Paukenschlag
am Donnerstag
No. 25 /2018
vom 5. Juli 2018


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring


 
Migrationsproblematik
- der Frontverlauf -
 
Mich erreichen viele Zuschriften, in denen die Überzeugung zum Ausdruck gebracht wird, beim vorübergehend befriedeten Koalitionskrach, ausgelöst und eskaliert von Seehofer und Merkel, handle es sich um eine Schmierenkomödie, ein abgekartetes Spiel, ein politisches Schaulaufen, mit dem primär das Ergebnis der CSU bei den Landtagswahlen in Bayern abgesichert und darüber hinaus die AfD bundesweit zurückgedrängt werden soll.
 
In Wahrheit sei man sich vollkommen einig, und die Überzeugung, dass ein Kompromiss gefunden würde, hinter dem sich wieder alle versammeln, sei zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr gewesen, weil es ja von Anfang an so im Drehbuch stand.
 
Ich will nicht bestreiten, dass die gesamte Dramaturgie, die uns vorgeführt wurde, diese Deutung zulässt. Wenn die Prämisse stimmt: "Es war ein abgekartetes Spiel", dann fügt sich alles wunderbar zusammen.
 
Unterstellt man jedoch, dass diese Prämisse nicht zutrifft, wird der Erklärungsversuch deutlich schwieriger. Es ist wie mit dem Haustürschlüssel und der Laterne. Man sucht immer erst da, wo das Licht hinfällt und je finsterer es ringsum ist, desto intensiver konzentriert man sich auf den engen Lichtkegel, und obwohl da nichts zu finden ist, wird die Überzeugung, der Schlüssel müsse genau da liegen, immer fester.
 
Den Nachweis zu führen, dass der Schlüssel nicht in der Gegenwart zu suchen ist, sondern schon vor vielen Jahrzehnten mit Bedacht außerhalb des Lichtkegels unserer modernen Laterne versteckt wurde, erfordert eine Reise in die Vergangenheit, in eine Zeit, als "Rassismus" noch offen gedacht und ausgesprochen wurde.
 
Dort treffen wir auf einen Menschen, dem trotz seiner rassistischen Erwägungen und Vorschläge die Ehre zuteil wurde, als erster mit dem Europäischen Karlspreis der Stadt Aachen ausgezeichnet zu werden:
 
Richard Nikolaus Coudenhove-Kalergi, geb. 1894 in Tokio, gestorben 1972 in Schruns, in Österreich.
 
Sicherlich war Coudenhove-Kalergi ein abgehobener Schwarmgeist, dessen Ideen und Ideale allesamt eine schöne neue Welt beschrieben, in welcher Heroismus und Idealismus, gepaart mit Optimismus einen Geistesadel hervorbringen und diesen mit der Lenkung der Geschicke der Menschheit betrauen. Erst damit wird nach seiner Überzeugung die maximale Ausbeutung der Ressourcen der Erde möglich, bei gleichzeitiger Vermeidung jener Verluste, die durch kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Nationalstaaten entstehen.
 
Er sieht allerdings große Unterschiede zwischen Landmenschen und Stadtmenschen, die er versucht, über die Vererbungslehre zu erklären:
 
"Eltern und Voreltern des Bauern stammen gewöhnlich aus der gleichen dünnbevölkerten Gegend; des Adligen aus derselben dünnen Oberschicht. In beiden Fällen sind die Vorfahren miteinander blutsverwandt und daher meist physisch, psychisch, geistig einander ähnlich."
 
Coudenhove-Kalergi nennt das ohne Umschweife "Inzucht", wobei die jeweils neue Generation nicht eine Variation der vorgehenden ist, sondern einfach deren Wiederholung, also Stillstand.
 
Wer aufmerksam die politische Debatte zur Migrationsfrage in Deutschland verfolgt hat, dem wird einfallen, dass Wolfgang Schäuble die Sorge vor einer inzestuös verfallenden Gesellschaft erst kürzlich ebenfalls an die Wand gemalt hat, indem er postulierte: Abschottung würde uns in Inzucht degenerieren lassen. Es ist also eher wahrscheinlich, als auszuschließen, dass zumindest Schäuble seinen Coudenhove-Kalergi verinnerlicht hat.
 
Kalergi schwurbelt in seinem Hauptwerk: "Praktischer Idealismus" jedoch munter weiter. Der Mischling sei das Ideal, folgert er, denn Inzucht stärke den Charakter, schwäche jedoch den Geist, während Kreuzung den Geist stärkt, aber den Charakter schwächt. In seiner Vision wird der Mensch der Zukunft Mischling innerhalb einer eurasisch-negroiden Rasse sein.
 
Diese Misch- und Kreuzungsorgie stellt er sich mit nicht verhohlener Begeisterung so vor:
 
"Nur den edelsten Männern wird die Verbindung mit den edelsten Frauen freistehen und umgekehrt - die Minderwertigen werden sich mit Minderwertigen zufrieden geben müssen. Dann wird die erotische Lebensform der Minderwertigen und Mittelmäßigen Freie Liebe sein, der Auserwählten: Freie Ehe. So wird der neue Zuchtadel der Zukunft nicht hervorgehen aus den künstlichen Normen menschlicher Kastenbildung, sondern aus den göttlichen Gesetzen erotischer Eugenik."
 
Wir erkennen auch in diesen Sätzen etwas wieder, was uns von linker und grüner Seite angeboten, ja geradezu aufgedrängt wird, nämlich das freizügigste Ausleben sexueller Triebhaftigkeit, und erfahren von Kalergi, dass dies den Minderwertigen und Mittelmäßigen zugestanden sein soll, damit sie freiwillig der Zuchtwahl der Auserwählten fernbleiben.
 
Denn, auch das erklärt Coudenhove-Kalergi: "Ohne Adel keine Evolution. Eudämonische Politik kann demokratisch - evolutionistische Politik muß aristokratisch sein!"
 
Dass der "alte Adel" auch nach Kalergis Auffassung ausgedient hat, ist hier kein Grund zur Zufriedenheit. Ihm schwebte ein neuer Adel vor.
Mir schwant, dass das, was sich heute gerne selbst als "Elite" bezeichnet, nichts anderes ist, als die Versammlung jener, die sich als Kalergis neuer Adel verstehen.
 
Dieser kleine Einblick auf ausgewählte Aspekte des Denkens eines Menschen, der als einer der Väter der europäischen Idee gilt und geehrt wird, unterliegt der Gefahr, als "aus dem Zusammenhang gerissen" oder - zum Zwecke der Unterstützung einer Verschwörungstheorie - "verfälschend" eingestuft zu werden. Glücklicherweise kann Kalergis "Praktischer Idealismus" vollständig im Internet nachgelesen werden. (Man muss mit der Maus auf die Buchseiten klicken...)
 
Ich wünsche eine erkenntnisreiche Lektüre! Coudenhove-Kalergi hat in diesem Werk ja durchaus auch kluge Analysen festgehalten. Was nach meinem Erachten völlig in die Irre führt, sind weite Teile seiner Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen.
 
Von daher ist es nun an der Zeit, den Typus des gläubigen Idioten zu betrachten. Gläubige Idioten, das sind in meinen Augen Menschen, denen irgendwann eine ganz spezielle - extraordinäre - Idee als Offenbarung erscheint und die fortan das eigene Denken, so vorhanden, vollkommen ausschalten, wann immer es darauf ankäme, diese Offenbarung zu hinterfragen.
 
Gläubige Idioten brauchen allerdings ihre "Kirche", in der sie sich gegenseitig bestätigen und ermutigen können. Wo es nicht originär religiös zugeht, schlägt die Stunde der Vereinigungen und Geheimbünde, die als Netzwerke der Vetternwirtschaft Vorteile gewähren, solange der gläubige Idiot seiner Idiotie treu bleibt und alle Anstrengungen unternimmt, ihr zum Durchbruch zu verhelfen, während diejenigen sanktioniert, ins Elend oder in den Tod getrieben werden, die sich abwenden oder gar zu Gegnern werden.
 
Wo auch immer die Medien die Floskel vom "glühenden Europäer" benutzen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass von einem gläubigen Idioten die Rede ist, dessen Vision vom Paradies so mächtig ist, dass sie bereits zum vollständigen Realitätsverlust geführt hat.
 
Die Geschichte der EU wird von späteren Generationen als die Geschichte des Realitätsverlustes beschrieben werden, in der man "blühende Landschaften" gerodet und unfruchtbar gemacht hat, um an ihrer Stelle das Fundament für ein Luftschloss zu legen. Ein Luftschloss, in dem edle "Auserwählte" die Geschicke jener Minderwertigen und Mittelmäßigen leiten sollten, denen durch die Kreuzung zu einer eurasich-negroiden Rasse der Charakter weggezüchtet wurde, so dass, wenn man den Willen als wesentlichen Teil des Charakters begreift, von dieser willenlosen, sich der freien Liebe in allen Spielarten hingebenden Masse, keinerlei Widerstand mehr zu gewärtigen sein sollte.
 
Die EU hat in ihren Mitgliedsstaaten nur Katastrophen angerichtet. Arbeitslosigkeit, und vor allem Jugendarbeitslosigkeit, wohin man schaut, die Verschleuderung des Volksvermögens an private Investoren, sinkende Reallöhne, gekürzte Renten, Zerschlagung der Gewerkschaften, Abbau der Arbeitnehmerrechte, Abbau der Grund- und Bürgerrechte, Aufbau eines totalen Überwachungsstaates, massive Beschneidung der Meinungsfreiheit, Zerstörung der Staatsfinanzen, und so weiter, und so weiter. Am weitesten sichtbar fortgeschritten in Griechenland, bis heute noch weniger sichtbar, aber ebenso verheerend, auch im "stärksten Land" der EU, nämlich Deutschland, wo sich der Nebel dann lichten wird, wenn die vielen ungedeckten Wechsel fällig werden, die Deutschland für den Erhalt der EU und die Rettung des Euro unterschrieben hat.
 
Der Wegfall der Binnengrenzen und die Entledigung der Notwendigkeit, DM in Lira umzurechnen, waren das "Linsengericht", das den europäischen Esaus vorgesetzt wurde, um ihr vielfältiges europäisches Erbe für nichts als einen bitter-sauren Eintopf einzutauschen.
 
Von Nikolas Sarkozy, dem ehemaligen französischen Präsidenten, ist aus einer 2008 gehaltenen Rede folgendes Zitat überliefert:
 
"Das Ziel ist die Rassenvermischung. Die Herausforderung der Vermischung der verschiedenen Nationen ist die Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Es ist keine Wahl, es ist eine Verpflichtung! Es ist zwingend! (...) Wir werden uns alle zur selben Zeit verändern: Unternehmen, Regierung, Bildung, politische Parteien, und wir werden uns zu diesem Ziel verpflichten. Wenn das vom Volk nicht freiwillig getan wird, dann werden wir staatliche zwingende Maßnahmen anwenden."
 
 
Gerade der letzte Satz dieses Zitates lässt erkennen, dass die gläubigen Idioten sich um die "Demokratie" nur noch einen Scheißdreck scheren, sie bereits für überwunden halten und glauben, allenfalls noch kleine Widerstandsnester mit staatlich zwingenden Maßnahmen ausräuchern zu müssen.
 
In das gleiche Horn blies 2015 Frans Timmermanns, der als EU-Kommissar für "Bessere Rechtssetzung, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechtecharta" das EU-Parlament aufforderte, monokulturelle Staaten auszuradieren und die Umwandlung in multikulturelle Diversität zu beschleunigen.
Der Sozialdemokrat aus den Niederlanden bekundete in gläubiger Überzeugung, die Zukunft der Menschheit liege in einer vermischten Superkultur. Europäische Kultur und europäisches Erbe seien lediglich soziale Konstrukte. Daher forderte auch er, öffentlich!, diese Zielsetzung müsse höher gewertet werden als der mehrheitliche Wählerwille und daher zur Not mit Zwangsmaßnahmen durchgesetzt werden.
 
Viele weitere, sinn- und zielgleiche Aussagen findet, wer gründlich sucht, überall, nur nicht in den Mainstream-Medien. Ob es um den Plan der Replacement Migration der UN aus dem Jahre 2000 geht, der bis zu jährlich 13,5 Millionen Zuwanderer in die EU für erforderlich hält, oder die Annahme der europäischen Statistikbehörde Eurostat, die ermittelt hat, bis 2050 seien 56 Millionen Migranten aus Afrika anzustreben.
 
Eine ausführlichere Zusammenstellung, aus der ich hier, mit Sarkozy beginnend, zitiere stammt von Herbert Ludwig. Sein Artikel
 
"UNO, EU und USA-Kreise planen seit Jahrzehnten die Massenmigration"
 
sollte zur Pflichtlektüre erhoben werden.
 
Wer es noch nicht weiß: Herbert Ludwigs Buch, "Macht macht untertan" ist im EWK-Verlag erschienen und kann hier bestellt werden.
 
Mit den bisherigen Ausführungen, gestützt auf die verlinkten Quellen, ist der Angriffs- und Aufmarschplan auf der einen Seite der Frontlinie meines Erachtens deutlich erkennbar geworden.
 
Doch was wäre eine Front, gäbe es auf der anderen Seite keinen Gegner, der sein Territorium verteidigt?
 
Warum müsste Juncker sich darauf beschränken, jeweils nur einen Schritt zu tun, abzuwarten, ob es einen Aufstand gibt, und wenn es keinen gibt, weil niemand bemerkt oder versteht, was überhaupt gespielt wird, den nächsten Schritt, bis alle unumkehrbar ist?
 
Die Salamitaktik hat vor allem das Ziel, die Mehrheit der Wähler in den Schlaf zu wiegen, und die Stimmen der Warner unglaubwürdig erscheinen zu lassen.
 
Hier komme ich noch einmal kurz zurück auf Kalergi, der eine infame Behauptung aufgestellt hat, dass nämlich "Charakter" eine Folge von Inzucht sei und mit "schwachem Geist" einhergehe.
 
Die oft äußerst plumpe Beleidigung der Urteilsfähigkeit aller Kritiker der Zuwanderungspolitik, die gerne als rückständiges Pack, dumpf volkstümelnd, als jene mit den einfachen (die Simpel!) Lösungen geschmäht werden, die also nicht über die geistigen Fähigkeiten verfügen, die Komplexität zu durchschauen, geschweige denn zu lösen, das alles hat Kalergi seinen gläubigen Idioten schon eingeimpft, noch bevor die Auseinandersetzung überhaupt in Gang gekommen ist.
 
Dennoch sind sie da. Die Verteidiger.
 
Und sie beweisen ihren Charakter dadurch, dass sie nicht vor den gläubigen Idioten kapitulieren, sondern bereit sind, diesen ungleichen Kampf aufzunehmen, und ihre Identität, ihre Heimat, ihre Kultur, ihre Eigenheiten vor dem multikulturellen Einheitsbrei zu schützen.
 
Was, außer einer einfach in den Raum gestellten Behauptung,
 
macht die Mischrasse
aus Minderwertigen und Mittelmäßigen, die ohne nationale und ethnische Bindung bis zur Bewusstlosigkeit kreuz und quer durch die Gegend vögeln soll, um so, im infantilen Ich-Bezug gefangen, lenkbar zu sein, wie der Ochs, der gutmütig jeden Karren zieht,
denn besser
als ein monoethnisches, im Nationalstaat geeintes Kulturvolk, das noch einen eigenen Willen artikulieren kann und in der Lage ist, seine Anführer selbst zu wählen?
 
 
Da gibt es nur eine - beschämende - Antwort.
 
Jene Rassisten, die den kruden Kreuzungs- und Mischlings-Gedanken eines Coudenhove-Kalergi verinnerlicht haben, hätten keinen Grund mehr, die Verteidiger monoethnischer Nationalstaaten als Rassisten zu verleumden, weil es die dann nämlich nicht mehr gäbe.
 
Wir erleben eine Phase, zumindest europäischer Politik, in welcher im wahrsten Sinne des Sprichworts der rassistische Bock zum Gärtner gemacht wird, um vermeintlich rassistisches Unkraut auszurupfen.
 
Es ist aber auch nicht zu verkennen, dass die Think-Tanks der Globalisten den Trend zur Auflösung der Nationalstaaten und zur Zerstörung nationaler und ethnischer Identität nach Kräften unterstützen. Längst nicht alle Interessenvertreter agieren dabei so offen wie der gierige Spekulantenkönig Georg Soros, dessen offenkundige Aktionen zur Unterstützung von staatszerstörenden Aufständen (orange Revolutionen) und zur Lenkung der Migrantenströme ganz eindeutig darauf abzielen, Europa zum Siedlungsgebiet der von Kalergi angestrebten, ebenso geschichtslosen, wie jeder Identität beraubten eurasisch-negroiden Mischrasse werden zu lassen.
 
Und da sind wir bei Victor Orban, der die NGOs des Mr. Soros aus Ungarn bereits weitgehend vertrieben hat, der seine Landesgrenzen mit einem einfachen Zaun geschlossen und damit den anfänglichen Wanderweg der Migranten unterbrochen hat.
 
Das Wutgeheul aus Deutschland war nicht zu überhören, am liebsten hätte man Orban per Kommissionsbeschluss aus dem Amt gejagt, doch die Ungarn haben ihn mit großer Mehrheit wiedergewählt.
 
An dieser Stelle sei die Frage erlaubt, ob es sich hierbei um eine Inszenierung, um ein Schmierentheater gehandelt hat, oder ob es Orban, auf die Gefahr hin, von der EU sanktioniert zu werden, tatsächlich ernst gemeint hat?
 
An dieser Stelle sei auch die Frage erlaubt, ob Orban nicht genau das wirksam in die Tat umgesetzt hat, was Griechenland und Italien nicht geschafft haben, nämlich seine - und damit zugleich die Außengrenzen des Schengen-Raumes - gegenüber Serbien, und in der Folge auch gegenüber Mazedonien und Albanien zu schützen.
 
Das Ergebnis war, dass auch Mazedonien seine Grenzen schloss, womit die erste Balkanroute in sich zusammengebrochen war. Ein Ereignis, das wiederum gegen ihre Urheber und deren Unterstützer verwendet wird, "weil ja die Zahlen so stark abgenommen haben, dass es keiner weiteren Maßnahmen mehr bedarf."
.
Das erinnert mich immer an jenen Gemeinderat, der beschlossen hat, das STOP-Schild an einer gefährlichen Einmündung wieder abzubauen, nachdem sich dort in den beiden Jahren seit seiner Aufstellung kein Unfall mehr ereignet hat.

 

Die gläubigen Idioten haben also Orban für das verurteilt, was sie selbst, wie die Sprechpuppen unablässig fordern, nämlich einen zuverlässigen Schutz der Außengrenzen herzustellen.
 
Wenn also Orban kein Schmierentheater aufgeführt hat, sondern in der Frage: "Monoethnische Nation" oder "europäische Mischrasse"?, Charakter und Stehvermögen bewiesen hat, wieso sollte dann der Widerstand der bayerischen CSU nur ein Schmierentheater gewesen sein?
 
Weil das Ergebnis die Erwartungen der Zuwanderungskritiker nicht erfüllt?
 
Weil Seehofer nicht zurückgetreten ist?
 
Das ist mir zu dünn.
 
Bayern, ein großes Flächenland, wird aus den übrigen alten Bundesländern heraus gerne verspottet, weil sich da gegen den Trend immer noch Reste einer landsmannschaftlichen Identität und Kultur erhalten haben, was letztlich dazu führt, dass auch die hartgesottensten Saupreißn, wenn sie der Beruf nach München verschlägt, einen Hauch der bayerischen Sprachmelodie annehmen, die Annehmlichkeiten des kastanienbestandenen bayerischen Biergartens genießen und nicht abgeneigt sind, am Oktoberfest in Dirndl und Lederhose den Bayern heraushängen zu lassen.
 
Kein anderes der alten westdeutschen Bundesländer hat sich so viel kulturelle und gesellschaftliche Identität bewahrt, wie die Bewohner des einstigen Königreichs Bayern.
 
Es ist ein gewagter Vergleich, doch letztlich können die Bayern als die Ungarn Deutschlands angesehen werden, mit einer Regierung, die seit 1949 meist über eine absolute Mehrheit verfügte und trotz der Entwicklung zum High-Tech-Standort die Lederhose bewahrte, auch wenn sie vorübergehend von der kurzlebigen Modeerscheinung Laptop begleitet wurde.
 
Kein anderes der alten westdeutschen Bundesländer hat durch die Fortführung des Programms der Replacement Migration noch so viel seiner Eigenständigkeit zu verlieren, wie Bayern, kein anderes der alten westdeutschen Bundesländer kann in seiner Bevölkerung noch so viel Einigkeit verzeichnen, wie Bayern.
 
Wer, außer den Bayern also, sollte den Widerstand wagen?
 
Es ist Horst Seehofer hoch anzurechnen, dass er es aus der Position der Minderheit im Bund heraus, nach einigen weniger herzhaften Versuchen, unternommen hat, der staatsauflösenden Frau im Amt des Bundeskanzlers Paroli zu bieten.
 
Sein Vorteil lag darin, dass noch niemand wagte, die CSU in Bayern offen als Nazis zu bezeichnen, wie es konservative Kräfte vor allem in den neuen Bundesländern permanent ertragen müssen.
 
Sein Nachteil lag und liegt darin, dass Bayern kein souveräner Staat mit eigener Regierung ist, sondern von Berlin aus gesteuert wird und nur in engen Grenzen in der Lage ist, "Alleingänge" zu veranstalten.
 
Dennoch ist es ihm gelungen, schlicht unter Verweis auf seine Amtspflicht als Bundesinnenminister, bei Angela Merkel hektische Aktivitäten auszulösen. Binnen zwei Wochen hat sie versucht, diese EU, in der sie inzwischen hauptsächlich von Gegnern umgeben ist, zu Absichtserklärungen zu bewegen, die Horst Seehofer sicherlich hätte annehmen können, wäre die Unverbindlichkeit dieser Erklärungen nicht jedem verständigen Beobachter allzu deutlich ins Auge gesprungen.
 
Seehofer hat Merkel noch einmal in den Ring gebeten, und auch die zweite Runde nach Punkten gewonnen.
 
Ein K.O.-Sieg war aufgrund der Gemengelage sowieso nicht zu erwarten. Aber ein Sieg nach Punkten, mit dem gezeigt wurde, Merkel ist nicht allmächtig, den hat Seehofer eingefahren, und ist dabei der zuständige Minister geblieben.
 
Sage nun keiner, er habe nichts erreicht. Die SPD müsse auch noch zustimmen, und die Österreicher wären nicht erfreut ...
 
Es gibt außerhalb der Visegrad-Staaten doch kein EU-Mitglied, das stärker an der Begrenzung der Migrationsströme interessiert ist als Österreich unter seiner derzeitigen Regierung.
 
Schon die Ankündigung Seehofers, mit Zustimmung der CDU die bayerische Grenze zu Österreich stärker zu kontrollieren, gibt Kurz die Rechtfertigung dafür, an der eigenen Südgrenze die neue Grenzschutztruppe Puma springen zu lassen.
 
Das heißt: Schneller als erwartet bekommt auch die italienische Regierung mit der Lega Nord an Bord die Rechtfertigung dafür, die italienischen Häfen allesamt für so genannte Rettungsschiffe zu schließen - und, womöglich auch die Vereinbarung mit Frankreich über die Rücknahme von Migranten aufzukündigen.
 
Früher nannte man so etwas den Domino-Effekt.
 
Und was bewirkt dieser Domino-Effekt? Er bewirkt exakt das, was eine seinerzeit noch weit einiger erscheinende EU mit dem Schengen-Abkommen erreichen wollte. Aber eben nicht in Folge einer neuerlichen Einigung, sondern in Folge einer Kettenreaktion nationaler Alleingänge.
 
Es zeigt sich: In dieser Frage hat sich die EU nicht nur als hemmend, sondern als vollkommen überflüssig erwiesen.
 
Auch dafür, dass dies deutlich geworden ist, sollten wir Seehofer dankbar sein, weil er der gerechtfertigten Kritik an der Institution EU damit neue Argumente geliefert hat.
 
Das alles ändert noch nichts daran, dass aufgrund des EU-Türkei-Deals weiterhin Migranten nach Deutschland eingeflogen werden. Es ändert nichts daran, dass die Familienzusammenführung die deutschen Sozialsysteme weiter strapazieren wird, es ändert nichts daran, dass die EU mit Dublin IV in Kürze ein neues Einfallstor öffnen wird, doch es ist wie mit der Kriminalitätsstatistik. Ganz unabhängig von allen relativierenden Betrachtungen zeigt sich:
Ohne die Straftaten von Personen mit Migrationshintergrund, gäbe es in absoluten Zahlen weniger Diebstähle, weniger Körperverletzungen, weniger sexuelle Übergriffe und weniger Morde.
 
Ohne Seehofers erweiterte Grenzkontrollen, Transitzentren, usw., kämen in absoluten Zahlen mehr Migranten ohne Bleiberecht und bereits abgewiesene mit Einreisesperre nach Deutschland.

 

 
 
Und noch ein Wort zur Schmierenkomödie:
 
Am 28. Mai dieses Jahres, also vor rund fünf Wochen, lange vor Seehofers Ankündigung, die Grenzen dicht zu machen, schrieb ich meinen Tageskommentar: "Der Trend kippt".
 
Auslöser war der ARD-Presseclub vom Sonntag, zu dem mir folgendes aufgefallen war:

Gestern ging es, unter dem Vorwand, über den BAMF-Skandal zu sprechen, darum, den Kurswechsel in der Zuwanderungspolitik einzuleiten. Noch vor einem Jahr wäre eine solche Sendung, getragen vom humanitären Sendungsbewusstsein, trotz aller Kritik am Fehlverhalten einzelner BAMF-Mitarbeiter darauf hinausgelaufen, dass kein Mensch illegal ist und, wer das "Wir-schaffen-das" bezweifelt, wenigstens ein Unmensch, wenn nicht gar ein Rassist ist.

Gestern war in dieser Sendung nicht der allerkleinste Rest euphorischen Gutmenschentums aufzufinden. Es ging ziemlich ernsthaft und ohne größere grundsätzliche Differenzen zwischen den Teilnehmern der Runde darum, zu erklären, dass Deutschland mit der Zuwanderung ab 2015 überfordert ist, dass zu viele Menschen ohne Anspruch auf Asyl ins Land gekommen sind (und weiter kommen) und dass die Abschiebehindernisse ein Problem seien.

Dieser Eindruck hatte sich dann am Abend bei Anne Will bestätigt. Sie können das hier noch einmal nachlesen.

Ähnliche Eindrücke haben sich übrigens auch bei Hadmut Danisch festgesetzt, der am 3. Juli hier darüber geschrieben hat.
 
Sollte es also ein Schmierentheater gewesen sein, dann wäre es nach meiner Einschätzung das alleinige Schmierentheater der CDU und ihrer Vorsitzenden gewesen, die sich den Anschein geben wollte, ihre alten und falschen Positionen nur mit äußerstem Widerstand aufzugeben.
 
Doch auch das halte für unwahrscheinlich. Angela Merkels gesamtes Wirken ist von zwei Verhaltensweisen geprägt:
  • Unbeirrbares, stoisches Aussitzen, und
  • Urplötzlicher Schwenk zum Gegenteil dessen, was sie gestern noch vertreten hat.
Ich bleibe dabei:
 
Es hat eine harte Auseinandersetzung stattgefunden, bei der über die Sachfragen hinaus auch harte Bandagen im persönlichen Bereich zum Einsatz kamen - und: Seehofer ist als Sieger nach Punkten aus dem Ring gegangen.
 
Dass dies auch für die bevorstehende Landtagswahl nützlich ist, zu bestreiten, wäre blödsinnig. Niemand würde allerdings seine für richtig und mehrheitsfähig gehaltenen Positionen nur dann der Öffentlichkeit vermitteln, wenn Wahlen bevorstehen.
Dass der politische Gegner innerhalb der eigenen Fraktionsgemeinschaft zur Verstärkung der Wahrnehmung dieser Positionen beitragen hat, kann nicht Horst Seehofer angelastet werden.
 
Zum Schluss ein Wort über die Transitzonen.
 
Hier kommt oft die Aussage: "Das sind doch Gefängnisse!"
 
Wäre das richtig, dann wäre auch der Wartebereich an der Notaufnahme einer Krankenhauses ein Gefängnis.
 
Wer hineingegangen ist, kann nicht einfach so durch die nächste Tür in den OP spazieren oder sich in einem Bett in einem Zweibettzimmer breitmachen und auf das Mittagessen warten.
 
Davor steht die Konsultation beim Arzt und dessen Diagnose, die entweder mit der stationären Aufnahme oder, ggfs. nach kurzer ambulanter Behandlung, mit der Rücküberweisung an den Hausarzt endet.
 
Dabei steht es dem Patienten während der ganzen Zeit vollkommen frei, das Krankenhaus durch den gleichen Eingang wieder zu verlassen, durch den er hereingekommen ist.
 
Transitzonen funktionieren ganz genau so.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Natürlich ist unsere Demokratie weit davon entfernt, perfekt zu sein.
 
Aber auch das ist kein abgekartetes Spiel, sondern das Ergebnis von Machtkämpfen und Kompromissen. Der IST-Zustand ist kein Endzustand. Wir können die weitere Entwicklung beeinflussen.
 
Ich habe ein Buch über den Zustand unserer Demokratie geschrieben.
 
Peter Haisenko hat gerade eine Rezension dazu veröffentlicht.
 

 
 
So viel Freiheit, wie möglich, so viel Sicherheit, wie nötig - nicht umgekehrt!
 


Florian Stumfall beleuchtet in dem Roman "Tripoli Charlie" das skrupellose Wirken der Hochfinanz in Afrika.
Es wäre naiv, anzunehmen, dass die gleichen Kräfte nicht auch - mit ähnlichen Zielsetzungen, aber angepassten Methoden - in Europa wirken.
 
 
 
 
 
 

 

 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.