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- Bankenkrisenprotektion
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- Um in Zukunft internationale
Bankenkrisen zu verhindern, haben sich die Vertreter der größten
Wirtschaftsnationen der EU darauf verständigt,
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- Steueroasen auszutrocknen,
- ein Frühwarnsystem für
Finanzkrisen aufzubauen,
- die Bonuszahlungen an Manager
zu begrenzen,
- Finanzmärkte und Finanzprodukte
zu kontrollieren und zu reglementieren, sowie
- protektionistischen Tendenzen
entgegenzuwirken.
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- Darauf hat man sich am letzten
Wochenende geeinigt.
Das wollen sie auf dem
G20 Gipfel im April gemeinsam gegenüber dem Rest der G-20-Welt
vertreten.
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- Das ungute Gefühl, das diese Beschlüsse auslösen,
kommt nicht alleine davon, dass die Erarbeitung von Plänen,
wie in Zukunft Bankenkrisen verhindert werden sollen, im Augenblick
nicht gerade als situationsgerechtes Verhalten bezeichnet werden
kann.
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- Wir stecken in der größten
Wirtschaftskrise der letzten hundert Jahre.
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- Diese zu verhindern, wäre
vor fünf Jahren wahrscheinlich noch möglich gewesen
- die nächste Krise dieses Ausmaßes zu verhindern,
wird wohl frühestens in fünfzig Jahren wieder auf der
Tagesordnung stehen.
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- Bis dahin werden alle heutigen
und morgigen Beschlüsse zur Verhinderung neuer Finanzkrisen
längst überholt und vergessen sein.
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- Das ungute Gefühl kommt auch davon, dass die beabsichtigten
Präventionsmaßnahmen zeigen, dass das eigentliche
Problem weiterhin nicht angegangen, ja nicht einmal beim Namen
genannt werden soll.
- Stattdessen schlachtet man ein
paar Gänse, rupft ihnen die Brustfedern heraus und steckt
diese als Adlerflaumimitat an die uralten verfilzten Filzhüte.
So ausstaffiert, hofft man, wird das Publikum dem alten Ensemble
die neue Verstellung für die neue Vorstellung schon abnehmen.
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- Ein Augenblick der Besinnung
- und die theatralische Beschwörung gemeinsamen guten Willens
entpuppt sich als Farce.
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- Zunächst einmal fallen
die aufgeblasenen Überschriften ein Stück weit in sich
zusammen.
- Was substantiell übrig
bleibt, sind drei simple Forderungen:
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- Mangergehälter runter
- Protektionismus ablehnen
- Aufsicht + Regulierung stärken
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- Forderungen, die einerseits
nicht zu erfüllen sind, andererseits, selbst wenn sie sich
erfüllen ließen, keinerlei Einfluss auf die Vorbereitung
und den Vollzug künftiger, internationaler Finanzkrisen
hätten. Es handelt sich also nicht um Forderungen, sondern
um lediglich um Beschwichtigungsversuche. Bestenfalls ist das
gutgemeinte Psychologie zur Stimmungsaufhellung, schlimmstenfalls
handelt es sich um glatte Lügen, die ein ungestörtes
"Weiter-so" ermöglichen sollen.
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- Managergehälter runter!
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- Manager als die Buhmänner
der Nation zu hinzustellen und alles Übel darauf zurückzuführen,
dass diese sich von überhöhten Bonuszahlungen dazu
hinreißen lassen, unkontrollierte Risiken einzugehen, ist
eine raffinierte Form von Volksverdummung.
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- Manager von Großunternehmen
sind Angestellte.
- Vorstände und Vorstandsvorsitzende
sind Angestellte.
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- Es sind Angestellte, die den
Anteilseignern verpflichtet sind. Angestellte, die viel Geld
dafür bekommen, die Unternehmen, denen sie vorstehen, so
zu führen, dass damit den Interessen der Anteilseigner bestmöglich
gedient wird.
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- Die Funktion des Aufsichtsrates
ändert daran nichts.
- Aufsichtsräte, die von
der Eigentümerseite bestellt werden, sind, solange nicht
Eigentümer selbst als Aufsichtsrat auftreten, häufig
nur Zierrat und Feigenblatt, gelegentlich Briefträger zwischen
Eigentümern und Vorständen, manchmal auch über
Unternehmensgrenzen hinweg. Aufsichtsräte, die von der Arbeitnehmerseite
bestellt werden, sind - solange sie unbestechlich bleiben - ein
Ärgernis, und werden auch so behandelt.
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- Den angestellten Vorständen
und Managern die Gehälter zu kürzen, ändert nichts
an ihrer Abhängigkeit. Wer glaubt, mit abnehmender Vergütung
nähme auch die Neigung ab, sich den Interessen der Eigentümer
zu beugen, ist ein Träumer.
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- Wer nicht spurt, fliegt.
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- Vorstandsabfindungen sind ein
Fall für die Portokasse.
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- Zwischen dem Verlust, der entsteht,
wenn ein Vorstand - mit besten Absichten und edelsten Motiven
- die Absichten der Eigentümer durchkreuzt,
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- und dem Gewinn, der erwartet
wird, wenn er sich mit allen (mit allen!) Mitteln dafür
einsetzt, die Interessen der Eigentümer zu wahren,
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- liegen viele Milliarden. Milliarden
Dividende, vor allem aber auch Milliarden Börsenwert und
Spekulationsgewinn!
An hungrigen Jungmanagern, die auch für weniger Geld alles
machen, was man von ihnen verlangt, herrscht zudem kein Mangel.
- Der wohltönende Ruf, die
Managergehälter zu begrenzen und das Belohnungssystem zu
reglementieren, scheitert schon am Grundsatz der Vertragsfreiheit.
- Auch jeglicher Versuch, die
Haftung der Manager auszuweiten, scheitert daran, dass kleine
und mittlere Millionenvermögen, wie sie Manager im Laufe
der Karriere üblicherweise aufzuhäufen in der Lage
sind, niemals ausreichen, die notwendige Deckung für die
von ihnen angerichteten Schäden darzustellen - und für
eine Versicherung, die wirklich in angemessenem Umfang in die
Haftung einträte, fehlen nicht nur die versicherungsmathematischen
Grundlagen, sondern auch das Motiv, eine solche überhaupt
zu gründen.
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- Solange nicht die Aktionäre
so in die Haftung genommen werden, wie jeder Einzelunternehmer
auch, nämlich mit ihrem gesamten Betriebs- und Privatvermögen,
solange wird sich am Schadpotential der Aktiengesellschaften
nichts ändern.
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- Protektionismus ablehnen!
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- Eine lächerliche und gefährliche
Forderung.
- Lächerlich, weil, wenn
es darauf ankommt, jedem das eigene Hemd näher ist als die
Hose des anderen - gefährlich, weil, wer sich gutgläubig
naiv darauf einlässt, schneller ausgeplündert ist als
er "Ich Idiot!" sagen kann.
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- Wir sehen ein Szenario, in dem
sich Global Player auch weiterhin weltweit frei bewegen wollen.
Die Schäden, die wir zu beobachten haben, sind doch nicht
auf zu viel Protektionismus zurückzuführen, sondern
auf zu viel Naivität in Bezug auf die segensreichen Wirkungen
des international frei strömenden Kapitals.
- Investoren, ob inländische
oder ausländische, wollen das investierte Kapital schnellstmöglich
zurückholen, und eine möglichst hohe Rendite dazu.
- Deshalb investieren sie, wenn
man sie lässt, ausschließlich da, wo der zu erwartende
Gewinn am höchsten ist.
- Dass dieses Verhalten - wenn
man alle protektionistischen Schranken fallen lässt - letztlich
den Untergang der gesamten Weltwirtschaft nach sich ziehen muss,
liegt auf der Hand, ist den Investoren aber gleichgültig.
- Mit immer geringeren Kosten
produzieren heißt, den Lohnanteil am Umsatz immer weiter
senken zu müssen. Dies vergrößert die Zahl der
Arbeitslosen, mehrt die Armut und führt dazu, dass der Anteil
der kaufkräftigen Konsumenten relativ zur Gesamtbevölkerung
sinkt.
- Mit dem Rückgang kaufkräftiger
Nachfrage wachsen Arbeitslosigkeit und Armut.
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- Am Ende der Spirale steht ein
absolutistischer Feudalherr und eine Schar Leibeigener, deren
Zahl sich dem Bedarf durch die Bemessung der Nahrungsmittelzufuhr
bequem anpassen lässt.
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- Protektionismus wirkt dem
Eintreten solcher Horrorszenarien entgegen.
- Ein Staat, der die eigene Wirtschaft
schützt, indem er den Zugang fremden Kapitals erschwert
und unerwünschte Importwaren von seinen Märkten fernhält,
erhält sich eine funktionierende Wirtschaft, ermöglicht
seiner Bevölkerung, den eigenen Bedarf mit eigener Leistung
zu decken und selbst in den Genuss dieser Produktion zu kommen,
weil Löhne und Gewinne weitgehend im Lande verbleiben.
- Wenn in der Diskussion von den
Gegnern des Protektionismus das Gespenst des Isolationismus an
die Wand gemalt und mit Kuba als Beispiel verbrämt wird,
dann handelt es sich dabei um eine böswillige Unterstellung,
die man erkennen muss, wenn man nicht darauf hereinfallen will.
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- Es gibt gute Gründe,
bestimmte Produkte oder Leistungen zu importieren.
Ebenso gibt es gute Gründe, bestimmte Produkte und Leistungen
zu exportieren.
- Aber die Maximierung der Gewinne
von Importeuren und/oder Exporteuren alleine, kann kein ausreichender
Grund dafür sein.
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- Der Grund für Import und
Export muss immer im Gebrauchs-Nutzen der zu importierenden Güter
für den importierenden Staat liegen, während der exportierende
Staat seinen Export in dem Rahmen halten sollte, der eine ausgeglichene
Außenhandelsbilanz hervorbringt.
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- Export, der bei näherem
Hinsehen typisch kolonialistische Züge trägt, wo eine
Volkswirtschaft also stets mehr abgibt, als zurückfließt
(wie es für Deutschland leider zutrifft), ist eine Form
der Ausbeutung, die eine dem eigenen Volke verpflichtete Regierung
unterbinden sollte, statt sich mit der Forderung, den Protektionismus
zu bekämpfen, auf das genaue Gegenteil festzulegen.
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- Aufsicht und Regulierung
stärken
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- Finanzmärkte kontrollieren?
Hedge-Fonds regulieren?
Frühwarnsysteme für Finanzkrisen installieren?
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- Das alles sind Einfälle,
wie sie üblicherweise in den ersten drei Minuten eines Brainstormings
hervorgebracht werden. Schöne Floskeln ohne jeglichen konkreten
Inhalt.
- Gut, es hieß, die konkreten
Inhalte sollen nun noch erarbeitet werden. Man kann sich aber
heute schon fragen, was dabei herauskommen kann.
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- Wenn mehr als nichts herauskommen
soll, wird es unvermeidlich dazu kommen müssen, eine internationale
Einrichtung zu bestimmen, der die Gesamtaufgabe übertragen
werden soll.
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- Indem die einzelnen Staaten
ein weiteres Stück ihrer souveränen Entscheidungsfreiheit
aufgeben und die Wahrung der Währung(en) sowie die Kontrolle
aller Finanztransaktionen an eine ferne, kaum kontrollierbare,
kaum beeinflussbare Institution übertragen, die keiner demokratisch
legitimierten Macht mehr verantwortlich ist, könnten weltweit
einheitliche Regeln aufgestellt werden.
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- Die Frage ist: Wollen wir
das wirklich?
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- Dort werden Manager sitzen.
Das werden Angestellte sein.
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- Angestellte, die sich dann vermutlich
als Präsidenten und Direktoren betitulieren lassen, statt
als Vorstandsvorsitzende und Ressortvorstände.
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- Angestellte, die, befreit von
allen nationalstaatlichen Regeln und Vorschriften, ungehindert
die Weichen für das internationale Kapital stellen dürfen.
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- Mag sein, dass eine solche Behörde,
der alle Finanzplätze dieser Welt unterstehen, die alle
Finanzprodukte kontrolliert und alle Marktteilnehmer vor deren
Markteintritt überprüft und lizensiert, tatsächlich
dazu führt, die Mechanismen der Abzocke so zu organisieren,
dass sich künftige Bankenkrisen erübrigen.
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- An der Macht und der Schadwirkung
des "aggressiven Eigentums", das unsere
Wirtschaftsordnung zwangsläufig hervorbringt, ändert
sich nichts.
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- ...und wenn ich "aggressives
Eigentum" sage, dann nicht, weil ich Eigentum als solches
verdamme, sondern weil ich es für wichtig halte, jene Grenzlinie
deutlich erkennbar zu machen, an der sich gutes, nützliches
und friedliches Eigentum vom aggressiven und nur noch destruktiven
Eigentum scheidet.
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- meiner "wahnwitzigen
Wirtschaftslehre" handelt davon.
Heben Sie Ihren Lieblingspaukenschlag ins Buch.
Der EWK-Verlag plant eine Art "best of"-Auswahl
aus allen Aufsätzen und Paukenschlägen der Jahre 2003
bis 2009 als Hardcover-Ausgabe herauszubringen. Die Auswahl der
besten Aufsätze überlassen wir Ihnen.
Wählen Sie Ihre Favoriten - Sie haben
Zeit bis zum 30. April 2009
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"Unter Bankstern"
von Artur P. Schmidt
ist das jüngste Buchprojekt des EWK-Verlags. Erscheinungstermin:
Anfang März 2009
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Bis einschließlich
28. Februar
zum Subskriptionspreis von 11,95 Euro im Angebot.
Mehr Infos: Cover anklicken
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