13. Juni 2018

11.55 Uhr Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung - einmal ganz anders, Teil 2

Hier sind nun Teil 1 und Teil 2 insgesamt zu lesen. Sie können über diesen Link jedoch gleich zum zweiten Teil springen.

Den Versuch, die wichtigsten Zusammenhänge einer Volkswirtschaft in einem einzigen, übersichtlichen und leicht verständlichen Schaubild darzustellen, habe ich immer wieder unternommen - heute endlich bin ich zufrieden damit.


große Ansicht

Betrachtet wird "die Wirtschaft", also die Unternehmen, die Produkte herstellen und Leistungen erbringen, um diese am Markt anzubieten und damit mehr als nur kostendeckende Umsätze, sondern eben auch - und zuerst - Gewinne zu erzielen.

Die Darstellung zeigt Ausgaben, also "Geldflüsse" auf. Über eine gesamte Volkswirtschaft hinweg ist die Unterscheidung in "Ausgaben" und "Werteverzehr/Abschreibungen" nicht erforderlich, da sich die pro Periode anfallenden Ausgaben für Investitionen und die zeitgleich anfallenden Abschreibungen auf die in Vorperioden ausgabewirksamen Investitionen - von leichten Schwankungen abgesehen - ausgleichen.

Nun zu den einzelnen Säulen:

Kosten nach Verursachern

Fiktive Kosten

Der Planet Erde, auf dem Menschen wirtschaften, hält alle Güter, die wirtschaftlich genutzt werden, kostenlos bereit. Erst durch Eigentumsrechte an Grund und Boden, aber auch durch Eigentumsrechte an Patenten und anderen geistigen Schöpfungen, wird es dem jeweiligen Rechteinhaber möglich, die Nutzung durch Dritte zu verwehren, bzw. für die Nutzung eine Gebühr zu erheben. Hierzu gehören alle Formen von Mieten und Pachten, Kreditzinsen und Lizenzgebühren. Von wenigen Ausnahmen abgesehen handelt es sich bei den hier erhobenen "Gebühren" um nicht leistungsadäquate, bisweilen vollkommen leistungslose Einkünfte. Solche Kosten entstehen praktisch in jedem Unternehmen - insgesamt steht diesen Kosten aber immer ein entsprechender Gewinn gegenüber, weshalb ich dafür den Begriff "fiktive Kosten gewählt habe.

Reale Kosten

Um die kostenlos vom Planeten zur Verfügung gestellten Güter wirtschaftlich nutzbar zu machen, ist Arbeit erforderlich, die mit der Urerzeugung beginnt und an der Ladenkasse noch nicht endet, weil letztlich auch die Müllabfuhr noch ihren Teil zur "Produktion" beiträgt.

Wo der Mensch sich selbst sein eigen nennen kann, fordert er als Arbeiter oder Angestellter eine Entlohnung. Nur die Kosten für den Lohn sind reale Kosten. Da eben diese Lohnkosten auch außerhalb der Unternehmen, nämlich beim Staat anfallen, der sich durch Steuern und Abgaben vom Lohn, aber auch durch Direktbelastung der Unternehmen bedient, gehören auch Steuern und Abgaben, die an die öffentlichen Haushalte fließen, zu den realen Kosten, auch dann, wenn die Bemessungsgrundlage der Unternehmensgewinn ist.

Alle anderen, vermeintlich realen Kosten, wie Materialkosten oder Energiekosten, lassen sich wieder auf Lohnkosten und Gebühren für die Nutzung von Eigentumsrechten zurückführen.

Kosten nach Verwendung

Konsum

Der überwiegende Teil der Lohnkosten wird von den Beschäftigten zu Konsumzwecken verwendet, das heißt, das für die Arbeit eingenommene Geld wird zur Deckung der Lebenshaltungskosten wieder ausgegeben und wird so zum Umsatz für die Wirtschaft (sh. Umsatz nach Herkunft).

Ebenfalls wird ein Teil der Gebühren für die Nutzung von Eigentumsrechten von den Begünstigten in Konsum umgesetzt.

Ersparnisse

Einkommensanteile die nicht verkonsumiert werden, werden zur Ersparnisbildung verwendet, das heißt, es findet daraus ein Vermögenswachstum statt. Zu diesem Vermögenswachstum tragen Teile der Lohn- und Gehaltsempfänger bei, überwiegend entstammt die Ersparnisbildung jedoch den nicht leistungsadäquaten Einkommen.

 

Umsatz nach Herkunft

Die Löhne,

als reale Kosten, müssen grundsätzlich niedriger sein als der Umsatz, der mit den entstandenen Produkten und Leistungen erzielt wird, da sonst kein Gewinn erzielt werden kann. Praktisch können mit Löhnen und Gehältern sowie dem Aufkommen an Steuern und Abgaben kaum mehr als die Hälfte des Umsatzes bezahlt werden. Auch der Konsum, der aus nicht leistungsadäquaten Einkommen bezahlt wird, trägt kaum zur Steigerung dieses Anteils bei.

Die Neuverschuldung,

als immerwährende Gemeinschaftsaufgabe von Privaten Haushalten, Unternehmen und dem Staat, ermöglicht es, ansonsten unverkäufliche Produkte und Leistungen in dem Maße abzunehmen, wie es für das gesamtwirtschaftliche Gleichgewicht (Preisstabilität, Vollbeschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht und angemessenes Wirtschaftswachstum) sinnvoll ist. Unglücklicherweise sind die Banken als diejenigen, die Neuverschuldung möglich machen können, am gesamtwirtschaftlichen Gleichgewicht weniger interessiert als am eigenen Gewinn, so dass die Kreditvergabe periodisch zwischen Geldschwemme und Kreditklemme hin und her pendelt, statt sich in der Mitte zu stabilisieren.

Der Export

ist das "Überdruckventil" der Volkswirtschaft. Dargestellt ist hier nur der Exportüberschuss, da sich Importe bereits in den Kosten wiederfinden. Eine hochproduktive Volkswirtschaft, die weit mehr erzeugt als das, was aus dem Topf der realen Kosten bezahlt werden kann, sollte die Löhne kräftig erhöhen, um das außenwirtschaftliche Gleichgewicht nciht zu gefährden. Tut sie das nicht oder setzt im Gegenteil auf Senkung der Lohnkosten, muss sie den im Binnenmarkt nicht absetzbaren Überschuss exportieren.

Umsatz nach Verwendung

Reale Kosten

Klar, die realen Kosten müssen über den Umsatz wieder eingefahren werden, ein Teil des Umsatzes wird also immer verwendet werden müssen, um die Lohnkosten zu bezahlen.

Fiktive Kosten

Auch die fiktiven Kosten müssen über den Umsatz eingespielt werden, auch wenn sie - über die gesamte Volkswirtschaft betrachtet, zum größten Teil direkt in die Ersparnisbildung wandern.

Dieser Teil, der über die Vielzahl der Unternehmen vollkommen verschmiert wird, weil jedes Unternehmen solche fiktiven Kosten real bezahlen muss, stellt jedoch zugleich einen "zweiten Gewinn" dar, der oft direkt den vermögenden privaten Haushalten zufließt.

Gewinn

Das, was nach Abzug der realen und der fiktiven Kosten vom Umsatz übrig bleibt, ist der tatsächlich ausgewiesene "erste Gewinn", der wiederum zu großen Teilen ebenfalls der Ersparnisbildung, also dem Vermögenszuwachs zufließt.

 

Die Aussagen, die sich hieraus treffen lassen, sind ernüchternd.

Mehr dazu nächste Woche im zweiten Teil.

Teil 2

Verteilungsgerechtigkeit kann es so nicht geben.

Die gute Nachricht zuerst:

Wer in einem leistungsstarken Industriestaat lebt,
dem geht es wirtschaftlich besser
als seinen Mitmenschen in weniger effizienten Volkswirtschaften.

Dies ist ganz unabhängig von Alter, Ausbildung, Job, Arbeitslosigkeit oder Rente. Selbst Politiker und Kriminelle sind, bei vergleichbarem Engagement, von dieser Regel nicht ausgenommen.

Natürlich ist das eine Binsenweisheit, doch die Erklärung dafür zu finden, ist nicht so einfach, wie es der Augenschein vermuten lässt.

Es gilt zwar auch im leistungsstarken Industriestaat die Regel:

Als Lohn kann nur das ausgezahlt werden kann,
was vom Umsatz nach Abzug der fiktiven Kosten und Gewinne übrigbleibt,

doch wenn das Verhältnis zwischen Umsatz und Lohn als einigermaßen konstant angesehen wird, so stellt die Produktivität doch einen Faktor dar, der die absolute Höhe von Umsatz und Lohn massiv beeinflusst.

Wer pro Periode und Beschäftigtem in Deutschland 100 Stück des Produktes A herstellt, wird bei einem Weltmarktpreis von 1.000 $ pro Stück 100.000$ umsetzen können, also das Doppelte dessen, was im gleichen Zeitraum von einer bulgarischen Fertigung abgesetzt werden kann, wenn dort im gleichen Zeitraum pro Beschäftigtem nur 50 Stück des gleichen Produktes erzeugt werden.

Der Unterschied in der Produktiviät ergibt sich primär aus dem Einsatz von höherwertiger Technik im Produktionsprozess, aber auch aus dem Qualifikationsniveau der Beschäftigten und der im jeweiligen Land verfügbaren Infrastruktur.

Höherwertige Technik erfordert höhere Investitionen, was die Kapitalkosten (fiktive Kosten!) wachsen lässt. Infrastruktur und Qualifikation der Beschäftigten gehen als reale, dem Staat über Steuern und Abgaben geschuldete Kosten in die Kalkulation ein.

Die nachfolgende Darstellung ist schematisch und idealisierend gestaltet, kann also nur die grundsätzliche Wirkung unterschiedlicher Produktivität aufzeigen.

Bezogen auf den Umsatz pro Beschäftigtem von 100.000$ in Deutschland und 50.000 $ in Bulgarien ergeben sich bei gleicher prozentualer Ertragssituation (Gewinn+fiktive Kosten) theoretisch auch prozentual gleiche Lohnkosten, also z.B. 25,00 Euro/h in Deutschland und 12,50 Euro/h in Bulgarien.

Gewinn und fiktive Kosten sind der Anteil, den die Kapitalgeber und Anteilseigner erwarten, die realen Kosten sind die Löhne für die ausführenden Beschäftigten.

Der Verteilungsspielraum bezeichnet jenen Teil des Umsatzes, um den zwischen drei Parteien, nämlich den Anteilseignern, dem Management (erste und zweite Führungsebene) und den ausführenden Beschäftigten gestritten wird. Dabei geht es nicht nur um Vorstandsgehälter und Boni, Tariflöhne, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, sondern auch um die mannigfachen Möglichkeiten, Geld aus einem Unternehmen abzuziehen, sei es durch Korruption, sei es durch allerlei Formen betrügerischer Manipulationen.

Dieser Verteilungsspielraum wird in keiner Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen. Dort gibt es nur die fiktiven und die realen Kosten, sowie als "Ergebnis" den Gewinn.

Vollkommen unmöglich ist es, eine der beiden auf dem nächsten Bild skizierten Situationen zu erreichen, bzw. nachhaltig aufrecht zu erhalten.

Theoretisch könnten die realen Kosten, also die Löhne, den gesamten Verteilungsspielraum und den Gewinn auffressen. Die logische Folge wäre die Einstellung des Unternehmensbetriebes wegen fehlender Gewinne, wenn nicht gar wegen Insolvenz.

Der umgekehrte Fall, dass der Gewinnanspruch die Zahlung von Löhnen unmöglich macht, ist aus der Phase kurz vor einer Insolvenz bekannt. Wird aufgehört Löhne zu zahlen, gehen die Beschäftigten relativ zügig von Bord. Das Unternehmen muss den Betrieb einstellen.

Die fiktiven Kosten, die sich aus Eigentumsrechten zwangsläufig ergeben,
sind jedoch nicht aus der Welt zu schaffen.

Es handelt sich, das muss hier noch einmal wiederholt werden, darum, dass Güter, die der Planet Erde allen Lebewesen kostenlos zur Verfügung stellt, durch von Menschen erfundene Eigentumsrechte einen Preis erhalten, der ihrer Knappheit entspricht, wobei die Knappheit von den Eigentümern - oder von Spekulanten - selbst hergestellt werden kann. Man denke z.B. nur an das Ölkartell OPEC, dass über Fördermengenabsprachen den Ölpreis reguliert oder an die von Großgrundbesitzern beherrschten Kaffeeplantagen und die Warentermingeschäfte mit den Kaffeeernten der Zukunft.

Es handelt sich zudem um den Preis für die Zurverfügungstellung von Liquidität, den Zins, der von Banken auf Geld erhoben wird, das diese nach Belieben aus dem Nichts erschaffen.

Es handelt sich nicht zuletzt um den Preis für die körperliche Existenz des Menschen, den jeder in Form von Miete oder Pacht entrichten muss, der kein eigenes Eigentum an Grund und Boden hat.

Natürlich haben die klassischen Ökonomen Recht, wenn sie dem Preis eine sinnvolle Lenkungswirkung zuordnen, natürlich haben Ökologen Recht, wenn sie den Verbrauch wertvoller Ressourcen oder die Verschmutzung des Lebensraumes durch höhere Preise zu regulieren versuchen, doch sie haben eben nicht Recht, wenn sie den "Eigentümern" den daraus entstehenden Gewinn zusprechen. Die Eigentümer haben weder Grund und Boden geschaffen, noch die Rohstoffe, die darin zu finden sind. Die Eigentümer haben nicht die Sonne und den Regen geschaffen, die auf ihren Ländereien Pflanzen gedeihen lassen.

Woher also nehmen die Eigentümer - und die Banken! - das Recht, für die Nutzung von Gemeingütern, nämlich Grund und Boden und Zahlungsmitteln für sich einen Gewinn zu generieren?

Man muss sich doch vor Augen halten, dass große Vermögen niemals durch die eigene Leistung eines Einzlnen oder eines Familienclans entstehen konnten, sondern entweder durch Gewalt oder durch Betrug oder durch das Fehlen einer hinreichenden gesamtgesellschaftlichen Verantwortung entstanden sind, die es erlaubte, eine günstige Konstellation schamlos zum eigenen Vorteil auszunutzen.

Es ist der Rendite-Anspruch der "Eigentümer" der verhindert, dass es zur binnenwirtschaftlichen Markträumung kommen kann, dass also das, was eine Volkswirtschaft hervorbringt, von dieser auch genossen werden kann, weil ein Teil des Ertrags in Form von Geldvermögen gehortet wird, also dem Konsum - der werteschaffenden Bevölkerung - nicht zur Verfügung steht, was unterschiedliche, aber stets negative Entwicklungen zur Folge hat.

 

Folge: Verschuldung

Um dennoch die produzierten Waren und Dienstleistungen absetzen zu können, müssen sich der Staat, private Haushalte und Unternehmen verschulden. Da der Schuldendienst (Zins und Tilgung) in der Folge die verfügbare Kaufkraft senkt, muss dies dauerhaft durch Umschuldung und Neuverschuldung kompensiert werden.

Dadurch sinkt die Bonität der Schuldner kontinuierlich und die Zinslasten wachsen, am Ende verweigern die Gläubiger die Umschuldung. Die Schuldner müssen (noch) vorhandene Vermögenswerte aufgeben und werden nach und nach in den völligen Ruin getrieben. Erst wenn die Erben das Erbe ausschlagen, schreiben die Gläubiger ihre nicht mehr einbringbaren Forderungen ab.

Folge: Export

Ist die Volkswirtschaft auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig, so kann, ohne dass die Löhne angehoben werden müssen, Markträumung über den Export erzielt werden. Exportüberschuss - das habe ich schon oft erwähnt - ist folglich Reingewinn der Exportindustrie.

Wird die Konkurrenz auf dem Weltmarkt härter, weil z.B. Schwellenländer dort mit ihren niedrigen realen Kosten bei vergleichbarer Qualität auftreten, müssen die etablierten Exportnationen ihre realen Kosten (also die Löhne!) senken, um die Marktstellung behaupten und das unvermeidliche Wachstum erwirtschaften zu können.

Allerdings führt auch der Export zum Wachstum der Verschuldung, allerdings eben vorzugsweise im Ausland, wo die Importeure sitzen. Ein Problem, das ebenfalls dazu führt, dass die Schuldner (noch) vorhandene Vermögenswerte aufgeben müssen und nach und nach in den völligen Ruin getrieben werden. Erst wenn gar nichts mehr zu holen ist, und auch die Deutschen nicht mehr für die Schulden Griechenlands geradestehen, schreiben die Gläubiger ihre nicht mehr einbringbaren Forderungen ab.

Folge: Rezession

Sind die Möglichkeiten zur Verschuldung und zum überschießenden Export erschöpft, ist Markträumung nicht mehr möglich. Unternehmen bleiben auf der Überproduktion sitzen und bauen Kapazitäten ab. Das senkt die realen Kosten, mindert aber zugleich die im Binnenmarkt verfügbare Kaufkraft, so dass weitere Kapazitäten abgebaut werden müssen, was wiederum die Kaufkraft mindert, so dass weitere Kapazitäten abgebaut werden müssen, was wiederum die Kaufkraft mindert ...

Es entsteht die Situation, das voll funktionsfähige Produktionsanlagen und die Menschen, die diese Anlagen bedienen können, nicht arbeiten dürfen, obwohl dringender Bedarf an den Produkten besteht, weil sich die Produktion nicht rentiert.

Die Rezession ist das unvermeidbare Ende eines Wirtschaftszyklus im Kapitalismus.

Alle Versuche, sie hinauszuzögern, beruhen auf zwei Strategien, nämlich

  • die Verschuldung doch immer noch ein bisschen mehr auszuweiten und
  • verbittert um Marktanteile im Weltmarkt zu kämpfen.
Die EU hat mit der Politik des billigen Geldes und mit der Osterweiterung inzwischen alle möglichen Verzögerungsmöglichkeiten genutzt und mit der Verschleierung der wahren Arbeitslosenzahlen ebenso wie mit immer restriktiveren Vorschriften zur Meinungsfreiheit versucht, die Bevölkerungen ruhig zu halten. Die Einladung an die Migranten aus aller Welt sollte noch einmal ein Strohfeuer des Konsums entfachen, doch solange die durchaus beachtlichen Kosten nicht EU-weit anfallen und überwiegend durch Neuverschuldung gedeckt werden, sondern nur Deutschland belasten und durch eiserne Sparsamkeit an anderen Stellen aufgebracht werden, kann daraus kein nachhaltiger Aufschwung werden.
 
Bis zuletzt hat die deutsche Eportlokomotive den langen Zug leerer und halbleerer Güterwaggons mitgeschleppt. Doch nun ist das Ende der Fahnenstange erreicht.
 
Obwohl sich der DAX immer noch bei 12.800 Punkten hält, obwohl vom G6 + 1 Gipfel die Gebete gen Himmel stiegen, die Weltwirtschaft möge doch bitte, bitte einfach so weitergehen - sie kann nicht mehr, die Weltwirtschaft.
 
Jetzt heißt es nur noch: Rette sich wer kann!
 
Die ersten Risse zeigten sich, als US-Anwälte vor US-Gerichten eine Klage nach der anderen gegen die Deutsche Bank einbrachten und das einstige Flaggschiff der Deutschland AG, von vollen Breitseiten getroffen, begann, mit schwerer Schlagseite steuerlos dahinzutümpeln.
Noch war diese Attacke nicht beendet, als der deutsche Kraftfahrzeugriese VW ins Visier geriet, und ebenfalls Milliarden an die USA abliefern musste, ohne allerdings davon versenkt zu werden. Inzwischen sind auch die VW-Tochter Audi, BMW und Daimler an der Reihe, alle mit dem gleichen, im Grunde lächerlichen Vorwand, von vornherein unsinnige und irrwitzige Schadstoffnormen durch intelligente Abschaltvorrichtungen umgangen zu haben.
 
Zum gleichen Krieg gehören die Ablehnung der Nord-Stream-II Pipeline und die Forderung, die Rüstungsausgaben auf 2% des BIP anzuheben.
 
Alles Maßnahmen, die Geldströme in Richtung USA lenken und die europäischen Volkswirtschaften zur Ader lassen sollen.
 
Nun sind Zölle auf Stahl und Aluminium beschlossen, die Sanktionen gegen den Iran verschärft - und wieder sind deutsche Unternehmen die hauptsächlich Geschädigten.
 
Der finale Uppercut, nämlich Zölle auf Automobile, wird Deutschland in die Rezession reißen und Detroit neues Leben einhauchen.
 
 
Die Deutsche Bank ist von amerikanischen Rating-Agenturen schon fast auf Ramsch-Niveau herabgestuft (S&P, 1.6.18, von A- auf BBB+, Ausblick: negativ). Wenn die Anzeichen der Rezession in Deutschland deutlicher werden, werden die deutschen Staatsanleihen dem folgen. Zinserhöhungen sind die Folge, der Bundeshaushalt, aufgebaut auf dem Niedrigzinsniveau der letzten Jahre wird trotz noch stärkerer Sparanstrengungen nicht mehr ohne Neuverschuldung auskommen.
 
Wer sich, wie ein Junkie an seine Droge, daran gewöhnt hat, 50% des BIP zu exportieren, wird vom abrupten Entzug ohne medizinische Begleitung, ohne Methadon, halb wahnsinnig und zu keiner vernünftigen Reaktion mehr fähig sein. Doch genau das droht. Die US-Handels- und Großmachtpolitik sorgt ja nicht nur dafür, dass Deutschland weite Teile seines Marktes in den USA verliert. Vom weltweiten Handelskrieg sind die übrigen EU-Länder ebenso betroffen und damit eher weniger in der Lage, deutsche Exporte aufzunehmen, statt den US-Ausfall zu kompensieren. Zudem wird China weltweit nach Abnehmern für seine Produkte suchen, die in den USA mit Strafzöllen belegt sind und damit der deutschen Exportwirtschaft überall auf der Welt verschärft Konkurrenz machen.

Diese Entwicklung ist unabwendbar. Ob sie noch einmal verzögert werden kann, ist fraglicher denn je. Falls es gelingen sollte, dann, indem der Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben wird. Nur weitgehende und mittelfristig sehr schädliche Zugeständnisse an die USA könnten einen letzten Aufschub ermöglichen, doch halte ich dies für wenig wahrscheinlich. Stattdessen zeichnet sich ab, dass die EU alles auffahren wird, um Trump zu schaden, ohne zu bemerken, dass damit dessen America-first-Politik nur gestärkt und unterstützt wird, ja dass er damit das bekommt, was er braucht, um noch einmal gewählt zu werden: Ein neues, unverbrauchtes Feindbild - die bösen Europäer.

Und hat er dieses neue Feindbild, kann Trump endlich das alte begraben und die Kooperation mit Russland vorantreiben. Da ist nämlich ein riesiger, noch ungesättigter Markt, der nicht unbedingt den Chinesen überlassen werden soll. Und wenn dieser Feindbildwechsel gelingt, dann kann auch weiterhin jede unerwünschte Zusammenarbeit zwischen Russen und Deutschen unterbunden werden.

Warum ist jetzt bloß gleich wieder Fußballweltmeisterschaft?

Damit wir nach dem Rausch wieder einmal aufwachen,
und alles ist unumkehrbar in die Wege geleitet?

 

Ich habe heute das gleiche ungute Gefühl, wie am 13. August 2007, als ich mit dem inzwischen legendären Paukenschlag No. 33 /2007 "Das Beben der Märkte" die vor der Tür stehende Weltfinanzkrise ankündigte.
Dieser PaD ist wegen der DSGVO nicht mehr online zu finden. Für Interessierte habe ich mit allerlei Mühe aus der alten html-Version ein PDF gebastelt. Zum Download im Shop (für 1,51 € + MwSt = 1,80 Euro).


Mit besten Grüßen
Egon W. Kreutzer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Seit letztem Wochenende gibt es eine Ausgabe von EWK-Zur Lage.

Schwerpunkt ist diesmal der Mega-Trend, der die nächsten Jahre bestimmen wird, nämlich der Sieg der Kapitalisten über die Globalisten mit der Folge einer

Renaissance der Nationalstaaten und des Nationalismus.

Vor vier Jahren, als ich die ersten schwachen Tendenzen dieses Trends wahrzunehmen glaubte, brachte ich meine Gedanken dazu in dem Buch "Wo bleibt die Revolution" zu Papier, das inzwischen allerdings nur noch in der E-Book Ausgabe verfügbar ist.

Heute lichten sich die Nebel, der Trend hat sich stablisiert und die konkreten Folgen werden absehbar.

Die aktuelle Ausgabe EWK - Zur Lage Nr. 25, Mai-Juni 2018 wurde am Morgen an meine Förder-Abonnenten versandt.

Es gibt sie - und alle vorangegangenden Ausgaben - allerdings auch einzeln zum Download als pdf im Online Shop. Die jeweils jüngste zum Preis von 11,90 Euro, die vorangegangene Ausgabe für 5,95 Euro und alle früheren für 3,57 Euro.


Das Pilzmycel, das die Demokratie permanent in ihr Gegenteil verkehrt, durchwuchert alles - und die Gefahr, den gesamten Staat zu zerstören, wollte man es radikal ausmerzen, ist hoch.

Dennoch gibt es gangbare Ansätze, mit denen der echten Demokratie Schritt für Schritt wieder auf die Beine geholfen werden könnte.

Das Buch heißt:

Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft

und kann hier erworben werden.

 

Wenn Demokratie wie Beton ist,
bedeutet dies letztlich,
dass, wenn die Form erst einmal ausgehärtet ist,
mit einfachen Mitteln nichts mehr korrigiert werden kann.


 

Informieren Sie sich umfassend über den Untergang der Demokratie in Europa. Lesen Sie Florian Stumfalls Buch "Das EU-Diktat". Sie werden erkennen:
 
Der Spanien-Katalonien-Konflikt ist kein Zufall, sondern nur ein Anwendungsfall.
 

 

 

 


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darin finden Sie alles über die Methoden der Unterdrückung in der Demokratie.
 
... und falls Sie beide Bände schon kennen,
es gibt auch ein neues Buch von mir.

Demokratie ist nicht einfach. Dass demokratisch legitimierte Regierungen nicht unbedingt über ausreichend fachkundige Ressortminister verfügen, macht Demokratie nicht einfacher.

Wie sich die Dekadenz in unserer Demokratie entwickeln konnte, warum es kaum noch möglich scheint, daran etwas zu ändern, und was dennoch getan werden kann, um den Trend wieder umzukehren, habe ich in meinem neuen Buch beschrieben.

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Aus dem Manuskript, das ich an dieser Stelle schon zweimal überschwänglich lobend erwähnte, ist seit gestern ein Buch geworden.

 

Teer Sandmann

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2005 erschien die Erstausgabe des dritten Bandes meiner wahnwitzigen Wirtschaftslehre mit dem Untertitel

"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

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Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

mehr

 

Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Es geht auch anders.

Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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