Paukenschlag am Donnerstag
No. 35a/2009
vom 3. September 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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Resonanz - Räsonanz

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
12 Im falschen Film -
Die Krisen-Illusion
13 Wie aber soll eine neue Welt entstehen?
14 Schokohasen - Opium fürs Volk
15 Zwischenhirnwesen
16 System-Relevanz-
Syndrom
17 Komm, lieber Mai, und mache
18 Rentner und Milliardäre
19 Die gestärkten Rechte des EU-Parlaments
20 Gute Banken, schlechte Banken 
21 Eine Zensur findet nicht statt
22 Staatsbank
23 Deutschland geht unter
24 Gesunde Unternehmen retten
25 Oasen Peer
26 Geld in der Krise Kreislauf des Irrsinns
27 Bundestagswahl
28 Rentenpolitische Paradoxien
29 Der ungerechte Lohn
30 Der gerechte Lohn

31 ist ausgefallen
32 Vom Unterschied zwischen der Schweine-
grippe und Karl Theodor zu Guttenberg
33 Auf dem Rummel
34 Allegorisches zum Gewähle
35 Deutschland darf OPEL nicht retten
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Resonanz - Räsonanz
 
Heute Nacht träumte ich, und es kommt selten vor, dass ich mich am Morgen an einen Traum erinnere, ich hätte auf einer Party einen Mitarbeiter des bayerischen Innenministeriums getroffen, mich mit ihm eine Weile ganz angenehm unterhalten, bis er mir mit einigem Entsetzen in Stimme und Mimik die Frage stellte, ob ich ich,
also Egon W. Kreutzer sei.
 
Das konnte ich natürlich nur bejahen, und er sah sich genötigt, seine erkennbare Furcht zu erklären. Ich hätte da doch diesen Artikel über Bayern...
"...über das bayerische Versammlungsgesetz?", half ich ihm auf die Sprünge.
"Ja, genau. Das ganze Ministerium war in heller Aufregung."
Da wandte sich uns ein anderer Gast, vermutlich ein Vorgesetzter meines Gesprächspartners zu und meinte jovial: "Nun ja, aber am Ende hat das ganze Ministerium darüber gelacht."
"Das war schließlich die Absicht", konterte ich.
 
 
Nach dem Aufwachen habe ich mir die Frage gestellt, ob es wirklich meine Absicht war, die Betroffenen zum Lachen zu bringen - und ich bin zu der Überzeugung gelangt:
"Wenn das bayerische Innenministerium tatsächlich über das eigene Versammlungsgesetz gelacht haben sollte, weil dieses Gesetz genau die lächerlichen Ausdeutungen zulässt - auf die sich im Ernstfall tatsächlich ein Richter Gnadenlos berufen könnte - dann besteht Hoffnung.
 
Denn der Witz lebt nun einmal vom Unerwarteten, Überraschenden und dem Aha-Effekt beim Erkennen eines falsch konstruierten Zusammenhanges.
Um über etwas lachen zu können, muss man den grotesken Kern des Witzes aber erkannt und verstanden haben - und wenn jemand verstanden hat, was ein anderer grotesk und lächerlich findet, und dann mitlacht, dann ist das doch ein gutes Zeichen für den fortschreitenden Erkenntnisprozess.
 
 
Im Büro angekommen fand ich in meiner Post einen Kommentar zum Paukenschlag
No. 35, der nicht nur klug und tiefschürfend, sondern im Kern auch so humorvoll ist, dass ich nur hoffen kann, dass die darin Angesprochenen (es geht um die SPD) darüber ebenso lachen können, wie die von mir geträumten Mitarbeiter des bayrischen Innnenministeriums über den Paukenschlag "Christlich soziales Versammeln".
 zum Nachlesen, PaD 17 /2008
 
Hier ist er, der jüngste Kommentar von einem Menschen, der schon eine ganze Reihe toller Kommentare abgeliefert hat:
 
 

Räsonierende Resonanz

Hallo Herr Kreutzer,

nicht dass ich nichts mehr schreiben würde…

Es wirkt nur halt alles „leicht gerafft“
und ich krieg es einfach nicht mehr kürzer.

 

So einfach nur
den Wahnsinn des FWS in Tüten beschreiben?

Nee, da muss ich doch ausholen, der hat ne Vorgeschichte!

Ich finde es doch immer wieder erstaunlich, dass es noch Menschen gibt, die an die Existenz der SPD glauben.

Also nicht nur, dass es ja ohnehin keine Volkspartei mehr gibt, die diesen Namen verdient. Nein, ganz speziell die SPD wurde doch schon vor langer Zeit umgewandelt. Sie ist seitdem genauso Anhängsel der herrschenden Wirtschaft wie die FDP und CDU von jeher. Sie ist zum Scheinbild und Blendwerk für die geworden, die immer noch ihre romantisch sozialistische Ader suchen.

Die Wahrheit ist die gleiche wie bei allen anderen Wirtschaftsparteien:

Spendenliste SPD

1.371.143 € Daimler Chrysler AG
657.522 € BMW AG
638.393 € Allianz SE
365.820 € Porsche AG
302.115 € Verband der Chemischen Industrie e. V.
300.000 € Deutsche Bank AG
300.000 € E.ON AG
281.211 € B.TV Television GmbH & Co. KG
277.258 € Südwestmetall
250.000 € Commerzbank AG


(Wenn man sich den Mitgliederschwund seit 1976 betrachtet bekommt man evt. ein Verständnis für die Notwendigkeit der Spenden).

Die von Schmidt eingeleitete Europäisierung, mit Erfindung des Euro (ECU) und des Vorantreibens eines Weltwirtschaftgipfels (Globalisierung), waren meines Erachtens erhebliche Richtungswechsel von der Arbeiter- zur Wirtschaftspartei. Auch wenn man natürlich wieder sagen kann, dass es ja nicht von Anfang an so geplant war. Der Bruch mit der Linken in seiner Partei, durch die Einführung und Etablierung der Kernenergie, brachte wohl einen weiteren Schub in Richtung Radikalität und moralischer Zweideutigkeit. Nicht zuletzt aus diesen vollendeten Tatsachen heraus wurden die Grünen angetrieben.

Helmut Kohl trat auf die Bühne und verwaltete eigentlich das Erbe von Helmut Schmidt. Der Nato-Nachrüstungsbeschluss wurde ebenso konsequent durchgesetzt wie alle anderen angestrebten Ziele bis hin zum Euro.

Ansonsten herrschte Stillstand!

Bis, ja, bis auf ein relativ kleines Papier, das seinerzeit ja eigentlich zum Bruch der sozial-liberalen Koalition führte. Die fragmentierte Bibel der Neoliberalen, die zehn Gebote des freien Kapitalismus: das Lambsdorff Papier! Im stillen Kämmerlein wurde es gehütet und diente seitdem allen regierenden Parteien als Wegweiser und Leuchtturm im Sumpf der unersättlichen Habgier des gemeinen Volkes gegenüber den friedliebenden Großaktionären und Anteilseignern.

Helmut Kohl hat es geschafft, 16 Jahre herauszuholen. Eine wertvolle Zeit für alle Wirtschaftsverbände und Lobbyisten, um im Auftrag ihrer Anteilseigner in den Ministerien Fuß zu fassen und die Medien in ihre Hände zu bringen. 16 Jahre in denen das Wahlvolk müde und mürbe gemacht wurde. Und dann, als endlich wieder ein SPD Mann stark genug schien, waren plötzlich alle zu blöde, den Wolf im Schafspelz zu erkennen.

Oder war man nur geblendet von der Aussicht wieder regieren zu können, nach 16 Jahren? Selbst der Plan, die Grünen für alle Zeiten ruhig zu stellen ist aufgegangen!

Welch ein Wahnsinn!

Als Blendwerke in bunten Fahnen vorangetrieben: der Atomausstieg und die Ökosteuer. In diesen Tagen sieht man, dass die Laufzeiten der alten Kraftwerke auch ohne Ausstiegsgesetzt zu Ende gehen. Was hätte es wohl angesichts dieser Störfälle in Krümel und anderswo für einen Aufruhr gegeben, wären die Grünen damals nicht am Ausstieg beteiligt gewesen!? Nun aber können die Betreiber ihre Gelddruckmaschinen per Gesetzt bis zum letzten Tag laufen lassen und in aller Ruhe die „neuen“ Energien soweit voranbringen, dass es sich wieder für sie lohnt.

Wer will denn hier noch aufbegehren?
Der Ausstieg ist doch geplant? Was wollt ihr denn noch?

Diese und ähnliche Vorgehensweisen findet man von nun an in immer mehr Bereichen der Politik unter Schröder. Er nimmt alle mit ins Boot und sorgt dafür, dass am Ende niemand sagen kann (Wie seinerzeit Herr Rau) „…davon habe ich nichts gewusst!“.

Nein, sie alle haben davon gewusst. Sie haben mitgespielt und die Augen verschlossen. Sicher, es gab viele falsche Kompromisse einige erpresste Beschlüsse. Aber letztendlich haben sie weggesehen und mitgespielt. Und auch wenn da immer so ein flaues Gefühl war: „…das kann doch gar nicht gut gehen…das ist doch gar nicht zu Ende gedacht…“, die Entscheidungen für die Agenda 2010 und für die Harz Gesetzte sind gewählt und getroffen worden, von „Sozialdemokraten“ und denen, die mal welche sein wollten. Die SPD aber, wurde endgültig zudem gemacht was sie heute ist.

Nun steht er da, der FWS, und ist dabei, die letzten Erinnerungen an eine ehemalige sozialdemokratische Volkspartei auszulöschen, damit auf jeden Fall sicher gestellt ist, dass man selbst mit der Linken zusammen keine Mehrheit mehr bekommt.

Und das gemeine Volk?

Nur eine Hoffnung bleibt uns noch!

Dass alle ehemaligen sozialdemokratischen Kräfte,

die aus den Reihen der Grünen und

die aus den Reihen der Linken,

mithelfen, ein neues Bündnis für Vernunft und Mitgefühl zu schaffen. Ein Bündnis für eine lebenswerte Gemeinschaft von Menschen, geprägt von der Liebe zu allen Menschen. Ohne falsche Macht und Einfluss, ohne falsche Religion und Hass! Liebe ist unsere einzige Chance…
Es gibt keine andere Möglichkeit auf dieser Welt zu überleben! Unser ganzes menschliches Handeln ist von Gefühlen geprägt. Nur soviel vorerst dazu…

Bevor ich wieder verschwinde, noch ein paar Gedanken:

Ich hab die Tage mal wieder ein paar Comedy Serien gesehen:

  • die mit dem Frank Plasberg,
  • die neue mit Stefan Aust und Sabine Christiansen,
  • die mit Maybrit Illner
  • und auch die mit Anne Will.

Und ich muss schon sagen, also: Hut ab! Die trauen sich wat!

Wie die heutzutage die Leute verarschen! Dat hätte man sich damals überhaupt gar nich erlauben können! Ach wat! Gar nich getraut hätten wir uns dat! Und dann die Krönung am Wahlabend: die Bonner Runde nach den Landtags- und Kommunalwahlen! Herrlich! Man meint ja immer, dat so Klischees, wenn se einmal abgedroschen wurden, nich mehr für gewisse bildungsnahe Kreise relevant sind.

Aber in diesen interlektüllen Politiker- und Dreckspertenkreisen is wohl quasi alles erlaubt! Nee du! Echt Klasse! Ich hab ja widder Tränen gelacht! Da fehlte nur noch irgendwie dat Merkelchen! Achso, die is ja gar nich mehr da. Die is… glaub ich… entführt worden oder so!? Jedenfalls hat die dat geschafft, nachdem se jahrelang gar nix gemacht hat, nun völlig bewegungslos im Mediennirwana zu verschwinden! Eben jetzt bis kurz vor de Wahl…

 

Aber jetzt mal im Ernst: Wer braucht angesichts solcher Moderatoren, die ja teilweise sogar einmal Journalisten waren, noch den Posten einer Propagandakanzlerin? Also Propaganda im Sinne von „Reden ohne Effekt“!?

Ein ganz alter Kollege von mir hat vor 20 Jahren schon immer gesagt: „Politicker sind allet Vobrecher!“

Nun sind wir in diesen Tagen angekommen, wo solcher Generalverdacht zur bitteren Erkenntnis gereift, auf allen Kanälen zu verfolgen ist. Kriminelle Energien zerstören die Demokratie! Was soll man auch erwarten von einem Land ohne Verfassung…

„Unsere Gesellschaft steht am Abgrund“

Ein abgedroschener Satz, den wir schon gar nicht mehr wahrnehmen. Gehirn geschlossen wegen Reizüberflutung – der Speicher ist voll – Laufwerk C: kann nicht defragmentiert werden – „Es ist nicht genug Speicher vorhanden um die Defragmentierung durchzuführen“

Unsere demoskopisierte Gesellschaft steht am Abgrund der äußeren Finsternis.
Wir drohen hinabzustürzen in die unbeschreibliche Leere der Indifferenz.
Wir sind befragt, gedeutet, entlarvt und verwaltet.
Wir werden zielgerichtet medialisiert und konsumgerecht abgeschöpft.
Wir reiben uns nicht mehr – wir werden massiert.

Von aktiv nach passiv. Die Wahlbeteiligung singt. Immer locker – immer cool.

„Ich geh nicht wählen“, nicht weil er denkt „es ändert sich ja doch nichts“, sondern weil er gar nichts denkt!

„Kein bock“, „Politik? Versteh ich äh alles nicht…wat soll ich denn damit...!“ „…nee, ich konnte nicht, war grad shoppen, aber die Merkel nö, die is voll die Gute! Die macht Internetz und schickt sogar Videobotschaften…“

Der Gedanke, nein, der Funke, der den Gedanken auslöste, der uns daran erinnern sollte, dass es da eine Möglichkeit gab, einen Gedanken zu aktivieren, der etwas wie Sinnhaftigkeit oder Wahrheit als äußeren Indikator für die jeweilige Entscheidungsfindung bereitstellt, ist längst isoliert.

Die Kapazität wird quasi abgeleitet. Die Angriffsflächen sind antistatisch – homogen und leitfähig. Hier entsteht schon längst kein Funke mehr.

Gut, angesichts der unkontrollierten Entladungen einiger unvorsichtiger Protagonisten, stehen einigen immer noch regelmäßig die Haare zu Berge. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel. Und der Rest des Projektes „Vernebelung des Volksgeistes“ läuft perfekt und ohne Probleme weiter.

Was bleibt? Was kann man da noch tun?

Was für bescheuerte Fragen, oder?

Weitermachen natürlich! Die Leute versuchen wach zu Rütteln! Stück für Stück!

Ich gehe jetzt wieder und werde weiter da Einfluss nehmen wo es mir möglich ist… positive Infiltration… Sie wissen schon…

Noch viele tolle Ideen!

Bis die Tage

 

 
 
 


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 Die Begründung habe ich schon früher geliefert

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