Paukenschlag am Donnerstag
No. 23/2009
vom 11. Juui 2009

Kommentare zum Zeitgeschehen
von Egon W. Kreutzer

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DEUTSCHLAND GEHT UNTER

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Leserbriefe
 
Paukenschläge 2009 (ältere)
1 Steinbrück, Peer
2 Die Würde des Menschen ist nicht mehr ertastbar
3 Asymmetrisches Treiben
4 Wenn Banken baden geh'n - Bad Bank
5 Schuldenbremser
6 Die Liquiditätsblase
7 Abwrackprämie für Bänke
8 Bankenkrisenprotektion
9 Währungskrieg gegen die Eurozone
10 Opel, zum Beispiel
11 Billionen- und Konsonantenverdoppelung
12 Im falschen Film -
Die Krisen-Illusion
13 Wie aber soll eine neue Welt entstehen?
14 Schokohasen - Opium fürs Volk
15 Zwischenhirnwesen
16 System-Relevanz-
Syndrom
17 Komm, lieber Mai, und mache
18 Rentner und Milliardäre
19 Die gestärkten Rechte des EU-Parlaments
20 Gute Banken, schlechte Banken 
21 Eine Zensur findet nicht statt
22 Staatsbank
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
DEUTSCHLAND GEHT UNTER
Diagnose: Senile Demenz
 
 
 
Demenzokrates - eine Fiktion
 
 
 
Sokrates wurde 469 vor Christi Geburt geboren und starb 399 vor Christi Geburt an Arroganz und Ignoranz, an Neid und Missgunst, an Bosheit und Verlogenheit seiner zeitgenössischen Widersacher.
 
Dabei blieb Sokrates durch sein gesellschaftshygienisch erwünschtes Frühableben möglicherweise jenes Unheil erspart, das wie ein Damoklesschwert über dem letzten Lebensabschnitt der körperlich rüstigen Siebzigjährigen unserer Tage hängt:
 
Galoppierende Demenz und Pflegestufe III
in einer jener geschlossenen Anstalten, die von der hochprofitablen Pflegeindustrie zum Segen ihrer Anteilseigner betrieben werden.
 
Womöglich wüssten wir heute gar nichts von Sokrates, wäre er nicht zum Tode verurteilt worden. Womöglich hätte er nach 399 vor Christi Geburt seine letzten Jahre in fortschreitender geistiger Wirrniss verbracht.
Platon wäre dann - konfrontiert mit dem geistigen Niedergang des Lehrers - womöglich ins Zweifeln geraten. Wie leicht hätte er seine Aufzeichnungen vernichten und dem sokratischen Gedankengut abschwören können,
 
oder, noch schlimmer,
 
Platon hätte auch weiter alles für bare Münze genommen, was der demente Sokrates von sich gegeben hätte.
 
Dann wäre unsere abendländischen Philosophie nicht geprägt
 
von der ergebnisoffenen Suche nach Erkenntnis, wie es Sokrates bis zu seinem Tode lehrte, sondern womöglich von starrsinniger Rechthaberei;
 
wir wüssten womöglich nichts davon, dass richtiges Handeln aus richtiger Einsicht folgt und glaubten stattdessen dem Gebrabbel des Demenzokrates, dass selbst beste Einsichten das Handeln des Starken nur hemmen.
 
Demenzokratische Überlieferung ließe uns heute glauben, Grundbedingung des Seelenheils sei nicht Gerechtigkeit, sondern abgrundtiefe Dummheit, weil die leichter herzustellen ist und die gleiche Wirkung hat.

Vor allem aber müssten wir die sokratische Weisheit:
 
"Unrecht tun ist schlimmer als Unrecht leiden",
 
insoweit relativieren, als wir ergänzen: "Aber einer muss es schließlich tun. Wenn nicht ich, dann tut es eben ein anderer."
 

 
 
Dem(enz)okratie?
 
Die Demokratie, lange als ideale Regierungsform hoch angesehen, ist in die Jahre gekommen und hat sich verschlissen. Ist auch das ein Zeichen von Senilität oder Demenz?
 
 
Eine Regierungsform, die sich offen an den fiktiven Lehren eines fiktiven, demenzkranken Sokrates orientiert, gibt es nicht. Demenzokrates ist sich und der Welt erspart geblieben.
 
Doch wie kommt es, dass in Deutschland die Spuren eines fortschreitenden Verfalls demokratischer Prinzipien, einhergehend mit dem Verlust kognitiver, emotionaler und sozialer Fähigkeiten, nicht mehr zu übersehen sind - und zwar unterschiedslos, sowohl beim Regierungspersonal als auch bei den für die Wahl des Regierungspersonals verantwortlichen Wahlberechtigten?

Vor dem Hintergrund dieser "Erkenntnis" erhält der Begriff "Demenzokratie" zumindest soviel Berechtigung, dass er, als Provokation im Sinne eines "heilsamen Erschreckens" eingesetzt, bei gutem Willen aller Beteiligten zum Gewinn richtiger Einsichten führen und damit, im guten sokratischen Sinne, wieder richtige Handlungen ermöglichen sollte.
 
 
Um eines voranzustellen. Die Demenzokratie, die es hier zu diagnostizieren gilt, ist über die frühen Stadien weit hinaus. Es sind nicht nur spezielle, in der Vergangenheit beherrschte Fähigkeiten verloren gegangen. Es haben bereits schwerwiegende Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur stattgefunden, die bis hin zum temporären Identitätsverlust reichen.
 
Ein Wesen, das nicht mehr in der Lage ist, sich selbst zu erkennen, folglich auch nicht mehr in der Lage ist, die Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, ein Wesen, das nur existiert, weil sich die Menschen seiner Umgebung noch an seine einstige bewusste Existenz als unverwechselbares Individuum erinnern und nicht wahrhaben wollen, dass es damit endgültig und unabänderlich vorbei ist, ein solches Wesen hat sich von der Welt bereits verabschiedet, ganz gleichgültig, wie lange die Apparatemedizin und die Zuwendung der nächsten Angehörigen den Körper noch am Leben erhalten.
 
Das gilt offenbar nicht nur für natürliche Personen, sondern auch für das Staatsgebilde.
 
 
Deutschland geht unter.
 
Die Heranführung an das eigentliche Thema dieses Aufsatzes mag vielen als unangemessen weitschweifig und drastisch erscheinen, andere mögen mir vorhalten, ich würde auf dem Rücken der wirklich Kranken und Leidenden ein politisches Süppchen kochen; man wird mir Demagogie und Populismus vorwerfen und die kühnsten Dreckschleudern werden aus den vorangestellten Gedanken herauslesen, ich sei ein militant-extremistischer Befürworter der Euthanasie.
 
Doch ich will die Gefahr verleumderischer Attacken bewusst auf mich nehmen und mit allem mir verfügbaren Nachdruck nochmals feststellen:
 
 
Deutschland geht unter.
 
Deutschland geht nicht in einem übergeordneten Gebilde "auf",
 
was dem alten Traum vom vereinten Europa entspräche;
 
Deutschland geht in jenem Sumpf aus wirtschaftlichen Interessen, bürokratischen Tollheiten, militärischer Großmannsucht und persönlichen Eitelkeiten, zu dem die EU geraten ist, wie ein Stein unter. Nicht in fünfzig Jahren, nicht in fünf Jahren - nein, in diesen Tagen. Jetzt.
 
Deutschland geht unter,
und zwar ganz unabhängig davon, ob diejenigen Recht haben, die warnend rufen: "Die Deutschen sterben aus!", oder ob jene Recht haben, die behaupten: "Wir brauchen Zuwanderung, um zu überleben!"
Das ist eine ganz andere Baustelle, und im Angesicht der aktuellen Lage völlig bedeutungslos.
 
Deutschland geht unter.
Schneller als die Bevölkerung schrumpfen kann, versinkt das Schiff. Lange bevor die Deutschen ausgestorben sein werden, liegt es auf Grund. Deutschland verschwindet. Deutschland versinkt - und ein Rettungsboot gibt es nicht.
 
Verantwortlich für den Untergang sind fünf große Lecks im Rumpf des Staatsschiffs.
Allesamt unterhalb der Wasserlinie.
 

Leck 1 - Exportfetischismus
Leck 2 - Neoliberalismus
Leck 3 - Antisozialismus

Leck 4 - Währungsverzicht
Leck 5 - Souveränitätsverzicht

     

     
    Keines dieser Lecks ist durch äußere Einwirkungen entstanden. Kein titanischer Eisberg, kein felsiges Riff wurde gerammt. Keine heimtückische Seemine war beteiligt und niemand hat mit Torpedos Jagd auf uns gemacht. Alle fünf Löcher wurden in den letzten 20 bis 25 Jahren von den verantwortlichen Regierungspolitikern eigenhändig von innen her in den Rumpf gesprengt.
     
    Die einzige Entschuldigung, die ich dafür gelten ließe, hieße:
     

"Man hat glaubhaft versichert,
man werde uns versenken,
fänden wir nicht den Mut,
es selbst zu tun."

     

    Aber dann müsste diese Entschuldigung auch öffentlich vorgetragen werden.
    In tiefem Ernst, mit tiefem Bedauern und in tiefster eigener Betroffenheit.

    Danach wäre zu prüfen, ob nicht auch im konkreten Fall Brecht Recht gehabt hätte,
    mit der Aussage:


"Wer kämpft, kann verlieren,
wer nicht kämpft, hat schon verloren."

     
    Erst wenn auch dies verneint ist, könnte, bei Würdigung aller Umstände der vorsorglichen Selbstversenkung, eventuell von richtiger Einsicht und richtigem Handeln gesprochen werden.
     
    Doch weit und breit hallt alles wider von staatsmännischem Eigenlob. Jedes einzelne Leck wird von denen, die es gerissen haben und von ihren Nachfolgern im Amte in höchsten Tonen gelobt, gerade so, als sei es die vornehmste Aufgabe eines jeden Kapitäns, sein Schiff schnellstmöglich zu versenken.
     
    Da ist er wieder, der Verlust kognitiver Fähigkeiten:
     
    Wer den Unterschied zwischen einem gesunkenen Schiff und einem schwimmenden Schiff nicht zu erkennen vermag und sich starrsinnig darauf versteift, das Schiff existiere doch nach wie vor - abgesehen von den Lecks, die aber nach dem Sinken (und da hat er recht) auch keine Rolle mehr spielen, dessen Geist bewegt sich in Sphären die weit außerhalb dessen liegen, was von einem Kapitän gemeinhin erwartet werden darf.
    Und sollte ein solcher Kapitän jemals - nach gründlicher Prüfung seiner Fähigkeiten - tatsächlich ein Kapitänspatent erhalten haben, dann muss davon ausgegangen werden, dass er die einst nachgewiesenen Fähigkeiten inzwischen wieder verloren hat. Demenz?
     
    Doch wenden wir uns zunächst einer kurzen Inspektion der Lecks zu:
     
    Leck 1 - Exportfetischismus
     
    Der feste Glaube an den volkswirtschaftlichen Nutzen eines über lange Jahre erzielten, erheblichen Exportüberschusses kann getrost als Fetischismus bezeichnet werden.
    Alles Gute, was die Volkswirtschaft hervorbringt, wird götzengläubig dem Export zugeschrieben, während alles Schlechte, was der Volkswirtschaft widerfährt, auf eine immer noch unzureichende Verehrung und Anbetung des Exports zurückgeführt wird.
     
    Wer nicht fähig ist, zu erkennen, dass dauerhafter Exportüberschuss eine Fehlentwicklung darstellt und, statt dieser Fehlentwicklung entgegenzuwirken, alles unternimmt, um sie noch nach Kräften zu verstärken, der arbeitet mit Macht an der Vergrößerung dieses Lecks.
    Die volkswirtschaftlichen Auftriebskräfte, die im Wesentlichen von der Erkenntnis jedes Einzelnen abhängen, dass seine Arbeit für ihn einen direkten, der Leistung adäquaten Nutzen hevorbringt, blubbern in großen Blasen zum Leck hinaus.
    Die als "Exportüberschuss" gefeierte, im Binnenmarkt nicht verfügbare Leistung der Volkswirtschaft, wird von den Empfängern in aller Welt zu Dumpingpreisen verkonsumiert, während wir dafür keine entsprechende Gegenleistung in Anspruch nehmen. (Sonst hätten wir nämlich keinen Exportüberschuss...)
    Der Geisteszustand, aus dem heraus eine Volkswirtschaft freiwillig alle Anstrengungen unternimmt, um Jahr für Jahr wachsende Exportüberschüsse zu erzielen, trägt pathologische Züge. Demenz?
     
     
    Klar. Es gibt Gewinner dabei.
    Aber die sollten doch in einem Parlament der Bürger keine Mehrheiten finden und in der Regierung keine willfährigen Interessenvertreter.
     
     
    Leck 2 - Neoliberalismus
     
    Zu den wichtigsten Lehrsätzen des Neoliberalismus gehört es, dass der Staat so klein und schwach wie irgend möglich zu halten sei. Das gesunde Selbstbewusstsein gewählter Regierungen sollte eigentlich ausreichen, diesem Gedanken standzuhalten, ja ihn jeden Tag durch richtiges Handeln zu widerlegen. Doch Deutschland unterwirft sich diesem Gedankengut.
    Das Staats- und Volkseigentum wurde bereits weitgehend aus der Hand gegeben und die Privatisierung schreitet munter fort.
     
    Wem gehörten einst die Kraftwerke und die Stromnetze? Wem gehörten die Gaskessel und die Leitungen? Wer war der Eigentümer der U- und S- und Straßen- und Bundesbahnen? Wer bestimmte bei der Post über Einstellungen und Gebühren? Wem gehörten die Wasserwerke, wem die Kanalisation, wem die Rathäuser, die Schulen und Hochschulen, wem die Autobahnen?
    Aber das Zurückweichen des Staates aus seinen Aufgaben ist damit noch längst nicht vollständig beschrieben.

    Aus Steuergeldern bezahlte Berater umschwirren die Regierung und blasen ihr Ideen ein. Lobbyisten sitzen in den Ministerien und schreiben die Gesetzentwürfe.
    Einen bundeseinheitlichen Mindestlohn zu beschließen, verkneift man sich, weil das nicht die Aufgabe des Staates sein könne - und Banken rettet man, weil die Experten von Systemrelevanz faseln.
     
    Nach der "Deutschlandrelevanz" fragt niemand mehr.

    Übertragen auf das nautische Beispiel sind wir in einem Zustand, in dem ein Konsortium aus Banken und Finanzinvestoren zum Eigentümer von Schiffsrumpf und Laderäumen geworden ist und demzufolge den Kurs bestimmt, während ein Leasingunternehmen die Maschine, die Welle und den Probeller erworben und zurückvermietet hat. Das bordeigene Radar ist ausgebaut und durch eine schnelle Funkdatenleitung zu einer privaten Fluglotsengesellschaft in Namibia ersetzt worden. Die Ruderanlage gehört einem Fonds, der sich auf Schiffsausrüstungen spezialisiert hat und die Mannschaft wird für jede Fahrt von einem Personaldienstleister aus Langzeitarbeitslosen aller Branchen neu zusammengestellt. Alle so Involvierten haben nur ein Interesse: So schnell wie möglich den größtmöglichen Profit aus dem Investment zu ziehen, und damit es keinen Ärger an Bord gibt, darf die Mannschaft jeden Morgen, Punkt 06.00 Uhr Ortszeit, aus ihrer Mitte den Tageskapitän wählen.
     
    Das Schiff verkommt zur berüchtigten "Yorricke" aus B. Travens "Totenschiff" und wer darauf angeheuert hat, lässt alle Hoffnung fahren, denn er ist als Entrechteter lebenslänglich daran angekettet, und hat auch dann noch dort zu verweilen, wenn der Kahn auf Wunsch der Eigner aus versicherungstechnischen Gründen mit Mann und Maus untergeht.
     
     
    Leck 3 - Antisozial-ismus
     
    Das Grundgesetz stellt fest: "Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat."
     
    Man könnte meinen, das Grundgesetz habe sich lange nicht mehr in Deutschland umgesehen.
     
    Es finden zwar immer noch Wahlen statt, gelegentlich auch Abstimmungen; Deutschland ist, trotz aller Bemühungen, den Föderalismus zu reformieren, immer noch ein Bundesstaat - aber vom sozialen Staat bewegt sich Deutschland mit Riesenschritten weg.
     
    Statt die soziale Sicherheit, die von der Gesamtheit der Bevölkerung für jeden einzelnen Bedürftigen garantiert wird, bestmöglich zu organisieren, zieht sich der Staat Schritt für Schritt zurück und fördert stattdessen
    • einerseits den Umstieg in die private Vorsorge, zum Wohle der Aktionäre von Versicherungen und Banken,
    • andererseits den sozialen Abstieg von Millionen seiner Bürger in den Bereich des neuerdings sogenannten Prekariats, also in die bittere Armut.
     
    Was dabei an Aufwendungen für das Soziale erspart wird, kommt direkt und indirekt den eigentlichen Asozialen dieses Landes zugute. Die Gewinn- und Verlustrechnungen weisen unter den begierigen Blicken der Investoren kontinuierlich sinkende Personal- und Sozialkosten bei gleichzeitig kontinuierlich steigenden Gewinnen aus.
    Das Affentheater, das uns derzeit um OPEL und Karstadt, um Porsche und Schäffler vorgespielt wird, beweist doch nur, dass die Unternehmen zugrundegewirtschaftet sind, weil die Eigentümer ihren Unternehmen übel mitgespielt haben. Es beweist nicht, dass die Unternehmen keine Marktchancen hätten, nicht, dass ihre Produkte nicht benötigt würden und schon gar nicht, dass ihre Beschäftigten überflüssig wären. In allen Fällen stecken dahinter Pläne und Ränke der Mehrheitseigentümer.
     
    Im einen Fall wurden vor dem Untergang erst alle Gewinne abgezogen, dann alle Patente, Liegenschaften und Produktionsmittel ausgegliedert und verpfändet, so dass der verbleibende Rest aus kaum mehr bestand, als aus der auf diese Weise überflüssig gemachten Belegschaft. Deren Rettung wird nun von den Noch-Eigentümern und Pfandnehmern davon abhängig gemacht, dass die Pfänder vom deutschen Steuerzahler ausgelöst werden.
     
    Im anderen Fall hat man rechtzeitig vor dem Untergang die Immobilien, die einst zum Unternehmen gehörten, ausgelagert und vom verbleibenden Unternehmen so hohe Mieten eingefordert, dass es langsam aber sicher ausbluten musste. Die Insolvenz erspart zudem aufwändige Sozialpläne für fast 60.000 Beschäftigte.
     
    In den beiden anderen Fällen hat man ein großes Rad gedreht, um sich fremdes Vermögen in nachgerade "räuberischer" Manier anzueignen. Als man dann feststellen musste, das der Sprung zu kurz geraten ist, begann man laut nach Staatshilfem zu rufen. Eigene Mittel einzusetzen hält man für riskant und überflüssig.
     
     
    Um dieses Spiel zu verstehen, muss man sich vergegenwärtigen, dass Investoren die von ihnen beherrschten Unternehmen ganz anders betrachten, als sie von Mitarbeitern oder Kunden betrachtet werden.
     

Neu investiert wird dort, wo sich große neue Chancen auftun,

  • gehalten und gepflegt wird, was im Augenblick den größten Gewinn einbringt.
  • Alles andere wird, solange noch ein Tropfen herauszuquetschen ist, erbarmungslos totgemolken.

       

       

    Das ziehe ich mir nicht aus den Fingern, das ist eine strategische Handlungsanweisung einer der großen Consultinggesellschaften, wie sie in Deutschland seit mindestens 35 Jahren unter dem Namen "Geschäftsfeldanalyse" gegen Honorar verkauft und angewandt wird.

       

    Eine Regierung, die es in- und ausländischen Investoren erlaubt, den Löwenanteil der Produktionsmittel einer Volkswirtschaft einzig zu ihrem eigenen Vorteil zu nutzen und ohne Rücksicht auf die Versorgungssicherheit der Bevölkerung und auf die Einkommen der Mitarbeiter jedes Geschäft aufzugeben, wenn es ihnen nicht mehr rentabel genug erscheint, eine Regierung, die gleichzeitig mit Programmen wie der Agenda 2010 massiven Sozialabbau betreibt, eine solche Regierung unterstützt das Wiederaufleben des Klassenkampfes und trägt aktiv dazu bei, dass sich eine sogenannte "20 : 80 Gesellschaft" herausbildet.
     
    Doch damit, dass deutsche Fähigkeiten und deutsches Leistungsvermögen im Interesse von als Investoren bezeichneten Spekulanten am sog. "Standort Deutschland" still liegen müssen, weil sich anderswo auf der Welt noch ein Sklave findet, der die Leistung noch billiger erbringt, ist noch kein sozialer Staat gemacht.
     
    Unsere Regierung hat - ohne es überhaupt noch zu bemerken- jene wichtigen Fähigkeiten verloren, in deren Vollbesitz sich die Regierung zu Zeiten Ludwig Erhards noch befand und führt dessen ungeachtet weiterhin die Vokabel "Soziale Marktwirtschaft" im Munde, als hätte sie die nicht längst dem Fetisch Export geopfert. Demenz?
     
     
    Leck 4 - Währungsverzicht
     
    Zum schwachen Staat, den der Neoliberalismus fordert, passt ganz wunderbar der Verzicht des Staates auf die eigene Währung. Die DM war über Jahrzehnte ein Stabilitätsanker für Deutschland. Nun ist sie weg.
     
    Die eigene Währung, so geschickt oder ungeschickt man damit immer umgehen mag, ist ein unverzichtbares Element der Wirtschaftspolitik eines Staates.
     
    Geld ist für die Volkswirtschaft wie das Wasser für das Schiff. Es muss immer genug da sein. Fehlt beim Schiff die berühmte "Handbreit Wasser unter dem Kiel" sitzt es bewegungsunfähig auf Grund, unter Umständen reißt dann der Rumpf auf, läuft voll und das Schiff kippt um.
     
    Ist die Geldversorgung einer Volkswirtschaft von fremden Dritten abhängig, oder muss sie sich immer wieder im Kompromiss an die Bedürfnisse fremder Dritter anpassen, wird es aus diesem Grunde immer wieder zu schweren und schwersten Problemen kommen.
     
    Auch wenn es gerne anders behauptet wird,
     
    der Euro hat Deutschland in der Krise nicht vor dem Schlimmsten bewahrt, er war, ganz im Gegenteil, eine der Voraussetzungen für die Inszenierung dieser Krise.
     
    Die DM, in Verbindung mit einer vernünftigen Finanzpolitik und einer vernünftigen Finanzaufsicht bei Fortgeltung der Gesetze für die Finanzinstitute und des Steuerrechts aus der DM-Zeit, hätte weder zum Fall der IKB noch zur Pleite der HRE geführt. Die Landesbanken lägen nicht reihenweise im Koma und die Staatskassen könnten nicht auf Jahrzehnte im Voraus unter dem Vorwand der alternativlosen Bankenrettung ausgeplündert werden. Demenz?


  • Leck 5 - Souveränitätsverzicht

    Die Selbstaufgabe der Republik hat sich Deutschland selbst ins Grundgesetz geschrieben. Ihre eigentliche Wirkung sollte diese Selbstaufgabe mit der Annahme der EU-Verfassung entfalten.

       

       Das Innenministerium der Bundesrepublik Deutschland hat mir, auf entsprechende Anfrage mit Schreiben vom 6. Juli 2004 zum voraussichtlichen Erlöschen nationalen Rechts folgendes mitgeteilt:

      "(...) Art. 23 GG, der 1992 aus Anlass des Vertrages über die Europäische Union in das Grundgesetz eingefügt wurde, (...) ist mit weitreichenden Ermächtigungen ausgestattet. Sie erlauben die Übertragung von Hoheitsrechten, Schaffung und Änderung des primären EU-Rechts sowie auch eine Verfassungsgebung, die die nationale Verfassungslage verändert und die man als verfassungsrelevante Mitgestaltung des primären EU-Rechts bezeichnen kann. (...) "

       
      Das hat nicht sollen sein, weil Bürger anderer EU-Staaten in Abstimmungen die Ablehnung dieser sog. "Verfassung" erzwungen haben. Nun liegt die Verfassung in Form des sog. "Reformvertrags" von Lissabon wieder auf dem Tisch. Ob dieser Vertrag angenommen werden wird, ist immer noch offen. Doch auch dabei handelt es sich im Grunde nur noch um ein formales Hindernis.
       
      Unsere Regierung und weite Teile der Opposition sind wild entschlossen, Deutschland in der EU untergehen zu lassen.
       
      Eine maßgebliche Rolle in diesem Prozess kommt dabei dem EUGH zu, einer Institution, die sich wie selbstverständlich über das Recht der Mitgliedsstaaten stellt und in eigener Selbstherrlichkeit auch deutsches Recht in der Luft zerreißt, ohne dass in Deutschland je eine Abstimmung stattgefunden hätte, die dem EUGH dieses Recht zugebillligt hätte.
       
      Hin und wieder in der Vergangenheit habe ich mich an Urteilen des EUGH gerieben, doch das jüngste Urteil schlägt nun endgültig dem Fass den Boden aus.
       
      Eine offizielle Stellungnahme aus Berlin habe ich dazu bis heute nicht gehört und auch die Medien üben sich in äußerster Zurückhaltung. Kein Wunder. Das Thema hat man in der Vergangenheit ausschließlich der Argumentation und Propaganda neonazistischer Parteien und Gruppierungen überlassen.
       
      Nationale Interessen hörbar zu äußern, das ist "pfui...!"
       
      Aber es hilft nichts. Am Ende wird auch hier der Klempner mit hochgekrempeltem Ärmel tief ins Rohr greifen müssen, um die Ursache der Verstopfung ans Licht zu bringen:
       
       
      Der EUGH hat für Recht erkannt:

    Um von Deutschland Leistungen nach Hartz IV zu erhalten,
    genügt es,

    wenn ein EU-Ausländer
    während eines angemessenen Zeitraumes
    tatsächlich eine Beschäftigung in Deutschland gesucht hat.

       

       
      Das heißt: Unser aller Mehrwertsteuer, Lohnsteuer, Mineralöl- und Ökosteuer wird vom EUGH großzügig ausgegeben, um allen
       
      schwedischen, finnischen, litauischen, lettischen, estnischen,
      polnischen, tschechischen, slowenischen, slowakischen,
      österreichischen, ungarischen, bulgarischen, rumänischen, griechischen,
      italienischen, maltesischen, zypriotischen,
      spanischen, portugiesischen, französischen, luxemburgischen, belgischen, niederländischen, dänischen,
      englischen und irischen
       
      Arbeitslosen Hartz IV zu gewähren, soweit diese dies verlangen.
       
      Das mag für Recht halten, wer will...
      Ich fühle mich dabei wie in einem kafkaesken Albtraum.
       
       
      Der Spruch des EUGh verlangt m.E. noch nicht einmal zwingend, dass sich die EU-Ausländer in der "angemessenen Zeit" der Arbeitssuche durchgängig in Deutschland aufhalten müssten, und er verlangt m.E. ebenfalls nicht zwingend, dass sich diese EU-Ausländer im Leistungsbezug in Deutschland aufhalten müssen.
      Wer wollte das auch kontrollieren? Schließlich genießen alle EU-Bürger die Freiheit, sich innerhalb der EU jederzeit aufzuhalten, wo immer sie wollen. Grenzkontrollen finden - Dank des Schengener Abkommens - auch nicht mehr statt.
       
      Dem EUGH ist es offenbar völlig egal,
      welche Sozialgesetze und welche Steuergesetze in welchem Mitgliedsstaat gelten, es ist ihm offenbar völlig egal, welcher Staat innerhalb der EU bereits welche Lasten der Gesamtfinanzierung trägt, er sieht - auf beiden Augen blind - überhaupt nichts von der sozialen und politischen Wirklichkeit und entscheidet auf der Basis der haarsträubenden Annahme, Hartz IV sei tatsächliche eine "Leistung zur Integration in den Arbeitsmarkt", dass diese Leistung folglich allen EU-Bürgern,unabhängig von ihrem Herkunftsland in Deutschland zustünde.
       
       
      Deutschland geht unter.
      Deutschland geht unter, weil es sich nicht dagegen wehrt, wenn der EUGH in aller Konsequenz von der Idee eines politisch, gesellschaftlich und sozial geeinten Europas träumt und seine Macht benutzt, aus diesem Traum heraus in die reale Welt hinein Entscheidungen zu treffen, die einen glauben machen, man sei über einer Kafka'schen Erzählung eingeschlafen.
       
      Dabei kann der EUGH nur die Macht haben, die ihm von den Regierungen der Mitgliedsstaaten zugestanden wird.
       
      Deutschland ist der bevölkerungsreichste und wirtschaftlich bedeutendste Staat der EU. Doch offenbar ist sich Deutschland seiner realen Größe längst nicht mehr bewusst und lässt widerstandslos mit sich geschehen, was der EUGH - der sich zum Vormund aufgeschwungen hat - für richtig hält.
       
       
      Frau Bundeskanzler Merkel
      spricht derweil lieber vor dem 9. Deutschen Seniorentag in Leipzig und erzählt den Seniorinnen und Senioren sowie deren Funktionärinnen und Funktionären:
       

    "Es wäre grottenfalsch, wenn wir heute mit Frühverrentung
    die Älteren aus dem Arbeitsmarkt drängen würden"

     

     
    Mein Gott Merkel!
     
    Als ob die Älteren im Arbeitsmarkt eine Chance hätten. Bei der Arbeitsmarktpolitik!
    Hätte die Große Koalition nicht die aberwitzige Rente mit 67 beschlossen, der Bedarf an Frühverrentung wäre schon um einiges geringer - und hätte die Große Koalition den Mut gefasst, Arbeitszeitregelungen in Gesetzesform zu gießen, die uns Vollbeschäftigung statt Massenarbeitslosigkeit bescheren, wir müssten über Frühverrentung nicht nachdenken.
     
    Kanzlerkandidat Steinmeier und
    SPD-Vorsitzender Müntefering

    sind von den Ergebnissen der Wahl zum EU-Parlament paralysiert und erklären standhaft, es könne jetzt keine Abkehr vom erfolgreichen Kurs der Vergangenheit geben.
     
    Guido Westerwelle,
    lauert hinter den Kulissen und will uns, zur Rettung Deutschlands, mit seinem einfachen und überschaubaren Steuersystem beglücken.
     
     
     
     
     
    Sokrates ist seit 2.408 Jahren tot.
    Sein Fehlen macht sich inzwischen doch deutlich bemerkbar.
     
     


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    Reaktionen auf diesen Paukenschlag
    Hallo Herr Kreutzer,
    ich lese Ihre Seite seit Jahren regelmäßig.Bei der Richtigkeit dieses Paukenschlages kochen in mir die Emotionen jedoch so richtig hoch,so dass ich auch einmal einen Kommentar schreiben muß.

    Wie dumm müssen die Deutschen in den letzten Jahrzehnten geworden sein, um all dies widerspruchslos über sich ergehen zu lassen ?

    Man braucht doch nur von heute aus ein paar Jahrhunderte zurück zu schauen um zu erkennen dass das was sich heute abspielt eigentlich schon zigfach stattgefunden hat (Diktaur, sogenannte Demokratie,Oligarchie,Monarchie und nicht zu vergessen die Religionen) um nur einiges zu nennen. Alles vorgenannte und nicht genannte hat jedoch immer eins gemeinsam: Es wurde immer mit der Verdummung oder Unterdrückung der betroffenen Menschen gearbeitet.

    Wie war das mit "Brot und Spielen"? Das eigentliche Problem der wirklich Intellektuellen ist die Tatsache das sie dieses voran beschriebene Volk nicht mehr erreichen können, da dieses nicht mehr in der Lage ist, überhaupt
    auch nur ansatzweise zu verstehen was mit den Aussagen in Ihrem Paukenschlag gemeint ist. Es geht ihnen doch gut,oder ? Alle haben Handy´s einen Zweitwagen, immer genug zu essen jede Menge "Fun" usw.

    Was sie mit dieser Einstellung anrichtet, ist der Mehrheit der Bevölkerung gar nicht bewusst. Sie sind noch nicht einmal in der Lage auch nur 60 Jahre (oder auch ein paar mehr) zurück zu schauen und einfach nur zu verinnerlichen, was uns unsere Eltern und Großeltern als Zeitzeugen aus erster Hand berichtet haben. Mein Großvater und auch mein Vater, der erst vor zwei Jahren das Zeitliche gesegnet hat, rotieren mit Sicherheit in ihren Gräbern ob dessen was man aus ihrem Lebenswerk gemacht hat.

    Von Willy Brandt, Herbert Wehner oder gar Konrad Adenauer und Ludwig Erhardt, um nur einige zu nennen, gar nicht zu sprechen.Was bleibt als Ausweg ?
    Meiner Meinung nach leider nur abzuwarten bis ein Großteil der Bevölkerung seine Familie nicht mehr ernähren kann. An dieser Stelle erinnere ich mich an den Spruch von Marie Antoinette : "Was,das Volk hat kein Brot? Dann sollen sie doch Kuchen essen".

    (...)
    Eines noch: Machen Sie weiter mit Ihren Aufklärungsversuchen, auch wenn Sie nur eine Minderheit
    erreichen. Jedes Volk braucht Menschen von Ihrem Schlage, denn ohne solche Menschen wäre das
    Deutsche Volk (Ist das das der Dichter und Denker?) schon heute tot.

    In weiterer Vorfreude auf Ihre nächsten Paukenschläge


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,
    lieber »Mann mit der Pauke«,

    dem Lob meiner kommentierenden 'Vorschreiber' an Sie kann ich mich 'im Geiste' nur anschließen. Im Laufe der Lektüre Ihres »Paukenschlags« fiel(en) mir folgende Methapher(n) dazu ein, vornehmlich aus dem medizinischen Bereich.

    Beispiel: Die BRD als Organisation

    Was unsere Politiker im Laufe der Zeit demenzähnlich 'vergessen' haben, ist, daß es sich bei einem Staat um ein Gebilde handelt, welches man – ähnlich in der Medizin – auch als 'Organismus' verstehen kann. Dabei handelt es sich um ein sich gegen die Umwelt abgrenzendes System, deren diverse Organe im einzelnen klar definierte Aufgaben zu erfüllen haben.

     

    Selbst dann, wenn man längst wissenschaftlich dahintergekommen ist, daß jede darin befindliche Zelle den Bauplan des Ganzen in ihrer Doppel-Helix beinhaltet, so sorgt doch eine natürliche Zellsteuerung dafür, daß keine Leberzelle auf die Idee kommen könnte, sich im selben Organismus plötzlich die 'Funktion' der Lunge anzueignen oder eine solche aus sich erwachsen zu lassen. Obwohl die Kenntnis dazu in den Genen der Doppel-Helix vorhanden ist, bleibt die natürliche Selbstbeschränkung auf die Funktion des Organs – z.B. der Leber - erhalten.

    Natürlich schließt diese organische Funktionsbeschränkung nicht aus, daß sich die einzelnen Zellen unserer Organe erneuern könnten. Trotzdem sorgt das Immunsystem aber stets dafür, daß aus einer Leberzelle keine Lungenzelle erwächst. Und sollte es sich eine der Zellen doch einmal aussuchen und ihre Selbstbeschränkungen 'aufheben' können, nennt man den medizinischen Nachfolgeprozeß dann entweder eine Wucherung oder – im wohl schlimmsten aller Fälle – kurzerhand KREBS. So gesehen ist wirklich mit einem 'Ableben' von Deutschland, als 'Staatsorganismus' zu rechnen!

    Diese Form von genetischer Demenz, die zu den o.a. organischen Entgleisungen führen kann, soll ja meist durch Viren verursacht werden, wie die Medizin behauptet. Dies ist insbesondere wohl deshalb wahrscheinlich, da diese 'Viren-Attacken' besonders dann erfolgreich sind, wenn das eigene Immunsystem - im Verhältnis zu den 'Eindringlingen' - besonders geschwächt ist. Viren und Bazillen aber, die unseren (auch staatlichen) Organismus zu Funktionsstörungen veranlassen können, sind nicht körpereigene, also dem eigenen Immunsystem bekannte und von diesem auch beherrschte, sondern kommen von außerhalb des Organismus. Die Folgen sind entsprechende Gegenreaktionen, wie Fieber und Entzündungen. Jeder kennt so etwas.

    Im übertragenen Sinne, könnte man es auch so verstehen, daß das sogenannte »Schengener Abkommen« und die Einführung des EURO zwar eine 'tolle' Idee gewesen sein könnten, aber eben nur dann, wenn die BRD-eigene Immunabwehr nicht abgebaut, sondern entsprechend verstärkt worden wäre. Demnach hätte also zunächst erst einmal eine Art 'Impfung' stattfinden müssen und nicht nur eine 'Übergangszeit', also so eine Art »Immundepressivum«, wie man es von Organverpflanzungen her kennt, statt sich lediglich darauf zu freuen, wie man die dafür notwendigen Kosten zukünftig blauäugig einsparen kann. Vermutlich wären die Kosten für diesen 'Impfstoff' dann noch rechtzeitig als derart horrend teuer aufgestoßen, daß sich keine® unserer Politiker(innen) mehr an dieses Vorhaben gewagt hätte bzw. erst einmal einen nüchternen Blick für die anschließend drohenden Folgekosten bekommen hätte. Wie heißt es doch folgerichtig: "EURO = TEURO!"

    Beispiel: 'TEURO' gegen D-Mark

    Leider ist uns ja ein gewisser, imperialistischer Größenwahn nicht ganz abzusprechen. Man denke nur an die Propagandaformel "Volk ohne Raum" oder "Am deutschen Wesen soll die Welt genesen"! Wir sind vermutlich nicht von ungefähr zum 'Reiseweltmeister' geworden, nachdem wir zuvor schon mit »Made in Germany« die Welt überzeugen konnten. Unsere Ingenieure produzierten das, was uns weltweit die Mittel einbrachte, die die deutschen Urlauber dann wieder außer Landes tragen, meist der Sonne entgegen. Soweit, so gut und im Sinne aller Beteiligten. Das Leben selbst basiert ja auf der Funktion von Geben und Nehmen, medizinisch kurzerhand als »Stoffwechsel« bekannt. Und dennoch:

    Jeder Staat ist für und in sich zunächst nicht nur eine Form von 'Organismus' und damit gewissermaßen auch ein abgeschlossenes System, in dem das Geld – für einen besseren Stoffwechsel - die Funktion des Blutes übernimmt. Tauschhandel, wie in früheren Zeiten betrieben, wäre dafür einfach zu mühsam und träge. Und dennoch, auch diese Form eines Organismus muß 'dicht' sein, damit er nicht verblutet. Auch nicht auf der Station einer 'Blutspendestation' irgendeines Krankenhauses, politisch seit einiger Zeit auch »EUROPA« genannt und immer wieder, doch nicht weniger dumm, propagandistisch von unseren 'Globalpolitikern' glorifiziert. Auch hier hilft letztendlich weder eine Art von 'Gesundheitsreform' und auch keine 'Blutstiller'. Auch wenn ich keinesfalls falsch beschränktem Nationalismus das Wort schreiben möchte, aber 'Leck ist leck' und nicht ausreichend 'dicht'.

    Leider hat man seitens der Initiatoren wohl nur einmal über diese Gefahr des 'Verblutens' nachgedacht, als man – vor Einführung des EURO – damalige Wechselkursverhältnisse zugrundegelegt hat. Dann war aber auch schon Schluß mit der notwendigen Vor(aus)sicht auf das, was folgen könnte. Und so kam, was kommen mußte, wenn man mehrere, unterschiedlich gefüllte Gefäße nimmt und an deren Grund mit geöffneten Ventilen versieht, um dann durchlässige Schläuche anschließen zu können. Jeder Laborant kennt die Bezeichnung: diese 'Versuchsanordnung' nennt man »kommunizierende Röhren« , für die gilt, daß sich die zunächst unterschiedlichen Füllmengen alle auf ein und dasselbe Niveau ausgleichen werden. Dabei ist es egal, in welches Gefäß man nachfüllt, auch dann, wenn es sich bei dieser 'Nachfüllung' um Geld handeln sollte. Und wie wir bis heute gelernt haben, füllt Deutschland reichlich nach, während andere Staaten sich dann der Subventionsregeln erfreuen. Meines Erachtens hätte man diesen Effekt besser mit mehr Urlaubstagen, höheren, aber auch kontrollierten Mindestlöhnen, kurzum mehr Zeit um Urlaubmachen herbeiführen können, wobei die D-Mark aber hätte weiterexistieren können, ohne gegen den TEURO ausgewechselt werden zu müssen. Doch, leider zu spät! - Nicht von ungefähr haben sich die europäischen Mafia-Clans schon 1993 Brüssel zu ihrer 'heimlichen' Zentrale auserkoren.

    Beispiel: Überproduktion

    Pardon, aber ist es nicht doch vielleicht eine allgemein verkannt intelligente Äußerung manches Jugendlichen, wenn er beim Gabentisch an Weihnachten oder zum Geburtstag die Frage stellt: "Was soll ich mit dem Scheiß?", nachdem er zum x-ten Mal einen MP3-Player geschenkt bekommt? Vielleicht hätte sich mancher Konzern oder Produzent in der Vergangenheit etwas hellhöriger geben sollen und sich nicht nur auf seinen Fleiß verlassen sollen, sondern besser überlegen. Schließlich ist auch jedes Unternehmen so etwas wie eine Art »Stoffwechsel« und das Endprodukt – im übertragenen Sinne und im Vergleich zu den zur Produktion notwendigen Rohstoffen – mit anderen 'Ausscheidungen' von Organismen vergleichbar, wenn auch nicht gleichzusetzen. Mit einer natürlichen Erkenntnis, hätte er dann eben keine noch stückzahlenstärkere Maschine gegen langjährige Mitarbeiter eingetauscht und seinem Investor anschließend nicht noch höhere Renditen versprochen, um sich anschließend dem ebenso fahrlässigen Schwachsinn unterordnen zu müssen, ganz nach dem Motto »Geiz ist geil«, damit sich seine Lagerkosten nicht doch noch quer zur ursprünglichen Kalkulation entwickeln. Wer kennt nicht die Schlagwörter, wie z.B. »Just in time«, wodurch Schlangen von LKWs auch dazu dienen, um gestiegene Lagerkosten einigermaßen im Griff zu behalten. Die Autobahn gehört doch allen, also dem Volk. Stellt sich (natürlich) die Frage, warum Kamele (von Natur aus) einen Fetthöcker haben oder im Supermarkt die Kühltruhe funktionieren muß. Ganz einfach: beim Kamel, damit es durch die Wüste kommt und nicht mittendrin verhungert. Und beim Supermarkt: damit der Fisch nicht vergammelt, weil mal wieder kein Kunde vorbeikommt und 'tauschen' will, weil auch er keinen EURO essen kann, um nicht verhungern zu müssen. Ob wir jetzt durch die drohende Wüste bzw. den nächsten Winter kommen, wo wir gerade feststellen und es nicht mehr verhindern können, daß man uns die 'Fetthöcker' bzw. 'Kühltruhen' klaut?

    Es ließen sich sicherlich noch weitere von der Natur vorgegebene Metaphern dafür finden, um zu verdeutlichen, wie abgehoben und unnatürlich viele Politiker und Unternehmer zu denken pflegen und sie dabei offenbar gar nicht merken (wollen oder können), wo ihr eloquent formulierter Irrglaube sie bzw. das gehor(ch)same Volk logischerweise hingeführt hat bzw. noch hinführen muß. Nur eines weiß man: "Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient" bzw. "Den Letzten beißen die Hunde!" – Alles klar? – Worüber wundern wir uns also noch? – Es bleibt bis auf weiteres zum Davonlaufen! – Und tschüß!

    Mit gleichgesinntem Gruß an den »Mann mit der Pauke


    Lieber Herr Kreutzer,

    einfach großartig Ihr Paukenschlag! Sie sind ein Ein-Mann-Erwachsenen-Bildungs-Werk und als solches für die notwendige Veränderung in den Köpfen verantwortlich. Man kann von einem ja nicht alles erwarten - aber: Was tun sprach Zeus?

    Was kann der Einzelne zur Verbesserung der Verhältnisse beitragen? Sie wissen ja, dass ich bei der ÖDP mit anschiebe, damit die verzweifelten Bundesbürger wenigstens eine Partei haben, die sie guten Gewissens wählen können, weil sie nicht durch Konzern-Spenden korrumpiert ist. Aber das reicht leider nicht.

    Was kann Mann und Frau konkret tun? Wie Ihre Erkenntnisse in verändernde Aktion umsetzen? In England gibt es so schöne "How-to"-Bücher. So ein Rezept-Buch fehlt mir.

    Aber: Es gibt auch positive Entwicklungen. Eine davon ist der Global Marshallplan,
    die nächste: *GENISIS Institute for Social Business and Impact Strategies* gemeinnützige GmbH

    (...)
    Freundliche Grüße

    __________________________
    Anmerkung von Egon W. Kreutzer
    Die Links auf den Global-Marshallplan und GENISIS habe ich mir noch nicht angesehen, werde sie aber nach Prüfung auch weitergeben.

    Auf die Frage, was kann Mann/Frau tun, habe ich vor ungefähr einem Jahr mit dem Paukenschlag "Unsere Freiheit, Teil 3" versucht, eine Antwort zu geben. Wer Lust hat, kann sich den ja wieder mal ansehen.
     Unsere Freiheit, Teil 3


    Sehr geehrter Herr Kreutzer,

    Demokratie... Demokratie... ich les' immer "Demokratie"! Von was für einer Demokratie ist den bloß die Rede? Ich habe in weit über 40 Jahren in der BRD noch nie eine Demokratie erkennen können und grübel gerade nach, von was für einem Land Sie eigentlich reden. Von Deutschland kann kaum die Rede sein oder was hat Demokratie mit einem Kreuzchen alle vier Jahre, verbotenen Volksentscheiden und Dauer-Gesetzgebung GEGEN erklärte Willensäußerungen der Bevölkerung zu tun? Falls sich da ein Denkfehler bei mir eingeschlichen hat, sagen Sie mir bitte Bescheid.

    ___________________________
    Anmerkung von Egon W. Kreutzer
    Demokratie ist so zu verstehen, dass die Möglichkeit, in regelmäßigen Abständen unter mehreren Kandidaten für Parlamente, Kreistage und Stadträte einen oder mehrere auszuwählen, die dann in den Parlamenten, Kreistagen und Stadträten in Abstimmungen mehrheitlich Beschlüsse fassen, in der Verbindung mit der Möglichkeit, sich selbst als Kandidat zu bewerben, so zu bezeichnen ist.


    Achja Leck 6 haben Sie vergessen: Denk-Verzicht

    gemeint ist natürlich echtes Denken, nicht diese billige Imitation die sich in den letzten Jahrzehnten hier allerorten durchgesetzt hat und nun als des Volkes höchstes Gut zu gelten hat. ("Ach die da oben haben doch alles so schlimm gemacht - lass uns CDU oder so wählen damits wieder besser wird...")

    Leck 7: Rechts-Verzicht

    in diesem Land wurde solange rumgebastelt bis Recht zu Unrecht wurde und umgekehrt. Vorgänge, die in jedem ethisch halbwegs empfindsam fühlenden und denken Wesen nur noch Abscheu erregen können sind gesetzlich tief verankert und die Metastasen wuchern, so daß selbst der gefinkeltste Rechstanwalt da nichts mehr rausoperieren könnte. Und so haben die Piraten aus Politik und Wirtschaft ihre Raubzüge derartig "legalisiert", daß zudem die gesetzlichen Grundlagen geschaffen wurden, eben diese Raubzüge willkürlich immer weiter ausbauen zu können - anstatt das man die ganze Bagage lebenslänglich hinter Gittern schickt wo sie schon lange hingehört und von ihren gehorteten Vermögen und Pfründen wenigstens einen Teil des immensen Schadens wieder gutmacht, den sie aus bodenloser Bosheit, Macht- und Raffgier angerichtet haben.

    Mindestlohn? Wo soll den da der Witz sein? Wenn es einen Mindestlohn gibt dann steigen eben sämtliche Preise so rapid an wie es geht und alles ist wieder beim Alten. Mindestlohn ist doch völlige Idiotie und sorgt nur dafür, das die Sozialschwächsten die darauf folgenden Preiserhöhungen überhaupt nicht mehr auffangen können.

    __________________________
    Anmerkung von Egon W. Kreutzer
    Das mit dem Mindestlohne sehe ich nicht so schwarz. Im Gegenteil. Der Erdrutsch in der Gehaltsstruktur der abhängig Beschäftigten wurde dadurch ausgelöst, dass am unteren Ende die Bastionen weggesprengt und durch wohlverhaltensabhängige Almosen ersetzt wurden. ALG I in alter Höhe und alter Zahldauer in Verbindung mit ALG II war eine dieser letzten Bastionen - jetzt rutscht der ganze Berg nach - und die Preise sinken nicht.


    Aber Deutschland kann gar nicht untergehen. Deutschland wurde seit Jahrzehnten stückchenweise an ausländische Investoren verscherbelt und so bleiben überall Stücke Deutschland erhalten - weltweit verteilt halt aber das ist auch beim alten Ägypten so: da liegen auch weltweit verstreut in den Museen noch die Reste rum. Abgesehen davon könnte es uns, dem Volk eigentlich egal sein aus eben diesem Grund. Schließlich gehört uns das Land gar nicht mehr also was solls? (gehörte es uns eigentlich jemals? oder war es schon immer nur Eigentum einiger weniger Piraten?)

    Tagesthemen 8.Juni 2009:
    der Kommentar kommt von Siegmund Gottlieb (BR)

    "Die Regierung hat richtig entschieden - kein Geld für Arcandor. Das sauer verdiente Geld von uns Steuerzahlern hat hier nichts verloren... Das der Konzern am Ende ist, liegt an den Fehl-Entscheidungen der Manager und an deren Verantwortungslosigkeit und nicht an der Krise. [...] Wer Fehler gemacht hat, muß dafür geradestehen. Auch mit seinem eigenen Vermögen..."

    (...) Das sauer verdiente Geld von uns Steuerzahlern soll (also) lieber in die Fehlentscheidungen und Verantwortungslosigkeiten der Bankster fließen? Da sind die Milliarden besser aufgehoben? Wo liegt der Unterschied zwischen den 25.000 Arbeitern bei Opel und den fast 50.000 bei Arcandor? Und wo haften die Bankster mit ihrem Vermögen für die Wahnsinnskrise, die sie heraufbeschworen haben? Karstadt hat wenigstens Umsatz gemacht - ok, vielleicht nicht genug aber immerhin. Bankster haben virtuelle Vermögen erstunken und erlogen bis die Luftblase geplatzt ist. Keine Fehlentscheidungen und keine Verantwortungslosigkeit? Nach welchem Maß misst dieser (...)? Was genau hat eigentlich die Auto-Industrie mit der Bankenblase zu tun?


    Und Krise? wieso überhaupt Krise?

    - am 23.Jan.2009 kündigt ThyssenKrupp eine Dividende von 603 Millionen Euro an (für 2008);
    - am 27.Jan. folgt Siemens mit einer Dividende in Höhe von 1,46 Milliarden Euro;
    - am 25.Feb.2009 weist die Post 1,7 Milliarden Miese für 2008 aus, kündigt aber trotzdem Dividende an;
    - am 3.März erklären die Gesetzlichen Krankenkassen einen Überschuß in Höhe 730 Millionen Euro für das
    Jahr 2008 und erklären fröhlich, sie hätten nun ein Finanzpolster in Höhe von 4 Milliarden Euro; (und
    - am 19.Mai erklärt Ärztekammer-Präsident Hoppe, er möchte eine Liste "behandlungswürdiger Krankheiten").
    - am 10.März verkündet die Deutsche Bank einen Gewinn in Höhe von 6,3 Milliarden Euro für das Jahr 2008 - dicht gefolgt von Audi am 11.März, welches mit 2,2 Milliarden Euro Gewinn das "beste Geschäftsjahr seit
    Bestehen der Firma" trompetet;

    - (mal ganz abgesehen davon, das der pleite gegangene US-Investor AIG am 19.März 2009 insgesamt 168 Millionen Boni [!] zahlen will);

    - am 22.März steigen die Ölscheichs der VAE mit 9,1% bei Daimler ein (eine ganze Menge frisches Geld wie ich mal so sage) nur um eben besagtes Daimler am 1.April ankündigen zu lassen, für 2009 mindestens 2 Milliarden Personalkosten einsparen zu müssen! Die gleiche Firma Daimler, die kurz darauf am 8.April verkündet, 579 Millionen Euro Dividende ausschütten zu wollen (für 2008), am 28.April auf Lohnkürzung und Kurzarbeit umstellt und für das erste Quartal 1,3 Milliarden Verlust meldet (hä was?); ganz abgesehen von der Meldung am 3.März, Daimler hätte an der Börse seit Jahresbeginn 33% verloren;

    - Fast schon lächerlich, daß die Allianz am 26.Feb.2009 einen Verlust (für 2008) in Höhe von 2,3 Milliarden Euro ausweist, aber am 29.April eine Dividende von 1,2 Millionen Euro ausschüttet

    - Frontal21 berichtet am 5.Mai, daß die 30 DAX-Unternehmen (...) gesamt eine Dividende von 22,4 Milliarden Euro ausschütten, da ist VW mit 779 Millionen (Meldung vom 3.März: VW hat seit Jahresbeginn an der Börse 24% verloren) und BASF mit 1,8 Milliarden Euro dabei

    und was war noch? am 3.Jan.2009 die Meldung des "Kombinats ARGE", im Jahr 2008 immerhin 1 Milliarde Euro "Überschuß" erwirtschaftet zu haben (*lol*)

    .... usw, usw, usw.

    Krise? was denn eigentlich für eine Krise? Hirn? was den eigentlich für ein Hirn?

    oh Mann, das war wohl die bisher umfangreichste Leserreaktion auf einen Paukenschlag - zumindest von mir :-(
    achja, nett, das sich außer mir noch jemand an Travicks 'Totenschiff' erinnert.
    Und was Geschäftsmodelle angeht, so sollte man sich bei Interesse mal mit Reinhard Höhn, seiner Vergangenheit im III. Reich und seinem "Harzburger Modell" von 1962 beschäftigen, welches die bundesdeutsche Unternehmensführung auf Jahrzehnte maßgeblich beeinflußt hat. (...)

    mit freundlichen Grüßen
    der übliche Verdächtige


    Hallo Herr Kreutzer,

    wenn ich einen Strich genau von vorne anschaue, was sehe ich dann ? - RICHTIG - einen Punkt !
    Und genau auf den bringen Sie mit diesem Artikel und mit all den anderen "Paukenschlägen" die Situation in diesem unseren schönen Land. Ein Land, dessen Bevölkerung es verdient hätte, den aus der Leistung aller entstandenen Wohlstand auch für ALLE Einwohner zugänglich und verfügbar zu machen.
    Im Moment läuft es aber genau in die andere Richtung.

    (...)
    Machen Sie weiter so, damit möglichst viele Menschen in Deutschland aufwachen !

    Viele Grüße

    Hochverehrter Herr Kreutzer,

    mit dem Inhalt des neuesten Paukenschlags haben Sie sich selbst übertroffen! Deshalb schreibe ich Sie auch mit „Hochverehrter…“ an.

    Schon seit Jahren bewegen und bedrücken mich diese beschriebenen Gedanken. Treffend und präzise ausgedrückt. Insbesondere der Aspekt „Nationale Interessen hörbar zu äußern, das ist pfui…!“ findet meine uneingeschränkte Zustimmung. Ich sehe, dass unsere Interessen nicht mal mehr eine bescheidene Beachtung finden, sondern dass sie schlichtweg ignoriert werden, so als würde es sie nicht geben.

    Ich bin kein rückwärtsgewandter Nationaler und habe auch mit bestimmten Kreisen absolut nichts am Hut. Aber ich würde uns Deutschen zumindest einen Teil des Nationalstolzes z.B. der Franzosen wünschen, deren Selbstverständnis und Selbstbewusstsein, ich gebe es zu, mich mit Neid erfüllt.

    Und danach steigt die Wut in mir hoch!

    Vielen herzlichen Dank und alles Gute für Sie.


    Kompliment Herr Kreutzer,
    die bislang einzige intelligente Analyse der Situation - leider macht sie nicht wirklich Hoffnung.

    Mit freundlichen Grüßen

    Sehr geehrter Hr. Kreutzer,

    wieder ein brillianter Paukenschlag - leider sieht es genau so aus mit der EU, und Ihre Ausführungen erinnerten mich an einen lustigen Text, den wir mal in unserer Firma herumgesendet hatten, um uns über bestimmte Projekte lustig zu machen. Ich kopierer ihn mal hier hinein, denn er läßt sich vortrefflich auch für das Projekt "real existierende EU" anwenden...

    Ein totes Pferd reiten

    Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du entdeckst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”

    Hört sich doch so simpel an, oder? Aber statt vom toten Pferd abzusteigen wurden in unserem Leben viele Methoden und Strategien - zum Teil bis zur Perfektion - entwickelt, um dem Unausweichlichen doch ausweichen zu können. Kommt Ihnen die eine oder andere der folgenden Strategien vielleicht bekannt vor?

    Wir besorgen uns eine stärkere Peitsche.
    Wir sagen: „So haben wir das Pferd schon immer geritten”.
    Wir gründen einen Arbeitskreis, um das Pferd zu analysieren.
    Wir besuchen andere Orte, um zu sehen, wie man dort tote Pferde reitet.
    Wir erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
    Wir bilden eine Task-Force, um das Pferd wiederzubeleben.
    Wir kaufen Leute von außerhalb ein, die angeblich tote Pferde reiten können.
    Wir schieben eine Trainingseinheit ein um besser reiten zu können.
    Wir stellen Vergleiche unterschiedlicher toter Pferde an.
    Wir ändern die Kriterien, die besagen, dass ein Pferd tot ist.
    Wir schirren mehrere tote Pferde gemeinsam an, damit wir schneller werden.
    Wir erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, das wir es nicht mehr reiten können.”
    Wir machen eine Studie, um zu sehen, ob es bessere oder billigere Pferde gibt.
    Wir erklären, dass unser Pferd besser, schneller und billiger tot ist als andere Pferde.
    Wir bilden einen Qualitätszirkel, um eine Verwendung von toten Pferden zu finden.
    Wir richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.
    Wir vergrößern den Verantwortungsbereich für tote Pferde.
    Wir entwickeln ein Motivationsprogramm für tote Pferde.
    Wir erstellen eine Präsentation in der wir aufzeigen, was das Pferd könnte, wenn es noch leben würde.
    Wir strukturieren um damit ein anderer Bereich das tote Pferd bekommt.

    mit besten Grüßen

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