29. März 2018

16.00 Uhr Unverhältnis, und das mäßig!

Noch ein kurzer Einwurf.

Wenn eine Straße vollständig abgeriegelt wird, ein Hubschrauber über der Szenerie kreist und 350 Polizisten im Kampfanzug auftreten, muss es sich nach meinem Dafürhalten mindestens um einen Banküberfall mit 10 Gangstern und 50 Geiseln handeln. Wenn es denen dann gelingt, die Gangster zu fassen und die Geiseln zu befreien, würde ich von einem verhältnismäßigen Einsatz sprechen, für den Steuergelder sinnvoll eingesetzt wurden.

Nun hat dieses Riesen-Tamm-Tamm allerdings stattgefunden, um einen einzelnen, 41 Jahre alten Mann festzunehmen und dessen Wohnung zu durchsuchen. Das halte ich vom Aufwand her für absolut unverhältnismäßig und vom Ergebnis her für mäßig.

Der Mann, dem da nachgestellt wurde, wird Körperverletzung in zwei Fällen vorgeworfen. Das eine Mal hat er einen anderen Mann krankenhausreif geprügelt, wer der den Hund des Täters streicheln wollte. Das sagt der Verprügelte. Der Prügelnde sagt, sein Hund wurde angegriffen. Ja, diese Semantik! Im anderen Fall hat der Prügelnde nicht geprügelt sondern Pfefferspray gegen einen Polizisten eingesetzt. Das muss ein Polizist eigentlich abkönnen, schließlich müssen es die, die er ggfs. mit Pfefferspray besprüht, dieses auch abkönnen.

Sollte es nun, trotz Überlastung und Personalmangel zu einem Prozess kommen, wird der Gefasste vermutlich bis dahin mindestens für ein Jahr auf freiem Fuß sein. So viel U-Haft für so wenig Straftat geht nämlich nicht. Und wenn der Richter so richtig richtig richtet, auch die Überfüllung der Haftanstalten in die Urteilsfindung einfließen lässt, dann endet das Ganze mit einer Geldstrafe und einer Bewährungsfrist.

Mich erinnert das an einen gespielten Witz, à la Dieter Hallervorden: "Ich hätt gern ne Flasche Pommes!", oder, "Mein Gott ist das aufregend!".

Wer sich angesichts einer solchen Situation noch hinstellt und behauptet, es gäbe in Deutschland keine No-Go-Areas, der ist auch überzeugt, dass sich Grenzen nicht sichern lassen und dass die Antifa Antifa heißt, weil sich das schön auf trallala und hoppsasa reimt.

Nein! Der Ruf nach mehr Polizei, so gerechtfertigt er im Grunde auch sein mag, wird durch solche Aktionen, wie in Berlin an der Rigaer Str. 94 jetzt dargeboten, vollkommen ins Absurde gebogen.

Es fehlt da nämlich nicht an Polizei, sondern seit vielen Jahren am politischen Willen, sich nicht von Linksextremisten pausenlos und zum Gaudium ihrer Sympathisanten auf der Nase herumtanzen zu lassen.

09.30 Uhr Grün-Donnerstag

Mit Beginn der Kurzurlaubs-Fenstertagezeit werden die Zugriffe auf meine Seite spärlicher. Auch die, die nicht verreisen, haben viel zu tun, müssen Ostereier verstecken, Osternester anlegen, großen Hausputz veranstalten, die Winterklamotten einmotten, und was der Dinge mehr sind, die wir so mit dem Osterfest in Verbindung bringen.

Gewiss, einige Kirchen in besonders gläubigen Landstrichen werden wieder voll sein, der Papst wird sein "Urbi et Orbi" ins Mikrofon sprechen, unter den Pilgern auf dem Petersplatz werden einige Marienerscheinungen haben, andere in Ohnmacht fallen, doch das sind eher Randerscheinungen, die neben den Umsatzmeldungen der Feiertags-Deko-Versandhändler, der Formschokolade Produzenten und der Ausflugsgastronomie sowie den Jubelmeldungen zur Kauflaune der Deutschen, wie sie vom Kauflaunen-Erforschungs-Institut unters Volk gestreut werden, vollständig verblassen.

Deutschland geht es gut und gerne, und das besonders vor und während langer Wochenenden. Der Kater kommt regelmäßig danach. Man hätte seine Aktien doch noch vor Ostern verkaufen sollen, raunt es dann bei den Begüterten, man hätte doch nicht so auf den Putz hauen sollen, raunt es bei den weniger Begüterten, die am 2. April verwundert feststellen, dass der vor ihnen liegende Monat noch sehr viel mehr Tage hat, als angenommen.

Grundsätzlich ist der Donnerstag ja Paukenschlag-Tag, doch auch bei mir kommt es zu vorösterlichen Zwangsstörungen und dabei zu einer gewissen Arbeitsscheu und Faulheitseuphorie, der ich, schon während ich dies schreibe, kaum noch zu widerstehen vermag.

Das kann womöglich auch damit zusammenhängen, dass ich gestern wieder einmal jenes Papier produziert habe, das ich "EWK-Zur Lage" nenne und nur gegen Bezahlung abgebe.

Auf 23 PDF-Seiten beleuchte ich darin die wachsende Tendenz, Russland nicht nur für alles verantwortlich zu machen, sondern auch, wie es im Neusprech so schön heißt, "mehr Verantwortung" wahrzunehmen, also Soldaten ins Spiel zu bringen. Klar, es gibt nicht nur Putin-Hasser, sondern auch Putin-Versteher, wobei nicht mehr klar ist, welcher Ausdruck bei der Mehrzahl der medial manipulierten Bürger stärker beleidigend und herabwürdigend wirkt.

Stellt man die Befürchtungen der Putin-Hasser und die Vertrauensseligkeit der Putin-Versteher gegenüber, wird allerdings klar, wer eher auf der Seite der Vernunft steht. Allerdings gibt es neben der Friedens-Vernunft auch eine Profit-Vernunft und letztere hat in der Geschichte praktisch noch immer die Oberhand gewonnen, so dass es auch diesmal - und Syrien bietet sich an - zum Knall kommen könnte.

Doch die USA zielen nicht nur militärisch auf Russland, sie zielen mit den Mitteln des Handelskrieges auch auf China, auf die EU - und auf Deutschland. Dass ausgeglichene Handelsbilanzen für den Welthandel ein Optimum darstellen, wie es die Friedens-Vernunft erkennt, wird von der Profit-Vernunft allerdings verneint. Warum? Das habe ich in EWK-Zur Lage kurz und knapp herausgearbeitet.

Brexit, Sklavenhandel und bandenmäßiger sexueller Missbrauch, das sind die Themen, denen sich Theresa May widmen müsste. Weil dies offenbar schwierig ist, sucht sie einen äußeren Feind und findet - wie kaum anders zu erwarten - Putin. Warum nicht Obama oder Trump? Deren Drohnenmorde überschreiten das Maß des angeblich von Russland versuchten Doppelmordes bei weitem. Aber die gehören halt zur Achse der Guten (im Sinne der Profit-Vernunft).

Wirtschaftlich gegen die Wand gefahren sucht sich auch Spanien ein Feinbild - und hat sich ausgerechnet die Katalanen ausgesucht. Es ist zwar nicht so, dass nicht viele deutsche Politiker Horst Seehofer gerne wegen Rebellion zu 30 Jahren Gefängnis verurteilen würden, doch bleibt das halt nur ein Gedanke, der schnell auch wieder zur Seite gelegt wird. Im Lande der öffentlichen Stierabmurksungen will man allerdings ernst machen - und ausgerechnet die Deutschen liefern - und zwar höchstwahrscheinlich aus.

Frankreich erlebt die Fortsetzung der Erbfeindschaft mit Deutschland mit diplomatischen Mitteln. Der Vorstoß Macrons vom Ende letzten Jahres perlte an der Geschäftsführenden ab, wie Wasser an der heißen Teflonpfanne, und hat inzwischen an Kraft verloren. Kraft gewonnen haben die Franzosen, die sich inzwischen lautstark gegen Macrons "Reformen" zur Wehr setzen. Wie geht's da wohl weiter?

Und wie wird es im fünf-Sterne-Land Italien weitergehen? Kommt die Koaltion von Grillo mit der Lega, dann hat die EU den nächsten Spaltpilz zu verarbeiten - und Draghi, der bisher seine schützende Hand über seine Landsleute gehalten hat, wird vermutlich auch noch von Jens Weidmann beerbt ...

Last, but not least, wer hatte das größte Interesse daran die Koalitionsverhandlungen so in die Länge zu ziehen, wie sie in die Länge gezogen wurde, ohne dass etwas anderes herausgekommen wäre als ein zweiter Aufguss der alten GroKo? Schaut man näher hin, entdeckt man bei allen Beteiligten gute Gründe, sich Zeit zu lassen. Doch die haben allesamt nichts mit dem Versuch zu tun, Nutzen für das deutsche Volk zu mehren oder Schaden von ihm abzuwenden. Stattdessen ging es darum, die Taktiken aller drei Partner so abzustimmen, dass jeder in möglichst gleichem Maße gestärkt aus der Koalition herausgehen kann, falls es gelingen sollte, die AfD wieder aus dem Bundestag hinauszukegeln. Darin sind sich schließlich alle einig. Nur, wie das gelingen soll, und wer dabei welche Rolle zu übernehmen hat, das war wohl umstritten.

Dies in kurzen Zügen zum Inhalt von EWK-Zur Lage, Ausgabe März/April 2018.

Wie kommt man nun zu diesem Dossier?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Es geht einzeln, aber auch im Abonnement.

Die einfachste und bequemste besteht darin, ein "Förder-Abonnement" abzuschließen. Förder-Abonnenten erhalten mindestens sechs Mal jährlich, immer im Abstand von ca. 2 Monaten, die jeweils jüngste Ausgabe von EWK-Zur Lage als PDF per Mail zugesandt. Außerdem bedanke ich mich für Abschluss des Förder-Abos mit einem gedruckten Buch aus dem lieferbaren Programm des EWK-Verlags - und während der Laufzeit des Abos werden alle Bestellungen beim EWK-Verlag versandkostenfrei beliefert.

So ein Förder-Abo läuft über ein Jahr, es verlängert sich nicht automatisch und es kostet einmalig 85 Euro.

Die andere Möglichkeit besteht darin, die Einzelausgaben einzeln zum Download zu erwerben. Die jeweils aktuelle Ausgabe kostet dabei 11,90 Euro (10 für mich, 1,90 fürs Finanzamt), die vorherige Ausgabe steht zum halben Preis zur Verfügung und alle früherern können für 3,57 Euro (drei für mich, 0,57 fürs Finanzamt) erworben werden.

Grundsätzlich sehe ich das so, dass ich den Kauf von Einzelausgaben und das Förder-Abo primär als Möglichkeiten ansehe, die Anerkennung für meine laufende Arbeit, die sich ja in den kostenlosen Tageskommentaren und Paukenschlägen niederschlägt, auf eine besondere Weise auszudrücken - wofür ich mich dann meinerseits wiederum mit meinen Gedanken zur Lage revanchiere.

Ganz klar, das muss man sich erst einmal leisten können, und ich weiß sehr gut, dass nicht alle meine Leser in der glücklichen Lage sind, mal eben 85 Euro für eine Förder-Abo, 25 Euro für ein Buch oder 11,90 Euro für eine Einzelausgabe von EWK-Zur Lage auszugeben.

Es ist keine Schande, von Hartz-IV leben zu müssen, und es ist keine Schande, von dem Angebot Gebrauch zu machen, sich einen Buchwunsch über den Bücherspenden-Fonds zu erfüllen.

Seit Jahren sammeln wir Spenden von Kunden und Blogbesuchern zu dem Zweck, Menschen, die sich ein Buch wünschen, es aber nicht bezahlen können, diesen Wunsch zu erfüllen. Dazu genügt eine Mail an mich, in der Sie ein bisschen etwas über sich erzählen, sagen, welches Buch (nur Printausgaben) Sie sich wünschen - und vor allem Ihre Adresse mitteilen, damit ich weiß, wohin ich das Buch versenden soll.

Nun wünsche ich Ihnen allen frohe Ostertage, möglichst ein bisschen Sonnenschein dazu, Freude im Herzen, Frühlingsgefühle und überhaupt alles Gute.

Hier noch die Links zum Bücherspendenfonds, zur Einzelausgabe der aktuellen Lage und zum Förder-Abo:


 

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