12. Juli 2018

09.30 Uhr Zum NATO-Gipfel - Nur mal so dahingesponnen

Ein janusköpfiger US-Präsident klagt die Bündnispartner - allen voran Deutschland - an, sie würden die USA militärisch ausbeuten und sich gleichzeitig mit dem Erzfeind Russland fraternisieren. Inzwischen verlangt er vier Prozent vom BIP als Rüstungsausgaben in den nationalen Haushalten, fordert Ausgleichszahlungen an die USA für nicht erbrachte Leistungen in der Vergangenheit und hält die Energielieferungen Russlands nach Europa für ein Zeichen totaler Abhängigkeit, ja Gefangenschaft.

Gleichzeitig bricht er einen veritablen Handelskrieg mit der ganzen Welt vom Zaune, teils durch Sanktionen und Embargos, teils durch Zollschranken,

doch dann versichert er Angela Merkel und der anwesenden Presse, sie hätten gute, ja beste Beziehungen, und der Handel zwischen beiden würde sich großartig entwickeln, und was der schönen Worte mehr sind.

Wenn ich da einfach mal so vor mich hinspinne, dann kann ich in diesen scheinbar unvereinbaren Positionen immer noch einen Sinn finden - und das geht so:

Trump wird in Kürze Putin auf dem neutralem Boden Helsinkis persönlich begegnen. Dass Trump daran liegt, die Beziehungen der USA zu Russland zu entspannen, ist kein Geheimnis, 90 Prozent des Wahlkampfes der Demokraten bestanden aus dem Versuch, ihm daraus einen Strick zu drehen.

Seine immer weiter in die Höhe getriebenen Forderungen an die NATO-Partner, die in Wirklichkeit nie echte Partner waren, sondern mehr oder minder nur Hilfstruppen der USA auf dem geostrategischen Schachbrett, die im Grunde auch nie von den USA verteidigt wurden, sondern lediglich die imperialen Schachzüge und Angriffskriege absicherten, können doch auch als der Versuch verstanden werden, die NATO dadurch aufzulösen, dass es keiner nationalen Regierung mehr gelingt, eine Kosten-Nutzen-Analyse zu Gunsten der NATO aufzustellen.

Sein gegenüber der EU und China losgetretener Handelskrieg kann ebenfalls als der Versuch verstanden werden, die Handelsbeziehungen zwischen der EU und China und Russland zu intensivieren.

Dass der Vorwurf, Deutschland (immer noch Kapitän und Steuermann auf der EU) habe sich in russische Gefangenschaft begeben, auch nur zu einem trotzigen "Jetzt erst recht!", führen wird, passt ganz genau dazu.

Trump baut ein Szenario, in dem es so aussieht, als hätten inzwischen alle Handels- und Kriegspartner der USA ein neues, normalisiertes Verhältnis zu Russland gefunden. Zu einem Russland, das nicht mehr ernsthaft als Bedrohung angesehen wird, mit dem man aber gerne wirtschaftlich zusammenarbeiten will. Wo sich aber die Europäer von Russland nicht mehr bedroht sehen und daher nicht einsehen, mehr in Rüstung zu investieren, wird der NATO-Beitrag der USA noch fragwürdiger.

Steht dieses Szenario, dann kann Trump sich hinstellen und als "Letzter", und nicht als Vorreiter, erklären, es bestünde nun keine Notwendigkeit mehr, Russland auszugrenzen, zu sanktionieren und zu bedrohen, die europäischen Partner hätten es vorexerziert, es sei nun auch für die USA die Zeit der vorbehaltlosen Zusammenarbeit angebrochen.

Ich vermute, genau dieses Szenario wird Trump in Helsinki zuerst vor Putin ausbreiten, bevor er zuhause laut darüber spricht, und Absichtserklärungen für den Abbau von US-Truppen in Europa nachschieben, um dann - wie vor nunmehr 73 Jahren auf Jalta - die Machtverteilung in Europa und die weiteren Schritte in den Konflikten in der Ukraine und Syrien, und die weitere Strategie in Bezug auf den Iran und China, über die Köpfe der nicht mehr ernst zu nehmenden EU-Europäer hinweg, zu verabreden.

Tja, das war nur mal so dahingesponnen. Wär' gar nicht so schlecht, wenn's so käme.


So, wie es Menschen gibt, die besser wüssten, wie Fußball gespielt werden muss, ließe man sie nur als Bundestrainer antreten, gibt es auch Menschen, die besser wüssten, wie regiert werden muss, ließe man sie nur an die Macht.

Längst haben sich Schriftsteller dazu ihre Gedanken gemacht und Vorstellungen zum Ablauf eines Putsches entwickelt.

 

Peter Orzechowski und Robert Thiele lassen einen Bundeswehrgeneral antreten, dem es mit generalstabsmäßiger Planung und unter Mithilfe einer treu ergebenen Schar von Reservisten gelingt, die Bundesregierung ins Matt zu manövrieren.

"Der Staatsstreich" ist bei Peter Haisenko im Anderwelt Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem Anderwelt Verlag)

 

 Andreas Reinhardt hat ein anderes Szenario aufgebaut. Eine Oppositionspartei hält das Handeln der Regierung für unerträglich und beschließt, den Regierungschef zu ermorden, um dann im Handstreich die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.

"Operation Reiner Tisch" ist bei mir im EWK-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem EWK Verlag)

Wenn Sie das eine Buch lesen, während Löw gegen Schweden antritt, und das andere beim letzten Gruppenspiel gegen Südkorea, erleben Sie sicherlich mehr Spannung und Begeisterung als bei den Übertragungen im Fernsehen.

Also, leiden Sie nicht länger wie der junge Werther, erlesen Sie sich lieber den Weg zum politischen Befreiungsschlag!


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

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Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

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Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


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oder greifen Sie zu "Macht macht untertan" von Herbert Ludwig:
 
darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

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