5. Juni 2018

11.55 Uhr Macron und die Deutsche

Nach gewohnt langem und scheinbar untätigem Schweigen hat Angela Merkel auf die Pläne Macrons für die Weiterentwicklung der EU reagiert.

Nun tobt die französische Presse.

Affront! Träume zerstört! Das ist zu wenig! Macron verliert sein Gesicht!

Empört Euch?

Es tut mir leid, ich muss an dieser Stelle einen verschwörungstheoretischen Ansatz wählen, um die Vorgänge einigermaßen deuten zu können.

Die Geschichte beginnt mit den Präsidentschaftswahlen in den USA, aus denen zum Entsetzen weiter Teile der Finanzaristokratie Donald Trump als Sieger hervorging. Ich erinnere mich noch genau an die Gesichter der Journalisten, die am Ende der Nacht mit ungläubigem Erstaunen das Ergebnis verkündeten und wie in Panikstarre nicht mehr in der Lage waren, dazu vernünftige Statements abzugeben. Alle vorbereiteten Texte und Einspieler waren für die Katz! Das Unmögliche war trotz aller Anstrengungen, Hillary auf den Thron zu heben, geschehen.

Am 20. Januar 2017 wurde er vereidigt. Straßenproteste und Schmutzkampagnen folgten und wollten kein Ende nehmen. Trump sollte fallen, je eher, desto besser, doch wie ein Rodeo-Reiter hielt sich der neue Präsident im Sattel - und ist da immer noch vorzufinden, und die Welt sieht zu, wie er seine Agenda Schritt für Schritt abarbeitet.

Am 14. Mai 2017 wurde der bis dahin weitgehend unbekannte Emmanuel Macron "im Handstreich" französischer Präsident. Den Franzosen war eingeredet worden, der Rothschild-Mann würde, auch ohne dass man die Rechtskonservativen wählen müsste, die verkrusteten Strukturen aufbrechen und jenen Fortschritt und Wohlstand über das Land bringen, den Marine Le Pen versprochen hatte. Der Coup gelang. Aus den Nichts zum Präsidenten, fast wie Martin Schulz, der aus dem Nirwana des EU-Parlaments aus dem Nichts zum Mister 100% der SPD geworden war.

Doch die Hoffnungen, die sich die Franzosen gemacht hatten, wurden enttäuscht. Statt Reformen, wie sie in Frankreich noch verstanden wurden, bekamen sie das, was in Deutschland Reform genannt wird.

Dies war nicht anders zu erwarten, denn Frankreichs wirtschaftliche Schwäche gegenüber dem starken Nachbarn jenseits des Rheins, kann - wenn überhaupt - nur mit den gleichen Mitteln überwunden werden, die Schröder und Merkel "erfolgreich" zum Einsatz brachten: Zerstörung der Sozialsysteme, Erosion der Entlohnungsstrukturen von unten her, Entmachtung der Gewerkschaften - und dazu Ausbau des Überwachungs- und Repressionsapparates.

Natürlich könnte auch Deutschland nachgeben, das Lohn- und Rentenniveau anheben, sich in den Produktionskosten angleichen und damit den irrwitzigen Exportüberschuss zurückfahren - doch daran hat in Deutschland niemand von denen Interesse, die über die Kompetenz verfügen, eine solche Trendwende herbeizuführen.

Am 26. September 2017, 250 Tage nach Trumps Amtsantritt, trat Macron mit seinen Plänen für die Weiterentwicklung der EU an die Öffentlichkeit.

Am 3. Juni 2018, 250 Tage nach Macrons Vorschlägen, kam Merkels enttäuschende Antwort:

  • Keine Schuldenunion
  • Kein großer Eurozonen-Haushalt
  • Kein Militäreinsatz ohne den Deutschen Bundestag
Da diejenigen, die gewählt werden, nichts zu sagen haben, und diejenigen, die etwas zu sagen haben, nicht gewählt werden (Horst Seehofer), und sowohl Macron als auch Merkel die gleichen, nichtgewählten Ansager im Hintergrund sitzen haben, kann vermutet werden, dass Macrons Rede vom September 2017 ein Versuchsballon war, der weniger in Richtung Deutschland aufgestiegen war, sondern in Richtung Donald Trump und dessen nichtgewählte Ansager. Eine EU und ein Euro, die beide endliche eine Telefonnummer bekämen, die sich vom "Club der toten Kommissare" zu einem Superstaat entwickeln, da lag plötzlich ein Einsatz auf dem Pokertisch, von dem man hoffte, Trump würde passen und in Richtung Europa diplomatischere und freundschaftlichere Töne anschlagen.
 
Trump hat das Gegenteil getan und den Druck auf die Europäer erhöht. Kein Nachgeben bei den Russland-Sanktionen, kein Nachgeben bei den Forderungen an die Militärausgaben, Aufkündigung des Iran-Abkommens, verbunden mit neuen Sanktionen gegen den Iran, und immer lauter sein "America first!".
 
Daraufhin durfte, nach angemessener Frist, Angela Merkel den Versuchsballon wieder einholen.
 
Das bedeutet meines Erachtens, dass sich die Initiatoren und Gewinner der Globalisierung darauf einstellen, dass das Zeitalter der Globalisierung zu Ende geht und die Nationalstaaten wieder stärkeres Gewicht bekommen.
 
Wäre Angela Merkel mit fliegenden Fahnen auf Macrons Vorschläge eingegangen, dann hätte Frankreich, mit sehr viel deutschem Geld, in relativ kurzer Zeit zu einem neuen Machtfaktor in Europa heranwachsen können. Beide gemeinsam hätten die EU zentralistisch formen und steuern können. Doch mit dem Zerbrechen der EU und der Rückbesinnung auf nationale Stärken, hätten sich dann, sagen wir um 2025 herum, zwei starke Nationalstaaten aus den Trümmern der EU erhoben.
 
Dies wiederum ist nicht im Interesse jener, die jahrzehntelang am Niedergang der Nationalstaaten gearbeitet haben, um ihre globalistischen Ziele, vor allem die Freiheit des Kapitals und die Freiheit des Handels, gestützt durch - die Regierungen fesselnde - Freihandelsabkommen, durchzusetzen.
 
Besser ist es in deren Augen, dann, wenn die EU aufgehört haben wird, zu existieren, nur jenen einen Staat in der Mitte Europas sitzen zu haben, gegen den sich alle anderen in Stellung bringen lassen, statt deren zwei auf dem Spielfeld vorzufinden, die unter Umständen sogar soweit in gegenseitigen Abhängigkeiten stehen, dass sie quasi zur Bildung einer Allianz gezwungen sind.
 
Und kaum ist klar, dass es das Europa, das Macron skizzierte, nicht geben wird, zieht Paris die Konsequenzen. Nicht nur, dass der Autokonzern PSA in Deutschland Stellen bei Opel streicht (erster Streich), nun wird auch angekündigt (zweiter Streich), dass wegen der neuen US-Sanktionen gegen den Iran die Geschäfte mit dem Iran eingestellt werden. Ich würde mich nicht wundern, wenn dies neuerliche Probleme bei der deutschen OPEL-Tochter auslösen würde.
 
Das ist einerseits zwar eine Konzession an Trump, andererseits aber auch ein verdecktes Foul gegen Merkel-Deutschland.
 
Kleiner Scherz am Rande:
 
In China nimmt man gerne Zahlen als sprachliche Codes her. Wer dort "250" sagt, meint im Zweifelsfall "Idiot".

Seit dem Wochenende gibt es eine Ausgabe von EWK-Zur Lage.

Schwerpunkt ist diesmal der Mega-Trend, der die nächsten Jahre bestimmen wird, nämlich der Sieg der Kapitalisten über die Globalisten mit der Folge einer

Renaissance der Nationalstaaten und des Nationalismus.

Vor vier Jahren, als ich die ersten schwachen Tendenzen dieses Trends wahrzunehmen glaubte, brachte ich meine Gedanken dazu in dem Buch "Wo bleibt die Revolution" zu Papier, das inzwischen allerdings nur noch in der E-Book Ausgabe verfügbar ist.

Heute lichten sich die Nebel, der Trend hat sich stablisiert und die konkreten Folgen werden absehbar.

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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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