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12. Dezember 2017

12.05 Uhr Früher gab es Eil-Züge

In meiner Jugend bin ich relativ viel Bahn gefahren. Das war noch, bevor es hieß: "Alle reden vom Wetter - wir nicht." Die Züge hatten oft noch richtige Monster von Dampflokomotiven, in den Bahnhöfen roch es immer nach Rauch, über Feinstaub dachte niemand ernsthaft nach, und die Bahn war pünktlich.

Ohne die Vergangenheit verklären zu wollen, da war sicherlich auch nicht alles Gold, was glänzte, und im Rückblick verdrängt man das Unangenehme gerne, bleibt ein kaum bestreitbarer Eindruck: Früher funktionierten die Dinge.

Dass die Sprinter auf der frisch eröffneten Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Berlin und München die im Fahrplan vorgegebenen 3 Stunden und 55 Minuten schon in den ersten drei Tagen wegen technischer Probleme nicht halten konnten, ist ein neuerliches Indiz dafür, dass die Dinge heute nicht mehr funktionieren.

In der finsteren Höhle, die einst der Brenner-Basistunnel werden soll, bricht ein Feuer aus, 12 Arbeiter flüchten in einen Schutzcontainer, drei werden noch vermisst, ein Großaufgebot der Feuerwehr rückt an - und ein paar Stunden später werden die Eilmeldungen korrigiert, es sei ein Fehlalarm gewesen, eine automatische Löschanlage habe aus unerklärlichen Gründen ausgelöst. Wo die drei Vermissten geblieben sind, wurde nicht mehr erklärt.

Doch viel schlimmer ist es, dass die Österreicher zwar wie die Weltmeister die Tunnelröhren in den Fels schlagen, dass man sich aber auf deutscher Seite erst einmal mehr als 10 Jahre Zeit gelassen hat, überhaupt mit dem Nachdenken darüber zu beginnen, wie das bayerische Schienennetz den zusätzlichen Zugverkehr verkraften können soll. Vermutlich wird der Tunnel pünktlich 2026 fertig werden - ob es bis dahin wenigstens einen verabschiedeten Plan für den Ausbau der bestehenden Trassen oder eine Neubautrasse geben wird, steht in den Sternen. Jetzt ist erst einmal die große Stunde der Bürgerinitiativen gekommen.

Dass es sich beim Nichtfunktionieren der Dinge nicht um ein globales Problem handelt, sondern dass wir in Deutschland da inzwischen zu den Spitzenreitern gehören, dass wir weder einen Flughafen noch einen Bahnhof einigermaßen pünktlich und mit vertretbaren Mehrkosten auf die Reihe bringen, ja dass wir offenbar nicht einmal fähig sind, so zu wählen, dass die abgewählte Regierung danach nicht auf unabsehbare Zeit geschäftsführend im Amt bleibt, sollte eigentlich ein Meer von roten Alarmlampen blinken lassen, doch nichts dergleichen ist zu entdecken.

Man kann Züge pünktlich abfahren und ankommen lassen. Wir konnten das früher auch. China, Japan und Südkorea schaffen es auch heute noch. Warum wohl?

In China schafft man es voraussichtlich auch, den größten Flughafen der Welt pünktlich und mit funktionierender Brandschutzanlage zu eröffnen. Doch damit nicht genug. Während man sich in Deutschland mit einem einzigen Flughafen-Neubau bis auf die Socken blamiert, wird China bis 2020 74 (vierundsiebzig) neue Zivilflughäfen in Betrieb nehmen!

Bei Plasberg hat sich Florian Gerster (ja, der, der unter Schröder die Arbeitslosenversicherung ins Chaos gestürzt hat) gestern Abend nicht davon abbringen lassen, dass es schlechte Arbeitsbedingungen und grottenschlechte Entlohnung bei den Paketdiensten überhaupt nicht gäbe, und wenn doch, dann nur in seltenen Ausnahmefällen, denen dann halt nachgegangen werden müsste.

Es sind nicht nur die Dinge, die nicht funktionieren, es sind auch die Köpfe! Wahrscheinlich hat es sogar in den Köpfen angefangen.

Realitätsverweigerung, soweit das Auge reicht. Wenn Schüler in Deutschland nach vier Jahren Unterricht weder in der Lage sind, einigermaßen fließend zu lesen, noch die Texte, die sie lesen, zu verstehen, dann ist es kein Trost, dass es sich ja nur um 20 Prozent handelt, während doch immerhin 80 Prozent das Lernziel erreicht hätten. Es ist eine Schande. Und für diese Schande gibt es keine Entschuldigung. Ich komme wieder zurück auf meine Jugend: Bei mir saßen in der Grundschule 40 Jungen in einer Klasse. Eingeklemmt in uralte Holzmöbel, die jeweils zwei Schülern Tisch und Sitzbank zugleich waren. Am Ende der zweiten Klasse gab es vielleicht noch zwei, die nicht flüssig lesen konnten. Am Ende der vierten Klasse keinen einzigen mehr.

Es gab damals auch keine Legastheniker und niemanden mit ADHS. Stattdessen gab es Mütter und Väter, die überzeugt waren, dass ihr Kind die geforderten Leistungen erbringen könnte, wenn es dem Unterricht aufmerksam folgen und alle Hausaufgaben ordentlich erledigen würde. Ordentlich galt damals auch für die Schrift. Unleserliches Geschmiere gab es nicht. Geschrieben wurde in Schönschrift, im Zweifelsfall so oft, bis die Mutter damit zufrieden war - und die Eltern rannten nicht zur Schulleitung, wenn das Kind schlechte Noten heimbrachte, sondern sie machten ihrem Kind Feuer unter den Hintern - und das in 99 Prozent der Fälle erfolgreich.

Wenn ein Schulsystem in großer Zahl funktionale Analphabeten hervorbringt, welche von den noch ausbildungswilligen Betrieben als nicht ausbildungsreif, von den Hochschulen als nicht zum Studieren fähig angesehen werden, dann mag es als noch so modern, so kindgerecht und fortschrittlich gepriesen werden, am Ende muss man diesem System attestieren, dass es ebensowenig funktioniert, wie die Entrauchungsanlage am BER nach immerhin 11 Jahren Bauzeit.

Früher hätte sich ein Unternehmen, das bei der Ausführung eines Großauftrags einen Fehler feststellt, erst einmal selbst darum gekümmert, das Problem in den Griff zu bekommen, ohne dass es überhaupt öffentlich bekannt wird, denn es ging um den guten Ruf, um das Vertrauen, das man sich erworben hatte. Heute erscheint es ganz selbstverständlich, dass etwas nicht funktioniert, man hält es sogar für normal, dass nicht herauszufinden ist, wer das Problem verursacht hat, man schreibt einfach so lange es geht "Regiestunden" und sichert sich über Jahre einen Umsatz mit planlosem Herumwursteln.

Auch bei Plasberg angesprochen, die angekündigten Werksschließungen bei SIEMENS. Man könne nicht Milliardengewinne schreiben und tausende Mitarbeiter entlassen, ganze Regionen in die Armut und Perspektivlosigkeit stürzen, hieß es - und man war sich einig, dass mit SIEMENS geredet werden müsse, und dass SIEMENS noch einlenken werde.

Warum aber sollte Joe Kaeser einen Standort wie Görlitz erhalten, wenn er ihn nicht braucht? Der Mann ist seinen Aktionären verantwortlich. Davon sitzen gerade noch 29 Prozent in Deutschland - und ob diese 29 Prozent mehr Interesse am Erhalt von Görlitz haben als die 71 Prozent Ausländer, dafür würde ich auch nicht die Hand ins Feuer legen. Die wollen Dividende sehen. Selbst wenn er diesen Mitarbeitern gegenüber so etwas wie soziale Verantwortung verspüren sollte, wird er eher die Verantwortlichen anweisen, die Kosten eines Sozialplans für SIEMENS so niedrig wie möglich zu halten, als einen Verlustbringer mitzuschleppen.

Es ist wohl kein Zufall, dass die vielen Zeichen der Entsolidarisierung in der deutschen Gesellschaft und die vielen Zeichen des Zerfalls, des Nichtfunktionierens, gleichzeitig auftreten und sich verstärken.

Deutschland hat seinen Wesenskern verloren. Am deutlichsten ist das sicherlich am Ergebnis der Bundestagswahl vom 24. September abzulesen, am Herumgeeiere mit Jamaika, am Showdown für die GroKo, am Machtkampf zwischen Söder und Seehofer.

Was fehlt, ist ein nationaler Konsens.

Er fehlt überall. Auf allen Politikfeldern. Er fehlt zwischen den politischen Parteien, er fehlt aber auch im außerparlamentarischen Raum. Der Blick richtet sich weder auf die erkennbaren Notwendigkeiten, noch auf die gangbaren Lösungswege. Eine unheilige Allianz aus Opportunisten, Kleingeistern und lautstarken Minderheiten zieht Deutschland in einer Art närrischer Polonaise hinter sich her, und alle, die sich da vollkommen enthemmt einreihen, die - auf den Tischen tanzend - das Porzellan zerschlagen, sind überzeugt, das einzig Richtige zu tun. Und dieser Wackelpudding hält sich dann auch noch für den "Stabilitätsanker" in Europa.

Der Kater wird nicht ausbleiben.


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