2. Juli 2018

11.00 Uhr Plädoyer für das politische Elfmeterschießen

Heute Morgen gegen halb zwei habe ich enttäuscht und leicht angesäuert meine Beobachterposition an Fernseh- und Computerbildschirm verlassen und bin zu Bett gegangen.

In diesen Minuten war ich überzeugt:

Die Erfinder der Fußballregeln waren klüger als die Väter des Grundgesetzes.

Wenn es drauf ankommt, also in Spielen im K.O.-System, lässt man ein Unentschieden nicht stehen, aber man lässt die Auseinandersetzung auch nicht ewig bis zur völligen Erschöpfung fortsetzen. Es gibt die berühmten zweimal 15 Minuten Verlängerung - und wenn auch das nichts hilft, dann kommt es eben zum finalen Elfmeterschießen, wobei es nicht mehr auf Strategie und Taktik, nicht auf Laufwege und Passgenauigkeit ankommt, sondern nur noch darauf, was stärker ist, die Nerven der Schützen oder die Reflexe des Torhüters oder die Hand der Fortuna.
 
Zweimal wurden gestern Achtelfinalspiele per Elfmeterschießen entschieden. Das heißt: Es kam zweimal zu einer Entscheidung! Zwei Entscheidungen, die letztlich von allen Beteiligten akzeptiert wurden.
 
Warum geht das nicht auch in der Politik? Man hat schließlich auch einen politischen Aschermittwoch auf die Beine stellen können, was hindert am politischen Elfmeterschießen?
 
Der politische Aschermittwoch ist im Grunde eine Persiflage auf die Bußpredigten der hauptberuflichen Religionsverkünder. Man wirft sich gegenseitig von Bierzelt zu Bierzelt Grobheiten an den Kopf, die man sich im politischen Alltagsgeschäft verkneift. Dass die dabei an den Tag gelegte Narrenfreiheit nur belegt, dass die Narren ihr närrisches Wesen an den restlichen Tagen des Jahres so geschickt unter geschmeidigen Worthülsen verbergen, dass man sie die meiste Zeit fast für ganz normal halten könnte, trägt sehr zur Akzeptanz der Demokratie in diesem unseren Lande bei.
 
Ein politisches Elfmeterschießen kann natürlich nicht mit dem Ball auf dem grünen Rasen stattfinden. Da gäben viele der politischen Figuren ein gar zu peinliches Bild ab, aber es könnte im Bundestag immer dann arrangiert werden, wenn die Regierungsparteien innerhalb einer Frist von vier Wochen ab erster Antragstellung zu einem Thema zu keiner gemeinsamen Lösung finden. Der Ablauf könnte ungefähr so aussehen:
 
Die Parteivorsitzenden der Streitparteien, im konkreten, aktuellen Fall Horst Seehofer und Angela Merkel stehen abwechselnd im Tor, also am Rednerpult, während die wortgewaltigsten Vorderbänkler, also Dobrindt und Kauder, Laschet und Kramp-Karrenbauer, Scheuer und Spahn, etc., etc. jeweils ebenfalls abwechselnd vom Saalmikrofon aus ihren "Schuss" abgeben.
 
Der Schuss, das wäre ein maximal elf Zehntelsekunden langer Fragesatz, der vom jeweiligen Torwart ohne Überlegungszeit, maximal 11 hundertstel Sekunden nach dem akustischen Fragezeichen mit ja oder nein beantwortet werden muss. Überschreitet die Frage die zulässige Zeitspanne, gilt der Elfmeter als verschossen, erfolgt die Antwort zu spät, zählt der Schuss als Tor. Damit darf der Schütze die von ihm erhoffte Antwort (auch wieder ja oder nein) für den Torwart verbindlich zu Protokoll geben.
 
So könnte z.B. die rheinische Frohnatur Laschet dem bayerischen Löwen Seehofer die Frage vor den Latz knallen: "Treten Sie heute noch zurück?"
Zaudert Seehofer und kann sich nicht unmittelbar zu einer Antwort entschließen, ist das ein Tor für die CDU. Laschet könnte sich jetzt für Seehofer für ein Ja entscheiden.
 
Dobrindt, von der anderen Seite kommend, könnte Merkel die Frage stellen: "Wollen Sie die Fraktionsgemeinschaft mit der CSU beenden?" Antwortet Merkel darauf gewohnheitsmäßig mit "... ich habe immer schon gesagt, dass wir zusammen Großes geschafft ...", dann hat Dobrindt einen Treffer erzielt, denn als zulässige Reaktion kommen nur ja oder nein in Frage. Dobrindt dürfte nun seinerseits lächelnd ebenfalls ein Ja oder eben doch ein Nein zu Protokoll geben.
 
Das politische Elfmeterschießen geht über fünf Runden. Es ist entschieden, sobald eine Partei nach jeweils einer Runde mit mehr als einem Tor in Rückstand geraten ist oder wenn nach fünf Runden von beiden Seiten gleich viele gültige Antworten gegeben wurden. Alle bis dahin abgegeben gültigen (ja oder nein) Antworten, werden im Protokoll als verbindliche Beschlüsse festgehalten und im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
 
Wurde nach fünf Runden von keiner Seite eine gültige Antwort gegeben, hat der Bundespräsident das Parlament aufzulösen und Neuwahlen auszuschreiben.
 
Selbstverständlich sind solche Elfmeterschießen live von ARD und ZDF zu übertragen.
 
Hei, wie das die Politikverdrossenheit beenden würde!
 
 
 

 


So, wie es Menschen gibt, die besser wüssten, wie Fußball gespielt werden muss, ließe man sie nur als Bundestrainer antreten, gibt es auch Menschen, die besser wüssten, wie regiert werden muss, ließe man sie nur an die Macht.

Längst haben sich Schriftsteller dazu ihre Gedanken gemacht und Vorstellungen zum Ablauf eines Putsches entwickelt.

 

Peter Orzechowski und Robert Thiele lassen einen Bundeswehrgeneral antreten, dem es mit generalstabsmäßiger Planung und unter Mithilfe einer treu ergebenen Schar von Reservisten gelingt, die Bundesregierung ins Matt zu manövrieren.

"Der Staatsstreich" ist bei Peter Haisenko im Anderwelt Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem Anderwelt Verlag)

 

 Andreas Reinhardt hat ein anderes Szenario aufgebaut. Eine Oppositionspartei hält das Handeln der Regierung für unerträglich und beschließt, den Regierungschef zu ermorden, um dann im Handstreich die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.

"Operation Reiner Tisch" ist bei mir im EWK-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem EWK Verlag)

Wenn Sie das eine Buch lesen, während Löw gegen Schweden antritt, und das andere beim letzten Gruppenspiel gegen Südkorea, erleben Sie sicherlich mehr Spannung und Begeisterung als bei den Übertragungen im Fernsehen.

Also, leiden Sie nicht länger wie der junge Werther, erlesen Sie sich lieber den Weg zum politischen Befreiungsschlag!


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

und kann hier erworben werden.

 

Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

Informieren Sie sich umfassend über den Untergang der Demokratie in Europa. Lesen Sie Florian Stumfalls Buch "Das EU-Diktat". Sie werden erkennen:
 
Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


Mehr

 
 
oder greifen Sie zu "Macht macht untertan" von Herbert Ludwig:
 
darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

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Manfred Gotthalmseder

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Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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