Paukenschlag
am Donnerstag
No. 13 /2018
vom 5. April 2018


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

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Druckversion: Sigbert Döring


Schatendutzgrund-
Verordnung
 
 
Orwell hätte seine Freude daran.
 
 
Denn "Datenschutz" ist inzwischen reines Neusprech und hat mit dem Schutz personenbezogener Daten so viel zu tun, wie "SPD" mit Sozialdemokratie.
 
Eine der Auswirkungen der am 25. Mai definitiv in Kraft tretenden Schikane erleben Sie gerade mit.
 
Soweit Sie über meinen Newsletter über neue Tageskommentare, Paukenschläge, ganz wichtiges Neues - und über die Bücher aus dem Programm des EWK-Verlags informiert wurden, hatte ich von Ihnen die E-Mail-Adresse und ggfs. eine weitere Bezeichnung Ihres Mail-Kontos auf meinem PC gespeichert.
 
Damit habe ich nichts anderes getan, als die Adressen für den Newsletterversand zu verwenden.
 
Nun muss ich nachweisen, dass Sie sich tatsächlich angemeldet haben. Das funktioniert nur, wenn die Anmeldung verifiziert wird, d.h., wenn Sie nach der eigentlichen Anmeldung eine automatisch erzeugte Mail erhalten und in dieser Mail auf einen Aktivierungslink klicken - und anschließend stehen Ihre Daten nicht mehr auf meinem PC, sondern bei einem Newsletter-Programm-Anbieter in der "Cloud".
 
Ich bin technisch nicht in der Lage, eine solche Lösung selbst zu programmieren und die entsprechenden Datenbanken anzulegen, muss also dafür, dass ich Ihnen den Service eines Newsletters biete, von nun an zusätzlich 9,99 Euro pro Monat an 1&1 bezahlen und Ihre Daten einem für mich nicht kontrollierbaren Dritten überlassen. Es gibt zwar auch kostenlose Anbieter, doch für die ist mein Verteiler ebenso zu groß, wie die Zahl der versandten Mails.
 
Für Sie bedeutet das: Wenn Sie weiterhin Newsletter von mir beziehen wollen, müssen Sie sich neu anmelden. Der bisher verwendete Verteiler musste aus Gründen des Datenschutzes (ha,ha,ha!) gelöscht werden. Hier ist das möglich.
 
Doch das ist nur die erst Hürde. Die zweite Hürde besteht darin, dass Sie künftig meinen Newsletter nur noch abonnieren können, wenn Ihr Browser die Weiterleitung auf eine andere URL zulässt, denn das Anmeldeformular, das bei mir eingebunden ist, kommuniziert eben mit diesem Drittanbieter - und wenn die Browsereinstellungen das verbieten, was von Datenschützern übrigens empfohlen wird, dann wird das nichts, mit dem Newsletter.
 
So habe ich heute Morgen schon die ersten Zuschriften von Menschen erhalten, die sich beklagen, dass sie kein Anmeldeformular vorfinden. Es wird, aufgrund Ihrer Browsereinstellungen einfach nicht angezeigt.
 
Die dritte - und für mich größte Hürde - mit gutem Gewissen weiter einen Newsletter anzubieten, besteht nun aber darin, dass es jetzt ein Kinderspiel ist, herauszufinden, wer alles meinen Newsletter bezieht. Ich hatte es bisher so gehandhabt, dass es zu jedem Newsletter etwa ein Dutzend einzelne Aussendungen gab, die jeweils an ein Paket von Empfängeradressen gingen. Das war zwar kein absoluter Schutz, gewiss nicht, doch nun liegen alle diese Adressen miteinander auf einem Server in einer Datenbank und können (und werden ganz bestimmt auch) leicht ausgelesen werden. Neuzugänge und Abmeldungen können registriert werden, und ggfs. sogar bestimmten Ursachen, also bestimmten, von mir behandelten Themen zugeordnet werden, was wiederum ein Informatiönchen mehr über Sie verrät.
 
Doch lassen wir die Kirche im Dorf!
 
Das Internet ist das Informationsbeschaffungsmedium der Gegenwart. Es wird von Geheimdiensten ebenso genutzt, wie von Facebook, Google, Amazon und was im ganzen Rattenschwanz von großen Diensteanbietern noch Rang und Namen hat.
 
Wer will, kann bei Alexa.com Besucherprofile aller mögliche Webseiten abrufen und sich zeigen lassen, wo die Besucher geografisch herkommen, welchen Altersgruppen und Einkommensklassen sie zugehören, von welchen Seiten sie kommen, wie lange sie auf einer Seite verweilten, wohin sie anschließend gegangen sind, und, und, und - und das sind nur die öffentlich und an jedermann verkauften Informationen.
 
Was Google alles über uns weiß, geht auf keine Kuhhaut, und selbst wenn Daten anonymisiert und aggregiert werden, um bestimmte verkaufsfähige Aussagen zu generieren: Die Originaldaten mit Zuordnung der IP-Adresse liegen vor, und mir kann keiner erzählen, dass die tatsächlich gelöscht werden, bevor sie total veraltet und irrelevant geworden sind.
 
Aus altem Besatzungsrecht hervorgegangen, ist es den USA und ihren Organisationen immer noch erlaubt, in Deutschland abzuhören und auszuspähen was und wen immer sie wollen. Auch das Handy der Kanzlerin.
Wolfgang Schimank beschreibt das sehr präzise in seinem im Anderwelt Verlag (Peter Haisenko) erschienenen Buch
"Ist Deutschland ein souveräner Staat?).
 
Unserer Mobiltelefone verraten wo wir uns gerade aufhalten, und wo zwei nahe beisammen sind, die sonst recht weit voneinander entfernt auftreten, verraten sie auch, wer sich mit wem gerade trifft.
 
Alle Neuwagen müssen ab sofort mit einer SIM-Karte ausgestattet werden, werden also zum Smartphone, auf das allerdings weder der Halter noch der Fahrer des Autos einen Einfluss haben.
 
Natürlich soll diese Technik einzig und alleine dazu dienen, im Falle eines Unfalls automatisch Polizei und Rettungsdienste zu alarmieren, doch ist es technisch kein Problem, über diese Verbindung den Motor abzuschalten, eine Vollbremsung auszulösen, ggfs. auch die Lenkung zu blockieren. Es ist technisch kein Problem, nun auch den Weg des Fahrzeugs selbst zu verfolgen, per GPS auf fünf Meter genau, es ist technisch kein Problem, die Gespräche im Fahrzeug abzuhören, und, und, und ...
 
Der Schutz der Privatsphäre ist aufgehoben.
 
Und die Bemühungen zur Abschaffung des Bargeldes (Bargeld ist gedruckte Freiheit!) laufen auf Hochtouren.
 
Auch dabei geht es vordergründig um die Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität - doch während sich Terroristen und Mafia zu helfen wissen, bleibt die Information, wer sich wann in welchem Supermarkt Sekt und Kondome gekauft hat, und welchen Weg sein Auto und sein Handy dann genommen haben, als wichtige Hintergrundinformation erhalten und kann ggfs. dazu dienen, einen ansonsten unbescholtenen Menschen als williges Werkzeug in die Hand zu bekommen.
 
Natürlich dürfen diese Daten-Ozeane nicht bekannt werden, und deshalb soll es in Bayern noch im April Recht werden, jemanden, von dem aufgrund von nichtöffentlichen Erkenntnissen angenommen wird, er könnte - irgendwie, irgendwem - gefährlich werden, ohne Anklage und ohne zeitliche Begrenzung in Haft zu nehmen.
 
Müsste man anklagen, vor Gericht ziehen, und Beweise vorlegen, würde wohl wenigstens ein Teil der massenhaften, anlasslosen Datensammlung und -auswertung ans Licht kommen. Da ist es doch einfacher, wirkliche Gefährder und - hübscher Beifang - andere missliebige Personen einfach einzulochen und im Kerker verrotten zu lassen.
 
Damit ist das Prinzips des Rechtsstaats ausgehebelt. Rechtsstaat findet nur noch in "unbedenklichen" Angelegenheiten statt. Bürgerrechte stehen im Grundgesetz. Das sind sie gut aufgehoben und da sollen sie auch bleiben. Bloß rauslassen darf sie keiner!
 
 
Niemand hat eine Chance!
 
Und weil niemand eine Chance hat, auch der nicht, der versucht, möglichst nirgends eine Spur zu hinterlassen, weil er sich gerade dadurch verdächtig macht, ist es sinnlos, sich verstecken zu wollen.
 
Also hilft nur eines: Sich Informationen zu beschaffen, so lange es noch möglich ist, auch wenn die verfügbaren Informationen mit dem Maulkorb des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes bereits kräftig beschnitten und zensiert werden, und sich dann eine Meinung zu bilden - und dann den Versuch zu unternehmen, Widerstand zu leisten.
 
Sie können nicht alle einsperren. Auch wenn sie die Republik mit Gefängnissen zupflastern und diese von privaten Unternehmen betreiben lassen, wie es in den USA üblich ist.
 
Sie können nicht einmal die Hälfte einsperren, weil sonst das Chaos ausbräche.
 
Sie können vielleicht fünf Prozent einsperren. Mehr nicht.
 
Sorgen wir also dafür, dass der Anteil der "Aufgewachten", derer, die noch selber denken und können und sich ihre Freiheit nicht von Apparatschiks gewähren lassen, sondern frei sind und es bleiben wollen, diese Fünf-Prozent-Hürde überschreitet.
 
Wären es 1989 weniger als fünf Prozent gewesen, die auf die Straße gegangen sind und gerufen haben: "Wir sind das Volk!", sie hätten sie alle eingesperrt. So haben sie alle freilassen müssen.
 
Allerdings, und auch das lehrt die Geschichte, ist es wichtig, eine Form des Zusammenlebens zu entwickeln und in einer Verfassung zu verankern, die verhindert, dass sich auf dem Misthaufen der überwunden geglaubten Vergangenheit sofort wieder ein System etabliert, das unter dem Mäntelchen der Scheindemokratie die gleichen Zustände wieder aufleben lässt.
 
Ich habe mir in der letzten Zeit dazu viele Gedanken gemacht und diese in dem Buch: "Demokratie - Fiktion der Volksherrschaft" zusammengefasst.

 
Darin gibt es nicht nur die Zustandsbeschreibung und deren Analyse, sondern auch konstruktive Ansätze, den Karren in letzter Minute noch aus dem Dreck zu ziehen.
 


Florian Stumfall beleuchtet in dem Roman "Tripoli Charlie" das skrupellose Wirken der Hochfinanz in Afrika.
Es wäre naiv, anzunehmen, dass die gleichen Kräfte nicht auch - mit ähnlichen Zielsetzungen, aber angepassten Methoden - in Europa wirken.
 
 
 
 
 
 


 
Teer Sandmann

Golo spaziert
Das Land der sicheren Freiheit

 
 
 
Nichts für Technokraten, Journalisten, Staatsanwälte und Politiker - es sei denn, sie sind Mensch geblieben.


 
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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.