13. April 2018

17.00 Uhr Entspannt ins Wochenende

Voraussichtlich beginnt der Krieg erst später.

Die USS Harry S. Truman, angetrieben von 2 Atomreaktoren ist 30+x Knoten schnell. Dieser Flugzeugträger kommt also auf rund 60 Stundenkilometer, so er denn will, und weil für ein Schiff der Tag 24 Stunden hat, kommt er an einem Tag 1.400 Kilometer weit. Am Mittwoch wurden die Leinen losgemacht - und nun heißt es, die Armada würde einen Monat brauchen, um im Einsatzgebiet anzukommen. So ein Monat hat oft 30 Tage. In der Zeit schafft so ein Schiff 42.000 Kilometer. Von Norfolk bis zum Einsatzgebiet sind es aber noch nicht einmal 10.000 Kilometer. Wo liegt der Fehler? Wo schippern die 'rum? Oder müssen die immer wieder auf die deutsche Fregatte Hessen warten, die aus unerfindlichen Gründen ihre 29 Knoten nicht aufs Wasser bringt?

Verschwörungstheoretiker meinen ja, die Hessen müsse dabei sein - und von den Russen getroffen werden - damit der NATO-Bündnisfall ausgerufen werden kann. Man sollte es nicht glauben, auf welch verrückte Ideen manche Leute kommen...

Nun stellt sich die Frage, wie lange die U-Boote der Theresa May brauchen, um den Weg ins Mittelmeer zu finden. Anzunehmen, dass es Boote der Trafalgar- oder der Astute-Klasse sind, die mit ihren Marschflugkörpern angreifen sollen - und auch die laufen, getaucht, so um die 30 Knoten, haben es jedoch nicht ganz so weit.

Jedenfalls beginnt der Krieg erst später,
Gelegenheit, nochmal ein entspanntes Wochenende zu genießen.

Das Entspannen fällt dabei umso leichter, je mehr man die hierzulande drohenden Ereignisse vor dem Hintergrund des drohenden Krieges zu relativieren vermag.

Hier zwei Beispiele, wie ich das meine:

  • Was ist schon das neue bayerische Polizeiaufgabengesetz im Vergleich zum Dritten Weltkrieg? Gut, in Bayern kannste nun noch öfter und noch unbegründeter überwacht und ausgespäht werden, du kannst für drei Monate ohne Anklage in den Knast wandern - und das kann verlängert werden, und du kannst das Pech haben, dass dir ein Splitter einer Polizeihandgranate den Skalp vom Schädelknochen fetzt - aber was ist das gegen das urplötzliche Verdampfen, dass dir im dritten Weltkrieg droht?
  • Was ist schon das neue europäische Datenschutzrecht? Ja, das macht viel Mühe, das ist Bürokratie pur, und helfen tut es auch niemandem, außer den Abmahnanwälten, aber was ist das bisschen Aufwand und Ärger schon gegen die Notwendigkeit, sollte man den Dritten Weltkrieg irgendwie überleben, dann noch etwas Essbares zu finden? Fensterkitt ist ja auch längst nicht mehr in Gebrauch.
Doch lassen Sie mich dennoch kurz bei der Datenschutzgrundverordnung bleiben. Vor ein paar Tagen habe ich schon mal darüber geschrieben und meinem Unmut Luft gemacht. Schließlich musste ich meinen ganzen, schönen Newsletterverteiler in den Orkus treten und meine Leser um die Neuanmeldung bitten. Dieser Bitte sind bisher nur etwa 20 Prozent der bisherigen Newsletter-Abonnenten nachgekommen. Das ist, ich sage das ungern, doch ziemlich ernüchternd.
 
Inzwischen habe ich allerdings auch die mir vorgeschriebene Datenschutzerklärung angefertigt und online gestellt. Wer die nicht liest, ist selbst schuld, wenn er nicht weiß, was mit seinen Daten geschieht! Es ist ein recht umfangreiches Werk geworden und ich hoffe, dass Sie alle das tun, was Sie tun sollten, nämlich alle 16 Seiten gewissenhaft lesen und dann entscheiden, wie Sie sich datenschutztechnisch optimal verhalten. Fast wäre ein Paukenschlag daraus geworden ... ;-))
 
Also, machen Sie sich das Vergnügen. Schließlich steht ein entspanntes Wochenende bevor.
Hier geht's zur Datenschutzerklärung.
 
Lassen Sie uns kurz noch über Tunesien sprechen.
 
In der jüngsten Geschichte wird die Selbstverbrennung des Gemüsehändlers Mohamed Bouazizi im Dezember 2010 als der Startschuss für den so genannten arabischen Frühling angesehen. Die Unruhen entwickelten sich schnell zur Revolution und griffen auf Algerien und Ägypten über.
In diesen unruhigen Zeiten entschlossen sich viele Tunesier, das Land zu verlassen und in Europa Schutz, Sicherheit und eine neue Perspektive zu suchen. Als in Lampedusa innerhalb von vier Tagen 5.000 tunesische Flüchtlinge anlandeten, verhängte Italien den Notstand über die Insel und holte Experten der europäischen Grenzschutzorganisation FRONTEX zu Hilfe.
 
Inzwischen gilt Tunesien wieder als sicheres Herkunftsland und das bedeutet für tunesische Flüchtlinge, die seit Jahren in Deutschland Fuß gefasst haben, die Auseinandersetzung mit der Aufforderung zur Rückkehr in ihre Heimat.
 
Damit ist ein Kreis geschlossen, der mit dem Verlust der Sicherheit in der Heimat begann, und über die Flucht, die Aufnahme und die Integration im Aufnahmeland, bis hin zur Wiederherstellung der Sicherheit in der Heimat und zur Rückkehr führt.
 
Peter Mannsdorff hat diesen Kreis in einem Buch für acht- bis zwölfjährig Kinder so nachgezeichnet, dass alle Aspekte, die in der Diskussion der Erwachsenen oft zu erbitterten Meinungsverschiedenheiten führen, angesprochen und beleuchtet werden, jedoch ohne die verhärteten Fronten zu stärken, sondern mit dem Ansatz, Verständnis für beide Einstellungen zu wecken - und eine Lösung des Problems möglich zu machen.
 
Sira ist ein tunesisches Mädchen, das mit seinen Eltern übers Mittelmeer nach Deutschland geflüchtet ist. Damals war sie acht, jetzt ist sie vier Jahre älter, geht zur Schule, spricht gut deutsch, hat aber noch keinen wirklichen Anschluss an Gleichaltrige gefunden. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass ihre Eltern ihrer Tochter nicht erlauben, sich alleine außerhalb der Wohnung frei zu bewegen und mit "Fremden" Freundschaft zu schließen.
 
Doch Sira hat sich in den Kopf gesetzt, einen Freund zu finden, und geht dabei ganz eigene Wege.
 
Mit Jonas trifft sie jemanden, der sie ernst nimmt. Ihm erzählt sie von ihrer Flucht, von den Verlusten, vom Leben in der alten Heimat und wie sich das Leben ihrer Familie in Deutschland gestaltet.
 
Jonas hat mit dieser Freundin ein Problem, vor allem, weil er weiß, dass seine Mutter doch ziemliche Ressentiments gegenüber den Flüchtlingen hegt.
 
Um dieses Problem aufzulösen, lässt er sich einiges einfallen, bis dann schließlich Sira und ihre Eltern bei Jonas und seiner Mutter zum Kaffee eingeladen sind.
 
Auch wenn die Begegnung nur mühsam in Gang kommt, Jonas erfährt, dass seine Mutter schon länger weiß, wer diese Sira ist und wo sie herkommt, und dass sie letztlich nichts gegen diese Freundschaft hat - und auch Siras Eltern zeigen sich großzügiger und wollen ihr mehr Freiheiten gewähren.
 
Als sich also die Probleme zügig in Friede-Freude-Eierkuchen verwandeln, erschüttert das Eintreffen des Ausreisebescheids die Gemüter. Jonas und sein Bruder legen sich ins Zeug, um die Abschiebung noch zu verhindern, kurbeln eine Art Petition im Internet an, sammeln Unterschriften für Sira und ihre Familie.
Am Ende leider vergeblich. Jonas und Sira werden getrennt - doch sind sie fest entschlossen, in Kontakt zu bleiben und sich, wenn immer es möglich sein sollte, auch zu besuchen. Sind ja nur sechs Stunden Flug - und die gibt es, hin und zurück, schon für 300 Euro.

Ein Buch, das die Möglichkeit des friedlichen und freundschaftlichen Miteinanders trotz kultureller Unterschiede aufzeigt, aber nicht darauf verzichtet, auch die Frage nach der Belastbarkeit eines Aufnahmelandes aufzuwerfen.

Die ersten Lesungen, die Peter Mannsdorff auf dem Programm hat, werden mit Dolmetscher vor Kindern stattfinden, die überwiegend aus dem arabisch-nordafrikanischen Raum stammen. Wir alle sind auf die Resonanz gespannt.

Sira ist in dieser Woche erschienen. Hier geht's zum Online-Buchladen.

 

 


 

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"Über das Geld"

2007 wurde er Teil der überarbeiteten Gesamtausgabe und wird bis heute nachgefragt und gelesen.

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Samirah Kenawi

hat mit "Falschgeld - Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit" ein weiteres Standardwerk über das Geld im EWK-Verlag veröffentlicht, das aufgrund des nicht nachlassenden Interesses ebenfalls immer wieder nachgedruckt wird.

 

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 Thomas Koudela

beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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Manfred Gotthalmseder

hat sich, wie vorher schon Koudela, der Frage des Geldsystems im Postkapitalismus gewidmet und die Möglichkeiten zu seiner Gestaltung um ein interessantes neues Konzept erweitert.

 

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Ein Buch, das sich der Frage annimmt, in welcher Welt wir eigentlich leben - und warum.

 

Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

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Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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