20. Juni 2018

10.30 Uhr Angie Jumping

Nun hängt sie also am französisch-rothschild'schen Gummiseil und hofft, nach dem freien Fall rechtzeitig gebremst und aufgefangen zu werden.

Ein Kuhhandel. Macron bekommt die Zusage für seine EU-Finanzpläne und stellt sich dafür im Migrantenstreit rings um Merkel auf. Beides fürs Publikum butterweich formuliert, aber schon so, dass der Michel sich fragen muss, was ihm wichtiger ist, die Kontrolle über die Zuwanderung oder die Kontrolle über die Finanzen.

Doch das ist eine Scheinalternative. Beides ist beschisssen - und nichts davon muss sein. Merkel könnte beides ablehnen, und damit zweifachen Schaden vom deutschen Volk abwenden, doch sie will nun mal die Flüchtlingsflut nicht stoppen - und so droht sie lieber mit dem Europäischen Finanzminister und dem europäischen Bankenrettungsfonds als sich von Seehofer eine Zuwanderungssperre abtrotzen zu lassen.

Grotesk, was da heute um 3.43 Uhr bei Focus über den Newsticker lief:

Ein Whistleblower aus dem Innenministerium soll erklärt haben, Merkel und Seehofer hätten gewusst, dass niemand die Wiedereinreise abgelehnter Asylbewerber verhinderte, weil der Befehlt galt: "Wer Asyl sagt, kommt rein!".

Beide, Merkel und Seehofer, hatten zuvor erklärt, sie hätten das nicht gewusst, Seehofer will es erst als Innenminister erfahren haben.

Es ist sch... egal, wer was gewusst hat. Geht's in der Regierung zu wie bei VW, Audi und Daimler? Wissen die Chefs nicht, was in ihrem Laden läuft? Tanzen die Mäuse auf dem Tisch? Oder wird hier wie da geleugnet, bis sich die Balken biegen und immer nur das zugegeben, was unvermeidlich ist?

Wie kann es sein, dass Menschen ohne jegliches Aufenthaltsrecht, nach langen, rechtsstaatlichen Prozeduren irgendwann tatsächlich abgeschoben werden, nur um sie drei Tage später an der Grenze wieder als Asylbewerber willkommen zu heißen?

Wer hat das veranlasst? Wann wird er dafür zur Rechenschaft gezogen?

Da müssten eigenlich auch die verbissensten Menschenrechtler und Grundgesetz- und Dublin-Missdeuter sich an den Kopf greifen und erkennen, dass da doch irgendwas überhaupt nicht stimmen kann, aber das passiert nicht! Nein! Deutschland soll die Grenzen ganzjährig unbewacht offenhalten, für alle! Nicht nur für jene die mühselig und beladen sind. Selbst Jesus zog mit diesen Worten die Grenze seiner Mildtätigkeit, denn Jesus war ja nicht blöd. Warum hätte er auch die erquicken sollen, die leichtfüßig dem Müßiggang frönten?

Angela Merkel hängt in der Luft, das Bungee-Seil ist noch nicht einmal gespannt. Seehofer, der sie zu diesem "vollkommen ungefährlichen" Sprung animiert hat, hält das Klappmesser noch geschlossen hinter dem Rücken, zögert immer noch, das Seil zu kappen, obwohl er weiß, dass diese Gelegenheit nie wiederkommen wird, obwohl er weiß, dass man das Messer bei ihm finden wird, wenn Angie erst wieder in Sicherheit ist, obwohl er weiß, dass tausende getreuer Gefolgsleute der Union alle ihre Hoffnung auf ihn setzen, und obwohl er weiß, dass die Algorithmen seines Innenministeriums aussagen werden, dass die Absicht zum Königsmord bestanden habe und weiterhin bestehe.

Wie ein Stürmer, der mit freier Schussbahn vor dem gegnerischen Tor lieber noch einmal zurückspielt, weil er fürchtet, zu verschießen, lässt auch Seehofer den Ball, der so heiß ist, wie noch nie, solange ungenutzt liegen, bis die Verteidiger heran sind und die Chance zunichte machen.

Dabei sind die Zeiten, in denen ein Graf Stauffenberg nach dem missglückten Attentat hingerichtet werden konnte, längst vorbei. Im Gegenteil: Seehofer würde, wenn er es denn wirklich wagte, ob ihm der Putsch in Berlin gelingt oder nicht, zu einer Art Volkshelden werden, wie Andreas Hofer oder der Wildschütz Jennerwein. Er könnte seine Pension genießen oder, wenn es ihm gelingt, gar Kanzler werden. Wo ist das Problem?

Hat Seehofer Skrupel? Moralische Bedenken? Fehlt es ihm an Selbstvertrauen? Wie will er sein Versagen vor sich, vor der CSU - und eines Tages vor allen Deutschen - wohl entschuldigen?

Dass Tyrannen sich nachdrücklich gegen den Tyrannenmord aussprechen, darf nicht verwundern. Dass Tyrannisierte sich für den Tyrannenmord begeistern können, darf ebensowenig verwundern.

Zu den meines Erachtens entscheidenden Kritierien, ob ein Tyrann, wenn alle anderen Mittel versagen, auch gewaltsam vom Thron gestoßen werden darf, z.B. weil er es unternimmt, die Ordnung des Staates (GG 20, 4) zu zerstören, gehört die Diagnose des "Cäsarenwahnsinns".

Friedrich Ludwig Quidde, Friedensnobelpreisträger und wegen Majestätsbeleidigung für drei Monate Insasse der Knastanstalt München Stadelheim, beschrieb die Symptome des Cäsarenwahnsinns, bezogen auf Kaiser Caligula, so:

  • Glaube an die eigene Göttlichkeit (heute würde man Alternativlosigkeit sagen)
  • Verschwendungssucht
  • Theatralischer Schein
  • Heißhunger nach (militärischen) Triumphen
  • eine Neigung zum Verfolgungswahn
Es kostet nur geringe Mühe, in unserer Zeit die Entsprechungen zu Caligulas "Symptomen" aufzufinden. Sie reichen von der Alternativlosigkeit (was das schlimmste und in einer Demokratie unerträglichste Übel ist) über die Euro-Rettung und eine ausgeprägte Scheinheiligkeit bis zur Zwangsvorstellung, Europa beherrschen zu müssen und der mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz zum Ausdruck gebrachten Angst vor frei gefassten Meinungen.

So, wie es Menschen gibt, die besser wüssten, wie Fußball gespielt werden muss, ließe man sie nur als Bundestrainer antreten, gibt es auch Menschen, die besser wüssten, wie regiert werden muss, ließe man sie nur an die Macht.

Längst haben sich Schriftsteller dazu ihre Gedanken gemacht und Vorstellungen zum Ablauf eines Putsches entwickelt.

 

Peter Orzechowski und Robert Thiele lassen einen Bundeswehrgeneral antreten, dem es mit generalstabsmäßiger Planung und unter Mithilfe einer treu ergebenen Schar von Reservisten gelingt, die Bundesregierung ins Matt zu manövrieren.

"Der Staatsstreich" ist bei Peter Haisenko im Anderwelt Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem Anderwelt Verlag)

 

 Andreas Reinhardt hat ein anderes Szenario aufgebaut. Eine Oppositionspartei hält das Handeln der Regierung für unerträglich und beschließt, den Regierungschef zu ermorden, um dann im Handstreich die Regierungsgeschäfte zu übernehmen.

"Operation Reiner Tisch" ist bei mir im EWK-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.

(Achtung, hier gibt es nur die Bücher aus dem EWK Verlag)

Wenn Sie das eine Buch lesen, während Löw gegen Schweden antritt, und das andere beim letzten Gruppenspiel gegen Südkorea, erleben Sie sicherlich mehr Spannung und Begeisterung als bei den Übertragungen im Fernsehen.

Also, leiden Sie nicht länger wie der junge Werther, erlesen Sie sich lieber den Weg zum politischen Befreiungsschlag!


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

und kann hier erworben werden.

 

Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

Informieren Sie sich umfassend über den Untergang der Demokratie in Europa. Lesen Sie Florian Stumfalls Buch "Das EU-Diktat". Sie werden erkennen:
 
Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


Mehr

 
 
oder greifen Sie zu "Macht macht untertan" von Herbert Ludwig:
 
darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

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beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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