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8. November 2017

09.00 Uhr Der Straubhaar lebt noch

Ich weiß gar nicht mehr, wie lange es her ist, dass ich mich zuletzt über Prof. Straubhaar aufregen musste, es war wohl 2005 im Zusammenhang mit dem Hamburger Appell, den Straubhaar maßgeblich beeinflusste. Damals schrieb ich einen Aufsatz mit dem Titel: Versammelter professoraler Unverstand.

Nun hat er es wieder in die Schlagzeilen geschafft, der Botschafter der INSM, und zwar ausgerechnet im Zusammenhang mit den Paradise Papers.

Da versteigt er sich zu der Aussage: "Die Paradise Papers zeigen die wahren Feinde des Kapitalismus", und die Welt druckt diesen Schwachsinn auch noch ab, denn Straubhaar meint nicht die Whistleblower, welche die Dokumente über Steuerparadiese und Steuersparer öffentlich gemacht haben, sondern er meint jene, die ihre Schäfchen vor den Blicken der Öffentlichkeit und der Finanzbehörden verborgen haben.

Überhaupt ist der ganze Aufsatz eine einzige Ansammlung von Scheinheiligkeiten, das beginnt im ersten Absatz, wo Straubhaar schreibt, die Enthüllungen nähren einen Verdacht.

Sie nähren nicht den Verdacht, sie bestätigen nur, was jedem halbwegs denkenden Menschen schon längst Gewissheit war.

Dann kommt der abgehobenste Satz überhaupt:

Die Enthüllungen sind tödlich für den Gemeinsinn.

Man braucht nicht viel Fantasie, um anzunehmen, dass er das so meint, wie er es schreibt.
Dass nämlich der Gemeinsinn beschädigt wird weil enthüllt wurde. Wäre alles im Dunkeln geblieben, der Gemeinsinn würde weiter blühen. Ein paar Sätze weiter ist er dann auch so weit, zu beklagen, dass durch die Enthüllungen die Steuermoral und die Akzeptanz von Rechtsstaat, Demokratie, Kapitalismus und Marktwirtschaft verloren gehen könnte.

Nein, Herr Straubhaar, gleich doppelter Widerspruch!

Erstens haben die Enthüllungen aufgedeckt, wie es um die Steuermoral und um die Akzeptanz von Rechtsstaat und Demokratie bestellt ist, und zumindest die Chance eröffnet, auch wenn sie wieder nicht genutzt werden wird, hier Abhilfe zu schaffen.

Und zweitens, sind Marktwirtschaft und Kapitalismus zwei so verschiedene Dinge, dass es mich graust, diesen Satz aus dem Mund eines VWL-Professors hören zu müssen.

Dann legt er noch einen drauf: Nimmersatte, gierige, rücksichtslose Egoisten, denen Gemeinsinn, Solidarität und auch das Grundgesetz egal sind, werden somit zu den Totengräbern von Kapitalismus und Marktwirtschaft. Womit er wie selbstverständlich unterstellt, es handle sich bei seinen "Feinden des Kapitalismus" um jene bedauerlichen Ausnahmen und Einzelfälle, denen die große Mehrheit der Kapitalisten in allergrößter Ehrbarkeite gegenübersteht.

Schon die reine Marktwirtschaft, ohne das Attribut "sozial", das erst durch den regulierenden, ausgleichenden und schützenden Eingriff des Staates zu Gunsten der in der Marktwirtschaft hoffnungslos unterlegenen Schwächeren einen Inhalt bekommt, ist nichts, was einer demokratischen, gemeinwohlorientierten Gesellschaft gut zu Gesicht steht. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) ist allerdings bemüht, das Soziale zu schleifen und den Markt von Fesseln und Regularien zu befreien. Wenn ich mich recht erinnere, ist auch Angela Merkel eine Anhängerin dieser Lehre.

Marktwirtschaft mag sich zwar im Lehrbuch gut darstellen lassen, in der Praxis führt sie über den ungebremsten Wettbewerb sehr schnell zur Macht- und Ausbeutungswirtschaft, was ich hier aber aus Zeit- und Platzgründen nicht weiter ausführen will.

Kapitalismus hingegen hat mit Marktwirtschaft nichts mehr zu tun. John D. Rockefeller, zu seiner Zeit einer reichsten Männer der Welt und wahrer Kapitalist, hielt Wettbewerb für Sünde wider den kapitalistischen Geist und kaufte daher (heimlich) alle amerikanischen Raffinerien auf, bis er 95 Prozent des Marktes kontrollierte.

Kapitalismus ist heute die Weltherrschaft weniger Familien, die über ihr schieres Geldvermögen und das Eigentum an fast allen großen Unternehmen und Banken in der Lage sind, die Politik jedes Staates in ihrem Einflussbereich nach ihrem Willen zu lenken.

Kapitalismus ist das Faustrecht der Superreichen, das sie mit den Militärapparaten der von ihnen abhängigen Staaten gegen jeden Widersacher, gegen jeden, der nicht willig ist, den geforderten Tribut zu zahlen, durchsetzen.

Der Kapitalismus von heute hat mit dem Manchesterkapitalismus der frühen Industriealisierung, wo es notwendig war, Kapital für Investitionen in Fabriken, Maschinen, Eisenbahnen, etc. einzusammeln, längst nichts mehr zu tun, außer, dass dort der Grundstock mancher Vermögen gelegt wurde.

Wenn sich Straubhaar hinstellt, und Krokodistränen weint, dass das Vertrauen der Menschen in den Kapitalismus verloren gehen könne, dann outet er sich damit als Lakai dieses Systems, dessen innere Logik zwangsläufig zur Versklavung der gesamten Menschheit führt - es sei denn, sie stünde dagegen auf.

Marktwirtschaft braucht zwar Kapital, aber sie stirbt, wenn sich das Kapital in so wenigen Händen konzentriert und nur noch über Produktions- und Finanzmonopole erpresserisch genutzt wird, um auch noch den letzten Rest "Markt" hinwegzufegen.

Den Lesern der Welt vor Augen zu halten, was sie anrichten könnten, wenn sie wegen der jetzt wieder öffentlich gewordenen Schweinereien, das Vertrauen in den Kapitalismus verlieren, ist ein noch verlogenerer Appell als es vor 12 Jahren der Hamburger Appell war.

Den Lesern der Welt, der Süddeutschen, der FAZ, des Focus und des Spiegels klar zu machen, dass der Kapitalismus genau zu den Zuständen führt, von denen jetzt wieder mal ein Zipfelchen der Decke gelüftet wurde, das wäre dem Gemeinsinn, der Demokratie und dem Rechtsstaat förderlich!

Wer diese Enthüllungen mit (gespieltem) Schaudern zur Kenntnis nimmt und dabei suggeriert, es handle sich um bedauerliche Ausnahmen, ja um die Taten der Feinde des Kapitalismus, hinterlässt die ekelerregende Schleimspur eines unverbesserlichen Apologeten des Kapitalismus.

Das, wovon wir wieder einmal nicht mehr als ein kleines, schmutziges Fleckchen gesehen haben, das ist der Kapitalismus - und der wird dafür sorgen, dass der Makel bald wieder vollständig verdeckt wird. Straubhaar leistet bereits gute Arbeit dafür.

 

 

 

 

 

 

 


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