Paukenschlag
am Donnerstag
No. 6 /2018
vom 8. Februar 2018


Kommentare zum Zeitgeschehen von Egon W. Kreutzer

Druckversion (PDF)
Kommentare lesen schreiben

Druckversion: Sigbert Döring


Pöbeln für die Mohrenapotheke

 
Der Stern entrüstet sich. Eine Apothekerin will den Namen ihrer Apotheke nicht ändern.
 
Schrecklich!
 
Die Apotheke, um die es geht, heißt seit 1621, also seit 397 Jahren, "Hofapotheke zum Mohren".
 
Der Stern stellt dazu fest: "Heute gilt 'Mohr' aber als rassistischer Begriff."
 
Und der Stern schreibt zu der Anregung der Kommunalen Ausländervertretung in Frankfurt, die zahlreichen "Mohren-Apotheken" umzubenennen, weil rassistische Namen und Logos im Stadtbild nichts mehr verloren hätten:
 
Eine Seite fand die Anregung richtig und längst überfällig, die andere hatte Angst, dass ihr irgendetwas weggenommen wird, und pöbelte auf die übertriebene Political Correctness.
 
Das besonders verwerfliche an der Haltung der Apothekerin:
 
Obwohl es sich weder um ein Gesetz noch um einen Befehl handelt, sondern nur um einen Vorschlag, über den bisher lediglich diskutiert wird, startete die Apothekerin eine Unterschriftenaktion für den Mohren im Namen ihrer Apotheke. So was geht ja gar nicht!
 
Der Stern widerlegt sich hier allerdings selbst. Oder ist es vielleicht eine Diskussion, wenn die einen - wie es sich gehört - gegen Rassismus antreten, während die anderen nur herumpöbeln?
 
Hier der absolut parteiische Bericht des Stern.
 
 
Begriffe wie "Mohren-Apotheke", "Mohrenkopf" oder "Negerkuss" waren nie rassistisch gefärbt, denn sonst hätten die Rassisten sich dafür eingesetzt, "Mohren-Apotheken", "Mohrenköpfe" und "Negerküsse" zu boykottieren. Stattdessen haben sich vor allem Kinder in die lockeren Süßigkeiten mit dem dunkelbraunen Schokoladenüberzug verliebt und mit Mohren und Negern durchaus sehr viel Positives verbunden, während Erwachsene den Service der Mohrenapotheke schätzten, ohne auch nur im Entferntesten auf die Idee zu kommen, den jeweiligen Inhaber als Rassisten anzusehen.
 
Es sind Kleingeister, die ihre Nichtsnutzigkeit mit solchen überlaut vorgetragenen Haarspaltereien in stolzen Edelmut zum Schutz der armen unterdrückten Minderheiten zu verwandeln trachten.
 
Nichts anders bei jenem Gedicht, das nun übermalt werden muss, weil andere, auf der gleichen Welle reitende Kleingeister zu dem Schluss gekommen sind, es sei sexistisch, frauenfeindlich, diskriminierend und zeuge von einem männlichen Überlegensheitswahn.
 
Dieses Gedicht spricht von Alleen und Blumen und Frauen und einem Bewunderer.
 
Weil ein Bewunderer - und das ganz zuletzt - erwähnt wird, um den Alleen, den Blumen und den Frauen kontrapunktisch die Wertschätzung angedeihen zu lassen, um die es dem Dichter Eugen Gomringer ging, kommen die von einem sonderbaren Denken befallenen Kritiker zu dem Schluss, "... es erinnert unangenehm an sexuelle Belästigung, der Frauen alltäglich ausgesetzt sind."
 
Nein. Wer noch klar bei Verstand ist, kann in diesem Gedicht weder eine klassisch patriarchalische Kunsttradition, noch sexuelle Belästigung vorfinden, sondern nur eine Hommage an die Schönheit.
 
Doch die Zahl derjenigen, die noch bei klarem Verstande sind, scheint schnell zu schrumpfen. Das Gedicht ist übermalt, der "Schaumkuss" ist zum schaurigen sprachlichen Abklatsch des Negerkusses ernannt worden, Pippi Langstrumpfs Vater wird in aktuellen Nachdrucken zum Südseekönig umbenannt - und in Limburg darf das Glockenspiel am Rathaus die Melodie "Fuchs du hast die Gans gestohlen" nicht mehr ertönen lassen, weil eine Veganerin(!) Anstoß daran nahm, dass der Fuchs die Gans, also Fleisch(!), am Ende fressen werde.
 
Wie aber kommt es dazu?
Was verwandelt solchen Schwachsinn in die Gesetzestafeln der Political Correctness?
Was hält anderen, durchaus gleichwertigen Schwachsinn, außerhalb ihrer Schranken?
 
Es kommt dazu, weil es so einfach ist, mit "brauchbarem Schwachsinn" Politik zu machen.
 
Florian Stumfall hat das analysiert. Hier ein etwas gekürzter Abschnitt aus seinem Buch "Das Limburg Syndrom - Der Weg des brauchbaren Schwachsinns in die Politik"
 
 
Der Weg vom täglichen Beispiel des Schwachsinns zur konkreten Politik ist zwar nicht allzu weit, doch fein gegliedert, und es schreiten auf diesem Wege unterschiedliche Akteure. Sie haben verschiedene Beweggründe, Mittel und Absichten und vor allem sind sie über einander unterschiedlich gut informiert.

Also, nun zur Besetzung der Rollen.

Da gibt es zum einen die Urheber eines brauchbaren Schwachsinns. Doch schon diese teilen sich in verschiedene Arten. Bei den ersten handelt es sich im allgemeinen um empfindsame Gemüter, vom Wunsche beseelt, zur Verbesserung der Welt beizutragen, schmerzlich berührt vom Umstand, daß derlei überhaupt notwendig ist, aber tief dem Glauben verhaftet, daß es möglich sei, mit Neigung zu Yoga, linksdrehendem Joghurt und Pazifismus. Blick und Stimme sind sanft, solange es irgend möglich ist, die Kleidung hären, das Wahlverhalten vorhersehbar. Fortbewegungsmittel Fahrrad, gerne mit Kind, alleinerziehend. Sie wähnen sich naturverbunden, indes ihr angestammtes Habitat urbanen Charakter trägt und sie, in einer Bio-Milchbar sitzend, Schwierigkeiten hätten, am Waldrand eine Erle von einer Buche zu unterscheiden.
Das sind unter den Urhebern die zutiefst ehrlichen, hingebungsvollen, ahnungslosen und zu keinem Kompromiß bereiten Idealisten. Solche, die insgeheim bedauern, daß die Zeit der Märtyrer vorbei ist, jedenfalls im Kolosseum zu Rom. Märtyrer - das ist die Traumrolle. Über sie weiß jeder alles, doch von den anderen oft ebenso wenig wie von der Sache, für die sie sich ins Mittel legen.
Gegen sie ist kein Kraut gewachsen. Ihre weltfremde Ehrlichkeit löst beim Widersacher eine Beißhemmung aus und führt zu waffenlosem Mitleid. Den Sieg trägt die Irrationalität davon. Wilhelm Busch macht auf sich aufmerksam, der geschrieben hat:

"Oftmals paaret im Gemüte
Dummheit sich mit Herzensgüte."

Bei aller Verwurzelung im Gutmenschentum neigt dieser erste Typus oftmals zu Stänkerei und Querulantentum, was seinen Absichten überaus dienlich ist.
Dasselbe gilt auch für die zweite Unterart der Urheber, dies sind die Wichtigtuer, wobei es manchmal fließende Übergänge gibt. Der typische, reine Wichtigtuer aber hat es gegenüber dem elegischen Kollegen insofern leichter, als er im Grunde keiner bestimmten Sache verhaftet ist, er betreibt, was sich anbietet. Freilich werden die Wichtigtuer dabei auch von Elegikern unterstützt, im Einzelfall können die verschiedenen Unterarten der Urheber durchaus zusammenarbeiten, das ist sogar die Regel. Die Wichtigtuer sind, was die Profession angeht, gerne Langzeitstudenten, Pädagogen oder Selbständige nach der dritten Insolvenz.
Fängt etwa die libysche Küstenwache eine Boot mit Illegalen ein, um sie zurück nach Afrika zu bringen, haben die Wichtigtuer bereits auf einem Kutter unter dem Banner einer privaten Gutmenschen-Organisation angeheuert, und tun das denkbar Mögliche, um die Illegalen vor Afrika, wo diese daheim sind, zu bewahren, und sie nach Europa zu schleppen, wo eine ungewisse Zukunft wartet. Ganz im Sinne der kriminellen Banden, die das Hunderte-Millionen-Geschäft der illegalen Wanderung von Afrika nach Europa kontrollieren.

Bei dieser Unterart gibt es noch eine Sub-Sektion. Das sind jene, die das Geschäft der internationalen Schlepper-Mafia nicht nur versehentlich fördern, sondern daran beteiligt sind.
 
(...) damit öffnet sich der wiederum fließende Übergang zur dritten Unterart der Urheber.
Dieses sind die Strategen. Sie zeichnet aus, daß sie gut informiert sind, vor allem über die anderen Urheber, und daß sie genau wissen, was sie tun und warum. Die Kennzeichen des Schwachsinns sind für sie die notwendigen und daher willkommenen Marken, von denen sie die gewünschte Verwendung ableiten. Sie sind Mittel, während sie für die sanften Gesinnungstäter einen Selbstzweck darstellen.
(...)
Soweit die drei Arten der Urheber des brauchbaren Schwachsinns. Ihre Partner sind die Verwerter, und es soll niemanden überraschen, daß man auch hier keine unwiderruflichen Grenzen ziehen kann, denn die Aufteilung und Sektion der Handelnden, die wir hier vornehmen, betrifft eine große, nach Art und Herkommen unterschiedliche Masse von Menschen, und die Analyse ist lediglich ein Versuch, ein wenig Ordnung ins Gefüge zu bringen, keinesfalls, die Handelnden zu Idealtypen zu stilisieren.
Die Verwerter also. Da sind, um bei dem jüngsten Beispiel zu bleiben, zunächst die haupt- und nebenberuflichen Schlepper, die sich jedenfalls in ihrer Motivation erheblich unterscheiden. Sind es bei den einen, den Wichtigtuern, Ehrgeiz und Abenteuerlust, so handeln die hauptberuflichen Schlepper allein aus Geldgier.
(...)
Daß bei der Schlepperei sehr viel Geld zu holen ist, ist klar, aber das ist bei den meisten anderen Fällen von brauchbarem Schwachsinn nicht der Fall. Was im Allgemeinen den Aufwand für die Verwerter lohnt, ist das politische Kapital, das hier zu erwirtschaften ist.
 
Es geht um die Umstrukturierung der Gesellschaft und damit um Macht.

Wie hier der Hase läuft, läßt sich aufspüren, wenn man einer scheinbaren Mode-Erscheinung auf den Grund geht. Seit längerem ist in der Öffentlichkeit, vor allem in Politik und Medien, unentwegt die Rede von "unseren Werten". Man meint manchmal, man habe sich in ein moral-theologisches Proseminar verlaufen. Überhöht wird diese Erscheinung dann, wenn nicht nur von Werten im Allgemeinen, sondern von "demokratischen Werten" die Rede ist.
Zwar ist bereits hier zu erkennen, daß an der Sache etwas nicht stimmt. Denn die Demokratie, man kann sie lieben, so sehr man will, ist kein Wert an sich, sondern eine Organisationsform, welche die Freiheit des einzelnen im Staat schützen soll. Diese Freiheit ist der Wert, nicht die Organisation. Wäre die Demokratie ein Wert an sich, so müßte sie auch vor einem Orchester, bei der Feuerwehr, bei Lehranstalten aller Art, im Operationssaal, beim Militär, auf einem Segelschiff oder bei der Astrophysik Anwendung finden. Tut sie aber nicht, bei Meidung haarsträubender Ergebnisse.
Der Floskel von den demokratischen Werten aber wohnt eine Wirkweise inne, die den Anspruch, den die Moral an den einzelnen richtet, zum gesamtgesellschaftlichen und darüber hinaus politischen Regelwerk erhebt. Er wird gewissermaßen verstaatlicht. So wie die Moralität, welche den verschiedenen Anzeichen des gesellschaftlichen Schwachsinns innewohnt, einen allgemeinen Druck zu erzeugt, so geschieht das auch hier.
Damit das reibungslos vonstattengeht, wird von den Werten zwar täglich geredet, benannt aber werden sie nicht.
 
Kein Politiker oder Kommentator einer Zeitung mahnt, man solle sich an das Urgerüst der abendländischen Ethik halten, die Zehn Gebote. Es stünde ihnen auch schlecht zu Gesicht, da sie doch selbst Verträge brechen, täuschen und die Unwahrheit sagen, wo immer es nützlich erscheint. Nein - man redet nur allgemein. Aber man hat sich auf diese Weise ein Mittel geschaffen, mit dem man die Leute dressieren kann.
Das reicht sogar über den Rahmen eines Einzelstaates hinaus. In der ganzen NATO ist die Rede von Werten, die man zu verteidigen vorgibt, wenn man ein mißliebiges Land mit Bomben zudeckt. Werte, Freiheit und Menschenrechte werden mit Gewalt verbreitet, Mission nach Art Karls des Großen, des Sachsen-Schlächters. Hauptsache, ich kann mich auf Werte berufen, welche das auch immer sein mögen, am liebsten halt auf die demokratischen.

Der Druck, der auch hier durch eine vorgeschützte Moralität aufgebaut wird, hilft, ein ganzes Welt-System wie die NATO, verpflichtet der Neuen Weltordnung, zu stützen und zu begründen. Der Appell an den Anstand - denn so wird das vom Publikum aufgefaßt - rechtfertigt die häßlichsten Maßnahmen. Es ist ja angeblich einer guten Sache wegen.
Soweit der Trick mit den Werten.

Dazu nur noch ein kurzes Wort. Alle Erfahrung zeigt, daß nur in einer Gesellschaft von Werten gesprochen wird, welche die ihrigen bereits verloren hat. Das ist wie mit dem Asthmatiker. Er redet vom Schnaufen, der Gesunde tut es nicht.
 
Noch haben wir das Geheimnis nicht gelüftet, wie und wo denn eigentlich die vielerlei Sorten nützlichen Schwachsinns entstehen, und ich fürchte, endgültig läßt sich das auch gar nicht machen. Doch die Frage ist doch einiger Überlegungen wert.

Es scheint so zu sein, daß, je nach der Art der Handelnden, derjenigen mit dem sanften Gemüt, der Wichtigtuer und der Strategen, das Herkommen eines Schwachsinns verschieden ist. Im Falle der Sanften darf man annehmen, daß die Regung einem tiefen Herzen und einer ehrlichen Empfindung entstammt. Wenn die Kommentatorin in einem Video-Clip eines großen Münchner politischen Wochen-Magazins hart an der Grenze zum Tränenfluß erklärt, wer heute noch Schweinefleisch esse, lebe nicht in der Realität, dann gibt es keinen Anlaß, an der Ernsthaftigkeit des Anliegens zu zweifeln.
Das mag für die überwiegende Anzahl der Fälle der Kategorie eins, der Sanftmut, gelten und verdient, wenn schon nicht Gefolgschaft, so doch Respekt. Das ist derselbe Respekt, der einem Hindu gebührt, der keine Mücke erschlägt, weil sie sein wiedergeborener Großvater sein könnte. Wie gesagt - Respekt ja, Gefolgschaft weniger.
Die Fälle der Kategorie eins bewegen sich im Bereich der Emotionalität. Daher die zahlreichen Dokumente des Irrationalen, die leicht zusammenzutragen sind. Die Fälle der Kategorie zwei, der Wichtigtuer, sind zwar auch im Bereich des Seelenlebens zuhause, aber in einem anderen Winkel. Hier geht es um Selbstbestätigung und gesellschaftliche Achtung. Das wird deutlich, wenn, wie vor geraumer Zeit anläßlich eines Erdbebens in Italien, die Mitarbeiter des Bayerischen Roten Kreuzes Klage führen mußten, daß freiwillige, ungerufene Amateur-Helfer mehr im Weg herumstehen als daß sie etwas bewirkt hätten. Haben wir es im Falle eins mit Mitleid zu tun, so sind es im Falle zwei Eitelkeit und Selbstgefälligkeit, die den Anstoß zum Handeln geben.
Eine Vielzahl von Fällen entsteht ganz von selbst. Wenn drei Akademiker Anstoß an einer schwarz bemalten Figur in einem Traditions-Umzug nehmen, so hat sie dazu niemand anhalten müssen. Vielmehr stellen sie eine sehr ertragreiche Spezies dar, nämlich eine glückliche Mischung aus den ersten beiden Kategorien. Sie vereinen die hysterisch erweiterte Gemütstiefe der Sanftmütigen mit dem Durchsetzungsvermögen der Wichtigtuer. Diese Mischung hat Zukunft.
Die Vertreter der dritten Kategorie, die Strategen, machen sich beides zunutze. Sie befinden sich häufig in den Reihen des politischen Personals oder aber in dessen unmittelbaren Umfeld, hauptsächlich in der Verwaltung, wobei wir unvermittelt wieder bei der EU gelandet sind, denn dort wachsen die schönsten Exemplare.
 
In der Verwaltung herrscht eine permanente Neigung vor, der Menschheit Regeln aufzuerlegen. Diesem Umstand verdanken wir so viele Beispiele, daß wir es uns eingangs versagen mußten, die EU über Gebühr zu zitieren, denn sonst wäre aus diesem Buch eines allein darüber geworden.
Zeugnis dafür, wie sich die Motivlage von Mitgliedern der Verwaltung darstellt, hat uns dankenswerterweise Jörg Asmussen gegeben, einst Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank. Er schuf den Begriff der "Regulierungslücke". Man stelle sich vor! Der Mann hat Verhältnisse erkennen müssen, die noch nicht reguliert waren! Welch eine Herausforderung!

Wenn ich allerdings gesagt habe, "dankenswerterweise", so nicht deshalb, weil ich der Meinung wäre, man müsse Herrn Asmussen gedanklich folgen, sondern weil er so redliche Auskunft über Wesen und Art der Strategen gibt.
Man darf unterstellen, daß ein EU-Beamter, der mit der Idee des nichtschäumenden Bierkruges auftritt, sehr wohl weiß, daß es sich dabei um Schwachsinn handelt. Und wenn es ihm selbst nicht auffällt, so müßte das bei seinem Vorgesetzten der Fall sein. Dennoch geht die Sache durch. Der Grund dafür ist, daß Druck und Regelungsdichte bereits für sich genommen für Verwaltung wie weite Teile der Politik ein Erfolg, nämlich Selbstzweck sind, völlig unabhängig vom Inhalt. Denn damit hat man ein überaus geeignetes Mittel in der Hand, auf die Gesellschaft einzuwirken und sie zu verändern.

Während aber die Konstrukteure der Neuen Weltordnung der Machtpolitik noch in ihrem Versuch verstrickt sind und wahrscheinlich Schiffbruch erleiden, ist die Umstrukturierung der Gesellschaft im Inneren der westlichen Staaten weit fortgeschritten. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß wir uns unaufhaltsam einem Matriarchat nähern, das allerdings anders gestaltet sein wird als jenes aus der Frühzeit der Kulturen.
 
Wir bekommen ein Matriarchat ohne Mütter und ohne Familie, eine Gynarchie, die so ohne historisches Beispiel ist, wenn man vielleicht das männerfeindliche Königtum der Amazonen ausnimmt

Ohne Beispiel auch der Versuch der Einebnung des Unterschiedes zwischen den Geschlechtern, ohne Beispiel der Versuch der Einebnung der verschiedenen Nationalitäten und Völker, zu welchem Zweck ein Monstrum wie die EU geschaffen worden ist, ohne Beispiel schließlich die Gleichschaltung der Kulturen und Religionen. Nur nebenher: Deutsche Bischöfe, die in Jerusalem auf Anweisung islamischer Autoritäten ihre Kreuze abnehmen, geben hierfür ein beredtes Beispiel.

(...)
Damit aber der hier beschriebene Mechanismus wirksam werden kann, bedarf es allerdings einer geeigneten Übertragung des brauchbaren Schwachsinns in die Politik. Hier kommt der Journalismus ins Spiel, und über ihn sachgerecht und gleichzeitig so zu schreiben, daß man nicht vor dem Kadi landet, ist sehr schwer.
Der Einfachheit halber sollten wir uns zunächst vor Augen halten, wie das Presse-Wesen in Deutschland organisiert ist, so im Großen und Ganzen, ohne jeden Winkel auszuleuchten.
Wirft man den genaueren Blick auf die Struktur der Medien-Konzerne in Deutschland, so muß man feststellen, daß einige Handvoll von Entscheidungsträgern so gut wie alles bestimmen, was an gedruckter wie digitaler Information angeboten wird. Den harten Kern der Medien-Mogule bilden vier große Häuser:
Bertelsmann mit seinen Sparten RTL-Group, Random House, Gruner + Jahr, dem Musik-verlag BMG, der Printing Group und den Investments mit über 100 Start-up Unternehmen. Dem breiten Publikum sind namentlich bekannt der Heyne-Verlag, der Spiegel, Geo, Brigitte, Gala, auto motor sport, der Stern, n-tv, RTL und Vox. Der Umsatz des Konzerns liegt bei 17 Milliarden Euro.
Der zweite Mogul ist der Axel Springer-Konzern. Hier findet man nicht nur Welt und Bild, sondern ebenso Capital, die Berliner Morgenpost, Pro 7, SAT1, Hör zu und andere mehr. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei vergleichsweise bescheidenen 3,3 Milliarden Euro.
Der Dritte in der Runde ist Holtzbrinck, wo man Die Zeit findet, den Tagesspiegel, das Handelsblatt, die Verlage Fischer und Rowohlt, die zusammen mit anderen Produkten einen Umsatz von 1,4 Milliarden erwirtschaften.
Schließlich kommt dazu die Burda-Gruppe mit einigen bekannten schillernden Blättern von der Bunten bis zum Playboy, oder aber Xing, was zusammen einen Umsatz von immerhin 2,2 Milliarden ergibt.
 

So hat sich nun heute der Stern (Bertelsmann) wieder über die noch nicht vollends aus der deutschen Sprache ausgerotteten Mohren empört und vor allem über jene, die gegen die Political Correctness pöbeln!
 
Wie Stumfall darlegt, führt der Weg des brauchbaren Schwachsinns in die Politik über die Medien. Gerhard Schröder brauchte zum Regieren nur BILD, BamS und Glotze.
 
Solange Medien und Regierung in die gleiche Richtung ziehen, wobei man nie so genau weiß, wer die Richtung vorgibt, wird die Mischung aus Zuckerbrot (Nudging) und Peitsche (Netzwerkdurchsetzungsgesetz) weiter angewandt werden, um den Diskurs in der Demokratie vollends von der Ebene der politikbetroffenen Bürger zu lösen und in ein von der Regierung ausgehendes Denk- und Glaubensdiktat umzuwandeln.
 
Nach den personellen und sachlichen Ergebnissen der Koalitionsverhandlungen, über die zu schreiben ich mir heute aus gutem Grund verkniffen habe, ist wieder ein Stück klarer geworden, von welcher Denkweise es bald heißen könnte, sie habe immer Recht.
 
 
Immunisieren Sie sich mit diesem Buch:
 
 
Florian Stumfall
DAS LIMBURG SYNDROM
 
 
 
 
 

 

Ein Beitrag aus der aktiven Mitte



 

Neuerscheinung!

Jetzt bestellen!
Druckfrisch lieferbar

jetzt bestellen



 

Der Weg zum Wohlfühlgewicht
beginnt auf der Waage.

 

Hier
könnten Sie ihn fortsetzen.

Wann denn, wenn nicht jetzt?,
Kurzgeschichten und Essays
mit Scharfblick auf Menschen
der Ersten und Dritten Welt

H. S. Nyaga lebt als Fotografin und
Autorin in Ostafrika.

jetzt bestellen

Autoren - Texte - Manuskript - BoD -
Book on Demand - Verlag - Lektorat - ISBN - Kontakt

Informationen


 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.