte "Draghödie", "Draghik" und "draghisch" als falsch anstreichen müssen, bis die nächste Rechtschreibreform Klarheit bringt.

    Unterstellt man "FOCUS Money", dass die Berichterstattung über das jüngste Treffen Draghis mit den Bossen der deutschen Industrie in Berlin, aus allem, was da geredet wurde, das Wichtigste herausgefiltert und wahrheitsgemäß wiedergegeben hat, dann war der Auftritt Draghis dort nur peinlich.

    • „Wir sehen auch jetzt schon sehr positive Zeichen. Das zeigt, dass die Investoren im Grunde Vertrauen haben in die Richtung, die wir eingeschlagen haben“.
    • „Das größte Risiko ist nicht das Handeln, sondern das Nichthandeln. Und wir haben gehandelt.“
    Draghi pflegt beharrlich den Irrtum, die gesamte Euro-Zone habe sich den Spekulanten gegenüber, die er immer noch devot "Investoren" nennt, untertänig und wohlgefällig zu verhalten.
    Der Mann hat ein Amt, dass es ihm ermöglichen würde, die Euro-Zone aus den Klauen der internationalen Spekulation zu befreien.
    Er hätte die Macht, aus dem Euro eine Währung zu machen, deren Verfügbarkeit (Liquidität) im Binnenmarkt von den Notwendigkeiten der Realwirtschaft abgeleitet wird, statt von den Gewinninteressen einer asozialen Spekulantenbande.
     
    Nichts von alledem ist zu erkennen.
     
    Über den Aufkauf von Staatsanleihen zweifelhafter Werthaltigkeit werden die Vermögen der Spekulanten gesichert und zugleich wird für ihre Liquidität gesorgt,
    damit sie in der Lage sind, die per Spardiktat zur Privatisierung freigegebenen Rosinen aus dem Volksvermögen der Schuldnerstaaten an sich zu reißen.
     
    Und was seine zweite "Kernaussage" betrifft, handeln sei besser als nicht handeln, dann halte ich die für einen ausgemachten Blödsinn.
     
    Er mag gemeint haben, agieren sei besser als reagieren, was dann zutrifft, wenn das eigene Agieren Richtung und Ziel eines Prozesses bestimmt, doch selbst das ist nicht zu erkennen.
     
    Der "Euro" agiert nicht auf den Finanzmärkten. Der "Euro" reagiert, und zwar auf die erbärmlichst denkbare Weise, indem er allen Forderungen nachgibt, um sich das "Vertrauen" der "Investoren" zu erhalten.
     
    Geld ist ein Bestandteil der Infrastruktur einer Volkswirtschaft.
     
    Der Kern der Krise, die wir gerade erleben, besteht darin, dass diese Infrastruktur in private Hände gelegt wurde, womit Handel und Wandel, Fortschritt und Wachstum, Bildung und Kultur, Wohlstand und Sozialsysteme, Frieden und Glück vollständig den Interessen von Spekulanten untergeordnet wurden.
     
    Und die sagen sich:
     
    "Zocken ist besser als nicht zocken, und wir haben gezockt."
     
    "Wir sehen auch jetzt schon sehr positive Zeichen. Das zeigt, dass unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit der großen Goldman-Sachs-Familie gerechtfertigt war und ist."
     
     

    *) gewaltbereit? Feuerkraft, Bazooka, usw. sind die Vokabeln, mit denen Draghis Maßnahmen ausgeschmückt werden. Für mich Ausdruck von Gewalt und Gewaltbereitschaft.


    25. September 2012

    14.00 Uhr ABFALL 

    Markus Mertens von den Badischen Neuesten Nachrichten hat Nicole Eicks Buch besprochen.

     

     

     

     

    Seine - nach der Lektüre dieses aufrüttelnden Buches - doch auch emotional gefärbte Rezension finden Sie

    hier.

     

    Und den EWK-Verlag, der dieses - nach Expertenmeinung "unverkäufliche" - Buch möglich machte, den finden Sie mit einem Klick auf das Bild.


    24. September 2012

    10.30 Uhr Schirmhebelei

    Archimedes wusste, dass ein Hebel nur dann funktioniert, wenn sein Drehpunkt ein stabiles Lager findet.

    Der Ewige Stabilitäts-Mechanismus soll nun "gehebelt" werden, um seine Möglichkeiten, Rettungskredite zu vergeben, von schlaffen 500 Milliarden Euro auf
    2 Billionen Euro auszuweiten.

    Dazu sollen "private Investoren" gefunden werden, die - angelockt mit dem Versprechen, ihr Risiko für einen Teilverlust ihres eingesetzten Kapitals würde durch den ESM getragen - ihr Geld nun einsetzen sollen, um mit der EZB und dem ESM auf den Erhalt und die Stabilität des Euros zu wetten, statt weiter dagegen zu halten.

    Damit liegt das Eingeständnis auf dem Tisch, dass auch der Ewige Rettungsschirm nicht ausreichen wird, den Euro zu retten, so die Spekulation dagegen nicht aufhört.

    Und es liegt die nackte Angst auf dem Tisch, dass die Spekulation nicht aufhören wird. Also sind die 720 Milliarden ESM-Kapital im Grunde schon jetzt futsch.

    Was sollte nun einen Spekulanten, selbst wenn er als "Investor" hofiert wird, veranlassen, sich auf die Seite der Verlierer zu schlagen? Die Hoffnung, 25% seines Total-Verlustes würde ihm durch ESM garantiert ersetzt? Das hat schon bei ESFS keinen Hund hinter dem Ofen vorgelockt ...

     

    Und dann fehlt dem ganzen Konstrukt halt leider noch die Hauptsache, nämlich jener fixe Punkt, an dem man den Hebel ansetzen könnte.

    Der Geldwert des Euros?

    Der wird mit jeder Rettungsmilliarde ein Stück weiter aufgeweicht, der trägt längst keinen Billionenhebel mehr, das ist nur noch die trügerische Oberfläche eines bodenlosen Sumpfes.

    Die Wirtschafts- und Ertragskraft der Euro-Zone?

    Die wird mit jedem Sparpaket ein bisschen mehr zerschlagen - am Ende völlig pulverisiert. Auch da findet der Hebel keinen Halt.

    Deutschlands Vormachtstreben in Europa?

    Das lässt sich durch die Erpressung mit Spardiktaten nicht durchsetzen. Diese Erkenntnis beginnt langsam auch jenen zu dämmern, die das für einen Spaziergang hielten. Die Stimmen, Griechenland aus dem Euro zu entlassen, kommen ja nicht von ungefähr. Da steckt die Einsicht dahinter, dass vom griechischen Volk der Zündfunke des Widerstands ausgehen könnte, der die Faulgase in der Euro-Blase zur Explosion bringt. Das ist der befürchtete Domino-Effekt, bzw. die "Ansteckungsgefahr", wie man es heute zu nennen pflegt.

    Doch was hilft alles Denken, wenn die Lenker mit Gewalt auf den Schaden hinwirken, in der Überzeugung, durch Schaden könnten sie klüger werden?

    Sie werden ihren Hebel basteln. Und sie werden mitten im Sumpf der Inflation den Sandhügel der zerbröselten Reste der Wirtschaftskraft der Euro-Zone aufschütten und die Traumgebilde deutscher Politstrategen auf den Sandhaufen setzen und sich wundern, dass ihr wunderschöner 2-Billionen-Hebel, den sie dort in Stellung bringen wollten, mit blubbernden und schmatzenden Geräuschen zügig im Sumpf versinkt.


    23. September 2012

     

    Manuelas Bild vom Sonntag

    .

    .

    Wolfgangs Bild vom Sonntag

    .


    22. September 2012

    15.00 Uhr Erste Allgemeine Veralzheimerung

    Der Welt-Alzheimertag, am 21. September, und der Weltkindertag, am 23. September, kringeln sich interessanterweise um den heutigen Weltbesäufnistag, an dem Münchens Oberbürgermeister Ude mit zwei Schlägen mit dem Schlegel wieder einmal das angezapft hat, was immer der noch der Deutschen liebste Droge ist.

    "Table for Two" - ansonsten in Blues und Boogie zuhause, haben das in ihrem bierseligen Lied "Im Bayernlandl", das leider nie zum europäischen Grand Prix der Volksmusik zugelassen wurde, treffend auf den Punkt gebracht:

    "Komm Dirndl, ziag dei Dirndl aus ...

    ... beim Wirt sauft si dei Alter blöd,
    koa Wunder, dass bei dem nix geht ..."

    Doch darauf wollte ich eigentlich gar nicht hinaus.

    Mit dem Welt-Alzheimertag
    wird die Erinnerung an eine Form der Demenz wachgehalten und die Furcht davor geschürt, die auch durch die schönsten Alzheimer-Witze (jeden Tag lernt man neue Leute kennen; den Namen meiner Krankheit hab ich schon wieder vergessen; usw.) nicht hinreichend wieder kompensiert werden kann.

    Da tut sich schon wieder ein Massenmarkt für den medizinisch-industriellen Komplex auf. Von den Hausärzten, die sich mit Testbögen auf die erschreckte Kundschaft vorbereiten, bis hin zu den Produzenten der Kernspin- und Magnetresonanztomographen, die erste Spuren der weißen Plaque in der grauen Hirnsubstanz der zunehmenden Schar von Hypochondern aufspüren können sollen, ist die Freude darüber groß, dass sich die Zahl der Alzheimerpatienten bis 2050 verdoppeln soll (Herrschaft! Welcher Professor hat sich wohl für diese Prognose hergegeben?).

    Und dann heißt es, ganz, ganz vorsichtig, aber doch schon Angst einflößend:

    "Wo war noch der Autoschlüssel? Und wie hieß der Schwager mit Vornamen? Zeigt das Gedächtnis im Alltag Lücken, muss dahinter nicht zwangsläufig eine Erkrankung stecken."

    Nein. Da muss nicht zwangsläufig ...

    Ein Lungenkarzinom muss auch nicht zwangsläufig zum Tode führen, ein Sturz aus fünf Metern Höhe muss nicht zwangsläufig zu schwersten Verletzungen führen - und ein ärztlicher Kunstfehler muss nicht zwangsläufig zu einer Schadensersatzklage führen.

    Es ist zum ...

    Ein verlegter Autoschlüssel und ein momentan nicht zugänglicher Vorname, das sind ganz normale Erscheinungen, die zu überhaupt nichts führen. Weder zwangsläufig noch zufällig.

    Nur wer sich mit solchen Sätzen Angst einjagen lässt - und keinen anderen Zweck haben solche "kriminellen" Formulierungen - der wird zur leichten Beute eines Gesundheitsbetriebs, dem es nur noch auf Ertragssteigerung ankommt.

    (Es gibt auch löbliche Ausnahmen, doch der marktbeherrschende, organisierte medizinisch-industrielle Komplex lässt diese Ausnahmen kaum noch erkennen.)

    Die Diagnose Alzheimer, so heißt es, kann sicher nur nach dem Tod des Patienten per Obduktion festgestellt werden.

    Demenz entsteht auf vielfältige Weise. Vor allem dann, wenn ältere Menschen mehr und mehr von der Umwelt abgeschnitten werden, wenn sie in Pflegeheimen, im Halbdämmer ans Bett gefesselt, nur noch leben, um die Pflegepauschale abrechnen zu können. Wenn alle äußeren Reize abgeschaltet und ferngehalten werden, wenn die für sie geschaffene Umgebung den Geist einrosten lässt, dann tauchen sie ein in Erinnerungen und kommen oft nicht wieder vollständig zurück.

    Das kann übrigens auch schon geschehen, wenn überfürsorgliche Kinder die alte Mutter nach einem Sturz, den sie bis auf ein paar blaue Flecke unbeschadet überstanden hat, mit einem Rollator ausrüsten und sie damit vor die Tür schicken, und sie ermahnen, bloß nicht zu weit zu gehen. Und wenn die Mutter dann mal ein paar Stunden ausbleibt und nach nervenaufreibender Suche beim Kaffee bei der alten Schulfreundin entdeckt wird, gar mit einem "Hausarrest" belegt wird. Da liegt sie dann ganztags im Bett - bekommt irgendwann die gewünschte Pflegestufe und bald drauf darf sie ab ins Heim.

    Eine Geschichte, die mir so berichtet wurde, mit dem begründeten Verdacht, das sei nicht aus Sorge, sondern mit Kalkül veranstaltet worden, um endlich das ganze Elternhaus für sich zu haben.

    Kein Wunder, wenn eine solche Mutter an ihren Kindern irre wird.

    Dass das Kurzzeitgedächtnis im Alter nachlässt und dafür aus dem Langzeitgedächtnis Erinnerungen auftauchen, die über Jahrzehnte unzugänglich verschollen waren, ist eine altbekannte, ganz normale Erscheinung.

    Das hat weder mit Demenz noch mit Alzheimer zu tun.

    Und nachdem Alzheimer sowieso weder sicher diagnostiziert noch wirksam therapiert werden kann, ist jeder Gang zum Arzt wegen der Furcht, von dieser Krankheit befallen zu sein, ein unnützer Gang.

    Denn die Ansage, man könne den Verlauf der Krankheit zumindest um einige Jahre verzögern, ist ebenso unbeweisbar, wie die Werbeaussage zu einer Kopfschmerztablette, die angeblich 15 Minuten früher wirken soll.

    15 Minuten früher - als was???
    Einige Jahre länger - als was???

    Geistig fit bleiben heißt vor allem, am Leben teilnehmen.

    Mit Renten auf Hartz-IV Niveau ist das sehr schwer, und womöglich rührt die Prognose der Verdoppelung der Demenzkranken bis 2050 von dieser Überlegung her, dass diejenigen, die wegen Geldmangel vom Leben abgeschnitten sind, zwangsweise leichter verblöden werden.

    Doch als Gewinnquelle taugen sie immer noch. Die ärztlichen und pharmazeutischen Leistungen werden ja denen aufgebürdet, die zwangsweise ihre steigenden Krankenversicherungsbeiträge aufzubringen haben. Was man den Alten nicht mehr abnehmen kann, weil man es ihnen gar nicht erst gibt, nimmt man halt den Jungen ab - nicht ohne darauf hinzuweisen, dass nur die Alten schuld sind.

     


    08.30 Uhr Beschämend: Missgeburt Betreuungsgeld 

    Im Anfang war das Wort.

    Das große Wort. Das viel zu große, das unhaltbare Wort.

    Familienfreundlich wollte man sich gerieren und schrieb den Rechtsanspruch für einen Tagesbetreuungsplatz für alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr ins Gesetz.

    Ideologisch verbohrte Verfechter der totalen Erziehung durch den Staat, die das Heil der Kinder da zu finden wähnen, wo der Einfluss der Eltern zum frühestmöglichen Zeitpunkt ausgeschaltet wird, reichten sich die Hand mit jenen Großsprechern, die sich von einem solchen Gesetz schlicht ein Schleppnetz voller Wählerstimmen versprachen.

    Weil von Anfang an klar war, dass es zwar ein Gesetz, aber längst nicht genug Geld dafür geben würde, wurde, als die Erkenntnis dämmerte, dass Eltern auf die Idee kommen könnten, den Rechtsanspruch einzuklagen und die Zeit begann, davonzulaufen, das Betreuungsgeld erfunden. Wer keinen Krippenplatz in Anspruch nimmt, und damit hilft, das großmäulige Versprechen vor dem Ruch der Lüge zu schützen, sollte Geld bekommen, Geld für die häusliche Betreuung der Kleinsten. Das würde weniger kosten, als Krippenplätze zu schaffen - und immer noch als soziale Wohltat wahrgenommen - und zudem jene beruhigen, die ein bisschen mehr über das wissen, was Kinder in den ersten Lebensjahren brauchen, und was auch die schönste KiTa nicht zu geben vermag: Wärme, Liebe, Geborgenheit und ganz individuelles Eingehen auf die Bedürfnisse der Kleinsten, wie es eben nur Eltern einfühlsam, liebevoll und geduldig hervorbringen können.

    "Herdprämie", spotteten die Staatserzieher und überzogen Mütter und Väter mit dem giftigen Schleim ihrer Häme.

    "Trinkgeld" für versoffene, bildungsferne Asoziale, das nie und nimmer den Kindern zugute kommen wird, hetzten die anderen, denen aufgefallen war, dass auch das Betreuungsgeld Geld kosten würde, das man für "Kinder und Bildung" höchstens dann aufzubringen bereit war, wenn die Banken und der Euro gerettet und zudem der Haushalt ausgeglichen sein würde, also ein paar Jahre nach dem St. Nimmerleinstag.

    Sie hätten es gekippt, wäre da nicht Horst Seehofer gewesen, dessen christsoziale Klientel in Bayern vielleicht doch noch ein bisschen mehr an das Wohl der Kinder dachte, und die häusliche Betreuung dem Anspruch auf einen KiTa-Platz gleichgestellt sehen wollte.

    Der Bayer drohte gar, am Betreuungsgeld könne die Koalition zerbrechen, und da haben sie es ihm geschenkt - und er hat sich darüber gefreut.

    Er, der Christ, hat sich darüber gefreut, dass er sich durchgesetzt hat, dass es nun ein Betreuungsgeld geben wird, was er immer gefordert hat, und dass deshalb sein Ruhm alles überstrahlt, was sich im bayerischen Wahlkampf an Konkurrenz erheben könnte.

    Dass mit dem Betreuungsgeld nur eine neue soziale Ungerechtigkeit von beschämendem Ausmaß in die Welt gesetzt wurde, das konnte seine Freude nicht trüben.

    Denn die Ärmsten, die es am nötigsten hätten, die werden kein Betreuungsgeld bekommen.

    Die Ärmsten, die sich auch den KiTa-Platz nicht leisten können, der ja keinesfalls kostenlos angeboten wird, sondern leicht ein Loch in die Haushaltskasse reißt, das die monatlichen Zuwendungen nach den Hartz-Gesetzen mühelos vollständig verschlingen würde, die Ärmsten, die praktisch gezwungen sind, ihre Kinder zuhause zu betreuen, denen wird das Betreuungsgeld zwar gezahlt werden, aber von der ARGE schlicht wieder abgezogen. Kein Cent mehr für die Bezieher von Hartz-IV.

    Und dann der Hohn obendrauf:

    Natürlich bekommt jeder Hartzer für seine Kinder das Betreuungsgeld, er darf es nur nicht für die Betreuung seiner Kinder verwenden.

    Er muss es den deutschen Versicherern für eine Riester-Rente in den Rachen werfen. Und damit die auch den richtigen Reibach machen, ist auf einmal noch mehr Geld da. 30 Euro Bonus extra schiebt man den Versicherern in den Rachen, damit sie damit - je nach Alter der jungen Eltern - 30, 40 oder noch mehr Jahre ihre Finanzgeschäfte betreiben können, bevor sie - bei Renteneintritt - vielleicht einen Teil der damit erwirtschafteten Gewinne in die Auszahlung einer Rente stecken müssen. Es sei denn, im weiteren Verlauf der Euro-Krise, des nächsten Weltkriegs oder der Errichtung einer totalitären Weltregierung würden alle Ansprüche aus solchen Verträgen abgewertet, gestrichen oder schlicht erloschen sein.

    Das Betreuungsgeld zur Fütterung der gierigen Aktionäre der Versicherungswirtschaft einzusetzen, es zugleich als soziale Wohltat zu verkaufen und dabei nicht aufzuhören, alle jene, die es aus guten Gründen in Anspruch nehmen wollen - und es auch erhalten würden - massiv zu verunglimpfen, das ist eine ungeheuerliche Beleidigung für das ganze Vollk, auch für die Kinderlosen.

    Es ist ein neues Kapitel im "Bürgerkriech" - und der brave Deutsche kriecht auch nach diesem Peitschenhieb treu seine Pflicht erfüllend weiter.

    Manchmal schwinden meine Zweifel daran, dass jedes Volk genau unter jenen Herrschern zu leben hat, die es verdient.

    Wer es hinnimmt, dass aus dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz eine Subvention für die Versicherungswirtschaft gemacht wird, ohne dass ein zorniger Aufschrei zu vernehmen ist, der hat nicht nur aufgehört zu denken, er hat auch aufgehört zu fühlen, der hat sich aufgegeben und sein Schicksal in fremde Hände gegeben.

    Sind wir eine Republik von Zombies?
    Leben wir tatsächlich in der MATRIX?

    Die Tageskommentare vom 7. März 2011
    bis zum 21. September 2012 finden Sie
    im Archiv

    Dieser Zähler zählt seit etlichen Monaten die Besucher dieser Website.

    am 12.03. 2012 waren es 1.000.000
    am 8. Juli waren es 1.100.000
    am 25. August 2012 waren es 1.150.000
    am 8. Oktober 2012 waren 1.200.000

     

    und schon wieder sind es mehr geworden ...

     

    Vielen Dank für Ihr großes Interesse.

    Es ehrt mich.

    Links zu Seiten, die ich gerne empfehle:

    Nachdenkseiten
    Na klar, wer liest die nicht?
    http://www.nachdenkseiten.de/
    taz
    noch ein MUSS
    http://www.taz.de
    Junge Welt
    Die Tageszeitung im Netz
    http://www.jungewelt.de
    Sozialticker
    Informationen und Kritik zur aktuellen Sozialpolitik
    http://www.sozialticker.com/
    Campact
    dem Bürgerwillen Gehör verschaffen
    http://www.campact.de
    Mag Wompel
    das labournet - die Gewerkschaftslinken
    http://www.labournet.de
    Gert Flegelskamp
    ein geradliniger Querdenker
    http://www.flegel-g.de/
    Dr. Harald Woszniewski
    Meudalismus
    http://www.meudalismus.dr-wo.de/
    Norbert Rost,
    Regionalwährungen und viel mehr
    http://feldpolitik.de
    Theater Macht Staat - ein Theaterprojekt zur Rückeroberung der Macht über unser Leben
    http://www.theater-macht-staat.com/
    Politik-Poker
    aus unterschiedlichen Blickwinkeln...
    http://www.politik-poker.de
    Berlin unzensiert
    Eine Seite für die Bevölkerung
    http://www.berlin-unzensiert.de/
    Forum DL 21
    Die SPD-Linken
    http://www.forum-dl21.de/
    Bürgermeinungen
    hier schreiben Bürger ihre Meinung
    http://www.buergermeinungen.de/
    Cleanstate e.V.
    H.J.Selenz im Kampf gegen Korruption, Betrug und Vetternwirtschaft
    http://www.cleanstate.de/start.html
    Statistisches Bundesamt
    viel Wissenswertes z.T. sogar aktuell
    http://www.destatis.de
     
       

    Die Selbstähnlichkeit der Erscheinungen der Realität ist so groß, dass der winzige Ausschnitt, den der Einzelne davon wahrzunehmen in der Lage ist, vollkommen ausreicht, um sich ein brauchbares Bild des Ganzen zu machen - so man nur will. 

     

      
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    Wer nicht zahlt, erhält keine Mahnung und schon gar nicht eine Zahlungsaufforderung vom Inkassobüro, weder vom seriösen, noch vom unseriösen.

    Wir gehen davon aus, dass es sich der Kunde anders überlegt hat und löschen die Bestellung nach ein paar Wochen einfach.

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       Anker Immo  chiara

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