10. Februar 2018

12.00 Uhr Mit Spatzen auf Kanonen - High Noon in Syrien

Wenn die Türkei mit deutschen Panzern die von Deutschland unterstützten kurdischen Verbände in Syrien angreift und die USA in einem Akt der Selbstverteidigung rund 100 "regierungsnahe" Kämpfer liquidiert und Israel eine iranische Drohne abschießt und anschließend einen Vergeltungsschlag gegen iranische Truppen in Syrien fliegt dann ist das alles so normal, wie nur was.

Ganz Syrien als international genutzten Truppenübungsplatz anzusehen, auf dem scharf geschossen werden darf, wobei jeder, der sich dort tummelt, für das eigene Überleben selbst verantwortlich ist, ist der Zustand, der nach dem "Sieg über den IS", der sowohl von Russland als auch von den USA verkündet wurde, offenbar weltweit und vom UN-Sicherheitsrat als Status quo hingenommen wird.

Solche Schlachten, jeder gegen jeden, kenne ich eigentlich nur vom Kinderfasching meiner ganz frühen Jahre, wo im großen Saal im Schützenhaus zwischen Luftschlangen und Konfetti die große Überzahl der Cowboys mit ihren Zündblättchenrevolvern kreuz und quer - peng - peng - peng - aufeinander losging, bis die letzte Rolle Munition verschossen und der letzte Schluck Sinalco getrunken war. Außer kleinen Verletzung, die man sich zuziehen konnte, wenn man sich beim Nachladen den Finger an der Pistole einklemmte, verliefen diese Schlachten allerdings vollkommen unblutig.

Dennoch kommt es mir heute so vor, als ob jene infantile Freude am ergebnislosen Ballern in Syrien in einer ganz neuen Qualität wieder ausgebrochen ist. Im Schützenhaus hat der Wirt am späten Nachmittag den Kinderfasching für beendet erklärt, die Rasselbande samt begleitender Eltern mit sanfter Überredung vor die Tür gesetzt und mit dem Einsatz breiter Besen und Putzlumpen den Saal für die nächste Veranstaltung vorbereitet.

In Syrien gibt es zwar einen Wirt, doch den "Gästen" fehlt es am Respekt.

Nun ist geschehen, was nicht ausbleiben konnte, die syrische Armee hat ein israelisches Flugzeug vom Typ F16 abgeschossen, das über syrischem Gebiet eine iranische Stellung bombardierte.

Weil das aber nicht geschehen darf, drehten die Nachrichten im Laufe des heutigen Morgens auf die Formulierung "abgestürzt" und im Kleingedruckten wird berichtet, dass Israel erklärt habe, der Jet sei wahrscheinlich nicht von der syrischen Luftabwehr abgeschossen worden, die Untersuchung des Unglücks laufe.

Ob die Betonung dabei auf "nicht abgeschossen" oder auf "nicht von der syrischen Luftabwehr" liegt, kann sich jeder selbst aussuchen. Die Überschrift suggeriert jedenfalls "nicht abgeschossen".

Genau hier liegt aber das interessante Detail, das die Geschehnisse auf dem allen Nationen offen stehenden Truppenübungsplatz Syrien deuten helfen kann.

Wenn Israel - wenn auch pflaumenweich - erklärt, die F16 sei nicht abgeschossen worden, bringt es damit zugleich zum Ausdruck, keinen Anlass für einen neuerlichen Vergeltungsschlag zu haben.

Hierin sehe ich die Auswirkung ernsthafter Befürchtungen der USA, nach dem Abschuss eines russischen Jets durch "Rebellen" und nach ihrem eigenen Schlag gegen regierungsnahe Kämpfer könne Putin sein relativ langes Stillhalten aufgeben oder es - mit der Erlaubnis zum Abschuss der israelischen Maschine - bereits aufgegeben haben, was zur direkten Konfrontation zwischen den etwa 2.000 bis 5.000 illegal in Syrien befindlichen US Soldaten und den legal in Syrien agierenden russischen Truppen führen würde.

Es darf nämlich nicht vergessen werden, dass Russland seine Marinebasis am Mittelmeer ebenso wenig aufgeben wird, wie seine Schwarzmeer-Marinebasis auf der Krim. Den Beginn eines offenen Angriffs der USA oder Israels auf die syrischen Truppen, mit dem Ziel, Syrien militärisch zu besiegen, muss als die rote Linie angesehen werden, die Russland (und den Iran!) in die direkte Konfrontation zwingt.

Der Ausgang einer solchen Auseinandersetzung muss zumindest als "ungewiss" angesehen werden. Dass sich daran ein wirklich großer Krieg entzünden könnte, ist jedoch kaum zu bestreiten.

Nachtrag:

Es hat leider nicht gehalten, die Israelis haben es schon wieder getan, und das durchaus noch heftiger als zuvor.

Von Russland immer noch nur Ermahnungen und Aufforderungen zur Zurückhaltung.


P.S.:

In Buchhändlerkreisen spricht man von Remittenden, wenn unverkaufte Exemplare an den Verlag zurückgegeben werden.

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Die Buchvorstellung vom August 2016 habe ich hier noch einmal für Sie verlinkt.

 

 

 

 


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Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

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