hierverbirgtsicheingeheimnis


27. September 2017

15.30 Uhr CSU für Anfänger

Die CSU ist im eigentlichen Sinne keine Partei, so wie der ADAC im eigentlichen Sinne kein Verein ist. Die CSU ist Lebensart, Selbstverständnis, Identifikation, Heimat, gute Stube, Familie ...

Man kann der CSU kaum ausweichen. Sie ist in Bayern omnipräsent, und selbst da, wo ihre Anhängerschaft vergleichsweise dünn gesät ist, im nördlichen Oberfranken oder in München, in den Cafés an der Ludwigs- und Leopoldstraße, sie sitzt immer irgendwie mit am Tisch, und sei es als der tief im Hinterkopf flüsternde advocatus diaboli, der gegen alle Sozialfantasien mit seinen bayerischen Erfolgen aufwartet: Geringste Arbeitslosigkeit, beruhigendste Kriminalstatistik, Haushaltsüberschuss, usw., usw.

Als gebürtiger Oberfranke stand ich der CSU lange feindselig gegenüber und schimpfte mit allen Roten über Franz Josef Strauß, lachte hämisch über die berüchtigte Mofa-Fahrt von Friedrich Zimmermann (die übrigens restlos aus dem Netz getilgt ist) und fand überhaupt alles, was über die CSU bei mir ankam, irgendwie schlimm.

Das hat sich nur wenig verändert als ich Ende 1977 nach München umgezogen bin. Die Stadt hatte ihren roten Bürgermeister, und als sich Erich Kiesl seinerzeit zur Wahl stellte, gegen den bewährten Kronawitter, da stimmte ich, im Blick auf die Wahlplakate mit ein in den Ruf: Wo ich geh und piesl, steht der Erich Kiesl.

Jetzt sitze ich in der Hallertau und habe die CSU endlich verstanden - und da will sie sich wieder einmal selbst zerlegen.

Ja, die CSU hat den Fehler gemacht, sich von Angela Merkel instrumentalisieren zu lassen.
Die Wahlstrategen der CDU konnten die Wahlstrategen der CSU wohl davon überzeugen, dass Seehofers lautstarkes Beharren auf seiner Obergrenze der CDU sehr viel mehr schaden würde, als der Verzicht darauf der CSU, und man hat dem Horst wohl Honig ums Maul geschmiert, indem man ihm sagte, seine Bayern würden ja trotzdem zu ihm halten und mit 50+x Prozent zur CSU stehen, und da konnte und wollte er nicht widersprechen und hat die Kröte geschluckt, die Obergrenze in den Bayernplan versteckt und immer nur wieder darauf hingewiesen, dass sich die Katze da, direkt im verschlossenen Sack befinde, und dass er sie zu gegebener Zeit schon wieder herausholen werde.

Queen Angela Victoria von Mecklenburg zu Vorpommern führte also ihre Heere in die Schlacht um Berlin und hat genüsslich dabei zugesehen, wie Martin der Cherusker im Deutungshoheitswald ebenso untergangen ist, wie der Recke Horst durch die wider besseres Wissen von ihm selbst in den Limes der Obergrenze geschlagene Bresche von hereinströmenden Massen in die Defensive gedrängt wurde. Nur Angela Victorias Leibgarde unter Kauder, dem trutzigen Wegbügler, blieb trotz hoher eigener Verluste zum Schluss als Sieger auf dem Schlachtfeld und begann mit dem Werben um Überläufer aus den geschlagenen Haufen mit den gelben und grünen Fahnen.

Liebe Bayern, liebe CSU, wenn ihr jetzt, nachdem euer Horst der einzige ist, der die Obergrenze glaubhaft wieder aufrichten kann, aus Enttäuschung eine Meuterei beginnt, dann werdet ihr bei der nächsten Schlacht mit Mann und Maus untergehen. Dann habt ihr euch selbst demontiert.

Auch wenn Markus Söder den dringenden Wunsch verspürt, in München unter der Kuppel des ehemaligen Armeemuseums den Landesvater zu geben: Er passt viel besser nach Veitshöchheim!

Mag sein, dass er den Verstand von Franz Josef Strauß hat, mag sein dass er als Technokrat ein besserer Administrator wäre als Stoiber in seinen besten Tagen, aber was ihm fehlt, ist der Draht zu den Menschen, zu jenen Menschen, die in der CSU mehr sehen, als ein machtpolitisches Instrumentarium, das man ganz nach Bedarf und Tagesaktualität mal so, mal so in Position bringt und die deshalb - und nur deshalb - diese CSU immer wieder gewählt haben und auch wieder wählen werden.

Wer mit Söder als Spitzenkandidat in die Landtagswahlen ziehen will, muss sich vor Augen halten, dass die 38,8 % von der Bundestagswahl nicht die Untergrenze sind! Wer mit Söder als Spitzenkandidat in die Landtagswahlen zieht, kann sich auf 20+x einrichten!

Horst Seehofer ist, trotz aller Kritik, die man durchaus berechtigt anbringen kann, die Symbolfigur der CSU und vereint Eigenschaften von Alfons Goppel, dem Vater des bayerischen CSU-Wunders, und Franz Josef Strauß, dem Vollender. Seehofer ist der erste in der langen Reihe der Strauß-Nachfolger, der wieder mit einem Augenzwinkern als ein "Bazi" die Herzen gewonnen hat.

Also lasst Horst Seehofer jetzt in die Koalitionsverhandlungen ziehen, mit einer geschlossenen CSU hinter sich, einschließlich der Landfrauen mit ihren Helferkreisen, und lasst ihn das Zustandekommen von Jamaika knallhart von der Obergrenze abhängig machen, so wie er sie zuletzt definiert hat, nämlich insgesamt 200.000, incl. Asylberechtigte, incl. Schutzbedürftige, incl. Familiennachzug. Er ist der einzige, dem ich das zutraue.

Dann muss Angela Merkel nachgeben, denn ohne CSU wird das nichts mit Jamaika, es müssen aber auch die Grünen nachgeben, denn ohne CSU wird das nichts mit Jamaika, und mit diesem Erfolg holt Seehofer bei der Bayernwahl alle an die FDP und mindestens die Hälfte der an die AfD verlorenen Stimmen zurück.

Scheitert die Berliner Regierungsbildung an der CSU wird das von den Bayern und CSU-Wählern ebenfalls gewürdigt werden! Sowohl bei der Bayernwahl als auch bei dann womöglich fälligen Neuwahlen!

Wer jetzt, innerhalb der CSU den Machtkampf sucht, weil er glaubt, Seehofer sei geschwächt und die Gelegenheit sei günstig, hat die CSU-Wähler immer noch nicht begriffen. Er wäre womöglich besser in einer anderen Partei aufgehoben, dort, wo man sich schon jetzt die Hände reibt, in der Hoffnung Seehofer würde von den eigenen Leuten gestürzt.

In Bayern braucht der Nachfolger den Segen des Vorgängers, und es kommt in der öffentlichen Wahrnehmung sehr darauf an, ob dieser Segen nur pflichtgemäß gesprochen oder aus vollem Herzen erteilt wird. Führungswechsel sollten auf der Höhe der Macht vorbereitet werden, nicht in panischer Verwirrung nach einer verlorenen Schlacht.

Keine Sorge, liebe Leser. Ich stehe nicht auf einmal voll hinter den Programmen und Absichten der Union. Da müsste sich noch vieles ändern.

Ich habe auch nicht vergessen, dass CDU und CSU immer noch Schwesterparteien sind und es vermutlich auch bleiben werden.

Ich wünsche mir das Ende der Ära Merkel und hoffe, dass Horst Seehofer sich diesmal, nach der tiefen Verletzung, die ihm aus wahltaktischen Gründen von der großen Schwester zugemutet wurde, nicht scheut, daran mitzuwirken. Denn ich habe die tiefsitzende Befürchtung, dass Bayern insgesamt Schaden nimmt, wenn nach der katholischen Kirche nun auch noch die CSU in die Beliebigkeit abrutscht und ihre Integrationskraft verliert.

 


 

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beschäftigt sich in seinem Werk "Entwicklungsprojekt Ökonomie" mit der Frage, wie eine Marktwirtschaft ohne Kapitalismus gestaltet werden könnte und trifft auch dabei wesentliche Aussagen zum Geld und über seine Wirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft.

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hat im Hansa Verlag seine Überlegungen darüber veröffentlicht, "Warum eigentlich genug Geld für alle da ist".

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Manfred Gotthalmseder

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Aus dem Blickwinkel einer Frau, die ihre komfortable österreichische Heimat verlassen hat, um im Norden Kenias auf eigene Faust Entwicklungshilfe zu leisten, wird zumindest klar, dass wir nicht in einer, sondern in zwei Welten leben, was in Nyagas Geschichten bisweilen zu bizarren Überraschungen führt.

 

 

Heide S. Nyaga, Wann denn, wenn nicht jetzt?

 

(Würde ich auch empfehlen, wenn es woanders erschienen wäre.)

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 Egon W. Kreutzer

Egon W. Kreutzer, PortraitAutor und Verleger - mit einem außergewöhnlichen Hang zur Nachhaltigkeit, meint:

Kritik muss weder beschönigen noch verharmlosen, weder heucheln noch trösten, um konstruktiv zu sein.

Wirksame Kritik muss in aller Klarheit und mit der gebotenen Schärfe auf allgemeine Anstrengungen zur Veränderung von Sachverhalten und Umständen abzielen.

Verhaltensänderungen kritisierter Personen sind dafür nicht Bedingung, sondern bestenfalls erfreuliche Folge.


 
 

 

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