6. Februar 2018

11.00 Uhr DOWn Jones und Down-Dollar

Aktien sind nicht Fisch, nicht Fleisch, nicht Geld, aber auch nicht Sachanlage. Daher kann der Preis von Aktien nicht von einem der Aktie innewohnenden "Wert" abgeleitet werden, sondern lediglich von Erwartungen. Diese Erwartungen können drei grundsätzlichen Kategorien zugeordnet werden:

  • Die naiv-bescheidene Erwartung, die Aktie würde nachhaltig eine Dividende abwerfen, die - auf den Kaufpreis bezogen - eine angemessene Rendite darstellt.
  • Die spekulative Erwartung, der Kurs der Aktie würde von anderen Marktteilnehmern schon bald in die Höhe getrieben, so dass sie mit Gewinn wieder abgestoßen werden kann.
  • Die nicht auszurottende Erwartung der "Kolonnenspringer", auf der Aktienspur für einen Augenblick schneller vorwärtszukommen.
Der jüngste Einbruch an den Börsen, ausgehend von New York, über Tokio mit scheinbar verminderter Kraft am Morgen auch in Frankfurt angekommen, dürfte von den "Kolonnenspringern" ausgelöst worden sein, die sich in Erwartung steigender Zinsen bei hohen und höchsten Kursen von den Aktien verabschiedet haben um ihr Geld (die meisten wohl einschließlich Kursgewinn oder doch zumindest ohne Verlust) in Anleihen zu parken.
 
Das ist keine Katastrophe. Schon gar nicht, wenn man berücksichtigt, dass die mit Abschlägen verkauften Papiere ja auch wieder ihre Käufer gefunden haben, die in der spekulativen Erwartung auf (bald) wieder anziehende Kurse vermeintlich günstig eingekauft haben.
 
Was mich mehr irritiert ist das Kursverhältnis zwischen Euro und Dollar.
 
Wenn Trumps America-first-Strategie tatsächlich massiv ausländische Investoren anlockt, sollte das die Dollar-Nachfrage verstärken, während ein Überangebot anderer Währungen, also auch des Euro, den Euro-Preis, gemessen in Dollar, sinken lassen sollte.
Wenn die FeD mit ihren (zwar kleinen) Zinsschritten der nach wie vor unbeweglichen EZB vorauseilt, sollte auch das eine Stärkung des Dollars, zu Lasten de Euro auslösen. Nichts davon wird in den Kursen sichtbar.
 
Es muss also im Hintergrund eine kräftige Gegenströmung geben, die stark genug ist, um die angesprochenen Effekte zu kompensieren, ja noch zu überdecken.
 
Betrachtet man die Wirkungen, so stellt sich heraus, dass ein schwacher Dollar für die US-Volkswirtschaft die gleiche Wirkung hat, wie ein mit der Gießkanne auf sämtliche Importe gelegter Strafzoll, während für sämtliche Exporte wundersamerweise (staatliche) Subventionen zur Ermöglichung wettbewerbsfähiger Weltmarktpreise ausgeschüttet werden.
 
Es stellt sich zudem heraus, dass die Erträge ölexportierender Staaten, die auf Dollar-Basis bei sowieso niedrigen Rohölpreisen fakturieren, durch die Dollar-Schwäche zusätzlich gedrückt werden.
Das ist für die USA unter anderem hilfreich, das Ärgernis "Venezuela" im Hinterhof klein zu halten und den angestrebten Regime Change eventuell doch ohne militärische Aktionen auslösen zu können.
Es ist auch hilfreich, die Saudis an der Kandare zu halten, die inzwischen mit erheblichen Löchern in der Staatskasse zu kämpfen haben und sich einen verrückten Krieg im Jemen leisten, aus dem sie ohne Gesichtsverlust kaum wieder herauskommen können.
 
China kann derzeit kein gesteigertes Interesse daran haben, den Dollar durch Devisenverkäufe in den Keller zu bomben und sich damit selbst den Zugang zum US-Markt zu erschweren. Allerdings könnte der im vergangenen Jahr gestartete Versuch Chinas, mit Gold abgesicherte Erdöl-Termingeschäfte auf Yüan-Basis in den Markt zu bringen, die Nachfrage nach dem US-Dollar inzwischen doch reduziert haben.
 
Für Europa bedeutet das Kursgefüge, dass sich die EU zwar billig mit Energie versorgen kann, dass aber die Wettbewerbsfähigkeit im Weltmarkt dennoch leidet. Noch sind die USA - mangels produzierter Masse - nicht in der Lage, daraus einen Vorteil zu ziehen, doch kann sich das mit forcierten Investitionen in den USA schnell ändern.
 
Es bleibt die Frage offen, wer auf welchem Wege die Dollarmengen in den Markt wirft und dafür Euros aufkauft, um dieses für die USA günstige und absolut den Trump'schen Interessen dienende Kursverhältnis nicht nur herzustellen, sondern auch aufrecht zu erhalten.

 

 


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Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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